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Prolog
Diese Reise fand im April/Mai 2025 statt. Beim Durchsehen einiger Fotos dachte ich, es wäre schön, wieder einmal einen Reisebericht zu schreiben.
Ende 2024 war es für mich an der Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, wo ich im folgenden Jahr meinen Urlaub verbringen wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits mehr als zehn Jahre im Unternehmen gearbeitet. Bis Ende April 2025 hatte ich noch die Möglichkeit, einen Teil meines Dienstaltersgeschenks zu beziehen: Nach zehn Dienstjahren erhielt ich neben einer Auszahlung in Höhe eines halben Monatslohns zusätzlich zwei Wochen Urlaub.
Das Geld war längst auf meinem Konto eingegangen, den Urlaub musste ich jedoch spätestens Ende April antreten, andernfalls wären die zusätzlichen Urlaubstage verfallen. Eine weitere Bedingung war, dass ich die zwei Wochen mit mindestens ebenso vielen Wochen aus meinem regulären Urlaubskonto ergänzen musste. Dadurch konnte ich sicherstellen, dass ich einen ganzen Monat lang nicht bei der Arbeit erscheinen musste.
+1 hatte allerdings nur fünf Wochen Urlaub pro Jahr. Ich selbst verfügte zu diesem Zeitpunkt noch über sechs Wochen regulären Urlaub sowie die zwei zusätzlichen Wochen aus meinem Dienstaltersgeschenk. Daher mussten wir ein wenig tricksen. Wir wurden kreativ, legten unsere Ferien rund um Feiertage und nutzten ihre freien Tage so geschickt, dass wir auf etwa drei gemeinsame Wochen kamen.
Nachdem unser Urlaubskonstrukt stand, reichten wir beide unsere Ferien ein und begannen, über mögliche Reiseziele zu diskutieren. Das Land mit dem orangefarbenen Führer kam schon einmal nicht infrage – so schön es auch sein mag. Außerdem war ich bereits mehrfach dort gewesen, und zwar in den Jahren, in denen sein Porträt noch nicht am Flughafen hing.
Australien und Neuseeland waren für +1 zu weit entfernt. Auf Südamerika hatte ich keine Lust, und +1 hatte dort ohnehin schon einmal zwei Monate verbracht. So kam Asien ins Gespräch. Ich war bereits einmal in Thailand, mehrere Male in Singapur und kurz in Hongkong gewesen. +1 hatte auf dem Rückweg aus Neuseeland einmal 24 Stunden in Bangkok verbracht – wenn ich mich recht erinnere, wegen eines Flugausfalls und der damit verbundenen Umbuchung. Viel mehr hatte sie von Asien jedoch noch nicht gesehen.
Für mich stand fest, dass ich entweder in Singapur starten oder die letzten Tage dort verbringen wollte. Thailand wollte ich hingegen auf jeden Fall auslassen. +1 fand, Vietnam sei bestimmt ein lohnendes Reiseziel.
Ich hatte noch einige Meilen bei Miles & More, die ich gerne einsetzen wollte. Für die gesamte Reise würden sie allerdings nicht ausreichen. +1 wollte zudem nicht wesentlich mehr bezahlen als für einen Flug in der Economy Class. Das stand im Widerspruch zu meiner Regel, bei Flugzeiten von mehr als fünf Stunden nicht Economy zu fliegen.
Deshalb verglich ich zunächst die Kosten einer Reise in der Economy Class ohne Einsatz meiner Meilen mit den Kosten meines geplanten Reiseverlaufs. Auch die innerasiatischen Flüge bezog ich in diesen Vergleich ein.
In der Vorweihnachtszeit entdeckte ich schliesslich ein gutes Angebot von Etihad für die Hinreise, Meilenverfügbarkeit für die Rückreise. Daraus ergab sich der folgende Reiseplan.
20.04.25 MUC-AUH Etihad B787-9 Business
20.04.25 AUH-SIN Etihad A380 Business
25.04.25 SIN-HKG Cathay A350-900 Business
28.04.25 HKG-HAN Cathay A330 Business
09.05.25 HAN-IST Turkish A350-900 Business (Meilen)
10.05.25 IST-ZRH Turkish A321 Business (Meilen)
Ursprünglich war für die Strecke von HKG nach HAN ein Airbus A321 vorgesehen. Nach einigen Änderungs-E-Mails wurde daraus schliesslich ein A330, damit konnte ich gut leben.
Bis etwa zwei Wochen vor dem Urlaub passierte dann nicht mehr viel. Wie üblich organisierten wir für unsere alte Katze einen Platz bei einem Kollegen, bei dem sie sich während der rund 20 Tage wohlfühlen konnte. Ausserdem planten wir die Anreise nach München, da wir in der Region Zürich wohnen. Einige Hotels wurden gebucht und die Reiseroute legten wir ebenfalls fest.
Nicht ganz in unsere Planung passte die Mitteilung meines Unternehmens in meiner letzten Arbeitswoche: Mehrere Teams würden zusammengelegt und u.a. meine Stelle gestrichen. Das trübte die Stimmung etwas. Ich wollte mir im Urlaub eigentlich Gedanken darüber machen, wohin es mich nach dieser Reise beruflich ziehen würde und nicht, dass mein Unternehmen diese Entscheidung für mich traf.
Es gab zwar noch die Zusicherung, dass man an einer internen Lösung arbeite. Das Unternehmen wollte offenbar weder vor dem Arbeitsgericht landen noch negative Schlagzeilen riskieren, nachdem in den Monaten zuvor bereits viele Mitarbeitende entlassen worden waren und an manchen Tagen gleich mehrere Personen die Kündigung erhalten hatten.
+1 musste noch eine weitere Woche arbeiten, während ich Zeit hatte, meine Unterlagen zu aktualisieren. Ich war mir sicher, dass eine interne Lösung möglicherweise nicht meinen Vorstellungen entsprechen würde und letztlich ohnehin eine Veränderung bevorstand. Vorweggenommen: Das Unausweichliche folgte dann einige Monate später. Die Veränderung, die ich wollte fand ich dann aber auch viel schneller als das ich erwartet hätte und habe dann auch gleich meinen vorzeitigen Abschied im Herbst gefeiert, um nicht gleich nahtlos weiterzuarbeiten.
Am Donnerstag hatte auch +1 ihren letzten Arbeitstag vor dem Urlaub. Meine Jobsorgen waren schon noch da, aber nicht mehr so präsent wie einige Tage zuvor.
Wir packten unsere Kleider in die Reiserucksäcke, brachten den Kater schweren Herzens zu unserem Kollegen und waren bereit für den ersten Reisetag…
Diese Reise fand im April/Mai 2025 statt. Beim Durchsehen einiger Fotos dachte ich, es wäre schön, wieder einmal einen Reisebericht zu schreiben.
Ende 2024 war es für mich an der Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, wo ich im folgenden Jahr meinen Urlaub verbringen wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits mehr als zehn Jahre im Unternehmen gearbeitet. Bis Ende April 2025 hatte ich noch die Möglichkeit, einen Teil meines Dienstaltersgeschenks zu beziehen: Nach zehn Dienstjahren erhielt ich neben einer Auszahlung in Höhe eines halben Monatslohns zusätzlich zwei Wochen Urlaub.
Das Geld war längst auf meinem Konto eingegangen, den Urlaub musste ich jedoch spätestens Ende April antreten, andernfalls wären die zusätzlichen Urlaubstage verfallen. Eine weitere Bedingung war, dass ich die zwei Wochen mit mindestens ebenso vielen Wochen aus meinem regulären Urlaubskonto ergänzen musste. Dadurch konnte ich sicherstellen, dass ich einen ganzen Monat lang nicht bei der Arbeit erscheinen musste.
+1 hatte allerdings nur fünf Wochen Urlaub pro Jahr. Ich selbst verfügte zu diesem Zeitpunkt noch über sechs Wochen regulären Urlaub sowie die zwei zusätzlichen Wochen aus meinem Dienstaltersgeschenk. Daher mussten wir ein wenig tricksen. Wir wurden kreativ, legten unsere Ferien rund um Feiertage und nutzten ihre freien Tage so geschickt, dass wir auf etwa drei gemeinsame Wochen kamen.
Nachdem unser Urlaubskonstrukt stand, reichten wir beide unsere Ferien ein und begannen, über mögliche Reiseziele zu diskutieren. Das Land mit dem orangefarbenen Führer kam schon einmal nicht infrage – so schön es auch sein mag. Außerdem war ich bereits mehrfach dort gewesen, und zwar in den Jahren, in denen sein Porträt noch nicht am Flughafen hing.
Australien und Neuseeland waren für +1 zu weit entfernt. Auf Südamerika hatte ich keine Lust, und +1 hatte dort ohnehin schon einmal zwei Monate verbracht. So kam Asien ins Gespräch. Ich war bereits einmal in Thailand, mehrere Male in Singapur und kurz in Hongkong gewesen. +1 hatte auf dem Rückweg aus Neuseeland einmal 24 Stunden in Bangkok verbracht – wenn ich mich recht erinnere, wegen eines Flugausfalls und der damit verbundenen Umbuchung. Viel mehr hatte sie von Asien jedoch noch nicht gesehen.
Für mich stand fest, dass ich entweder in Singapur starten oder die letzten Tage dort verbringen wollte. Thailand wollte ich hingegen auf jeden Fall auslassen. +1 fand, Vietnam sei bestimmt ein lohnendes Reiseziel.
Ich hatte noch einige Meilen bei Miles & More, die ich gerne einsetzen wollte. Für die gesamte Reise würden sie allerdings nicht ausreichen. +1 wollte zudem nicht wesentlich mehr bezahlen als für einen Flug in der Economy Class. Das stand im Widerspruch zu meiner Regel, bei Flugzeiten von mehr als fünf Stunden nicht Economy zu fliegen.
Deshalb verglich ich zunächst die Kosten einer Reise in der Economy Class ohne Einsatz meiner Meilen mit den Kosten meines geplanten Reiseverlaufs. Auch die innerasiatischen Flüge bezog ich in diesen Vergleich ein.
In der Vorweihnachtszeit entdeckte ich schliesslich ein gutes Angebot von Etihad für die Hinreise, Meilenverfügbarkeit für die Rückreise. Daraus ergab sich der folgende Reiseplan.
20.04.25 MUC-AUH Etihad B787-9 Business
20.04.25 AUH-SIN Etihad A380 Business
25.04.25 SIN-HKG Cathay A350-900 Business
28.04.25 HKG-HAN Cathay A330 Business
09.05.25 HAN-IST Turkish A350-900 Business (Meilen)
10.05.25 IST-ZRH Turkish A321 Business (Meilen)
Ursprünglich war für die Strecke von HKG nach HAN ein Airbus A321 vorgesehen. Nach einigen Änderungs-E-Mails wurde daraus schliesslich ein A330, damit konnte ich gut leben.
Bis etwa zwei Wochen vor dem Urlaub passierte dann nicht mehr viel. Wie üblich organisierten wir für unsere alte Katze einen Platz bei einem Kollegen, bei dem sie sich während der rund 20 Tage wohlfühlen konnte. Ausserdem planten wir die Anreise nach München, da wir in der Region Zürich wohnen. Einige Hotels wurden gebucht und die Reiseroute legten wir ebenfalls fest.
Nicht ganz in unsere Planung passte die Mitteilung meines Unternehmens in meiner letzten Arbeitswoche: Mehrere Teams würden zusammengelegt und u.a. meine Stelle gestrichen. Das trübte die Stimmung etwas. Ich wollte mir im Urlaub eigentlich Gedanken darüber machen, wohin es mich nach dieser Reise beruflich ziehen würde und nicht, dass mein Unternehmen diese Entscheidung für mich traf.
Es gab zwar noch die Zusicherung, dass man an einer internen Lösung arbeite. Das Unternehmen wollte offenbar weder vor dem Arbeitsgericht landen noch negative Schlagzeilen riskieren, nachdem in den Monaten zuvor bereits viele Mitarbeitende entlassen worden waren und an manchen Tagen gleich mehrere Personen die Kündigung erhalten hatten.
+1 musste noch eine weitere Woche arbeiten, während ich Zeit hatte, meine Unterlagen zu aktualisieren. Ich war mir sicher, dass eine interne Lösung möglicherweise nicht meinen Vorstellungen entsprechen würde und letztlich ohnehin eine Veränderung bevorstand. Vorweggenommen: Das Unausweichliche folgte dann einige Monate später. Die Veränderung, die ich wollte fand ich dann aber auch viel schneller als das ich erwartet hätte und habe dann auch gleich meinen vorzeitigen Abschied im Herbst gefeiert, um nicht gleich nahtlos weiterzuarbeiten.
Am Donnerstag hatte auch +1 ihren letzten Arbeitstag vor dem Urlaub. Meine Jobsorgen waren schon noch da, aber nicht mehr so präsent wie einige Tage zuvor.
Wir packten unsere Kleider in die Reiserucksäcke, brachten den Kater schweren Herzens zu unserem Kollegen und waren bereit für den ersten Reisetag…
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