WORD!
Es gibt im Fernverkehr mehr Missbrauch, als man denkt. Es ist einfach ne andere Situation als im Nahverkehr. Sehr viele Fahrgäste reisen nur sehr sporadisch im Fernverkehr. Und viele kapieren die Regeln nicht, zumindest punktuell nicht. Schaffner sind mehrmals täglich in der Situation, wo jemand eine Regel verletzt. Die haben gar nicht die Zeit, jeden Verstoß zu sanktionieren. Oftmals beschränken sie sich auf eine Belehrung des Fahrgasts, gerade weil oft der Eindruck entsteht, es handelt sich um einen ehrlichen Fehler eines Gelegenheitsfahrers. Als Vielfahrer (früher mit schwarzer Mamba) habe ich es mehrfach erlebt, dass Einzelne das Wohlwollen der Schaffner für sich ausnutzen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, so die Rechtsfloskel. In der Praxis schützt sie meist doch im Zug der DB. Und Dreistigkeit siegt auch.
Die Leute, die nicht internet-affin sind, kaufen in seltensten Fällen im Zug (sondern lösen vorab am Schalter oder bitten das Enkelkind um Onlinebuchung...). Und der Geschäftsreisende, der in letzter Sekunde zum Zug hechtet, sollte sich in Zukunft halt bereits in der Straßenbahn oder im Taxi per Handy die Fahrkarte kaufen. Wenn er das nicht will, soll er gefälligst den Flexpreis zahlen. So what?