Es tut sich was bei der Bahn (u.a. mehr Angebote, kostenlose Sitzplatzreservierungen etc.)

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drusnt

Erfahrenes Mitglied
02.12.2013
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Das waere fuer die Bahn noch schlechter als jetzt: Wer will, kann die Fahrkarte an Bord kaufen, d.h. sie kann die gewuenschte Personaleinsparung doch nicht realisieren. Zusaetzlich stromern die Leute durch den Zug auf der Suche nach dem Schaffner. Worst of both worlds.
Erkläre mir doch mal bitte, welches Personal hier jetzt exakt eingespart werden soll, nur weil zukünftig nicht mehr in jedem 10. Zug mal noch ein Ticket im Zug gelöst wird?
 

HAM76

Erfahrenes Mitglied
21.09.2009
4.374
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HAM
Erkläre mir doch mal bitte, welches Personal hier jetzt exakt eingespart werden soll, nur weil zukünftig nicht mehr in jedem 10. Zug mal noch ein Ticket im Zug gelöst wird?

Es ist ja nicht nur der Ticketverkauf... Parallel verstärkt die Bahn ja auch die Werbung für den Kauf von Tickets per App und das Einchecken am Sitzplatz. Insgesamt sieht das schon so aus, als ob da eine Optimierung stattfindet, mit der weniger Personal mehr Fahrgäste kontrollieren kann.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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10.293
irdisch
Ein Schaffner ohne Kasse ist nur noch ein Kontrolleur. Entsprechend weniger wird denen bezahlt werden bzw. das können dann "Dienstleister" übernehmen.
 

meilenfreund

Erfahrenes Mitglied
10.03.2009
7.005
6.123
Erkläre mir doch mal bitte, welches Personal hier jetzt exakt eingespart werden soll, nur weil zukünftig nicht mehr in jedem 10. Zug mal noch ein Ticket im Zug gelöst wird?

Es wird für jeden Zug eine eisenbahnrechtlich vorgeschriebene Mindestbesatzung hinsichtlich Anzahl und Qualifikation (siehe unten) der Zugbegleiter geben. Daran kann nicht gedreht werden. Das Einsparpotential liegt in der Anzahl der Zugbegleiter, die über die Mindestbesatzung hinaus auf einem Zug Dienst verrichten. Da wäre dann zum Beispiel folgende Rechnung möglich (fiktive Zahlen, die nur zur Veranschaulichung des Beispiels dienen):

Angenommen, es verkehren jeden Tag 1.000 Fernzüge und bei jeder Zugfahrt fallen im Durchschnitt 15 Minuten für das Verkaufen von Fahrscheinen an. Das ergibt jährlich 1.000 x 15 x 365 = 5.475.000 Minuten bzw. 91.250 Stunden. Bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden und daraus folgend einer Jahresarbeitszeit von 2.080 Stunden lassen sich mit der Begründung, dass diese Tätigkeit entfällt, aufgerundet 44 Vollzeitstellen wegrechnen.

Ein Schaffner ohne Kasse ist nur noch ein Kontrolleur. Entsprechend weniger wird denen bezahlt werden bzw. das können dann "Dienstleister" übernehmen.

Ich denke, das Kassieren ist nicht das wesentliche Element, auch wenn es arbeitsrechtlich für eine tarifrechtliche Eingruppierung bedeutsam sein kann. Die grundsätzliche Unterscheidung richtet sich bei der DB meines Wissens schon jetzt danach, ob der Zugbegleiter eine eisenbahnbetriebliche Ausbildung hat (bei der bisherigen Uniform drei rote Ringe/Streifen am Sakko, bei der neuen :confused: ) oder nicht (bei der bisherigen Uniform ein roter Ring/Streifen am Sakko).
 

Monstertour

Erfahrenes Mitglied
08.01.2016
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LEJ
Nein. Wenn es am Bahnhof und im Zug keine (sonstige) Verkaufsmoeglichkeit gibt, sagt das Gesetz, dass die Fahrkarte bei der Kontrolle zu verkaufen ist.

Dieser Meinung war ich bis vor 3 Tagen auch. Als ich den Passus jedoch in der EVO nachlesen wollte stellte ich fest, dass diese massiv eingekürzt wurde und für den Fahrgast unvorteilhafter geworden ist.

Zum Thema Automat im Zug: das sind nur unnötige Kosten. Als Variante bietet sich an, entweder die Pflicht sich noch am Bahnsteig beim Personal zu melden (Analog Perronbillett der SBB) oder die Möglichkeit im Bisto beim Personal bis 5 Minuten nach Abfahrt zu kaufen. Ich denke, dass es in unser aller Interesse ist das "Graufahren" — also das zocken auf die fehlende Kontrolle - zu reduzieren.
 
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cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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FRA
Ich denke, dass es in unser aller Interesse ist das "Graufahren" — also das zocken auf die fehlende Kontrolle - zu reduzieren.
Dazu reicht es aus, wenn der Schaffner einfach jeden kontrolliert. Aber die Schaffner sind oft faul und machen sich nicht die Mühe. Ich habe schon erlebt, dass auf der ganzen Strecke von Ffm nach München nur einmal jemand vorbeigekommen ist (und das bei einem halbleeren Zug!)

Ich denke, die Bahn erhofft sich durch die Neuregelung eine effizientere Fahrscheinkontrolle, weil der Schaffner weniger Zeit mit dem Ticketverkauf verschwendet. Aber die jetzige lückenhafte Kontrolle liegt einfach an der Faulheit der Schaffner - sie haben genug Zeit, den ganzen Zug zu kontrollieren, tun es aber oft nicht.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.128
2.622
FRA
Welcher Schaffner?
Im RE (operated by DB) gibt's sie nach wie vor. Habe selbst mal ohne Probleme einen Fahrschein beim Schaffner gekauft, als der Fahrscheinautomat in Kahl(Main) streikte.

Mit dem Handy kann man im 21. Jahrhundert für die Strecke Kahl(Main)-Frankfurt nämlich kein Ticket kaufen. Die Strecke ist zu kurz für den DB-Tarif, und mit dem Verbundtarif klappt es nicht, weil man durch zwei separate Verkehrsverbünde fährt (RMV und VAB), was für die Bahn-Programmierer offenbar ein unlösbares Problem darstellte :rolleyes:
 
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spocky83

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21.12.2014
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MUC, BSL
Dieser Meinung war ich bis vor 3 Tagen auch. Als ich den Passus jedoch in der EVO nachlesen wollte stellte ich fest, dass diese massiv eingekürzt wurde und für den Fahrgast unvorteilhafter geworden ist.

Sehe ich da ehrlich gesagt nicht, der entsprechende Passus findet sich in § 5 Abs. 4 EVO "neu" (auch schon wieder 1 1/2 Jahre alt)

Das erhöhte Beförderungsentgelt ist nicht zu zahlen, wenn vor Antritt der Fahrt ein Fahrausweis nicht gelöst werden konnte, weil ein Fahrkartenschalter oder Fahrkartenautomat nicht vorhanden, nicht geöffnet oder nicht betriebsbereit war.

Edit:
Ganz im Gegenteil, die Pflicht das Personal aufzusuchen ist sogar entfallen (alte Fassung: bei der Prüfung der Fahrausweise unaufgefordert dem Kontrollpersonal zu melden, daß vor Antritt der Reise ein gültiger Fahrausweis nicht gelöst werden konnte, weil ein Fahrkartenschalter oder Fahrkartenautomat nicht vorhanden, nicht geöffnet oder nicht betriebsbereit war. (vgl. § 9 Abs. 3 d a.F.)

Wirklich weggefallen ist eigentlich nur der Anspruch auf das Ausstellen eines Fahrscheins bis fünf Minuten VOR Abfahrt i.S. § 9 Abs. 2 a.F. - nachdem die BB der Beförderungsunternehmen da auch schon in der Vergangenheit deutlich kundenfreundlicher waren, ist das aber durchaus zu verschmerzen.

Edit2: Copy/Paste Fehler, korrigiert
 
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Monstertour

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08.01.2016
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Ich interpretiere die neue EVO leider so, dass man zwar kein EBE bezahlen muss, jedoch der Prozess zur nachträglichen Rechnungslegung gestartet werden kann. Im Zweifel immer mit Mehraufwand verbunden.

Nach alter EVO musste ich mich erst bei der Kontrolle aktiv melden - d. h. Zugbegleiter fragt "Noch zugestiegen?" - reagiere ich da nicht und es wird nachkontrolliert ist das erhöhte Beförderungsentgelt fällig.
 

spocky83

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21.12.2014
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Ich interpretiere die neue EVO leider so, dass man zwar kein EBE bezahlen muss, jedoch der Prozess zur nachträglichen Rechnungslegung gestartet werden kann. Im Zweifel immer mit Mehraufwand verbunden.

Nach alter EVO musste ich mich erst bei der Kontrolle aktiv melden - d. h. Zugbegleiter fragt "Noch zugestiegen?" - reagiere ich da nicht und es wird nachkontrolliert ist das erhöhte Beförderungsentgelt fällig.

Beziehst du dich auf den Fall, bei dem jemand ohne einen Fahrschein in den Zug gestiegen ist oder meinst du generell?
 

schlepper

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31.08.2016
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4.036
FRA
Pardon, Chef de Zugue.
Und selbst in RE's sieht man Schaffner selten.

Es ging mir nicht um den Begriff, im Nahverkehr muss man, je nach Region, davon ausgehen, dass planmäßig kein Zugbegleiter dabei ist.

Im RE (operated by DB) gibt's sie nach wie vor. Habe selbst mal ohne Probleme einen Fahrschein beim Schaffner gekauft, als der Fahrscheinautomat in Kahl(Main) streikte.

Mit dem Handy kann man im 21. Jahrhundert für die Strecke Kahl(Main)-Frankfurt nämlich kein Ticket kaufen. Die Strecke ist zu kurz für den DB-Tarif, und mit dem Verbundtarif klappt es nicht, weil man durch zwei separate Verkehrsverbünde fährt (RMV und VAB), was für die Bahn-Programmierer offenbar ein unlösbares Problem darstellte :rolleyes:

Ja, je nach Verbund kann einer (laut Vertrag) vorgeschrieben sein, betriebliche Aufgaben erfüllen sie in der Regel nicht mehr. Also kann der auch ohne fahren.

Der eigentliche Witz ist eigentlich, dass der Tarifkram nicht endlich mal vereinheitlicht wird, mir ist es vergangenen Sommer noch passiert, dass ich eine Busfahrkarte von Würzburg nach Wertheim gelöst habe, leider am Automat des falschen Verbundes, durfte im Bus nochmal lösen. :rolleyes:
 
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cockpitvisit

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04.12.2009
5.128
2.622
FRA
Immerhin ermöglicht die Neuregelung ein risikofreies Schwarzfahren auf kurzen ICE-Strecken (Spandau - Berlin Hbf, Pasing - Mü-Hbf), da man in den ersten 10 Minuten der Fahrt keinen Fahrschein zu besitzen braucht.

Frankfurt-Hbf zum Flughafen-Fernbf wird de facto auch eine Schwarzfahrstrecke (Fahrtdauer 11 Minuten, Ticketkontrolle erst ab der 11. Minute möglich). Sehr schön (y)
 

freddie.frobisher

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23.04.2016
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7.136
Pardon, Chef de Zugue.
Und selbst in RE's sieht man Schaffner selten.
In Deutschland habe ich bisher in fast jedem Zug einen Schaffner gesehen. Zumindest bis vor Corona, seither bin ich selten unterwegs. In Österreich gehören die Schaffner zu einer aussterbenden Spezies, was in Summe vermutlich mehr Geld kostet als es spart.

Als ich noch Student war, also vor mittlerweile über 10 Jahren, musste ich an zwei aufeinander folgenden Wochentagen eine Strecke von ca. 60 Kilometern im Regionalzug zurücklegen. Die meisten Fahrgäste haben gar nicht gezahlt, denn kontrolliert wurde man eh so gut wie nie. Ich ehrlicher Idiot habe wenigstens am ersten Tag ein Ticket gekauft, das ich aufgrund der zweitägigen Gültigkeit am Folgetag recyceln konnte. Pro Jahr gab es ca. 5 Wochen, an denen mein Ticket entwertet wurde und ich ein zweites kaufen musste.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
24.415
10.293
irdisch
Es geht ja nicht darum, ob man ungesehen betrügen könnte, sondern ob man für die Leistung, die man in Anspruch nimmt, bezahlt. Ich habe auch ohne Kontrolle immer ein Ticket.
 
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Weltenbummler42

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08.06.2010
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noch TXL
Die meisten Fahrgäste haben gar nicht gezahlt, denn kontrolliert wurde man eh so gut wie nie. Ich ehrlicher Idiot habe wenigstens am ersten Tag ein Ticket gekauft, das ich aufgrund der zweitägigen Gültigkeit am Folgetag recyceln konnte. Pro Jahr gab es ca. 5 Wochen, an denen mein Ticket entwertet wurde und ich ein zweites kaufen musste.

Woher weißt Du das sie nicht bezahlt haben? Es gibt doch x Möglichkeiten, wie Zeitkarten, BC100, Vorverkauf sich eine Fahrkarte zu kaufen.
Hast Du die Leute befragt oder kontrolliert?

Weltenbummler
 

SuperConnie

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18.10.2011
5.018
58
Nordpfalz
Woher weißt Du das sie nicht bezahlt haben? Es gibt doch x Möglichkeiten, wie Zeitkarten, BC100, Vorverkauf sich eine Fahrkarte zu kaufen.
Hast Du die Leute befragt oder kontrolliert?

Weltenbummler

Bietet bahn.de denn die Möglichkeit, einen Übergangsfahrschein von der 2. in die 1. Klasse zu kaufen? Oder die Automaten im Fernverkehr? Habe ich noch nicht gesehen - aber auch längere Zeit nicht versucht.

Bisher bin ich ggf. halt zum Schaffner gegangen und habe gesagt, ich setze mich in die 1. Klasse und löse nach. Völlig unkompliziert. Da ich kein Google-Konto habe, kann ich den DB-Navigator nicht nutzen - geht es denn bei dem?

Oder ein Fernzug kommt außerplanmäßig zum Halt an einer Station, wo man auf einen Nahverkehrszug wartet. Da konnte man einsteigen, sich sofort beim Personal melden und sagen "Bin hier zugestiegen und möchte nachlösen". Und war früher am Ziel. Ohne mobile Daten geht das jetzt nicht mehr. Und die IT-Branche freut sich.

Ein bedenkliches Verhalten eines Monopolisten, den ich ansonsten eher wieder zu schätzen lerne...
 
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spocky83

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21.12.2014
3.821
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MUC, BSL
Im Fernverkehrstarif geht die Buchung des Übergangsfahrscheins nur im Reisezentrum, sofern der ursprüngliche Fahrschein das tariflich nicht ausschließt (z.B. Sparpreise). Buchung beim Zugbegleiter ist ebenfalls möglich, auch nach der Änderung der BB (es ist ja kein Fahrscheinerwerb sondern eine Zusatzleistung bzw. Änderung).

Beim Nachlösen über das Smartphone bin ich ehrlich gesagt etwas rigoroser unterwegs: der Verweis auf die Nutzung mobiler Daten läuft in meinen Augen in Anbetracht kostenfreier WLAN Verbindungen im Zug etwas leer (und mal ehrlich: nur weil gewisse Medien gerne über die angeblich exorbitanten Kosten herumjammern, wird es deswegen nicht richtiger). Ja, die Welt entwickelt sich weiter, auch für Senioren. Irgendwann ist immer mal Schluss mit "Legacy Support" und solange es noch Alternativmöglichkeiten gibt, ist das auch richtig so. Dass die nicht immer bequem sind, ist da zweitrangig.


Und bitte, kommt mir jetzt nicht mit den angeblich allgegenwärtigen Funklöchern: die Zugbegleiter sind auch nicht immer auf der Brennsuppe dahergeschwommen, denen ist auch klar, dass es situativ mal nicht möglich ist, online zu buchen.

Edit: der Wechsel zwischen den Produktkategorien, abgesehen von Länder/QdL Tickets, wäre ohnehin per Zuschlag zu lösen und dürfte somit auch weiterhin im Zug möglich sein
 
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