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Teil 1:
"Mit wem hast du denn noch ein Date?!" wurde ich von einem Bekannten am Stadioneingang gefragt. Mist, man sieht den Kragen meines Standard-Reise-Baumwoll-Leinen-Hemdes unter der Jacke. Nachdem ich die Frage mit "Ich flieg später in den Irak" beantwortet hatte, wurde ich nur noch komischer angeschaut...
Freitag, 13.02.26 - Max-Morlock-Stadion, Nürnberg: FCN vs. Karlsruher SC - Endstand 5:1.
So kann eine Reise doch beginnen. Nach Spielende ging es schnell zum Auto, wo ich dann noch von Jeans auf Wander-Zip-Hose wechselte und ich fuhr zum bewährten Parkplatz in der Nähe des ZOBs, an dem man problemlos mehrere Tage umsonst parken kann.
Pünktlich um 21:55 fuhr der Flixbus N61 vor, der mich und meinen Rucksack um 04:30 in Düsseldorf ankommen ließ. Weiter ging es mit der S-Bahn zum Flughafen und mit dem Airtrain zu Terminal C, welches brechend voll war - die Winterferien begannen. Vor allem auch viele Niederländer wollten dem tristen Winter in der Heimat entfliehen, es gab im 5-Minuten-Takt Flüge in die Türkei oder nach Ägypten.
Eurowings wollte mir für Kurdistan keine Bordkarte ohne Dokumentencheck ausstellen und ich musste mich in die Reihen der zwei Schalter anstellen, die nur für Erbil offen waren. Was auffiel: Ich war der einzige, der nur mit Handgepäck reiste. Was noch auffiel: Scheinbar auch der einzige Tourist - im weiteren Teil dazu mehr.
Nachdem ich ca. 30 min warten musste war ich schnell abgearbeitet, hatte ich doch mein E-Visa im Vorfeld brav ausgedruckt und ich konnte nach 15 minütiger Wanderung von Terminal C nach A dank Amex Platinum die LH-Lounge betreten, welche karnevalistisch geschmückt war. Hier gab es für mich Rührei mit Speck, Krapfen und einen Avionic Tonic Zero - auch wenn mir der Condorpolitan besser schmeckt
Kurz nach acht machte ich mich wieder auf Wanderschaft zu meinem Gate in Terminal C, wo ich als einer der letzten aufschlug. Wir warteten jedoch noch einige Minuten auf einige Passagiere im Bus, der mich zum A319 von Eurowings brachte. Kurios wurde es beim Bording. Nachdem ich einer Mutter mit Baby im Kinderwagen und zwei Kleinkindern an der Hand beim Ausstieg aus dem Bus half, riss sich der Kleinere von beiden von ihr los und lief auf das Absperrband am Triebwerk zu, wo er kurz vorher von einem Flughafenmitarbeiter gestoppt wurde. Die Mutter sagte ihm daraufhin etwas auf (vermutlich) kurdisch/arabisch und er lief zu mir und streckte seine Arme aus - ich sollte ihn die Treppe hochtragen, was ich anschließend auch machte
Der Flug verlief so weit ruhig, ich gönnte mir einen Kaffee für schmale 4,90€ und vertrieb mir sonst die Zeit mit "Darjeeling Limited" auf Netflix, der "Zeit Wissen" aus der Lounge - was für ein Schrottmagazin - und hin und wieder wegdösen. Durch meinen Sitzplatz in Reihe 5 konnte ich bei Ankunft in Erbil als einer der ersten aus dem Flugzeug raus und lief über ein Fingergate zur Passkontrolle, welche super schnell erledigt war. Anschließend tauschte ich zu schlechten Kurs meine letzten 40 USD, um mit einem Careem Taxi in die Stadt zu kommen.
Kleiner Exkurs zum Thema Geldwechsel: Der offizielle Kurs ist 1€ zu 1500 IQD, wenn man bar wechselt bekommt man jedoch 1800 IQD, was mich dazu veranlasste, Euro-Bargeld mitzunehmen. Einen wirklichen Grund dafür habe ich nicht gefunden, da nicht etwa wie in Kubas wirklich alles in IQD bezahlt wird. Keine Ahnung, was die mit Euro und USD-Noten wollen.
Der Flughafen Erbil ist anders als anderswo: Bis auf wenige Ausnahmen darf nur ein Shuttlebus zum Abflug-/Ankunftsterminal fahren, dieser lässt einen ca. 1km weiter an einem Meet&Greet-Terminal raus, von wo aus man in die Stadt kommt. Da ich schon vorher wusste, dass die Taxis dort 25USD in die Stadt verlangen, ignorierte ich die Angebote der Fahrer und verließ zu Fuß das Flughafengelände, wo ich mir ca. 15min später ein Careem für umgerechnet 3€ bestellen konnte. Eine gute Stunde nach Landung checkte ich letztlich im Sinaia Palace Hotel ein, welches mit inkludierten Frühstück 20€ pro Nacht kostete. Rucksack schnell ins Zimmer geworfen und mit einem anderen Careem ab in die Innenstadt, ich bin in Kurdistan, Alter!
Am Bazaar unterhalb der Zitadelle war geschäftiges Treiben und viel los, was mich dazu veranlasste, mit meinen Wertsachen erst Mal vorsichtig zu sein und ich holte mein Handy nur zum Essen raus - Es gab als Spätnachmittagssnack für schmale 1000 IQD ein Stück Trilece, einen Milchkuchen.
Ich wollte mehr Geld wechseln und es wurde zum zweiten Mal skurril aber auch unglaublich gastfreundlich: An der Zitadelle und im Basar gibt es keine Wechselstuben, sondern nur mobile Stände, welche auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenswürdig aussahen. Ich ging zu einer Gruppe von Polizisten um sie zu fragen, ob das Geld wechseln hier legitim sei oder ob ich gescamt werden würde. Daraufhin liefen ungefragt zwei der Polizisten mit mir zu einem Stand und wechselten mit mir Geld, was sie sogar selbst nochmal nachzählten
Nach einem etwas ziellosen spazierens meldete sich gegen 19 Uhr dann der Hunger zu etwas richtigen. Auf Tiktok hatte ich von der Iskan Street gehört, was wohl die Fressmeile in Erbil sei und mir wurde nicht zu wenig versprochen. Auf einer Länge von 500m reihen sich Tee- und Essensständ nahtlos aneinander. An einem gut besuchten kleinen Restaurant beobachtete ich kurz das Geschehen, ehe ich auf Englisch mein Glück versuchte, aus "chicken shawarma" wurde dann schließlich folgendes Gericht für 5000 IQD, zu dem es auch noch eine Flasche Wasser, einen Salat, kräftige Brühe und unglaublich leckeres Brot gab.
Nach einem Chai für 500 IQD und einer Taxifahrt zurück zum Hotel ging es dann früh ins Bett, hatte ich doch die Nacht vorher im Flixbus verbracht und die Tage zuvor waren auch relativ stressig. Außerdem wollte mich mein Guide am nächsten Tag um 08:30 abholen und ich vorher etwas frühstücken.
"Mit wem hast du denn noch ein Date?!" wurde ich von einem Bekannten am Stadioneingang gefragt. Mist, man sieht den Kragen meines Standard-Reise-Baumwoll-Leinen-Hemdes unter der Jacke. Nachdem ich die Frage mit "Ich flieg später in den Irak" beantwortet hatte, wurde ich nur noch komischer angeschaut...
Freitag, 13.02.26 - Max-Morlock-Stadion, Nürnberg: FCN vs. Karlsruher SC - Endstand 5:1.
So kann eine Reise doch beginnen. Nach Spielende ging es schnell zum Auto, wo ich dann noch von Jeans auf Wander-Zip-Hose wechselte und ich fuhr zum bewährten Parkplatz in der Nähe des ZOBs, an dem man problemlos mehrere Tage umsonst parken kann.
Pünktlich um 21:55 fuhr der Flixbus N61 vor, der mich und meinen Rucksack um 04:30 in Düsseldorf ankommen ließ. Weiter ging es mit der S-Bahn zum Flughafen und mit dem Airtrain zu Terminal C, welches brechend voll war - die Winterferien begannen. Vor allem auch viele Niederländer wollten dem tristen Winter in der Heimat entfliehen, es gab im 5-Minuten-Takt Flüge in die Türkei oder nach Ägypten.
Eurowings wollte mir für Kurdistan keine Bordkarte ohne Dokumentencheck ausstellen und ich musste mich in die Reihen der zwei Schalter anstellen, die nur für Erbil offen waren. Was auffiel: Ich war der einzige, der nur mit Handgepäck reiste. Was noch auffiel: Scheinbar auch der einzige Tourist - im weiteren Teil dazu mehr.
Nachdem ich ca. 30 min warten musste war ich schnell abgearbeitet, hatte ich doch mein E-Visa im Vorfeld brav ausgedruckt und ich konnte nach 15 minütiger Wanderung von Terminal C nach A dank Amex Platinum die LH-Lounge betreten, welche karnevalistisch geschmückt war. Hier gab es für mich Rührei mit Speck, Krapfen und einen Avionic Tonic Zero - auch wenn mir der Condorpolitan besser schmeckt
Kurz nach acht machte ich mich wieder auf Wanderschaft zu meinem Gate in Terminal C, wo ich als einer der letzten aufschlug. Wir warteten jedoch noch einige Minuten auf einige Passagiere im Bus, der mich zum A319 von Eurowings brachte. Kurios wurde es beim Bording. Nachdem ich einer Mutter mit Baby im Kinderwagen und zwei Kleinkindern an der Hand beim Ausstieg aus dem Bus half, riss sich der Kleinere von beiden von ihr los und lief auf das Absperrband am Triebwerk zu, wo er kurz vorher von einem Flughafenmitarbeiter gestoppt wurde. Die Mutter sagte ihm daraufhin etwas auf (vermutlich) kurdisch/arabisch und er lief zu mir und streckte seine Arme aus - ich sollte ihn die Treppe hochtragen, was ich anschließend auch machte
Der Flug verlief so weit ruhig, ich gönnte mir einen Kaffee für schmale 4,90€ und vertrieb mir sonst die Zeit mit "Darjeeling Limited" auf Netflix, der "Zeit Wissen" aus der Lounge - was für ein Schrottmagazin - und hin und wieder wegdösen. Durch meinen Sitzplatz in Reihe 5 konnte ich bei Ankunft in Erbil als einer der ersten aus dem Flugzeug raus und lief über ein Fingergate zur Passkontrolle, welche super schnell erledigt war. Anschließend tauschte ich zu schlechten Kurs meine letzten 40 USD, um mit einem Careem Taxi in die Stadt zu kommen.
Kleiner Exkurs zum Thema Geldwechsel: Der offizielle Kurs ist 1€ zu 1500 IQD, wenn man bar wechselt bekommt man jedoch 1800 IQD, was mich dazu veranlasste, Euro-Bargeld mitzunehmen. Einen wirklichen Grund dafür habe ich nicht gefunden, da nicht etwa wie in Kubas wirklich alles in IQD bezahlt wird. Keine Ahnung, was die mit Euro und USD-Noten wollen.
Der Flughafen Erbil ist anders als anderswo: Bis auf wenige Ausnahmen darf nur ein Shuttlebus zum Abflug-/Ankunftsterminal fahren, dieser lässt einen ca. 1km weiter an einem Meet&Greet-Terminal raus, von wo aus man in die Stadt kommt. Da ich schon vorher wusste, dass die Taxis dort 25USD in die Stadt verlangen, ignorierte ich die Angebote der Fahrer und verließ zu Fuß das Flughafengelände, wo ich mir ca. 15min später ein Careem für umgerechnet 3€ bestellen konnte. Eine gute Stunde nach Landung checkte ich letztlich im Sinaia Palace Hotel ein, welches mit inkludierten Frühstück 20€ pro Nacht kostete. Rucksack schnell ins Zimmer geworfen und mit einem anderen Careem ab in die Innenstadt, ich bin in Kurdistan, Alter!
Am Bazaar unterhalb der Zitadelle war geschäftiges Treiben und viel los, was mich dazu veranlasste, mit meinen Wertsachen erst Mal vorsichtig zu sein und ich holte mein Handy nur zum Essen raus - Es gab als Spätnachmittagssnack für schmale 1000 IQD ein Stück Trilece, einen Milchkuchen.
Ich wollte mehr Geld wechseln und es wurde zum zweiten Mal skurril aber auch unglaublich gastfreundlich: An der Zitadelle und im Basar gibt es keine Wechselstuben, sondern nur mobile Stände, welche auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenswürdig aussahen. Ich ging zu einer Gruppe von Polizisten um sie zu fragen, ob das Geld wechseln hier legitim sei oder ob ich gescamt werden würde. Daraufhin liefen ungefragt zwei der Polizisten mit mir zu einem Stand und wechselten mit mir Geld, was sie sogar selbst nochmal nachzählten
Nach einem etwas ziellosen spazierens meldete sich gegen 19 Uhr dann der Hunger zu etwas richtigen. Auf Tiktok hatte ich von der Iskan Street gehört, was wohl die Fressmeile in Erbil sei und mir wurde nicht zu wenig versprochen. Auf einer Länge von 500m reihen sich Tee- und Essensständ nahtlos aneinander. An einem gut besuchten kleinen Restaurant beobachtete ich kurz das Geschehen, ehe ich auf Englisch mein Glück versuchte, aus "chicken shawarma" wurde dann schließlich folgendes Gericht für 5000 IQD, zu dem es auch noch eine Flasche Wasser, einen Salat, kräftige Brühe und unglaublich leckeres Brot gab.
Nach einem Chai für 500 IQD und einer Taxifahrt zurück zum Hotel ging es dann früh ins Bett, hatte ich doch die Nacht vorher im Flixbus verbracht und die Tage zuvor waren auch relativ stressig. Außerdem wollte mich mein Guide am nächsten Tag um 08:30 abholen und ich vorher etwas frühstücken.
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