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Ich versuche ja bekanntlich immer, mit neuen Flugzeugtypen zu fliegen, und insbesondere dabei im Linienflugbereich Vollständigkeit zu erreichen. Ein paar fehlen mir da noch, vor allem von neuen Mustern (A330NEO, B737MAX, A321XLR, solche Sachen), was aber kein Problem ist, da uns diese Flugzeuge noch ein paar Jahrzehnte begleiten werden. Die alten, vom Aussterben bedrohten Vögel, bin ich zum Glück alle schon geflogen, so daß ich nicht noch auf den letzten Metern einer 737-200 oder ähnlichem Altmetall hinterherjagen muß.
Allerdings gibt es einige ganz wenige Ausnahmen, jedenfalls dann, wenn man tief genug in den Krümeln der Unterschiede pickt (das alte Thema, wo ist die Grenze der "Sammelwürdigkeit"?), namentlich unter anderem die ATR 42-400 und der ARJ70.
Die ATR 42-400 ist eine Übergangslösung zwischen der ATR 42-300 und der -500, die für ČSA entwickelt wurde, um die Wartezeit bis zur Auslieferung der -500 zu überbrücken. Die -400 ist eine -300 mit den Miniwinglets und den Sechsblattprops der -500 aber den Triebwerken der -300. Und der ARJ70 ist die leicht modellgepflegte BAe 146-100, also die kürzeste Jumbolino-Version (neben BAe 146-200/ARJ85 und BAe 146-300/ARJ100). Für beides muß man also, ich gebe es zu, schon sehr genau hingucken, und jeweils nur einen der Typen wäre ich auch nicht eigens angegangen, aber wenn man beide Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, ach, dann kann man das schon einmal machen und dafür eine kleine Amerikareise unternehmen.
Amerika? Südamerika? Warum das? Nun, weil die ATR bei Conviasa in Venezuela gelandet ist, und der ARJ bei der bolivianischen Luftwaffe, welche die zivile Tochter Transporte Aéreo Militar betreibt. Beide Maschinen sind die weltweit letzten ihrer Art in Airlinediensten (ursprünglich gebaut: fünf ATR 42-400, davon zwei zivil, sowie 12 ARJ70) und wurden in der Vergangenheit eher on/off eingesetzt, mit eher seltenen Perioden, in denen beide gleichzeitig "on" waren. Zudem war Venezuela auch kein besonders angenehmes Reiseland, das war mir etwas zu heiß. Nachdem der Machthaber Maduro aber Anfang dieses Jahres aus dem Amt schied, stellte das Regime die willkürlichen Verhaftungen von Ausländern ein, so daß ein Besuch wieder in Frage kommt.
Die ATR flog (und fliegt) eher sporadisch, nämlich nur drei Umläufe pro Woche, diese aber sehr zuverlässig und ohne jedes Tauschrisiko. Allerdings war der Jumbolino seit Oktober 2025 in Wartung, und es war unklar, wann (oder: ob) er wiederkommen würde. Ende April war er dann aber doch wieder da, genauso plötzlich und unangekündigt wie er verschwunden war, und in mir reifte der Gedanke, die Gelegenheit zu ergreifen, und die beiden schönen, wenn auch abseitigen, Exoten einmal zu fliegen.
Nach einigem Planen, Basteln und Koordinieren entstand der Plan für einen wirbelwindartigen Trip durch Südamerika über ein verlängertes Wochenende (Freitag bis Dienstag): Ein Zubringer mit Lufthansa nach Madrid, von dort aus nach Venezuela mit Evelop Airlines, vor Ort die ATR, dann weiter mit Avianca nach Bolivien, dort der kurze ARJ, und dann zurück mit Boliviana nach Madrid und den Abbringer wieder mit LH.
Map generated by the Great Circle Mapper - copyright © Karl L. Swartz.
5. Juni 2026
Bremen nach München
0910-1025 LH 2189 Lufthansa A321-100
D-AIRR
Erstflug 6. Dezember 1995; am 26. Januar 1996 an Lufthansa
Ich mußte ein bißchen grinsen: Zum einen, weil ich so schon mit dem ersten Flug der Reise das älteste Flugzeug erwischt haben würde (natürlich unter dem Vorbehalt, daß mir LH nicht noch auf dem Rückflug eine noch ältere Mühle auf den Hof stellen würde...). Es kam nämlich die dreißigjährige Wismar, die ihren Erstflug genau einen Tag vor der venezolanischen ATR absolvierte. Und zum anderen, weil ich mit eben dieser Romeo Romeo 1997 meine A321-Premiere gefeiert hatte - und nun, 1.904 Flüge und knapp 29 Jahre später, sieht man sich wieder.
5. Juni 2026
München nach Madrid
1125-1410 LH 4162 Lufthansa opb Lufthansa City Airlines A320-200N
D-AIIA
Erstflug 12. September 2025; am 31. Oktober 2025 an Lufthansa City Airlines
Auch hier gibt es vom Flug selber nichts zu berichten. Mein erstes Mal mit einem Lufthansa A320NEO mit LEAP-Triebwerken. Naja. Nicht weiter kriegsentscheidend, ich bemerkte es nur.
5. Juni 2026
Madrid nach Caracas
2005-2310 ES 894 Estelar Latinoamérica opb Evelop Airlines A350-900 Extended Sharklets
EC-NBO
Erstflug 4. März 2019; am 26. März 2019 an Evelop Airlines
In Madrid begab ich mich gleich zum Check-In von Estelar. Aufgrund der seit langem anhaltenden Krise in Venezuela leben in Spanien etwa 700.000 Venezolaner. Diesen Markt versorgen gleich fünf Airlines, neben den spanischen Platzhirschen Iberia und Air Europa sind dies Plus Ultra sowie die venezolanischen Player Estelar und Laser, welche die Flüge von Evelop Airlines (Markenname "Iberojet") bzw. Hi Fly Malta ausführen lassen.
Bereits zur Schalteröffnung fünf Stunden vor Abflug standen etwa 50 Passagiere an. In Venezuela checkt man sehr früh vor Abflug ein; internationale Flüge schließen oft bereits zwei Stunden vor Abflug. Zum anderen spielte hier sicherlich auch eine Rolle, daß der Flug "planmäßig verspätet" war, sprich, die ursprüngliche Abflugzeit war 14:40 Uhr gewesen. Zum Zeitpunkt meiner Buchung war aber schon auf 20:05 Uhr umgestellt worden, was mir bei der Buchung des Zubringers natürlich zupaß kam.
Dank sechs geöffneter Schalter ging es aber flott voran. Ich bat natürlich um einen Fensterplatz und fragte, ob es möglich wäre, den Mittelplatz freizulassen. Man sagte, daß man sehen werde, was man tun könne.
Zum Einsatz kam ein A350-900 - für mich sogar an einer Stelle eine winzige Premiere, denn er hatte die neuen größeren Sharklets,
und meine bisherigen A350-900 (nur zwei, bei Qatar Airways und Lufthansa) hatten die älteren gehabt, zum Vergleich:
Der sonst eingesetzte A330 (immer der selbe) stand nämlich nicht zur Verfügung, woher auch die Verspätung/Planänderung rührte. Aufgrund dieses Wechsels zum größeren Fluggerät mit 44 Sitzen mehr blieben tatsächlich viele Mittelplätze frei, auch der neben mir. Insgesamt war es ein sehr angenehmer Flug - der A350 bietet halt schon eine tolle Passenger Experience, trotz 432er-Bestuhlung wirkte es nicht eng, ich hatte Platz, und das Essen war ok.
Da konnte man nicht meckern - vor allem nicht vor dem Hintergrund des Flugpreises von gerade einmal 214 Euro (und das vier Tage vor Abflug gebucht). Ich konnte gut schlafen - auch da half die Flugplanänderung, aufgrund derer der Flug für meine innere Uhr schön in der Nacht stattfand.
Die Einreise in Venezuela war schnell aber sehr inquisitiv (es ist halt doch noch ein autokratisches Regime) - ich mußte sämtliche Flugtickets bis nach Hause und alle Übernachtungsbuchungen der Reise als Ausdruck vorzeigen, und der Reisezweck und die kurze Reisedauer wurden kritisch hinterfragt. Aber am Ende hieß es doch:
Allerdings gibt es einige ganz wenige Ausnahmen, jedenfalls dann, wenn man tief genug in den Krümeln der Unterschiede pickt (das alte Thema, wo ist die Grenze der "Sammelwürdigkeit"?), namentlich unter anderem die ATR 42-400 und der ARJ70.
Die ATR 42-400 ist eine Übergangslösung zwischen der ATR 42-300 und der -500, die für ČSA entwickelt wurde, um die Wartezeit bis zur Auslieferung der -500 zu überbrücken. Die -400 ist eine -300 mit den Miniwinglets und den Sechsblattprops der -500 aber den Triebwerken der -300. Und der ARJ70 ist die leicht modellgepflegte BAe 146-100, also die kürzeste Jumbolino-Version (neben BAe 146-200/ARJ85 und BAe 146-300/ARJ100). Für beides muß man also, ich gebe es zu, schon sehr genau hingucken, und jeweils nur einen der Typen wäre ich auch nicht eigens angegangen, aber wenn man beide Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, ach, dann kann man das schon einmal machen und dafür eine kleine Amerikareise unternehmen.
Amerika? Südamerika? Warum das? Nun, weil die ATR bei Conviasa in Venezuela gelandet ist, und der ARJ bei der bolivianischen Luftwaffe, welche die zivile Tochter Transporte Aéreo Militar betreibt. Beide Maschinen sind die weltweit letzten ihrer Art in Airlinediensten (ursprünglich gebaut: fünf ATR 42-400, davon zwei zivil, sowie 12 ARJ70) und wurden in der Vergangenheit eher on/off eingesetzt, mit eher seltenen Perioden, in denen beide gleichzeitig "on" waren. Zudem war Venezuela auch kein besonders angenehmes Reiseland, das war mir etwas zu heiß. Nachdem der Machthaber Maduro aber Anfang dieses Jahres aus dem Amt schied, stellte das Regime die willkürlichen Verhaftungen von Ausländern ein, so daß ein Besuch wieder in Frage kommt.
Die ATR flog (und fliegt) eher sporadisch, nämlich nur drei Umläufe pro Woche, diese aber sehr zuverlässig und ohne jedes Tauschrisiko. Allerdings war der Jumbolino seit Oktober 2025 in Wartung, und es war unklar, wann (oder: ob) er wiederkommen würde. Ende April war er dann aber doch wieder da, genauso plötzlich und unangekündigt wie er verschwunden war, und in mir reifte der Gedanke, die Gelegenheit zu ergreifen, und die beiden schönen, wenn auch abseitigen, Exoten einmal zu fliegen.
Nach einigem Planen, Basteln und Koordinieren entstand der Plan für einen wirbelwindartigen Trip durch Südamerika über ein verlängertes Wochenende (Freitag bis Dienstag): Ein Zubringer mit Lufthansa nach Madrid, von dort aus nach Venezuela mit Evelop Airlines, vor Ort die ATR, dann weiter mit Avianca nach Bolivien, dort der kurze ARJ, und dann zurück mit Boliviana nach Madrid und den Abbringer wieder mit LH.
Map generated by the Great Circle Mapper - copyright © Karl L. Swartz.
5. Juni 2026
Bremen nach München
0910-1025 LH 2189 Lufthansa A321-100
D-AIRR
Erstflug 6. Dezember 1995; am 26. Januar 1996 an Lufthansa
Ich mußte ein bißchen grinsen: Zum einen, weil ich so schon mit dem ersten Flug der Reise das älteste Flugzeug erwischt haben würde (natürlich unter dem Vorbehalt, daß mir LH nicht noch auf dem Rückflug eine noch ältere Mühle auf den Hof stellen würde...). Es kam nämlich die dreißigjährige Wismar, die ihren Erstflug genau einen Tag vor der venezolanischen ATR absolvierte. Und zum anderen, weil ich mit eben dieser Romeo Romeo 1997 meine A321-Premiere gefeiert hatte - und nun, 1.904 Flüge und knapp 29 Jahre später, sieht man sich wieder.
5. Juni 2026
München nach Madrid
1125-1410 LH 4162 Lufthansa opb Lufthansa City Airlines A320-200N
D-AIIA
Erstflug 12. September 2025; am 31. Oktober 2025 an Lufthansa City Airlines
Auch hier gibt es vom Flug selber nichts zu berichten. Mein erstes Mal mit einem Lufthansa A320NEO mit LEAP-Triebwerken. Naja. Nicht weiter kriegsentscheidend, ich bemerkte es nur.
5. Juni 2026
Madrid nach Caracas
2005-2310 ES 894 Estelar Latinoamérica opb Evelop Airlines A350-900 Extended Sharklets
EC-NBO
Erstflug 4. März 2019; am 26. März 2019 an Evelop Airlines
In Madrid begab ich mich gleich zum Check-In von Estelar. Aufgrund der seit langem anhaltenden Krise in Venezuela leben in Spanien etwa 700.000 Venezolaner. Diesen Markt versorgen gleich fünf Airlines, neben den spanischen Platzhirschen Iberia und Air Europa sind dies Plus Ultra sowie die venezolanischen Player Estelar und Laser, welche die Flüge von Evelop Airlines (Markenname "Iberojet") bzw. Hi Fly Malta ausführen lassen.
Bereits zur Schalteröffnung fünf Stunden vor Abflug standen etwa 50 Passagiere an. In Venezuela checkt man sehr früh vor Abflug ein; internationale Flüge schließen oft bereits zwei Stunden vor Abflug. Zum anderen spielte hier sicherlich auch eine Rolle, daß der Flug "planmäßig verspätet" war, sprich, die ursprüngliche Abflugzeit war 14:40 Uhr gewesen. Zum Zeitpunkt meiner Buchung war aber schon auf 20:05 Uhr umgestellt worden, was mir bei der Buchung des Zubringers natürlich zupaß kam.
Dank sechs geöffneter Schalter ging es aber flott voran. Ich bat natürlich um einen Fensterplatz und fragte, ob es möglich wäre, den Mittelplatz freizulassen. Man sagte, daß man sehen werde, was man tun könne.
Zum Einsatz kam ein A350-900 - für mich sogar an einer Stelle eine winzige Premiere, denn er hatte die neuen größeren Sharklets,
und meine bisherigen A350-900 (nur zwei, bei Qatar Airways und Lufthansa) hatten die älteren gehabt, zum Vergleich:
Der sonst eingesetzte A330 (immer der selbe) stand nämlich nicht zur Verfügung, woher auch die Verspätung/Planänderung rührte. Aufgrund dieses Wechsels zum größeren Fluggerät mit 44 Sitzen mehr blieben tatsächlich viele Mittelplätze frei, auch der neben mir. Insgesamt war es ein sehr angenehmer Flug - der A350 bietet halt schon eine tolle Passenger Experience, trotz 432er-Bestuhlung wirkte es nicht eng, ich hatte Platz, und das Essen war ok.
Da konnte man nicht meckern - vor allem nicht vor dem Hintergrund des Flugpreises von gerade einmal 214 Euro (und das vier Tage vor Abflug gebucht). Ich konnte gut schlafen - auch da half die Flugplanänderung, aufgrund derer der Flug für meine innere Uhr schön in der Nacht stattfand.
Die Einreise in Venezuela war schnell aber sehr inquisitiv (es ist halt doch noch ein autokratisches Regime) - ich mußte sämtliche Flugtickets bis nach Hause und alle Übernachtungsbuchungen der Reise als Ausdruck vorzeigen, und der Reisezweck und die kurze Reisedauer wurden kritisch hinterfragt. Aber am Ende hieß es doch:
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