Manager Magazin über Miles and More und Vielfliegerprogramme

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economy

Erfahrenes Mitglied
21.04.2012
452
0
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Das halte ich für sehr verallgemeinert.

Was ist denn Deine Erwartungshaltung an den Rückfluss an Meilenwert? 2%, 5%, 10%, 25%, 50%?

Z. B. konnte man einen Positionierungsflug QKL-MXP-QKL in D für EUR 950,- buchen, um dann von MXP-HNL-MXP für EUR 3.920,- in A weiter zu fliegen. Brachte insgesamt gut 71.000 Meilen, mit denen man z. B. per Meilenschnäppchen im August plus EUR 585,- in Biz nach Hongkong fliegen kann. Ein Flug, der auch mal EUR 3.500,- kosten kann. Das wäre dann ein Rückfluss von rund 60% (Flüge für EUR 4.870,- bezahlt, Flug für EUR 2.915,- gratis bekommen). Aus meiner Sicht ist das mehr als ein kleiner Zuckerli.

Ich habe im Moment keine spektakulären Routings. Frankfurt - USA (Phildadelhia, Boston) oder Frankfurt BCN. Auf diesen direkten Strecken bekomme ich auf Eco nur noch einen geringen Prozentsatz der Entfernungsmeilen gutgeschrieben. Da ich bei einem Prämienflug nur den reinen Flugpreis und nicht die Gebühren spare ist meine rechnerische Ersparnis nunmal sehr gering. Da komme ich im Best Case wohl auf maximal 5 %!

Sollte ich einen Meilen Flug in Biz nehmen heble ich das ganze ein wenig nach oben. Es bleibt dann für mich persönlich ein Zuckerl nicht mehr aber auch nicht weniger. Das mit dem Zuckerl war jetzt nicht unbedingt als Beschwerde gedacht. Nur man muss halt sehen, dass für einen Normalkunden, der auch nicht jeden Trick kennt und mit Absicht evtl. Routings fliegt, welche mehr Meilen bringen, die Fakten nunmal so sind.

Ich weiß, wenn man die Prämienflüge für Strecken verwendet , welche sonst sehr teuer sind ist die Ersparnis größer. Nur entspricht dies im Moment nicht meinem Bedarf...
 

tyrolean

Erfahrenes Mitglied
18.03.2009
5.842
978
Bayern & Tirol
Aber ganz ehrlich, da gibt es viel vergleichbares, dass sich besser zum "Sammeln für den Ruhestand" eignet, aber auch den Wert nicht behält. Da investiert man in eine Wohnung in guter Lage im Grünen und will sie 20 Jahre später verkaufen ... aber nun ist man Teil eines Sozialbauviertels mit Hochhäusern. Oder man investiert in Libro Aktien. Oder Gold. Alles am Ende weniger wert als gedacht. Und tw. auch gar nichts mehr.

Oder das immer wieder angesprochene jahrelange Sparen für den C-Flug oder once in a lifetime F-Flug. Das wäre als würde ich mir erhoffen, dass ich durch Sammeln von kleinen Graphitminenstückchen, die zu klein sind für einen Druckbleistift, irgendwann einmal einen Diamanten pressen kann. Und mich dann noch darüber aufregen, dass das Pressen lassen Geld kostet ... da passt einfach die Relation nicht.

Es kann sich nicht ausgehen, dass ich mit 30 Europa Super Billig Tickets dann einmal in F nach Australien für umme fliegen kann ...

Vielleicht bist Du ein wenig zu jung für das Thema. Vor 10 bis 15 Jahren hat man noch daran geglaubt, dass Dinge ein wenig beständiger sind als ein paar Monate.

Zum Vergleich: Wenn Du 36 mal in Europa Business Class return gefolgen bist, kriegst Du auch einen Prämienflug nach Australien in der C zusammen - und hast in der Regel über 36*700 Euro also über 25K Euro bei der lieben LH gelassen.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
24.415
10.293
irdisch
Was mich aus Airline-Sicht wundert ist, wie man einen Giga-Erfolg, wie einst MM, in dieser Weise freiwillig aufgeben kann? Da hat doch nun wirklich jeder gesammelt und immer schön LH gebucht.

Vermutlich war es eine Fehlentscheidung, da ein eigenes Profit-Center draus machen zu wollen und es mit allen möglichen, geradezu beliebigen, anderen Rabattkarten zu verschmelzen. Sowas kriegt man doch nie wieder.

Oder haben einfach zuviele Firmen die erflogenen Meilen selbst beansprucht?
 
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Anonyma

Erfahrenes Mitglied
16.05.2011
16.436
9.501
BRU
Meine +1 hat dieses Jahr 2 x Langstrecke mit *A (PEK und CGK/SIN) in C und 1 x HNL-LAX mit UA in Eco. Tickets haben in Summe unter 6K€ gekostet und die Ausbeute waren dank etwas Kreativität und privatem Zeiteinsatz genau 63.332 Statusmeilen.

Womit wir hier aber offensichtlich dann auch nicht von einem "normalen" Flugverhalten sprechen. Klar, durch ein paar Umwege, Abflug ex-Irgendwo, bewusster Buchungsklassenwahl usw. kann ich nach wie vor recht günstig zu recht vielen Meilen kommen. Nur nicht jeder hat dazu die Zeit/Lust/Möglichkeit. Ich denke, der Frust hier bei vielen kommt auch davon, dass sie auf ihren Flügen das halt nicht können/wollen, und somit selber mit deutlich höheren Ausgaben kaum zu Meilen kommen. Nur abgesehen von einem rein umsatzbasierten System (was hier wohl auch den wenigsten gefallen würde) werden sich Extreme – nach oben und nach unten –nicht vermeiden lassen.

Letztendlich versucht M&M, einen Kompromiss zwischen einerseits umsatzorientiert (aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar) und andererseits "Vielfliegerprogramm" zu erzielen. Was zusammen mit einer Preis- und Buchungsklassenpolitik, die sich am Markt/Strecke/Abflugsland/Konkurrenzsituation etc. orientiert (und nicht am Meilenprogramm) vielleicht nicht 100% "gerecht" ist, aber insgesamt gesehen finde ich das System so schlecht auch wieder nicht.
 
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Luftikus

Megaposter
08.01.2010
24.415
10.293
irdisch
Ich renne Meilen jedenfalls nicht hinterher. Wenn sie abfallen, nett. Wenn nicht, auch nicht schlimm oder egal.
 

thbe

Erfahrenes Mitglied
27.06.2013
9.445
9.874
Was mich aus Airline-Sicht wundert ist, wie man einen Giga-Erfolg, wie einst MM, in dieser Weise freiwillig aufgeben kann? Da hat doch nun wirklich jeder gesammelt und immer schön LH gebucht.

Vermutlich war es eine Fehlentscheidung, da ein eigenes Profit-Center draus machen zu wollen und es mit allen möglichen, geradezu beliebigen, anderen Rabattkarten zu verschmelzen. Sowas kriegt man doch nie wieder.

Oder haben einfach zuviele Firmen die erflogenen Meilen selbst beansprucht?

Man hat den Erfolg ja keineswegs aufgegeben, sondern den monetären Nutzen optimiert, den man daraus ziehen kann.

Das Passagierfliegen gehört zu den stark emotional aufgeladenen, positiven Themen. Und mit positiven Emotionen lassen sich Produkte so gegenüber anderen Produkten differenzieren, dass man höhere Margen erzielen kann. Höhere Margen zahlen letztendlich die Kunden. In der Regel durch höhere Preise, bei an sich kostenlosen Kundenbindungsprogrammen geht das dann eher durch Einschränkungen bei den Leistungen. Optimalerweise schafft man es, trennscharf die "guten" Kunden nicht zu beeinträchtigen, ja ihnen sogar mehr zu bieten, und nur die "schlechten" Kunden schlechter zu stellen.

Die Schlüsselfrage für M&M ist stets, ob sie mit ihren "Enhancements" letzteres tatsächlich so trennscharf wie möglich hinbekommen.
 
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Detlev

Erfahrenes Mitglied
08.01.2011
5.032
6
Landkreis ED
@Anonyma
Klar. Bin völlig Deiner Meinung.

M&M versucht "irgendwie gerechter" zu werden was Preise und Qualifikation angeht. Das ist legitim und unternehmerisch sinnvoll.
Das Problem scheint zu sein, dass es ziemlich lange dauert, bis so etwas in einer Allianz wie LH auf alle Partner durchschlägt und solche Ungleichheiten, wie von mir beispielhaft zitiert, nivelliert, wenn das überhaupt zu erreichen ist.
Das TK so abrupt kastriert wurde, ist sicher nur dem Umstand geschuldet, dass TK etwas zu massiv Expansions-Konkurrenz innerhalb der *A betrieben hat.

Ich renne Meilen jedenfalls nicht hinterher. Wenn sie abfallen, nett. Wenn nicht, auch nicht schlimm oder egal.

Passt so für Dich nicht, du ziehst die Konsequenzen. Prima!

Meine +1 schon. Noch 2 Longhauls dieses Jahr auf *A und der SEN ist wieder gesichert bis 2/2017. Was für uns entsprechende und durchaus gravierende Vorteile bringt, wenn wir privat in C oder F Tickets buchen wollen für Langstreckenflüge und das mit Meilen, die durchaus eher selten durch Flüge generiert wurden. Für uns passt es. Auch prima :)
 
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MisterG

Stein-Papier-Schere Profi
02.01.2012
10.555
6
Wien
... Da muss man kein kompliziertes Excel-Gebilde aufbauen, um zu erkennen, dass ein Status für Billig-Eco-Pendler keine Kundenbindung, sondern Geldverschwendung ist....

Früher gab es halt das Marketing-Credo: Man bindet den Kunden bei Kleinigkeiten (gratis Konto für Studenten etwa) und wenn sie dann etwas großes brauchen (einen Kredit für die Wohnung) hat man sie vorher günstig eingesackt. Damals war aber der Kunde weniger mobil bzw. mobil sein war eine ziemliche Hacke (wer vor ca. 15 Jahren versucht hat, sein Gehaltskonto zu wechseln, weiß wovon ich rede).

Das hat sich aber geändert, vor allem, weil die Kunden extrem mobil sind. OTA für Flugbuchungen (früher galt noch für viele das Credo: Online nur für kont., aber Langstrecke bzw. kont. auf anderen Kontinent immer Reisebüro und Premiummarke), Suchmaschinen und Berichte, dass weder TK noch die Scheichs schlechte Qualität abliefern tun hier das übrige.

... Das TK so abrupt kastriert wurde, ist sicher nur dem Umstand geschuldet, dass TK etwas zu massiv Expansions-Konkurrenz innerhalb der *A betrieben hat....

Allianzen sind halt auch "Nicht-Angriffs-Pakte". Und wenn sich da einer nicht daran hält, wird er halt besonders gemobbt.
 

Detlev

Erfahrenes Mitglied
08.01.2011
5.032
6
Landkreis ED
Das hat sich aber geändert, vor allem, weil die Kunden extrem mobil sind.

Oder allenfalls, weil die Kunden inzwischen absolut gläsern sind und das ob wir wollen oder nicht bzw. ob wir können oder nicht.

Mein gerade gesteller Antrag auf ein DKB-Konto hat mich in der einen Hinsicht positiv überrascht und im Nachhinein durchaus überaus nachdenklich gemacht.

"Die wissen von Dir alles, bevor Du es ihnen gesagt hast".... ist das Motto.
 
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Detlev

Erfahrenes Mitglied
08.01.2011
5.032
6
Landkreis ED
Allianzen sind halt auch "Nicht-Angriffs-Pakte". Und wenn sich da einer nicht daran hält, wird er halt besonders gemobbt.

Na ist doch wie im richtigen Leben, oder? ;)

Ich glaube, dass das Problem und die Konkurrenz unter den Fluglinien hauptsächlich durch die technischen Möglichkeiten bestimmt werden, die sich in den letzten 3-4 Jahrzehnten eröffnet haben.
Als die Reichweiten der Fluzeuge noch weitaus limitierter waren, hatten Fluggesellschaften kein (wirtschaftlich begründetes) Interesse daran, in weit entfernten "Jagdgründen" zu wildern. Oder?
 
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Tirreg

Rutscher des Grauens
08.03.2009
7.765
2.633
FRA
So ganz kann ich es nicht verstehen, wieso das immer am Gesamtumsatz ausgemacht wird. Es stehen ja auch ganz andere Kosten dahinter.

Wer 3 mal im Jahr in Business Class nach Asien fliegt, hat vielleicht einen Umsatz von 15.000 EUR. Für den Kunden muss ich aber auch nur 6 mal Loungezugang einkalkulieren und nur 6 mal. Gebühren am Flughafen fürs Handling abdrücken usw.

Wer allerdings 50 Returns zu 300 EUR in Europa macht, generiert doch ganz andere Kosten: 100 Loungebesuche, 100 mal Gebühren am Flughafen etc.

Das Beispiel zieht doch in jeder Branche: Für Amazon ist es auch toll, wenn ich 3 mal ein MacBook für je 2.000 EUR kaufe und nicht wenn ich täglich zwei Bücher bestelle...
 
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Detlev

Erfahrenes Mitglied
08.01.2011
5.032
6
Landkreis ED
@Tirreg
Wie schon weiter oben erwähnt, sind die vom Ticktepreis an fremde Konten abzuführenden Kosten nicht proportional zum Ticketpreis.

100€Ticket => 80€ (echte) Steuern und Gebühren => 80% Abführung an Fremde
2000€ Ticket => 400€ (echte) Steuern und Gebühren => 20% Abführung an Fremde

Dazu kommen dann noch die von Dir erwähnten Mehrkosten in den Lounges....



Allerdings muss man sich fragen, ob LH ohne "cattle" (bzw. Kettl) in Deutschland/Europa überlebensfähig wäre auf Dauer.
 
Zuletzt bearbeitet:

MisterG

Stein-Papier-Schere Profi
02.01.2012
10.555
6
Wien
...Ich glaube, dass das Problem und die Konkurrenz unter den Fluglinien hauptsächlich durch die technischen Möglichkeiten bestimmt werden, die sich in den letzten 3-4 Jahrzehnten eröffnet haben. Als die Reichweiten der Fluzeuge noch weitaus limitierter waren, hatten Fluggesellschaften kein (wirtschaftlich begründetes) Interesse daran, in weit entfernten "Jagdgründen" zu wildern. Oder?

Und mit Online RBs und Online Booking bei Fluggesellschaften ist noch einmal ein Aspekt dazu gekommen. Früher brauchte man ein gutes RB oder aber musste durch zig Stadtbüros laufen.
 
N

no_way_codeshares

Guest
Meine +1 hat dieses Jahr 2 x Langstrecke mit *A (PEK und CGK/SIN) in C und 1 x HNL-LAX mit UA in Eco. Tickets haben in Summe unter 6K€ gekostet und die Ausbeute waren dank etwas Kreativität und privatem Zeiteinsatz genau 63.332 Statusmeilen.
Es zeigt, dass man mit 2 x Langstrecke schon mehr als den halben SEN hat.

Möglicherweise führt ein gewisser Abstand vom Problem der SEN Statuserneuerung zu einer etwas verzerrten Sichtweise, die das eine oder andere Missverständnis hier erklären könnte:
CGN-TYO und HKG-CGN im März in Business mit LH/OS, gebucht, wie bisher immer nur nach Bestuhlungsklasse und nicht - wie Miles&More mich nur gelehrt hat - nach Tarifklasse zu nahezu 4K: = ca . 12.500 Statusmeilen.
OK, auch Oneworld hat die Messlatte höher gelegt, aber dort hätte ein solcher Flug zu ca 30% Statuserhalt geführt, bei AF/KL ca 40%. Bei Miles&More nun 12.5% (ich will mich ja keines Rundungsvergehens schuldig machen). Eure Ehepartner haben einfach richtig Glück gehabt, gratuliere!

Da ich viel in Skandinavien unterwegs bin, kann ich sagen, dass Kekse, Erdnüsse und Gummibärchen schon deutlich mehr sind als in so mancher SAS Lounge. Beim letzten Mal gab es zwei Sorten von Brot: ganz trockenes Weißbrot und Weißbrot nicht ganz trocken. Sonst nichts.
Scandinavien : Absolut. Daher machts null Spass mit SAS zu fliegen.War früher anders. SAS kann nur besser werden wenn die Staaten sich hrausziehen...
Ja, SAS zu Fliegen ist wirklich traurig gegenüber früher. On-Board kann ich das bestätigen. Hinsichtlich der Lounges in ARN, OSL und - erst Recht - CPH aber nicht. Ja, sie haben nachgelassen und befinden sich jetzt auf LH-Niveau.

Das TK so abrupt kastriert wurde, ist sicher nur dem Umstand geschuldet, dass TK etwas zu massiv Expansions-Konkurrenz innerhalb der *A betrieben hat.
Das ist unbestritten, wobei die "partnerschaftliche" Reaktion seitens LH sicher ein Novum in allen Allianzen darstellt (CX und QF sind auch wie Hund und Katze, aber nicht zu Lasten ihrer Kunden). Unbestritten ist aber auch, dass man von vielen Flughäfen in Deutschland und Österreich mehrfach am Tag mindestens so gut nach Süden und Osten über Istanbul angebunden ist, wie über Frankfurt oder München. Warum ermöglich LH ein solches Vakuum und wirft TK dessen Nutzung vor?

Und mit Online RBs und Online Booking bei Fluggesellschaften ist noch einmal ein Aspekt dazu gekommen. Früher brauchte man ein gutes RB oder aber musste durch zig Stadtbüros laufen.
Gebe ich Dir zu 100% Recht und buche daher bis auf Kurzstrecken Direktflüge alles nur über ein richtiges, reales Reisebüro, mit entsprechender Zuzahlung.
 
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GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.160
484
... und auf der anderen Seite ein Eco-Pendler mit sehr vielen Flügen zu EUR 99,-.

Da muss man kein kompliziertes Excel-Gebilde aufbauen, um zu erkennen, dass ein Status für Billig-Eco-Pendler keine Kundenbindung, sondern Geldverschwendung ist.

Letztlich ist und bleibt es eine Frage des grundsätzlichen Verständnisse. Für den einen gehören die Oft-aber-billig-Flieger als Kunden gebunden, für den anderen die Langstrecken-Flieger und für den nächsten die Hochwertig-Flieger. .

Das sehe ich etwas anders: Den Oft-aber-billig-Bucher lohnt sich durchaus, zu binden. Denn wer 60, 80 oder 100 Flüge p.a. bucht, der bucht garantiert nicht alle zu 99,-EUR. Der wird im Gegenteil sehr bald in der Situation sein, daß die Airline seines Kundenbindungsprogramms 10, 20 oder 30 EUR teurer ist als die Alternative, und dann wird er sich sagen "naja, ich fliege immer mit XYZ, da kenne ich schon die Wege, außerdem habe ich da die Lounge, Meilen sammle ich auch, usw. usw.", dann wird sich das noch ein wenig schöngeredet, und schwups: Leicht verdiente 30 EUR für die Airline für ein bischen Kartoffelsalat, der am Ende nicht einmal abgerufen wird, weil das Meeting vorher mal wieder länger gedauert hat.

Aber Du hast natürlich Recht, jeder darf selbst entscheiden, wen er binden will und wen nicht. Mir erscheint es nicht sehr sinnvoll, erst die Lounge-Kapazitäten auszubauen und dann die Regeln so zu ändern, daß manche/einige die Re-Quali nicht mehr schaffen. (oder sind die Kapazitäten für die *A-Partner gedacht :rolleyes:).

Zum Glück gibt es unterschiedliche Strategien, wen wer binden will und wer nicht. Wer es besser macht...time will tell ;).
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.160
484
So ganz kann ich es nicht verstehen, wieso das immer am Gesamtumsatz ausgemacht wird. Es stehen ja auch ganz andere Kosten dahinter.

Wer 3 mal im Jahr in Business Class nach Asien fliegt, hat vielleicht einen Umsatz von 15.000 EUR. Für den Kunden muss ich aber auch nur 6 mal Loungezugang einkalkulieren und nur 6 mal. Gebühren am Flughafen fürs Handling abdrücken usw.

Wer allerdings 50 Returns zu 300 EUR in Europa macht, generiert doch ganz andere Kosten: 100 Loungebesuche, 100 mal Gebühren am Flughafen etc.

Das Beispiel zieht doch in jeder Branche: Für Amazon ist es auch toll, wenn ich 3 mal ein MacBook für je 2.000 EUR kaufe und nicht wenn ich täglich zwei Bücher bestelle...

Tja, soetwas kommt 'raus, wenn ich immer nur mit der GuV-Brille auf den Kunden schaue, statt mit der Brille des Kunden auf mich selbst zu schauen. Es ist natürlich richtig, daß der, der 3 x p.a. in C nach Asien fliegt, ein interessanter Kunde ist (interessanter wäre allerdings noch F :rolleyes:). Nur, dummerweise, den binde ich nicht über ein Plastikkärtchen. Der bucht seinen C-Flug dort wo ihn das Produkt überzeugt und die Zeiten stimmen, denn die Perks bekommt er sowieso. Allenfalls wird er - wenn er den Status über die C-Flüge bekommen hat - auch mal seine Eco-Kurzstrecke dort buchen, und zwar nicht wegen des Kartoffelsalats, sondern weil es schlicht einfacher ist, und er vielleicht dann nebenbei noch in der Lounge arbeiten kann.

Klar, BMW verdient auch mit dem 7er absolut betrachtet am meisten. Aber nur 7er und keine 3er mehr: Dann können die den Laden zusperren.
 

MisterG

Stein-Papier-Schere Profi
02.01.2012
10.555
6
Wien
... Der bucht seinen C-Flug dort wo ihn das Produkt überzeugt und die Zeiten stimmen, denn die Perks bekommt er sowieso. Allenfalls wird er - wenn er den Status über die C-Flüge bekommen hat - auch mal seine Eco-Kurzstrecke dort buchen, und zwar nicht wegen des Kartoffelsalats, sondern weil es schlicht einfacher ist, und er vielleicht dann nebenbei noch in der Lounge arbeiten kann.....

Und genau das geht eben nicht mehr auf. Sprich nur weil er C bei einer Airline bucht (wegen Perks, Produkt, whatever), bucht er noch lange nicht Kurzstrecke dort. Oder einen anderen C-Flug. Denn dank Matches (und da zähle ich "sie müssen aber 4 Segmente in 3 Monaten bei uns fliegen, damit sie den Status behalten dazu") hat er eh überall Status bzw. kauft sich die Perks, die er will, sonst halt so. Das was Du beschreibst ist Anfang 90iger Jahre. Und deswegen waren die Kundenbindungsprogramme damals auch anders (und erfolgreicher). Aber 2014 schaut es anders aus. Man fliegt entweder "immer mit dem günstigsten", man "möchte einmal eine andere Airline oder Flugzeugtyp ausprobieren", man will auch seinen Zweitstatus erhalten, man kann gar nicht mit seiner Standardallianz fliegen, man fliegt mit der Standardallianz - aber nicht mit dem Homecarrier (sofern es so etwas noch gibt), usw.

Super fand ich einen Post vor einiger Zeit hier, wo jemand meinte, sein Vater, Consultant, fliegt LH wenn es der Kunde zahlt oder easyjet, wenn er es selbst zahlen muss.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.160
484
Du unterstützt damit ja nur, was ich geschrieben habe. Der 3 x p.a. Asien-C-Flieger mag zwar ein attraktiver Kunde sein, aber nicht unbedingt derjenige, den man vorrangig mit einem Kundenbindungsprogramm binden kann/wird.

Man könnte natürlich die These aufstellen, Kundenbindungsprogramme bringen ganz generell nichts (mehr) und man kann Kunden nicht (mehr) binden. Das ist ja anscheinend Deine These (meine nicht). Warum man dann aber nicht konsequent ist und das Programm ganz einstellt, erschließt sich mir nicht. Was LH derzeit anbietet, ist nicht Fisch und nicht Fleisch.
Oder anders ausgedrückt: "So richtig wissen wir nicht, ob es was bringt, ein bischen machen wir mit, aber falls es gut ist, es zu reduzieren, haben wir schonmal damit angefangen".
 

wizzard

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
9.184
3.137
Warum man dann aber nicht konsequent ist und das Programm ganz einstellt, erschließt sich mir nicht. Was LH derzeit anbietet, ist nicht Fisch und nicht Fleisch.
Oder anders ausgedrückt: "So richtig wissen wir nicht, ob es was bringt, ein bischen machen wir mit, aber falls es gut ist, es zu reduzieren, haben wir schonmal damit angefangen".

Warum sollte LH auch nur einen Gedanken daran verschwenden, so eine cash cow wie M&M einzustellen? Mit M&M wird gutes Geld verdient und LH weiß ganz genau, was es ihnen einbringt.
 
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crazyhorst

Aktives Mitglied
18.09.2011
162
1
HAM
Klar, BMW verdient auch mit dem 7er absolut betrachtet am meisten. Aber nur 7er und keine 3er mehr: Dann können die den Laden zusperren.

Bist Du sicher, dass sie nicht nur relativ mehr am 7er verdienen (Marge pro Stück) aber absolut mehr (Umsatzrendite im Segment) am 3er? Oder habe ich da gerade ein Fremdwort- und Verständnisproblem?

Aber zurück zum Thema: Wenn es darum geht, wo ein Vielflieger die besten Vorteile gewährt bekommt, hat M&M die Nase vorn, obwohl der Abstand geringer wird. Unabhängig davon haben andere Flotten (noch) jüngere Flugzeuge und mehr Leute kommen schneller an Rewards. Soweit die Manager Magazin Meinung.
Wobe es für die " echten" Vielflieger natürlich besser ist, wenn die Statuslevels schwer zu erreichen sind, dann muss ich mich nicht so oft mit Videoselfiedrehern aus der Lounge á la " Booaaah!!! Kevin, Aaalder guck mal, wo ich gerade bin!!!!" herumschlagen...:doh:
 
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MisterG

Stein-Papier-Schere Profi
02.01.2012
10.555
6
Wien
... Man könnte natürlich die These aufstellen, Kundenbindungsprogramme bringen ganz generell nichts (mehr) und man kann Kunden nicht (mehr) binden. Das ist ja anscheinend Deine These (meine nicht). Warum man dann aber nicht konsequent ist und das Programm ganz einstellt, erschließt sich mir nicht. Was LH derzeit anbietet, ist nicht Fisch und nicht Fleisch. ...

Dein Problem ist, dass Du das Kundenbindungsprogramm einer Airline bzw. von LH im speziellen nur von der Sicht des Kunden aus bewertest. Aber Wirtschaft funktioniert halt nicht so wie die Trivago Werbung. MM bringt Geld. MM bindet Kunden (immer noch, wahrscheinlich mehr als früher). LH bindet Kunden durch Routings, Flugzeiten, Angebot an Direktflügen, Status bei MM. Das ist fakt.

Alles andere ist "Wünsch Dir was", "Früher war alles besser" oder "aber wäre es nicht gescheiter, wenn". Das erinnert doch sehr an Gewerkschafter oder Arbeitgebervertreter, die immer genau wissen "was den die andere Seite machen sollte" bzw. die ständig so Dinge von sich geben wie "Wenn ich Arbeitgeber (oder Arbeitnehmer) wäre, würde ich" und dann kommt irgendein Schmonzens.

... Oder anders ausgedrückt: "So richtig wissen wir nicht, ob es was bringt, ein bischen machen wir mit, aber falls es gut ist, es zu reduzieren, haben wir schonmal damit angefangen".

Klar muss man ein Meilensammelprogramm haben. Wie eine Hotelkette halt ein Punktesammelprogramm braucht. Aber nenne mir eines, dass den Kunden "mit massiv Kohle" wirklich binden kann. Wenn ich Geld wie Heu habe, dann brauche ich keine Perks, die kaufe ich mir einfach.

Es gibt Ansätze (wie "Expierences", die man nicht kaufen kann), aber am Ende kann man sich mit Geld fast alles kaufen, was man als Perk bekommen kann.

Kundenbindungsprogramme richten sich an Entscheider sowie Personen die nicht selbst ihre Aufwände begleichen, an Statusgeile, an Maximierer mit (zu) viel Freizeit und mit Einschränkungen an Privatpersonen. Aber nicht an Rechner. Denn die Rechner kommen schnell drauf, dass es sich für sie eben nicht rechnet. Denn natürlich zahle ich den Rabatt irgendwie mit, ebenso die Perks. Und würde es sich für den Rechner rechnen, rechnet es sich eventuell für das Unternehmen nicht mehr.
 

FlyByWire

Erfahrenes Mitglied
16.11.2011
1.281
0
Bist Du sicher, dass sie nicht nur relativ mehr am 7er verdienen (Marge pro Stück) aber absolut mehr (Umsatzrendite im Segment) am 3er? Oder habe ich da gerade ein Fremdwort- und Verständnisproblem?

Für die Kameraden in München habe ich jetzt nichts Belastbares im Gedächtnis. Aber beim Daimler in Stuttgart ist die S-Klasse in Hinsicht Umsatzrendite der absolute Knüller. Und da sind dann die Kunden auch bereit für innovative Extras zu bezahlen, die - wenn überhaupt - erst deutlich später und günstiger bei den Volumenmodellen ankommen.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.160
484
Warum sollte LH auch nur einen Gedanken daran verschwenden, so eine cash cow wie M&M einzustellen? Mit M&M wird gutes Geld verdient und LH weiß ganz genau, was es ihnen einbringt.

Da es zu diesem Thema einen eigenen Thread gibt, kann ich mich kurz fassen:
1. Mit Verrechnungspreisen kann man fast jede beliebige Profitabilität darstellen.
2. Mit externen Umsätzen (Altpapier, Payback usw.) verdient M&M sicher gutes Geld. Dafür sind aber keine Meilengutschriften aus dem Flugbetrieb nötig.
3. Sollte LH zu der Ansicht gelangen, "this is as good as it gets" kann sie sich ja diesen Gewinn heute schon von Dritten auszahlen lassen ;).
 
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GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.160
484
Bist Du sicher, dass sie nicht nur relativ mehr am 7er verdienen (Marge pro Stück) aber absolut mehr (Umsatzrendite im Segment) am 3er? Oder habe ich da gerade ein Fremdwort- und Verständnisproblem?

relativ=Marge pro Stück in %
absolut=Marge pro Stück in Euro

Natürlich hast Du Recht, daß mit dem 3er "absolut" im Sinne von "Marge in Euro mal verkaufter Stückzahl" viel mehr verdient wird. Nichts anderes meinte ich, als ich sagte, ohne 3er kann man den Laden zusperren. Wir meinen also letztlich beide das Gleiche.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.160
484
ANZEIGE
300x250
Dein Problem ist, dass Du das Kundenbindungsprogramm einer Airline bzw. von LH im speziellen nur von der Sicht des Kunden aus bewertest. Aber Wirtschaft funktioniert halt nicht so wie die Trivago Werbung. MM bringt Geld. MM bindet Kunden (immer noch, wahrscheinlich mehr als früher). LH bindet Kunden durch Routings, Flugzeiten, Angebot an Direktflügen, Status bei MM. Das ist fakt.

Also "Problem" habe ich ja schonmal grundsätzlich keines. ;) Ansonsten: Zum einen muß ich ja nicht die LH führen, als Kunde ist es ja legitim, daß ich das aus Sicht eines Kunden beurteile. Und ich räume durchaus ein, daß es Situationen gibt, in denen ich als Kunde anders urteile als wenn ich Manager oder Eigentümer des Unternehmens wäre. Liegt in der Natur der Sache. Zum Anderen ist es aber auch so, daß unterschiedliche Unternehmen unterschiediche Ansichten haben, was richtig ist und was nicht. So funktioniert Wettbewerb, und die einen sind dann eben erfolgreicher im Wettbewerb als andere. Und ich denke, die meisten, die hier die jüngsten Kundenbindungsangebote von LH kritisieren, vergleichen nicht mit Wünschdirwas, sondern mit tatsächlich existierenden anderen Angeboten. Und wie es scheint, kommen einige hier zu der Ansicht, daß andere Angebote besser zu ihren Bedürfnissen passen. 4U, not for me.

Alles andere ist "Wünsch Dir was", "Früher war alles besser" oder "aber wäre es nicht gescheiter, wenn". Das erinnert doch sehr an Gewerkschafter oder Arbeitgebervertreter, die immer genau wissen "was den die andere Seite machen sollte" bzw. die ständig so Dinge von sich geben wie "Wenn ich Arbeitgeber (oder Arbeitnehmer) wäre, würde ich" und dann kommt irgendein Schmonzens.

Wenn das so wäre, hättest Du Recht. Ich vergleiche mit real existierenden Angeboten, und ich denke, andere machen das auch.


Klar muss man ein Meilensammelprogramm haben. Wie eine Hotelkette halt ein Punktesammelprogramm braucht.

Gibt auch Unternehmen, die ohne auskommen. Auch erfolgreiche.

Aber nenne mir eines, dass den Kunden "mit massiv Kohle" wirklich binden kann. Wenn ich Geld wie Heu habe, dann brauche ich keine Perks, die kaufe ich mir einfach.

Es gibt Ansätze (wie "Expierences", die man nicht kaufen kann), aber am Ende kann man sich mit Geld fast alles kaufen, was man als Perk bekommen kann.

Nö. Wenn ich LH fliege, komme ich auch für viel Geld nicht in die BA-Lounge und umgekehrt. Ich kann mir auch für noch so viel Geld keine full-flat bei LH kaufen, wenn es an Bord keine gibt, und keine First, wenn nur 2-Klassen-Konfiguration geflogen wird. Und noch etwas (und im Gegensatz zu den vorherigen Beispielen spreche ich hier von mir selbst): Wenn ich bei meiner bevorzugten Airline einen Flug für 99 EUR oder 129 EUR oder auf der Langstrecke 1500 EUR in C buche: Was soll ich da noch lang Preise vergleichen? Bei einem Europa-Flug für 700 EUR schaue ich natürlich, ob ich den auch billiger kriegen kann, aber bei ca. 100? Da bin ich loyal zu dem, der meine Loyalität honoriert.

Kundenbindungsprogramme richten sich an Entscheider sowie Personen die nicht selbst ihre Aufwände begleichen, an Statusgeile, an Maximierer mit (zu) viel Freizeit und mit Einschränkungen an Privatpersonen. Aber nicht an Rechner. Denn die Rechner kommen schnell drauf, dass es sich für sie eben nicht rechnet. Denn natürlich zahle ich den Rabatt irgendwie mit, ebenso die Perks. Und würde es sich für den Rechner rechnen, rechnet es sich eventuell für das Unternehmen nicht mehr.

YMMV. Die Gleichung wenn es sich für den Einen rechnet, rechnet es sich für den Anderen nicht ist doch Unsinn. Dann dürfte in einer Marktwirtschaft nicht eine einzige Transaktion stattfinden. Tatsächlich finden aber Transaktionen immer dann statt, wenn sie sich für beide rechnen. Sei es, weil der Anbieter andere Kostenstrukturen hat, oder weil der Nachfrager dem angebotenen einen anderen Wert beimißt.