Kontrastprogramm Namibia - ein anderes Extrem

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SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Prolog

Wer meine Reiseberichte in diesem Forum bisher verfolgt hat, dürfte inzwischen mitbekommen haben, dass uns vor allem die Polarregionen, Schnee und Eiswüsten faszinieren.

Nachdem wir im Sommer in der Arktis unterwegs waren, im Februar schon in finnisch Lappland ein langes Wochenende verbracht haben und weil es uns so gut gefallen hat bereits eine weitere Woche Lappland im November gebucht war, zog es uns als Kontrast aber doch mal wieder in etwas andere Gefilde.

Auf Strand und Asien hatten wir dieses Mal jedoch nicht so wirklich Lust. Namibia stand aber schon eine Weile auf unserer Liste.
Und was liegt nach so viel Schnee und Eis näher, als in eines der trockensten Länder der Welt und das trockenste Land südlich der Sahara zu reisen?

Als ich die Verfügbarkeiten für zwei Awardplätze prüfte, war nichts zu finden. Über die SEN-Warteliste gab es jedoch ohne Probleme je zwei Plätze für unsere Wunschdaten nach Windhoek und zurück. So ganz zufrieden waren wir aber irgendwie noch nicht. Ein Hin- und Rückflug ab/bis dem gleichen Flughafen ohne großen Firlefanz passt irgendwie nicht zu uns. Und da wir auch noch ein paar Meilen loswerden wollten und bei unserer Südafrikareise 2017 Johannesburg ausgelassen hatten, entschieden wir uns schlussendlich dazu über Johannesburg mit gut 24h Stopover nach Windhoek zu fliegen.

Den Flug nach Johannesburg buchten wir in Business fix, jedoch mit First auf Warteliste. Spoiler: daraus wurde schlussendlich nichts und es blieb bei Business. Was am Ende wohl auch besser war.

Der Plan der Reise umfasste einen Tag Johannesburg sowie rund zwei Wochen selbst geplante Rundreise durch Namibia mit dem Mietwagen. Das Programm war recht straff, für die meisten wohl zu eng getaktet plus viele Kilometer. Für uns hat es am Ende aber super gepasst und wir würden es genau so wieder machen.

Die Reise fand bereits im September und Oktober letzten Jahres statt. Die einzelnen Tage werde ich wieder nach und nach hier hochladen.

Nach unseren letzten Reiseberichten, insbesondere aus der Arktis und Antarktis, flatterten immer wieder Fragen und Rückmeldung per PM rein. Vielen Dank nochmal hierfür.
Insofern hoffe ich, dass einige von euch uns auch wieder auf dieser Reise begleiten. Und auch hier gilt natürlich, bei Fragen oder Verbesserungsvorschlägen, gerne einfach melden.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Tag 1 - Abreise

Es ist Freitagmittag, die Arbeitswochen endete heute zum Glück für uns beide im Homeoffice.
Das Notebook fahre ich final um 17:30 Uhr herunter. S. hat schon gegen 11:30 Uhr Feierabend machen können und den Haushalt noch etwas auf Vordermann gebracht. Die Koffer haben wir zum Großteil bereits gestern gepackt.

Leider hat mich seit Mittwoch eine Mandelentzündung erwischt und ich bin nicht zu einhundert Prozent fit. Gestern war ich beim Arzt, der hatte mir bereits ein Antibiotikum verschrieben, es mir aber offengelassen, ob ich es wirklich nehmen möchte. Um sicher zu gehen, wollte ich zunächst noch auf die Blutwerte warten, die mir der Arzt heute Morgen telefonisch mitgeteilt hat. Er empfiehlt die Einnahme, auch wenn die Werte nur leicht erhöht sind. Dennoch befolge ich den Rat, gerade im Hinblick auf den anstehenden Urlaub.

Wir machen uns fertig und packen noch die letzten Sachen zusammen, ehe ich um 18:45 Uhr ein Uber an den Flughafen bestelle, welches wenige Minuten später eintrifft und uns in 20 Minuten sicher an unser Ziel bringt.

Am First-Class-Checkin lachen wir mal wieder über die Baustelle, die hier nun seit ziemlich genau zwei Jahren besteht. Da muss wohl ein ganzes neues Terminal auf den paar Quadratmetern entstehen. 😅

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Die Koffer sind aber auch an den Business Class Schaltern schnell abgegeben und wir laufen schnurstracks nach oben zu den Z-Gates Richtung Non-Schengen-Bereich. Die Ausreise ist noch schnell erledigt, die Security dauert heute aber mal wieder im Vergleich zu unseren letzten Abflügen. Etwas wundere ich mich noch über das Gespräch dreier Passagiere vor uns. Der eine will nach Leipzig, die anderen nach Dresden. Ob die hier oben wirklich richtig stehen? :oops:

Knapp 30 Minuten später betreten wir die Senator Lounge und bedienen uns erstmal am Essen. Zur Wahl stehen heute: Orientalische Frikadellen, die üblichen Putenwiener und Kartoffelsalat, Hühnergeschnetzeltes sowie Kichererbsen-Eintopf. Alles ok, nichts Berauschendes.

Bei dem späten Abflug bevorzugen wir ein Abendessen zu unserer normalen Essenszeiten und nicht erst gegen Mitternacht im Flieger. Da ziehen wir ausreichenden Schlaf definitiv vor. Denn unser morgiges Programm beginnt quasi mit Landung in Johannesburg.

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Den Rest der Zeit verbringen wir etwas am Handy, lesen sowie kleineren Reiseplanungen für die kommenden Tage.
Um 21:20 Uhr beginnt offiziell das Boarding. Deshalb verlassen wir um Viertel nach Neun die Lounge. Das Gate ist Z52, also mehr oder weniger direkt ums Eck.

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Als wir am Gate angekommen dauert es dann noch knapp 10 Minuten, bis es tatsächlich losgeht.

An Bord werden wir freundlich begrüßt und nehmen auf 83 A und C Platz. Auf dem Weg dorthin bekomme ich noch mit, dass ein Passagier aus der First aufgrund eines defekten Sitzes downgegraded wurde.

Irgendwie bin ich dann doch ganz froh, dass unsere Upgrade Anfrage nicht durchging. Nach der letzten Erfahrung von S. im Januar, ist ihre Bereitschaft dafür mehr auszugeben bzw. Meilen einzulösen auch nicht mehr allzu hoch.

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Der Rest ist schnell erzählt. Mit etwas Verspätung rollen wir vom Gate weg, stehen dann aber im abends nicht unüblichen Stau vor der 18.
Als letzter Flieger an diesem Abend (zumindest können wir auf Flightradar keinen anderen abfliegenden Flieger mehr sehen) heben wir um 22:53 Uhr in Richtung Süden ab.

Wie geplant lassen wir das Abendessen beide ausfallen und versuchen relativ schnell einzuschlafen. Klappt aufgrund des Trubels in der Kabine leider nur so semi gut. Bis die anderen Gäste ihren Hauptgang serviert bekommen, ist es dann auch fast 0:30 Uhr. Irgendwann dösen wir dann aber doch weg.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Tag 2 – Johannesburg

Die Nacht war relativ unruhig. Zwar bin ich gefühlt wieder zu 99% fit, das ändert aber leider nichts daran, dass ich immer wieder wach werde.
Der Sitz der „alten“ LH-Business und ich werden wohl einfach keine Freunde mehr. Mit Schuhgröße 48 und 1,91m find ich selten eine Position, die für längere Zeit bequem ist. Luxusprobleme, ich weiß.

Dennoch schaffe ich es in Summe knapp 5 Stunden zu schlafen. Auch bei S. sieht es nicht besser aus. Sie wurde heute Nacht auch mehrfach wach, einmal aufgrund eines schlechten Traums.

Etwa zwei Stunden vor Landung ist die Nacht dann endgültig vorbei. Als ich die Schlafmaske anhebe und die noise cancelling Kopfhörer ausziehe, herrscht um mich herum schon das obligatorische Frühstücksgewusel.

Ich gehe kurz auf die Toilette, mache mich frisch und ziehe wieder meine normale Kleidung an. Auch S. wird kurz darauf wach.

Zum ersten Mal seit Jahren, abgesehen von Rührei in der First, entscheide ich mich für die Eierspeise zum Frühstück. Das Bauernfrühstück, bestehende aus Rührei mit Käse, Zwiebeln und Bratkartoffeln ist tatsächlich ganz ok. S. bleibt bei einem Croissant mit Marmelade.

Nach dem Frühstück schaut noch kurz die Purserin vorbei. Sie berichtet von einigen technischen Problemen gestern Abend, die ihre volle Aufmerksamkeit forderten. Ich lasse das mal so stehen, scheint es ja inzwischen eher Normalität zu sein.

Den Rest des Fluges lesen wir noch etwas, ehe wir nach 10:04 Stunden um 8:55 Uhr Ortszeit mit 20 Minuten Verspätung in Johannesburg aufsetzen.

Die Einreise an der designierten Schlange für First und Business geht recht schnell. Die Grenzbeamtin ist super drauf, macht kleine Witze und man fühlt sich tatsächlich willkommen. Da könnte man sich bei uns in Deutschland eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
Nach der Einreise biegt S. nochmal auf Toilette ab, während ich Richtung Gepäckband gehen. Genau in dem Moment, als ich ankomme, sehe ich schon den ersten unserer Koffer auf mich zukommen. Der zweite folgt kurz dahinter.

Also empfange ich S. mit beiden Koffer an der Toilette, tue es ihr gleich und schwups sind wir bereits auf dem Weg nach draußen. Ich schreibe noch kurz per WhatsApp unserem Guide für heute, dass wir gleich da sein werden.
Und direkt hinter dem Sicherheitsbereich können wir ihn auch finden. Er empfängt uns freundlich und los geht’s. Das Auto steht direkt vor dem Intercontinental Hotel gegenüber des Terminals. Koffer einladen und auf geht’s.

Noch bevor wir richtig losfahren, halten wir bereits kurz vor der Statue von OR Tambo. Oliver Reginald Tambo, der auch Namensgeber für den Flughafen ist, war ein südafrikanischer Anti-Apartheid-Aktivist und langjähriger Präsident des African National Congress (ANC).

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Anschließend geht es weiter. Unser erstes Ziel ist unser Hotel für heute Nacht, dass The Cliffside Boutique Getaway, wo wir unsere Koffer schonmal loswerden wollen. Unser Guide N. erzählt uns auf der gut 40-minütigen Fahrt schon einige interessante Dinge rund um Johannesburg.

Am Hotel angekommen, werden wir super freundlich empfangen. Die Koffer bringt man auf unser Zimmer, man wünscht uns zunächst einen tollen Tag und freut sich uns später als Gäste begrüßen zu dürfen.

Wir fahren auch direkt wieder los. Während wir so umherfahren, erzählt uns N. immer wieder interessante Dinge, untermalt mit den geschichtlichen Hintergründen.
Nach einem kurzen Stop an dem alten Wohnhaus von Mandela in Houghton, geht es weiter zum Munro Scenic Drive mit einem tollen Ausblick über Teile von Johannesburg.

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Weiter geht es zum Constitution Hill.

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Anschließend durch die wirklich nicht schönen Ecken von Hillbrow, an Marshalls Town vorbei in Richtung Soweto.

Der erste Fotostopp hier sind die berühmten Soweto Towers. Ursprünglich in den 50er als Kühltürme eines Kraftwerks gebaut, sind sie heute das Wahrzeichen des Stadtteils und bekannt für Abenteuersport oder kulturelle Aktivitäten.

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Aufgrund des straffen Zeitplans entscheiden wir uns gegen einen Besuch auf der Plattform.
Weiter geht's durch das Township. Vorbei an Wellblechhütten, den Soweto Big Five, wie uns N. erklärt und meint damit Ziegen, Schweine, Esel, Schafe und Hühner.

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Wir machen wenig Bilder während der Fahrt. Es hat schon etwas von Sensationstourismus und so entscheiden wir uns am Ende auch gegen einen Besuch bei einer Familie in einer Shanty Town, einer Gegend ohne Strom und fließend Wasser. Mal abgesehen davon, dass wir für einen Besuch auch noch kein Bargeld hätten, überwiegt bei uns das ungute Gefühl, dass Menschen uns ihr zu Hause und damit auch die widrigen Bedingungen zeigen.

Wir haben mittlerweile so viele Ort auf dieser Welt besucht, die in ärmeren Verhältnissen leben, als dass wir hier nochmal Wert darauflegen.
Auch wenn uns natürlich bewusst ist, dass man die Familien mit dem Geld auch in einer gewissen Art und Weise unterstützt. Ob das der richtige Weg ist den Menschen zu helfen, sei aber mal dahingestellt. Für uns gibt es hier andere, aus unserer Sicht sinnvollere Wege.

Nach kurzer Zeit erreichen wir dann die Vilakazi Street, die wohl berühmteste und bunteste Straße in Soweto. Hier steht das berühmte Mandela House.

Wir parken an der Straßenseite und laufen mit unserem Guide los. Aufgrund der Uhrzeit, es ist mittlerweile fast 13:30 Uhr, entscheiden wir uns für ein Mittagessen. Schon von außen sieht man, dass hier die Touristengruppen untergebracht werden. Dennoch nehmen zu Dritt Platz und bekommen von unserem Guide erklärt, dass es sich um ein Buffetrestaurant handelt.

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Wir bedienen uns an der Auswahl an kalten und warmen Speisen und sind am Ende positiv überrascht. Das ist geschmacklich besser als wir es erwartet haben. Dazu bestellen wir noch zwei Cola und nach einem kleinen Nachtisch für S. und einer zweiten Runde für mich, beenden wir nach knapp 40 Minuten unser Essen.

Unsere Einladung hat N. ausgeschlagen. Er bekäme hier einen guten Preis, wenn er die Touristen bringt.
Zum Mandela House selbst laufen wir dann keine 3 Minuten. Vorbei an diversen Handcraft Ständen, die aber nicht unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Im Mandela House zahlt N. unsere Eintrittsgebühr, während wir von einer Mitarbeiterin in Empfang genommen werden und eine kleine Führung erhalten.

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Eigentlich geht es hierbei weniger um Nelson Mandela selbst, als um seine zweite Frau Winnie, die hier während seiner Gefangenschaft wohnte. Dennoch mal interessant zu sehen und nach gut 20 Minuten endet dann auch schon wieder die Führung und damit auch unsere Halbtagestour mit N.

Gegen kurz nach halb 3 brechen wir auf und lassen uns wie vereinbart zum Apartheid Museum fahren, welches wir nach gut 20 Minuten Autofahrt erreichen. Wir bezahlen die Tour noch per Karte und bedanken uns für den schönen und interessanten Tag.

Wir empfehlen N. auf jeden Fall weiter. Er hat uns mit einem modernen und sauberen Auto und viel Wissen einen guten Eindruck von Johannesburg vermittelt. Wir drücken ihm die Daumen, dass der Tourismus weiter anzieht und er sich, wie er hofft, in ein paar Jahren vielleicht 2-3 feste Angestellte gönnen kann, anstatt auf Freelancer auszuweichen. Zumindest ist das sein größter Traum.

Für das Apartheid Museum haben wir zwei Stunden einkalkuliert, da es um 17 Uhr schließt. Wir bezahlen ca. 17 Euro Eintritt und erhalten neben einem kleinen Heftchen auch die berühmten Eintrittskarten "White" und "Non-White". Wir „losen“ untereinander und so betritt S. durch den Eingang für Weiße das Museum und ich für Nicht-Weiße.

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Die nächsten eineinhalb Stunden sind an sich interessant, wir finden allerdings keinen roten Faden. Vielleicht kommt auch noch hinzu, dass wir doch k.o. sind und die vielen Tafeln und Schriften auch aus diesem Grund irgendwann nur noch halbherzig lesen.

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Am Ende sind wir beide der Meinung, dass man viel mehr rausholen könnte, wenn man das ganze etwas interaktiver gestaltet und nicht so viele Schrifttafeln aufstellt, die leider auch noch in der Chronologie immer mal wieder irritierend sind.
Das Thema "Rassentrennung" beginnt mit den unterschiedlichen Eingängen echt klasse, wird am Ende aber nicht weiterverfolgt. Schade...
Vermutlich ist am Ende aber auch schwer einem so komplexen und schwierigen Thema wie der Apartheid gerecht zu werden.

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Um 16:50 Uhr verlassen wir das Museum und bestellen uns ein Uber Premium, welches uns in einem schicken Audi in gut 20 Minuten zum Hotel bringt, wo wir gegen 17:20 Uhr wieder super freundlich empfangen werden.

Das Abendessen haben wir schon von zu Hause aus vorbestellt und für 19 Uhr den Tisch reserviert. Und so machen wir uns frisch und es uns auf dem wunderschönen Zimmer noch etwas gemütlich. Wir müssen auch aufpassen nicht sofort einzuschlafen, aber wir halten durch. :giggle:

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Das Abendessen ist wirklich lecker und auch optisch ansprechend.
Die Getränke holen wir uns selbst an einem kleinen Kühlschrank. Es liegt ein kleiner Zettel aus, auf dem wir unsere Getränke vertrauensvoll eintragen und beim Checkout zahlen.

Für S. gibt es zur Vorspeise Chicken Stripes und für mich Corn Chowder.

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Zu Hauptspeise habe ich das Lamm gewählt und S. die vegetarischen Papardelle mit Kürbissoße.

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Zum Nachtisch gibt es für mich Black Forest, ein Schokotörtchen mit Mousse au Chocolat, Vanilleeis und Kirschsoße und für S. Kokos-Tapioka mit Eis und Beeren.

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Für umgerechnet noch nicht mal 50€ bekommen wir ein extrem gutes und umfangreiches Abendessen geboten, sodass wir danach auch fast zurück aufs Zimmer rollen können.

Zurück auf dem Zimmer kämpfen wir wieder gegen die Müdigkeit an. Letztendlich geben wir um 21:30 Uhr auf und schlafen ruckzuck ein.
 
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SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Tag 2 - Flug nach Windhoek

Der Wecker ist für 7:45 Uhr gestellt, wir sind aber beide bereits gut eine halbe Stunde vorher wach.
Das war nötig. Gute 9,5 Stunden haben wir fast geschlafen. Nach der letzten Nacht im Flieger und kurzen Nächten in den Wochen zuvor einfach mal nötig. 😅

Etwas bleiben wir noch im Bett liegen bevor wir uns gemütlich fertig machen. Wir haben heute keine Eile. Um kurz nach halb neun gehen wir nach unten zum Frühstück. Das haben wir bereits am Donnerstagabend von zuhause ausgewählt. Man hatte die Wahl aus Brot/Gebäck, Müsli, Obst, Käse/Aufschnitt und warmen Speisen.

Ich mag das Konzept. Zwar muss man sich vorab entscheiden, aber dafür wird alles frisch zubereitet und bei einer so geringen Zimmeranzahl wird somit hoffentlich möglichst wenig weggeschmissen.
Kaffee und Tee kann man sich selbst an einer kleinen Station holen. Nacheinander bekommen wir unsere zuvor gewählten Speisen an den Tisch gebracht. Alles sehr lecker und frisch.

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Und nun kommt der Satz, der wohl in jedem unserer Reiseberichte am ersten Tag kommt: Da wir zuhause nie etwas frühstücken sind wir recht schnell pappsatt. Wir hatten bereits vieles schon nur zum Teilen bestellt, dennoch ist es am Ende viel zu viel. Wir geben aber unsere bestes und schaffen es bis auf etwas Granola, auch alles aufzuessen.

Gegen halb zehn machen wir uns wieder aufs Zimmer. Bei der Planung der Reise hatten wir lange überlegt, wie wir den heutigen Tag organisieren. Unser Flug nach Windhoek geht erst um 15:20 Uhr. Daher war der erste Plan zunächst heute ins Apartheid Museum zu fahren und dann an den Flughafen. Aufgrund des Gepäcks wäre dies aber umständlich gewesen und deshalb hatten wir es dann doch noch gestern Nachmittag eingeplant. Am Ende hatten wir uns dann dazu entschieden, den heutigen Tag einfach offen zu lassen.

Die nächsten Tage werden aus viel Autofahren und ersten Ausflügen/Aktivitäten bestehen, daher ist es auch mal schön, einfach etwas herunterzufahren.
Im Raum stand dann noch nach Sandton City oder Rosebank zu fahren. Aber auch das lassen wir ausfallen und entscheiden uns einfach das schöne Anwesen hier zu genießen und etwas zu lesen sowie Reisebericht zu schreiben.

Also packen wir noch unsere letzten Sachen zusammen. Wir haben für den kurzen Aufenthalt in Johannesburg unseren Handgepäck-Rucksack gepackt, um uns das Hantieren mit den großen Koffern zu sparen.

Im Anschluss setzen wir uns etwas in „unseren“ Garten, ehe wir um 10:30 in die öffentlichen Bereiche des Hotels wechseln.

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Bei absolut angenehmen Temperaturen lümmeln wir uns in die Outdoorlounge, schreiben noch etwas Bericht, lesen und genießen das tolle und angenehme Wetter.

Gegen 12 Uhr bestelle ich uns dann ein Uber, welches wenige Minuten später eintrifft und uns in rund 50 Minuten an den Flughafen fährt.

Schnell die Koffer am komplett leeren Star Gold Checkin aufgegeben, durch die ziemlich leere Sicherheitskontrolle sowie die anschließende Ausreise. Und so sitzen wir knapp 20 Minuten nach Ankunft, eine Stunde vor Boarding in der sehr gut gefüllten South African Lounge.
Wir finden im hintersten Eck noch zwei Plätze, gönnen uns zwei Coke Zero und vertrödeln die restliche Zeit.

In der Lounge scheint der Alkoholverbrauch immens zu sein. Nahezu jeder Gast hat mindestens ein alkoholisches Getränk vor sich stehen und es wird regelmäßig Nachschub an der Bar geholt.
Als ich die beiden Coke Zero hole, bekomme ich mal wieder mit, wie unverschämt und respektlos manche gegenüber dem Personal sind. Anstand kann man sich eben leider nicht kaufen.

Die Lounge leert sich irgendwann aber zum Glück sehr schnell.

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Pünktlich zu Boarding-Beginn laufen wir zum Gate A5, welches sich fast direkt unter der Lounge befindet. Beim Hinausgehen mache ich noch schnell ein Foto unseres Flugzeuges.

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Am Gate angekommen dauert es noch einen kleinen Moment, bis das Boarding startet. Es wird nur zwischen Business (links) und Economy (rechts) unterschieden. Also stellen wir uns rechts an. Ich hatte vorab überlegt auf ein Upgrade zu bieten, hatte mich dann aber doch nur für die Sitze direkt hinter der Business mit mehr Beinfreiheit für knapp über 5€ pro Nase entschieden. Die Vorteile schienen mir bei der Flugzeit als zu gering, da Lounge und Priority Gepäck dank SEN sowie gegeben sind.

Als S. an der Reihe ist, gibt es jedoch einen Seating Issue. Och nee, denke ich. Jedoch ist es ein angenehmes Issue. Die Dame informiert S. über ein Upgrade in die Business, na top.
Und auch bei mir gibt es dann ein Seating Issue, welches ebenfalls mit einem Upgrade zusammenhängt.

Wir freuen uns sehr, ist es doch tatsächlich unser erstes Upgrade jemals. Unsere neuen Plätze sind Reihe 5 A und C. South African Airways hat in den A320 Sessel verbaut, die tatsächlich sehr bequem sind. Für dieses Flugdauer absolut ausreichend.

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Unsere eigentlichen Plätze sind am Ende belegt, der Mittelplatz bleibt jedoch frei. Auch so sind noch vereinzelt leere Plätze zu erkenne. Weshalb es das Upgrade gab, können wir somit nicht sagen. Aber einem geschenkten Gaul…

Pünktlich um 15:20 Uhr erfolgt dann der Push-Back. Jedoch stehen wir noch einige Zeit, bis wir schließlich zur Startbahn rollen und mit 15 Minuten Verspätung in den Himmel über Johannesburg abheben.

Es war ein kurzer Besuch, aber wir werden irgendwann wieder kommen, ganz sicher.

Der Flug selbst ist recht ruhig, es gibt drei warme Mahlzeiten zur Auswahl. Hühnchen, Fisch oder Lamm. S. entscheidet sich für Hühnchen, für mich gibt es das Lamm. Auch in der Economy wird eine warme Mahlzeit serviert. Was können wir jedoch nicht erkennen.
Beide Gerichte sind tatsächlich recht lecker. Zum Trinken entscheiden wir uns beide für Wasser, dazu gibt es für mich noch ein Schweppes Zitrone.

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Wir lesen noch etwas und landen um 17:32 Uhr mit 17 Minuten Verspätung in Windhoek. Das war ein sehr angenehmer Flug!

Nach dem Aussteigen laufen wir in Richtung Terminal. Der Flughafen verfügt über keine Gangways. Da gerade das Boarding für einen Airlink Flug stattfindet, werden wir ankommenden sowie die anderen abfliegenden Passagier durch das Flughafenpersonal in Gruppen geleitet, damit sich die Passagierströme nicht mischen.

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Beim Betreten der Ankunftshalle, biegen wir als erste nach rechts in die Reihe für Passagiere mit eVisa ab. Alle anderen Passagiere vor uns gehen zielstrebig nach links in die Schlange für Residents und Visa on Arrival.

Und so stehen wir als erste vor einem Mitarbeiter des Flughafens, der uns bittet, einen Ausdruck des eVisa zu zeigen. In kluger Voraussicht hatte ich diese tatsächlich ausgedruckt. Wir werden noch nach der Unterkunft für heute Nacht sowie die Aufenthaltsdauer gefragt und die Pässe an eine Grenzbeamtin überreicht. Wenige Momente später und in Summe um jeweils vier Stempel im Reisepass reicher, ist die Einreise erledigt.

Da das Gepäckband noch nicht läuft, gehen wir direkt zum Schalter von MTC, um uns eine eSIM mit 10GB Daten sowie 60 inklusiv Minuten zu kaufen. Denn das bisher gerne von mir genutzte FlexiRoam hat Namibia nicht im Global Dataplan inkludiert.

Ich übergebe hierzu nur meinen Reisepass und mein iPhone, den Rest erledigt der MTC-Mitarbeiter mit flinken Fingern innerhalb weniger Minuten. Ich zahle 491 NAD (ca. 24€) und fertig sind wir. S. hat zwischenzeitlich unsere Koffer vom Band gefischt.

Beim Verlassen des Sicherheitsbereichs sehen wir links direkt den Schalter von Europcar, an dem ebenfalls niemand ansteht. Dank vorherigem online Checkin, sind wir auch hier in wenigen Minuten fertig, erhalten einen Zettel, mit dem wir uns bei den Kollegen gegenüber dem Terminal melden sollen. Gemacht, getan.

Zunächst müssen wir das verpflichtende Video zum Fahren in Namibia schauen. Das Ganze dauert schätzungsweise 5 Minuten. In der Zwischenzeit wurde unser Wagen bereits vorgefahren.

Und was nun folgt, ist die freundlichste und beste Fahrzeugübergabe, die wir je hatten.

Der Mitarbeiter begrüßt uns mit „So guys, this is your Kalahari Ferrari“. Anschließend zeigt er uns, wo wir alle Utensilien für einen Reifenwechsel finden, die Lastpunkte um den Wagenheber anzusetzen etc. pp.
Danach erhalten wir noch eine gründliche Einweisung in das Auto. Er bittet mich sogar, noch die Verbindungen mit dem Smartphone herzustellen, um sicher zu gehen, dass es keine Probleme gibt. Der Wagen hat erst 13.000 km auf dem Tacho, was wir aber auch so gebucht hatten (Max. 25.000 Kilometer und jünger als 1 Jahr).

Wir drehen eine gemeinsame Runde um das Auto, es wir jede Macke, von denen es jedoch nur wenige, winzige gibt, markiert.
Als wir dann feststellen, dass die digitale Tankanzeige einen Strich unter voll anzeigt, meint er direkt, dass dies nicht sein sollte. Er werde den Wagen gleich noch mit uns volltanken.

Und so steigen wir zu dritt ein, fahren zur gegenüberliegenden Tankstelle und dort lässt er nochmal Diesel in das Auto laufen. Jedoch ist nach etwa über einem Liter Schluss. Das Auto ist randvoll. Die Anzeige bleibt jedoch bei einem Strich unter voll. Er lässt einen Tankwart sogar das Auto schütteln, in der Hoffnung, dass dies etwas bewirkt. 😅

In Summe hat er es dann noch geschafft, knapp drei Liter nachzufüllen.
Anschließend verabschiedet er sich, wünscht uns viel Spaß und eine schöne und sichere Reise. Die paar Meter zurück zur Mietwagenstation möchte er laufen.

Die Tankanzeige werde ich somit etwas beobachten, mache mir aber erstmal keine Gedanken. Wir wollen sowieso in den größeren Orten immer volltanken, daher sollte das kein Problem werden.

Und so geht es los, wir fahren direkt in Richtung unserer heutigen Unterkunft. Und während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet und das Licht immer weiter abnimmt, steigt die angezeigte Reichweite des Autos mit jedem Kilometer. Vielleicht bekommt sie sich ab einem gewissen Füllstand dann ein.

Knapp 30 Minuten später stehen wir vor dem Tor des "The Windhoek Luxury Suites". Da die Rezeption bereits um 19 Uhr geschlossen hat, empfängt uns eine Wächter an der Pforte. Wir hatten das Hotel bereits vorab informiert, dass eine Ankunft bis 19 Uhr knapp werden kann. Darauf erhielten wir die Info, dass in diesem Fall jemand vom Security Team behilflich sein wird. Er hilft uns auch die Koffer auf einen Rollwagen zu packen und bringt uns die wenigen Meter vom Parkplatz zu unserem Zimmer, erklärt uns das Wichtigste und zeigt uns direkt noch den Weg zum "The Stellenbosch Tasting Room", wo nicht nur das inkludierte Frühstück serviert wird, sondern wir auch für 19:30 Uhr einen Tisch zum Abendessen reserviert haben.

Und so sitzen wir um kurz nach halb acht an einem gemütlichen Tisch im schönen Innenhof.

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Aufgrund des Essens im Flieger bleibt es heute bei einem Hauptgang, Filet für S. und Sirloin für mich, sowie einem Nachtisch zum Teilen.
Dazu für S. ein Glas Chardonnay. Aufgrund des Antibiotika, bleibe ich bei einer Cola und Wasser.

Die beiden Steaks sind sehr lecker, von der Menge für uns genau richtig. Der “tradional bread and butter pudding“ erinnert S. sofort an Kirschenmichel. :giggle:

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Wir zahlen 1250 NAD (ca. 60€) mit Trinkgeld und laufen die wenigen Meter zurück zum Hotel.

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Dort packen wir noch unseren Rucksack etwas um, da wir ab jetzt auch die Koffer, oder besser deren Inhalt benötigen. Anschließend schreiben wir noch etwas an dem Reisebericht, ehe gegen kurz vor 23 Uhr die Augen zufallen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
7.001
5.049
Er hat uns mit einem modernen und sauberen Auto und viel Wissen einen guten Eindruck von Johannesburg vermittelt. Wir drücken ihm die Daumen, dass der Tourismus weiter anzieht
Schöner Bericht und gute Erinnerungen aus der Zeit, als wir noch in die Stadt fuhren. Lieben Dank aus Cape Town. Wir wünschen das alles Johannesburg und Pretoria auch. Solange es aber die Provinzregierung nicht hinbekommt, die (Banden-) Kriminalität in Griff zu bekommen, wird das ein Traum bleiben. Wenn ich die Bemühungen sehe, die die DA im Western Cape und die unser Bürgermeister in Cape Town unternimmt, ist alles das, was der ANC in Gauteng veranstaltet, Kasperletheater und das gleiche Problem wie in den letzten Jahrzehnten und so wird das leider nie was. Wir haben inzwischen eine domestic migration. Die Leute (und vor allem halt die besser verdienenden) wandern aus Gauteng ab ins Western Cape.
 
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Reaktionen: SDanie

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
365
3.105
Tag 3 - Fahrt zum Fish River Canyon

Der Wecker klingelt um 6:15 Uhr.
Wir haben beide etwas unruhig geschlafen, nicht schlecht, aber wir waren immer mal wieder wach. Heute Nacht hatten wir die Klimaanlage laufen, allerdings nur auf geringster Stufe und bei 22°. Das war gut so.

Wir gehen duschen und um kurz nach sieben laufen wir erneut auf die andere Straßenseite in das zugehörige Restaurant, wo das Frühstück serviert wird. Dieses befindet sich im selben Innenhof wie das Restaurant, in dem wir gestern Abend gegessen haben. Um diese Uhrzeit sind nur zwei Tische besetzt und wir haben freie Platzwahl. Beim gestrigen Check-In haben wir noch zwei Voucher bekommen, die wir einer Kellnerin übergeben.

Bestellt wird á la Carte, selbst Saft und Wasser werden bestellt und es gibt keine Buffetecke, was uns sehr gelegen kommt.
Nach dem obligatorischen Cappuccino für S. und schwarzen Kaffee für mich, bestellen wir auch noch insgesamt 3 Speisen von der Karte.
Für mich das deftige Frühstück mit Speck, Eier, Würstchen, Pilzen und Tomaten und für S. wie immer süß. Zwei Cinnamon-Pancakes und eine Fruit Bowl mit Joghurt, Früchten und Granola.

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Nach gut einer halben Stunde sind wir schon wieder durch und gehen zurück aufs Zimmer.
Da wir bereits vorm Frühstück fertig gepackt haben, geht jetzt alles ganz schnell. Toilette, Auschecken, Koffer verladen und Abfahrt.

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Wir fahren aber erstmal nicht sehr weit.
Vorab haben wir uns einen Supermarkt ausgesucht, um ein bisschen Wasser und Proviant für die nächsten Tage einzukaufen. Auch benötigen wir nochmal einen ATM für etwas Bargeld.

Nach ca. 10 Minuten erreichen wir den SUPERSPAR Maerua.
Wir ziehen ein Parkticket und fahren im Prinzip bis vor die Tür. Ein normaler Parkplatz reicht für unser Auto kaum, will man vorne nicht zu weit über stehen, passt es hinten nicht mehr und andersherum. Egal, bisher ist auf dem Parkplatz wenig los und wir werden auch nicht all zu lange brauchen. Zudem scheint das hier bei sehr vielen Fahrzeugen ein Problem zu sein. ;)

Kurz hinter dem Eingang entdecken wir direkt den ATM und heben 4.000 NAD, also ca. 200€ ab.

Im Supermarkt angekommen fühlen wir uns direkt ein wenig heimisch.
Hinter dem Obst- und Gemüsebereich, wo wir uns ein paar Bananen und Äpfel nehmen, gibt es eine Bäckerei. Das Gebotene sieht nicht nur sehr lecker aus, wir verstehen sogar jedes Wort. Denn so gibt es diverse Brötchensorten, Laugenbrezel, -stange und -zopf oder sogar Knusperstangen.

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Perfekt - Laugenbrezel und Laugenzopf scheinen genau das richtige zu sein für einen Snack zwischendurch.
Etwas weiter gibt es einen ganzen Gang nur mit "German Products".

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Hier erkennt man auch, dass SUPERSPAR zum Edeka-Konzern gehört, denn die Auswahl an Gut und Günstig Produkten ist recht groß.

Aber dieses Regal ist noch nicht alles. Während ich mich bei der Bierauswahl umschaue, höre ich S. schon amüsiert quieken… Ein Regal nur mit dm bzw. Balea Produkten. Jetzt schwebt sie im 7. Himmel. Und rein aus Prinzip und weil die Luft ja soooo trocken ist, hier, gibt es noch eine Handcreme für +1. 😅 Happy wife, happy life.

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Am Ende landet der für uns übliche Mietwagen-Proviant ebenfalls noch im Einkaufswagen: Chips, eine Packung Oreo, 4 Müsliriegel, 2 Sprite Zero Dosen, 2x 1,5l Flasche Wasser und 24 kleine Fläschchen.
Wir verstauen den Einkauf im Auto und entscheiden uns nochmal dazu, im Shopping Center die Toilette aufzusuchen. Keine Ahnung, wann wir das nächste Mal einer begegnen werden.

Auf dem Rückweg stempeln wir noch unser Parkticket, wobei wir unter 60 Minuten geblieben sind und damit nichts zahlen müssen.

Wir können absolut nicht einschätzen wie lange wir bis zu unserem heutigen Ziel, der Fish River Lodge, brauchen.
In unserer Recherche vorab haben wir mehrfach gelesen, dass man sich in Namibia nicht auf Google Maps verlassen kann. Und so haben wir mit MapsMe noch eine weitere Karte, die aber heute nicht unterschiedlicher sein könnten.

MapsMe zeigt an 612 km und ca. 11h. Google Maps zeigt an 665km und ca. 7:05h.

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Da wir klassische Google Maps Kinder sind, bisher nur gute Erfahrungen gemacht haben, auch in den hintersten Ecken dieser Welt, und das auch von CarPlay unterstützt wird, starten wir das Navi um 09:40 Uhr.

Die Straße wird die ersten rund 550km geteert sein und nur die letzten 105km über eine Schotterpiste führen.

Unseren ersten Stop machen wir in Mariental nach gut 2,5h. S. hat wieder einen SUPERSPAR rausgesucht und es gibt tatsächlich eine Kundentoilette. Uns gelüstet es nach einem kleinen Snack und so nehme ich mir noch einen kalten Eiskaffee in der Dose mit und S. ein Magnum-Eis. In Summe dauert unsere Pause gute 15 Minuten.

Weiter geht die doch recht eintönige Fahrt. Einspurig, wenig Sehenswertes drumherum und eine kerzengerade Straße, die man in manchen Abschnitten bis zum Horizont verfolgen kann. Wann immer mal ein langsameres Auto vor uns auftaucht, überholen wir ganz entspannt und setzen unsere Fahrt mit meist 120 km/h fort.

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Nach weiteren 2h und Podcast hören, machen wir einen weiteren Stop in der letzten großen Stadt auf unserer Route: Keetmanshoop.

Hier wollen wir das Auto nochmal volltanken. Und auch hier hat sich S. wieder einen SUPERSPAR rausgesucht in der Hoffnung hier eine Toilette zu finden. Das ist auch der Fall, wäre jedoch nicht nötig gewesen, dann auch die Total Tankstelle 300 Meter weiter, hätte Toiletten gehabt. Dort lassen wir das Auto für ca. 50€ volltanken.

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Es ist 14:45 Uhr und ab jetzt gibt Google Maps, das bisher zuverlässig lief, noch 173km und 2,5h an. Das erscheint uns deutlich realistischer als die von MapsMe angegebenen fünfeinhalb Stunden.
Auch die Lodge schreibt auf ihrer Webseite, dass für die Schotterpiste bis zu 2 Stunden eingeplant werden sollen, je nach Straßenverhältnissen. Und für 72km von Keetmanshoop bis zum Abbiegen auf die Schotterstraße benötigen wir definitiv keine 3,5h. Aber am Ende werden wir sehen, was richtig ist.

Ca. 45 Minuten später biegen wir auf die D463 ab, Google sagt noch 104km und 1:54h. Das deckt sich zumindest mit den Angaben der Lodge.

Die Schotterstraße ist breit angelegt und lässt sich erstaunlich gut fahren. Auf der gesamten Strecke kommt uns nicht ein Auto entgegen. 20 Kilometer vor dem Ziel biegen wir ein letztes Mal links ab und jetzt kommt das, was man wirklich Schotterstraße nennen kann.
Recht uneben, mit immer wieder größeren Steinen und steilen Stücken, schlängelt sich die Straße nach oben. Ich habe mittlerweile den Allrad eingelegt und bekomme deutlich mehr Stabilität. Die Lodge gibt an, dass das Stück grundsätzlich auch mit einer Limousine befahren werden kann, das glaube ich sogar, trotzdem bin ich über die Bodenfreiheit und das robuste Auto froh.

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Auf dem Weg nach oben begegnen wir erstmalig einem anderen Fahrzeug. Ein Traktor, der mit Reifen die Piste glattzieht. Kurz danach überkreuzen wir auch den zur Lodge gehörenden Airstrip.

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Ein paar Minuten später kommen wir am Parkplatz der Lodge an.

Es ist 17:22 Uhr - 659km - ø92 km/h - 8,3l/100km und 7:06h haben wir gebraucht und damit 1 Minute mehr als Google Maps vorausgesagt hat. Soll uns nochmal einer sagen, Maps funktioniert in Namibia nicht richtig. :LOL:

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Wir checken ein, wählen bereits Vorspeise und Hauptgang für das Abendessen später aus und werden im Anschluss zu unserem Chalet (Nummer 20) gebracht. Unsere Koffer werden von zwei Männern die ca. 300m auf der Schulter getragen. Bei dem unebenen und steinigen Weg wären vermutlich die besten Rollen schnell hinüber.

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Auf dem Zimmer selbst machen wir nicht viel. Wir räumen das Nötigste aus und ansonsten genießen wir einfach den erstaunlichen Anblick von der kleinen Veranda aus.

Video: Zimmer in der Fish River Lodge

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Das Zimmer ist geräumig gestaltet und bietet ausreichend Platz. Vom Stil her erinnert sie uns an eine Unterkunft auf Mauritius. Was wir hier nicht machen werden, ist barfuß oder mit Strümpfen durch das Zimmer laufen, aber das bedeutet nicht, dass es schmutzig ist. Den Staub des Canyons wird man vermutlich nie richtig loswerden.

Es gibt keine Klimaanlage, keinen TV und generell nur zwei Steckdosen. Alles wird per Solar betrieben und so soll man Energie und Wasser möglichst sparsam nutzen. Auch WLAN gibt es im Zimmer nicht. Einzig im Haupthaus hat man Internetverbindung. Perfekt um mal herunterzufahren.

Gegen 18:15 Uhr machen wir uns auf den Weg vor zum Haupthaus. Wir nutzen ein paar Minuten, um die Handys zu checken, aber natürlich auch um Bilder der Abenddämmerung zu machen.

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Um 18:45 Uhr setzen wir uns, wir haben beide mittlerweile ordentlich Hunger bekommen.

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Wir bestellen uns einen Ginger Ale und einen Passfruit Cordial und erhalten kurze Zeit später den griechischen Salat zur Vorspeise.
Zum Hauptgang haben wir uns beide für das Rinderfilet mit Bohnen, Kürbis und Kartoffel Wedges entschieden. Das Fleisch kommt wie gewünscht medium und schmeckt sehr gut.

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Auf den Nachtisch freuen wir beide uns besonders, denn den haben wir von unserer Südafrika-Reise vor 8 Jahren noch sehr gut in Erinnerung. Es gibt Malva Pudding. Dieser hier kann zwar nicht ganz an die Erinnerung anknüpfen, schmeckt aber trotzdem echt gut.

Und so beenden wir gehen 20:30 Uhr das erste von zwei Abendessen in der Fish River Lodge. Auf dem Weg zurück zum Chalet fällt uns schon der beeindruckende Sternenhimmel auf. Und wir haben Glück, unser Häuschen ist das letzte in der Reihe und wir können mit bloßem Auge die Milchstraße sehen.

Wow, das hat schon etwas magisches. Zuletzt haben wir in der Atacama Wüste solch einen schönen Himmel gesehen.
Wir versuchen den Himmel mit der Kamera einzufangen, was aufgrund des Windes gar nicht so einfach ist und ohne Stativ am Ende erfolglos bleibt.
S. macht mit ihrem iPhone 16 Pro ein paar Bilder und Wahnsinn, was diese Kamera mittlerweile draufhat.

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In Summe sind wir am Ende noch fast eine Dreiviertelstunde Stunde draußen und können uns vom Anblick kaum losreißen.
Allerdings merken wir langsam den kalten Wind in den Knochen und entscheiden uns deshalb reinzugehen.

Der Wind pfeift ordentlich durch alle Ritzen des Häuschens. Sogar Oropax werden von der Unterkunft zur Verfügung gestellt. Noch erscheint uns das Pfeifen des Windes als eine sehr romantische Vorstellung.

Noch….

Gute Nacht!