Wer bucht die teuren Luxushotels zB in München

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Tirreg

Rutscher des Grauens
08.03.2009
7.906
3.592
FRA
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Es gibt sicher noch einige Branchen, bei denen man größere Budgets für Flug und Übernachtung hat: Private Equity, Investment Banking (bereits genannt), Strategieberatungen, Pharma usw.

Große Firmen haben oftmals Firmenraten und zahlen deutlich weniger.

Generell sieht man in den wirklichen Luxushotels relativ viele ausländische Gäste (Golfstaaten, Asien, USA). Wenn man die Preise von Singapur, Tokio, New York, San Francisco mit München oder Berlin vergleicht, da ist tatsächlich dort ein Marriott Residence Inn teils teurer als das Ritz Carlton Berlin.

Deutsche Großkonzerne sind eher vorsichtig, was teure Hotels oder Flugreisen anbelangt (oder auch protzige Firmenwagen). Da spielt viel Neid mit rein. Ich erinnere mich noch an den Spiegel Artikel als Herr Blessing (damals Commerzbank Vorstand) aus New York in der First Class zurückgeflogen ist. Jedem Influencer, Fußballspieler oder Dschungelcamper gönnt man den First Class Flug, aber jemandem der ein großes Unternehmen führt und nach dem Flug ins Büro geht und dort vermutlich gleich ins Board Meeting, der soll bitte Business Class reisen.
 

F.H.K.

Erfahrenes Mitglied
01.02.2018
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Übernachtungspasschle in DE sind 20€/Nacht. Was hier im Zusammenhang mit BMW genannt wird dürfte eine interne Regelung sein.
Das kann sein. Wie geschrieben, ist bei uns auf der Liste mit den Tagespauschalen (In-/ Ausland) und Hotelobergrenzen (In-/ Ausland).
 

Dukati

Reguläres Mitglied
20.01.2021
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Hallo, meine Klienten sind grösstenteils privat Leute, manchmal auch Firmen, die Gruppenbuchungen über mich machen. Da fängt es an mit einfachen hotelbuchungen, zu kompletten Reisen inklusive Flug, Transport zum Flughafen, Mietwagen, NFL Tickets, Restaurantbuchungen etc. Du können über mich alles von privat Jets zu Orientexpress buchen. Da ich auch Zugang zu sämtlichen Raten wie virtuoso, pive, belmond etc habe kommen meist gute Sachen raus 😀
 

Skyscraperfan

Erfahrenes Mitglied
16.03.2023
1.132
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Man darf nicht überschätzen, wie viele Menschen sich das leisten können und dann häufig auch die vielleicht nicht ganz rationale Entscheidung treffen, das zu tun. Wenn man ein paar tausend Euro extra für seine Reise ausgeben kann, hat es in der Regel auch mehr Sinn, dieses Geld ins Hotel zu stecken, wo man vielleicht eine Woche verbringt, statt in einen Flug, der 12 Stunden dauert.

Weltweit besitzt ein kleiner Teil aller Menschen einen großen Teil des verfügbaren Einkommens, aber diese das sind in der Summe auch schon eine dreistellige Millionenzahl von Menschen. Mich hat es ja ach gewundert, dass das Marina Bay Sands in Singapur so hohe Zimmerpreise hat, obwohl es eines der größten Hotels der Welt ist, aber der Markt ist anscheinend da und er wächst gewaltig, weil gerade in Schwellenländern wie China und Indien der Wohlstand ungleichmässig wächst. Dort gibt es viele Menschen, die sehr schnell sehr wohlhabend geworden sind und plötzlich das Gefühl haben, sich alles leisten zu können. Sie sind nicht so knauserig wie reiche Deutsche.

Man muss nur man nach New York City schauen. Wer da ein teurer Apartment besitzt, zahlt jeden Monat tausende oder sogar zehntausend Euro für Steuern und Hausgeld. Wenn so jemand dann in München in einem Hotel wohnt, wirken die 600 Euro pro Tag gar nicht mehr so hoch. Menschen geben dort so viel Geld für Wohnen aus, dass selbst Luxushotel weniger wirtschaftlich sind als Apartments. Deshalb wurden zum Beispiel große Teile des Plaza Hotels und des Waldorf Astoria in Apartments umgewandelt. Es gibt also viele Menschen, die 365 Tage im Jahr mehr Geld für Wohnen ausgeben, als wenn sie durchgängig in einem Luxushotel wohnen würden.

Weit verbreitet unter Neureichen ist auch, dass sie etwas eher kaufen, wenn es teurer ist. Sie geben bei der Hotelsuche keinen Höchstpreis ein, sondern einen Mindestpreis. Das ist ökonomisch komplett irrational, aber diese Leute sind der Grund dafür, dass es Luxusmarken gibt, die für 500 Euro Handtaschen verkaufen, die für 20 Euro in Bangladesh produziert wurden. Diese Menschen würden die exakt gleich Handtasche nicht kaufen, wenn sie nur 50 Euro kosten würde. Sie sehen eine Armbanduhr für eine Million Euro und träumen dann davon, sie zu besitzen. Nicht, weil die Armbanduhr so hübsch ist, sondern weil sie gerne eine Armbanduhr für eine Million hätten.

Und dann gibt es natürlich noch den Effekt, dass ein Mann, der ein Hotelzimmer mit einer Frau bucht, nicht geizig wirken will. Wenn er es sich irgendwie leisten kann, bucht er ein teures Hotel und dort am besten noch eine teure Suite. Auch wenn Frauen es ungerne hören, ist es in der Regel immer noch so, dass der Mann das Geld verdient und die Frau es ausgibt. Besonders in eher konservativen Staaten. Daher auch die irrationale Entscheidung für die teure Handtasche.

Die USA machen natürlich auch weltweit die Preise kaputt. Dort gibt es mittlerweile eine zweistellige Millionenzahl von Millionären. Alleine jeder einzelne Mitarbeiter von Nvidia ist mittlerweile Millionär. Man muss sich nur mal anschauen, welche Unsummen Amerikaner in den Disney-Parks ausgeben und die sind trotzdem immer proppevoll mit langen Schlangen. Das ist eine Wirtschaft, die stark durch Schulden finanziert ist. Irgendwann wird die Blase platzen, aber bis dahin leben die Amerikaner weit über ihre Verhältnisse und sorgen dafür, dass die Preise vieler Güter und Dienstleistungen weltweit steigen.
 

Andie007

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
4.283
3.929
New York & DUS
Bei uns ist gerade das Charles und Königshof OK für das Top Leadership (allerdings beide mit Firmenraten; Consulting).
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
10.127
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Die USA machen natürlich auch weltweit die Preise kaputt. Dort gibt es mittlerweile eine zweistellige Millionenzahl von Millionären. Alleine jeder einzelne Mitarbeiter von Nvidia ist mittlerweile Millionär.
Jeder Amerikaner mit dem ich befreundet bin, und das sind ein paar, ist auf dem Papier Millionär, das ergibt sich automatisch aus den Faktoren: Alter-Mittelklasse/gehobene Mittelklasse-Altersvorsorge.

Wenn du ein Einkommen in Bereich von 100K/pa hast, dich um die Altersvorsorge und evtl. auch um Rücklagen für das Studium der Kinder kümmerst bist du in den USA spätestens zwischen 50 und 60 Vermögensmillionär, ist in den USA wirklich kein Zaubertrick, alleine weil die Immobilienfinanzierung anders funktioniert als in DE.

In den letzten 40 Jahren konntest du im Schnitt +/- 8% an den US Aktienmärkten erzielen, wer mit 25 angefangen hat 500SUD/Monat zu sparen, liegt heute bei knapp 2 Millionen USD - in Deutschland zahlt man für seine Rente ein.....

Wenn man jedoch in diesen Luxus Hotels ist fällt schon auf das die meisten Gäste das nicht als eine Club Med für Millionäre verstehen, sondern es sich meist um Menschen handelt die beruflich unterwegs sind. Ich kenne kein größeres Luxushotel in einer Stadt das von Privatreisenden alleine leben könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Piw

Erfahrenes Mitglied
15.10.2015
1.698
3.884
FRA
Bin zwar kein Hotelier, aber selbst in einem Segment tätig, das man mit Fug und Recht als Luxus bezeichnen kann. Und wo ich mir auch oft genug die Frage stelle: Wer kauft sowas? Wer braucht überhaupt sowas? Und vor allem: Warum gibt man so viel Geld dafür aus? Die Antwort ist ganz banal: Weil man‘s kann!

Und die Gruppe derjenigen, die es können wächst rapide - vor allem global. In Osteuropa, in China, selbst in der Dritten Welt. In der ersten Welt hingegen geht die Schere beim Vermögen - dank einer verkorksten Geldpolitik - immer weiter auf. Seit der Finanzkrise gibt es eine Asset-Inflation, die zu Vermögenszuwächsen führt, die man gar nicht mehr verkonsumieren kann, wenn man nicht gerade total dekadent lebt. Das betrifft nicht nur den superreichen Jetset, sondern auch eine gehobene „Mittelschicht“, die dank hoher Gehälter und kluger Investments zu einem ansehnlichen Wohlstand gekommen ist. Diese Gruppe führt aber in der Regel 11 Monate im Jahr ein bescheidenes Leben. Man geht weiter arbeiten, wohnt in einem gewöhnlichen EFH, fährt einen Mittelklassewagen, aber beim Urlaub wird dann nicht gekleckert sondern geklotzt. Gilt vor allem für Länder, wo man deutlich weniger Tage Urlaubsanspruch hat.

Es gibt schon also im Leisure-Bereich eine breite Nachfrage. Hinzu kommen noch Geschäftsreisende, wobei diese meines Erachtens im Luxus-Hotelmarkt nur eine untergeordnete Rolle spielen und bei weitem nicht so wichtig für die Hotels sind, wie für die Airlines. Auf der anderen Seite gibt es aber nur ein Angebot, das seit Jahrzehnten stabil ist oder gar künstlich verknappt wird. Es kann auch nicht einfach ein Investor ein Luxushotel hochziehen. Das mag in Dubai funktionieren, aber in den europäischen Städten leben die Häuser von der Tradition und ihrem Namen. Diese Exklusivität führt wiederum zu einer erhöhten Nachfrage („Ist selten, muss ich haben“).

Alles in Allem wird sich dieser Trend noch weiter verstärken, zumal Europa dieses Luxus-Image bewusst pflegt. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet LVMH der wertvollste europäische Konzern ist, während es in den USA und Asien innovative Tech-Giganten sind. Europa wird zum Resort der Welteliten.
 

Dukati

Reguläres Mitglied
20.01.2021
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Hallo Zusammen, ich denke hier muss, wie schon gesagt auch zwischen Geschäftsreisenden, Budget Reisende und Reisende die sich was gönnen wollen unterschieden werden. Ich war letzten November 3 Tage im Ritz Carlton Langkawi, Rate war natürlich über die 400 Euro die Nacht, aber mit Upgrade auf eine Beach Villa, das Service Verhalten der Mitarbeiter werde ich den Urlaub nicht wieder vergessen, wir hätten auch für 15 Euro die Nacht in ein Air Bnb gekonnt. Anderes Beispiel letzte Woche war ich auf eine Punkt Buchung im Park Hyatt in Wien, trotz Punktebuchung war der Service für Europa phenomenal und ich kann verstehen das Leute dafür 600 Euro die Nacht ausgeben. Wir haben uns euch dazu hinreißen lassen dort zu frühstücken für 58 Euro die Nase. Jetzt werden wieder einige kommen, wer zahlt den so viel für ein Frühstück, für das Geld bekomme ich wo anders ein Zimmer. Aber für mich war es das Wert. Wenn ich Urlaub mache, ist mein Preisgefüge Anders, als wenn ich auf Geschäftreise, oder wegen einen Termin wo übernachten muss, da kann auch das Moxy herhalten. Ich sage nur Leben und leben lassen.
 
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Dukati

Reguläres Mitglied
20.01.2021
56
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Und jetzt muss ich nochmal meinen Senf dazu geben, Mann muss auch in Betracht ziehen das die Amis oft nur 1 mal im Jahr aber dann richtig Urlaub in Europa machen, dann ists kein Problem mal für die Nacht 500 Euro zu budgetieren. Ander als meine Schwägerin die jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr eine Lappland Experience in Estland machen will weil Lappland zu teuer. Da weiss ich jetzt schon das die Kids enttäuscht sein werden.
 
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Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
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Die Frage lässt sich doch auch im Zusammenhang mit Autos stellen, oder mit Privatfliegern oder oder oder

Es gibt immer wieder Dinge die für den einen "zu teuer" scheinen und für den anderen "normal" sind - so what.
 

spremmse

Erfahrenes Mitglied
08.09.2012
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1.759
BER
Man muss auch die unterschiedlichen steuerlichen Verhältnisse an verschiedenen Orten der Welt und in verschiedenen Gehaltsklassen betrachten. Lebe ich in Dubai oder habe mein Unternehmen auf Mauritius gebündelt zahle ich ja quasi keine Steuern. Das real verfügbare Gehalt wird hier schnell ein ganz anderes - manche Lebenshaltungskosten sind dann natürlich auch entsprechend höher.

Aber auch für Europäer: Besitze ich Gesellschaftsanteile an mehr als 2-3 Firmen, auch um meine Assets zu bündeln, auch mit Familienmitgliedern, wird eigentlich jede Reise (wenn's jetzt nicht die Flitterwochen sind) irgendwie "Geschäftlich". Warum nicht in einem schönen Hotel schlafen, wenn ich das Geld für andere Verwendungen sonst ohnehin mit Kapitalertragssteuer versteuern muss? Hier kommen wir halt dann irgendwann ins Geschäftsmodell von Family Offices etc.

Spannend finde ich z.B. auch den Charter von Superyachten für 500k die Woche aufwärts. Das Segment ist größer als man glaubt - aber hier bin ich ganz ehrlich, für mich natürlich kaum erreichbar. Und schlicht schwer vorstellbar.