Ruanda: Zwischen Game Drive und Regenwald passt immer ein Genozid-Museum

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unseen_shores

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30.10.2015
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Trans Balkan Express
Da habt ihr ja wirklich das Maximum erlebt! Ich hatte 2021 leider keine Nashörner und Löwen...

Wenn Engel reisen. Wir maximieren unsere Reisen immer bis an die äußerste Grenze (die beste Balkanmucke in Uzice, den besten Döner in Ankara, die schönsten Zugentgleisungen in Rumänien usw.).

Mein neuer halbstarker Kumpel versperrte übrigens eine Zeitlang den Weg für Jeeps:

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Auch von unserer Panne wird man sich noch in den nächsten Jahren Geschichten erzählen.

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Und noch die obligatorischen Fotos vom Straßenverkehr.

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Das letzte Stück des Weges war doch recht strapaziös. Aber wenn wir nicht von einem anderen Wagen aufgenommen worden wären, hätte sich die Fahrt noch länger hingezogen. Merke: die Safari nie auf den letzten Tag der Reise legen. Zum Nachtflug wäre es doch recht eng geworden. Glücklicherweise haben wir umsichtig geplant.

Ich hatte während meines Arusaha-Aufenthalts eine Safari zum Ngorongoro-Krater gemacht. Tatsächlich würde ich sagen, die in Ruanda war beeindruckender (Conflict of Interests: wie ihr unschwer erraten könnt, bekomme ich für mein neues Metier als Markenbotschafter für Ruanda ein fürstliches Gehalt).
 

schlepper

Erfahrenes Mitglied
31.08.2016
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FRA
bekomme ich für mein neues Metier als Markenbotschafter für Ruanda ein fürstliches Gehalt).
Wichtig ist es auch, vor der Welle zu bleiben, hat doch die ehrwürdige National Geographic pünktlich an unserem Ankunftstag diesen Nationalpark zu einem der wichtigsten Reiseziele dieses Jahres erkoren.

 

unseen_shores

Erfahrenes Mitglied
30.10.2015
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Trans Balkan Express
Wichtig ist es auch, vor der Welle zu bleiben, hat doch die ehrwürdige National Geographic pünktlich an unserem Ankunftstag diesen Nationalpark zu einem der wichtigsten Reiseziele dieses Jahres erkoren.

Die Herrschaften voll en vogue!

Tatsächlich manchmal beängstigend. Auf Instragram springen jetzt haufenweise Influenza rum, die Moldau bewerben und der Nachtzug zwischen Bukarest und Chisinau (allerdings alleine befahren vor zwei Jahren) ist gerade der letzte heiße Scheiß. Ich habe nicht gezählt, wie viele Toiletten-Reels ich von diesem Zug in den letzten Wochen gesehen habe.
 
  • Haha
Reaktionen: Fee44 und red_travels

schlepper

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31.08.2016
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Samstag, Tag 10

Nach einer weiteren Nacht in einem anständigen Bett gehen wir erstmal frühstücken, weder habe ich eine Erinnerung noch ein Foto davon. Anschließend nehmen wir ein Taxi vom Hotelparkplatz zu einem unterirdischen Kurs, der Kimironko Market ist das erste Ziel. Der Taxifahrer lässt sich nicht davon abbringen, auf uns warten zu wollen, na von mir aus. Wir schlendern über den Markt, von Obst- und Gemüse über Kleidung und Haushaltsartikel scheint es hier alles zu geben. Vereinzelt wollen uns "Helfer" begleiten, aber wir können sie letztlich loswerden. Ansonsten geht es sehr wuselig zu.

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Der obligatorische Sammelplatz für die Moto-Taxis ist natürlich auch vorhanden.
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Zufällig ist der Busbahnhof direkt nebenan, ich frage den erstbesten Ticketverkäufer nach dem passenden Bus zum Genozid Memorial, mit weiterer Unterstützung ist die korrekte Linie schnell gefunden und so sitzen wir wenige Augenblicke später für wenige Cent im Bus. Die Gedenkstätte besteht aus Ausstellungsräumen und einer Außenanlagen auf mehreren Ebenen, viele Bilder habe ich nicht gemacht.
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Nachdem wir hier durch sind, fahren wir mit einem Taxi weiter zum Kandt-Haus. Das Kandt Museum befindet sich auf dem Nyarugenge-Hügel in Kigali und ist mit Richard Kandt, dem deutschen Arzt, Forschungsreisenden und Kolonialbeamten, verbunden. Das heutige Museumsgebäude stammt aus dem Jahr 1908 und gehört zu den erhaltenen Zeugnissen der frühen kolonialen Entwicklung Kigalis. Man muss aber ehrlichweise sagen, dass inhaltlich nicht mehr viel Neues hinzu kommt, wenn man bereits ein paar Museen im Land besucht hat, auch die Fotos wiederholen sich. Aber die Anlage ist nett gemacht und hinter dem Haus gibt es wieder Aussicht.
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Von hier laufen wir zur bereits bekannten Fußgängerzone.
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Wir kehren zum Mittag in unserem Stammlokal ein, eine gebührende Begrüßung versteht sich.
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Das Gericht besteht aus Kartoffeln, Kochbananen und Schweinefleisch, wie häufig im Land, sehr schmackhaft.
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Nach dem Essen gehen wir zum Hotel zurück, Chillen am Pool und Packen ist angesagt. Um 17:45 Uhr verabschiede ich mich von meinem Mitstreiter und fahre mit dem vorbestellten Fahrer zum Flughafen. Nach der Siko schlage ich die restliche Zeit in der nicht gerade heimeligen Lounge tot, bevor es durch die Nacht über EBB (Zwischenstopp), BRU, GVA nach FRA heimwärts geht.

Fazit folgt.
 

unseen_shores

Erfahrenes Mitglied
30.10.2015
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Trans Balkan Express
Tag 10 und 11 und Erster beim Fazit:

Der Tag 10 stand wie bereits erwähnt im Zeichen von Museumsbesuchen.

Doch zunächst der Markt. Das Taxiproblem bestand darin, dass der Hotelbetreiber sich weigerte, ein externes Taxi zu bestellen und wir daher auf die hoteleigenen Kutschen zurück greifen mussten. Das Problem konnten wir so lösen, dass wir Luis den Taxifahrer vom Genocide Memorial zum Kandt-Haus für alle restlichen Fahrten des Tages - inklusive der Flughafentransfers - engagierten. Der Mitreisende sah meine neue Freundschaft eher kritisch.

Was den Markt betraf: sehr interessant, aber zum Powershopper werde ich wohl nicht. Außerdem hatte ich zu Hause keine Einkaufsliste zum Abarbeiten mitbekommen, auch nichts mit Highend-Handcremes o.ä.

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Das Genocide Memorial enthält mehrere Sektionen: es gibt einen Einführungsfilm, die Sektionen beschäftigten sich mit dem Völkermord in Ruanda, insbesondere den Medien, wie dem Radiosender RTML, der offensiv zum Völkermord anstachelte. Novum: das ICTR verurteilte einen belgischen Radioreporter, der zum Völkermord aufrief.

Der so genannte Medienfall war einer der größten. Ich hatte wegen einer Zuständigkeitsüberschneidung zwischen dem Jugoslawienstrafgerichtshof und dem Ruanda-Strafgerichtshof in meiner Den Haager Zeit an einem prozessualen Problem zu diesem gearbeitet. Eine weitere Station beschäftigte sich mit überlebenden Kindern des Völkermords. Außerdem gibt es einen größeren Überblick über juristische Aufarbeitung von Massenverbrechen. Auffällig, ein Kapitel zum Völkermord an den Armeniern fehlte, ebenso zum Holodomor. Aber dieser ist auch nicht ins europäische Bewusstsein gerückt.

Das Memorial ist gut besucht, alle Touristen, die das Lande besuchen werden durchgeschleust.

Zum Kandthaus:

Tatsächlich wiederholten sich die Tafeln. Was ich allerdings interessant fand, war ein Kapitel zum 1. Weltkrieg in Ostafrika. Kigali wurde 1916 von den Belgiern erobert, die Deutschland als Kolonialmacht ablösten. Für Fans der Decolonial Studies gab es einen kleinen Crash-Kurs:

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Mein Flug ging spät in der Nacht, weshalb ich länger im Hotel blieb. Luis erwies sich als zuverlässiger Chauffeur. Bei mir verzichtete er auf Nachverhandlungen. Gerüchteweise hat er es bei der ersten Tour zum Flughafen erfolglos versucht.

Vorm Abflug auch noch schnell in die Lounge.

Dann nach Mitternacht ins Flugzeug, das aus Istanbul kam und KGL und EBB anflog.

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Wenigstens ein Flugzeugbild.

Zwischen KGL und EBB gab es nüscht, außer hektischen Flugbegleitern, die das Flugzeug in EBB verließen. Die Flugzeit nach EBB war auch sehr kurz Ein Großteil der Reisenden flog interessanterweise nicht nach KGL, sondern nach EBB. In Uganda sind die Gorillatouren preiswerter, außerdem soll es am Victoriasee schön sein. Wir konnten im Flugzeug sitzen bleiben, irgendwann auf dem Weg zum IST gab es etwas zu essen. Ich habe das aber verdrängt.

In der Lounge am IST noch eine Köfte und dann ereignislos nach LEJ (schade, dass TK Leipzig nicht mehr anfliegt).

Fazit: Unbedingt machen. Das Land ist so kompakt, dass man in relativ kurzer Zeit viel sehen kann.

Vielen Dank fürs Mitreisen und den regen Zuspruch.
 

Hene

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27.03.2013
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BER

globetrotter11

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07.10.2015
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CPT / DTM
Auch von mir ein herzliches Dankeschön für die interessanten Einblicke in ein interessantes Land... 👏

Bei der nächsten Tour dorthin vielleicht mit einer Weinprobe:


Zum Glück soll dort kein Trollinger 🍷 angebaut werden....
 
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schlepper

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31.08.2016
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Fazit

Gedenkstättenzähler: 6

Ruanda ist ein spannendes Reiseziel abseits der üblichen Touristenpfade. Durch die überschaubaren Entfernungen lassen sich auf relativ kleinem Raum viele unterschiedliche Aktivitäten miteinander verbinden. Einige touristische Angebote, insbesondere in den Nationalparks, sind allerdings überraschend teuer.

Straßenverkehr
Rund um Kigali braucht man vor allem eines: Geduld. Wegen des starken Verkehrs kamen wir teilweise auf kaum mehr als 20 Kilometer pro Stunde, ganz gleich, ob wir in die Stadt hinein- oder aus ihr herausfuhren. Außerhalb Kigalis lief es deutlich besser. Die Hauptstraßen auf unserer Route waren durchgehend asphaltiert und gut befahrbar. Gewöhnungsbedürftig waren lediglich die teilweise waghalsigen Überholmanöver. Sobald man die Hauptstraße verließ, sah die Welt häufig ganz anders aus. Schon die Zufahrt zu einem Hotel konnte so schlecht sein, dass wir mit weniger als Schrittgeschwindigkeit unterwegs waren. Auch unser Toyota RAV4 hatte offensichtlich schon ein bewegtes Leben hinter sich. Trotz gerade einmal 52.000 Kilometern Laufleistung war er ziemlich heruntergerockt. Vier Räder, vier unterschiedliche Reifenprofile sprechen für sich.

Sicherheit
Unsicher haben wir uns während der Reise nirgendwo gefühlt, oder wie es ein Freund formuliert:
„Diktaturen sind in der Regel sichere Reiseländer.“

Polizei war vielerorts im Land präsent, auch wir wurden einmal für eine Kontrolle rausgewunken.

Kosten
  • Mietwagen: 546 Euro
  • Hotels: meist 40 bis 60 Euro pro Nacht
  • Ausnahme: Park Inn in Kigali
  • Essen: sehr günstig
  • Nationalparks und Touren: teilweise unverhältnismäßig teuer
  • Gesamtausgaben: rund 1.000 Euro pro Person
Unterm Strich bekommt man in Ruanda viel Abwechslung auf engem Raum. Wer allerdings mehrere Nationalpark-Aktivitäten einplant, sollte dafür einen entsprechend großen Teil des Reisebudgets reservieren.

Edit: Hinzu kommen die Kosten für An-/Abreise.

Hier nochmal unsere Route durch das Land.
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Danke für euer Interesse, schön, dass es den meisten gefallen hat.
 
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red_travels

Reisender
16.09.2016
31.244
23.504
www.red-travels.com
danke für die Übersicht & Bericht, ganz merkwürdig ohne eine einzige Bahnfahrt :D

  • Nationalparks und Touren: teilweise unverhältnismäßig teuer

ist das wirklich so, oder ist das nicht in anderen Ländern Afrikas ähnlich? Soweit ich das gesehen hatte, korrigiere mich ruhig, wart ihr nie in großen Gruppen unterwegs also eher als private Tour?