Weil die grafisch äusserst ansprechende Präsentation des eigenen Consultings die zahlreichen Benefits einer from scratch entwickelten App unterstrichen hat. Dass man den Kunden dann ein minimum viable product in Zeiten von Personalmangel vorsetzt - egal, die Markenreputation ist derzeit eh im Eimer.
Wichtigstes Kriterium war nur, dass das MVP zumindest Upselling Funktionen unterstützt, solang die Reisenden bereit sind, jeden Preis zu zahlen.
Der Verkauf von Zusatzleistungen scheint ja allgemein das Wichtigste bei der Entwicklung der neuen Apps und Websites zu sein. Da waren von Anfang an alle Funktionen vorhanden, groß, übersichtlich usw. (während buchungsrelevante Infos und Optionen hinter kleingedruckten Links versteckt sind, man x mal irgendwo klicken muss, um die zu sehen usw.).
Und während es auch Monate nach der Umstellung noch nicht möglich ist, ein Sondermenü zu bestellen, gibt es jetzt neu ganz groß 3 Pakete zur CO2-Kompensation, immer mehr sonstige (kostenpflichtige) Zusatzleistungen usw.
Wobei sie das ja meinetwegen anbieten können - nur sollte Priorität nicht sein, dass erstmal die für Buchung und Reise essentiellen Dinge funktionieren? Wie etwa CI, Laden von Bordkarten, Buchung eines Flugs oder eben auch self services bei Unregelmäßigkeiten?
Bei aller berechtigter Kritik an der IT von LH (wobei ich das Gefühl habe, dass es in den letzten 2-3 Monaten besser wurde; das Thema App begleite ich als Testuser auch schon länger), ist der Vergleich zu LCCs die auf sehr simple Strukturen setzen verfehlt. Keine Umsteiger, keine Codeshares etc. machen es einfach einfach.
Der Vergleich muss hier mit AF, BA und Co. gezogen werden, die das manchmal, aber auch nicht immer wesentlich besser im Griff haben (man denke an den gefühlt quartalsweise auftretenden Meltdown der BA-IT). Das ändert aber nichts daran, dass die LH Lösungen oftmals verbesserungswürdig sind.
Das stimmt, mit LCCs würde ich das auch nicht vergleichen. Und die buchen ja doch grundsätzlich selber gar nicht auf andere Airlines um (sondern erstatten im besten Fall dem Kunden das Ticket, wenn er selber woanders bucht) - weil sie es vom ganzen System her gar nicht können. Dazu ist durch das Fehlen an Umsteigeverbindungen aber auch das Irreg-Risiko nur ein Bruchteil. Denn wenn der Direktflug Verspätung hat, ist das zwar lästig, macht aber keine Umbuchung erforderlich. Im Gegensatz zu den Netzwerkairlines, wo auch geringe Verspätungen zu misconnections führen können.
Andererseits: Rechtfertigen die Netzwerkairlines ihre höheren Preise nicht u.a. damit, dass sie über die Netzwerkstruktur auch außerhalb der Rennstrecken ein paar Verbindungen pro Tag anbieten (und nicht pro Woche wie die LCCs)? Und bei misconnections die Kosten für Umbuchung und eventuelle sonstige Leistungen zu tragen haben? Und wenn der Kunde dafür den höheren Preis zahlt, dann sollte er schon erwarten können, dass die Airline dafür auch die erforderlichen "Infrastrukturen" / "Service-Leistungen" schafft. Egal, ob das jetzt eine Hotline, (ausreichend) Flughafenschalter oder eben zunehmend automatisierte / digitale Services sind.
Und ja, gewisse Dinge sind besser geworden. Nur trotzdem habe ich nach wie vor oft Probleme mit eigentlich "elementaren" Dingen, wie etwa, dass die Bordkarten nicht laden. Oder nur in der OS-App laden - selbst bei LH- oder LX-Flügen (wie auch immer sowas zustande kommt). Von Umbuchungen - egal, ob Irreg oder Schedule Change - mal ganz zu schweigen. Oder Flüge / Sitzplatzänderungen etc. nicht aktualisiert werden.
Damit die Leute nicht vom Gate wegrennen und dann sich das Boarding weiter verzögert. Das ist die normale Salamitaktik, die jede Fluggesellschaft (und mittlerweile auch die Bahn) fährt. Hatte ich mal in SAN bei UA - war war am Gate noch eine Verpätung von :30 angezeigt, aber in der Lounge wusste man schon, dass es 1:30 werden. Die Information wird nur nicht in dieser Form ans Gate weitergegeben, obwohl sie konzernintern bereits vorliegt. Das ist Taktik, nicht Unvermögen.
Wobei das Hauptproblem dieser Taktik ist, dass mit zu gering im System eingegebenen Verspätungen dann Anschlüsse noch machbar erscheinen, wo de facto schon klar ist, dass sie das nicht mehr sein werden.
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Die haben es immerhin vor Boarding gemerkt und gesagt. Letzte Wo eine Std im Flieger gesehen weil keine Beladung erfolgte. Erst der Cpt hats dann irgendwann verkuendet.
Eventuell wollte der Cpt. die Paxe an Board haben. Um entscheiden zu können, ohne Beladung zu fliegen. Habe das etwa ab BRU schon erlebt, dass die Durchsage kam, dass einige Paxe leider ihr Gepäck nicht erhalten werden, man aber nicht mehr länger warten könne, da sonst zu viele Anschlüsse gefährdet.