Ein beschaulicher Pedalritt durch Dänemark

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Wolke7

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30.08.2010
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Im Juli und August 2025 ging es wieder einmal mit dem Fahrrad in den Norden: Jütland zwischen der dänisch-deutschen Grenze und dem Limfjord.
Es sollte eine grosse Runde werden nordwärts hinter dem Nordseedeich, danach quer durchs Land zur Ostsee und so weit wie möglich zurueck nach Süden. Mal schauen, wie weit ich komme und was ich unterwegs so alles lerne.

Über die Grenze nach Dänemark geht es in Rosenkranz/Rudbøl, ein fast verschlafen wirkendes Nest an der Vidå.
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Mitten auf der Dorfstrasse ist dieser Stein in den Asphalt eingelassen. Nach der Volksabstimmung im Landesteil Schleswig 1920 wurde der neue Grenzverlauf durch knapp 300 dieser Steine von der Flensburger Förde bis zur Nordsee markiert. Hier verläuft die Grenze am Stein Nr. 242 zwischen D(anmark) und dem D(eutschen) R(eich) P(reussen) genau in der Strassenmitte und knickt nach rechts ab in den Binnensee der Vidå.
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Die erste Stadt ist Tønder. Eigentlich ist die Stadt mit seinen 7.500 Bewohnern eher ein Dorf, hatte aber in der Vergangenheit eine überregionale Bedeutung.
Trotz des frischen Sommerwetters mit vielen Wolken ist der Marktplatz ein beliebter Treffpunkt.
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Vor dem Rathaus steht der hoelzerne Büttel, der original eine siebenschwänzige Katze in seiner Rechten schwingt. Die wurde jedoch schon öfter geklaut und wird ihm jetzt nur noch zu besonderen Anlässen in die Hand gegeben.
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Das Drøhse Haus beherbergt das Heimatmuseum, in dem besonders Klöppelspitze dargestellt wird, in der spaeten Hansezeit das wichtigste Produkt aus Tønder.
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Diese Gassen stammen aus genau dieser Zeit. (Junge) Frauen fertigten zu Hause die Spitzenwaren an; die Erker liessen mehr Licht in die Zimmer, so dass die taegliche Arbeitszeit noch verlaengerbar war. Heute wird die Arbeit gern romantisiert, tatsaechlich hatte sie eher den Anstrich von Ausbeutung und Kinderarbeit.
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Das Standesamt war besonders bei Deutschen seit den 1960ern beliebt. Wer in Deutschland nicht heiraten konnte, z.b. wegen bürokratischer Hemmnissen, gleichgeschlechtlichen Ehen hat die liberalen daenischen Gesetze genutzt, hat in Tønder geheiratet und die Heirat in Deutschland anerkennen lassen.
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Etwas ausserhalb liegt Møgeltondern, das 1659 dem Feldmarschall Hans von Schack zum Dank für seine Leistungen geschenkt wurde. Zugleich wurde von Schack das Recht der Austernfischerei im Wattenmeer von Husum bis Fanø überlassen. Damit war der Wohlstand der Familie über Generationen hinweg gesichert.
Heute bewahrt Møgeltondern den historischen Charme: die Slotsgade ist mit Kopfstein gepflastert, und die Häuser haben den gleichen Charakter wie die Häuser der Klöpplerinnen in Tønder. Sie gilt als eine der schönsten Dorfstrassen Dänemarks.
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Von Schack hat ein repräsentatives Barockschloss errichtet, das 1993 nach der Heirat des dänischen Prinzen Joachim zumindest in der Regenbogenpresse Bekanntheit erlangt hat. Nach dänischer Tradition bekommen die Mitglieder der königlichen Familie zur Hochzeit ein Geschenk vom Volk. Da Prinz Joachim Landwirtschaft studiert hat, sollte er mal zeigen, ob er es wirklich umsetzen kann: Er wurde Gutsherr im Schloss Schackenborg. Nach Scheidung, erneuter Heirat, vier Kindern mit beiden Damen und Sehnsucht nach der Metropole København hat er das Schloss einer Stiftung übergeben. Zudem hielt sich der wirtschaftliche Erfolg in moderaten Grenzen.
Heute ist Schloss Schackenborg ein gehobenes Hotel mit feiner Küche.
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Die Kirche folgt dem gleichen Typus wie viele angelsächsische Kirchen: ein schmaler Chor, breites Kirchenschiff. Der Turm und der Eingang sind spätere Anbauten.
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Im Innren befinden sich detailreiche Szenen aus dem Neuen Testament. Wie kann man sich bei so viel optischer Ablenkung bloss auf die Predigt fokussieren?
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Unweit des Nordseedeiches liegt im äussersten Südwesten Dänemarks Højer. Ein Kulturverein arbeitet bereits seit Jahrzehnten an der Popularisierung der Region. In Højer wurde die alte Mühle von 1857 restauriert, und ein Holzskulpturenfestival bietet Künstlern eine Ausstellungsmöglichkeit ihrer Arbeiten an.
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Das bereits erwähnte Flüsschen Vidå mündet bei Højer in die Nordsee. Der beschauliche Hafen bietet Liegeplätze fuer kleine Freizeitboote. Kaum zu glauben, dass in der Hansezeit die Nordseekoggen bis nach Tønder fahren konnten, und im 19. Jh. ein Postdampfer Højer mit Sylt verbunden hat.
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Geschützt wird das Land hinter dem Deich durch die Højer Sluse von 1861. Es handelt sich um ein Wehr, das bei Sturmfluten geschlossen wird. Wer genau hinschaut, kann am Ende des Flusslaufs noch ein Wehr erkennen. Bis dahin sind es etwas über einen km Strecke. Die Wasserbauingenieure haben mit ihren Arbeitern in 120 Jahren der Nordsee diesen einen km Land abgerungen. Die Vidå Sluse wurde zusammen mit einem neuen Deich 1981 errichtet.
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Der neue Deich ist breiter, höher und steigt flacher an als sein Vorgänger. Wenn bei Orkan die Wellen gegen die Küste peitschen, treffen sie auf diese sanfte Steigung und laufen sich quasi tot.
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Wolke7

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Løgumkloster gehört zu den historischen Orten Nordschleswigs. Rund um ein Zisterzienserkloster haben sich Gewerbe und Handel angesiedelt. Heute wird der Stadtkern bewahrt und gepflegt.
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Auf dem vorigen Bild haben wir gerade noch strahlenden Sonnenschein erlebt; 15 Minuten später entlädt eine düstere Wolke ihre volle Wasserladung über dem Ort. Ich kann mich gerade noch unter einen Pavillon retten und warte das Unwetter ab.
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Tatsächlich scheint eine halbe Stunde später wieder die Sonne und ich widme mich dem Klosterkomplex, so wie er die Reformation einschliesslich der Bilderstürmerei überstanden hat. Es zeigt sich eine interessante Mischung des Baus, der im 13. Jh. begonnen wurde, aus romanischen und gotischen Stilelementen. Runde Fensterbögen und Arkadenschmuck unter dem Dach kontrastieren mit hohen Fenstern in Dreiergruppen, Stufengiebeln und dem Dachreiter.
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Die Räume im ehemaligen Ostflügel werden für kleinere Veranstaltungen genutzt.
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Zu Løgumkloster gehört auch eine Musikschule, in der das Carillon-Spielen unterrichtet wird. Von diesem Turm mit 49 Glocken ertönen mehrmals täglich Melodien.
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Zurück an der Nordsee fahre ich über den Damm auf die Insel Rømø. Es ist gerade Ebbe, und die Salzwiesen bieten einen guten Vordergrund beim Blick über die Nordsee.
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Vor dem Naturcenter beeindruckt der Kiefer eines Pottwals. In den 1990ern haben sich insgesamt 27 Pottwale ins Wattenmeer verirrt. In diesem flachen Wasser sind die Tiere orientierungslos, und es war fast unvermeidlich, dass sie stranden und verenden.
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St. Klemens ist der Schutzpatron der Seefahrer. Die Kirche ist diesem Heiligen gewidmet.
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Auf dem Friedhof zeugen Grabsteine vom Schicksal mancher Seeleute, die im Frühjahr zum Walfang in die Gewässer rund um Island und Grönland aufgebrochen sind und erst im Herbst zurückkehrten - wenn sie denn zurückkehrten. Dieser Stein gehört einem Kommandanten, der an 27 Walfangreisen teilgenommen hat und schliesslich doch mit 45 Jahren dem Meer unterlegen war. Er hinterliess neben seiner Ehefrau einen Sohn und drei Töchter.
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Dass Schiffe in Seenot und ihre Besatzungen überleben konnten, zeigen die Votivschiffe im Innern.
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DER touristische Hotspot ist Ribe. Obwohl (oder gerade weil) die besten Tage der Stadt längst vergangen sind, lohnt der Besuch unbedingt. Im Mittelalter und der frühen Hansezeit blühte der Handel, Reisende aus ganz Europa brachten neuartige Waren, wissenschaftliche Erkenntnisse und kulturelle Vielfalt.
Heute ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle, und die Bewohner putzen ihre Stadt ansehnlich heraus. Links der Quedens Gård, im Hintergrund der Dom.
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Baubeginn der Domkirke war 1110. Eigentlich ist der weiche Marschboden für einen Kirchenbau dieser Grösse nicht geeignet. Im Laufe der Zeit haben die versackten Türme und Seitenschiffe für Risse und Einstürze gesorgt, weshalb der Dom besonders uneinheitlich wirkt.
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Der Missionar Ansgar hat um 860 die Wikinger zum Christentum bekehrt.
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In den 1980ern wurde die Chorapsis neu gestaltet. Beauftragt war der CoBrA Künstler Carl Henning Pedersen. Das ist der Beitrag des 20. Jh. zur Domgeschichte.
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Rund um den Dom ist die Früh- und Blütezeit Ribes als Stadtbild bewahrt. Der Speisesaal der Kanoniker, Kannikegården.
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Das Stadtgefängnis, heute ein Hotel.
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Bei Bauarbeiten 2008 stiess man plötzlich auf Gräber. Sie stellten sich als christliche Gräber aus der Zeit Ansgars, also um 860 heraus. Die Arbeiten wurden gestoppt, und der Friedhof als Museum eingerichtet.
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Das alte Rathaus von ca. 1490.
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Auf dem Weg zum Hafen komme ich wieder durch die Fussgängerzone und schmale Gassen, in denen Fischer und Seeleute gewohnt haben.
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Auch wenn der Hafen nicht gerade gross wirkt, konnten hier doch die Hansekapitäne einlaufen und ihre Waren umschlagen. Die Sturmflutsäule rechts markiert die Wasserstände der verheerendsten Hochwasser.
Schade, bei strahlendem Sonnenschein wären die Bilder noch eindrucksvoller geworden.
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Ein Stück flussabwärts liegen die Wälle und der Wassergraben der Stadtfestung Ribehus. Die Festung an sich wurde im 17. Jh. abgetragen, und die Ziegel im städtischen Häuserbau recycelt.
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Die Statue auf dem Wall zeigt Königin Dagmar von Dänemark. Sie heiratete als böhmische Prinzessin Dragomir im Jahre 1205 in Ribe den dänischen König Valdemar II. Sie galt wegen ihrer Milde und Güte beim Volk als die Königin der Herzen. Ihr tragischer Tod im Kindbett inspirierte das Volkslied 'Dronning Dagmar ligger ud i Ribe syg' (Königin Dagmar liegt krank in Ribe).
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Der Ausflug nach Gram lohnt wegen des nordischen Renaissance Gutshofes. Das Anwesen gehörte einmal der Familie v. Schack, die mir schon in Møgeltonder begegnet ist. Man sagt, eine Witwe dieser Familie habe ihre Seele dem Teufel verschrieben, und nach ihrem Tod wandele sie nach Mitternacht durch ihr Schloss.
Seit 2007 wird hier Bio Landwirtschaft betrieben, und im Gutshaus wird die Spukgeschichte als Escape Adventure nachgespielt (leider nur auf dänisch).
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Der angrenzende Park erinnert an einen paradiesischen Lustgarten.
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Zum Konzept des Bio Hofes gehört auch die Renaturierung dieses Baches.
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Von Esbjerg aus legt die Fähre nach Fanø ab. Direkt an der Mole steht die Sturmflutsäule. Bei den Hochwassern in 1981 und 1990 wäre mein Fahrrad in den Fluten versunken, und das sind nicht die höchsten Markierungen.
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Mit der Fenja unternehme ich nun die Passage nach Fanø.
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Begrüsst werde ich von den beiden Hunden am Anleger in Nordby. Kapitäne auf grosser Fahrt brachten Porzellanhunde als Souvenirs nach Hause und stellten sie ins Fenster. Als treue Begleiter schauten sie ins Innere, solange ihr Herrchen zu Hause war, und nach draussen, wenn der Kapitän auf Reisen war. Unklar bleibt, ob es eine verschlüsselte Botschaft von wem an wen auch immer war.
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Ausserdem aalen sich die Seehunde (oder sind es Robben?) auf der Sandbank.
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Zum Baden ist es heute zu ungemütlich. Statt dessen fahren die Strandsegler mit wirklich beeindruckender Geschwindigkeit über den Strand, andere lassen ihre kreativen Kites in der kräftigen Brise fliegen.
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In Sønderho ist eine historische Seenotrettungsstation aufgebaut. Sobald ein Schiff in Seenot geraten ist, wurde das Rettungsboot mit Zugpferden an den Strand gezogen möglichst nah an das havarierte Schiff, und die Retter mussten mit Muskelkraft oft gegen die stürmische Brandung irgendwie zu den Seeleuten in Not rudern.
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Sønderho präsentiert sich als idyllisches Dorf mit Reetdachhäusern, Eisdielen, gepflegten Restaurants und Wanderpfaden.
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Dieses Haus gehörte einmal einem Kapitän. Man sieht die beiden Hunde im oberen Fenster.
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Diese Boote werden wohl auf die nächste Flut warten müssen.
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Auf dem Friedhof zeugen die Grabsteine von prekären Leben auf See. Der Vater ist immer nach Hause zurückgekehrt, der Sohn gilt nach einem Sturm vor Südamerika als verschollen.
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In der Kirche von Sønderho hängen auch Votivschiffe.
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Die Mühle auf einer Anhöhe.
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Galloways im Grasland. Nur gut, dass die Tiere nicht wissen, wie imposant ihre Hörner auf Menschen wirken.
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Vogelkojen dienten der Entenjagd. Domestizierte Enten lockten Wildenten an, diese wurden gefangen und gekringelt (ihnen wurde der Hals umgedreht).
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Zurück auf dem Festland bleibe ich in Esbjerg. Eigentlich ist es eine Retortenstadt, die nach der Niederlage Dänemarks gegen Preussen gegründet wurde. Dänemark hatte den Zugang zu den Nordseehäfen Schleswigs und Holsteins verloren, benötigte aber dringend einen Nordseehafen für den Schiffsverkehr ins Vereinigte Königreich.
Fussnote für Vielflieger: Esbjerg hat sich zu einer Metropole der Energiewirtschaft entwickelt. Noch gehört dazu auch die Versorgung der Ölplattformen in der Nordsee. Deshalb bietet Loganair Flüge nach Aberdeen und Stavanger an, während es nach København nur eine Bahnverbindung gibt.
Als selbstbewusste Stadt beauftragte sie einige renommierte Stadtplaner und Architekten, die den Marktplatz im eklektizitischen Stil errichteten. Da sehen wir gotische Stufengiebel, Renaissance- und Barockfassaden sowie König Christian IX.
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Der Hafen spielt eine wichtige, wenn nicht gar die entscheidende Rolle Esbjergs. So sind die Hafenbecken der Sportboote zu einem Naherholungsgebiet geworden mit Aussichtsplattform und allerlei Wasseraktivitäten.
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Hier liegt das angeblich älteste hölzerne Feuerschiff der Welt, die 'Horns Rev'.
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Am nördlichen Stadtrand steht das monumentale Kunstwerk 'Mennesket ved Havet' (Der Mensch am Meer) von 1995. Die vier männlichen Figuren sind den ägyptischen Ramsesstatuen nachempfunden, wirken aber durch ihre ausdruckslosen Gesichter und unrealistischen Oberkörper etwas stumpf. Trotzdem ist die Figurengruppe ein gern und oft besuchtes Wahrzeichen Esbjergs.
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Dieses runde Monument ist den verschollenen und ums Leben gekommenen Fischern Esbjergs gewidmet. Man sieht, dass in jedem Jahr doch etliche Schiffe nicht nach Hause zurückkehrten.
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Die Landschaft in den Marschen mag nicht so spektakulär sein wie ein Alpenpanorama, sie hat aber doch ihren Reiz durch das satte Grün, das plätschernde Wasser und das wechselnde Wolkenspiel. Hier zu sehen an der Skjern Å.
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Am Wochenende wird die Bundsbæk Mølle zu einem lebendigen Museum. Unter der Woche bin ich der einzige Besucher, und es ist alles geschlossen. Trotzdem interessant, wie die Technik der Wassermühle wohl funktioniert.
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Am Nordufer des Fjords liegt Ringkøbing. Auf dem Markt stehen Tische für eine Rast bereit.
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Der ehemalige Handelshafen wurde zu einem Freizeitareal umgestaltet. Blickfang ist diese Skulptur von 2002. Die Künstler Jens Galschiøt und Lars Calmar nannten sie 'Survival of the Fattest', das Volk gab ihr den Namen 'Den Fede Dame' (Die fette Dame). Sie zeigt die ungerechte Verteilung globaler Ressourcen.
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Nördlich von Ringkøbing sind 3 Dorfkirchen interessant: Zunächst in Gammel Sogn. Wir erkennen sofort den angelsächsischen Grundriss. Im Innern sind Kalkmalereien von ca. 1170 erhalten.
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In Stadil zeigt die Kirche den gleichen Typ. Besonders ist der Altar, in dessen Mitte eine Darstellung aus vergoldenen Kupferplatten leuchtet. Das soll eine typisch dänische Kirchenkunst sein.
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Schliesslich die Kirche in Vedersø. Bauhistorisch ist ein romanisches Tympanon erwähnenswert. Viele Besucher kommen wegen Kaj Munk, der Pastor in Vedersø war und sich im Widerstand gegen die deutsche Besatzung ab 1940 engagierte. Am 4. Jan 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet; einen Tag später fand man seine Leiche in der Nähe des Gestapo Hauptquartiers.
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Direkt hinter den Dünen südlich von Thorsminde erinnert dies Denkmal an das tödlichste Schiffsunglück der Region. Im Dezember 1811 wurden die beiden britischen Linienschiffe St. George und Defence von einem Orkan gegen die Küste gedrückt, die Schiffe zerbrachen und etwa 1.400 Menschen sind im eiskalten Wasser ertrunken.
Tagelang wurden Leichen an den Strand gespült und von den Einheimischen in den Dünen bestattet. Der Ort heisst seitdem 'Dødemandsbjergene' (Berge der toten Menschen).
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Eine pädagogische Idee ist in Lemvig anschaulich dargestellt. Vom Ortskern ausgehend zeigt eine massstabsgetreue Nachbildung das Sonnensystem. Hier sehen wir die Sonne mit etwa 2m Durchmesser.
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Über 50m weiter befindet sich Merkur erbsengross. Im Hintergrund ist die Sonne noch erkennbar.
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Die Erde ist so gross wie eine Kirsche und etwa 150m von der Sonne entfernt.
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An einer Strassenkreuzung an Lemvigs Ortsrand sehen wir Saturn. Pluto ist noch 12km entfernt.
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Der nördlichste Punkt der Tour ist Thyborøen am Limfjord. Hier, in diesem abgelegenen Ort finden sich die Forentrolle zusammen. Seht Ihr, wie sie schelmisch grinsen?
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Das Gebäude zeigt eine Methode des Bootsrecyclings.
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Eine wahre Augenweide ist das Sneglehuset. Jede Fassadenfläche ist mit Muscheln und Schnecken geschmückt.
In wenigen Minuten wird es einen krachenden Wolkenbruch geben. Die Fahne hinten zeigt schon das Herannahen der Gewitterböen. Gerade kann ich mich noch in eine Bushaltestelle retten.
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Der Gedenkpark erinnert an die Skagerrakschlacht des 1. Weltkriegs. 250 deutsche und britische Kriegsschiffe trafen aufeinander, feuerten aus allen Rohren und 25 Schiffe wurden versenkt. Zum 100. Jahrestag (2016) errichtete Paul Cederdorff dies Monument. Granitsteine markieren die Anordnung der versunkenen Schiffe während der Schlacht; die hölzernen Figurengruppen zeigen die getöteten Marinesoldaten.
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Holstebro ist eigentlich eine moderne Stadt mit einem funktionalen Stadtbild; dabei hatte der Name Holstebro bereits im Mittelalter einen guten Klang. Die moderne Identität zieht die Stadt aus ihrer Leidenschaft für Skulpturen. An jeder Ecke begegnen dem geneigten Besucher kreative Kunstwerke.
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Für dies Werk 'Borgerne fra Holstebro' standen 12 Bürger/innen Modell. Der Künstler Bjørn Nørgaard hat die Figuren auf einem wuchtigen Steinsockel arrangiert. Allerdings haben sich die Freiwilligen hinterher nicht unbedingt wiedererkannt.
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Das bedeudendste Werk ist zugleich das umstrittenste. Die Stadt kaufte 1966 die Skulptur 'Kvinde på Kærre' (Frau auf einem Karren) von Alberto Giacometti für 210.000 Kronen. Damals eine hohe Summe, die die Stadt fast in den finanziellen Ruin getrieben hätte. Wegen Schmierereien und respektloser Behandlung hat die Stadt ihrer berühmten Frau ein Nachtquartier unter dem Strassenpflaster eingerichtet. Von dort wird sie jeden Morgen nach oben gefahren und abends wieder zurück.
Heute kosten allein Versicherung und der Aufzug mehr als 210.000 Kronen jährlich; der Wert des Skulptur wird auf über 100 Mio Kronen geschätzt.
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Noch eine Dorfkirche. Diesmal in Sahl. Das Besondere ist der mit fein getriebenem Gold auf einer Kupferplatte dekorierte Altaraufsatz, wie wir es schon in Stadil gesehen haben.
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Etwas versteckt liegt die Burg Spøttrup am Limfjord. Einst wurde sie als wehrhafter Landsitz des Bischofs von Viborg errichtet. Die Schutzwälle mit dem Wassergraben sind noch gut erhalten - so gut, dass man die Burg an sich eher erahnen muss.
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Gut sichtbar ist dagegen der Kräutergarten, in dem eine Vielzahl an Gewürz- und Heilkräutern gedeihen.
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Direkt am Stadtrand Viborgs liegt der Undallslund Skov mit Shelterplads. Hier verbringe ich die Nacht, bevor ich morgen früh in die Stadt fahre.
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Es ist Sonntag Morgen, und fast kein Mensch auf der Strasse ausser einem unentwegten Radfahrer.
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Viborg ist historisch eine bedeutende Stadt Jütland: Die gesetzgebende Versammlung, der Landsting, tagte hier, König/innen wurden gekrönt und der Haervej (deutsch: Ochsenweg) begann in Viborg. 1241 wurde hier das Jyske Lov, das jütische Pendant zur Goldenen Bulle und Magna Charta, herausgegeben.
Rund um den Dom hat sich noch ein Rest dieser Zeit erhalten. Heute sitzt hier das jütische Landesarchiv.
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Der Dom (vollendet 1879) ist ein nur halbwegs getreuer Nachbau des baufällig gewordenen Originals aus dem 11. Jh.
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Das Monument zeigt die dänische Königstochter Margrete I. (1353-1412), die wegen der ausschliesslich männlichen Thronfolge nie dänische Königin war, aber ihren jugendlichen Grossneffen Erik von Pommern zum König von Dänemark krönen liess, um selbst das Amt ausüben zu können.
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Auf dem Torvet in Randers laesst es sich bequem aushalten. Das Denkmal zeigt Niels Ebbesen, der 1340 den tyrannischen Grafen Gert der Kahle aus Rendsburg ermordete.
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Seitlich daneben das barocke Rathaus.
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Aus der Zeit der Backsteingotik stammt das Heiliggeisthospital.
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Über die Gudenå verlasse ich Randers weiter nach Süden. Beim Blick zurück kommen der Goldkrukken auf der Flussinsel sowie grosse Kupleln, unter denen sich ein Regenwaldhabitat verbirgt, gut zur Geltung.
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In der Heidelandschaft zwischen Randers und Grenå befinden sich einige Ausgrabungen aus der Jungsteinzeit. Am besten erhalten sind die Gräber nahe des Dorfes Tustrup, ein rundes Hügelgrab und
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ein Dolmengrab.
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Zwischen 1911 und 1956 verkehrte die Gjerrildbane zwischen Ryomgård und Gjerrild. Nach der Einstellung ist die Strecke zu einem Rad/Wanderweg geworden.
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In Gjerrild steht das Schloss Sostrup aus dem 17. Jh., das einst der Grafenfamilie Skeel gehörte.
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Im Schlosspark saugen die Schmetterlinge den süssen Nektar aus den Blüten.
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Wer einen Ort sucht, in dem das dänische Lebensgefühl fast bis zur Übertreibung kultiviert ist, wird in Ebeltoft fündig.
Die Fregatte 'Jylland' wurde 1860 als eines der letzten Holz-Kriegsschiffe gebaut. Sie besass neben den Segeln noch eine Dampfmaschine mit Schraubenantrieb. Nur einmal war sie im Kriegseinsatz: während der Helgolandschlacht gegen Preussen 1864.
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Das alte Rathaus von 1789 im Fachwerkstil mit Uhrenturm überragt die übrigen, langgestreckten Bürgerhäuser.
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Auf dem Marktplatz bieten Flohmarkthändler Fundstücke aus den Kellern an.
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Im Farvergården (Färberhof) sorgen moderne Kunsthandwerker für stylische Accessoires, die später in den Kellern landen.
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Auf dem Weg zur Halbinsel Helgenæs führt der Weg ständig am Wasser entlang.
So richtig lädt das Ufer ja nicht zum Baden ein, aber den sonnigen Tag kann man doch geniessen.
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Beliebtester Ort auf Helgenæs ist Sletterhage Fyr, ein aktiver Leuchtturm.
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Die Existenz des Poskær Stenhus verdanken wir dem Pastor von Agri. Eigentlich wollte ein Bauer 1859 die Steine auf seinem Acker sprengen und als Baumaterial verkaufen. Der Pastor erkannte den historischen Wert und alarmierte ein paar Archäologen, einschliesslich des Hobbyarchäologen König Frederik VII. So kamen die Steine unter Denkmalschutz, die sich später als das grösste steinzeitliche Dolmengrab Dänemarks herausstellten.
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Über diesen Damm aus dem 14. Jh. kommt man auf die kleine Insel Kalø. (Blick aufs Festland.)
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Auf der Insel sind noch Reste einer mittelalterlichen Burg erkennbar.
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Die Fahrt nach Århus führt durch die Endmoränenlandschaft an Seen vorbei und über sanfte Hügel hinweg. An einem künstlichen See liegt das Renaissanceschloss Rosenholm, das bis heute den Baronen Rosenkrantz gehört, aber von einer Stiftung verwaltet wird.
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Wolke7

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Die zweitgrösste Stadt Dänemarks ist Aarhus. Obwohl sie überschaubar und leicht zu erkunden ist, besitzt sie zahllose Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturorte sowie ein Neubauprojekt modernen Wohnens.
Eigentlich war die Aarhus Å im Zentrum überpflastert worden, doch die Bürger wollten ihr Flüsschen offen sehen und entlang des Laufs urbane Verweilflächen schaffen. So ist dieser Spazierweg 'Åboulevarden' entstanden.
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Das alte Aarhus findet seinen Ausdruck rund um den Bispetorvet. Die Kathedrale wurde um 1200 begonnen und mehrfach in Teilen wieder aufgebaut. So wurde der Turm nach einem Brand 1931 auf seine heutige Höhe von 96m gebracht, der höchste Kirchturm Dänemarks.
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Teile der Innenausstattung gingen während der Reformation verloren. Der Altar, das Taufbecken und Teile der Kalkmalereien haben den Bildersturm überstanden.
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Gegenüber rahmt das Theater den Platz ein. Es wurde 1900 als Ersatz für ein zu klein gewordenes Gebäude errichtet.
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Am alten Handelshafen sendet das Zollamt (Toldkammerbygning) die Botschaft einer selbstbewussten Stadt.
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In der Fussgängerzone 'Strøget' ragt vom edlen Kaufhaus Salling eine seltsame Plattform heraus. Oben ist ein begrünter Roofgarden eingerichtet mit Cafe, kleiner Bühne und der Aussichtsplattform mit Glasfussboden. Ideal für eine Pause mit phantastischem Blick in alle Richtungen.
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Das Neubauprojekt Aarhus Ø kombiniert hohen Wohnkomfort, multifunktionale Stadtteilplanung und geringen Flächenverbrauch und gilt als das begehrteste Immobilienprojekt Jütlands.
Aus dem flachen Wasser wurde eine Halbinsel künstlich aufgeschüttet. Als Versuchsballon galten zunächst die Häuser mit den spitz zulaufenden Fassaden 'Isbjerget' (rechts im Bild). Die Nachfrage war gewaltig, so dass die folgende Bauten deutlich höher ausfielen.
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Im Bassin 7 kommen Wassersportenthusiasten voll auf ihre Kosten. Wasserski mit Schikanen gehört dazu ebenso wie Paddeln oder Freiwasserschwimmen.
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Wer auch immer die Hauswand bemalt hat, hat wohl nicht damit gerechnet, dass die Möwe vom Menschenkuss so überwältigt war.
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In Aarhus endet die Sommertour. Ich habe wieder viel erfahren und gelernt, und auch noch meinem Körper reichlich Bewegung verschafft. Dänemark ist weiterhin ein attraktives Reiseziel und für einen in die Jahre gekommene Reiseradler hervorragend geeignet. Im nächsten Jahr plane ich die Tour fortzusetzen, dann hoffentlich mit mehr Zeit.
Ich hoffe, das Mitreisen und mein Berichten hat Euch gefallen.
 

Ein Klavierspieler

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10.04.2015
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282
Das ist nicht nur ein grossartiger Reisebericht, sondern auch ein mehr als wertvoller Reiseführer!
Bin im Jänner in Dänemark unterwegs, wenngleich auch ohne Fahrrad, werde ich sicher, einige deiner so wunderbar beschriebenen
Orte aufsuchen...

Danke für deine Mühe!
 
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Es ist wieder Sommer geworden; zumindest zeigt der Kalender Juni an. Da steige ich gern vom Flugzeug aufs Fahrrad um. Auch dies Jahr zieht es mich nach Dänemark.
Vom Grenzübergang Harrislee/ Padborg fahre ich auf dem mittelalterlichen Handelsweg, der in Deutschland 'Ochsenweg', in Dänemark 'Hærvejen' genannt wird, Richtung Norden. Erster Stop ist in Åbenrå.
Mitten in der Stadt und von einer Parkanlage umgeben ruht das Landschloss Brundlund an der Mølleå (Mühlenstrom). Ursprünglich wurde es 1411 von Königin Margarethe I. erbaut, und 1807 grundlegend umgebaut.
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Nebenan steht die Mühle direkt am Bach. Auch wenn dort nicht mehr gemahlen wird, dreht sich das Mühlrad immer noch.
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Dann ist da noch Familie Schwan mit ihren Vierlingen auf einem Landausflug.
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Åbenrå war nach der Hansezeit ein bluehender Hafen mit Handelsrouten u.a. in die Karibik. Dort steht das alte Zollhaus 'Toldboden'. Eigentlich hätte nach den Regierungsplänen das Gebäude im dänischen Stützpunkt auf den heutigen Virgin Islands errichtet werden sollen. In Åbenrå sollte zeitgleich ebenfalls ein neues Zollamt entstehen. Also wurden die Baupläne kurzerhand umgesetzt, und so steht heute der Toldboden mit sonnengeschützter Veranda.
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Die Innenstadt zeigt keine besonderen Highlights. Deshalb hier nur ein Blick aufs alte Rathaus und den Storetorv. Kein Wunder, dass bei dem schafskalten und regnerischen Wetter niemand draussen sitzen möchte.
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Vom Kleinen Belt zweigt die Genner Bucht ins Land ab. Dort liegt nahe der Küste eigentlich nur ein bewaldetes Stück Land. Ein ungefähr 100 m langer Damm verbindet die Insel Kalvø mit dem Festland. Hier der Blick zurück.
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Auf Kalvø gibt es nur diesen kleinen Yachthafen, ein Restaurant und ein paar Häuser. Der Grossteil ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
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Ein Rundweg führt einmal um ganz Kalvø.
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Unterwegs kommt man an einem modernen Steinkreis vorbei, der aus steinzeitlichen Findlingen Südskandinaviens besteht.
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Hier ein Granitstein aus Bornholm.
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Eine zweite Insel im Kleinen Belt ist Årø. Das Leben der 155 Bewohner geht wahrlich beschaulich zu. Wer einmal durchatmen möchte, ist hier genau an der richtigen Stelle. Nahe des Fähranlegers steht eine Siedlung mit diesem strohgedeckten Haus.
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Zur Markierung des Årøsunds weist der Leuchtturm von 1905 den rechten Weg. Gebaut wurde er von der Fa. Pintsch & Söhne aus Berlin.
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Der Rest der Insel besteht überwiegend aus einem Vogelschutzgebiet und Landwirtschaft. Hier das Vogelschutzgebiet an der Ostküste. Als Radfahrer trage ich gut sichtbare Kleidung. Leider gilt das auch für Vögel, die durch das knallige Rot abgeschreckt sind.
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Sogar ein Weingut baut Trauben an.
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An diesem Tag hat es mehrfach kräftige Schauer gegeben. Dabei bin ich zweimal bis auf die Knochen nass geworden und musste mich erstmal wieder restaurieren.
Am Ende des Haderslev Fjord liegt die Stadt Haderslev. Sie hat wie manche andere Stadt ihren Charme durch die umfassenden Modernisierungen der 1990er Jahre eingebüsst. Zwar wurde die Bausubstanz erhalten, aber die Altstadt-Strassen sind jetzt gepflastert, viele Fassaden verklinkert und mit Reklamen sowie grossen Schaufenstern verändert.
Am Ende der Gasse ist ein Teil des gotischen Domes zu sehen.
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Rund um den Dom erkennen wir ein paar Fachwerkhäuser aus der späten Hansezeit.
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Am Rande der Altstadt liegt der Haderslev Dam, ein im Mittelalter angelegtes Süsswasserreservoir. Heute ist es ein städtisches Naherholungsgebiet mit Park, das nicht nur fuer Menschen attraktiv ist.
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Jana03

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14.04.2025
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Ein wundervoller Reisebericht, lieber Jens.
Hab vielen Dank dafür und natürlich auch für die beeindruckenden Fotos dieser besonderen Region. Wir wünschen dir eine gute und unbeschwerte Weiterreise bei hoffentlich bald sommerlichen Temperaturen. Herzliche Grüße
 
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Weiter entlang Hærvejen liegt Christiansfeld. König Christian VII. lud Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine ein, im Gebiet zwischen Haderslev und Kolding eine eigene Siedlung zu gründen. Ab 1773 entstand in kurzer Zeit eine homogene Modellgemeinde mit Gebetshaus und mehreren Funktionsgebäuden ringsherum.
Die Herrnhuter bzw. die Moravian Church haben sich als protestantische Gemeinde gegründet mit dem Ziel einer bescheidenen Lebensgrundlage für alle Bewohner. Entsprechend stehen in Christiansfeld Wohnheime für Witwen, Waisen und unverheiratete Frauen, Schule, Krankenstation und ein Gebetshaus.
Zentrum ist der freie Platz vor dem Gebetshaus mit Brunnen.
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Alle Herrnhuter Häuser sind zweistöckig aus gelbem Backstein errichtet.
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Das Gebetshaus ist ebenso schlicht, allerdings gekennzeichnet durch den Uhrturm.
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Innen erwartet den neugierigen Besucher ein schlichter Raum mit Platz für den Prediger und Orgelempore.
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Heute hat Christiansfeld etwas über 3.000 Einwohner.
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Die Bescheidenheit zeigt sich auch auf dem Friedhof. Die Inschrift ist in einer alten Version des Dänischen verfasst und könnte 'Bitte bewahrt diesen Ort in alle Ewigkeit' bedeuten.
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Die Gräber sind einheitlich schlicht nebeneinander angeordnet.
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Wenige km nördlich verlief von 1864-1920 die preussisch-dänische Grenze.
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Die ehemaligen Grenzsteine zeigen die Entfernungen nach Altona, Kolding und Vejle an.
Fun Fact: was wir heute als Hansestadt Hamburg kennen, war von 1640-1864 eine Doppelstadt. Zum einen Hamburg, zum anderen der dänische Handelsposten Altona.
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Nach der Volksabstimmung über die Zukunft des Landesteils Schleswig wurde Schleswig in einen Nord- und einen Südteil getrennt, und die Grenze dem Abstimmungsergebnis entsprechend neu festgelgt. Am 10. Juli 1920 ritt König Christian X. auf einem Schimmel unter dem Jubel der Bevölkerung am Wiedervereinigungstag über die Grenze. Der Gedenkstein erinnert an dieses Event.
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Eigentlich hätte zum 100. Jahrestag Königin Margrethe II. den Ritt ihres Vorfahrs bekräftigen sollen. Wegen der Pandemie-Beschränkungen wurde das Event um ein Jahr verschoben. Sie fuhr mit Kronprinz Frederik in einer Prunkkutsche durch diesen Drahtgeflecht-Bogen.
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Kolding ist die siebtgrösste Stadt Dänemarks. Am Rande der Altstadt führt die steinerne Sønderbro über die Koldingå. Hier verlief bis 1850 die Zollgrenze zwischen dem Königreich und den jütländischen Herzogtümern.
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Heute ist es ein lauschiger Ort der Gastronomie und des Zusammenseins - sofern der Regen nicht niedergeht.
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Das alte Rathaus wird nur noch für Hochzeiten und besondere Veranstaltungen genutzt.
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Das älteste Haus ist dieses Hansehaus aus 1589 inmitten der Fussgängerzone.
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Dahinter verbirgt sich dieser gepflegte Garten.
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Oberhalb der Stadt ruht Koldinghus, eine Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert. In den 1250er Jahren herrschte Bürgerkrieg in Dänemark um die Thronnachfolge. Der Kindkönig Eric V. (10 Jahre alt bei der Thronbesteigung) hat sich schliesslich in mehreren kriegerischen Phasen durchgesetzt.
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Im Laufe der Jahre wurde Koldinghus mehrfach umgebaut und erweitert. Die länglichen Gebäude rechts dienten als Marstal.
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Während der Napoleonischen Kriege hatte sich Dänemark den französischen und spanischen Truppen gegen Schweden angeschlossen. Im Winter 1808 waren die fremden Soldaten in Koldinghus untergebracht und versuchten die alten Kamine wieder in Gang zu setzen. Eine gewaltige Feuersbrunst war die Folge.
Erst Ende des 20. Jahrhunderst fand die Restaurierung statt. Dabei wurde so behutsam rekonstruiert, dass alle Ergänzungen ggfs. wieder rückgebaut werden könnten, falls kukünftige Vorstellungen historischer Gebäude es angeraten erscheinen lassen sollte.
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Vor Koldinghus steht der Gedenkstein für Carl Parmo Ploug (1813-1894). Er war Poet und Politiker, u.a. unterstützte er den demokratischen Aufbruch 1848. Umstritten ist seine Rolle im Widerstand gegen die preussisch-österreichische Armee 1864. Im naiven Glauben an eine schwedische Unterstützung rief er die Dänen zum Kampf auf, was zum sinnlosen Tod vieler Menschen führte.
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Wolke7

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Sorry Doppelpost beim Versuch der Korrekur der Typos.
 
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Jana03

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Im Juli und August 2025 ging es wieder einmal mit dem Fahrrad in den Norden: Jütland zwischen der dänisch-deutschen Grenze und dem Limfjord.
Es sollte eine grosse Runde werden nordwärts hinter dem Nordseedeich, danach quer durchs Land zur Ostsee und so weit wie möglich zurueck nach Süden. Mal schauen, wie weit ich komme und was ich unterwegs so alles lerne.

Über die Grenze nach Dänemark geht es in Rosenkranz/Rudbøl, ein fast verschlafen wirkendes Nest an der Vidå.
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Mitten auf der Dorfstrasse ist dieser Stein in den Asphalt eingelassen. Nach der Volksabstimmung im Landesteil Schleswig 1920 wurde der neue Grenzverlauf durch knapp 300 dieser Steine von der Flensburger Förde bis zur Nordsee markiert. Hier verläuft die Grenze am Stein Nr. 242 zwischen D(anmark) und dem D(eutschen) R(eich) P(reussen) genau in der Strassenmitte und knickt nach rechts ab in den Binnensee der Vidå.
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Die erste Stadt ist Tønder. Eigentlich ist die Stadt mit seinen 7.500 Bewohnern eher ein Dorf, hatte aber in der Vergangenheit eine überregionale Bedeutung.
Trotz des frischen Sommerwetters mit vielen Wolken ist der Marktplatz ein beliebter Treffpunkt.
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Vor dem Rathaus steht der hoelzerne Büttel, der original eine siebenschwänzige Katze in seiner Rechten schwingt. Die wurde jedoch schon öfter geklaut und wird ihm jetzt nur noch zu besonderen Anlässen in die Hand gegeben.
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Das Drøhse Haus beherbergt das Heimatmuseum, in dem besonders Klöppelspitze dargestellt wird, in der spaeten Hansezeit das wichtigste Produkt aus Tønder.
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Diese Gassen stammen aus genau dieser Zeit. (Junge) Frauen fertigten zu Hause die Spitzenwaren an; die Erker liessen mehr Licht in die Zimmer, so dass die taegliche Arbeitszeit noch verlaengerbar war. Heute wird die Arbeit gern romantisiert, tatsaechlich hatte sie eher den Anstrich von Ausbeutung und Kinderarbeit.
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Das Standesamt war besonders bei Deutschen seit den 1960ern beliebt. Wer in Deutschland nicht heiraten konnte, z.b. wegen bürokratischer Hemmnissen, gleichgeschlechtlichen Ehen hat die liberalen daenischen Gesetze genutzt, hat in Tønder geheiratet und die Heirat in Deutschland anerkennen lassen.
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Etwas ausserhalb liegt Møgeltondern, das 1659 dem Feldmarschall Hans von Schack zum Dank für seine Leistungen geschenkt wurde. Zugleich wurde von Schack das Recht der Austernfischerei im Wattenmeer von Husum bis Fanø überlassen. Damit war der Wohlstand der Familie über Generationen hinweg gesichert.
Heute bewahrt Møgeltondern den historischen Charme: die Slotsgade ist mit Kopfstein gepflastert, und die Häuser haben den gleichen Charakter wie die Häuser der Klöpplerinnen in Tønder. Sie gilt als eine der schönsten Dorfstrassen Dänemarks.
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Von Schack hat ein repräsentatives Barockschloss errichtet, das 1993 nach der Heirat des dänischen Prinzen Joachim zumindest in der Regenbogenpresse Bekanntheit erlangt hat. Nach dänischer Tradition bekommen die Mitglieder der königlichen Familie zur Hochzeit ein Geschenk vom Volk. Da Prinz Joachim Landwirtschaft studiert hat, sollte er mal zeigen, ob er es wirklich umsetzen kann: Er wurde Gutsherr im Schloss Schackenborg. Nach Scheidung, erneuter Heirat, vier Kindern mit beiden Damen und Sehnsucht nach der Metropole København hat er das Schloss einer Stiftung übergeben. Zudem hielt sich der wirtschaftliche Erfolg in moderaten Grenzen.
Heute ist Schloss Schackenborg ein gehobenes Hotel mit feiner Küche.
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Die Kirche folgt dem gleichen Typus wie viele angelsächsische Kirchen: ein schmaler Chor, breites Kirchenschiff. Der Turm und der Eingang sind spätere Anbauten.
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Im Innren befinden sich detailreiche Szenen aus dem Neuen Testament. Wie kann man sich bei so viel optischer Ablenkung bloss auf die Predigt fokussieren?
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Unweit des Nordseedeiches liegt im äussersten Südwesten Dänemarks Højer. Ein Kulturverein arbeitet bereits seit Jahrzehnten an der Popularisierung der Region. In Højer wurde die alte Mühle von 1857 restauriert, und ein Holzskulpturenfestival bietet Künstlern eine Ausstellungsmöglichkeit ihrer Arbeiten an.
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Das bereits erwähnte Flüsschen Vidå mündet bei Højer in die Nordsee. Der beschauliche Hafen bietet Liegeplätze fuer kleine Freizeitboote. Kaum zu glauben, dass in der Hansezeit die Nordseekoggen bis nach Tønder fahren konnten, und im 19. Jh. ein Postdampfer Højer mit Sylt verbunden hat.
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Geschützt wird das Land hinter dem Deich durch die Højer Sluse von 1861. Es handelt sich um ein Wehr, das bei Sturmfluten geschlossen wird. Wer genau hinschaut, kann am Ende des Flusslaufs noch ein Wehr erkennen. Bis dahin sind es etwas über einen km Strecke. Die Wasserbauingenieure haben mit ihren Arbeitern in 120 Jahren der Nordsee diesen einen km Land abgerungen. Die Vidå Sluse wurde zusammen mit einem neuen Deich 1981 errichtet.
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Der neue Deich ist breiter, höher und steigt flacher an als sein Vorgänger. Wenn bei Orkan die Wellen gegen die Küste peitschen, treffen sie auf diese sanfte Steigung und laufen sich quasi tot.
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Weiter entlang Hærvejen liegt Christiansfeld. König Christian VII. lud Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine ein, im Gebiet zwischen Haderslev und Kolding eine eigene Siedlung zu gründen. Ab 1773 entstand in kurzer Zeit eine homogene Modellgemeinde mit Gebetshaus und mehreren Funktionsgebäuden ringsherum.
Die Herrnhuter bzw. die Moravian Church haben sich als protestantische Gemeinde gegründet mit dem Ziel einer bescheidenen Lebensgrundlage für alle Bewohner. Entsprechend stehen in Christiansfeld Wohnheime für Witwen, Waisen und unverheiratete Frauen, Schule, Krankenstation und ein Gebetshaus.
Zentrum ist der freie Platz vor dem Gebetshaus mit Brunnen.
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Alle Herrnhuter Häuser sind zweistöckig aus gelbem Backstein errichtet.
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Das Gebetshaus ist ebenso schlicht, allerdings gekennzeichnet durch den Uhrturm.
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Innen erwartet den neugierigen Besucher ein schlichter Raum mit Platz für den Prediger und Orgelempore.
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Heute hat Christiansfeld etwas über 3.000 Einwohner.
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Die Bescheidenheit zeigt sich auch auf dem Friedhof. Die Inschrift ist in einer alten Version des Dänischen verfasst und könnte 'Bitte bewahrt diesen Ort in alle Ewigkeit' bedeuten.
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Die Gräber sind einheitlich schlicht nebeneinander angeordnet.
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Wenige km nördlich verlief von 1864-1920 die preussisch-dänische Grenze.
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Die ehemaligen Grenzsteine zeigen die Entfernungen nach Altona, Kolding und Vejle an.
Fun Fact: was wir heute als Hansestadt Hamburg kennen, war von 1640-1864 eine Doppelstadt. Zum einen Hamburg, zum anderen der dänische Handelsposten Altona.
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Nach der Volksabstimmung über die Zukunft des Landesteils Schleswig wurde Schleswig in einen Nord- und einen Südteil getrennt, und die Grenze dem Abstimmungsergebnis entsprechend neu festgelgt. Am 10. Juli 1920 ritt König Christian X. auf einem Schimmel unter dem Jubel der Bevölkerung am Wiedervereinigungstag über die Grenze. Der Gedenkstein erinnert an dieses Event.
Anhang anzeigen 343207

Eigentlich hätte zum 100. Jahrestag Königin Margrethe II. den Ritt ihres Vorfahrs bekräftigen sollen. Wegen der Pandemie-Beschränkungen wurde das Event um ein Jahr verschoben. Sie fuhr mit Kronprinz Frederik in einer Prunkkutsche durch diesen Drahtgeflecht-Bogen.
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Kolding ist die siebtgrösste Stadt Dänemarks. Am Rande der Altstadt führt die steinerne Sønderbro über die Koldingå. Hier verlief bis 1850 die Zollgrenze zwischen dem Königreich und den jütländischen Herzogtümern.
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Heute ist es ein lauschiger Ort der Gastronomie und des Zusammenseins - sofern der Regen nicht niedergeht.
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Das alte Rathaus wird nur noch für Hochzeiten und besondere Veranstaltungen genutzt.
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Das älteste Haus ist dieses Hansehaus aus 1589 inmitten der Fussgängerzone.
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Dahinter verbirgt sich dieser gepflegte Garten.
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Oberhalb der Stadt ruht Koldinghus, eine Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert. In den 1250er Jahren herrschte Bürgerkrieg in Dänemark um die Thronnachfolge. Der Kindkönig Eric V. (10 Jahre alt bei der Thronbesteigung) hat sich schliesslich in mehreren kriegerischen Phasen durchgesetzt.
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Im Laufe der Jahre wurde Koldinghus mehrfach umgebaut und erweitert. Die länglichen Gebäude rechts dienten als Marstal.
Anhang anzeigen 343216

Während der Napoleonischen Kriege hatte sich Dänemark den französischen und spanischen Truppen gegen Schweden angeschlossen. Im Winter 1808 waren die fremden Soldaten in Koldinghus untergebracht und versuchten die alten Kamine wieder in Gang zu setzen. Eine gewaltige Feuersbrunst war die Folge.
Erst Ende des 20. Jahrhunderst fand die Restaurierung statt. Dabei wurde so behutsam rekonstruiert, dass alle Ergänzungen ggfs. wieder rückgebaut werden könnten, falls kukünftige Vorstellungen historischer Gebäude es angeraten erscheinen lassen sollte.
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Vor Koldinghus steht der Gedenkstein für Carl Parmo Ploug (1813-1894). Er war Poet und Politiker, u.a. unterstützte er den demokratischen Aufbruch 1848. Umstritten ist seine Rolle im Widerstand gegen die preussisch-österreichische Armee 1864. Im naiven Glauben an eine schwedische Unterstützung rief er die Dänen zum Kampf auf, was zum sinnlosen Tod vieler Menschen führte.
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Danke für deinen ausführlichen Bericht und die beeindruckenden Fotos. Es macht mir große Freude, dich auf deiner Reise auf diese Weise zu begleiten.
Herzliche Grüße und bis bald 😊
 
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30.08.2010
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In der Hügellandschaft zwischen Kolding und Vejle lohnen ein paar frei zugängliche Orte Zwischenstops.
Nahe des Ortes Egtved wollte der Landwirt Peder Platz einen Erdhügel auf seinem Feld einebnen. Er stiess dabei auf einen ausgehöhlten Baumstamm, informierte das dänische Nationalmuseum und beteiligte sich an den Ausgrabungen.
Der Fund stellte sich als ein unberührtes Grab aus der Bronzezeit heraus. 1370 v.Chr. wurde eine junge Frau mit einem Kind bestattet. Der Leichnam war vornehm bekleidet und mit einer Ochsenhaut bedeckt. An Beigaben hatte sie einen Armreif, einen Ohrring und eine Bronzescheibe am Gürtel. Dazu kamen Körbchen aus Birkenrinde mit Nadeln und einem Haarnetz sowie einer Biersuppe.
Vor Ort sind Kopien der Funde ausgestellt; die Originale befinden sich im dänischen Nationalmuseum.
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Die Nachbildung des 'Sarges', d.h. des ausgehöhlten Baumstamms.
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Im Gelände ringsherum zeigt der Querschnitt durch einen Grabhügel, wie im Inneren das Grab und ein paar Beigaben angelegt waren.
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Die Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Langhauses mit Platz für Mensch und Vieh.
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Die ehemalige Bahnstrecke Vejle - Grindsted führte durch den Ort Bindeballe. Hier sind drei Wagen und die Bahnstation zugänglich.
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Das ist der Speisewagen der 1. Klasse. Tja, kein Lie Flat, keine Schiebetür, aber immerhin eine 1-2 Bestuhlung.
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Die Bahnstation wurde von einem Stationmaster-Ehepaar betrieben. Der Mann war für die technischen Arbeiten verantwortlich, die Dame für die Administration (Ticketverkauf, Fracht und Buchführung). Die Bahnverbindung war bis in die 1950er Jahre in Betrieb.
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Der Bindeballe Købmandsgaard ist ein lebendes Museum aus Kolonialwarenladen und Kiosk mit Cafe.
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Die Dosen sind zur Dekoration gedacht, die Getränke, Süssigkeiten, Handfeger usw. kann man kaufen.
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Hinterm Haus kann man sich zur Pause niederlassen.
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Ganz in der Nähe haben der Künstler Robert Jacobsen (1912-1993) und sein Schüler Jean Clareboudt (1944-1997) die ehemalige Kiesgrube Tørskind in einen Skulpturenpark umgestaltet. Jacobsen wird der Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg zugerechnet.
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Manche Werke haben mich ratlos zurückgelassen, was die Künstler eigentlich darstellen bzw. aussagen wollten. Doch seht selbst!
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In der Wikingerzeit war das Tal der Vejle Å eine breite Sumpflandschaft, fast unüberwindlich für Ochsengespanne. Der Wikingerfürst Harald Blauzahn hat verstanden, dass die Einigung der Clans nur mit einem funktionierenden Wegenetz funktionieren kann, und er nur seine Herrscherrechte wird ausüben können, wenn er bei Bedarf Präsenz zeigt. Er liess deshalb eine 600 m lange Brücke, eigentlich einen Steg über das Sumpfgebiet bauen. An den beiden Enden sind zwei kurze Abschnitte rekonstruiert.
Hier das Südende:
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Und das Nordende.
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Jana03

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14.04.2025
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Tolle Bilder und wundervolle Beschreibungen! Vielen Dank, dass du uns auf deine spannende Reise mitnimmst. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Bericht. Herzliche Grüße
 
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Wolke7

Erfahrenes Mitglied
30.08.2010
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In Jelling, nordwestlich von Vejle befand sich im 10. Jhdt. der Hof von Gorm und seiner Frau Thyra. Es ist unklar, ob Gorm bereits der erste dänische König war oder der letzte Wikingerfürst, bevor sein Sohn Harald Blauzahn den Königstitel führte.
Als gesichert gilt das markierte Areal von ca. 360x360 m, das durch einen Palisadenzaun abgegrenzt war. Auf dem Bild sehen wir die weissen Pfosten an der Stelle des Zaunes.
Im Innern befand sich eine Steinsetzung in Schiffsform, die diagonal die gesamte Länge des Hofes einnahm - die grösste je gefundene Steinsetzung Dänemarks. Heute markieren die hellen Steinplatten die originale Lage.
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Nach dem Tod Gorms (vermutlich 959) wurde er in einem Grabhügel innerhalb der Schiffssetzung nach nordischer Tradition bestattet. Er stand zwar dem Christentum affin gegenüber, liess sich jedoch nicht taufen.
Wenige Jahre später bettete der getaufte Harald Blauzahn den Leichnam in die direkt neben dem Hügel errichtete Steinkirche um.
Erst in der Neuzeit wurde aus ästhetischen Gründen ein zweiter Erdhügel aufgeschüttet, auf dem ich stehe, und der einen weiten Blick über die Anlage ermöglicht.
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Besonders sind die beiden Findlinge mit Inschriften aus der Zeit von Gorm und Harald Blauzahn. Dem linken haben moderne Wissenschaftler den Namen 'Thyrastein' gegeben. Es ist ein Gedenkstein des trauernden Witwers Gorm für seine verstorbene Frau Thyra: 'König Gorm errichtet diesen Gedenkstein für seine Frau Thyra, die Zierde Dänemarks.' Interessant ist, dass sich Gorm selbst als König bezeichnet, und dass dieser Stein die älteste schriftliche Erwähnung des Namens 'Dänemark' darstellt.
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Der grössere Stein zeigt eine Christusdarstellung umgeben von geschwungenen Bändern. Er wurde von Harald Blauzahn zu seiner Taufe und damit der Christianisierung Dänemarks aufgestellt. Man kann diesen Stein deshalb als die Taufurkunde Dänemarks bezeichnen.
Nach der erfolgreichen Rebellion 985/86 des dritten Sohnes Harald Blauzahns, Sven Gabelbart gegen seinen Vater und König, wurde Jelling aufgegeben, und der Königshof nach Roskilde auf Seeland verlegt.
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Zurück zur Küste gelange ich nach Vejle. Hier hat die Moderne genauso das Stadtbild verändert wie in vielen anderen Städten auch: der Altstadt-Charme musste der neuen Zeit weichen mit gepflasterten Strassen, verputzten Fassaden, Strassenkunst und mehr Licht. Doch zunächst schaue ich mir den umgewandelten Industriehafen an. An der Hafeneinfahrt steht das von Stararchitekt Olafur Eliasson entworfene Fjordenshus: im Stil einer Hafenfestung ruht das Gebäude auf Pfeilern im Wasser.
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Neben einigen anderen Neubauten und der Marina ...
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... schwappen diese 5 Wellen an die Küste. Die 'Bølgen' sind das neue Wahrzeichen Vejles.
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Kulturhistorisch interessant ist die St. Nicolai Kirche. Sie stammt aus dem 13. Jhdt. und wurde in jüngerer Zeit eklektizistisch umgebaut.
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Der Stilmix offenbart sich im Altarraum: Der Taufstein wurde um 1250 gefertigt, die Kanzel stammt aus der Renaissance und das Wandgemälde zeigt die Auferstehung Christi des Malers Anders Kirkegaard (2021).
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In der Seitenkapelle zeigt ein leerer Sarg ein grosses Missverständnis: 1835 wurde bei Vejle eine Frauen-Moorleiche gefunden. Die Menschen wollten unbedingt glauben, es handele sich um die erste Frau Harald Blauzahns, Gunnhild. Über 150 Jahre lang wurde sie in der grössten Kirche Vejle aufgebahrt und verehrt. Dann enthüllte die wissenschaftliche Untersuchung, es handelt sich um eine Frau, die um 490 v.Chr. vermutlich hingerichtet wurde. Jetzt ruht sie im Museum...
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Eine der lauschigsten Strassen Vejles ist die Nørregade. Die Strasse wurde gepflastert, die Häuser restauriert und modernisiert sowie auf halber Höhe ein 'Dach' aus Regenschirmen gespannt. Im Hochsommer sicherlich sehr angenehm; bei dem zugigen Regenwetter heute gehen die Gäste doch lieber in die Schankstuben.
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Soll das der Karneval sein? Ein Mann im Pferdekostüm dirigiert den Katzengesang ...
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... und die Frau mit Bärenmaske schaut genervt zu.
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Ich nähere mich Horsens von der Parkseite an. Im Bygholm Park steht das gleichnamige Schloss, heute ein Hotel mit gutem Restaurant. Ganz links am Baum übrigens mein Fahrrad.
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Entschuldigung, liebe Enten und Gänse, für die Störung.
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Die Innenstadt ist arm an besonderem Charme. Der Glaskasten in der Fussgängerzone Søndergade ist ein doch eher bescheidener Blickfang.
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Nur diese Skulptur macht mich nachdenklich: Als Kind habe ich gelernt, dass der Klapperstorch die Kinder bringt - doch kein Wolf. Oder soll das Tier eine Hyäne sein?
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Weil die Stadt keine herausragenden kulturhistorischen Highlights besitzt, haben die Bewohner selbst dafür gesorgt. Regelmässig finden Konzerte mit Weltstars statt, die in der Street of Fame gesammelt sind.
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Hier der Stern für David Bowie
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und hier der für Rammstein.
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Vitus Bering (1680-1741) wurde in Horsens geboren. Er hat in russischen Diensten die Küsten Ostsibiriens und Alaskas erkundet. Dafür wurde u.a. die Beringsee nach ihm benannt. Er starb auf einer Alaska-Schiffs-Expedition an Skorbut; die beiden Kanonen stammen von diesem Schiff.
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Jana03

Neues Mitglied
14.04.2025
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Wieder eine wundervolle und sehr detaillierte Reisebeschreibung!
Dankeschön dafür. Wir begleiten dich weiterhin 😊. Liebe Grüßeaus dem Böhmischen Bäderdreieck ☀️
 
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