Die Fluggesellschaft Eurowings erwägt harte Einschnitte für die kommenden Monate – wegen der enorm gestiegenen Kosten für Kerosin. Möglicherweise schickt die Lufthansa-Tochter ihre Belegschaft im Winter sogar in Kurzarbeit. Entsprechende Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit laufen bereits auf Hochtouren
Ein Sprecher des Unternehmens in Köln bestätigte diese Pläne am Freitag (16. Oktober). Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.
Die Geschäftsführung informierte die Mitarbeiter schriftlich über die angespannte Lage. Erste Konsequenzen zeigen sich schon jetzt im aktuellen Flugplan, aus dem die Airline bereits Verbindungen gestrichen hat.
Insgesamt plant das Management, das vorgesehene Programm um fünf Prozent zu reduzieren.
Eurowings in NRW
- Euroings bietet an seinen beiden Standorten in NRW (Düsseldorf und Köln/Bonn) Dutzende Direktverbindungen an.
- Ab Düsseldorf sind nach Unternehmensangaben insgesamt 114 Ziele nonstop erreichbar.
- Ab Köln/Bonn waren es zuletzt 72.
- Eine Direktverbindung nach Dubai ab Köln/Bonn musste die Airline allerdings streichen.
Teuer-Treibstoff kippt neue Langstrecken
Besonders hart trifft der Kostendruck die gerade erst eingeführten Flüge nach Dubai. Ab Köln und Stuttgart fallen diese Verbindungen komplett weg, da sich der teure Treibstoff auf derart langen Strecken extrem negativ auswirkt.
Lediglich von Berlin aus steuern die Maschinen das arabische Drehkreuz weiterhin an. Bei den restlichen Streichungen im Netz sollen laut dem Schreiben der Chefetage eher einzelne Flugfrequenzen ausgedünnt werden, anstatt komplette Routen aufzugeben.
Wie viele Beschäftigte am Ende von der Kurzarbeit betroffen sein könnten, lässt Eurowings bislang offen. Fest steht jedoch, dass auch in der Verwaltung der Rotstift angesetzt wird.
Sogar die geplante Weihnachtsfeier für das Personal fällt den Sparmaßnahmen zum Opfer.
Gewerkschaften fordern Mitsprache und üben Kritik
Bei der genauen Ausgestaltung der Kurzarbeit pocht die Gewerkschaft Verdi auf ein deutliches Mitspracherecht. Sie verlangt, dass die Zahlungen der Arbeitsagentur im Ernstfall aufgestockt werden.
Verdi-Sekretär Marvin Reschinsky macht den Standpunkt der Arbeitnehmervertreter klar: „Die Lufthansa erwirtschaftet unter dem Strich auch aktuelle Gewinne.“