Bin per Zufall auf diesen Thread gestoßen...
Es handelt sich bei der Cessna 152 nicht um einen UL-Flieger, sondern um eine zweisitzige Einmot, die auch als VLA (Very Light Aircraft) geflogen werden kann. Oft ist das der Flieger, in dem ein Flugschüler seine ersten Erfahrungen macht.
Im Gegensatz zu den in den Videos gezeigten Segelflugzeugen verfügt die 152er über ein starres Dreibein-Fahrwerk, was bei einer Notwasserung durchaus gern mal einen Überschlag provozieren kann - wenn man diese Landung aus mangelndem Können, ungünstigen Rahmenbedingungen und/oder fehlender Erfahrung nicht im richtigen Winkel hinbringt.
Gerade die fehlende Erfahrung halte ich für verständlich. Notwasserungen werden in der zivilen Privat-Piloten-Ausbildung aus nachvollziehbaren Gründen nicht geübt, sondern nur in der Theorie behandelt. Ob eine ausreichende Flughöhe bei Eintreten des Notfalls vorhanden war und ob mit dieser so ökonomisch umgegangen wurde, dass dem verantwortlichen Flugzeugführer genügend Zeit für alternative Überlegungen und die daraus resultierende richtige Entscheidung blieb, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht nicht, aber das ist spekulativ.
Ob darüber hinaus die Entscheidung in einem Moment, wo man feststellt, dass es eng wird, für ein höheres Risiko für das eigene Leben oder für ein höheres Risiko für das Leben anderer gefällt wird, könnte ein jeder mal für sich zu beurteilen versuchen. Sicher wird sich derjenige seiner Verantwortung zu stellen haben. Ohne ausreichende Fakten hier allerdings eine Vor-Verurteilung abzugeben, wie in manchen Antworten, halte ich doch für unseriös.
War die Entscheidung letztlich falsch, muss er mit den Folgen leben - mit seinem Gewissen wie auch den juristischen Konsequenzen. Wären aber alle rechtzeitig zur Seite gesprungen, hätte man ihn vielleicht gefeiert...
Gruß, Fribs