ANZEIGE
Jep. So ist es bei uns auch. Deswegen wurden ja bisher nur eine Handvoll Awards gebucht (dann auch nur innerdeutsch).
Außerdem sind die Meilen ja trotzdem noch personenbezogen, d.h. es gibt etliche Mitarbeiter die eine geringe Menge auf Konto haben, mit dem sie nicht wirklich was anfangen können. In Summe über die ganze Firma gesehen kommt da wahrscheinlich schon ein großer Haufen zusammen - aber da die Meilen ja nicht übertragbar sind bringt das halt auch nichts.
Ich bleibe dabei: im Endeffekt verlieren alle.
Bin momentan eigentlich ganz froh darüber das ich kaum noch dienstlich fliegen muss (darf). Aber schö wars scho![]()
Ist halt eine typische Neid- und Missgunst-Debatte in Deutschland.
Flying Lawyer hat ja den rechtlichen Rahmen ganz gut dargestellt.
Da gibt es ein paar Controller (die regelmäßig Zitronen ausquetschen...). Die sitzen jeden Tag im gleichen Büro und neiden allen anderen das schwarze unter den Fingernägeln. Da auch hier das Gras immer auf der anderen Seite grüner ist sind erzeugen Dienstreisen immer sehr viel Neid:
- Ihr geht immer auf Dienstreisen zu tollen Orten - was vergessen wird, ist dass man von den "tollen Orten" nichts richtig touristisches sieht: Man geht zum Kunden, zur Tagung schläft wenig und sieht das Hotel.
- Ihr übernachtet immer in tollen Hotels - ja klar, weil wir nahe am Kunden, nahe der Messe/Tagung sein wollen und nicht jeden Tag mehrere Stunden im Taxi/ÖPNV sitzen wollen. Das nette Schwimmbad oder den Wellnessbereich sehen wir nicht, da wir früh raus müssen und abends spät ins Bett kommen (Essen mit Kunden, Abendveranstaltung, Nachtarbeit)
- Ihr fliegt immer die Supertolle Business-Class - ja klar. Ich will halbwegs ausgeruht am Zielort und auf dem Rückweg wieder am Arbeitsplatz ankommen. So Luxuriös ist die Business - und selbst die "Först" nicht. Mein Bett zu Hause ist tausend mal angenehmer als ein Flug in der C oder F. C ist das Mindestmaß um halbwegs in allen Teilen zu reisen und nach der Reise nicht ein paar Tage Erholung/Krankheit zu brauchen um wieder arbeitsfähig zu werden. C ist genau so komfortabel wie eine Nacht in einer Jugendherberge in einem Schlafsaal. Viele Schnarcher, gemeinsames Klo mit anstehen. Lärm.
- Ihr bekommt Millionen an Meilen und dürft die auf Privaten Flügen verprassen!
Meilengutschriften haben sich in den letzten Jahren deutlich nach unten bewegt. In den meisten Fällen werden die Mitarbeiter keinen Status erreichen und somit werden die Mini-Meilen nach drei Jahren verfallen. Dank der Steuern und Gebühren sind die Award-Flüge alles andere als "Freiflüge". Jede Diskussion über sogenannte Freiflüge im Bekanntenkreis ist sofort vorbei, wenn ich erwähne dass man schon mal deutlich über 500 Euro an Gebühren bezahlt. Wenn der Zitronenausquetscher natürlich denkt, dass man für Lau fliegt, muss man ihm den Zahn sehr schnell ziehen.
Wenn man dann noch die Prozesskosten für die Buchung (Abrechnung, Umbuchung, Verwaltung der Meilenkonten...) hinzurechnet, lohnen sich das ganze überhaupt nicht.
Also, liebe Arbeitgeber: Lasst den Mitarbeitern die wenigen Meilen. Sie geben deutlich mehr Motivation als ihr mit den Meilen an Reisekosten einsparen könnt.
Für die Zitronenausquetscher habe ich noch ein paar weitere Maximierungsvorschläge:
- Zeitungen und Zeitschriften müssen nach der Dienstreise abgegeben werden
- Der Mitarbeiter erhält eine Tupperbox und muss das maximierte Essen in der Kantine zum Aufwärmen abgeben.
- Die Air Berlin Herzen werden abgegeben und an die Kinder vom Chef weiterverschenkt
- Das Besteck an Bord wird gemopst und in der Kantine abgegeben.
- Der Mitarbeiter bekommt 1% Abzug der Kostenerstattung - da er mit der privaten Kreditkarte ja Meilen bekommt.
- Der Mitarbeiter muss einen Eigenanteil für Dienstreisen bezahlen - er nutzt ja sein Bett daheim weniger ab!
- Buche zwingend Economy - auch wenn die Businss Class günstiger ist
- Rückflüge zwingend am Sonntag - um mit der Sunday-Rule Ticketpreise zu senken. Das Wochenende ist ja sowieso arbeitsfrei und es ist egal wo das der Mitarbeiter verbringt. In diesem Fall ist die Hotelübernachtung auch vom Mitarbeiter zu tragen, da er ja seine Freizeit im Zielort verbringt.
- Der Chef bucht seine privaten Urlaubsflüge mit den Meilen der Mitarbeiter
- Nutze Fluggesellschaften mit zweifelhaftem Ruf. Ist doch egal, wenn der Mitarbeiter z.B. in Moskau oder Ashgabad beim Umsteigen ohne Visum strandet und dort die Nacht auf einem Feldbett verbringen darf.
Merke: Dienstreisen bieten Spaß und man sieht etwas von der Welt!