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Dies ist ein Flughafenbericht über einen Flughafen ohne Flüge, ohne Lounge, ohne Terminal und seit diesem Jahr auch offiziell ohne Existenz. Wer hier Statusmeilen sucht, ist falsch. Wer wissen will, wie das Ende eines Flugplatzes aussieht, den niemand bemerkt hat: bitte einsteigen.
Zur Einordnung: Pokka ist ein Dorf mit 12 Einwohnern im Nordosten der Gemeinde Kittilä, Finnisch-Lappland, erreichbar über die Straße 955 . Das sind rund 60 Kilometer Schotter von Köngäs bei Levi und die einzige Ost-West-Verbindung Nordlapplands. Das Dorf hält seit Januar 1999 den finnischen Kälterekord: −51,5 °C. Die gesamte Infrastruktur des Ortes besteht aus der Tieva-Baari Bar, Tankstelle, Mökki-Vermietung und bis vor kurzem, offizielle Flugplatz-Gastronomie in Personalunion, betrieben von zwei Menschen.
Drei Kilometer südöstlich des Dorfes, auf einer Heide namens Pumpasenketo, liegt eine 800 Meter lange Landebahn: EFPA, einer von Finnlands "Korpikenttä", also Wildnisflugplätzen. Gebaut in den 1950ern für Flugzeuge, die Birkengestrüpp vergifteten, damit die Kiefer besser wächst (es funktionierte nicht). In den 1990ern vom Dorf in Talkoot-Gemeinschaftsarbeit erweitert und mit Ölschotter befestigt. Noch vor zwei Jahren, so erzählte man mir vor Ort, landeten hier regelmäßig Hobbypiloten, auch aus dem Ausland. Sie tankten, aßen in der Bar, übernachteten im Mökki und flogen weiter.
Bei unserem Besuch im Juli 2026 fanden wir: eine intakte Bahn, ein leeres Windsack-Gestell, keine Infotafel, keinen Briefkasten, kein Gästebuch. Die Recherche am Abend ergab, was keine Zeitung gemeldet hatte: Die Betriebsgenehmigung (Pitolupa) wurde widerrufen, der Platz ist dauerhaft geschlossen: dokumentiert nur in einer Zeile auf lentopaikat.fi, Stand 2. Januar 2026. Warum, ist offen. Im Dorf erzählt man, es hänge mit dem NATO-Beitritt zusammen. Verifizieren konnte ich das nicht.
Bis dahin: die Bilder. Ein Spaziergang über einen Flugplatz in seinem ersten Jahr als Nicht-mehr-Flugplatz.
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Amtlich "Windrichtungsanzeiger", vorgeschriebene Mindestausrüstung jedes finnischen Flugplatzes. Hier hängt nur noch das nackte Gestell am Mast, mit ein paar letzten Stofffetzen .Der Sack selbst ist seit langem fort. Der Rahmen zeigt keine Windrichtung mehr an, nur noch die Richtung, in die es mit dem Platz ging.
Vier Kilometer weiter, in der Tieva-Baari, gibt es Suppe, Benzin und auf Nachfrage die Geschichte des Platzes aus erster Hand erzählt in der lappländischen Langfassung, also in vier Sätzen. Die Bar sucht übrigens seit Jahren einen Nachfolger.
Zur Einordnung: Pokka ist ein Dorf mit 12 Einwohnern im Nordosten der Gemeinde Kittilä, Finnisch-Lappland, erreichbar über die Straße 955 . Das sind rund 60 Kilometer Schotter von Köngäs bei Levi und die einzige Ost-West-Verbindung Nordlapplands. Das Dorf hält seit Januar 1999 den finnischen Kälterekord: −51,5 °C. Die gesamte Infrastruktur des Ortes besteht aus der Tieva-Baari Bar, Tankstelle, Mökki-Vermietung und bis vor kurzem, offizielle Flugplatz-Gastronomie in Personalunion, betrieben von zwei Menschen.
Drei Kilometer südöstlich des Dorfes, auf einer Heide namens Pumpasenketo, liegt eine 800 Meter lange Landebahn: EFPA, einer von Finnlands "Korpikenttä", also Wildnisflugplätzen. Gebaut in den 1950ern für Flugzeuge, die Birkengestrüpp vergifteten, damit die Kiefer besser wächst (es funktionierte nicht). In den 1990ern vom Dorf in Talkoot-Gemeinschaftsarbeit erweitert und mit Ölschotter befestigt. Noch vor zwei Jahren, so erzählte man mir vor Ort, landeten hier regelmäßig Hobbypiloten, auch aus dem Ausland. Sie tankten, aßen in der Bar, übernachteten im Mökki und flogen weiter.
Bei unserem Besuch im Juli 2026 fanden wir: eine intakte Bahn, ein leeres Windsack-Gestell, keine Infotafel, keinen Briefkasten, kein Gästebuch. Die Recherche am Abend ergab, was keine Zeitung gemeldet hatte: Die Betriebsgenehmigung (Pitolupa) wurde widerrufen, der Platz ist dauerhaft geschlossen: dokumentiert nur in einer Zeile auf lentopaikat.fi, Stand 2. Januar 2026. Warum, ist offen. Im Dorf erzählt man, es hänge mit dem NATO-Beitritt zusammen. Verifizieren konnte ich das nicht.
Bis dahin: die Bilder. Ein Spaziergang über einen Flugplatz in seinem ersten Jahr als Nicht-mehr-Flugplatz.
Ankunft auf der 955: Das Ortsschild von Pokka, acht Einwohner, kältester Ort Finnlands. Der Regen auf dem Schotter gehört zur Grundausstattung.
Tieva-Baari: Tankstelle, ehemalige Flughafengastronomie und überhaupt die einzige Möglichkeit irgendetwas zu kaufen im Umkreis von ca. 60 km
LENTOKENTTÄ 1,5km (Flugplatz, anderthalb Kilometer,) verspricht der Holzrahmen an der Schotterzufahrt. Man kommt hierher praktisch nur zu Fuß. Leider wurde sich vermessen, denn in Wahrheit sind es 2,1 km
Handgeschnitzte Bretter an einer Kiefer: KONEET (zu den Maschinen), LAAVU (zur Schutzhütte), POKKA 3 km. Keine Behörde hat das aufgestellt. Das ist Talkoot-Beschilderung (Dorfgemeinschatfsarbeit), vermutlich aus den Neunzigern, die Flechten auf der Oberkante sind älter als mancher Low-Cost-Carrier. Sie weist noch immer den Weg zu einem Flugplatz, den es offiziell nicht mehr gibt.
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800 Meter Ölschotter, 18 Meter breit, in den Neunzigern vom Dorf selbst gedeckt. An der Schwelle verblassen die weißen Markierungsbalken, die Bahnkennungen 16 und 34 sind nur noch zu erahnen. Die Decke hält besser als alles andere hier . Die Bahn ist in besserem Zustand als ihr Rechtsstatus. Am Horizont: nichts, in jede Richtung. Genau dafür wurde sie gebaut.
Am Bahnrand: ein Kulmamerkki, eine der klassischen gelb-roten Schwellenmarkierungen finnischer Kleinflugplätze. Die Farbe blättert seit Jahren, aber das Brett liegt noch an seinem Platz – die Möblierung des Flugplatzes ist nicht komplett abgeräumt worden, sie bleicht nur langsam aus.
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Amtlich "Windrichtungsanzeiger", vorgeschriebene Mindestausrüstung jedes finnischen Flugplatzes. Hier hängt nur noch das nackte Gestell am Mast, mit ein paar letzten Stofffetzen .Der Sack selbst ist seit langem fort. Der Rahmen zeigt keine Windrichtung mehr an, nur noch die Richtung, in die es mit dem Platz ging.
An der Bahnkante zweigt das kleine Vorfeld ab – hier standen einmal Infotafel und Briefkasten mit Gästebuch, dokumentiert auf einem Foto von 2005 auf lentopaikat.fi 2026: nichts mehr. Die Talkoot-Schilder stehen noch, das Amtliche ist verschwunden.
Und dann, beim Umdrehen: die letzten Stammgäste. Zwei weiße Rentiere am Pistenrand ausgerechnet in der Farbe, die in Lappland als Glücksbringer gilt. Die offizielle Platzbeschreibung warnte jahrelang, es könnten Rentiere auf die Bahn geraten. Die Warnung hat den Flugplatz überlebt.
Vier Kilometer weiter, in der Tieva-Baari, gibt es Suppe, Benzin und auf Nachfrage die Geschichte des Platzes aus erster Hand erzählt in der lappländischen Langfassung, also in vier Sätzen. Die Bar sucht übrigens seit Jahren einen Nachfolger.
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