Deswegen mal in die Runde gefragt: ab wieviel Euro liquides Vermögen habt ihr angefangen, euch richtig beraten zu lassen bzw ohne eure Vermögenswerte offen legen zu müssen eher allgemein gefragt, ab wann lohnt sich eine echte Beratung?
Ich war über Jahre sehr beratungsresistent, was viele Gründe hatte.
Ich habe im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends sehr gut verdient und mangels Familie und mit sehr viel Arbeit wenig ausgegeben und hatte den größten Teil meines Aktienbestandes (besser und aus berufsrechtlichen Gründen: ETFs) bis 2008 erworben. Das hatte zu einem Depot im mittleren einstelligen Millionenbereich geführt, das bis zum 31.12.2008 recht ausgewogen, allerdings retrospektiv zu europalastig war.
Ich habe dieses Depot dann über Jahre nach der Devise konstant gehalten "Hin und her macht Taschen leer" und wie André Kostolany und Warren Buffett auf dieses Bündel gesetzt, auch weil der Wertzuwachs dieser sog."Altbestände" steuerfrei war. Die "Bankberater", die das aufgrund des Volumens interessant fanden, meinten immer mal wieder, dass man mit anderen Werten mehr Profit hätte machen können, was vielleicht richtig war, aber diese Gewinne wären auch mit 25% zu versteuern gewesen. Meine Frage war dann immer: Gibt es 25% mehr Ertrag. Mit einer Honorarberatung, die dann mit weiteren 10% oder so am Ertrag beteiligt gewesen wäre, konnte ich erst recht nichts anfangen.
Dieses Depot ist seit Ende 2008 weitgehend unverändert geblieben, weil die nächsten Jahre vom Erwerb eigener und vermieteter Immobilien (und Familie) geprägt waren und hat sich in der Zeit etwa um den Faktor 3,5 entwickelt.
Seit Anfang der 2020er wird der Aktienbestand dergestalt verwässert, dass inzwischen rund 30% Anleihen dazu gekommen sind, das zum Glück im sehr richtigen Moment und in den Währungen in denen ich mein Geld verdient habe.
Das Aktiendepot ist weiterhin zu 90% unverändert geblieben. Vier Positionen, die ich nach Wegfall berufsrechtlicher Schranken selbst gekauft habe (EON, VW, Amazon und Vonovia) halten sich insgesamt mit Gewinnen und Verlusten in der Waage. Einen geringen Teil meines Vermögens habe ich 2019 als Testballon in die Honorarberatung einer Frankfurter Privatbank gelegt, was sich nett, aber auch nicht überragend nett entwickelt. Und das wichtigste ist: Ich kann gut schlafen.
Ach so, noch eines: Da wir inzwischen zum guten Teil in Südafrika leben, habe ich inzwischen hier auch einige Millionen ZAR, die im Zweifel zum Lebensunterhalt dienen. Die werden mit über 7% bei der FNB verzinst und der Rand ist gegenüber dem EUR mehr als stabil.