Montag, 29.12.2025
EW1178 DUS-DWC
09:02 - 18:02 Uhr
(08:35 - 18:15 Uhr)
Der Tag ist noch jung und gegen 5:30 Uhr starte ich den Elektrohobel mit Ziel P7, DUS. Erfreulich leer sind die Straßen an diesem Wintermorgen. Kein Stau, nur Müdigkeit bestimmt den ersten Teil des Weges in die Sonne. Um 6:28 Uhr öffnen sich dank Reservierung und Kennzeichenerkennung die Schranken des Parkhauses. Bis ins 6. OG muss ich fahren, um einen freien Stellplatz zu belegen.
Der eiskalte Wind pfeift durch Gebälk der Brücke zum Terminalgebäude, der Flugbetrieb ist gerade erst erwacht. Leichte Minusgrade herrschen.
Die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle für die C-Gates werden mit 15-20 Minuten angezeigt, an B sollen es 5-10 Minuten sein. Wahrscheinlich der Schlaftrunkenheit geschuldet stelle ich mich bei C an, da die Schlangen dort vor den kürzlich aufgebauten Sichtschutzwänden nicht so lang erscheinen. Trotzdem dauert es gut 15 Minuten, bis ich dort durch bin. Urlauber lassen sich intensiv zu den Handgepäckregeln durch das geschulte Personal beraten. Trotz Abkürzung, die mir der furchteinflößende und sichtlich gestresste Einlass-Drachen ermöglichte, dauerte es so lang, wie es dauern sollte. Wäre ich mal bei B reingegangen.
Um kurz vor sieben Uhr bin ich in der OpenSky Lounge angekommen. Hier bestätigt sich mein Eindruck der letzten Besuche, es ist alles da, aber es fehlt irgendwie das gewisse Etwas. Neben Crackern oder Süßem zum Frühstück ist es vor allem Charme. Aber keine Angst, hungrig und durstig bleibt hier niemand.
Und es gibt Bockwurst, ein Kulturerbe deutscher Loungekultur, die auf vorangegangenen Reisen nicht aufzufinden war (bei Hansens).
Um kurz vor acht Uhr gibt es einen letzten Kaffee und das Klatschblatt auf die Hand.
Geboarded wird heute von C57, natürlich in Bus-Priority-Boarding-Logik. Die Mitarbeiter am Gate lernen voneinander, wie man den Bus bestellt und wann die Tür geöffnet wird. Geht auch schon 2 Minuten vor Eintreffen des Busses, aber dann muss man die Passagierhorde eben nochmal von Hand aufhalten.
Ja, das Flugzeug steht auf dem Vorfeld. Glücklicherweise ist es umgehend einsteigebereit, als der erste Bus eintrifft.
Die Farben harmonieren.
Ich nehme Platz auf 1A, mein Sitz für die nächsten 6 1/2 Stunden. Genug Beinfreiheit gibt es, allerdings beengen die Tische, die zwischen den Sitzen verstaut werden, die Bewegungsfreiheit. Das ist auf den hinteren Sitzreihen bequemer, dort wo sich die Armlehnen hochstellen lassen und die Tische im Vordersitz verstaut sind. Aber einen Tod muss der Vielflieger sterben. Die Füße ausstrecken und hochlegen zu können ist wertvoller.
Am Platz liegt ein weisses kleines Kissen. Ich erkundige mich, was mit Decken sei - gäbe es nicht (hatte ich in einem Video von/nach BER gesehen). Amenity Kit: auch nein. Nun gut, notfalls muss meine Jacke herhalten, wenn es frisch wird auf diesem 6-stündigen Flug.
Das Bordpersonal begrüßt die Mitreisenden und ist teils sehr professionell, gut gelaunt und umsorgend unterwegs, teils reserviert.
Des Wetters wegen gehts vor dem Start zum Enteisen.
Um 8 Uhr rollen wir auf die Startbahn 05R. Über der dichten Wolkendecke sehen wir schnell die Sonne
Kurz nach dem Start wird ein heißes Tuch gereicht.
Es gibt keine Menükarten, daher wird jeder Gast mündlich befragt, was er gern frühstücken möchte. Zur Auswahl stehen: Chicken Tikka Masala oder Pasta "mit Basilikum". Wohlgemerkt, es ist kurz nach neu Uhr morgens und alle erwarten Frühstück. Dann eben Mittagessen. Der Purser teilt mit, dass Frühstück logisch wäre, man aber eben Mittagessen geladen hätte. Man könne sich jederzeit aber auch einen Sandwich oder Alternatives aus der Bistrokarte kommen lassen.
E voila, hier das Chicken:
Die Portion ist recht klein, aber sehr lecker. Ebenso das Schokomousse mit Crumble und Kirschen.
Dazu gibt es natürlich die freie Auswahl an Getränken, Coke Zero und statt Winzersekt den leckeren Scavi & Ray Prosecco Frizzante.
Nach dem vorzüglichen
Frühstücks- Mittagsmahl widme ich mich dem selbstmitgebrachten Entertainment in Form von Netflix-Downloads. Es gibt ja kein Internet an Bord. Die D-AENG ist erst drei Jahre alt, ein A320neo. Aber wer sie ohne Internet bestellt oder ausgestattet hat und dann Mittelstrecke fliegen lässt, der ist wohl noch im Papierzeitalter hängengeblieben. Ein Unterscheidungs- oder sagen wir mal: Mindestausstattungsmerkmal, das hier fehlt. Schade.
Kommen wir dann mal zum Punkt "Loo review", was ich sonst nicht mache. Aber in diesem Falle schon, denn es ist nötig.
Die vordere Toilette sieht ziemlich dreckig aus. Wohlbemerkt ist es der erste Flug des Tages, wir sind gerade einmal eine Stunde in der Luft und das Fluggerät ist 3 Jahre alt. Wie zur Hölle schafft man es, es in so einem Zustand abheben zu lassen? Sauberkeit ist ja nun wirklich kein Ding der Unmöglichkeit und relativ einfach herzustellen. Und der Dreck hier ist nicht oberflächlich, das ist hartnäckiger Langzeitdreck. Ekelig. Da sind die Toiletten im A340 im Gegensatz ja schon so gut wie klinisch rein...
So, harter Übergang nun zur nächsten Getränkerunde. Die Hände habe ich mir gründlich gewaschen und desinfiziert.
Wir überqueren das Taurusgebirge mit einem frisch gebrühten Lavazza Kaffee, dazu gibts den Triple Chocolate Cookie.
Nach einer weiteren Folge der Serie auf meinem iPad darf es noch mehr aus dem Bistro sein.
Diese Pappbecher mit Holzstäbchen sind gewöhnungsbedürftig. Dennoch darf Gewohntes daraus getrunken werden. Mit Eis, aber ohne Zitrone.
Den Riesling vom Motzenbäcker bestelle ich parallel mit dem Mittagessen, den Maccheroncini Colorati aus der L´Osteria. Diese brauchen ihre Zeit im Ofen, der vorn in der Galley die ganze Zeit durchläuft.
Die Nudeln sind lecker, nicht matschig. Es schmeckt (mir) genauso gut wie am Boden. Dazu gibts Gutscheine für ein Heißgetränk am Boden beim Besuch einer L´Osteria.
Kurze Zeit später bricht schon die Abenddämmerung herein.
Um 17:40 Uhr Ortszeit überfliegen wir Dubai Downtown.
Das geübte Auge erkennt hier vielleicht den Burj Khalifa. Es geht dann weiter in den Landeanflug und in einer großen Runde südlich von Dubai erst über den DWC und dann zur Landung auf den DWC, Runway 30.
Wenige Moment nach uns landet der Flug CGN-DWC.
Wir sind die ersten im Bus und an der Einreise. Die Wieder-Einreisenden können Smartgates benutzen. Ersteinreiser wie ich müssen sich persönlich bei einem Einreisebeamten vorstellen. Das geht schnell und problemlos, Visa on arrival wird vergeben und in den Pass gestempelt. Fragen werden nicht gestellt.
Dazu gibt es eine kostenlose Simkarte mit 10GB Datenvolumen für 24 Stunden:
Um 18:30 Uhr bin ich eingereist, dann suche ich die Schlange mit den offiziellen Dubai-Taxis. Wenige Minuten später wird mir ein Taxi zugewiesen, mit dem ich in knapp 45 Minuten vom Flughafen zu meinem Hotel im Bezirk Al Barsha fahre.
Mein Fahrer ist Ägypter und seit 4 Jahren in Dubai ansässig, er erzählt mir ein wenig etwas über das Zusammenleben von über 200 Nationalitäten in Dubai. Er ist erstaunt, wie kalt es aktuell in Deutschland ist und rät mir, nicht in den Sommermonaten hierherzukommen, denn die Temperaturen seien nicht auszuhalten.
Der erste Reisetag endet mit einem Abendessen an der Hotelbar, dazu in Kürze mehr.