Bad Ideas (make the best Memories) - 4000 km durch Lappland, Lofoten, Senja und Lyngen-Alpen zum Nordkap.

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shauri

Erfahrenes Mitglied
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... ich wollte schon immer mal nach Jokkmokk.
Nach einer ruhigen Nacht - behaupte ich jetzt mal, da ich mit Ohropax nächtige - überspringen wir kurz den wie immer unspektakulären Check-in und die Sicherheitskontrolle und begeben uns direkt zum Frühstück in die Panorama-Lounge.



Nichts spannendes, aber eine gute Grundlage für den alkoholfreien Rosé-Sekt, den es hier neuerdings gibt. Muss ich probieren, reißt mich aber nicht vom Hocker. Kann man gut trinken, aber irgendwas fehlt zum Sekt.
Das Boarding kommt plötzlich und zügig, führt uns allerdings mal wieder nur bis zum Flughafenbus - wir haben mal wieder eine Außenposition gewonnen. Ein Foto des 15 Jahre alten Airbus A320-214 mit der Kennung D-AIZH und dem Taufnamen "Ahlen" verpenne ich großzügig. Ich mache es durch einige andere Flugzeuge und sinnfreie Landschaftsfotos nach dem Start von oben wieder wett.















Traudel darf auf dem freien Mittelsitz Platz nehmen, und sofort sind wir die besten Freunde aller anwesenden Flugbegleiterinnen.

Wir kommen ins Gespräch und treffen auf eine ebenso Nord- und Winterreise-Begeisterte, wie wir es sind. Nach den Service und einem Toilettengang darf ich längere Zeit die Bordküche nicht mehr verlassen, da man sich mit mir über Reisen in Kanada und Skandinavien austauschen möchte. Selten so einen kurzweiligen Flug erlebt. Das Essen war nicht gerade üppig (bis auf den Schokokuchen), aber lecker.



Später folgen dann noch ein paar weitere Landschaftsfotos aus Südschweden.











Stockholm begrüßt uns mit einem spektakulären "Luftloch" beim Anflug und einer Mischung aus Sonne und Regen. Ist auch egal, wir müssen ja sowieso noch weiter. Trotz etwa dreißigminütiger Verspätung erreichen wir problemlos unseren Anschlussflug. Ich winke kurz der 737 Max 8 von Icelandair...

...und schon geht es für uns mit dem 5 Jahre alten A320 Neo, der ehrlich gesagt abgeranzter als die 15 jahre alte Maschine der Lufthansa wirkt, weiter Richtung Lulea.



Aber hübsche Wolken haben sie hier.









Die Aussicht lenkt auch ein wenig vom in SAS plus kostenlosen Snack ab, der aus meiner Sicht ein absoluter kulinarischer Tiefpunkt, vom alkoholfreien Weizenbier mal abgesehen, ist. Den Muffin finde ich viel zu süß, das Knäckebrot mit "Kräuterkäsezubereitung" ist absolut ungenießbar und hat nicht einmal entfernt was mit Käse zu tun. Was solls, ein Bier ist eine Mahlzeit und es hat nichts extra gekostet.



In diesem Sinne "Velkommen til Luleå".





Wir landen überpünktlich und können schon vor der Gepäckabholung ganz entspannt unseren Mietwagen abholen. Ein Foto vom Volvo XC60 mit 13.600 km auf der Uhr folgt dann irgendwann noch. Die Koffer kommen auch direkt danach, und somit geht es noch heute für 200 km "on the Road". Traudel und der Reiseelch haben es sich auch schon im Auto gemütlich gemacht.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Unser erster Halt ist am Storforsen, diesen haben wir 2023 bereits im Winter besucht. Daher jubele ich immer mal ein paar winterliche Vergleichsbilder an geeigneter Stelle unter.
Schon von Weitem kann man die beeindruckenden Stromschnellen sehen. Außerdem ist alles unglaublich grün hier, viel grüner als im Winter.

Wir lassen es uns nicht nehmen, kurz über die lange Holzbrücke zum ersten Aussichtspunkt zu laufen.

Um diese Jahreszeit braucht man dafür auch keine Spikes.

Das Nachmittagslicht ist wunderschön und außerdem ist es so wahnsinnig grün hier.



Der Storforsen ist noch deutlich beeindruckender als im Winter.






Mein heutiges Lieblingsmotiv hier ist eindeutig dieser Stein:



Der Sinn dieses Rettungsrings hat sich mir schon im Winter damals völlig entzogen. Vermutlich würde man aus diesen Stromschnellen nicht einmal mit einem Airbag lebend wieder herauskommen...


Wir werfen noch einen kurzen Blick über die Felsen zum kleinen Wasserfall in der anderen Richtung, und dann geht es hier heute für uns schon wieder weiter.

Hier ist es jedenfalls sowohl im Winter als auch im Spätsommer sehr lohnend. Wir haben allerdings noch anderthalb Stunden Fahrt vor uns und eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.
Zunächst entdecke ich allerdings drei Rentiere am Straßenrand. Ich bremse ab und fahre langsam darauf zu - bekanntermaßen muss man ja bei Rentieren immer mit allem rechnen. Noch während ich langsam darauf zurolle und über ein Foto nachdenke, verliert eines der drei vollkommen die Nerven und rennt einmal quer vor unserem inzwischen sowieso fast stehenden Auto vorbei. Die anderen beiden folgen kurz darauf, was mir Gelegenheit für ein Foto gibt.

Kurz darauf sehen wir rechts im Wald noch weitere 6 Rentiere stehen, natürlich, ein Rentier kommt selten allein. Drei auch nicht. Außer schöner Landschaft mit schönem Abendlicht und zwei weiteren Rentieren im Wald, eines davon schneeweiß, passiert auf den folgenden 150 km nichts spannendes mehr. So erreichen wir um etwa 18:30 kurz vor Jokkmokk den nördlichen Polarkreis. Außer diversen Schildern mit Aufklebern aus aller Welt und einem Café gibt es hier nichts allzu spannendes, wäre hier nicht unsere Aufgabe vom Nachbarn von gegenüber, den von ihm vor einigen Jahren hier platzierten Aufkleber unseres Wohnortes zu finden.



Nur so viel, die Aufgabe ist gelungen, wo der Aufkleber klebt und wie der Ort heißt, wird aber nicht verraten.
Zehn Minuten später erreichen wir dann auch nach einem doch recht langen Tag den Ort mit dem wunderbaren Namen "Jokkmokk", den ich einfach mal besuchen wollte, weil der Name so lustig klingt. Er liegt ja auch ohnehin auf dem Weg, und so checken wir hier auch ins zünftige Hotel Jokkmokk ein.

Bei wohlbekanntem nordischen Kulturgut und deftigem Essen vom im Zimmerpreis inkludierten Buffet lassen wir den langen Tag entspannt auskingen.





Absolut erwähnenswert ist hier noch der Rhabarbercrumble zum Nachtisch, von dem zum Glück nur noch ein Stück da war, sonst hätte ich mich ganz furchtbar daran überfressen müssen.

Morgen geht es dann weiter nach Abisko.

Rentier-Counter: 11
Elch-Counter: 0
 

derhajo

Erfahrenes Mitglied
02.01.2011
1.241
101
SHE
Bezgl. der Fähren: Wir waren im August 2021 in der Gegend unterwegs und hatten rund um die Lofoten keinerlei Probleme mit Wartezeiten. Aufgrund von Corona war evtl. weniger los als heute, aber in der Nebensaison würde ich mir da keine allzu großen Sorgen machen.
Am Nordkap ist sicher die Wanderung zum nördlichsten Punkt Europas geplant, weil mit dem Auto zur Nordkapphalle fahren kann und macht ja jeder. ;)
 
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globetrotter11

Erfahrenes Mitglied
07.10.2015
16.030
12.557
CPT / DTM
Könnt Ihr die Flüge noch über VIE umbuchen?

Gute Elchsichtungen möglich!

 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Bezgl. der Fähren: Wir waren im August 2021 in der Gegend unterwegs und hatten rund um die Lofoten keinerlei Probleme mit Wartezeiten. Aufgrund von Corona war evtl. weniger los als heute, aber in der Nebensaison würde ich mir da keine allzu großen Sorgen machen.
Danke, das bestätigt meine Hoffnung.
Am Nordkap ist sicher die Wanderung zum nördlichsten Punkt Europas geplant, weil mit dem Auto zur Nordkapphalle fahren kann und macht ja jeder. ;)
Leider fehlt uns dafür vermutlich die Zeit, die dauert ja ein paar Stunden und klingt eher zäh. Aber ich habe zumindest drüber nachgedacht.😎
Könnt Ihr die Flüge noch über VIE umbuchen?
zu spät, aber ich glaube hier stehen die Chancen doch besser. Aber habe dem Gatten auch schon Elchsuche in Österreich in den nächsten Jahren prophezeit.
 

ingridadele

Erfahrenes Mitglied
14.03.2009
483
7
Unser erster Halt ist am Storforsen, diesen haben wir 2023 bereits im Winter besucht. Daher jubele ich immer mal ein paar winterliche Vergleichsbilder an geeigneter Stelle unter.
Schon von Weitem kann man die beeindruckenden Stromschnellen sehen. Außerdem ist alles unglaublich grün hier, viel grüner als im Winter.

Wir lassen es uns nicht nehmen, kurz über die lange Holzbrücke zum ersten Aussichtspunkt zu laufen.

Um diese Jahreszeit braucht man dafür auch keine Spikes.

Das Nachmittagslicht ist wunderschön und außerdem ist es so wahnsinnig grün hier.



Der Storforsen ist noch deutlich beeindruckender als im Winter.






Mein heutiges Lieblingsmotiv hier ist eindeutig dieser Stein:



Der Sinn dieses Rettungsrings hat sich mir schon im Winter damals völlig entzogen. Vermutlich würde man aus diesen Stromschnellen nicht einmal mit einem Airbag lebend wieder herauskommen...


Wir werfen noch einen kurzen Blick über die Felsen zum kleinen Wasserfall in der anderen Richtung, und dann geht es hier heute für uns schon wieder weiter.

Hier ist es jedenfalls sowohl im Winter als auch im Spätsommer sehr lohnend. Wir haben allerdings noch anderthalb Stunden Fahrt vor uns und eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.
Zunächst entdecke ich allerdings drei Rentiere am Straßenrand. Ich bremse ab und fahre langsam darauf zu - bekanntermaßen muss man ja bei Rentieren immer mit allem rechnen. Noch während ich langsam darauf zurolle und über ein Foto nachdenke, verliert eines der drei vollkommen die Nerven und rennt einmal quer vor unserem inzwischen sowieso fast stehenden Auto vorbei. Die anderen beiden folgen kurz darauf, was mir Gelegenheit für ein Foto gibt.

Kurz darauf sehen wir rechts im Wald noch weitere 6 Rentiere stehen, natürlich, ein Rentier kommt selten allein. Drei auch nicht. Außer schöner Landschaft mit schönem Abendlicht und zwei weiteren Rentieren im Wald, eines davon schneeweiß, passiert auf den folgenden 150 km nichts spannendes mehr. So erreichen wir um etwa 18:30 kurz vor Jokkmokk den nördlichen Polarkreis. Außer diversen Schildern mit Aufklebern aus aller Welt und einem Café gibt es hier nichts allzu spannendes, wäre hier nicht unsere Aufgabe vom Nachbarn von gegenüber, den von ihm vor einigen Jahren hier platzierten Aufkleber unseres Wohnortes zu finden.



Nur so viel, die Aufgabe ist gelungen, wo der Aufkleber klebt und wie der Ort heißt, wird aber nicht verraten.
Zehn Minuten später erreichen wir dann auch nach einem doch recht langen Tag den Ort mit dem wunderbaren Namen "Jokkmokk", den ich einfach mal besuchen wollte, weil der Name so lustig klingt. Er liegt ja auch ohnehin auf dem Weg, und so checken wir hier auch ins zünftige Hotel Jokkmokk ein.

Bei wohlbekanntem nordischen Kulturgut und deftigem Essen vom im Zimmerpreis inkludierten Buffet lassen wir den langen Tag entspannt auskingen.





Absolut erwähnenswert ist hier noch der Rhabarbercrumble zum Nachtisch, von dem zum Glück nur noch ein Stück da war, sonst hätte ich mich ganz furchtbar daran überfressen müssen.

Morgen geht es dann weiter nach Abisko.

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Elch-Counter: 0
Jokkmokk steht auch noch auf meiner Liste der Orte, die ich unbedingt sehen will. War bei meiner ersten Lapplandreise mit Camper noch nicht drin, weil andere Route, aber für nächstes Jahr fest eingeplant.

Wünsche euch weiterhin eine schöne, möglichst Mückenfreie Tour und werde euch lesend begleiten!
 
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shauri

Erfahrenes Mitglied
Jokkmokk steht auch noch auf meiner Liste der Orte, die ich unbedingt sehen will. War bei meiner ersten Lapplandreise mit Camper noch nicht drin, weil andere Route, aber für nächstes Jahr fest eingeplant.

Wünsche euch weiterhin eine schöne, möglichst Mückenfreie Tour und werde euch lesend begleiten!
Auch wegen des Namens oder wegen des Polarkreises?
Danke und schön, dass du dabei bist!
Auf nach Polen! Laut dem o.g. Artikel sollen dort an die 30.000 Elche leben. Wieder was dazu gelernt ... ;)
Hm ich glaube da ist die Landschaft weniger spektakulär.
 

derhajo

Erfahrenes Mitglied
02.01.2011
1.241
101
SHE
Leider fehlt uns dafür vermutlich die Zeit, die dauert ja ein paar Stunden und klingt eher zäh. Aber ich habe zumindest drüber nachgedacht.😎
Definiere zäh. Es ist halt wie alles dort oben im Norden Grassteppe. Technisch wenig anspruchsvoll, vielleicht mal schlammig wenn es viel geregnet hat. Am Besten ist man zeitlich flexibel unterwegs. Wir wollten damals eigentlich am Nordkap vorbeischauen und dann in Alta übernachten. Als wir angekommen sind war es kalt, neblig und man hat kaum was gesehen. Wir haben dann spontan in Honningsvåg übernachtet, weil dafür sind wir nicht 3.700 km gefahren. Am nächsten Tag waren es fast 30 Grad bei bestem Sonnenschein, also ideales Wetter für einen Spaziergang. Ich wünsche Euch ebenso gutes Wetter auf Eurer Reise!
 

Chaoskind

Reguläres Mitglied
01.10.2010
54
24
Bezgl. der Fähren: Wir waren im August 2021 in der Gegend unterwegs und hatten rund um die Lofoten keinerlei Probleme mit Wartezeiten. Aufgrund von Corona war evtl. weniger los als heute, aber in der Nebensaison würde ich mir da keine allzu großen Sorgen machen.
Am Nordkap ist sicher die Wanderung zum nördlichsten Punkt Europas geplant, weil mit dem Auto zur Nordkapphalle fahren kann und macht ja jeder. ;)
Wir sind auch gerade in Nord-Norwegen unterwegs :) Leider geht es am WE wieder nach Hause.. Bei den Fähren sind wie immer gleich mitgekommen. Beispiel Bognes Lodingen (meine ich auch auf Eurer Tour gesehen zu haben), war die Fähre zu vielleicht einem Drittel gefüllt (Abfahrt gegen Mittag). Wichtiger ist es da schon die Fahrpläne zu kennen, da zwischen den Abfahrten je nach Route schon mal größere Pausen sein können.

Für einen Roadtrip ganz hilfreich ist die Seite der norwegischen Verkehrsbehörde: https://www.vegvesen.no/en/
Dort sind die meisten (alle?) Baustellen und Sperrungen verzeichnet. Auf der Seite findest Du auch die Fährfahrpläne und diverse Straßen-Webcams (auch auf die Fähranleger).
 

Chaoskind

Reguläres Mitglied
01.10.2010
54
24
Ach ja, es ist teilweise kalt geworden hier. In unserem Ferienhaus auf den Vesterålen hatten wir den Kamin an - und auch die Supermärkte haben tlw . bereits Brennholz. Auf der Wanderung auf den Matind hatten wir einen schneidenden Nordwind, der die 12 Grad eher wie 5 Grad hat fühlen lassen. Aber das Erlebnis und die Aussicht entschädigt.
 
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shauri

Erfahrenes Mitglied
Wir sind auch gerade in Nord-Norwegen unterwegs :) Leider geht es am WE wieder nach Hause.. Bei den Fähren sind wie immer gleich mitgekommen. Beispiel Bognes Lodingen (meine ich auch auf Eurer Tour gesehen zu haben), war die Fähre zu vielleicht einem Drittel gefüllt (Abfahrt gegen Mittag). Wichtiger ist es da schon die Fahrpläne zu kennen, da zwischen den Abfahrten je nach Route
Super, danke. Die Fahrpläne haben wir zur Hand, Mittagspausen hatte ich gesehen.

Für einen Roadtrip ganz hilfreich ist die Seite der norwegischen Verkehrsbehörde: https://www.vegvesen.no/en/
Dort sind die meisten (alle?) Baustellen und Sperrungen verzeichnet. Auf der Seite findest Du auch die Fährfahrpläne und diverse Straßen-Webcams (auch auf die Fähranleger).
Auch dafür danke, auch wenn ich die Seite kenne, lieber mal ne Info dopelt, als zu wenig. Habe auch deren Routenplanungs App.
Ach ja, es ist teilweise kalt geworden hier. In unserem Ferienhaus auf den Vesterålen hatten wir den Kamin an - und auch die Supermärkte haben tlw . bereits Brennholz. Auf der Wanderung auf den Matind hatten wir einen schneidenden Nordwind, der die 12 Grad eher wie 5 Grad hat fühlen lassen. Aber das Erlebnis und die Aussicht entschädigt.
Ja in Schwedisch Lappland ist ähnlich frisch gestern gewesen.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Bad Ideas (make Memories of Mountains and Canyons)
Dann fahren wir mal weiter - wem es noch nicht aufgefallen ist, der Urlaub wird wohl sehr fahrlastig. Das Gefühl hatte ich ja schon bei der Planung. Was soll's, so lange die Landschaft schön und das Wetter gut ist. Aber natürlich wird erst noch gefrühstückt. Auch hier sind wir angenehm überrascht, es gibt sogar Heringssalat, den wir in Schweden so mögen. Außerdem Ingwer-Shots, die sicherstellen, dass man zunächst wach und die nächsten Monate vermutlich auch nicht krank wird, so scharf sind sie.

Für unsere Verhältnisse sind wir erstaunlich früh "on the Road", nachdem wir noch einiges nützliches für unterwegs (und meinen schwedischen Lieblingskaffee zur Hälfte des Preises vom heimischen Lieferanten für zu Hause) eingekauft haben.
Erstmal geht es fast 200 km durch schwedische Wälder, nicht ohne Rentier- aber ohne Elchsichtung. Während der Kollege davor noch abgeklärt am Straßenrand grast, steht dieser hier planlos mitten auf der Straße, stiefelt dann eine Weile vor unserem Vordermann her, bis ihn der ziemlich flott um die Ecke biegende Gegenverkehr doch ins Straßenbegleitgrün scheucht.



Als erstes heutiges Highlight ist Kiruna geplant, wir wollen zum einen den Erzabbau, denn wir aus Erdkunde- und Geschichtsbüchern kennen, einmal live sehen, zum anderen die gerade im Rahmen der Verlegung der Innenstadt umgezogene Kirche. Letztere ist allerdings nicht wieder zugänglich und kann nur von weitem gesehen werden. Das Foto hat daher auch eher dokumentarischen als künstlerischen Wert.

Die Hintergundgeschichte findet sich unter anderem auch hier: https://www.tagesschau.de/ausland/kirche-schweden-umzug-100.html
Die Eisenerz-Minen sind wirklich riesig und ziehen sich um die ganze Stadt.

Wir setzen unseren Weg nach Westen weiter fort und kurz hinter Kiruna kommen die ersten Ausläufer des Grenzgebirges zwischen Schweden und Norwegen in Sicht. Das Wetter ist übrigens wie so oft, wenn wir reisen, gut.

Danach wird die Landschaft immer bergiger und seeiger, erinnert uns ein bisschen an die Ostfjorde auf Island. Leider sind die Parkbuchten immer so zugewachsen, dass man nichts von der schönen Landschaft sehen kann. Ein kleiner Ausflug "ins sehr grüne Grün" meinerseits ergibt zumindest ein Foto, an Hand dessen man sich einen ungefähren Eindruck der Landschaft machen kann.


Da wir noch ein bisschen im Abisko Nationalpark wandern wollen, halten wir uns jedoch auch nicht länger mit der Suche nach Fotospots auf. Am Wanderparkplatz angekommen, gibt es erstmal eine Zimt- und eine Puddingschnecke zur Stärkung. Zugegebenermaßen verschwindet danach auch noch undokumentiert ein halbes Tütchen Trockenwurststücke auf wundersame Weise als Stärkung in uns.

Jetzt kann es aber auch losgehen, nach 4 Stunden Fahrt können wir sehr gut noch ein bisschen Bewegung gebrauchen. Wir laufen zunächst vom Naturum, wie die Infozentren der Nationalparks in Schweden heißen, in Richtung des Torneträsks, dem riesigen See, an dem wir auch schon eine ganze Weile entlanggefahren sind. Kein Wunder, der See ist auch 70 km lang.



Zwischenzeitlich kommt auch mal ein Zug aus Kiruna auf dem Weg nach Narvik vorbei.


 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Endlich gibt es Gelegenheiten zum Fotografieren, ich mache reichlich Gebrauch davon. Nachmittags ist das Licht, finde ich, sowieso am schönsten.

Unter Einsatz meines Lebens Gleichgewichtssinns wandele ich auf den oben abgebildeten, stark schaukelnden Steg, um den beeindruckenden Lapporten zu fotografieren.

Der Blick über den See mit Häuschen ist auch noch ein schönes Motiv, dann begebe ich mich aber lieber wieder auf festen Boden.

Die Sicht is beeindruckend, das Wetter ist in Seenähe sehr frisch-windig, vom See entfernt fast schon warm. Angeblich sind es nur 11 Grad, fühlt sich aber ohne Wind deutlich wärmer an.




Der Baum sagt, es windet.

Jenseits der Flussmündung befindet sich ein Vogelschutzgebiet, wir sehen aber keine Vögel im Vorbeigehen. Zum genaueren Beobachten fehlt uns aber auch die Muße, es wartet noch ein landschaftliches Highlight auf uns.


Zugegeben, die Bildkomposition ist nicht die spektakulärste, aber ich finde die herbstlich roten Pflanzen hier einfach schön.

Die Pilzsaison ist hier auch in vollem Gange.

Wir folgen dem Abiskojokk von der Mündung flussaufwärts. Leider ist hier ziemliches Gegenlicht, aber bei Rundreisen kann man die Tageszeit an den Zielen manchmal nur bedingt auswählen.

Schöne Steine liegen hier jedenfalls am Ufer herum.

Das Ufer wird immer felsiger.



Wir nähern uns jetzt unserem heutigen Highlight, der Schlucht, durch die der Abisjokk hier in Richtung See fließt. Ich lasse wie so oft mal ein paar Bilder sprechen.



Inzwischen ist die Schlucht nicht mehr zu verleugnen.

Die schroffen Felsen haben tolle Muster.

Wir folgen dem Abisjokk weiter flussaufwärts. Die Landschaft begeistert uns hier ziemlich.




Hier erkennt man die Schichten aus metamorphem Vulkan- und Sedimentgestein.


Es gibt sogar einen Pegel zur Wasserstandsmessung hier. Auch noch einen ausgesprochen hübschen.

 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Außerdem liegt hier noch ein sehr schön geschichteter Fels in der Gegend herum.



Die Schlucht ist einfach aus jeder Perpektive schön, finden wir.

Hier liegt ein sehr beeindruckendes Nationalparklogo mitten in der Landschaft herum.

Oberhalb unterhält sich gerade eine Exkursionsgruppe der Uni Mainz über ihre Elchsichtung auf dem Weg hierhin. Ich hake nach und erfahre, dass sie diesen auf der Stecke gesehen haben, die wir gleich noch fahren werden. Ich hege leise Hoffnung. Bis dahin muss aber noch ein nicht ganz so eingeplantes Highlight, das einfach nur mit "Waterfall" auf der Karte eingezeichnet war, bewundert werden. Es trägt laut Beschilderung den Namen "The Hole in The Rock" und sieht auf den ersten Blick wie ein beeindruckender Wasserfall, der aus einer Höhle fließt, aus.





Das Schild mit der Erklärung habe ich der Einfachheit mal abfotografiert. Ich kann es sonst auch gar nicht so richtig in Worte fassen, was man hier gebaut hat.

Beeindruckt setzen wir unseren Weg noch etwa einen Kilometer flussaufwärts fort und folgen hier dem Anfang des Kungsleden, einem 440 km langen Weitwanderweg von Abisko nach Hemavan in Västerbotten. Auch hier ist es noch beeindruckend felsig am Wasser entlang.











Manche Pflanzen sind schon sehr schön herbstlich rot.

Der Rückweg zum Startpunkt geht noch idyllisch über Stege durch einen Birkenwald...

... und damit sind wir auch schon am Ende unserer kleinen Wanderung für heute.


Zum Glück haben wir jetzt auch nur noch knapp 10 km zum Hotel Björkliden vor uns. Im Zimmer begeistert die Elchgarderobe an der Wand. Außerdem lenkt sie vom nicht so schicken Teppich ab.

Der Ausblick ist auch nicht zu verachten.

Nach einer Dusche zieht es uns vorbei an der gemütlichen Sitzecke mit Kamin und Elchgeweih ins Restaurant.

Sehr zu unserer Freude haben sie unser Lieblings-"A Ship Full of IPA" von Brutal Brewing auf dem Zapfhahn. Ich hatte schon befürchtet, ich müsste bis Luleå damit warten. Es gibt also Kulturgut mit Aussicht.

Dazu Knäckebrot mit salziger Butter und geräuchertes Rentier als Vorspeise.

Als Hauptgericht wählt der Gatte Köttbular vom Elch aus Rache dafür, dass sich uns mal wieder keiner gezeigt hat. Ich bevorzuge den heißgeräucherten Lachs mit Meerettich und Kartoffelsalat.



Für einen kleinen Nachtisch ist auch noch Platz, Holundertiramisu mit Beeren für den Gatten und Dulce de Leche Eis mit warmen Moltbeeren für mich.

Danach geht es mit einem zweiten Schiffchen voll mit IPA in die gemütliche Kamin-Ecke zum Fotos Bearbeiten und Blog-Schreiben.

Rentier-Counter: 13
Elch-Counter: 0, aber Köttbular und die Sauce waren hervorragend.
 

PollyEsther

Erfahrenes Mitglied
17.08.2024
403
613
@shauri
Auch wenn man in Oberhausen nicht unbedingt "tot über dem Zaun" hängen möchte,
Danke fürs Blinker setzen und den interessanten Eindrücken zu Deinem Sport.
Diesen Ausdruck habe ich einem Niederländer mal auf dem Weg nach Wadersloh erklärt.
Ist Oberhausen nicht die Perle des Ruhrgebietes!? ;)
Nein, da ist nichts zu holen, die Verarmung und Tristesse ist zu stabil. Das Gasometer ist neben dem (aus meiner Sicht unnötigem) Centro zwar ein Besuchermagnet, aber es gibt da abgesehen von der Zaza Espressobar nicht mal anständige Cafés, dafür aber ganze Viertel, die 1a für 70er Jahre Filme taugen würden.

Schöne Reise,
 
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shauri

Erfahrenes Mitglied
Wasserfälle, Grenzgebirge und Brücken
Wir beginnen den Tag wie immer mit einem Frühstück (bei Traumwetter und spiegelnder Fensterscheibe) im Hotelrestaurant:

Die leckeren Crepes sind vor einem Foto meiner Gier zum Opfer gefallen, also gibt es nur ein Rührei-Foto...

... und ein Foto vom Müsli-Contest.

Wir klären noch kurz die Frage, ob ich eigentlich meine gestern im Überschwang gekauften 8 Pakete Kaffee nach Norwegen einführen darf. Zum Glück liegt die Grenze bei 10 kg, und die schaffe ich damit doch nicht. Danach brechen wir zügig auf, da wir heute bis Svolvær fahren wollen. Das sind zwar nur etwas über 200 km Fahrt, aber aufgrund der kurvigen Straßen und diverser Baustellen veranschlagt Google Maps etwa 4,5 Stunden reine Fahrzeit (was am Ende auch wirklich hinkommt). Zunächst kommen wir allerdings nicht weit, da ein schöner Wasserfall (nicht ganz ungeplant) unseren Weg kreuzt. Er heißt übrigens Låktajåkk, wie man auch unschwer an dem Schild an den Bahngleisen erkennen kann.

Man kann hier problemlos einen knappen Kilometer bergauf laufen, um etwas näher heranzukommen. Warum also nicht mal ein bisschen Frühsport mit Aussicht machen, es sieht ja wirklich schön aus.

Das Wasser ist unglaublich klar und sieht wunderschön zusammen mit den weißen Kalksteinen aus.

Stellenweise ist es wirklich ziemlich steil, aber das war hier ja absehbar.



Wir werden mit reichlich schönen Aussichten auf Fluss und Wasserfall belohnt.







Der Weg wird dann allerdings irgendwann sehr schlammig und zugewachsen, und so verkneifen wir es uns, noch weiter zum Wasserfall zu laufen und drehen um. Wir haben ja auch noch ein bisschen Strecke vor uns. Beim Abstieg bewundern wir noch ein bisschen das unglaubglich klare Wasser mit den hellen Steinen.







Die Aussicht über die Hochebene ist im Übrigen auch nicht zu verachten.







Wir fahren weiter zur norwegischen Grenze und durchqueren dahinter eine wundervolle, rauhe Gebirgslandschaft. Leider habe ich hier keine Fotos gemacht, da es an den Motiven, die mir gefallen hätten, keine Haltemöglichkeiten gab, also genießen wir einfach aus dem Auto heraus die Aussicht. Zügig geht es dann auf Meereshöhe und kurz darauf erreichen wir die Hålogalandsbrua, die über den Rombaksfjord nach Narvik führt.

Eigentlich müssen wir hier gar nicht lang, aber die Brücke finden wir schon sehr sehenswert und so queren wir diese einmal bis zum Aussichtspunkt, auch wenn auf der Brücke eine einspurige Baustelle inklusive Kollonne-Fahren mit Baustellenfahrzeug als Anführer eingerichtet ist, was hier ein wenig übertrieben wirkt. Eine Ampel hätte es vermutlich auch getan, aber so oder so kann man beim Warten schonmal ein bisschen die Aussicht genießen.


Auf der anderen Seite angekommen, bewundern wir die Brücke gebührend vom Aussichtspunkt.



Hier kann man sich außerdem vergewissern, dass die Brückenseile befestigt sind.

Nach einer längeren Fahrt-, Hunger- und Durststrecke widmen wir uns zunächst einer Mittagsrast mit gestern eingekauftem Knäckebrot, Västerbottenkäse und alkoholfreiem Norrlands-Guld, das sehr genießbar ist.

Gut gesättigt geht es über die Tjeldsundbrua.

Nach einigen landschaftlich schön gelegenen Baustellenampeln - hier wird gerade die E 10 ausgiebig ausgebaut - erreichen wir die Lofoten.


Über unsere Ankunft auf den Lofoten berichte ich dann im nächsten Beitrag.
 

PollyEsther

Erfahrenes Mitglied
17.08.2024
403
613
Zehn Minuten später erreichen wir dann auch nach einem doch recht langen Tag den Ort mit dem wunderbaren Namen "Jokkmokk", den ich einfach mal besuchen wollte, weil der Name so lustig klingt. Er liegt ja auch ohnehin auf dem Weg, und so checken wir hier auch ins zünftige Hotel Jokkmokk ein.

Off-topic:

Ich kann in dieser Hinsicht Stykkishólmur auf Island und Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch in Wales
empfehlen.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Off-topic:

Ich kann in dieser Hinsicht Stykkishólmur auf Island und Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch in Wales
empfehlen.
Stykkishólmur ist schon längst abgearbeitet, siehe meine Islandberichte :cool: Wales fehlt aber noch. Eigentlich wollte ich diesen Urlaub noch nach Äkäslompolo, aber da kommen wir jetzt doch nicht vorbei.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
Ein erster Eindruck der Lofoten
Die Lofoten begrüßen uns mit bestem Wetter und spektakulärer Landschaft, schon aus dem Auto heraus.

Obwohl wir schon relativ spät dran sind und das Abendessen in Svolvær lockt, biegen wir wenigstens einmal für ein paar Fotos in eine Seitenstraße Richtung Meer ab.



Natürlich ist es eine Schotterstraße, ich brauche das, auch wenn es unsere Ankunftzeit natürlich weiter verzögert.

Neben spektakulär können die Lofoten auch sehr idyllisch.

Weil es so schön ist, können wir uns auch zwei weitere kurze Fotostopps nicht verkneifen.













Gegen 18:30 erreichen wir Svolvær, zeitgleich mit der MS Nordkapp der Hurtigruten.



Das Scandic Vestfjord Lofoten wirkt auf den ersten Blick ein wenig heruntergekommen, unser großes Familienzimmer (der Gatte findet immer, wir brauchen Platz für unsere zwei Koffer) ist allerdings schön renoviert.

Das Badezimmer hat nicht nur wegen der hohen Raumtemperatur einen Wow-Effekt:

Die Handtücher wurden allerdings irgendwie vergessen, lassen sich aber schnell organisieren.
Jetzt aber erstmal zügig zum Abendessen, im Restaurant Baccalau wurde uns gesagt, man köne zwar nicht mehr reservieren, aber bis 19:15 würde man in der Regel gut einen Platz bekommen. Dennoch muss ich die Abendstimmung mit Sonnenuntergang noch ein paarmal unterwegs fotografieren.







Wir bekommen auch wirklich direkt einen Platz im Restaurant und testen natürlich auf den Lofoten gebrautes Kulturgut: Issbjørn und Surfers Blonde. Das Issbjørn könnte mein Lieblingsbier hier in der Gegend werden, es schmeckt ein wenig nach Brot und ist schön herb.

Der Gatte hat sehr leckeren Stockfisch in Senfsoße, ich habe mich heute für Fish&Chips entschieden. Beides schmeckt.

Da es auf der Nachtischkarte Schokokuchen und Lemon-Tarte gibt, können wir nicht widerstehen, und es lohnt sich.

Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Wasser entlang und genießen die Abendstimmung. Wir sind uns einig, wir mögen Sonnenuntergänge und brauchen nicht zwingend Mittsommernächte. Der Gatte möchte es ohnehin lieber dunkel zum Schlafen und war schon in Island deshalb etwas unbegeistert im Juni vor einigen Jahren.











Am zweiten Scandic Hotel der Stadt steht ein nachgebautes traditionelles Gebäude oder was auch immer, ich finde, es ist ein schönes Motiv.

Rentiersichtung gab es heute nur in künstlerisch wertvoll und weiß. Von Elchen reden wir jetzt einfach mal nicht.

Blaue Stunde in Svolvær.



Zurück im Zimmer läuft gerade das Schwesternschiff der MS Nordkapp, die Nordnorge vorm Fenster vorbei. Wir haben Blick auf den Hafen und die hübschen Dieselschwaden am Nachthimmel.

Zum Nachtisch teste ich mal ein Alkoholfreies "Ship Full of IPA", es ist durchaus genießbar. Gute Nacht aus Svolvær.


Rentiercount: 13
Elchcount: 0