Diskussionen zu Kernenergie (aus "Elektromobilität")

ANZEIGE

VAE

Erfahrenes Mitglied
16.03.2022
1.095
967
ANZEIGE
So ist sie definitiv nicht gedacht, es fehlt halt die Puffer-Lösung, so wie andere sie bereits teilweise haben.
Deutschland musste sich halt jahrzehntelang nicht um solche Infrastruktur kümmern, da man immer schön Fossil den „Vorrang“ gegeben hat. War halt immer so schön „billig“ für unsere ineffiziente stromfressende Industrie, welche teilweise im Standard um 1990/2000 stehen geblieben ist.

Viele Gemeinde (+50% aller Straßenlaternen) haben heute noch immer Gasdampflaternen, eine Umrüstung amortisiert sich bereits nach ca. 36 Monaten. Fehlt einfach das Geld und der Mut so etwas umzusetzen. Aktuell benötigen die Straßenlaternen ca. 4TWh pro Jahr.
 
  • Like
Reaktionen: mbraun

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.221
4.721
Achtung, Achtung, die Gas- und Energieversorgung ab April 26 ist eben doch nicht gesichert.

Was? Was? Wie? Woher kommt die Information? Da wurde doch immer was anderes behauptet!

Nun:


Und ihr verbrennt aktuell so viel Kohle wie noch nie? Laut Runde ja. Die Abschaltung der Kernkraft war ein Fehler? Laut der Runde ja.

Die Deutschen sollen jetzt massiv Energie sparen? Ja, sagt Hubertus Heil. Die Fehler sind eben gemacht.

Interessant, wie solche Erkenntnisse und Fakten in einer Talkrunde ab 22.30h an einem Sonntag besprochen werden.

BTW: Nun ist es doch euer Krieg, ein Minensucher ist unterwegs, man will jetzt schnell einen BT-Beschluss fassen. Und ja, die Entscheidung sich rauszuhalten, war falsch. AUCH DAS wurde angesprochen.
 

alex09

Erfahrenes Mitglied
09.12.2010
3.227
2.185
Das System ist am Ende. Subventionen für ein System, das Strom produziert bis zum Geht nicht Mehr und den niemand abnimmt.

1777468225728.png
 
  • Like
Reaktionen: chrigu81

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.221
4.721
Ihr habt letztes Wochenende 480 Euro pro Megawattstunde an Abnehmer bezahlt, damit sie damit ihre Speicher und E-Autos laden. Perfekt. Batteriespeicher wird euch nicht retten; keine Art von Speicher.


Zitat:
Zu viel Solarstrom hat zuletzt die Großhandelspreise tief ins Minus gedrückt. Die Entsorgung des Grünstroms kostete den Steuerzahler Millionen. Die Gefahr regionaler Stromabschaltungen war in Sichtweite. Jetzt steht die wahre Belastungsprobe bevor.

Am vergangenen Sonntag schien eine Art von Solar-Sozialismus Wirklichkeit geworden zu sein, der allerdings nur in wohlhabenden Bevölkerungskreisen Begeisterung auslöste. Die Energiewende schien Deutschland direkt ins Schlaraffenland geführt zu haben.

Denn viele Elektroautobesitzer hatten bis dahin nicht nur einen Zuschuss von bis zu 6000 Euro Steuergeld beim Autokauf kassiert und weitere 2000 Euro Steuergeld für die Lade-Wallbox in der Garage: Am Sonntag zahlte ihnen die Allgemeinheit noch zusätzlich die Batteriefüllung fürs Familienauto von Tesla, VW oder Mercedes.

Was war geschehen? Eine gewaltige Menge Solarstrom drängte am Mittag ungesteuert ins Netz, traf dort aber sonntagsbedingt nur auf eine geringe Nachfrage. Die Netzbetreiber, zur Aufnahme der Stromschwemme verpflichtet, konnten den Ökostrom entsprechend nicht mehr wie sonst weiterverkaufen. Im Gegenteil: Diesmal mussten sie an der Strombörse noch Geld zuschießen, um die Überschüsse irgendwo loszuwerden. Gegen 14 Uhr zahlten sie jedem Abnehmer einer Megawattstunde 480 Euro als eine Art Entsorgungsgebühr aus.

Verbraucher bekam noch Geld dazu

Der „negative Strompreis“ in Rekordtiefe war ein Fest für die Besitzer von Elektroautos, die einen „dynamischen Stromtarif“ von Anbietern wie Tibber oder Octopus Energy abgeschlossen hatten und so direkt von Großhandelstarifen profitieren. Sie konnten in dieser Zeit die Batterie ihres Gefährts nicht nur kostenlos füllen, sie bekamen zusätzlich sogar noch Geld aufs Konto überwiesen. „Also bekommt der Endverbraucher Geld für seinen Verbrauch? Das ist ja klasse“, freute sich ein X-Nutzer.
„Aus Perspektive der gesamten Volkswirtschaft ist das nicht klasse“, dämpfte allerdings der Experte für Energiesysteme und Gründer des Instituts Consentec, Christoph Maurer die Euphorie. Der negative Strompreis auf Rekordniveau bedeute, „dass wertvolle Ressourcen aufgewendet werden müssen, um ein in diesem Moment wertloses Gut beziehungsweise Übel zu entsorgen. Der Steuerzahler muss außerdem den Verlust bei der Vermarktung ausgleichen.“

Der Grenznutzen jeder weiteren produzierten Kilowattstunde am Sonntag war zwar negativ. Dennoch mussten die Besitzer älterer Solaranlagen für den wertlosen Grünstrom aus dem Bundeshaushalt so entschädigt werden, als sei er wertvoll. Den Besitzern neuer Solaranlagen hatte schon der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Entschädigung gestrichen, sobald der Großhandelspreis ins Negative fällt. Damit wollte Habeck die Solarstromer zu einer systemdienlichen Einspeisung anregen. Bislang mit begrenztem Erfolg.

Überschlägig geschätzt könnte die Ausgleichszahlung für wertlosen Solarstrom am vergangenen Sonntag die Steuerzahler schon einen mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben. Am kommenden, nachfrageschwachen 1.-Mai-Wochenende dürfte sich das wiederholen.
Der Solarstrom-Überschuss fällt größer aus als sonst, da allein im vergangenen Jahr die enorme Menge von 17 Gigawatt Solarleistung in Deutschland zugebaut worden war – eine installierte Leistung, die der von 17 Atomkraftwerken entspricht. Damit liegt die in Deutschland installierte Solarleistung nun bei rund 120 Gigawatt, obwohl das Stromnetz bislang nur auf eine Spitzenlast von rund 80 Gigawatt ausgelegt war.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) versucht zwar, den davongaloppierenden Ökostrom-Ausbau wieder mit Netz- und Batteriekapazitäten zu synchronisieren. Allerdings wird sie für diese Korrektur sogar von Teilen der Medien als „fossile“ Lobbyistin bezeichnet. Die SPD blockiert innerhalb der Bundesregierung sogar die von Reiche geplanten Einschnitte bei der Förderung solcher Anlagen, die sich ohne Subventionen rechnen würden.

„Jetzt passiert es schon an jedem normalen Sonntag“

Die Besonderheit am vergangenen Sonntag war auch, dass den meisten deutschen Nachbarn der Solarstrom ebenfalls, bildlich gesprochen, zu den Ohren herauskam. Eine europaweite Verteilung der deutschen Überschussproduktion fand nicht statt. Bereits Habeck hatte Anfang 2025 eilig ein „PV-Spitzengesetz“ erlassen müssen, weil schon damals wegen der zu Ostern drohenden Solarstrom-Schwemme eine Netzüberlastung drohte.

Was bei Habeck noch ein Problem von längeren Feiertagswochenenden war, passiert jetzt offenbar schon an normalen Sonntagen im Frühling. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: An der Strombörse ist der negative Strompreis im Day-ahead-Markt auf maximal minus 500 Euro pro Megawattstunde begrenzt. Das soll Kosten begrenzen. Unter diesem Wert findet keine „Markträumung“ durch den Preis mehr statt. Das Spiel von Angebot und Nachfrage ist dann zu Ende. Am Sonntag war mit minus 480 Euro die Grenze fast erreicht. Consentec-Chef Maurer beschreibt die Folgen, wenn sie unterschritten worden wäre.
Demnach stehen den Netzbetreibern mehrere Maßnahmen zur Verfügung, um das Stromnetz stabil zu halten, wenn der Markt keinen Ausgleich von Angebot und Nachfrage mehr leistet: erstens Einsatz von Regelenergie, dann Abregelung von Stromerzeugern („Redispach 2.0“) oder die zwangsweise Abschaltung von Stromanlagen nach Paragraf 13.2 Energiewirtschaftsgesetz und drittens, als ultima ratio, die kontrollierte Stromabschaltung ganzer Regionen – genannt „Brownout“.

Die Lage am Sonntag konnte allein mit dem Einsatz von Regelenergie unter Kontrolle gehalten werden, teilten die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Amprion auf WELT-Nachfrage mit. Geliefert wurde diese Regelenergie von Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Gigawatt, die nur dafür vorgehalten werden, um das Netz stabil zu halten. Das „Bayernwerk“ veranlasste in den Solar-Regionen Niederbayern und in der Oberpfalz als entschädigungspflichtige Redispatch-Maßnahme das Herunterfahren von 400 Megawatt Kraftwerksleistung.

Zur nächsten Stufe, Zwangsabschaltungen von Stromerzeugern, kam es nicht. Sie sind nach Paragraf 13.2 nur erlaubt, wenn „die Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems gefährdet oder gestört ist“. Dies war am vergangenen Sonntag nicht der Fall. Insofern war der Weg zum drohenden „Brownout“ noch weit – allerdings geriet der Negativpreis sehr nah an die Preisgrenze von minus 500 Euro, was weiterreichende Folgen ausgelöst hätte.
Zwar behaupten Vertreter der Solarbranche regelmäßig, dass sich die PV-Anlagen bei Überfrequenz ohnehin von selbst abregeln würden. Ein Brownout sei schon deshalb nicht zu befürchten. Aber stimmt das?

Richtig ist, dass die Anlagen ihre Wirkleistung reduzieren müssen, wenn die Netzfrequenz aus dem Takt gerät. Allerdings sei dies nur „eine Notmaßnahme, um einen Frequenzanstieg zu begrenzen, keine Regelmaßnahme“, betont Energieexperte Maurer: „Insbesondere ist das eine reine Proportionalregelung, mit diesem Mechanismus kann man die Frequenz nicht auf den Sollwert von 50 Hertz zurückführen.“ Es handele sich deshalb nicht um einen Mechanismus, „mit dem man das Problem von Systembilanzabweichungen durch nicht regelbare Erzeugung managen kann“.
Um es ohnehin nicht so weit kommen zu lassen, fordern Energiewende-Protagonisten den schnellen Zubau weiterer Batteriespeicher. Die sollen Solar-Überschüsse für die Nacht einlagern. Allerdings wurden in Deutschland schon so große Speicher gebaut, dass von einem regelrechten „Batterie-Tsunami“ die Rede ist. Die Kapazitäten reichten aber am vergangenen Sonntag immer noch nicht aus, um über den Tag hinweg die Preise von minus 480 Euro pro MWh in Richtung Null Euro anzuheben.

„Wenn insbesondere die Eigentümer von Heimspeichern keinen dynamischen Stromtarif haben, was für die Mehrzahl gelten dürfte, haben sie keinen Anreiz, die Einspeicherung in die Mittagsstunden zu verlagern und gegebenenfalls sogar die PV-Anlage abzuschalten“, erklärt Maurer den begrenzten Nutzen der Batterien am vergangenen Sonntag. Stattdessen dürfte für die Mehrzahl der Heimspeicher gelten, dass sie im Laufe des Vormittags nach zwei bis vier Stunden Ladezeit voll sind und dann nichts mehr zur Netzstabilität beitragen.

Vorbild Kalifornien? Vielleicht besser nicht

Hoffnungsvoll verweisen Energiewende-Planer und Fans auf den US-Bundesstaat Kalifornien, wo außergewöhnlich große Batteriespeicher-Kapazitäten bereits einen substanziellen Beitrag zur Stromversorgung leisten.

Nach einem Bericht des „California Independent System Operator“ (CAISO) deckte 2024 der gespeicherte Sonnenstrom aus Batterien in den Abendstunden zwischen 17 und 21 Uhr bereits 8,6 Prozent der Stromnachfrage. Tagsüber zwischen 10 und 13 Uhr machten Batterien schon 14,7 Prozent der gesamten Stromnachfrage aus. Die Batterien helfen hier, den bislang steilen Fall der Strompreise am Mittag und das steile Ansteigen in den Abendstunden ein Stück weit zu dämpfen.

Der Einsatz von Gaskraftwerken ist allerdings auch in Kalifornien weiterhin nötig. Und billig wird das Stromsystem trotz all der Batterien offenbar nicht: Der Solarstaat Kalifornien hat den höchsten Strompreis aller US-Staaten auf dem Festland.

Systemexperte Maurer weist darauf hin, dass die Batteriebetreiber ihre Fixkosten aus der Preisdifferenz zwischen Einspeise- und Ausspeise-Stunden finanzieren müssen. Je mehr Batterien, desto mehr nähern sich die Preise einem Ausgleich. „In diesem Gleichgewicht wird aber weder die Notwendigkeit für Abregelungen völlig verschwinden, noch wird damit ein vollständiger Verzicht auf gasbasierte Erzeugung einhergehen.“

Es sei schwierig, genau vorherzusagen, wo genau der Punkt liegt, an dem sich weiterer Batteriezubau nicht mehr lohnt, so der Consentec-Chef: „Mit Blick auf Deutschland bin ich allerdings sicher, dass dieser Punkt weit vor den utopisch hohen Zahlen der Netzanschlussbegehren von Batterien im Umfang von mehreren 100 Gigawatt Anschlussleistung erreicht ist.“ Er würde auch „stark vermuten, dass bereits die zugesagten Netzanschlüsse mehr Batteriekapazität bedeuten, als sich tatsächlich im Markt refinanzieren kann.“
 
  • Like
Reaktionen: chrigu81

Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
1.437
1.986
Achtung, Achtung, die Gas- und Energieversorgung ab April 26 ist eben doch nicht gesichert.
Was das Gas angeht: Lass Dich doch nicht schon wieder ins Bockshorn jagen! Ist ja schlimm!

<IRONIE>
Schließlich ist man ja in Deutschland vor lauter Energiemangel in Deutschland bereits im Winter erfroren.
Und der April ist nun auch schon fast vorbei. Erwartbares Update der Diskussion ab morgen: Ab Mai ist die Energieversorgung nicht mehr gesichert.
</IRONIE>

Übrigens habe ich am letzten Wochenende in einem Datschengebiet bei Kyiv in einer launigen Runde gelernt (dazu gehört noch eine bestimmte Gestik/Mimik a la Agitator, die möge sich jeder selber vorstellen…):
<SARKASMUS>
Genossen, die Sowjetunion baut die größten Atomreaktoren der Welt!
Es wurde sogar schon einer mit mehr als 33GW Leistung getestet!
Nur die Messtechnik hat nicht mithalten können.
Der Leistungsmesser ist bei 33GW stehengeblieben…
…und das Dosimeter hat 3,6 Röntgen erreicht.
<kleine Pause vor dem Abschluss>
Genossen, wir versprechen feierlich, zu noch höheren Leistungen zu streben!
</SARKASMUS>

Das ist wie ein Krankenhauswitz - die, die betroffen sind und überlebt haben, dürfen darüber lachen. Aber es ist ein bitteres Lachen.

Wenn Du eine Idee bekommen willst, was da wirklich passiert (WELT ist da ganz groß dabei!):

Und manche der Meinungsäußerer lassen sich auch vor den Atlantischen oder einen anderen Karren spannen. Und das macht auch vor dem ÖR nicht Halt. Es sind letztlich interessengeleitete Meinungen in einer Diskussionsveranstaltung im Fernsehen, die da sicherlich demokratisch vielfältig dargeboten werden. Aber sicher nicht die Verkündung der absoluten Wahrheit.

Ihr habt letztes Wochenende 480 Euro pro Megawattstunde an Abnehmer bezahlt, damit sie damit ihre Speicher und E-Autos laden. Perfekt. Batteriespeicher wird euch nicht retten; keine Art von Speicher.
Besorg Dir ne bessere Quelle, das ist klassische WELT-Desinformation weil sachlich falsch. An keinen _Abnehmer_ wurden 480 Euro pro Megawattstunde bezahlt.
Bei Tarifen wie Tibber muss man zum negativen Börsenstrompreis immer auch Steuern, Umlagen, Netzkosten, Gewinne und Abgaben rechnen, das sind bei Tibber fix +19,81 Ct/kWh (also 198,10 Euro pro Megawattstunde). Dieser Teil kommt definitiv nicht beim Abnehmer an. Schau es Dir an:

Ein normaler Energieversorger macht übrigens bei der Preisgestaltung nicht mehr, als diese Schwankungen über den Tag zu glätten und dafür Geld aufzuschlagen.

Die Entsorgung des Grünstroms kostete den Steuerzahler Millionen.
Strom wird nicht entsorgt (diese Blitzidee taucht im Text mehrfach auf). Strom wird höchstens in eine andere Energieform umgewandelt, es gilt der Energieerhaltungssatz. Ist Physik. Kennen Journalisten und Politiker häufig nicht.

Am vergangenen Sonntag schien eine Art von Solar-Sozialismus Wirklichkeit geworden zu sein, der allerdings nur in wohlhabenden Bevölkerungskreisen Begeisterung auslöste. Die Energiewende schien Deutschland direkt ins Schlaraffenland geführt zu haben.
Quatsch. Wenn da jemand 100 kWh geladen hat, dann möchte ich den „Wohlhabenden“ sehen, der wegen 20 Euro in Begeisterung verfällt. Man verfällt ja auch nicht in Trauer wenn man irgendwo 12 Euro fürs Parken bezahlt.
Eine Stromabrechnung ist doch im Grunde überhaupt kein emotionaler Vorgang.

Denn viele Elektroautobesitzer hatten bis dahin nicht nur einen Zuschuss von bis zu 6000 Euro Steuergeld beim Autokauf kassiert und weitere 2000 Euro Steuergeld für die Lade-Wallbox in der Garage: Am Sonntag zahlte ihnen die Allgemeinheit noch zusätzlich die Batteriefüllung fürs Familienauto von Tesla, VW oder Mercedes.
Wusste ichs doch, Fahrer anderer Familienautos waren wieder außen vor… ;-)

a) Die Herstellerrabatte sind wesentlich entscheidender beim Kauf (und es gibt mehr, wenn man nicht finanziert/least sondern bar bezahlt), die Beantragung nach Kauf und Auszahlung Monate später war dagegen von Anfang an ein Mitnahmeeffekt. Hat mich letztes Jahr auch nicht gestört, als ich den nun vor 3 Wochen gelieferten Q6 bestellt habe (bei Bestellung gab es gar keine Förderung). Nun hat man die Förderung ab Jahresanfang beschlossen, dann werde ich das wohl demnächst mal einsammeln (aktuell kann man das noch nichtmal beantragen!). Das war aber sicher kein Anreiz, das Auto zu kaufen.
Aber da gibt es halt Menschen, die ganz fest an ihre eigene Macht, Anreize und Lenkungswirkung glauben. Das klappt so gut, wie die Idee, dass bei 5DM/l Sprit mehr Menschen ÖPNV fahren. NICHT?

b) ich hab nach 3,5 Jahren Kampf mit WEG, darunter Fragen wie „warum denn eine Wallbox - die wird doch garnicht gefördert“ eine eigene installieren dürfen und die läuft seitdem. Du kannst mir glauben: allein nicht immer zur Ladesäule fahren zu müssen und hin&herlaufen zu müssen spart mir echte Lebenszeit (das ist das eigentlich Wertvolle im Leben), dazu kostet das Laden nichtmal die Hälfte. In 3 Jahren hat man das allein bei einem Plugin-Hybriden durch den Preisvorteil gegenüber Ladesäule wieder raus. Die Förderung ist dafür komplett egal, aber womöglich bricht der Sozialismus aus und man bekommt die Säulen fast geschenkt. Wahrscheinlicher ist nach der Erfahrung mit den Wärmepumpen, dass die Förderung nun durch die Anbieter auf den Preis aufgeschlagen wird. Strategie: Ladestation selber im Großhandel beschaffen und konfigurieren, Anschließen beim Elektriker beauftragen (so hab ich es gemacht, weil Elektriker nicht noch einen 6. Typ Ladestation einrichten lernen wollte)

c) Wie gesagt: die Abnehmer haben dafür Steuern, Umlagen und Abgaben bezahlt. Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde Mitte 2022 wg. Ukraine aus der Strompreiskalkulation genommen und in eine Subvention überführt, sonst würde es den Steuerhaushalt nicht betreffen und man müsste nicht solche blöden Diskussionen führen. Diese Art Subventionierung ist ein reines Zukleistern der Realität, die da heißt:
Extern bezogene Primärenergien bedeuten Abhängigkeit. Wenn sie nicht ausreichend zur Verfügung stehen gibt es ein Kostenproblem. Also bitte die vorhandenen Alternativen nutzen.

Der Rest ist die Dämlichkeit der Bestandsregelungen, die bereits für neue Anlagen unter Habeck abgeschafft wurden. Ich hab schon an anderer Stelle geschrieben, dass uns Subventionen langsam erschlagen und niemand mehr zu einer rationalen Entscheidung fähig ist weil alle realen Sachverhalte mit Subventionen zugeschmiert werden und man nur noch über irrationalen Mist redet.

Die Lage am Sonntag konnte allein mit dem Einsatz von Regelenergie unter Kontrolle gehalten werden, teilten die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Amprion auf WELT-Nachfrage mit. Geliefert wurde diese Regelenergie von Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Gigawatt, die nur dafür vorgehalten werden, um das Netz stabil zu halten. Das „Bayernwerk“ veranlasste in den Solar-Regionen Niederbayern und in der Oberpfalz als entschädigungspflichtige Redispatch-Maßnahme das Herunterfahren von 400 Megawatt Kraftwerksleistung.
Exakt so wird das gemacht. Das wird ja nicht nur für EEG vorgehalten sondern für sämtliche Schwankungen im Tagesverlauf.

Nun sind diese Speicher noch nicht wirklich riesig und ich meine, dass - im Vergleich zu Parametern von Pumpspeichern etc. - insbesondere die Speicherkapazität der Batteriespeicher im Verhältnis zur Anschlussleistung noch deutlich wachsen muss. Aber na gut - die Speicherkapazität kann man auch später erweitern, auf Skaleneffekte und billigere Speicher spekulieren.

Und ihr verbrennt aktuell so viel Kohle wie noch nie? Laut Runde ja. Die Abschaltung der Kernkraft war ein Fehler? Laut der Runde ja.
Kohle wie noch nie? Im Vergleich zu wann genau?

Die Deutschen sollen jetzt massiv Energie sparen? Ja, sagt Hubertus Heil. Die Fehler sind eben gemacht.
Warum genau? Du hast Dich doch gerade darüber aufgeregt, was passiert, wenn mehr produziert wird als gebraucht wird?
Man sollte allerdings dringend darüber nachdenken, wie man ihn erzeugt, wie und wann man ihn speichert bzw. nutzt und woher oder ob überhaupt man die Primärenergie bezieht.

Interessant, wie solche Erkenntnisse und Fakten in einer Talkrunde ab 22.30h an einem Sonntag besprochen werden.
Es sind weder Erkenntnisse noch Fakten, es sind Meinungen in einer Journalisten-lastigen Runde.
Herrn Heil stört grundsätzlich, dass Kohlekraftwerke schneller freiwillig abgeschaltet werden und der Bedarf an Kohle schneller sinkt als die Kumpel das Rentenalter erreichen.
Frau Major erforscht Sicherheitsprobleme, da kann es gar nicht genug Sicherheitsprobleme geben (und es gibt sie ja tatsächlich)
Und der Rest macht in Content.

BTW: Nun ist es doch euer Krieg, ein Minensucher ist unterwegs, man will jetzt schnell einen BT-Beschluss fassen. Und ja, die Entscheidung sich rauszuhalten, war falsch. AUCH DAS wurde angesprochen.
Man muss die Mullahs nicht mögen, aber was sollte irgendwer in einem planlos begonnenen völkerrechtswidrigen Krieg der letztlich das Regime vermutlich innenpolitisch auch noch stützt weil vor der biologischen Lösung für eine personelle Erneuerung gesorgt wurde?

Wären die USA dem Römischen Statut beigetreten wären Trump und Netanjahu inzwischen ein Fall für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, wo es um die Verurteilung als Kriegsverbrecher ginge. Deutschland und die meisten europäischen Staaten sind dagegen dem Römischen Statut dagegen beigetreten. Und eine Argumentation nach Article 51 UN-Charta habe ich zu keinem Zeitpunkt erkennen können, nicht mal den Versuch.
Es wurde auch niemand im Vorfeld konsultiert, es war auch nie eine NATO-Operation - das fällt überhaupt nicht unter das NATO-Statut. Weder örtlich noch inhaltlich. So einfach ist das, was das „Raushalten“ angeht.

Trump hätte mit den 200 Mrd. für den Krieg das ganze Land 1 Jahr bezahlen können - das hätte einen Unterschied gemacht. Ein Investitionsprogramm gegen Herunterfahren militärischer Produktionsprogramme, man hätte darüber sprechen können, das Uran abzukaufen - solche Ansätze. So hängt alles noch mehr an der Beschäftigung im iranischen Staatssektor.

Die Bindung an das Regime kommt auch im Iran nicht primär aus Ideologie sondern am ehesten daher, dass sehr viele Menschen im Iran in einem riesigen Staatssektor beschäftigt werden und ihren Lebensunterhalt damit im Vergleich zur Privatwirtschaft relativ sicher bestreiten können. Man denke analog an die ganzen Mitläufer&Wendehälse&inneren Widerstandskämpfer in der DDR.

Im Ergebnis: ein Strategiefehler erster Güte. Hätte man aber wissen können wenn man sich nicht nur vom Hörensagen mit dem Land beschäftigt hätte sondern mal tatsächlich das Land bereist hätte. Aber die USA haben seit 10 Jahren Mauern hochgezogen (kein ESTA mit vielen Pässen/Reisezielen, Reisewarnung, neuerdings auch Visa-Sperren) und erklären der eigenen Bevölkerung, wie die Welt abseits von Nordamerika aussieht. Genau mein Humor.

Und die Masse macht ohnehin geführte Gruppenreisen oder legt sich an den Strand - das gilt nicht nur für Amerikaner.

Die Wenigsten ziehen individuell mit Guide quer durch den Iran, versuchen im Austausch eine vernünftige Antwort auf freundliche gemeinte Äußerungen wie „Wir Iraner mögen die Deutschen, denn wir sind alle Arier“, Familienfragen (warum allein unterwegs) oder religiösen Themen zu finden. Ich habe gelernt: als Atheist bin ich kein Ungläubiger, denn es geht darum, die Gesetze=Scharia zu beachten, d.h. Ungläubig ist das Synonym für Asozial/Kriminell gemäß den Gesetzen des Landes. Ob ich an den guten Mann auf der Wolke glaube, ob er nun Jesus oder Issa heißt, ist sekundär. Ich habe erklärt, warum in meiner Familie seit 1918 (Ende Staatskirche/Kaiserreich) keiner in der Kirche ist - und zumindest die Beweggründe werden verstanden! Vermutlich sogar mehr als aktuell in Deutschland.
Mein damaliger iranischer Guide hielt die Reise mit mir für die Außergewöhnlichste, die er je gemacht hat.
Völkerverständigung heißt zunächst immer: Ich lerne was aus Deiner Welt, aber ich bin auch Dein Fenster in die Welt. Deswegen reise ich gerne und eher nicht in einen Freizeitpark. Wir sind bis heute in Kontakt.

Und falls Deutschland unabhängig vom US-Israelischen Krieg gegen Iran die Freiheit der Seewege sichern helfen will, kann es das tun, aber: es sind derzeit tatsächlich _2_ Staaten die dort die Freiheit der Seewege stören.
Deutschland steht dort mit den USA nicht auf einer Seite, will und kann aber auch nicht gegen beide Parteien antreten. Das würde es aber aktuell bedeuten, wenn die ungehinderte Durchfahrt für alle erreicht werden soll.
Meint: da fehlen eigentlich die diplomatischen Fähigkeiten, nicht die militärischen Mittel.

Die Straße von Hormuz zu sichern bedeutet übrigens, sie gegen jegliche Sperren zu sichern. Nützt ja nichts, wenn man Minen räumt (erstmal welche finden…) und es weiter Antischiffsraketen a la Rubesch und moderner an Land gibt oder Lenkwaffenzerstörer auf amerikanischer Seite und dazwischen ein kleiner deutscher Minenjäger mit einem MLG27 mit max. 90 Schuss am Stück und 2 Manpads…

Ich persönlich bin mir überhaupt nicht sicher, dass es dort überhaupt Minen gibt - es kann auch ein reiner Bluff sein. Denn es sind bereits Schiffe beschossen worden aber in der ganzen Zeit noch keines ist auf eine Seemine gelaufen (was auch nichts heißen muss).
Schließlich gab es auch für Kreuzfahrtschiffe, die rein über omanisches Territorium auf den verzeichneten Seewegen die Straße von Hormuz passiert haben, kein Problem während einer Waffenruhe - meint: man muss nicht durch iranische Gewässer und es gibt dort auch keine Minen - allerdings wohl geringere Wassertiefen. Und auch der Oman spekuliert auf Einnahmen wie jeder gute Staatshaushalt.

Der Zustand europäischer Marinen ist übrigens ein Schatten ihrer Existenz im Vergleich zu den Zeiten des kalten Krieges. Und da die deutsche Marine mit 60 fahrenden Einheiten (inkl. Gorch Fock, 9 Schleppern und 1 Wohnschiff - das sind 1/3 dessen, was noch zu meiner Wehrdienstzeit vor 30 Jahren im Bestand war) - davon 26 maximal zur Selbstverteidigung fähig (und die Minenjagdboote sind auch nicht viel besser bewaffnet) - mittlerweile die Kleinste seit der Aufstellung 1953 ist, ist - auch wenn man inzwischen wenigstens wieder Munition für die an Bord befindlichen Waffensysteme beschafft - mehr als ein symbolischer Beitrag realistischerweise nicht drin.
Und bei dem einsamen Minenjäger der Frankenthal-Klasse muss man eigentlich noch einen Schlepper und einen Tender daneben stellen um die Durchhaltefähigkeit zu sichern - so ein Minenjäger ist schließlich nicht für mehrere Wochen auf See ausgelegt sondern hält von FO voll bis FO leer nur etwa 2,5 Tage bei MCR@85% durch, bis 720 nm bei dieser Geschwindigkeit. Und das ganze redundant, damit bei einem längeren Einsatz eine Rotation möglich ist. Aber dann hätte man schon 10% der deutschen Marine an der Straße von Hormuz beschäftigt...

Na, das hätten doch alle ganz gerne, dass die Uralt-Meiler vom Staat übernommen werden:
Allein wegen der Rückbau- und Endlagerkosten. Ist super für die Engie-Bilanz.
 

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.221
4.721
Die BPB ist bereits umgeschwenkt und hat einen Erkenntnisgewinn:


Vietnam (und Bangladesh) lernt auch:

 

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.221
4.721

Zitat:
De Solarstrom-Flut steigt weiter an: Die Kilowattstunden aus fast sechs Millionen deutschen Photovoltaik-Anlagen verursachen für die Steuerzahler am 1. Mai geschätzte Kosten im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der zulässige Grenzwert der Strombörse von minus 500 Euro wird nur noch um Haaresbreite eingehalten.
Die zur Vermarktung von Solarstrom verpflichteten Netzbetreiber werden den ungefragt produzierten Ökostrom am Freitag nur gegen eine Zuzahlung in Rekordhöhe los. Normalerweise zahlen Haushalte für den Verbrauch einer Kilowattstunde im Schnitt 37 Cent. Am 1. Mai zahlen diejenigen Verbraucher, die direkt vom Großhandel beziehen, null Cent. Wenn sie sich bereit erklären, für irgendetwas extra Strom zu verbrauchen, bekommen sie sogar noch 49,9 Cent pro Kilowattstunde als eine Art Abfallgebühr geschenkt. Die Mehrkosten werden als Netzentgelte größtenteils aus dem Bundeshaushalt, also auf Kosten des Steuerzahlers, beglichen.
Bereits am vergangenen Wochenende hatten die oft nicht steuerbaren Solaranlagen den Energiemarkt durcheinandergebracht. Schon da sank der Wert einer Megawattstunde Solarstrom auf minus 480 Euro. Eine Woche später, am langen ersten Mai-Wochenende, wird am Markt noch mehr Stromangebot bei noch weniger Nachfrage erwartet.

„Ok, morgen wird es noch spannender“

Der Energiemarkt-Experte und Chef des Beratungsinstituts Consentec, Christoph Maurer, erwartet für den Mai-Feiertag eine außergewöhnliche Lage im Stromhandel. „Ok, morgen wird nochmal spannender als letzte Woche“, postete Maurer am Freitag zum Geschehen am sogenannten Day-ahead-Markt der Strombörse EPEX Spot, an der Lieferkontrakte im Viertelstunden-Rhythmus gehandelt werden: „Jetzt sind wir schon 5 Viertelstunden lang bei minus 499,99 Euro pro Megawattstunde.“

Spannend wird es, weil die Strombörse EPEX Spot die erlaubten Gebote im Day-ahead-Segment bislang auf minus 500 Euro pro Megawattstunde begrenzt. Wenn sich trotz der Zuschüsse in dieser Höhe keine Abnehmer für Ökostrom mehr finden, müssen die Netzbetreiber aufpassen, dass der nirgendwo mehr unterzubringende Überschuss die Netzstabilität nicht gefährdet. Das Überschreiten der Minus-500-Euro-Grenze löst dann je nach Gefahrenlage eine Kaskade von Netzeingriffen aus.

Die Netzbetreiber können dann nur noch auf einen begrenzten Sicherheitspuffer für „Regelenergie“ zurückgreifen. Am vergangenen Wochenende reichte der noch aus. Sollten die zur Verfügung stehenden 2,5 Gigawatt diesmal jedoch voll ausgeschöpft werden, müssen danach Kraftwerke in der Leistung heruntergefahren oder ganz vom Netz genommen werden. Die betroffenen Kraftwerksbetreiber werden für den Noteingriff in ihr Geschäft von der Allgemeinheit entschädigt.
Reicht auch dieser „Re-Dispatch“ genannte Eingriff in den kommerziellen Kraftwerksbetrieb nicht mehr aus, bleibt als letzte Möglichkeit nur, ganze Regionen in den kontrollierten, zeitlich begrenzten Blackout zu schicken („Brownout“). Eine paradoxe Wirkung von zu viel Strom: In einigen Regionen würden stundenweise buchstäblich die Lichter ausgehen.

Während in Südosteuropa die Grenze offenbar schon gerissen wurde und Netzbetreiber ins Schwitzen gerieten, blieb in Nordeuropa der Strompreis um 1 Cent knapp unterhalb der zulässigen Marke. Eine „Markträumung“ durch den Preis fand also gerade so noch statt. Es fanden sich also immer noch Abnehmer, die bereit waren, für 499,99 Euro Zuschuss für etwas mehr Strom zu verbrauchen. Dass es nicht minus 500 Euro wurden, liegt am strategischen Bieterverhalten der meist professionellen Energiehändler und Stromverbraucher.

Die Akteure an der Strombörse waren womöglich die Betreiber von Kühlhäusern, die mit dem geschenkten Strom die Temperaturen nochmal um zehn Grad absenkten. Metallschmelzen konnten ihre Kessel noch stärker und länger erhitzen, einfach weil es dafür Stromgutschriften gab. Verschwendung, ja, aber warum nicht, wenn es dafür Geld vom Staat gibt?

Großhändler für Elektrizität konnten wohl auch Lieferkontrakte neu ausverhandeln und ihre vertraglichen Verpflichtungen nun kurzfristig mit geschenktem, vom Steuerzahler bezahlten Strom erfüllen. Auch E-Autobesitzer, die einen dynamischen Stromtarif ihr Eigen nennen, konnten am Freitag noch schnell mit einer Spritztour die Batterie leerfahren, um am Feiertag nicht nur kostenlos nachladen zu können, sondern zusätzlich auch noch Geld ausgezahlt zu bekommen.
Sie alle hatten ein Interesse daran, nicht mehr als 499,99 Euro Zuschuss für den Stromverbrauch zu fordern. Ihre Gebote an der Börse blieben stets knapp darunter, denn ab minus 500 Euro würde der Algorithmus der Strombörse EPEX Spot die maximale Angebotssumme anteilsmäßig, pro rata, unter den teilnehmenden Stromverbrauchern aufteilen: Für alle gäbe es dann weniger Entsorgungsgebühr.

Ende Mai könnte es für Steuerzahler noch teurer werden

Doch der Geldsegen für Stromverbraucher mit freien Flexibilitäten könnte bald noch größer werden – ebenso wie die Kosten für den Steuerzahler. Denn nach den Regeln der Strombörsen können diese den zulässigen Maximalwert der Gebote „anpassen“, wenn diese zweimal hintereinander auf 70 Prozent an die Grenze heranrücken. Nach dem vergangenen Sonntag und dem 1. Mai ist dies der Fall.

Damit startet an diesem Wochenende ein Verfahren, das mit einer 30-tägigen Beobachtungsphase beginnt. Nach dem „Monitoring“ könnten Strombörsen wie die EPEX Spot in Paris entscheiden, den Gebotswert in 100-Euro-Schritten „anzupassen“. Das heißt: Der handelbare Wert einer Megawattstunde Solarstrom darf dann noch weiter in den negativen Bereich fallen, auf minus 599 oder minus 699 Euro. Ende Mai werden die deutschen Steuerzahler wissen, ob sie noch mehr für die Entsorgung von wertlosem Solarstrom werden zahlen müssen.

Wie groß die Solarstrom-Überschüsse derzeit sind, teilte die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf Nachfrage von WELT mit. Am Sonntag vergangener Woche zwischen 9 und 17 Uhr betrug demnach die inländische Stromerzeugung rund 401 Gigawattstunden (GWh), davon entfielen etwa 306 Gigawattstunden auf Photovoltaikanlagen. Dem gegenüber stand ein inländischer Verbrauch von rund 393 Gigawattstunden. „Daraus ergibt sich eine Differenz in Höhe von etwa 8 GWh, die in den europäischen Binnenmarkt exportiert wurden“, teilte die BNetzA mit.
„In Zeiträumen, in denen in mehreren Stunden negative Preise an den Stromhandelsmärkten aufgetreten sind, kann davon ausgegangen werden, dass praktisch alle steuerbaren direkt vermarkteten Anlagen ihre Produktion eingestellt haben, da sie andernfalls hohe Beträge für die Netzeinspeisung zu zahlen gehabt hätten“, erläuterte die für Versorgungssicherheit zuständige Behörde: „Nicht steuerbare Kleinanlagen reagieren nicht auf starke Strompreissignale. Dies gilt insbesondere für die zahlreichen privaten Solar-Aufdachanlagen.“
Die zahlreichen Batteriespeicher in Deutschland reichten laut Behörde nicht aus, um die Solarstrom-Schwemme aufzunehmen. „Unter der vereinfachenden Annahme vollständig leerer Speicher könnten diese Anlagen zwar grundsätzlich 28 Gigawattstunden aufnehmen, wären jedoch bereits nach rund 1,6 Stunden vollständig gefüllt“, teilte die BNetzA mit.

Die weitaus meisten dieser Speicher dienten ohnehin „anderen Zwecken als dem Strommarkt: Entweder werden sie für die Erbringung von Regelleistung verwendet, was eine Beteiligung am Markt weitgehend ausschließt, oder sie werden zur Optimierung des Eigenverbrauchs verwendet, also außerhalb des Strommarktes“. Aus diesen Gründen, so die Behörde, „spielen die heute installierten Speicher auch bei den stark negativen Preisen des Wochenendes kaum eine relevante Rolle im Markt“.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) versucht derzeit mit Gesetzesinitiativen, den Erneuerbaren-Ausbau mit Batterie- und Netzkapazitäten in Einklang zu bringen. Allerdings stößt sie dabei auf starken Widerstand der SPD in der Bundesregierung und großer Teile der Ökostrom-Szene.
 

Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
1.437
1.986
Jupp, immer dieser ständige (!) Energiemangel in Deutschland...

Ich lade jetzt immer am Wochenende, 1 Q5 etron (Hybrid), 1 Q6, ein 6,7 kWh E3DC-Speicher (Solaranlage), eine 50 kWh-USV (3-phasig).
Reicht für die nächste Woche und senkt so auch nächste Woche die Preise (zumindest in ganz ganz kleinem Rahmen).

Wir haben technisch gesehen keinen Energiemangel, wenn es kein Embargo der halben Welt gegen Europa gibt wird es auch Öl & Gas ausreichend geben.
Kommerziell sieht das Thema anders aus, der Preisbildungsmechanismus ist bei Öl & Gas global - aber Deutschland gehört noch am ehesten zu denjenigen, die das bezahlen können. Woanders stellt man Überland-Busverbindungen ein weil das Ticket nicht mehr 10 sondern 13 USD kosten soll und das niemand mit 200 USD/Monat auffangen kann.

Und bei Strom gibt es halt andere Preisbildungsmechanismen. Die knapp 50 Ct/kWh beziehen sich _nur_ auf den Day Ahead-Markt der EEX - und dort nur auf einen sehr kurzen Zeitraum. So wie die 9xx Euro/MWh im letzten Jahr. Das gleicht sich auf Jahressicht aus.

Die EEX ist in den letzten Jahren aber neben dem weitaus höheren außerbörslichen Geschäft (OTC, PPA etc.) zunehmend wichtiger geworden, d.h. Zuwächse dort bei gleichzeitigem Rückgang des Gesamtstromverbrauchs. Der Großteil der Lieferkontrakte ist aber nicht börsengebunden, i.d.R. an einen Preisindex gebundene Preise oder sogar Festpreise über die Laufzeit. Die Festpreise liegen langfristig über den EEX-Preisen, das ist ein Teil des Geheimnisses, warum EEX größer wird und es zunehmend eine andere Mischung im Einkauf gibt.
Dennoch: Diese Entwicklung ist da - nicht weil Stromerzeugung fehlt (tatsächlich besteht Überkapazität) - sondern weil ungesteuert Strom ins Netz kommt und dadurch Preise insgesamt günstiger werden. Wenn man hier endlich von den Redispatch-Umlagen auch für alte Anlagen wegkäme, gäbe es einen Anreiz zumindest für größtere Energieerzeuger, über eine Steuerung bzw. auch eine. Speicherung nachzudenken.
 

Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
1.437
1.986
Aber es geht doch nicht darum, dass Solaranlagenbetreiber keinen "Anreiz" haben, ihre Anlagen abzuschalten.
Das wäre ja dann genau so eine Ausgleichsprämie, wie sie schon für Redispatch bezahlt wird.

Die haben i.d.R. ganz schlicht weder die Steuerinformation noch ein Gerät, was ihre Anlage abschaltet,
das wäre - so die Argumentation - im Vergleich zur kleinen (!) Solaranlage unverhältnismäßig teuer.
Und daher haben kleine Solarbetreiber auch kein Interesse, in sowas zu investieren.

Ende 2025 gab es eine installierte Kapazität von 117,7 GWp und mit 87,4 TWh im Jahr 2025 etwa 17,2% an der Gesamterzeugung.
Man hat schlicht 17,2% nicht wie Windenergieanlagen unter Kontrolle.
Da muss angesetzt werden, da müssen Prioritäten geregelt (wer speist nach welchen Kriterien wieviel wann ein) werden und eine technische Implementierung erfolgen.
Das ist erst an letzter Stelle ein Vergütungsproblem.
 

chrigu81

Erfahrenes Mitglied
16.02.2016
1.417
1.427
Zürich
Das Problem ist nicht der fehlende Anreiz die Anlagen auszuschalten, das Problem ist vielmehr, der bestehende Anreiz die Anlagen selbst dann laufen zu lassen wenn sie gar nicht benötigt werden. Eine garantierte Vergütung ob Bedarf an Strom besteht oder nicht sowie Einspeisevorrang, ist absolut schwachsinnig und fördert Fehlinvestitionen und Fehlverhalten. Dass damit auch das Netz destabilisiert wird, erwähnen wir nur am Rande...