02.08.17: Notlandung am Strand, zwei Tote.

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Seneca

Erfahrenes Mitglied
29.03.2011
1.104
335
Kölle
Gibt es dafür nicht Regeln? Im Zweifel natürlich auf unbewohnten Terrain notlanden. Hier dann eben im Wasser.

Sehr tragisch.
 

freddie.frobisher

Erfahrenes Mitglied
23.04.2016
7.384
7.914
... und sich dann für sein eigenes Überleben entschieden haben. Mir fällt dafür nur ein Wort ein, das mit A beginnt.
Jeder würde das sichere eigene Überleben vorziehen, wenn im Gegenzug nichtmal klar ist ob die Landung am Strand jemandem schadet. Es hätten noch alle rechtzeitig zur Seite springen, bzw. mit leichteren Verletzungen davon kommen können.

Es handelt sich allerdings um ein Leichtflugzeug, das nahe dem Wasser auf den Strand gesetzt wurde. Ich bin weder Pilot noch Physiker, aber ich denke eine Notwasserung wäre bei geringer Geschwindigkeit ohne Lebensgefahr möglich gewesen. Bei vollem Strand muss man sich auch bei Bewusstlosigkeit keine Sorgen um die Rettung machen. Vielleicht wurde doch nur die Maschine, und nicht das eigene Leben gerettet?
 

berlinet

Erfahrenes Mitglied
21.07.2015
5.401
3.112
... und sich dann für sein eigenes Überleben entschieden haben. Mir fällt dafür nur ein Wort ein, das mit A beginnt.
Das Flugzeug ist weitergeschlittert ... keiner hier kann beurteilen, wie viel Gewalt die Piloten noch über die Maschine hatten und ob sie nicht sogar extra noch versuchten, eine leere Stelle zu finden. Die Vorverurteilung ist etwas voreilig ..

Was ich noch unpassender finde ist die muntere Bierwerbung, die welt/N24 zur "Einstimmung" auf das Video zeigen ...
 

Hwy93

Erfahrenes Mitglied
29.08.2011
4.444
1.433
Das Flugzeug ist weitergeschlittert ... keiner hier kann beurteilen, wie viel Gewalt die Piloten noch über die Maschine hatten und ob sie nicht sogar extra noch versuchten, eine leere Stelle zu finden. Die Vorverurteilung ist etwas voreilig ..
Man landet kein Flugzeug an einem bevölkerten Strand. Und wenn die Maschine heil auf dem Strand runterkommt, war sie definitiv unter Kontrolle. Punkt. Das ist keine Vorverurteilung.
Der Pilot hat auf das Leben unbeteiligter Dritter geschissen, und ich hoffe, dass er entsprechend sanktioniert wird.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
26.505
12.487
irdisch
Beim leisesten Zweifel an genug freier Landefläche hätten die ins Wasser gehen müssen und dort eben einen sicheren Überschlag riskieren müssen. Das Flugzeug sieht relativ gut aus aber zwei unbeteiligte Tote sind nicht hinnehmbar.
 

travelben

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
3.581
692
MUC
Das Problem für die Leute am Strand:
Man hört eine Maschine nicht, die auf einen zu fliegt.

Wenn er vorher nicht einen tiefen Überflug gemacht hat und entsprechend Aufmerksamkeit hatte, dann kann das sogar noch böser enden.
 

halloballo

Neues Mitglied
29.07.2017
20
0
Ja ist schwer zu sagen was genau da passiert ist. Aber ich denke auch das man so ein UL Flieger mit recht geringer Geschwindigkeit ins Wasser setzten kann und die Überlebenschancen recht hoch sind.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
15.236
11.168
Dahoam
Beim leisesten Zweifel an genug freier Landefläche hätten die ins Wasser gehen müssen und dort eben einen sicheren Überschlag riskieren müssen. Das Flugzeug sieht relativ gut aus aber zwei unbeteiligte Tote sind nicht hinnehmbar.

Wobei aber genauso Leute im Wasser hätte sein können/vermutlich gewesen sind. So einfach ist die Antwort auch nicht.
Einzig ausreichend entfernt vom Strand möglichst nah an einem Boot ins Wasser gehen wo die Wahrscheinlichkeit für Schwimmer eher gering ist. Nur wird der wohl nur sehr wenig Zeit gehabt haben eine Entscheidung zu treffen. Und im Gegensatz zu ehemalige Militärpiloten wie Sullenberger der unter extremen Druck die richtigen Entscheidungen in einer ziemlich aussichtslosen Situation getroffen hat, ist der Otto-Normal-Privatpilot im Notfall sicher nicht so besonnen und ruhig.
 
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Rennip

Erfahrenes Mitglied
28.02.2016
1.486
426
Ich finde, nur eine Beurteilung ist angemessen: das war ein Tötungsdelikt - und entsprechend sollte es geahndet werden; unter Berücksichtigung dessen, daß Opfer ein junger Mann und ein KIND sind!
 

berlinet

Erfahrenes Mitglied
21.07.2015
5.401
3.112
Ich finde, nur eine Beurteilung ist angemessen: das war ein Tötungsdelikt - und entsprechend sollte es geahndet werden; unter Berücksichtigung dessen, daß Opfer ein junger Mann und ein KIND sind!
Schön, dass man mit 50 noch jung sein darf, aber was macht das für einen Unterschied?
 

Brainpool

Erfahrenes Mitglied
15.03.2014
2.801
126
Ich finde, nur eine Beurteilung ist angemessen: das war ein Tötungsdelikt - und entsprechend sollte es geahndet werden; unter Berücksichtigung dessen, daß Opfer ein junger Mann und ein KIND sind!

Vorverurteilung wird doch in diesem Forum ungern gesehen. Zumindestens sollte man den Untersuchungsbericht abwarten.
 
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rainer1

Erfahrenes Mitglied
29.07.2010
1.432
273
Ich finde, nur eine Beurteilung ist angemessen: das war ein Tötungsdelikt - und entsprechend sollte es geahndet werden; unter Berücksichtigung dessen, daß Opfer ein junger Mann und ein KIND sind!

bei der strafzumessung zufällig getöteter das lebensalter einfliesssen zu lassen , ist absurd.
ab wieviel lebensjahren bei geschädigten solls denn strafmilderung geben ? ab 60+ ?
 

lepo

Neues Mitglied
20.07.2014
6
0
Thema Wasserlandung:

In der Regel läuft das ganze bei D-Exxx, D-Mxxx und Segelflugzeugen recht glimpflich ab. Vor allem bei Segelflugzeugen passiert das öfter als man vermuten mag. (Aufgrund fehlender Thermik und mangels geeigneter Landemöglichkeiten). https://www.youtube.com/watch?v=eGVuzFlBK4I

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit das Flugzeug bei einer Wasserlandung zu zerstören deutlich größer, je höher der Wellengang ist. Denn sobald der Rumpf bei ausreichender Geschwindigkeit unter die Wasseroberfläche taucht, kann es ganz schnell passieren, dass sich das Flugzeug überschlägt. Das hat natürlich in den meisten Fällen Schäden an der Struktur zur Folge.
Die Größte Gefahr für den Piloten geht eigentlich von Hindernissen wzB. Felsen im Wasser aus.

Ich denke die meisten Privatpiloten wissen durchaus, dass eine Wasserlandung nur ein geringes Risiko für Leib und Leben birgt. Was sich auch in dem folgenden Video erkennen lässt: https://www.youtube.com/watch?v=jcwhJNbaWeI



*Edit doppelt gemoppelt
 

Fribs373

Neues Mitglied
20.09.2013
23
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Bin per Zufall auf diesen Thread gestoßen...

Es handelt sich bei der Cessna 152 nicht um einen UL-Flieger, sondern um eine zweisitzige Einmot, die auch als VLA (Very Light Aircraft) geflogen werden kann. Oft ist das der Flieger, in dem ein Flugschüler seine ersten Erfahrungen macht.

Im Gegensatz zu den in den Videos gezeigten Segelflugzeugen verfügt die 152er über ein starres Dreibein-Fahrwerk, was bei einer Notwasserung durchaus gern mal einen Überschlag provozieren kann - wenn man diese Landung aus mangelndem Können, ungünstigen Rahmenbedingungen und/oder fehlender Erfahrung nicht im richtigen Winkel hinbringt.

Gerade die fehlende Erfahrung halte ich für verständlich. Notwasserungen werden in der zivilen Privat-Piloten-Ausbildung aus nachvollziehbaren Gründen nicht geübt, sondern nur in der Theorie behandelt. Ob eine ausreichende Flughöhe bei Eintreten des Notfalls vorhanden war und ob mit dieser so ökonomisch umgegangen wurde, dass dem verantwortlichen Flugzeugführer genügend Zeit für alternative Überlegungen und die daraus resultierende richtige Entscheidung blieb, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht nicht, aber das ist spekulativ.

Ob darüber hinaus die Entscheidung in einem Moment, wo man feststellt, dass es eng wird, für ein höheres Risiko für das eigene Leben oder für ein höheres Risiko für das Leben anderer gefällt wird, könnte ein jeder mal für sich zu beurteilen versuchen. Sicher wird sich derjenige seiner Verantwortung zu stellen haben. Ohne ausreichende Fakten hier allerdings eine Vor-Verurteilung abzugeben, wie in manchen Antworten, halte ich doch für unseriös.

War die Entscheidung letztlich falsch, muss er mit den Folgen leben - mit seinem Gewissen wie auch den juristischen Konsequenzen. Wären aber alle rechtzeitig zur Seite gesprungen, hätte man ihn vielleicht gefeiert...

Gruß, Fribs
 
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Fare_IT

Erfahrenes Mitglied
06.12.2012
4.492
20
Farewell City
Fribs - ich bin mir nicht sicher, was Du sagen möchtest.

Gerade die fehlende Erfahrung
halte ich für verständlich.

War dies nicht ein Schulflug mit FI an Bord?

Ob darüber hinaus die Entscheidung
in einem Moment, wo man feststellt, dass es eng wird, für ein
höheres Risiko für das eigene Leben oder für ein höheres Risiko
für das Leben anderer gefällt wird, könnte ein jeder mal für sich
zu beurteilen versuchen.

Als ernsthafter Aviator (ob D-A... oder D-E...) erwarte ich,
dass der verantwortliche Flugzeugführer eben nicht erst
"im Moment" zu entscheiden versucht - sondern für diesen Fall
(wie für viele andere Momente beim Fliegen) eine (im Vorfeld)
fertig gedachte Entscheidung durchführt.

Das ist der Unterschied zwischen guten und schlechten Piloten
imho.

Und: Das ist etwas was viele Flugschüler heute nicht mehr
vermittelt bekommen - oder nicht ausreichend.

Und: Genau diese Ernsthaftigkeit hat direkte Auswirkungen auf
die handwerkliche und psychische Qualität von Piloten.

Ohne ausreichende Fakten
hier allerdings eine Vor-Verurteilung abzugeben,
wie in manchen Antworten, halte ich doch für unseriös.

Ich bin imho kein Laie auf dem Gebiet - und grundsätzlich auch
für Fakten. Trotzdem hat diese Crew imho versagt - denn sie hat
mit ihrer Entscheidung in die Luft zu gehen das Leben unbeteiligter
Dritter ausgelöscht und weiterer gefährdet.

War die Entscheidung letztlich falsch,
muss er mit den Folgen leben - mit seinem Gewissen wie auch den
juristischen Konsequenzen.

Kein Trost für die Familie die einen unbeschwerten Strandtag verbringen
wollte.

Wären aber alle rechtzeitig zur
Seite gesprungen, hätte man ihn vielleicht gefeiert...

Aus meiner Sicht war die Entscheidung falsch - so oder so.