Der Politik in Berlin und Brandenburg ist ein Vorwurf zu machen: Sie lassen sich durch Medien und kochende Volkesseele ein ums andere Mal zur Angabe von Eröffnungsterminen pressen. Jeder Baupraktiker hat im präsenten Wissen, dass für Großbauvorhaben oder insbesondere Sanierungsbauvorhaben - BER ist ein solches, auch vor seiner erstmaligen Fertigstellung - möglichst niemals frühzeitig Termine öffentlich genannt werden.
Und zum wiederholten und nochmals wiederholten Male: User Anne und dessen Fans plaudern unverändert und unablässig jenseits jeder baurechtlichen und baupraktischen Kompetenz. Schon mehrere Male durfte ich nachweisen, dass bei diesen Postern keinerlei Kenntnisse über das Vergabe- und Baurecht (VOB/A und VOB/B) vorhanden sind. Das bitte nicht als persönlichen Vorwurf, sondern als schlichte Feststellung.
Ja, freilich, das derzeitige Ergebnis des Bauvorhabens ist ein Trauerspiel hoch drei. Verursachungs- und Verschuldensanteile werden aber ganz sicher nicht hier von einer noch so engagierten Laientruppe bestimmt werden können.
Vorbildhaft ist dagegen die Vorgehensweise von MUC: Dort wurden bei dem Bau von T1 und T2 und zuletzt von T2Sat im Vorfeld niemals präzise Termine angegeben und bei den wenigen angegebenen "ca. 2015"-Terminen zum T2Sat wurde offengelassen, ob es sich um Baufertigstellung oder Publikumsinbetriebnahme handelte. Erst nach Baufertigstellung und erfolgversprechendem Beginn der ersten internen Probeläufe wurden exakte Termine genannt. Dadurch blieb verschleiert, dass MUC T1 und T2 und auch T2Sat jeweils mit erheblicher, teilweise mehrjähriger Verspätung (gegenüber den interen Planungen mit bis zu 8 Jahren Verspätung) eröffnet wurden. So macht man das!