Tag 21 1/2 - Idyllischster Wasserfall
Nach den diversen Problemen am Vortag war ich sehr gespannt, wie das Frühstück sein würde, für das ich uns mit dem Anmeldebogen für 8 Uhr avisiert hatte. Kurz nach 8 Uhr trafen ArFr und ich dann in dem Café vor dem Hotel ein, das dann wohl tatsächlich zum Hotel gehörte. Ein freundlicher älterer Herr begrüßte uns und erklärte uns auf thailändisch, dass es Brot, Suppe und Instantkaffee am Tresen gäbe. Das eigentliche Frühstück würde er nun frisch für uns zubereiten.
Wenig später kamen zwei Teller an unseren Tisch, die ich tatsächlich als das schlechteste Frühstück in Thailand bezeichnen würde, das mir jemals angeboten wurde.
Wie dem regelmäßigen Leser auffallen dürfte, sind Fleisch und Wurstwaren durchaus Bestandteil meiner Ernährung, aber dies hier ging gar nicht. Der Hähnchenschenkel war kalt und offenbar am Vortag frittiert worden. Die beiden Würstchen hatten eine breiige Konsistenz und dürften allerbilligste Industrieware gewesen sein, ebenso wie der Pressfleischkochschinken, der unnötigerweise gebraten wurde. Dass dann noch die Spiegeleier nicht komplett gar gebraten waren, sondern noch nicht gestocktes Eiklar aufwiesen, schien dann wohl nur konsistent.
Wenigstens gab es noch eine Etagere, wobei auch hier nicht alle Bestandteile überzeugen konnten. Die Sandwiches waren mit undefinierbarer Masse belegt. Das thailändische Dessert daneben war dann das Highlight des Frühstücks neben den thailändischen Mandarinen.
Nachdem uns dann der Instantkaffee auch nicht so ganz glücklich machte, wir aber eine Siebträgermaschine am Tresen entdeckten, fragten wir nach richtigem Kaffee, der uns freundlicherweise kostenlos wenig später serviert wurde, aber der auch irgendwie nicht so richtig gut schmeckte.
Nein, mit diesem Hotel wurde ich nicht so recht warm, wenngleich der ältere Herr sehr freundlich war. Aufgrund der ansonsten sehr positiven Bewertungen des Hotels vermutete ich, dass hier aktuell Urlaubsvertretungen am Werk waren. In Thailand ist es während der Urlaubszeit nicht unüblich, dass das Stammpersonal sich in seinen wohlverdienten Urlaub verabschiedet und man statt einer Schließung von Hotel, Café oder Restaurant weniger erfahrene Familienmitglieder und/oder Freunde bittet, den Betrieb dennoch aufrecht zu erhalten. Genau dies schien mir hier der Fall zu sein, denn die Rezensionen suggerierten, dass es hier sonst besser wäre.
Nachdem ich in Ermangelung von Handtüchern noch ungeduscht war, hatte ich beim Eintreffen im Café direkt um Handtücher gebeten, die tatsächlich bei Rückkehr zu meinem Bungalow vor diesem auf einem Campingstuhl auf der Terrasse lagen. So gönnte ich mir endlich eine Dusche, bei der ich feststellte, dass das Badezimmer eine Fehlkonstruktion war. Es gab keine Duschabtrennung und die Toilette lag direkt neben Dusche und Waschbecken. Durch das Duschen setzte man somit das gesamte Badezimmer unter Wasser, sodass man nach dem Duschen weder das Waschbacken noch die Toilette trockenen Fußes erreichen konnte.
Der erste Ausflug des Tages sollte uns heute in die Nachbarprovinz Chiang Rai führen. Nach einer längeren Autofahrt ging es kurz nach Überqueren der Provinzgrenze zwischen Phayao und Chiang Rai links ab, um zum
Phu Kaeng Wasserfall zu gelangen.
Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang fanden wir den Ort sehr idyllisch.
Wenig später betraten wir den offiziellen Zugang und konnten uns zwischen dem normalen Weg am Wasserfall entlang oder dem Naturpfad entscheiden, wobei wir Ersteren wählten.
Es sollte neun Stationen (bzw. im thailändischen Etagen genannt) geben, wobei die Letzte ca. einen Kilometer entfernt sein sollte.
Auf dem Weg wurden wir nochmal daran erinnert, wo wir waren.
Es gab noch ein paar Sicherheitsinformationen, bevor es endlich losgehen sollte und wir einen tollen Blick auf den untersten Teil des Wasserfalles erhaschen sollten.
Wir spazierten weiter und befanden, dass dieser Wasserfall einer der Idyllischsten war.
Wir erreichten die "4. Etage".
Der Aufstieg hierher war schon etwas kräftezehrend und es hatte reichlich Insekten, sodass wir Anti-Mücken-Mittel nachlegten. Aber das, was man hier sehen und erleben konnte, war das schon sehr wert.
Bei der nächsten Etappe haderte ich eine Weile. ArFr kletterte den steilen Weg nach oben. Eigentlich waren hier irgendwann mal Stufen angelegt worden, jedoch hatte der Zahn der Zeit an diesen massiv genagt bzw. Regen diese weggewachen. Leider habe ich aufgrund meiner Anspannung keine Fotos gemacht, aber war es schon etwas abenteuerlich zur nächsten "Etage" aufzusteigen. Nachdem ArFr diese gemeistert hatte, half mir mein Ehrgeiz dabei, es ihm gleich zu tun.
Der weitere Aufstieg war nun wieder deutlich leichter.
Leider wurde der Weg abrupt deutlich schlechter, sodass wir die Erkundung nicht bis zur "9. Etage" fortsetzen wollten. Wir drehten um, was ich leider trotz der diversen Herausforderungen auf dem Weg nicht weiter fotografisch dokumentiert hatte.
Als nächstes Ziel stoppten wir am
chinesischen Tempel San Phra Jikong Nam Phing Hong.
So richtig einladend wirkte der Tempel nicht auf uns, sodass wir uns direkt zum nächsten Tempel begaben, der nicht sonderlich weit entfernt auf einem Hügel lag. Aber auch der
Wat Phra That Chom Chaeng schien noch im Bau zu sein.
Auch wenn das Chedi noch eingerüstet war, konnte man in dessen Innerem eine Buddhafigur bewundern.
Die Aussicht von hier oben war dazu wirklich schön.