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Vorwort
Oder Wie man sich völlig rational nach Peking verirrt.
Manchmal hat Vielflieger-Gamification tatsächlich ihre Vorteile. Zum Beispiel, wenn man sich mit günstigen Tarifen und einem Status-Run selbst davon überzeugt, dass ein komplett unnötiger Umweg plötzlich eine kulturell wertvolle Bildungsreise ist. Andere Menschen lesen Bücher, lernen Sprachen oder gehen wandern. Wir fliegen über Kairo nach Peking, um irgendwo in einer Airline-Datenbank ein hübscheres Statussymbol zu bekommen. Jeder hat eben seine Hobbys.
Ich habe bereits Flying Blue Platinum For Life und den Döner-HON bis Oktober 2029, was für einen halbwegs vernünftigen Menschen vermutlich reichen sollte. Aber Vielfliegerstatus ist ein bisschen wie Hotelbuffet: Man ist längst satt, nimmt aber trotzdem noch ein Croissant mit, weil es "ja inklusive" ist.
Letztes Jahr hatte ich zudem einen Status Match zu Royal Air Maroc SafarFlyer gemacht. Und dann kam diese eine Stunde, in der mein Verstand offenbar kurz zum Duty-Free gegangen war und nicht rechtzeitig zurückkam. In dieser Stunde beschloss ich, den SafarFlyer Platinum zu requalifizieren.
Dafür braucht man 70.000 Statusmeilen, davon mindestens 37.500 auf Royal Air Maroc Flügen. Klingt zunächst nach Arbeit. Dann entdeckte ich den 3x Status Booster. Plötzlich klang es nicht mehr nach Arbeit, sondern nach einer Excel-Tabelle mit emotionalem Schadenpotenzial.
"Easy peasy", dachte ich mir. Ein günstiges Langstrecken-Business-Class-Ticket, ein bisschen Booster-Magie, ein paar fragwürdige Entscheidungen - und schon sollte das Ziel erreichbar sein. Was sollte schon schiefgehen? Eine Frage, die man sich vor Reisen grundsätzlich nie stellen sollte, weil das Universum sie gern als Einladung versteht.
Also wurde nicht lange gefackelt. Google Flights wurde so lange malträtiert, bis es vermutlich kurz davor war, eine Schutzanordnung zu beantragen. Schließlich fand ich einen Business-Class-Tarif für 1.650€ von Kairo über Casablanca nach Peking Daxing. Der 3x Status Booster kostete 198€ extra. Kurz nachgerechnet - und voilà: Die Reise würde über 77.000 Statusmeilen bringen. Sogar von null Status aus. Mathematik kann manchmal schön sein. Meistens aber nur, wenn sie den eigenen Wahnsinn bestätigt.
Aufgrund zeitlicher und privater Constraints - also des kleinen Details, dass das echte Leben gelegentlich unverschämt in perfekte Routings hineinfunkt - entschied ich mich für den Hinflug für einen Biz-Flex-Tarif. Das kostete etwa 200€ extra, brachte aber dafür mehr Statusmeilen, nämlich 200%. Der Rückflug hingegen würde regulär und ohne Booster nur 150% Meilen bringen. Dadurch konnte ich in Casablanca aussteigen und von dort mit einem Miles & More Business Award zurück nach Nürnberg fliegen. Kostenpunkt: ungefähr 10.000 Meilen plus 200€. Also quasi geschenkt, wenn man alle vorherigen Ausgaben großzügig ignoriert.
Als Positionierungsflug nach Kairo wählte ich Turkish Airlines von Nürnberg via Istanbul nach Kairo für 37.000 Meilen plus 190€. Ein Business-Award bei Turkish hätte 60.000 Meilen gekostet, bei ähnlich hohen Steuern. Und irgendwo muss man schließlich Grenzen setzen. Nicht moralisch natürlich, aber buchungstechnisch.
Kurze Zeit später hatte ich auch noch eine Reisebegleitung. flysurfer fand die Reise interessant und buchte sich dazu - zumindest für die Hinreise. Aus einem leicht fragwürdigen Plan wurde also ein Team-Event. Double team, double fun. Oder wie man im britischen Understatement sagen würde: Das konnte ja heiter werden.
Die Reise war also gebucht, die Routings waren optimiert, die Meilen kalkuliert, die Hotels sortiert und der Plan stand. Alles war vorbereitet.
Naja, fast alles.
Denn wie sich kurz vor dem Start am Flughafen in Nürnberg herausstellen sollte, hatte ich meine Geldtasche mit allen Kreditkarten vergessen. Ein kleines Detail nur. Kaum der Rede wert. Schließlich braucht man auf einer Reise über Kairo, Casablanca und Peking ja kaum Zahlungsmittel. Was soll schon passieren? Immerhin flysurfers Anwesenheit wirkte plötzlich nicht mehr nur gesellig, sondern auch finanziell systemrelevant.

Oder Wie man sich völlig rational nach Peking verirrt.
Manchmal hat Vielflieger-Gamification tatsächlich ihre Vorteile. Zum Beispiel, wenn man sich mit günstigen Tarifen und einem Status-Run selbst davon überzeugt, dass ein komplett unnötiger Umweg plötzlich eine kulturell wertvolle Bildungsreise ist. Andere Menschen lesen Bücher, lernen Sprachen oder gehen wandern. Wir fliegen über Kairo nach Peking, um irgendwo in einer Airline-Datenbank ein hübscheres Statussymbol zu bekommen. Jeder hat eben seine Hobbys.
Ich habe bereits Flying Blue Platinum For Life und den Döner-HON bis Oktober 2029, was für einen halbwegs vernünftigen Menschen vermutlich reichen sollte. Aber Vielfliegerstatus ist ein bisschen wie Hotelbuffet: Man ist längst satt, nimmt aber trotzdem noch ein Croissant mit, weil es "ja inklusive" ist.
Letztes Jahr hatte ich zudem einen Status Match zu Royal Air Maroc SafarFlyer gemacht. Und dann kam diese eine Stunde, in der mein Verstand offenbar kurz zum Duty-Free gegangen war und nicht rechtzeitig zurückkam. In dieser Stunde beschloss ich, den SafarFlyer Platinum zu requalifizieren.
Dafür braucht man 70.000 Statusmeilen, davon mindestens 37.500 auf Royal Air Maroc Flügen. Klingt zunächst nach Arbeit. Dann entdeckte ich den 3x Status Booster. Plötzlich klang es nicht mehr nach Arbeit, sondern nach einer Excel-Tabelle mit emotionalem Schadenpotenzial.
"Easy peasy", dachte ich mir. Ein günstiges Langstrecken-Business-Class-Ticket, ein bisschen Booster-Magie, ein paar fragwürdige Entscheidungen - und schon sollte das Ziel erreichbar sein. Was sollte schon schiefgehen? Eine Frage, die man sich vor Reisen grundsätzlich nie stellen sollte, weil das Universum sie gern als Einladung versteht.
Also wurde nicht lange gefackelt. Google Flights wurde so lange malträtiert, bis es vermutlich kurz davor war, eine Schutzanordnung zu beantragen. Schließlich fand ich einen Business-Class-Tarif für 1.650€ von Kairo über Casablanca nach Peking Daxing. Der 3x Status Booster kostete 198€ extra. Kurz nachgerechnet - und voilà: Die Reise würde über 77.000 Statusmeilen bringen. Sogar von null Status aus. Mathematik kann manchmal schön sein. Meistens aber nur, wenn sie den eigenen Wahnsinn bestätigt.
Aufgrund zeitlicher und privater Constraints - also des kleinen Details, dass das echte Leben gelegentlich unverschämt in perfekte Routings hineinfunkt - entschied ich mich für den Hinflug für einen Biz-Flex-Tarif. Das kostete etwa 200€ extra, brachte aber dafür mehr Statusmeilen, nämlich 200%. Der Rückflug hingegen würde regulär und ohne Booster nur 150% Meilen bringen. Dadurch konnte ich in Casablanca aussteigen und von dort mit einem Miles & More Business Award zurück nach Nürnberg fliegen. Kostenpunkt: ungefähr 10.000 Meilen plus 200€. Also quasi geschenkt, wenn man alle vorherigen Ausgaben großzügig ignoriert.
Als Positionierungsflug nach Kairo wählte ich Turkish Airlines von Nürnberg via Istanbul nach Kairo für 37.000 Meilen plus 190€. Ein Business-Award bei Turkish hätte 60.000 Meilen gekostet, bei ähnlich hohen Steuern. Und irgendwo muss man schließlich Grenzen setzen. Nicht moralisch natürlich, aber buchungstechnisch.
Kurze Zeit später hatte ich auch noch eine Reisebegleitung. flysurfer fand die Reise interessant und buchte sich dazu - zumindest für die Hinreise. Aus einem leicht fragwürdigen Plan wurde also ein Team-Event. Double team, double fun. Oder wie man im britischen Understatement sagen würde: Das konnte ja heiter werden.
Die Reise war also gebucht, die Routings waren optimiert, die Meilen kalkuliert, die Hotels sortiert und der Plan stand. Alles war vorbereitet.
Naja, fast alles.
Denn wie sich kurz vor dem Start am Flughafen in Nürnberg herausstellen sollte, hatte ich meine Geldtasche mit allen Kreditkarten vergessen. Ein kleines Detail nur. Kaum der Rede wert. Schließlich braucht man auf einer Reise über Kairo, Casablanca und Peking ja kaum Zahlungsmittel. Was soll schon passieren? Immerhin flysurfers Anwesenheit wirkte plötzlich nicht mehr nur gesellig, sondern auch finanziell systemrelevant.

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