Part 7: Des Mileage Runs zweiter Akt
UA424 TPA-IAD
22 FEB 07:20-09:35
757-200, Platz 5A
Rise and Shine um 5:10. Duschen, packen, Checkout und um 6 Uhr mit dem Hotelshuttle zum Flughafen. An der Security eine Riesenschlange, Fast Track gabs leider keinen, aber ich hatte zum Glück genug Zeit.
Pünktlich um 6:50 konnte ich über den neckischen roten Teppich die 757-200 betreten und auf Sitz 5A Platz nehmen. Der Flug war ziemlich voll, in der F blieben zwei Plätze frei. Channel 9 war an und so konnte ich den Takeoff von RWY 18R genau mitverfolgen.
In der Begrüßungsansage schlug der Purser den Y-Passagieren vor, als "Eye Opener" doch einen Cocktail zu erwerben. Der Begriff war mir neu - na Hauptsache, man hat einen Grund. Auf FL 370 war es etwas turbulent, weshalb der Captain mit der Flugsicherung aushandelte, höher steigen zu dürfen.
Der Purser nahm die Frühstückswünsche auf und überraschte mich durch fehlerfreie Aussprache meines Nachnamens. Der erste Amerikaner, der das geschafft hat, und noch dazu völlig ohne mit der Wimper zu zucken. Die Frühstücksauswahl war kurz und knapp "Fruit or Eggs". Mein "Eye Opener Cocktail" bestand aus Orangensaft und Kaffee (in getrennten Behältnissen).
Nach dem Hot Towel wurde im Plastiktray Rührei mit Kartoffeln gereicht, mein schläfriger Sitznachbar hatte die Früchte gewählt. Das Ei war gut, die Kartoffeln hingegen eher nichtssagend. Als Beilagen wie gewohnt Obst, Cracker, Käse und ein warmes Croissant mit Butter. Nach dem Essen startete in Koordination mit Washington Center bereits unser Sinkflug. Clear direct FALCO, check information Lima, proceed to LUSIE, cleared for visual approach RWY 1C, taxi to gate C19 via Y7, C, D. Hello again, Washington.
Bis zu meinem nächsten Flug war durch einen der Schedule Changes diesmal etwas mehr Zeit, gute zwei Stunden bis zum Boarding. Ich stieg deshalb in den brandneuen Peoplemover und erkundete die anderen Gates.
Ein nutzbares WLAN fand ich dabei leider nicht, also zurück zu meinem Ankunftsgate C19, von dem auch mein Weiterflug ging. Auf dem hieß es wieder "no meal service", weshalb ich noch ein schnelles Lunch nahm.
Gesamteindruck von diesem Flug: Es war ein Flug. Pluspunkte für den Purser, nicht nur wegen meines Namens, sondern weil der Service auch sonst sehr angenehm war.
UA778 IAD-MCO
22 FEB 12:21-14:36
757-200, Platz 3A
Wieder ein recht voller Flug, in der First 24/24 inklusive einiger Upgrader. Der Herr neben mir zog kurz nach Boarding einen Atemschutz auf. Verstehe ich nicht, ich habe doch geduscht...
In IAD war einiges los, vor uns eine kleine Schlange weiterer auf Abflug wartender United-Flieger. Mit 20 Minuten Verspätung waren wir cleared for takeoff auf Runway one-niner left, Channel 9 war aktiviert. Eine halbe Stunde später gab es dann doch warme Mahlzeiten - aber nicht für uns, sondern für das Cockpit. Wir bekamen Knabbermix und Getränke.
Meine übliche Beschäftigung während des Fluges, den Tripreport für vergangene Aufenthalte und Flüge von Stichworten zu fertigem Text zu überführen, war inzwischen so weit erledigt, dass ich direkt live mitschrieb. Ich griff deshalb auf mein mitgebrachtes IFE zurück und nach zwei Folgen Simpsons begann unser Approach auf Orlando RWY 18L. Premiere: Hot Towels gab es diesmal keine.
"Willkommen in Florida", da war ich doch heute schon mal... Ich habe es tatsächlich geschafft, mich in 7,5 Stunden 100 Kilometer von meinem Startort zu entfernen, und zwar in die falsche Richtung.
Gesamteindruck von diesem Flug: Es war ein Flug, und es gab Getränke.
UA215 MCO-DEN
22 FEB 15:26-17:15
757-200, Platz 4A
Für den nächsten Flug ging es mit der selben Maschine weiter - allerdings mit anderer Crew, es war also nicht mit verwunderten Fragen zu rechnen. Der Flug war zwar voll, aber nur durch Standby-Passagiere, nicht überbucht. Ich fragte trotzdem mal am Gate nach, ob sie nicht Freiwillige suchen würden, die einen späteren Flug nehmen. Als Antwort kam ein entsetztes "oh, no, you're first class!". Äh, ja... und?
Kaum saß ich im Flugzeug, kam die Mitarbeiterin vom Gate zu mir und hielt mir in gedämpftem Ton eine kleine Ansage, deren Anfang ich nicht verstand: "...early.... this has to be done and we have to communicate this with the captain if there are other people on board." Mit diesen Worten verschwand sie in Richtung Cockpit. Ich habe keine Ahnung, was sie von mir wollte, aber ich war auch gar nicht gemeint, denn kurze Zeit später kam sie wieder, rief mir "nevermind" zu und hielt dieselbe Ansage dem Herrn in Piloten-Uniform auf 4D, der kurz darauf zum Cockpit ging und dann auf 3A wechselte.
Rolling Takeoff mit leichter Verspätung. Channel 9 war am Gate erst noch an, blieb dann aber stumm, bis kurz nach dem Start das IFE gestartet wurde. Mit den ersten Getränken gab es wieder eine Schale warme Nüsse und die Abfrage der Essenswünsche. Es gab heute Shrimps-Salat oder ein Putenbrustsandwich, ich entschied mich für den Salat.
Als Beilage gab es diesmal nur ein Brötchen mit Butter. Der Salat selbst konnte bei mir keine Begeisterungsstürme hervorrufen, schlecht war er aber auch nicht. Hätte ich ihn zubereitet, ich hätte es vermutlich auch nicht besser hinbekommen.

Wieso gibt es bei UA eigentlich immer zwei Gabeln und ein Messer? Ein zweites Messer wäre meistens viel praktischer für die Brotbeilage.
Der Flug führte uns vorbei an größeren Mengen Zuckerwatte.
Nach dem Essen kam die FB noch einmal mit warmen Keksen und passenden Getränken auf dem Wagen herum. Baileys on the rocks, please.
Dank Channel 9 konnte ich anhand der Funkstationen, an denen wir uns anmeldeten, auch ohne Airshow ganz gut nachverfolgen, wo wir uns gerade befanden. Wir kontaktierten jetzt, mit etwa zwei Stunden verbleibender Flugzeit, Memphis Center. Kurz nach uns meldete sich eine Lufthansa an, die von der Fluglotsin prompt mit "Guden Tach" begrüßt wurde.
Nach zwei weiteren Simpsons-Episoden hieß es: United 215, cleared for visual approach runway 35R, wind calm. Denver war heute noch etwas weißer als vor zwei Tagen. Ankunft um 17:30.
Am Flughafen waren beide WLANs, mit denen ich Internetzugang hätte, völlig überlastet und bequeme Plätze mit funktionierender Steckdose waren auch kaum zu finden. DEN und ich würden heute keine Freunde werden. Nach längerem Rundgang konnte ich einen Platz gegenüber von meinem Gate erhaschen und beobachten, wie aus der Abflugszeit 18:51 wegen Aircraft Delay 19:00, dann 19:10, dann 19:14, dann 19:18 wurde. Schnell wurde der Grund klar: Das Flugzeug, das da am Gate stand, war gar nicht unseres, sondern musste erst noch nach SFO abheben.
Gesamteindruck von diesem Flug: Gut. Das Essen entsprach nicht ganz meinen Erwartungen, aber das machte der Dessertservice wieder wett. Der Service war nett, ich habe mich wohlgefühlt.
UA215 DEN-ONT
22 FEB 18:51-20:15
A320, Platz 3D
Als um 18:55 das Boarding begann, während an 1R noch das Catering geladen wurde, glaubte ich an den Abflug um 19:18 auch schon nicht mehr. Zu meiner Überraschung klappte es fast: Um 19:12 ging die Tür zu, zwei Minuten später Pushback und um 19:23 Rolling Takeoff von RWY 26. Es war der vierte von vier Flügen heute mit aktiviertem Channel 9, gute Quote.
Beim Einsteigen begrüßte mich die Flugbegleiterin, mit der vor zwei Tagen in der Gegenrichtung mein Run begonnen hatte. Leider bediente sie während des Fluges nicht bei uns, sondern hinten. So durften die Eco-Passagiere auch mal exzellenten Service erleben
Nach dem Start ging es Schlag auf Schlag: Warme Nüsse, Getränke, Tischdecke, Essen. Der Nachteil an Platz 3D ist, dass man als letztes bedient wird. Der Vorteil ist, dass man genug Zeit hat, um zu überlegen, was man trinken möchte.

Das Dinner bestand aus einem warmen Schinken-Käse-Sandwich im Plastiktray mit einer Miniportion Salat, zwei Crackern und einem abgepackten Brownie. Das Sandwich konnte weder in Konsistenz noch im Geschmack überzeugen. Schade, einer First Class definitiv unwürdig.
Hot Towels gabs übrigens wieder keine, die wurden wohl pünktlich nach meiner Landung in Washington abgeschafft.
Es wurde etwas turbulent und der Captain probierte in Absprache mit Los Angeles Center verschiedene Flughöhen aus zwecks "smooth ride". Das hatte sich aber bald sowieso erledigt, denn schon eine Viertelstunde später begann unser Approach auf Ontario. Als wir um 20:16 landeten, machte sich auf der Parallelbahn gerade eine FedEx-Maschine auf den Weg.
Gesamteindruck von diesem Flug: Da hätte United zum Abschluss noch einmal glänzen können, hat sich aber nicht mit Ruhm bekleckert. Der Service wirkte lustlos, das Essen war für eine First unter aller Kanone.
Das war er jetzt also, mein Mileage Run, Auslöser für die ganze Reise. Spaß hats gemacht, ohne den Komfort der First Class würde ich so etwas aber nicht machen wollen. Vier Flüge am Tag sind eine gute Zahl, danach war ich auch froh, endlich da zu sein. Ob ich das auch wie
Starbucks acht Tage lang am Stück machen würde? Vielleicht. Auf 4+4 würde ich mich einlassen
Mit dem Shuttlebus fuhr ich zum Avis-Schalter, wo ich für sehr humane 29€ eine One-Way-Reservierung nach Las Vegas hatte. Trotz Aufdruck "nicht gültig bei rabattierten Tarifen" wurde der Upgrade-Voucher, den ich von Avis im Rahmen der Preferred-Anmeldung erhalten hatte, anstandslos akzeptiert. Dadurch war meine Mietkategorie jetzt Fullsize und es wurde ein roter Toyota Camry.
Ich legte die paar Meter zum Ramada Limited zurück und holte beim Einchecken meinen Koffer wieder ab. Das Zimmer sah bis auf die Position zweier Möbelstücke exakt gleich aus wie das letzte, deshalb habe ich davon gar nicht erst Fotos gemacht. Auf dem Schreibtisch lag eine Mappe mit Gästeinformationen. Ich zitiere:
Be sure to enjoy the variety of amenities our wonderful motel offers. Damit ist dann wohl die Eismaschine im dritten Stock gemeint.