Der Begriff "genderneutrale Sprache" (oder "geschlechtergerechte Sprache") stellt bereits Framing dar, denn er unterstellt, dass die "bisherige" Ausdrucksweise nicht geschlechtsneutral oder gar ungerecht gegenüber Geschlechtern wäre. Das ist nicht nur sachlich inkorrekt, sondern beinhaltet schon eine klare und gezielte moralische Anmaßung gegenüber allen denjenigen, die solche Sprache nicht verwenden. Der oben genannte Begriff des moralischen Zeigefingers benennt genau dies. Und daher bin ich auch überzeugt davon, dass die bewusste Nutzung solcher politisch-moralisch aufgeladener Ausdrucksweisen, die auch als erzieherisch verstanden werden können und z.T. wohl auch so gemeint sind, gerade von Amtsträgern in Ausübung ihrer übertragenen Dienstpflicht und bezahlt aus Steuermitteln, bei einer Reihe von Wählern abwehrende und verbitterte Reaktionen verstärkt. Vielleicht git es dazu seriöse Untersuchungen; andernfalls macht es wenig Sinn, sich hier darüber zu streiten, wie relevant dieser Effekt ist.
Letztlich sind Gendersternchen und -pünktchen zu Instrument des Virtue Signalling, zum billigen Instrument, um zu signalisieren, dass man auf der moralisch-gesellschaftlich überlegenen/richtigen/fortschrittlichen Seite steht, geworden (Interessant übrigens dass Teile der deutschsprachigen Gesellschaften auch solche Mechanismen, wenn auch natürlich aus sprachlichen Gründen nicht eins zu eins, mit Verzögerung aus den USA übernommen haben). Damit sind diese Ausdrucksweisen mittlerweile keineswegs inklusiv, sondern im Gegenteil abgrenzend (des Autors, der demonstriert, auf der richtigen Seite zu stehen, von den "rückständigen" oder gar "reaktionären" Bevölkerungsteilen, die keine "geschlechtergerechte" Sprache benutzen).
Und weil es ein solches billiges Instrument ist, wird es eben auch im Marketing von Unternehmen eingesetzt; womit wir wieder den Bezug zur DKB hätten, wo genau dies als ein (billig umzusetzendes) Element ihrer Repositionierung vor ein paar Jahren eingeführt wurde.
Ich weiß nicht, ob es seriöse Untersuchungen dazu gibt, inwieweit dies tatsächlich das Unternehmensbild positiv beeinflusst oder ob nicht eher das Gegenteil der Fall ist. Es hängt vermutlich stark von der Zielgruppe ab. Falls jemand solche Untersuchungen kennt, würde mich ein Hinweis sehr interessieren. Danke.