Absolut richtige Entscheidung. Die sollen sich nicht mehr erpressen lassen. Es ist wirklich eine Frechheit was die GW da macht. Es gibt so viele Jobs bei denen die MA viel härter arbeiten müssen und weniger verdienen, und die streiken auch nicht die ganze Zeit. Wir verkommen zur Bananenrepublik.
Wie an anderer Stelle bereits geschrieben. Im Gegenteil - die Entscheidung ist m.E. komplett falsch und die Gewerkschaften haben der LH nur den Gefallen getan, mit den Streiks über das tatsächlich daraus resultierende Problem hinweg sehen zu lassen.
Eine solche Entscheidung ohne wirkliches Konzept für die daraus resultierenden Probleme zu treffen, würde selbst die LH nicht bringen. Die gestern im gleichen Schritt angekündigten Einsparungen LH-intern wurden im Hub Steering Board bzw. dem Group Leadership Team am 7.4 getroffen. Ich würde eher dazu neigen, dass die Intensität der Streiks in dieser Woche eine Reaktion auf Kommunikationen im Zeitraum zw. 7.4 und 12.4 mit den entsprechenden Gegenparts auf Seiten der LH gewesen sind.
Jetzt hat die LH allerdings ihren, hier auch schon vielfach angesprochenen, USP für viele Gäste gerade aus den Einzugsgebieten jenseits der Hubs verspielt: Über FRA oder MUC in die Welt mit einer gewissen Flexibilität. Von den dezentralen Standorten steht man nun mehr in direkter Konkurrenz zu den KL/AF/BA/TK dieser Welt, die teils mit breiter gestreuten Flugzeiten ebenso passend Gäste ans Ziel bekommen, aber gleichzeitig Kostenvorteile per produziertem Sitzplatzkilometer haben.
Dass die Strategie aufgehen soll, die Anzahl an Sitzplätzen durch größeres Gerät beizubehalten und dafür aber die Flexibilität der Flugoptionen zu reduzieren - I doubt it. Gleichzeitig gibt es noch den Faktor, dass größeres Gerät blocktechnisch längere Turnaround-Zeiten benötigt und daher die Anzahl an durchführbaren Flügen nochmal zusätzlich reduziert wird.
Haben die Gewerkschaften den Kampf an dieser Front verloren? - Ja. Hat die Lufthansa dadurch etwas gewonnen? - absolut nicht. Im Gegenteil.
Am Ende des Tages wird es darin münden, dass die Gewerkschaften jetzt ein Argument dafür haben, für entsprechende Absicherungen in ihren Manteltarifverträgen zu kämpfen, um Grundlagen für eine eventuelle Ausweitung ihrer Kündigungsschutzbedingungen zu haben. Und in einer Reduktion der Präsenz der Kernmarke auf den yieldstarken Strecken - wenn EuroDisco mit den 359 nunmehr leisure-Strecken anbietet, wird das auch nicht DER finanziell vorteilhafteste Wurf werden. Daher bin ich mal gespannt, was die Gespräche in diesen Tagen bringen werden.
Den Sieg hätte die LH dann eingefahren, wenn diese den Gewerkschaften die Pistole auf die Brust gesetzt hätte und Anfang der Woche mit einer gewissen Frist (gestern oder heute) kommunikativ dazu aufgefordert hätte, entsprechende Gesprächsangebote anzunehmen, da ansonsten der Flugbetrieb der CLH zum 30. April eingestellt werden würde. Damit hätte man die Personale nicht umsonst auf der Payroll, man hätte in Ruhe die Zeit danach verplanen können und die Gewerkschaften hätten eventuelle Streikgelder aus dem eigenen Topf zahlen müssen.