Stichwort „Sicherheit durch gesetzliche Einlagensicherung“:
Diese Sicherheit ist an die Stabilität das Sicherheitsgebers (=der Staat) gebunden. Crasht der Staat, ist die Einlagensicherung weg.
Im Idealfall sind wir uns bis hierhin einig
Nein, es sind eher Versicherungen. Der Staat überwacht sozusagen, steht darüber und sagt: Ja, ich bestätige, dass die Rücklagen in den Fonds hinreichend sind, um das Versicherungsversprechen einzuhalten.
Die Frage ist: Wie stabil ist der deutsche Staat?
Warum müsst ihr immer vom Hundertsten ins Tausendste kommen?
Die Ausgangsfrage war: Sollte ich als Privatanleger mit mehr als 100k EUR in Deutschland anzulegenden Sichteinlagen auf mehrere Banken splitten, um nicht Teilbeträge zu haben, die formal nicht von Einlagensicherung abgedeckt sind.
Um um die Frage zu beantworten, sind "Stabilität des Staats" (
@Hotel ) oder "Diversifikation ins Ausland" (
@DFW_SEN) oder "Finanzsystem-Jahrhundertkrise" (
@DFW_SEN ) von ziemlich nachrangiger Bedeutung.
Fakt: Hat es seit Einführung der gesetzlichen Einlagensicherung ein Privatanleger in Deutschland bereits einmal Einlagen oberhalb der Sicherungsgrenze im Falle einer Bankinsolvenz verloren? Nein!
Ist es going forward wahrscheinlich , dass dies passiert? Nein! Zwar hat es rund um die Welt in den letzten Jahrzehnten punktuell solche Fälle gegeben (nicht in Deutschland), aber i.d.R. konzentriert man sich bei solchen bail-ins auf nicht-private Einleger, weil bei privaten Einlegern das Risiko einer dauerhaften Beeinträchtigung des Vertrauens der Bevölkerung in das Finanzsystem zu groß erscheint.
Insofern gab und gibt es Fälle , in denen Privathaushalte Einlagen wegen hohen Beträgen bei einer einzelnen Bank verloren hätten, wo Institutionen dann aber zusammengearbeitet und sichergestellt haben, dass es nicht zum bail-in kommt.
Dieser Punkt Einlagensicherung bei der privaten Vermögensverwaltung ist eine Nebelkerze von Leuten, die es vielleicht gut meinen, meinem Eindruck nach her jedoch nicht wirklich Ahnung haben.
Abstatt plump "Einlagensicherung" zu rufen, gibt es Tausend Sachen bei der Vermögensverwaltung, die kriegsentscheidender sind.
Der vielleicht offensichtlichste Punkt ist, dass die Grenze in vielen Fällen deutlich höher als 100k pro Bank ist (z.B. 3m pro Einleger bei Banken im BdB) und wieso man seine Zeit damit verschwenden sollte, über die Einlagensicherung nachzudenken statt darüber, warum man soviel Geld in Deutschland halten will, statt in andere Investments zu gehen.
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Ergänzung: Ich habe mehr mit institutionellen Investoren zu tun, aber punktuell auch Einblicke in retail (high net worth individuals, family offices usw.). Ich denke, solche Leute orientieren sich in der Praxis eher am Rating der Banken, zu denen sie gehen. Wenn man wirklich hohe Geldbestände braucht, auch in mehreren Ländern, geht man zu Banken mit guter Reputation und gutem Rating. Wenn das Rating eine Schwelle unterschreitet, wechselt man im Zweifel die Bank, auch in Hinblick auf die eigene Reputation - man will nicht gerade wegen Schwierigkeiten mit der Bank Angestellte nicht bezahlen oder Verpflichtungen aus Investments (capital commitments etc.) nicht bedienen können. Deshalb geht man zu guten Banken, wo die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Fall kommt, wo die Einlagensicherungsfonds ins Spiel kommen, nochmal reduziert wird.