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Von der Leyen gibt Fehler zu: Das hat uns der Atomausstieg gekostet!
Zitat:
Das hat uns der Atomausstieg gekostet
Der zweite Kühlturm des stillgelegten Kernkraftwerkes Gundremmingen stürzt im Oktober 2025 nach der Sprengung zusammen
Berlin/Brüssel – War der Atomausstieg ein „großer strategischer Fehler“? So urteilt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über das deutsche Lebewohl zur Kernkraft. Auch Energieökonom Prof. Manuel Frondel (61, Leibniz-Institut) spricht vom „größten energiepolitischen Fehler der vergangenen Jahrzehnte“ – für den der Steuerzahler bis heute blecht. Frondel zu BILD: „Wir sprechen hier von dreistelligen Milliardenbeträgen, die Deutschland volkswirtschaftlich verloren hat.“
Bereits die Energieprognose 2009 – eine Studie der Bundesregierung, an der Frondel mitarbeitete – kam zu dem Ergebnis: Eine Laufzeitverlängerung von nur zwölf Jahren hätte einen volkswirtschaftlichen Nutzen von mehr als 100 Milliarden Euro gebracht.
Auch Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing (82) sagt BILD: „Eine Tatsache ist, dass das Bruttonationaleinkommen etwa proportional zum Energieverbrauch eines Staates ist und unser Wohlstand von billiger Energie abhängt. Insofern war es Wahnsinn, funktionierende Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten.“
Ausstieg kostet fast 4000 Euro für jeden Deutschen
Statt weiter auf Kernkraft zu setzen, muss der Staat nun zahlreiche Erdgaskraftwerke subventionieren. „Allein deren Bau kostet zweistellige Milliardensummen – der Betrieb noch gar nicht eingerechnet.“ Finanziert werde das am Ende vom Steuerzahler und den Stromkunden. Auch erneuerbare Energien werden inzwischen wieder vom Staat bezuschusst, hinzu kommen Kosten für CO₂-Zertifikate.In einer Studie vergleicht der norwegische Wirtschaftsprofessor Jan Emblemsvåg die Kosten der Energiewende mit einem Szenario, in dem Deutschland weiter auf Kernkraft gesetzt hätte. Aus Investitionen, Betriebskosten und staatlichen Fördergeldern errechnet er rund 330 Milliarden Euro Mehrkosten. Das entspricht etwa 3900 Euro pro Bürger – für eine vierköpfige Familie rund 15.600 Euro. Damit ließe sich – je nach Verbrauch – zwischen neun und 16 Jahre lang der Strom bezahlen. Auch die Abhängigkeit vom Ausland sei bei Atomstrom deutlich geringer als bei fossilen oder erneuerbaren Energien, sagt Professor André Thess (62, Uni Stuttgart): „Zu Letzterem erlaube ich mir die Bemerkung, dass Solarmodule und Windkraftanlagen nicht vom Himmel fallen, sondern aus China importiert werden.“
Auch Strompreis vom Atomausstieg betroffen?
Auch der Strom wäre laut Thess heute günstiger: „Nach dem Atomausstieg ist Deutschland vom Stromexporteur zum Stromimporteur geworden. Wir kaufen regelmäßig Strom aus dem Ausland zu hohen Preisen, darunter französischen Atomstrom.“ Frondel geht dagegen nur von „ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde weniger“ aus. Ein Grund: Mehr als die Hälfte des Strompreises besteht aus Steuern, Abgaben und Netzentgelten. Der Atomausstieg bremse zudem das Wirtschaftswachstum: Digitalisierung und neue KI-Rechenzentren bräuchten „sehr zuverlässigen, kostengünstigen Strom“. Mit wetterabhängigen Erneuerbaren allein sei das laut Frondel kaum machbar.Zu den Personen
Dr. Klaus von Klitzing ist ein deutscher Physiker. Er erhielt 1985 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung des Quanten-Hall-Effekts, der für hochpräzise Messungen des elektrischen Widerstands genutzt wird.
Dr. Manuel Frondel ist Professor für Energieökonomik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2003 leitet er den Bereich „Umwelt und Ressourcen“ am RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.
Dr. André Thess ist Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart. Zuvor lehrte er in Stanford (USA), Nagoya (Japan) und Shanghai (China). Im Jahr 2023 forderte er mit 19 weiteren renommierten Wissenschaftlern Olaf Scholz zum Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke auf.
Dr. Jan Emblemsvåg ist norwegischer Wirtschafts- und Energieingenieur und Professor an der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Ålesund. Er forscht zu Energieökonomie und den langfristigen Gesamtkosten von Technologien.
In Deutschland fordern ja immer alle, dass man beim Klima und der Wirtschaft auf die Wissenschaft hören sollte. Nun, bitte.
