Flug LH511 EZE-FRA
25.05.2026 17:14-10:47+1
In der Geschäftsreisendenklasse geht es zurück nach Frankfurt. C statt F mit dem Gefühl eines Downgrades. Das Upper Deck der YQ ist gut gebucht, zwei Sitze vorne rechts bleiben frei (geblockt). Das ergibt nach dem Start die Chance, dass jeder von uns einen Platz am Fenster bekommen könnte.
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Das Ablegen verzögert sich um gut eine halbe Stunde, da es Probleme mit dem Rauchwarnmelder in einer Toilette gibt. Diese wird nach Abstimmung in der Kabine, die vom Kapitän durchgeführt wird, gesperrt, was einen zeitnahen Abflug statt längerer Reparatur ermöglicht. Natürlich waren auch einige statuslose Gäste dagegen und forderten sofortige Cash-Kompensation für diese Komforteinbuße („da fliegt man einmal Business Class und schon ist was kaputt“), dazu gleich noch mehr…
Das bekannte Bordprodukt wartet auf. Eine dunkelblaue handgetöpferte Schale mit dem heißen Tuch wird gereicht.
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Sonst gibt es wie immer eine Matratzenauflage für die Nacht, ein Kissen, eine Decke, ein Van Laack Schlafshirt, ein Amenity kit (nicht die 100-Jahre-Edition), eine Flasche Wasser und Puschen fürs Klo. Achja, die Nusstüte ist Kranich-gelb statt Altpapier-braun.
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Die Purserette gibt sich charmant und selbstsicher die Ehre, ebenso wie unsere wirklich wunderbare Flugbegleiterin, die für den vorderen Teil unserer Kabine verantwortlich ist. Wir werden herzlich begrüßt und sofort kommt dieses Gefühl auf, gut aufgehoben zu sein bei der Crew auf diesem Flug. Wie ich finde, der entscheidende Unterschied, ob eine Reise in Erinnerung bleibt oder nicht.
Nach dem Start darf der Mitreisende eine Reihe nach vorn wechseln, was von den kritischen Mitreisenden auf der gegenüberliegenden Seite argwöhnisch beobachtet wird. Wie man denn einfach so den Sitzplatz wechseln könne, fragen sie sich laut hörbar.
Der Service in der Luft beginnt dann zügig, draußen zeigt sich der Sonnenuntergang von seiner schönen Seite.
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Die Vorspeisentrilogie kommt mit einem neuen, knackigen Brötchen und Butter. Zum Glück kein mit Käse überbackenes Kürbiskernbrötchen.
Amuse Bouche: Orangen-Mousse, Rote Bete, Pekannuss. Gefolgt von Kichererbsen auf Hummus, Kichererbsenmuß mit Spargel (es ist mir irgendwie zuviel Kichererbse), geräuchertem Roastbeef mit Rotkohlsalat, dazu Rote Bete (hä, gabs doch vorab schon) auf Kürbispürree mit Orange und Feta.
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Meine vorbestellte Hauptspeise, das Kalbschnitzel, erweist sich nach zwei Bissen als ungenießbares Knoblauch-Schnitzel. In der Panade ist etwas grünes und nach ranzigem Knoblauch Schmeckendes eingearbeitet (kein Wort davon im Menü).
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Ich esse erstmal die Möhren und überlege, ob ich es zurückgehen lasse oder es mir reinzwänge mit Gefahr auf Unwohlsein und Mundkeule Deluxe. Ich lasse es dann doch zurückgehen und frage, ob eventuell noch das vegetarische Gericht vorrätig ist. Der FB ist das Knoblauchschnitzel peinlich, sie nimmt es mit und bringt keine 3 Minuten später die Ravioli vorbei, die wirklich die bessere Wahl waren und sehr gut geschmeckt haben. Hut ab!
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Nach der Vorspeisen-Trilogie und dem (ungewollten) Hauptspeisen-Duett folgt die Nachspeisen-Trilogie. Früchte, Käse und süßes Dessert (Reis-Vanille-Flan auf Zimtsoße und Orange) sehr lecker und stimmig. Dazu gibt es dann spanischen Rotwein Volver 4 Meses (2022), der vorzüglich mundet. Der Digestif gesellt sich still und heimlich dazu.
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Argwöhnisch von den rechten Nebensitzen wird dann die herzlich-freundliche Nachfrage nach unserem Befinden und weiteren Wünschen vor der Nachtruhe durch unsere FB beäugt. Wir sind zufrieden, aber es gelüstet mir nach Schokolade. Explizit muss es auch nichts von unten sein, die Pralinen vom Hinflug waren ohnehin komisch.
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Nachdem uns ein kleines Schälchen mit Schokotäfelchen gereicht wurde, ertönt für die gesamte Kabine unüberhörbar die Nachfrage, „was dass den für besondere Menschen seien, denen man jetzt auch noch Schokolade brächte?!“… Noch bevor ich mir eine passende Antwort überlege, die mich vermutlich auf die No-Fly-List gebracht hätte, fängt unsere Flugbegleiterin die Situation extrem professionell ab. „Diese Herren sind Senatoren. Die fliegen sehr viel mit uns. Sie haben freundlich gefragt, ob sie Schokolade haben können. Möchten Sie auch gern Schokolade oder etwas anderes? Ich bringe es Ihnen gern!“ Sichtlich beeindruckt und mit einem Augenzwinkern beende ich den kurzzeitigen Aufruhr in mir und genieße Whisky (Glenmorangie 12y) und Schokolade (Neuhaus) auf 33.000 Fuß.
Das Schälchen Schokolade, dass die Dame rechts nachgeordert hatte, ging übrigens nach dem Frühstück unangetastet zurück (also in den Müll). Was für ein Ego.
Die Nachtruhe dauert für mich über 5 Stunden. Schlaftrunk und Zufriedenheit leisteten hier ihren Beitrag, ebenso wie das ruhige Durchfliegen der ITC.
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Zwei Stunden vor FRA gibt es Frühstück. Auf der Ankreuzkarte am Vorabend hatte ich bereits meine Wahl getroffen. Alles ist frisch und lecker. Mir fällt an dieser Stelle nochmal sehr positiv das neue Geschirr auf, das eleganter und hochwertiger wirkt als der alte Kaffeepott a la Kantine. Service: perfekt!
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Zum Abschied: Pralinen.
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Nach der Landung warten wir noch einige Minutenauf dem Vorfeld, weil die Gateposition noch von einem abfliegenden Flugzeug belegt ist. Das Flightdeck ist upset, wir würden wohl sehr unerwartet nach dem über 12-stündigen Flug in Frankfurt ankommen… Unser Anschluss nach Amsterdam geht in gut einer Stunde. Es wird knapp mit Lounge und Dusche, ist aber nicht unmöglich, es zu schaffen.
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Vor dem Aussteigen verabschieden wir uns von der wirklich charmanten Crew. Man wünscht uns einen guten Weiterflug und wir sagen „Danke für Alles!“.
ps. im IFE entdeckte ich "Up in the air" und schaute ihn sogleich. Up in the air in the air gucken ist irgednwie gut.
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