Lass doch mal nach Thailand - Klar, ich bin nur kurz noch in Neuseeland für ein Bier

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Rungisalf

Erfahrenes Mitglied
06.07.2012
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T – One night in Bangkok

Mit der Absolution meiner +1 in Form eines „Aha….“ bewaffnet machte ich mich, frisch gestärkt an die Erkundung des thailändischen Nachtlebens. Auf Grund meiner körperlichen Verfassung und meines von 84 Stunden im Flieger gebrochenen Egos entschied ich mich gegen eine Tuk-Tuk Fahrt in ein Backpackerviertel und spazierte durch die Gassen. Mein kleiner Begleiter musste für diese Veranstaltung leider zu Hause bleiben.

Google Maps verriet mir, dass etwa 500 Meter von meinem Hotel die berüchtigte Soi Cowboy sein sollte. Als guter Hamburger dachte ich mir nur: Kennste sowas, kannst mit umgehen. Falsch gedacht. Leicht schockiert vom Altersdurchschnitt der Herren und der Differenz zu den im Arm liegenden Frauen lief ich also die Straße hinab. Lasst es mich euch sagen: Es wurde einfach nicht besser… 3 Minuten später kam ich also am Ende der Straße an und musste kurz überlegen, wo ich im Leben falsch abgebogen bin, dass ich hier geendet bin. Kurzer Blick zurück auf die letzten 4 Tage – Frage beantwortet.

Mein einziger Trost war, dass ich offensichtlich zu jung und gutaussehend bin, um von den zahlreichen Damen angesprochen zu werden. Mit der Erkenntnis gesegnet entschloss ich mich spontan in der letzten Bar der Straße ein kühles Bier zu bestellen und mir von einem Tisch aus dem Treiben auf der Straße zuzusehen. Beruflich hasse ich diese Gaffer, hier war es aber wirklich wie bei einem Verkehrsunfall. Man konnte einfach nicht wegschauen. Während ich mir die teils hilflosen, aber auch erfolgreichen Konversationsversuche um mich herum audiovisuell gönnte schlichen sich jedoch zwei Damen von der Seiter her an. Ganz schön sneaky dachte ich mir, als ich sie mit einem taktischen Blick auf meinen Bildschirmhintergrund (zeigt meine Miss Aha…) und einem „waiting for somebody“ erfolgreich abwimmelte. Der artige Deutsche und Schwabe in mir bestand darauf, das Bier auszutrinken, weshalb ich mir die Veranstaltung noch weitere 10 Minuten gönnte.

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Mit einem innerlichen: „Ich kann sagen ich war mal da“ ging es zurück in meine nicht wesentlich bessere Straße. Dort angekommen ließ ich mir spontan noch einmal die Füße massieren. So viel Bewegung waren sie einfach nicht mehr gewohnt.

Mit einer Vorfreude, die ich zuletzt als Kind an Weihnachten verspürt hatte, kam ich in meinem Hotel an und ließ mich in mein Bett fallen. Immer noch auf der Suche nach dem WANN wachte ich vor meinem Wecker um kurz nach 5 Uhr auf. Dann wollen wir mal dachte ich mir nur und stieg eine kurze Dusche später erneut in ein Grab zurück zum Airport.

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Beitrag automatisch zusammengeführt:

T – Ich liebe andere Mitreisende. NICHT!

Am Flughafen Bangkok vollzog ich den sozialen Abstieg zum normalen Volke und musste mich mit online-check-in und Donutstand statt einem Herzlich Willkommen und wir bringen sie zur Lounge zufriedengeben. Eingeschüchtert von der neuen Realität und aus Angst, vor allen anwesenden auf Grund meines absurd übergewichtigen Handgepäcks von den Gate Agents geächtet zu werden, versteckte ich mich bis kurz vor Boarding in einer der letzten Reihen. Im Nachhinein war die Angst unbegründet, Bangkok Airways ist anscheinend doch kein AirAsia/Ryanair verschnitt und ich betrat unbehelligt mein Fluggefährt in Richtung Trat.

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An Bord war ich wie in Thailand üblich der einzige Deutsche – NICHT. Umgeben von einer, es tut mir schrecklich leid!, RTL II Familie war mir relativ schnell klar, dass es lange 45 Minuten werden würden. Man wurde ich nicht enttäuscht!

Ich möchte diese Chance nutzen euch Kevin vorzustellen. 4 Jahre, etwa 20 kg Kampfgewicht und eine Selbstverständlichkeit, dass ihm der Flieger gehört, wie ich sie nicht mal in der First (aus Demut vor diesem kleinen Kampfzwerg schreibe ich das klein) an den Tag lege. Kevin war der Meinung, unterstützt von seiner Oma und geistig nicht anwesenden Eltern, dass ihm der Laden gehört und er sitzen darf, wo er will. Jeglicher Widerstand wurde durch sirenenartiges Schreien, Treten gegen die Sitze und Schlagen gegen die Scheibe erfolgreich gebrochen. Stolz über seinen Punktsieg suchte er nach dreifachem Wechsel des Platzes den Stuhl vor mir als seinen Thron aus. Wenn er wüsste, dass hinter ihm der von globetrotter gekrönte König der Idioten sitzt.

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Nach 15 Minuten Flugzeit hatte ich die kurzfristige Hoffnung, doch noch an meinem Vortrag arbeiten zu können, bis ihm einer der Mitreisenden einen Wetwipe in die Hand drückte. Die nächsten 20 Minuten verbrachte der kleine als selbsternannter Facility Manager und putzte Wand, Sonnenblende und Fenster seines Thrones. Prinzipiell war ich ein großer Freund dieser Beschäftigungstherapie, bis das Ausschütteln des nassen Lappens begann. Das an die Eltern gerichtete „lass ihn doch machen“, seiner neben mir sitzenden Oma, quittierte ich mit einem „Aha….“ – Jetzt weiß ich warum meine +1 das so regelmäßig zu mir sagt. Die kurze Erklärung auf gebrochenem Englisch, dass er ja ein Kind sei quittierte ich erneut mit einem „Aha….“

Die letzten Minuten unterband ich meinen Reflex, den Sitz vor mir umzuklappen und verließ nach Landung fluchtartig das Flugzeug. Gott sei Dank muss ich die nicht wiedersehen dachte ich mir nur, bevor die gesammelte Familie in Mannschaftsstärke von 8 Personen die Ladefläche meines Sammeltaxis bestieg. Haste scheiße am Schuh…

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Herrliche lustige Schreibweise, vielen Dank. Der Tag beginnt ....
 

Tiefflieger

Erfahrenes Mitglied
05.11.2010
724
1.162
Amüsiere mich köstlich. Danke für den täglichen Lacher. Allerdings musste ich feststellen, dass es sich beim zweiten Teil des Titels um die Untertreibung des Jahres handelt.
 

Tomminho7

Reguläres Mitglied
02.03.2017
51
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Am Flughafen Bangkok vollzog ich den sozialen Abstieg zum normalen Volke und musste mich mit online-check-in und Donutstand statt einem Herzlich Willkommen und wir bringen sie zur Lounge zufriedengeben. Eingeschüchtert von der neuen Realität und aus Angst, vor allen anwesenden auf Grund meines absurd übergewichtigen Handgepäcks von den Gate Agents geächtet zu werden, versteckte ich mich bis kurz vor Boarding in einer der letzten Reihen. Im Nachhinein war die Angst unbegründet, Bangkok Airways ist anscheinend doch kein AirAsia/Ryanair verschnitt und ich betrat unbehelligt mein Fluggefährt in Richtung Trat.
Ganz so heftig hätte dein sozialer Abstieg gar nicht sein müssen. Bangkok Airways bietet nämlich auch für das gemeine Volk (=Economy) eine Lounge. Diese Boutique Lounge ist zwar nichts wirklich tolles, aber es gibt einige kleine Snacks und etwas zu trinken.

In Trat sollt es eine/einen Courtesy Corner/Kiosk geben. Wenn das so ist wie auf Samui gibt es dort auch Getränke und Snacks. Vielleich kannst du das auf einem ggf. noch anstehenden Rück- bzw. Weiterflug nutzen.
 

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
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1.433
HAM
T – Nein ich möchte nicht mit dir spielen Kevin

Eingepfercht zwischen meiner neuen Lieblingsfamilie machte sich unser Fahrer auf unsere Reise in Richtung kambodschanischer Grenze. Ohne Eskapaden, Militärcheckpoints oder verbalen Ausfällen von Kevin schafftes wir es für schlanke 280 Bath bis zum Fährterminal. Ganz schön unspannend dachte ich mir und bestellte an der kleinen Bude in der Ecke einen Mango Schake. Die Auslage an frischen Früchten hatte mich trotz der Location sehr überzeugt, ihr ahnt es schon: Pustekuchen. Aus dem Waschbecken (wer zu Hölle lässt durchgehend das Wasser laufen?) fischte die Dame eine Plastiktüte mit zerdrückten Mangoresten und schmiss alles, bevor ich etwas sagen konnte, in einen Mixer. Wird schon passen schallt der Jetlag unterstützt vom neben mir sitzenden Australier, der ein: „What doesn’t kill you makes you stronger“ zum Besten gab, entgegen.

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Nach etwas 20 Minuten ruhiger Fahrt bekam ich endlich einen Blick auf mein Ziel! Reicht jetzt auch mit dem Reisen.

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Am Pier warteten wieder unsere bekannten trusty Sammeltaxis auf die Touristenhorde. Ich weiß nicht, ob es an der Reisewarnung oder der Saison liegt, aber es war keine Horde, sondern nur ich, Kevin mit seiner Entourage und ein paar vereinzelte Backpacker. Na mal schauen was das wird. Als Erster von der Fähre kommend sicherte ich mir direkt den besten Platz auf dem Taxi, nur um dann von Kevin und seinen Untergebenen in die Fahrerkabine verbannt zu werden. Wenigstens klimatisiert, dafür platztechnisch unter Economy angesiedelt. So muss sich Ryanair also anfühlen.

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30 Minuten Fahrt über eine hügelige und sehr kurvige Straße später kamen wir also an Kevins Resort an. Von der Fahrt sichtlich mitgenommen wurde der inzwischen vollgekotzte Versager von seinen Bediensteten aus der Gerät gebrochen und zur Rezeption getragen. Ich weiß, dass Schadenfreude manchmal fehl am Platz ist, hier konnte ich mir aber ein Höhöhö nicht verkneifen. Als letzter verbliebender Gast setzte ich die Fahrt auf der Ladefläche fort. Die nächsten 30 Minuten ergaben für mich folgende Erkenntnisse. Erstens: Ich hätte den Preis für die Fahrt vorher verhandeln sollen. Zweitens: Kevin hatte nicht unrecht, dass 30 Minuten auf einer Ladefläche anstrengend für den Magen sein können. Froh über das Ende meiner Fahrt und 200 Bath leichter betrat ich schließlich nach 110 Stunden Reisezeit mein Hostel….

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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
355
1.433
HAM
T – Koh Chang die Erste

Meine neu gewonnene Freiheit, nicht in ein Flugzeug steigen zu müssen, nutzte ich direkt für Emails und einen Vortrag. So fühlt sich also moderne Sklaverei an… Dafür war das gebuchte Zimmer für ein Hostel echt premium, so lässt es sich die nächsten Tage aushalten.

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Das nächste Etappenziel war ein fahrbarer Untersatz, den ich für umgerechnet 7 Euro am nächstbesten Stand (ohne zu verhandeln) direkt mitnahm. Die Schwabenstimme in mir meldete sich leise aus dem Hintergrund was mit mir los sei, ich ignorierte sie aber erfolgreich.

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Ein Pad thai und einen Kaffee später traf ich endlich, fröhlich winkend, meinen Reisecompanion! Zwei Bier später saßen wir schon am Lonely Beach (Name ist nicht Programm) und genossen den ersten Sonnenuntergang.

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Die großzügig auf der Insel beworbene Beachparty zwei Bars weiter entpuppte sich am Abend jedoch, genau wie mein Versuch meinen Companion an eine hübsche osteuropäische Blondine zu vermitteln als Reinfall. Wenigstens konnte die Feuershow überzeugen.

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Koh Chang scheint sich nach Covid nicht richtig erholt zu haben. Die Infrastruktur lässt auf Backpackermassen und tägliche Partys schließen, ist aktuell jedoch so gut wie gar nicht gefüllt. Ob es an dem Konflikt mit Kambodscha liegt oder die Touristenströme sich einfach verlagert haben kann ich hier nicht sagen. Es ist auf jeden Fall schade zu sehen, wie viele Leute hier um ihre Existenz kämpfen müssen oder teilweise schon aufgegeben haben.


Der zweite Tag verlief relativ ereignislos. Mein Companion hatte sich einen ganztätigen Freedivingkurs gebucht, bei dem ich jedoch wegen einer inzwischen verstopften Nase lieber ausgesetzt habe. Spätestens als es am Mittag aus Kübeln anfing zu schütten war ich über meine Entscheidung auf nicht mehr traurig.

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Eine Massage, ein Pad thai und zwei Bier später hieß es also wieder: Lass mal zum Sonnenuntergang und wo ist heut Abend die Party?

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Als kleiner Spoiler vorneweg, wir haben gesucht, aber nicht gefunden. Den gestrigen Tag fasse ich euch nachher zusammen, er endete aber mit folgendem Bild von meiner +1:

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Wir beiden amüsierten uns zuerst köstlich über diesen Witz, bis ich kurz auf den Kalender schaute und mir eine ungefilterte Obszönität über die Lippen kam. Mit einem "Aha...." würde ich hier nicht weit kommen... Ich hoffe ihr habt im Vergleich zu mir daran gedacht und vorgesorgt.
 

daddycoool

Erfahrenes Mitglied
10.03.2017
301
296
T – Koh Chang die Erste

Meine neu gewonnene Freiheit, nicht in ein Flugzeug steigen zu müssen, nutzte ich direkt für Emails und einen Vortrag. So fühlt sich also moderne Sklaverei an… Dafür war das gebuchte Zimmer für ein Hostel echt premium, so lässt es sich die nächsten Tage aushalten.

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Das nächste Etappenziel war ein fahrbarer Untersatz, den ich für umgerechnet 7 Euro am nächstbesten Stand (ohne zu verhandeln) direkt mitnahm. Die Schwabenstimme in mir meldete sich leise aus dem Hintergrund was mit mir los sei, ich ignorierte sie aber erfolgreich.

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Ein Pad thai und einen Kaffee später traf ich endlich, fröhlich winkend, meinen Reisecompanion! Zwei Bier später saßen wir schon am Lonely Beach (Name ist nicht Programm) und genossen den ersten Sonnenuntergang.

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Die großzügig auf der Insel beworbene Beachparty zwei Bars weiter entpuppte sich am Abend jedoch, genau wie mein Versuch meinen Companion an eine hübsche osteuropäische Blondine zu vermitteln als Reinfall. Wenigstens konnte die Feuershow überzeugen.

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Koh Chang scheint sich nach Covid nicht richtig erholt zu haben. Die Infrastruktur lässt auf Backpackermassen und tägliche Partys schließen, ist aktuell jedoch so gut wie gar nicht gefüllt. Ob es an dem Konflikt mit Kambodscha liegt oder die Touristenströme sich einfach verlagert haben kann ich hier nicht sagen. Es ist auf jeden Fall schade zu sehen, wie viele Leute hier um ihre Existenz kämpfen müssen oder teilweise schon aufgegeben haben.


Der zweite Tag verlief relativ ereignislos. Mein Companion hatte sich einen ganztätigen Freedivingkurs gebucht, bei dem ich jedoch wegen einer inzwischen verstopften Nase lieber ausgesetzt habe. Spätestens als es am Mittag aus Kübeln anfing zu schütten war ich über meine Entscheidung auf nicht mehr traurig.

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Eine Massage, ein Pad thai und zwei Bier später hieß es also wieder: Lass mal zum Sonnenuntergang und wo ist heut Abend die Party?

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Als kleiner Spoiler vorneweg, wir haben gesucht, aber nicht gefunden. Den gestrigen Tag fasse ich euch nachher zusammen, er endete aber mit folgendem Bild von meiner +1:

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Wir beiden amüsierten uns zuerst köstlich über diesen Witz, bis ich kurz auf den Kalender schaute und mir eine ungefilterte Obszönität über die Lippen kam. Mit einem "Aha...." würde ich hier nicht weit kommen... Ich hoffe ihr habt im Vergleich zu mir daran gedacht und vorgesorgt.

Schöner Bericht, kleiner Hinweis:
Die erwähnten Bilder sind nicht zu sehen
Ich verwende Google Chrome am Mobiltelefon
 

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
355
1.433
HAM
T – Roadtrip

Unser dritter Tag begann in einem kleinen Cafe, der Brew coffee station. Die nette Dame hinter dem Tresen hat anscheinend mehrere Baristapreise gewonnen und besitzt die komplette Midlifecrisis Kaffeeausstattung. Ihre Kaffeeroutine lässt selbst mich mit meiner Feinwaage blass werden. Einer der Gründe, warum wir hier jeden Morgen unseren Kaffee trinken!

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Gestärkt und motiviert vom Koffein entschlossen wir uns, heute die Insel zu erkunden. Die Koh Chang Kenner wissen, dass die Straße leider nicht komplett um die Insel herumgeht, sondern im Süden einfach aufhört. Kann mir keiner erklären, dass das keine Absicht ist… Für uns auf jeden Fall ziemlich nervig, wenn der Strand, zu dem man möchte, 4 km Luftninie entfernt ist, aber jetzt ein 54 km Umweg nötig ist.

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Was solls, wir haben nichts zu tun und so ein guter Hautkrebs möchte schließlich auch erarbeitet werden! Bewaffnet mit einer 50er Sonnencreme und Musikboxen ging es also in Richtung Norden. Der obligatorische Pit-Stop mit mach mal voll und zwei Mango Shakes bitte durfte natürlich nicht fehlen.

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Als Chaoten mit der Aufmerksamkeitsspanne von zwei Labradoren setzten wir unsere Reise fort, bis uns die Sonne um 12 Uhr mittags in die Knie zwang. So endete unsere Reise erstmal auf halber Strecke mit etwa 39° Körpertemperatur vor einem Ventilator. Und ich mache mich dauernd über die Engländer mit ihrer radieschenfarbenen Hautfarbe lustig dachte ich nur, als ich meine Unterarme und Knie anschaute…

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Nachdem wir zwei Mal falsch abgebogen waren, kamen wir endlich am Long beach an. Name war leider nicht Programm, es gab ein kleines Resort, keinen Handyempfang und einen leider doch deutlich zugemüllten Sandstrand. Leicht geschafft von unserem Höllenritt suchten wir einen Ausgleich darin die vier anwesenden Instagramer bei ihren Shootings durch unsere Anwesenheit zu unterstützen. Keine Ahnung, warum sie uns als Motiv ablehnten, ich fand unsere feuerrote Erscheinung hätte sich gut auf Fotos gemacht. Als Belohnung gab es, wie für mich in Thailand üblich, ein Pad thai und ein eiskaltes Bierchen.

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Um pünktlich zum Sonnenuntergang zurück und gleichmäßig verbrannt zu sein startete ich unseren Rückweg mit freiem Oberkörper, einer Cap statt Helm und dem Intro von Baba O’Riley. Was gibt es Besseres im Leben als den warmen Fahrtwind, eine kurvige Straße durch den Urwald und gute Musik auf voller Lautstärke!

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Geschafft von unserem Tag gönnten wir uns nach der Rückkehr also eine Massage und im Anschluss drölf Bierchen zum Sonnenuntergang. So lässt es sich leben!

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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
355
1.433
HAM
T – Gib deine Spätzlepresse ab!

Die nächsten Tage verbrachten wir relativ ereignislos am Strand und in verschiedenen Massagesalons. Die inneren 18-Jährigen in uns versuchten weiterhin verzweifelt, jeden Abend die eskalativste Location auszumachen, scheiterten jedoch wiederholt an den nicht vorhandenen Touristen (oder wir sind einfach nur immer falsch abgebogen). Pawlowsche Konditionierung scheint bei uns einfach nicht zu wirken, dachte ich mir, als wir am letzten Abend erneut vor einer Bar standen – in der Hoffnung, hier endlich etwas zu erleben. Das anwesende, eher jüngere Publikum suchte, für uns unverständlicherweise, den intensiven Kontakt zum Fußboden und genoss die Beats von DJ MIAWW.

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„Komische Nummer hier“, meinte mein Reisebegleiter, bis wir uns die Dekoration des Etablissements etwas genauer ansahen. Ein kurzer Blick an die Decke später war klar, warum 90 % der Gäste nur körperlich anwesend waren – see for yourself!

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Ernüchtert vom erneut ereignislosen Abend ging es also, inzwischen bei strömendem Regen, zurück in unsere Unterkunft. Der drohenden Abreise ins Auge blickend, bereitete ich mich seelisch bereits auf Kevin oder einen seiner Zwillinge vor. Einen Albtraum über das Fliegen in niedrigeren Reiseklassen und ein Flugzeug voll von Kevins später wachte ich, für einen Urlaubstag, viel zu früh auf. Geleitet von purem Optimismus und genervt von der Nacht dachte ich mir, dass wir sicher erst knapp zwei Stunden vor Abflug unsere Zelte auf der Insel abbrechen müssten. Im Nachhinein: knappe Nummer!

Winkend an der Hauptstraße des kleinen Ortes stehend, versuchten wir, inzwischen unter leichtem Zeitdruck, ein Taxi zu ergattern. Die Frustration setzte schnell ein, nachdem keiner bereit war, uns auf seiner Ladefläche zum Pier zu fahren, und wir schließlich zum Stand der Taximafia marschieren mussten. Mit mehr Stress, als mir lieb war, akzeptierte ich den ersten genannten Preis und sagte zu meinem Begleiter: „Stell dich nicht so an, das sind nur 2,30 Euro.“ Fassungslos über diese Aussage wurde mir sofort mitgeteilt, dass das Bundesland Baden-Württemberg angerufen, ich gefälligst meine Spätzlepresse zurückgeben und mein Schwabentum ablegen solle! Frech, sich so etwas von einem Flachlanddeutschen sagen lassen zu müssen, dachte ich, als wir unser überteuertes Gefährt in Richtung Hafen bestiegen.

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Obwohl wir ziemlich durchgeschüttelt von der aggressiven Fahrweise am Hafen ankamen, waren wir unserem Fahrer doch sehr dankbar – wir konnten etwa fünf Sekunden vor dem Ablegen noch auf das Boot springen. Adieu – ist ja nett hier, aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?, dachte ich beim Blick zurück. Leider hatte ich keinen passenden Aufkleber für die Fähre parat...

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Ein weiteres Privattaxi später kamen wir verschwitzt und leicht nervös am Flughafen in Trat an. Als hätte er es geahnt, fuhr unser Pilot genau in dem Moment mit der Maschine vor! Service können sie hier in Thailand.

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Wenige Minuten später konnten wir bereits in unser Gefährt nach Bangkok steigen. Der Flug verlief – ohne Kevin‑Verschnitt – reibungslos und mit einer Verpflegungsbox, die ich sonst nur aus der KLM‑Business kenne. Auf vielfachen Kundenwunsch wird hier zumindest noch ernst genommen!

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Typisch Bangkok: Der Umstieg mit Ausreise über die E‑Gates war innerhalb von 15 Minuten erledigt, und wir erreichten pünktlich das Gate für unseren Flug nach Da Nang. Die verbleibenden 20 Minuten vor Abflug verbrachten meine Reisebegleitung und ich damit, über das Flugzeug zu diskutieren. Ich beharrte felsenfest darauf, dass es sich um einen A321 handelte, was vehement verneint wurde. „Die Schnauze sähe komisch aus, und das Cockpit passe auch nicht.“ Selbst schuld, dass du mir nicht glaubst, dachte ich, als er auf meine Wette um ein eiskaltes Bierchen einging. Hier lohnte sich die Vielfliegertreff-Erziehung definitiv!

Mit Betreten des Fliegers kehrte beim „AERONAUTICAL ENGINEER“ (das muss einfach großgeschrieben werden) hinter mir plötzlich Ruhe ein, und die Gesichtsfarbe wurde blasser. Punkt, Satz und Sieg! Das „Wer hat hier nochmal seine Masterarbeit bei Airbus geschrieben?“ konnte ich mir selbstverständlich nicht verkneifen, wurde aber nicht mehr kommentiert. Diese Wette zu gewinnen fühlte sich fast so gut an wie ein „Du hast recht“ von meiner +1 und sorgte dafür, dass das Bier am Abend noch ein bisschen besser schmeckte. Nach weiteren 90 Minuten in selbiger Blechbüchse erreichten wir schließlich unser Ziel: Da Nang, Vietnam. Wer hätte es gedacht.

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Zuletzt bearbeitet:

schlepper

Erfahrenes Mitglied
31.08.2016
4.596
5.448
FRA
Danke für den Bericht! Welche Merchandise-Artikel hast du eigentlich abstauben können?
 

aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
355
1.433
HAM
T – Good morning Vietnam: Ich liebe den Geruch von Schwarzpulver am Abend

Am Zollschalter von Da Nang wurde erneut das Versagen der Planwirtschaft deutlich. Mit zwei Schaltern für eine Horde von quengelnden Reisenden taten mir die Zöllner fast schon etwas leid. Wir halten also fest: Die Planung hat versagt, der Name war hier auf keinen Fall Programm. Die letzte Hürde zwischen uns und unserem Grab gemeistert stolperten wir in die kommunistische Freiheit von Vietnam. Ganz schön kalt hier mit 21 Grad, wenn man aus Thailand kommt.

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Begleitet von vereinzelnden Jubelschreien und Feuerwerk stiegen wir wenige Minuten später in unser Gefährt. Danke dachte ich mir, der Menge zuwinkend. Wäre doch nicht nötig gewesen… Ich saß zwar auf 17K wie König, aber das ist ja sogar mir fast etwas zu viel. Relativ schnell begriffen wir jedoch beide auf dem Weg Richtung Hotel, dass der Aufruhr auf den Straßen nicht unserer Ankunft geschuldet war. Ein kurzer Blick aufs Mobiltelefon teilte uns mit, dass heute Abend das Chinese New Year gefeiert wird.

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Ein verdutzter Blick später waren wir uns aber sofort einig, dass manche Feste einfach gefeiert werden müssen. Schlafen können wir, wenn wir tot sind! Stolz über unsere Reiseplanung schmiedeten wir die restlichen 30 Minuten Fahrt diverse Pläne für den restlichen Abend. Auf Grund der späten Ankunft hatte sich die Rezeptionistin schon zum Feiern verabschiedet, macht nichts, dann lassen wir uns eben selbst rein.

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Auf Grund der späten Ankunft mussten wir uns fast schon ein wenig beeilen, um die Festlichkeiten nicht zu verpassen. Eine Katzenwäschen und ein vernünftiges Outfit später waren wir schon wieder on the road auf dem Weg in die Altstadt von Hoi An. Vorbei an unzähligen Lapignons und mehreren Zwischenbierchen schafftes wir es rechtzeitig zu Kanal, wo die Party schon in vollem Gange war.

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Feuerwerk können Sie ja denke ich mir, als nach 15 Minuten die Kugelbomben immer noch im 2 Sekundentakt gen Himmel schießen.

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Wir schreiben kurz nach 0 Uhr, meinem Alter entsprechend ist meine Schlafensgehzeit definitiv schon überschritten, aber an nach Hause gehen war nicht zu denken. Lass uns doch mal wieder jung fühlen war unser Motto für den Abend, als wir über die Brücke in Richtung der Tiger Tiger Hostel Party stapften. Zwischen hunderten, leicht angetrunkenen Backpackern fühlten wir uns zwar leicht deplatziert, ließen uns aber von der Feierlaune anstecken und kompensierten die Altersdifferenz mit reichlich Bier!

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Viele lustige Begegnungen und Gespräche später stolperten wir den selben Weg, den wir gekommen waren, zurück. Ich habs immer noch drauf waren der letzte sinnvolle Gedanke, den ich fasste, bevor ich mit meinen Klamotten ins Bett fiel.

Am nächste Morgen wollte mir mein Körper mit voller Breitseite beweisen, dass ich es ganz offensichtlich nicht mehr drauf habe. Lautstark pochend hämmerte mir mein Schädel immer wieder die selbe Frage in Richtung meiner Augen: "Ob du eigentlich vollständig behindert bist hab ich dich gefragt." Ohne adäquate Antwort auf die Frage entschloss ich mich die garstige Stimme in meinem Kopf mit einem vietnamesischen Frühstück ruhig zu stellen.

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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
355
1.433
HAM
T – Wir sind die coolsten, wenn wir cruisen

Gestärkt von dem herzhaften Frühstück ging es zurück ins Hotel. Mein Companion hatte sich in den Kopf gesetzt sich einen Anzug schneidern zu lassen und sich durch sämtliche Souvenirläden zu arbeiten. Kann er gerne machen, aber ohne mich! Nachdem ich mich kurz körperlich und geistig gesammelt hatte, packte ich also alleine meinen kleinen Turnbeutel und machte mich mit meinem treuen Reisebegleiter auf den Weg in den Trubel.

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Bewaffnet mit meiner Musikbox und einem Zweirad ohne Bremsen fühlte ich mich unaufhaltsam. Musikalisch passend von den Kollegen der Massiven Töne untermalt wichen mir die anderen Verkehrsteilnehmer vorbildlich aus. Wieso funktioniert das zu Hause nicht so gut…

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Angekommen in der Innenstadt wird man fast erschlagen von der Anzahl an Schneidern, Geschirr-, Taschen- und Ledergeschäften. Die Taschen von einschlägigen Marken oder Koffer eines bekannten deutschen Herstellers auf Köln sind selbstverständlich alle original. Is klar.

Wie wir alle von Rocky gelernt haben, bringen rohe Eier einen vorwärts. Mit diesem Motto im Kopf bahnte ich mir also den Weg durch die Massen und Straßenverkäufer, bis ich einen gemütlichen Laden in der Innenstadt fand.

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Leider hörte ich dem Kellner nicht richtig zu, was das Umrühren und Teelicht ausmachen anging. Tja… Rührei bekommst halt nicht mehr flüssig. Schmeckte aber trotzdem.

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Zurück von der Tortur schmiss ich meinen geschundenen Körper auf eine Liege am Pool und kühlte mich eine Runde ab, bevor mein Companion Vollzug meldete und sich endlich wieder blicken ließ.

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Den Abend verbrachten wir in einer kleinen Bar mit Livemusik und zwei kleinen Bierchen. Mann kann ja nicht jeden Abend versuchen mit der Jugend mitzuhalten...

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aLeXx_

Erfahrenes Mitglied
04.01.2014
355
1.433
HAM
T – Pass auf, sonst musst du noch ihre Familie kennenlernen

Sagte ich nur, als mir mein Companion am nächsten Morgen bei Frühstück eröffnete, dass sein Engagement in den einschlägigen Datingapps erfolgreich war und er für heut Abend ein Date habe.

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Wie ich es von meiner +1 gelernt habe antworte ich mit „Aha….“ Soll der Junge mal machen, ich bin gespannt. Kulinarisch gönnten wir uns zum Frühstück ein Banh Mi, den „Käse“ lasse ich nächstes Mal aber weg. Details erspare ich euch!

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Die Stadt kannte ich schon, somit blieb noch die vietnamesische Spa-Landschaft zu erkunden. Zwei Straßen weiter fand ich einen schicken Laden, der für schlanke 8 Euro eine einstündige Gesichtsbehandlung mit Massage anbot. Mein Schwabenherz war sofort verliebt! Nach der Behandlung gab es noch leckere Mango mit Joghurt.

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Bevor ich meinen Companion in die Datingwildnis Asiens entlassen konnte, stand natürlich noch das Gespräch über die Blumen und Bienchen an. Wo kann man sowas besser führen als in einem Cafe mit, ihr könnt es euch denken, Egg-Coffee.

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Den restlichen Nachmittag nutzte ich damit, meine Habseligkeiten in mein zu kleines Handgepäck zu stopfen und in der Sonne am Pool zu legen, bevor ich mich zum Abendessen in die Stadt begab. Vor unserer Rückreise nach Thailand hatte ich heute Lust auf einen vernünftigen Burger. Das dritte Lokal auf meiner Erkundungstour überzeugte mich mit Bratengeruch, dem klimpern von Biergläsern und amerikanischer Live-Musik. Im Menü gab es die Möglichkeit kleine Slider zu bestellen und so mehrere Burger zu testen. Geile Idee, beim Jalapeño-Cheese und Mac-N-Cheese Burger zugeschlagen!

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Gestärkt und 12 Euro ärmer (Wucher für vietnamesische Verhältnisse) schlenderte ich durch die Gassen in Richtung Kanal. Einige Shops, ein Wachhund und eine von +1 abgelehnte Tasse später war meine Runde schon beendet.

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Am Kanal angekommen blieb noch eine, von meiner +1 angeordnete, letzte Amtshandlung vor der Abreise: "Pack so ne brennende Pappschachtel ins Wasser." Ja Chefin, wird gemacht. "Und wünsch dir was!" Ja Chefin, wird gemacht.

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Passenderweise war mein Companion noch beschäftigt mit einem, wie ich bei Whatsapp mitverfolgen konnte, unglaublich guten Abendessen. NOT! Auf der einen Seite belustigt, auf der anderen etwas enttäuscht über die sich ein paar Meter von mir abspielenden menschlichen Dramen bestellte ich mir einen Margarita und genoss die Aussicht auf das Spektakel.

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Ein halbes Glas später erschien auch endlich mein Begleiter und klagte mir sein leid der letzten 3 Stunden. Anscheinend hat er die besagte Dame unbekannterweise aus Da Nang mit einem von ihm bezahlten Grab einfahren lassen, nur um direkt nach dem ersten Blick festzustellen, dass sie überhaupt nicht seinem Typ entsprach. Mit einem kleinen Grinsen auf dem Gesicht hörte ich mir den Rest der Telenovela an und nippte genüsslich an meinem Margarita. Obwohl sie körperlich, als auch zwischenmenschlich bereits für weiteres ausgeschieden war hat er über zwei Stunden durchgehalten, bis er ihr erneut ein Grab bestellte. Chapeau! Trotz eindeutiger Signaler seinerseits dachte die Dame am Ende noch, dass das Grab sie beide nach Hause bringen würde. Leider hatte er keine 4 Bier getrunken, dann wäre die Geschichte noch richtig spannend geworden dachte ich mir nur. Naja macht nichts, so habe ich jetzt noch jemanden zum trinken, auf gehts!

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aLeXx_

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04.01.2014
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T - Die Handgepäckmafia gegen einen Schwaben - Ein ungleicher Kampf!

Nach einer viel zu kurzen Nacht meldete sich mal wieder mein Wecker. War ich schon gar nicht mehr gewöhnt, so früh aufzustehen… Leicht übermüdet sprang ich unter eine kalte Dusche und bestellte ein Grab zum Flughafen. Der Verkehr war um 7 Uhr morgens kaum existent und so schafften wir die Strecke von Hoi An nach Da Nang in etwas über 30 Minuten und ohne Probleme. Angekommen am internationalen Terminal wuchtete ich mein 13 kg Handgepäck aus dem Auto und machte mich auf den Weg zum Check in. Die AirAsia App verkündete nach erfolgreichem online-check-in, dass in Vietnam keine digitalen Bordkarten akzeptiert werden und wir zum Schalter müssten. Klang nach Verarschung, war es auch!

Mein Begleiter hatte sich in weiser Voraussicht ein zweites Handgepäck für 12 Euro gebucht. Der Schwabe in mir sagte sich jedoch: Nur über meinen kalten Körper. Um die Lage zu sondieren, schickte ich meinen Begleiter vor an den Schalter und beobachtete die Menge. An insgesamt 4 Schaltern spielten sich innerhalb von 15 Minuten unzählige Dramen ab. Jedes Handgepäckstück wurde, genau wie die Koffer, penibel kontrolliert und gewogen. Der neben mir stehende Amerikaner mit !5! Strohhüten auf dem Kopf änderte relativ schnell seine Gesichtsfarbe, als er ahnte, was da auf ihn zukommen würde. Leicht nervös und gleichzeitig belustigt wartete ich, bis mein Companion an der Reihe war und an den Schalter trat. Irgendwie hatte ich ein gutes Gefühl bei der Sache, als er nett angelächelt wurde und drängelte mich schnell durch die Schlange, um die gute Laune der Mitarbeiterin auszunutzen. Wie oft im Leben realisierte ich sehr schnell, dass wir getäuscht wurden und alles nur Fassade war. Das Handgepäck meines Kumpels befand sich mit 13,7 kg knapp unter dem Limit. Als ich an der Reihe war, legte ich lediglich meinen Rucksack mit 5 kg auf das Band und schob meinen Rollkoffer mit meinem Fuß unauffällig nach rechts zum inzwischen pöbelnden Amerikaner. Das diese Nummer durchgegangen ist konnten wir im Anschluss beide nicht glauben… Geschockt von unserem Glück wollten wir unsere Bordkarten entgegennehmen und zur Passkontrolle marschieren, diese ließen sich jedoch nicht ausdrucken. Nach 20 Minuten und mehreren Supervisoren und der permanenten Angst, dass mein Koffer noch entdeckt wird, durften wir mit digitalen Karten in Richtung Gate starten.

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Am Gate angekommen sah ich den absoluten Endgegner eines jeden Backpackers! Gespannt auf das, was noch kommen würde suchte ich mir einen Platz mit gutem Blick und wurde nicht enttäuscht.

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Alle Passagiere, die es ohne Kontrolle an den Check-in Schaltern zum Gate geschafft hatten, wurden für eine Dokumentenkontrolle ausgerufen, um nach Entgegennahme des Reisepasses das Handgepäck zu kontrollieren. Spitzenreiter war ein Backpacker mit 14,8 kg Rucksack, der sich weigerte, einen weiteren Euro abzudrücken. Selten habe ich eine so gute Unterhaltung vor dem Boarding erlebt. Bis mein Name aufgerufen wurde… Scheiße, die haben meinen Koffer gesehen dachte ich nur, drückte einem netten Vietnamesen neben mir mit den Worten „pass mal auf“ meinen Rollkoffer in die Hand. Ein Gang nach Canossa zum Gate später und einer erneuten Kontrolle meines Rucksacks bekam ich endlich meine Bordkarte, geht doch.

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Weder ich noch mein Begleiter konnten mein Glück fassen, dass ich mit dieser Nummer durchgekommen war, als wir endlich in den Flieger stiegen. Das Glück ist halt mit den Dummen!

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aLeXx_

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04.01.2014
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T – Wann sind wir endlich daaaaaa

Quengeln habe ich früher auf langen Fahrten in den Skiurlaub gelernt und ließ ich mir am Flughafen in Bangkok nicht nehmen. Sichtlich mitgenommen von meiner Laune entschloss sich mein Reisebegleiter mich zu füttern und steuerte zielsicher auf ein Running-Sushi Restaurant im Terminal zu. Hat er gut gemacht dachte ich mir, als ich bei meinem 5. Teller angekommen war.

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Unser Flug ab Bangkok verspätete sich leider mehrfach, bis wird endlich mit über einer Stunde Verspätung im Westen von Thailand landeten. Besorgt unseren weiteren Transfer nicht zu schaffen bahnten wir uns direkt nach der Landung unseren Weg in Richtung Ausgang. Als erste Kunden am Taxistand hofften wir auf einen schnellen Transfer, wurden aber enttäuscht. Ein netter Herr versprach uns, nachdem kein Taxi mehr verfügbar war, dass er neben einem Bus auch ein Boot hätte und uns trotz der späten Stunde noch auf die Insel bringen könnte. Nagut, dann musst du jetzt aber auch liefern mein Lieber! Aus früheren Reisen kannte ich den „Bus“ bereits und ließ mich von der rustikalen Innenausstattung nicht abschrecken. Mein kleiner Companion überlegte sich direkt, ob er uns nicht selbst fahren sollte. Zum Frieden aller anderen Anwesenden verzichtete ich auf das Angebot.

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Nach etwa 30 Minuten Fahrt stoppten wir an einer Autobahn und wurden von unserem Fahrer an den Bordstein verfrachtet. Das kannte ich so noch nicht! Unsere kurzfristige Sorge, zurückgelassen zu werden sollte sich aber als unbegründet herausstellen. Statt einem Kampf durch das Dickicht mit Machete endeten wir auf der Ladefläche eines Pick-Up Trucks und fuhren mit einem uns unbekannten Ziel in den Sonnenuntergang.

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Vorbei an verlassenen Lagerhäusern, gestrandeten Booten und etwas zwielichtigen Gestalten fuhr unser Fahrer zielstrebig auf den lokalen Verladeplatz für die Fischereiboote. Die Kombination aus 34 °C, alten Fischen und stehenden Gewässern war selbst für mich als erfahrener Reisender eine Herausforderung. Gott sei Dank hatte ich schon gegessen, Hunger hätte ich jetzt auf jeden Fall keinen mehr.

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Versteckt zwischen mehreren Schiffen fanden wir am Ende des Kais unser versprochenes Speedboot, welches uns im Anschluss im Dunkeln in 40 Minuten auf unsere Lieblingsinsel brachte.

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Zu so später Stunde schien kaum noch jemand mit neuen Touristen zu rechnen und die Bordsteine waren bereits hochgeklappt. Am letzten Verleih brannte Gott sei Dank noch Licht und wir bekamen die letzten beiden Scooter. Ich wiederhole mich, das Glück scheint diesen Urlaub wirklich mit den Dummen zu sein! Geschafft von den Strapazen und dem langen Tag machten wir uns nach dem Check-in direkt auf den Weg zu unserem Mango-Sticky-Rice Dealer. Für mich gibt es an diesem kleinen Laden den besten Sticky-Rice in ganz Thailand!

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Eigentlich waren wir beide vom langen Reisetag zu geschafft, um noch weiterzuziehen, bis wir einen kleinen Aushang an der Seite der Eisdiele sahen. Passenderweise schien die Insel sich auf unsere Ankunft vorbereitet zu haben und schmiss am heutigen Abend eine Party. Ich wiederhole mich erneut, manche Feste muss man einfach feiern, wie sie fallen! An der Location angekommen wummerten uns schon die Bässe entgegen, Laser spiegelten sich in Palmenblättern und kaltes Bier wurde an der Theke gesichtet. Zufrieden mit der Wahl mischten wir uns unter das Partyvolk, bis wir um kurz nach 2 auf unsere Roller stiegen. Begleitet von der Thai Tourist Police auf ihrer KTM (die Jungs hatten weit mehr getankt als wir) schafften wir es sicher zurück nach Hause.

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04.01.2014
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T – Da ist der Schwabe ja wieder

Ausgeschlafen und Mal ohne Kater schaute ich gut gelaunt aus meinem Bett ins Grüne. Die Bungalows lagen auf einem Hügel mit schöner Aussicht in den noch vorhandenen Urwald der Insel, das kenne ich von zu Hause schlechter. Mein Begleiter schien noch nicht unter den Lebenden zu sein, weshalb ich mich allein auf den Weg zu Bilbos Cafe machte. Die Besitzer kenne ich schon einige Jahre und es ist jedes Jahr wieder eine Freude bei einem Cafe mit Ihnen und den anwesenden Gästen ins Gespräch zu kommen. Bei einer selbstgebackenen Zimtschnecke und einem Cappuccino arbeitete ich an meinen Bericht für euch, bis mein Begleiter mit einem leichten Grinsen und ausgeschlafen am Tisch stand. Was der wohl zum Morgen genascht hat…

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Den restlichen Vormittag verbrachte ich mit einer Massage bei einem ehemaligen Chiropraktiker, der den Smog von Chiang Mai gegen das Leben auf einer Insel getauscht hatte. Alles richtig gemacht der Mann. Nachdem mir zu Hause unterstellt wurde, dass ich in einem knackigen Alter angekommen und ich das nicht wahr haben wollte belehrte er mich mit einigen geschickten Handgriffen eines Besseren. Anscheinend bin ich doch nicht mehr so junge wie ich immer behaupte. Wehe wenn meine +1 das herausfindet, nachher tauscht die mich noch gegen ein jüngeres Modell aus. Wenn ich zu Hause bin geht’s wieder mehr zu Sport schwor ich mir!

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Geschunden und mit leichter Schlagseite nach links sprang ich also wieder auf meinen Roller, um meinen Begleiter einzusammeln. Ich fand ihn schlussendlich in einer Hängematte auf seiner Terrasse hängend und maximal unmotiviert mit mir am Strand Ball spielen zu gehen. Nagut, wenigstens hab ichs probiert dachte ich mir, als ich mich mit leicht angeschlagenem Ego in die dann doch sehr bequeme Hängematte fallen ließ.

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Um einen Dekubitus zu vermeiden, wechselten wir zum Sonnenuntergang unsere Position an den Strand und genossen den Ausblick bei einem kühlen Getränk.

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Nach einem sehr leckeren Veganer Tika Masala stand der heutige Abend ganz im Zeichen der lokalen Schule. Diese veranstalte einen Fundraiser, bei dem die gesamte Insel zusammenkam. Es wurde Essen an kleinen Ständen verkauft, die Schüler führten verschiedene Tänze auf und eine Bar sorgte für den entsprechenden Pegel. Besondere Aufmerksamkeit erweckte ein Schild neben der Bühne, auf welchem drakonische Strafen für das Stiften von Unruhe angedroht wurde. „Da ist unser Schwabe ja endlich wieder“ verkündete mein Begleiter lautstark, als ich ihm eröffnete, dass ich lieber lebenslang in den Knast gehen würde, als die 100 000 Bath Strafe zu zahlen! Tja, kannst den Schwaben ausm Ländle holen, aber eine gute Erziehung bleibt für immer dachte ich mir.

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04.01.2014
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T – We ride at dawn B*****

Der nächste Tag verlief erneut nach bekanntem Schema F. Kurzer Blick in die Hütte neben mir am nächsten Morgen: Jep, liegt da als hätte ihn jemand für Kleingeld erschossen, schlaf mal weiter. Nach einigen Mails für die Arbeit und der zweiten Runde Zimtschnecke und Kaffee ließ sich mein Begleiter endlich blicken.

Obwohl ich bereits ordentlich gefüttert wurde, ließ ich es mir nicht nehmen etwas von seiner Smoothiebowl zu klauen. Es blieb leider beim Versuch, welcher kläglich an dem Messer in seiner Hand scheiterte. Wo zum Teufel hat der das nur so schnell her, der kennt mich anscheinend schon länger… Meiner Figur zuliebe verzichtete ich darauf mir auch noch eine zu bestellen und machte mich stattdessen auf den Weg zur Massage.

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Die Insel hat seit Jahren schon ein „fixes“ Programm, wo sich die verschiedenen Bars untereinander mit Abendveranstaltungen abwechseln. Der heutige Abend stand im Zeichen von Musika, einer von einem netten Franzosen betriebenen Tanzlocation im Urwald. Mit leicht gekreuzten Augen nach einer Mischung von Bier, Gin/Tonic und einer undefinierbaren, gottlosen Mische einer Hosteltruppe tanzten wir bis spät abends zu elektronischen Beats.

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Der Hinweis von meinem Begleiter um 2 Uhr, dass wir am nächsten Tag wieder genau das gleiche vorhaben würden und wir zu wenig Schlaf bekommen würden, quittierte ich mit folgendem Reel:

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Ein bisschen Recht hat er ja dachte ich mir am nächsten Morgen, als mein Magen nach etwas herzhaften verlangte. Meine Diät außer Acht lassend bestellte ich mir direkt die Egg Benedict.

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Mit zu wenig Schlaf für einen Urlaub, aber trotzdem sehr gut gelaunt war am Abend erneut eine Urwaldparty angesagt. Der Regen beendete diese aber leider vorzeitig gegen 12 Uhr. Vielleicht gar nicht so verkehrt, da mein Wecker am nächsten Morgen um 6 Uhr verkünden würde, dass es Zeit für meine Abreise ist.

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04.01.2014
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T – Welcome back to Bangkok

Speaking of which, das garstige Biest klingelte pünktlich um 6:00 Uhr. Kurz habe ich überlegt, was passieren würde, wenn ich mich einfach umdrehen würde und weiterschlafe. Die Aussicht auf die finanziellen Implikationen ließ den Schwaben in mir aufrecht im Bett sitzen, womit sich jegliches Snoozen erledigt hatte. Gefrustet von der kurzen Nacht und Aussicht mit dem allgemeinen Volk in der Economy zu sitzen, räumte ich mein Zimmer leer und schmiss meinen Koffer auf den Scooter.

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Am Strand angekommen wartete leider kein Speedboat, dafür aber ein richtig schöner Sonnenaufgang auf mich. 5 Minuten vor der geplanten Abfahrt wachte anscheinend der Kapitän auf und fuhr mit unserem schicken Gefährt an den Pier.

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Nach etwas 30 Minuten auf ruhiger See durfte ich wieder auf der Ladefläche eines Pick-Ups Platz nehmen, bevor ich erneut meinen Lieblingsbus besteigen durfte.

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Wahrscheinlich auf Grund der frühen Uhrzeit fand dieses Mal keine Kontrolle des Handgepäcks oder der Bordkarten am Gate statt und ich konnte unbehelligt meinen Airbus besteigen.

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Welcome to Bangkok International Airport, diesen Satz kenn ich doch irgendwoher… Bewaffnet mit meinem Handgepäck schaffte ich es in 10 Minuten nach Landung in mein Grab zu steigen. Angekommen in meinem Hotel half auch ein netter Blick nicht, ein Check-in vor 14 Uhr sei ausgeschlossen. Was solls, dann lass ich es mir in der Zwischenzeit halt gut gehen. Mit meinen letzten 2000 Bath bewaffnet spazierte ich in das nahe gelegene Einkaufszentrum und begann ein kleines Makeover. Nach einer Maniküre und einem Shave fühlte ich mich wieder wie ein halber Mensch und überlegte mir bei einem Cappuccino den weiteren Plan für den Tag.

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Ein Arbeitskollege war passenderweise in der Stadt, da er sich ein Apartment gekauft hatte. Die Einladung auf ein paar kalte Bierchen und ein leckeres Abendessen konnte ich selbstverständlich nicht ausschlagen. Blieb noch der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Nach einem kurzen Besuch bei Omega checkte ich in mein Hotel, versuchte jahrelange Vernachlässigung mit einer 20 Minuten Sporteinheit zu kaschieren und schmiss mich in den Rooftoppool. Gar nicht mal so schlecht für einen ungeplanten Vor/Nachmittag.

Mit der BTS war ich kurz darauf bei Kod Talay. Das Restaurant (eher eine Markthalle) liegt versteckt hinter einer Autowerkstatt und bietet ein all u can eat Buffet mit dem Schwerpunkt auf Seafood. Für 799 Bath gab es ein Premiumbuffet mit unlimited Sushi und Krabben/Shrimps zum Selbstfangen.

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Komplett überfuttert gönnte ich mir im Anschluss die teuerste Massage des Urlaubs mit 500 Bath und spazierte durch die kleinen Gassen zurück zu meinem Hotel. Meine +1 wäre stolz auf die fehlende Eskalation, vielleicht darf ich also doch noch nach Hause kommen.

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T – Ach, sie wollen mal wieder viel fliegen? Kein Problem, hier ist ein Ticket!

Schallte es mir am Morgen gefühlt aus der App entgegen, als ich die gesammelten Bordkarten für die nächsten zwei Tage angezeigt bekam. Fuck ey, eigentlich hatte ich diesen Teil der Reise schon wieder erfolgreich verdrängt, aber keiner hat gesagt, dass der Urlaub einfach werden wird.

Leicht verpennt und mit der Aussicht auf Plünderung einer Lounge stieg ich also wieder in ein Grab zum Flughafen. Die Fahrt nutzte ich, um ein Lebenszeichen bei meiner +1 abzugeben. Irgendwer hat mich verpetzt, denn anscheinend liest sie hier mit, verdammt! Jetzt muss ich wohl aufpassen, was ich so von mir gebe. Spoiler: Keine Sorge, ich mach einfach so weiter. Sorry Schatz, gekauft wie gesehen, Rückgabe und Gewährleistung ausgeschlossen.

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Angekommen, dieses Mal an einem richtigen Flughafen mit Lounge und so, ging ich voller Enthusiasmus zum Business Check-in von Thai Airways, nur um dort direkt abgewiesen zu werden. Der Gold Check-in war 4 Reihen weiter hinten, ich war einfach nur zu faul. Nach einer kurzen Diskussion, warum die Exit-row beim Check-in immer noch Geld kostet und mit der Versprechung einer gesamten 3er Reihe für mich war ich schon auf dem Weg in Richtung Fast-track Immigration.

Ohne Anstehen bekam ich nach 3 Minuten inklusive Flüssigkeiten auspacken meinen Stempel in den Pass gedrückt und konnte die Rolltreppe in Richtung Lounge besteigen. Endlich keine Diskussionen über Handgepäck, Boardinggroup 3 und Warterei in zu sehr oder nicht klimatisierten Wartebereichen. Das Leben kann so schön sein dachte ich mir, als ich mein frisch gemachtes Omelette entgegennahm und mir eine gemütliche Ecke suchte.

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Zwei Cappuccino später machte ich mich auf den Weg in Richtung Gate C4 und kam mit Beginn des Boardings die Treppe hinunter. Das nenne ich mal Timing! Als Erster bestieg ich das Gefährt der Firma Boeing und richtete mich in meiner versprochenen Reihe häuslich ein.

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Ich scheine einen sehr sympathischen Eindruck gemacht zu haben, denn obwohl der Flieger halb leer blieb, wollte sich unbedingt ein leicht übergewichtiges Pärchen aus Norwegen neben mich setzen. Nachdem mein Vorschlag, eine freie Reihe statt meiner zu nehmen dankend abgelehnt wurde, wartete ich auf die Ansage: Boarding completed! und wanderte mit meinen sieben Sachen in eine ruhige Ecke. Mit Hilfe von 4 Kissen und zwei Decken baute ich mir die Businessclass des armen Mannes nach und holte etwas Schlaf nach.

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04.01.2014
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T – Man sieht sich immer zwei Mal im Leben

Nach schlanken 4 Stunden Flugzeit begannen wir unseren Decent in Richtung Bali Airport. Geschüttelt, nicht gerührt von den Turbulenzen hatte ich das Gefühl auf den Boden zu klatschen, als die Räder die Landebahn 27 berührten. Wenigstens angekommen und meine Connection nach Auckland nicht verpasst war mein Motto dazu.

Nach dem Ausstieg in Bali folgte ich artig den Schildern zum Transferdesk. Typisch deutsch hatte ich bereits online für meinen Weiterflug mit NZ nach AKL eingecheckt, konnte mir aber keine Bordkarte erstellen, da ich einen Rückflug ab Neuseeland nachweisen muss. Kein Problem, das können die sicher da am Schalter eintragen… Pustekuchen…

Im Nachhinein hätte ich gerne Bilder vom Schalter gemacht, um direkt zum public shaming überzugehen, habe vor lauter Blutdruck allerdings nicht daran gedacht. Der zunächst nette Herr am Schalter hörte sich mein Anliegen an und meinte im Anschluss ich solle kurz warten, er sage jemanden von Air New Zealand Bescheid, der mir das Ticket hier ausstellen würde. Perfekt, kann ja nicht besser laufen. Das Einzige, was lief war einige Minuten später der besagte Mitarbeiter, nämlich sehr weit weg von mir. Nach etwas 15 Minuten bekam ich ungefragt von einem Praktikanten einen Stuhl gereicht und er meinte ich solle mich mal setzen. Anscheinend ahnte er schon, was gleich passieren würde.

Nach 30 Minuten Wartezeit entschloss ich mich, die inzwischen neu eingetroffenen Mitarbeiter am Tresen noch einmal mit meinem Anliegen zu behelligen. Geschult in maximaler Arbeitsverweigerung und mit der Flexibilität eines Stück Treibholzes gesegnet wurde ich bereits nach zwei Sätzen abgebügelt. Ich solle bitte durch die Immigration und an den Check-in Schalter, hier sei keiner zuständig. BITTE WAS? Mit einer Gesichtsfarbe a la Herr Günzelsen versuchte ich erfolglos den Herren zu erklären, dass ich dafür ein Visum on arrival bezahlen müsste und das mit meinem Schwabenherzen nicht vereinbaren könnte. Alles betteln und verhandeln (naja, einseitige Verhandlung) brachte nichts und ich beantragte mein Visum, machte meine Arrivalcard und spazierte in Richtung Immigration.

Die E-Gates ließen mich anstandslos passieren, der Zollbeamte muss mir jedoch angesehen haben, dass ich am liebsten gerade jemanden umbringen wollte und entschloss mich und mein Gepäck zu Sicherheitszwecken ausgiebig zu kontrollieren. Haste Scheiße am Schuh…. Welcome to Bali und so!

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Nach dieser Odyssee brauchte ich erstmal einen Roti, den ich mir nach kurzem Spaziergang vor dem domestic Terminal besorgte.

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Zurück im internationalen Terminal ging es zielstrebig zu den Schaltern im D-Bereich, an dem ich direkt auf meinen neuen besten Freund traf. Leicht beschämt auf seinen Bildschirm starrend fragte mich dieser, als ich ihm meinen Reisepass in die Hand drückte, ob das Ausstellen der Bordkarte nicht funktioniert hätte. No Shit Sherlock, du bist einfach abgehauen! Er muss die Gefahr, in der er sich befand gespürt haben, denn bevor ich mich würdelos verhalten und über den Tresen springen konnte reichte er mir meine Bordkarte. Was eine sinnlose Verschwendung von Zeit und Geld…

Wer schon Mal in der Lounge von Bali gewesen ist, kennt die Qualität der dort angebotenen Speisen und räumlichen Verhältnisse. Ich hatte Glück und bekam einen ruhigen Tisch in der Ecke, wo ich noch ein bisschen arbeiten konnte, bevor der entspanntere Teil meiner Reise begann. Auf Grund des verspäteten Inbounds verzögerte sich mein Boarding noch um eine halbe Stunde, dann durfte ich aber endlich die neue Businessclass von Air New Zealand betreten. Kia ora!

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Was soll ich euch sagen, ich habe ein neuen Lieblingsprodukt! Die Kabine wirkt aufgeräumt und hell, die Sitze sind super bequem und der für die Verhältnisse riesige 4K Bildschirm hat richtig Spaß gemacht.

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Nach einem kurzen Hallo von der Crew und dem obligatorischen Champagner hatten wir auch schon Pushback. Zum Abendessen gab es geräucherten Lachs als Vorspeise und einen Kabeljau als Hauptgang. Beides konnte geschmacklich absolut überzeugen! In der Karte wurde lediglich auf die neuseeländischen Weine hingewiesen, diese werden aber anscheinend nach Verfügbarkeit und ständig wechselnd geladen. Die Crew hatte sichtlich Spaß dabei sich ein wenig zu unterhalten und mich dabei einfach durch die Karte probieren zu lassen.

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Im Anschluss an die Fütterungszeit machte ich mir mein Bett und schlief 5 Stunden wie ein Stein durch. Positiv anzumerken war die memoryfoam Matratzenauflage. Schön dick, sehr bequem und auch wenn man auf der Seite schläft mit ausreichend Polsterung. Chapeau, so geht das Lufthansa!

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Mit leichter Verspätung landeten wir butterweich in Neuseeland. Etwas wehmütig blickte ich zurück auf mein Fluggefährt, als ich in Auckland in Richtung Immigration lief. Das wird definitiv nicht das letzte Mal sein, dass ich mit Air New Zealand fliege!

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04.01.2014
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T – Auckland die zweite

Gut gelaunt und leicht zerzaust bog ich auf dem Weg zu Immigration links ab um dem International Transfers Schild zu Folgen. Mein Ziel war die Air NZ Lounge, um eine kurze Dusche zu nehmen, bevor ich die Stadt erkunden würde. An der Sicherheitskontrolle wurde ich allerdings abgewiesen, da es keine Möglichkeit zurückgegeben hätte. Schade, trotzdem vergebe ich ne solide 9/10 an Air New Zealand!

Der treue Leser erinnert sich vielleicht an den ersten Post, ich welchem ich eine Umsteigezeit von 7 Stunden bewerbe. War nicht gelogen, ich habs einfach verplant. Ob es am Alkohol oder einfach an reiner Dummheit lag, kann ich nicht sagen. Wenigstens habe ich nicht meine MCT unterschritten!

In die Freiheit Aucklands entlassen brachte ich für schlanke 14 NZ$ meinen Handgepäckskoffer zur Gepäckaufbewahrung im Erdgeschoss und machte mich auf dem Weg zum Skydrive Bus. Eine chinesische Reisegruppe nahm direkt die ersten Reihen in Beschlag, somit saß ich wie eins der coolen Kids früher weiter hinten und sah mir das Treiben von dort aus an.

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Im Herzen von Auckland angekommen hatte ich mir eine schöne Route und Cafe ausgesucht, um meinen Morgen zu verbringen. Erinnert an meine Jugend in Amerika spazierte ich mit einem originalen Moutain Dew in der Hand in den Myers Park.

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Vorbei an einer Installation, wo man durch Singen eine audiovisuelle Reaktion triggern konnte (Nein, ich habe mich nicht getraut) und durch einen wirklich schönen Park landete ich im Besties Cafe.

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Die poached Eggs mit Avocado schmeckten wirklich sehr gut, endlich wieder ein richtiges Brot! Vielleicht war es auch die Aussicht, wahrscheinlich eine Kombination aus beidem.

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Mein nächstes Ziel war das Auckland War Memorial Museum. Dazu spazierte ich vorbei am Auckland Hospital, wo ich spontan noch versuchte von der Crew des gerade gelandeten Rettungshubschraubers einen Aufkleber zu ergattern. Leider war blieb es beim Versuch…

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Nach einem kurzen Spaziergang durch die Auckland Domains und den dortigen Wintergarten kam ich auch schon am Museum an. Die aktuelle Ausstellung zum Thema Sharks reizte mich leider nicht so wirklich, weshalb ich meinen initialen Plan über Bord warf und mich unverrichteter Dinge auf den Weg in Richtung Mission Bay machte.

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Ein kurzer Hike den Hügel hinab zu Bahnstation war ich schon auf dem Weg. In Auckland kann man problemlos mit der Kreditkarte am Eingang zum Bahnsteig/Bus für die Fare bezahlen, das war in Bangkok noch umständlicher.

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So sieht es also in Neuseeland am Strand aus. Ganz schön hier, aber waren sie schon mal in Baden-Württemberg? Gefühlt und ziemlich sicher hatte ich nach 5 Minuten an der Promenade alles gesehen und widmete mich dem wichtigen Teil meiner Mittagsbeschäftigung: Bier!

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europetrav

Erfahrenes Mitglied
10.04.2012
865
658
Berlin
Sorry, dass ich diesen Reisebericht etwas crashe - aber vielleicht kann mir jemand helfen folgendes Problem zu lösen:

Bei diesem Bericht werden mir die Bilde rnicht angezeigt, sondern nur ein gebrochenes Bild Symbol sowie der Dateiname:

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Bei anderen Reiseberichten werden mir hingegen die Bilder ganz normal angezeigt.
 

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Sorry, dass ich diesen Reisebericht etwas crashe - aber vielleicht kann mir jemand helfen folgendes Problem zu lösen:

Bei diesem Bericht werden mir die Bilde rnicht angezeigt, sondern nur ein gebrochenes Bild Symbol sowie der Dateiname:

Anhang anzeigen 329585

Bei anderen Reiseberichten werden mir hingegen die Bilder ganz normal angezeigt.
Hmmm komisch, ich habe das auch schon mal in Safari gehabt, als die Verbindung schlecht war. Sonst sehe ich sie eigentlich, egal welchen Browser. Hat noch jemand das Problem?