Kontrastprogramm Namibia - ein anderes Extrem

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SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Prolog

Wer meine Reiseberichte in diesem Forum bisher verfolgt hat, dürfte inzwischen mitbekommen haben, dass uns vor allem die Polarregionen, Schnee und Eiswüsten faszinieren.

Nachdem wir im Sommer in der Arktis unterwegs waren, im Februar schon in finnisch Lappland ein langes Wochenende verbracht haben und weil es uns so gut gefallen hat bereits eine weitere Woche Lappland im November gebucht war, zog es uns als Kontrast aber doch mal wieder in etwas andere Gefilde.

Auf Strand und Asien hatten wir dieses Mal jedoch nicht so wirklich Lust. Namibia stand aber schon eine Weile auf unserer Liste.
Und was liegt nach so viel Schnee und Eis näher, als in eines der trockensten Länder der Welt und das trockenste Land südlich der Sahara zu reisen?

Als ich die Verfügbarkeiten für zwei Awardplätze prüfte, war nichts zu finden. Über die SEN-Warteliste gab es jedoch ohne Probleme je zwei Plätze für unsere Wunschdaten nach Windhoek und zurück. So ganz zufrieden waren wir aber irgendwie noch nicht. Ein Hin- und Rückflug ab/bis dem gleichen Flughafen ohne großen Firlefanz passt irgendwie nicht zu uns. Und da wir auch noch ein paar Meilen loswerden wollten und bei unserer Südafrikareise 2017 Johannesburg ausgelassen hatten, entschieden wir uns schlussendlich dazu über Johannesburg mit gut 24h Stopover nach Windhoek zu fliegen.

Den Flug nach Johannesburg buchten wir in Business fix, jedoch mit First auf Warteliste. Spoiler: daraus wurde schlussendlich nichts und es blieb bei Business. Was am Ende wohl auch besser war.

Der Plan der Reise umfasste einen Tag Johannesburg sowie rund zwei Wochen selbst geplante Rundreise durch Namibia mit dem Mietwagen. Das Programm war recht straff, für die meisten wohl zu eng getaktet plus viele Kilometer. Für uns hat es am Ende aber super gepasst und wir würden es genau so wieder machen.

Die Reise fand bereits im September und Oktober letzten Jahres statt. Die einzelnen Tage werde ich wieder nach und nach hier hochladen.

Nach unseren letzten Reiseberichten, insbesondere aus der Arktis und Antarktis, flatterten immer wieder Fragen und Rückmeldung per PM rein. Vielen Dank nochmal hierfür.
Insofern hoffe ich, dass einige von euch uns auch wieder auf dieser Reise begleiten. Und auch hier gilt natürlich, bei Fragen oder Verbesserungsvorschlägen, gerne einfach melden.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Tag 1 - Abreise

Es ist Freitagmittag, die Arbeitswochen endete heute zum Glück für uns beide im Homeoffice.
Das Notebook fahre ich final um 17:30 Uhr herunter. S. hat schon gegen 11:30 Uhr Feierabend machen können und den Haushalt noch etwas auf Vordermann gebracht. Die Koffer haben wir zum Großteil bereits gestern gepackt.

Leider hat mich seit Mittwoch eine Mandelentzündung erwischt und ich bin nicht zu einhundert Prozent fit. Gestern war ich beim Arzt, der hatte mir bereits ein Antibiotikum verschrieben, es mir aber offengelassen, ob ich es wirklich nehmen möchte. Um sicher zu gehen, wollte ich zunächst noch auf die Blutwerte warten, die mir der Arzt heute Morgen telefonisch mitgeteilt hat. Er empfiehlt die Einnahme, auch wenn die Werte nur leicht erhöht sind. Dennoch befolge ich den Rat, gerade im Hinblick auf den anstehenden Urlaub.

Wir machen uns fertig und packen noch die letzten Sachen zusammen, ehe ich um 18:45 Uhr ein Uber an den Flughafen bestelle, welches wenige Minuten später eintrifft und uns in 20 Minuten sicher an unser Ziel bringt.

Am First-Class-Checkin lachen wir mal wieder über die Baustelle, die hier nun seit ziemlich genau zwei Jahren besteht. Da muss wohl ein ganzes neues Terminal auf den paar Quadratmetern entstehen. 😅

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Die Koffer sind aber auch an den Business Class Schaltern schnell abgegeben und wir laufen schnurstracks nach oben zu den Z-Gates Richtung Non-Schengen-Bereich. Die Ausreise ist noch schnell erledigt, die Security dauert heute aber mal wieder im Vergleich zu unseren letzten Abflügen. Etwas wundere ich mich noch über das Gespräch dreier Passagiere vor uns. Der eine will nach Leipzig, die anderen nach Dresden. Ob die hier oben wirklich richtig stehen? :oops:

Knapp 30 Minuten später betreten wir die Senator Lounge und bedienen uns erstmal am Essen. Zur Wahl stehen heute: Orientalische Frikadellen, die üblichen Putenwiener und Kartoffelsalat, Hühnergeschnetzeltes sowie Kichererbsen-Eintopf. Alles ok, nichts Berauschendes.

Bei dem späten Abflug bevorzugen wir ein Abendessen zu unserer normalen Essenszeiten und nicht erst gegen Mitternacht im Flieger. Da ziehen wir ausreichenden Schlaf definitiv vor. Denn unser morgiges Programm beginnt quasi mit Landung in Johannesburg.

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Den Rest der Zeit verbringen wir etwas am Handy, lesen sowie kleineren Reiseplanungen für die kommenden Tage.
Um 21:20 Uhr beginnt offiziell das Boarding. Deshalb verlassen wir um Viertel nach Neun die Lounge. Das Gate ist Z52, also mehr oder weniger direkt ums Eck.

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Als wir am Gate angekommen dauert es dann noch knapp 10 Minuten, bis es tatsächlich losgeht.

An Bord werden wir freundlich begrüßt und nehmen auf 83 A und C Platz. Auf dem Weg dorthin bekomme ich noch mit, dass ein Passagier aus der First aufgrund eines defekten Sitzes downgegraded wurde.

Irgendwie bin ich dann doch ganz froh, dass unsere Upgrade Anfrage nicht durchging. Nach der letzten Erfahrung von S. im Januar, ist ihre Bereitschaft dafür mehr auszugeben bzw. Meilen einzulösen auch nicht mehr allzu hoch.

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Der Rest ist schnell erzählt. Mit etwas Verspätung rollen wir vom Gate weg, stehen dann aber im abends nicht unüblichen Stau vor der 18.
Als letzter Flieger an diesem Abend (zumindest können wir auf Flightradar keinen anderen abfliegenden Flieger mehr sehen) heben wir um 22:53 Uhr in Richtung Süden ab.

Wie geplant lassen wir das Abendessen beide ausfallen und versuchen relativ schnell einzuschlafen. Klappt aufgrund des Trubels in der Kabine leider nur so semi gut. Bis die anderen Gäste ihren Hauptgang serviert bekommen, ist es dann auch fast 0:30 Uhr. Irgendwann dösen wir dann aber doch weg.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Tag 2 – Johannesburg

Die Nacht war relativ unruhig. Zwar bin ich gefühlt wieder zu 99% fit, das ändert aber leider nichts daran, dass ich immer wieder wach werde.
Der Sitz der „alten“ LH-Business und ich werden wohl einfach keine Freunde mehr. Mit Schuhgröße 48 und 1,91m find ich selten eine Position, die für längere Zeit bequem ist. Luxusprobleme, ich weiß.

Dennoch schaffe ich es in Summe knapp 5 Stunden zu schlafen. Auch bei S. sieht es nicht besser aus. Sie wurde heute Nacht auch mehrfach wach, einmal aufgrund eines schlechten Traums.

Etwa zwei Stunden vor Landung ist die Nacht dann endgültig vorbei. Als ich die Schlafmaske anhebe und die noise cancelling Kopfhörer ausziehe, herrscht um mich herum schon das obligatorische Frühstücksgewusel.

Ich gehe kurz auf die Toilette, mache mich frisch und ziehe wieder meine normale Kleidung an. Auch S. wird kurz darauf wach.

Zum ersten Mal seit Jahren, abgesehen von Rührei in der First, entscheide ich mich für die Eierspeise zum Frühstück. Das Bauernfrühstück, bestehende aus Rührei mit Käse, Zwiebeln und Bratkartoffeln ist tatsächlich ganz ok. S. bleibt bei einem Croissant mit Marmelade.

Nach dem Frühstück schaut noch kurz die Purserin vorbei. Sie berichtet von einigen technischen Problemen gestern Abend, die ihre volle Aufmerksamkeit forderten. Ich lasse das mal so stehen, scheint es ja inzwischen eher Normalität zu sein.

Den Rest des Fluges lesen wir noch etwas, ehe wir nach 10:04 Stunden um 8:55 Uhr Ortszeit mit 20 Minuten Verspätung in Johannesburg aufsetzen.

Die Einreise an der designierten Schlange für First und Business geht recht schnell. Die Grenzbeamtin ist super drauf, macht kleine Witze und man fühlt sich tatsächlich willkommen. Da könnte man sich bei uns in Deutschland eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
Nach der Einreise biegt S. nochmal auf Toilette ab, während ich Richtung Gepäckband gehen. Genau in dem Moment, als ich ankomme, sehe ich schon den ersten unserer Koffer auf mich zukommen. Der zweite folgt kurz dahinter.

Also empfange ich S. mit beiden Koffer an der Toilette, tue es ihr gleich und schwups sind wir bereits auf dem Weg nach draußen. Ich schreibe noch kurz per WhatsApp unserem Guide für heute, dass wir gleich da sein werden.
Und direkt hinter dem Sicherheitsbereich können wir ihn auch finden. Er empfängt uns freundlich und los geht’s. Das Auto steht direkt vor dem Intercontinental Hotel gegenüber des Terminals. Koffer einladen und auf geht’s.

Noch bevor wir richtig losfahren, halten wir bereits kurz vor der Statue von OR Tambo. Oliver Reginald Tambo, der auch Namensgeber für den Flughafen ist, war ein südafrikanischer Anti-Apartheid-Aktivist und langjähriger Präsident des African National Congress (ANC).

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Anschließend geht es weiter. Unser erstes Ziel ist unser Hotel für heute Nacht, dass The Cliffside Boutique Getaway, wo wir unsere Koffer schonmal loswerden wollen. Unser Guide N. erzählt uns auf der gut 40-minütigen Fahrt schon einige interessante Dinge rund um Johannesburg.

Am Hotel angekommen, werden wir super freundlich empfangen. Die Koffer bringt man auf unser Zimmer, man wünscht uns zunächst einen tollen Tag und freut sich uns später als Gäste begrüßen zu dürfen.

Wir fahren auch direkt wieder los. Während wir so umherfahren, erzählt uns N. immer wieder interessante Dinge, untermalt mit den geschichtlichen Hintergründen.
Nach einem kurzen Stop an dem alten Wohnhaus von Mandela in Houghton, geht es weiter zum Munro Scenic Drive mit einem tollen Ausblick über Teile von Johannesburg.

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Weiter geht es zum Constitution Hill.

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Anschließend durch die wirklich nicht schönen Ecken von Hillbrow, an Marshalls Town vorbei in Richtung Soweto.

Der erste Fotostopp hier sind die berühmten Soweto Towers. Ursprünglich in den 50er als Kühltürme eines Kraftwerks gebaut, sind sie heute das Wahrzeichen des Stadtteils und bekannt für Abenteuersport oder kulturelle Aktivitäten.

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Aufgrund des straffen Zeitplans entscheiden wir uns gegen einen Besuch auf der Plattform.
Weiter geht's durch das Township. Vorbei an Wellblechhütten, den Soweto Big Five, wie uns N. erklärt und meint damit Ziegen, Schweine, Esel, Schafe und Hühner.

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Wir machen wenig Bilder während der Fahrt. Es hat schon etwas von Sensationstourismus und so entscheiden wir uns am Ende auch gegen einen Besuch bei einer Familie in einer Shanty Town, einer Gegend ohne Strom und fließend Wasser. Mal abgesehen davon, dass wir für einen Besuch auch noch kein Bargeld hätten, überwiegt bei uns das ungute Gefühl, dass Menschen uns ihr zu Hause und damit auch die widrigen Bedingungen zeigen.

Wir haben mittlerweile so viele Ort auf dieser Welt besucht, die in ärmeren Verhältnissen leben, als dass wir hier nochmal Wert darauflegen.
Auch wenn uns natürlich bewusst ist, dass man die Familien mit dem Geld auch in einer gewissen Art und Weise unterstützt. Ob das der richtige Weg ist den Menschen zu helfen, sei aber mal dahingestellt. Für uns gibt es hier andere, aus unserer Sicht sinnvollere Wege.

Nach kurzer Zeit erreichen wir dann die Vilakazi Street, die wohl berühmteste und bunteste Straße in Soweto. Hier steht das berühmte Mandela House.

Wir parken an der Straßenseite und laufen mit unserem Guide los. Aufgrund der Uhrzeit, es ist mittlerweile fast 13:30 Uhr, entscheiden wir uns für ein Mittagessen. Schon von außen sieht man, dass hier die Touristengruppen untergebracht werden. Dennoch nehmen zu Dritt Platz und bekommen von unserem Guide erklärt, dass es sich um ein Buffetrestaurant handelt.

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Wir bedienen uns an der Auswahl an kalten und warmen Speisen und sind am Ende positiv überrascht. Das ist geschmacklich besser als wir es erwartet haben. Dazu bestellen wir noch zwei Cola und nach einem kleinen Nachtisch für S. und einer zweiten Runde für mich, beenden wir nach knapp 40 Minuten unser Essen.

Unsere Einladung hat N. ausgeschlagen. Er bekäme hier einen guten Preis, wenn er die Touristen bringt.
Zum Mandela House selbst laufen wir dann keine 3 Minuten. Vorbei an diversen Handcraft Ständen, die aber nicht unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Im Mandela House zahlt N. unsere Eintrittsgebühr, während wir von einer Mitarbeiterin in Empfang genommen werden und eine kleine Führung erhalten.

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Eigentlich geht es hierbei weniger um Nelson Mandela selbst, als um seine zweite Frau Winnie, die hier während seiner Gefangenschaft wohnte. Dennoch mal interessant zu sehen und nach gut 20 Minuten endet dann auch schon wieder die Führung und damit auch unsere Halbtagestour mit N.

Gegen kurz nach halb 3 brechen wir auf und lassen uns wie vereinbart zum Apartheid Museum fahren, welches wir nach gut 20 Minuten Autofahrt erreichen. Wir bezahlen die Tour noch per Karte und bedanken uns für den schönen und interessanten Tag.

Wir empfehlen N. auf jeden Fall weiter. Er hat uns mit einem modernen und sauberen Auto und viel Wissen einen guten Eindruck von Johannesburg vermittelt. Wir drücken ihm die Daumen, dass der Tourismus weiter anzieht und er sich, wie er hofft, in ein paar Jahren vielleicht 2-3 feste Angestellte gönnen kann, anstatt auf Freelancer auszuweichen. Zumindest ist das sein größter Traum.

Für das Apartheid Museum haben wir zwei Stunden einkalkuliert, da es um 17 Uhr schließt. Wir bezahlen ca. 17 Euro Eintritt und erhalten neben einem kleinen Heftchen auch die berühmten Eintrittskarten "White" und "Non-White". Wir „losen“ untereinander und so betritt S. durch den Eingang für Weiße das Museum und ich für Nicht-Weiße.

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Die nächsten eineinhalb Stunden sind an sich interessant, wir finden allerdings keinen roten Faden. Vielleicht kommt auch noch hinzu, dass wir doch k.o. sind und die vielen Tafeln und Schriften auch aus diesem Grund irgendwann nur noch halbherzig lesen.

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Am Ende sind wir beide der Meinung, dass man viel mehr rausholen könnte, wenn man das ganze etwas interaktiver gestaltet und nicht so viele Schrifttafeln aufstellt, die leider auch noch in der Chronologie immer mal wieder irritierend sind.
Das Thema "Rassentrennung" beginnt mit den unterschiedlichen Eingängen echt klasse, wird am Ende aber nicht weiterverfolgt. Schade...
Vermutlich ist am Ende aber auch schwer einem so komplexen und schwierigen Thema wie der Apartheid gerecht zu werden.

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Um 16:50 Uhr verlassen wir das Museum und bestellen uns ein Uber Premium, welches uns in einem schicken Audi in gut 20 Minuten zum Hotel bringt, wo wir gegen 17:20 Uhr wieder super freundlich empfangen werden.

Das Abendessen haben wir schon von zu Hause aus vorbestellt und für 19 Uhr den Tisch reserviert. Und so machen wir uns frisch und es uns auf dem wunderschönen Zimmer noch etwas gemütlich. Wir müssen auch aufpassen nicht sofort einzuschlafen, aber wir halten durch. :giggle:

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Das Abendessen ist wirklich lecker und auch optisch ansprechend.
Die Getränke holen wir uns selbst an einem kleinen Kühlschrank. Es liegt ein kleiner Zettel aus, auf dem wir unsere Getränke vertrauensvoll eintragen und beim Checkout zahlen.

Für S. gibt es zur Vorspeise Chicken Stripes und für mich Corn Chowder.

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Zu Hauptspeise habe ich das Lamm gewählt und S. die vegetarischen Papardelle mit Kürbissoße.

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Zum Nachtisch gibt es für mich Black Forest, ein Schokotörtchen mit Mousse au Chocolat, Vanilleeis und Kirschsoße und für S. Kokos-Tapioka mit Eis und Beeren.

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Für umgerechnet noch nicht mal 50€ bekommen wir ein extrem gutes und umfangreiches Abendessen geboten, sodass wir danach auch fast zurück aufs Zimmer rollen können.

Zurück auf dem Zimmer kämpfen wir wieder gegen die Müdigkeit an. Letztendlich geben wir um 21:30 Uhr auf und schlafen ruckzuck ein.
 
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SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Tag 2 - Flug nach Windhoek

Der Wecker ist für 7:45 Uhr gestellt, wir sind aber beide bereits gut eine halbe Stunde vorher wach.
Das war nötig. Gute 9,5 Stunden haben wir fast geschlafen. Nach der letzten Nacht im Flieger und kurzen Nächten in den Wochen zuvor einfach mal nötig. 😅

Etwas bleiben wir noch im Bett liegen bevor wir uns gemütlich fertig machen. Wir haben heute keine Eile. Um kurz nach halb neun gehen wir nach unten zum Frühstück. Das haben wir bereits am Donnerstagabend von zuhause ausgewählt. Man hatte die Wahl aus Brot/Gebäck, Müsli, Obst, Käse/Aufschnitt und warmen Speisen.

Ich mag das Konzept. Zwar muss man sich vorab entscheiden, aber dafür wird alles frisch zubereitet und bei einer so geringen Zimmeranzahl wird somit hoffentlich möglichst wenig weggeschmissen.
Kaffee und Tee kann man sich selbst an einer kleinen Station holen. Nacheinander bekommen wir unsere zuvor gewählten Speisen an den Tisch gebracht. Alles sehr lecker und frisch.

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Und nun kommt der Satz, der wohl in jedem unserer Reiseberichte am ersten Tag kommt: Da wir zuhause nie etwas frühstücken sind wir recht schnell pappsatt. Wir hatten bereits vieles schon nur zum Teilen bestellt, dennoch ist es am Ende viel zu viel. Wir geben aber unsere bestes und schaffen es bis auf etwas Granola, auch alles aufzuessen.

Gegen halb zehn machen wir uns wieder aufs Zimmer. Bei der Planung der Reise hatten wir lange überlegt, wie wir den heutigen Tag organisieren. Unser Flug nach Windhoek geht erst um 15:20 Uhr. Daher war der erste Plan zunächst heute ins Apartheid Museum zu fahren und dann an den Flughafen. Aufgrund des Gepäcks wäre dies aber umständlich gewesen und deshalb hatten wir es dann doch noch gestern Nachmittag eingeplant. Am Ende hatten wir uns dann dazu entschieden, den heutigen Tag einfach offen zu lassen.

Die nächsten Tage werden aus viel Autofahren und ersten Ausflügen/Aktivitäten bestehen, daher ist es auch mal schön, einfach etwas herunterzufahren.
Im Raum stand dann noch nach Sandton City oder Rosebank zu fahren. Aber auch das lassen wir ausfallen und entscheiden uns einfach das schöne Anwesen hier zu genießen und etwas zu lesen sowie Reisebericht zu schreiben.

Also packen wir noch unsere letzten Sachen zusammen. Wir haben für den kurzen Aufenthalt in Johannesburg unseren Handgepäck-Rucksack gepackt, um uns das Hantieren mit den großen Koffern zu sparen.

Im Anschluss setzen wir uns etwas in „unseren“ Garten, ehe wir um 10:30 in die öffentlichen Bereiche des Hotels wechseln.

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Bei absolut angenehmen Temperaturen lümmeln wir uns in die Outdoorlounge, schreiben noch etwas Bericht, lesen und genießen das tolle und angenehme Wetter.

Gegen 12 Uhr bestelle ich uns dann ein Uber, welches wenige Minuten später eintrifft und uns in rund 50 Minuten an den Flughafen fährt.

Schnell die Koffer am komplett leeren Star Gold Checkin aufgegeben, durch die ziemlich leere Sicherheitskontrolle sowie die anschließende Ausreise. Und so sitzen wir knapp 20 Minuten nach Ankunft, eine Stunde vor Boarding in der sehr gut gefüllten South African Lounge.
Wir finden im hintersten Eck noch zwei Plätze, gönnen uns zwei Coke Zero und vertrödeln die restliche Zeit.

In der Lounge scheint der Alkoholverbrauch immens zu sein. Nahezu jeder Gast hat mindestens ein alkoholisches Getränk vor sich stehen und es wird regelmäßig Nachschub an der Bar geholt.
Als ich die beiden Coke Zero hole, bekomme ich mal wieder mit, wie unverschämt und respektlos manche gegenüber dem Personal sind. Anstand kann man sich eben leider nicht kaufen.

Die Lounge leert sich irgendwann aber zum Glück sehr schnell.

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Pünktlich zu Boarding-Beginn laufen wir zum Gate A5, welches sich fast direkt unter der Lounge befindet. Beim Hinausgehen mache ich noch schnell ein Foto unseres Flugzeuges.

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Am Gate angekommen dauert es noch einen kleinen Moment, bis das Boarding startet. Es wird nur zwischen Business (links) und Economy (rechts) unterschieden. Also stellen wir uns rechts an. Ich hatte vorab überlegt auf ein Upgrade zu bieten, hatte mich dann aber doch nur für die Sitze direkt hinter der Business mit mehr Beinfreiheit für knapp über 5€ pro Nase entschieden. Die Vorteile schienen mir bei der Flugzeit als zu gering, da Lounge und Priority Gepäck dank SEN sowie gegeben sind.

Als S. an der Reihe ist, gibt es jedoch einen Seating Issue. Och nee, denke ich. Jedoch ist es ein angenehmes Issue. Die Dame informiert S. über ein Upgrade in die Business, na top.
Und auch bei mir gibt es dann ein Seating Issue, welches ebenfalls mit einem Upgrade zusammenhängt.

Wir freuen uns sehr, ist es doch tatsächlich unser erstes Upgrade jemals. Unsere neuen Plätze sind Reihe 5 A und C. South African Airways hat in den A320 Sessel verbaut, die tatsächlich sehr bequem sind. Für dieses Flugdauer absolut ausreichend.

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Unsere eigentlichen Plätze sind am Ende belegt, der Mittelplatz bleibt jedoch frei. Auch so sind noch vereinzelt leere Plätze zu erkenne. Weshalb es das Upgrade gab, können wir somit nicht sagen. Aber einem geschenkten Gaul…

Pünktlich um 15:20 Uhr erfolgt dann der Push-Back. Jedoch stehen wir noch einige Zeit, bis wir schließlich zur Startbahn rollen und mit 15 Minuten Verspätung in den Himmel über Johannesburg abheben.

Es war ein kurzer Besuch, aber wir werden irgendwann wieder kommen, ganz sicher.

Der Flug selbst ist recht ruhig, es gibt drei warme Mahlzeiten zur Auswahl. Hühnchen, Fisch oder Lamm. S. entscheidet sich für Hühnchen, für mich gibt es das Lamm. Auch in der Economy wird eine warme Mahlzeit serviert. Was können wir jedoch nicht erkennen.
Beide Gerichte sind tatsächlich recht lecker. Zum Trinken entscheiden wir uns beide für Wasser, dazu gibt es für mich noch ein Schweppes Zitrone.

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Wir lesen noch etwas und landen um 17:32 Uhr mit 17 Minuten Verspätung in Windhoek. Das war ein sehr angenehmer Flug!

Nach dem Aussteigen laufen wir in Richtung Terminal. Der Flughafen verfügt über keine Gangways. Da gerade das Boarding für einen Airlink Flug stattfindet, werden wir ankommenden sowie die anderen abfliegenden Passagier durch das Flughafenpersonal in Gruppen geleitet, damit sich die Passagierströme nicht mischen.

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Beim Betreten der Ankunftshalle, biegen wir als erste nach rechts in die Reihe für Passagiere mit eVisa ab. Alle anderen Passagiere vor uns gehen zielstrebig nach links in die Schlange für Residents und Visa on Arrival.

Und so stehen wir als erste vor einem Mitarbeiter des Flughafens, der uns bittet, einen Ausdruck des eVisa zu zeigen. In kluger Voraussicht hatte ich diese tatsächlich ausgedruckt. Wir werden noch nach der Unterkunft für heute Nacht sowie die Aufenthaltsdauer gefragt und die Pässe an eine Grenzbeamtin überreicht. Wenige Momente später und in Summe um jeweils vier Stempel im Reisepass reicher, ist die Einreise erledigt.

Da das Gepäckband noch nicht läuft, gehen wir direkt zum Schalter von MTC, um uns eine eSIM mit 10GB Daten sowie 60 inklusiv Minuten zu kaufen. Denn das bisher gerne von mir genutzte FlexiRoam hat Namibia nicht im Global Dataplan inkludiert.

Ich übergebe hierzu nur meinen Reisepass und mein iPhone, den Rest erledigt der MTC-Mitarbeiter mit flinken Fingern innerhalb weniger Minuten. Ich zahle 491 NAD (ca. 24€) und fertig sind wir. S. hat zwischenzeitlich unsere Koffer vom Band gefischt.

Beim Verlassen des Sicherheitsbereichs sehen wir links direkt den Schalter von Europcar, an dem ebenfalls niemand ansteht. Dank vorherigem online Checkin, sind wir auch hier in wenigen Minuten fertig, erhalten einen Zettel, mit dem wir uns bei den Kollegen gegenüber dem Terminal melden sollen. Gemacht, getan.

Zunächst müssen wir das verpflichtende Video zum Fahren in Namibia schauen. Das Ganze dauert schätzungsweise 5 Minuten. In der Zwischenzeit wurde unser Wagen bereits vorgefahren.

Und was nun folgt, ist die freundlichste und beste Fahrzeugübergabe, die wir je hatten.

Der Mitarbeiter begrüßt uns mit „So guys, this is your Kalahari Ferrari“. Anschließend zeigt er uns, wo wir alle Utensilien für einen Reifenwechsel finden, die Lastpunkte um den Wagenheber anzusetzen etc. pp.
Danach erhalten wir noch eine gründliche Einweisung in das Auto. Er bittet mich sogar, noch die Verbindungen mit dem Smartphone herzustellen, um sicher zu gehen, dass es keine Probleme gibt. Der Wagen hat erst 13.000 km auf dem Tacho, was wir aber auch so gebucht hatten (Max. 25.000 Kilometer und jünger als 1 Jahr).

Wir drehen eine gemeinsame Runde um das Auto, es wir jede Macke, von denen es jedoch nur wenige, winzige gibt, markiert.
Als wir dann feststellen, dass die digitale Tankanzeige einen Strich unter voll anzeigt, meint er direkt, dass dies nicht sein sollte. Er werde den Wagen gleich noch mit uns volltanken.

Und so steigen wir zu dritt ein, fahren zur gegenüberliegenden Tankstelle und dort lässt er nochmal Diesel in das Auto laufen. Jedoch ist nach etwa über einem Liter Schluss. Das Auto ist randvoll. Die Anzeige bleibt jedoch bei einem Strich unter voll. Er lässt einen Tankwart sogar das Auto schütteln, in der Hoffnung, dass dies etwas bewirkt. 😅

In Summe hat er es dann noch geschafft, knapp drei Liter nachzufüllen.
Anschließend verabschiedet er sich, wünscht uns viel Spaß und eine schöne und sichere Reise. Die paar Meter zurück zur Mietwagenstation möchte er laufen.

Die Tankanzeige werde ich somit etwas beobachten, mache mir aber erstmal keine Gedanken. Wir wollen sowieso in den größeren Orten immer volltanken, daher sollte das kein Problem werden.

Und so geht es los, wir fahren direkt in Richtung unserer heutigen Unterkunft. Und während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet und das Licht immer weiter abnimmt, steigt die angezeigte Reichweite des Autos mit jedem Kilometer. Vielleicht bekommt sie sich ab einem gewissen Füllstand dann ein.

Knapp 30 Minuten später stehen wir vor dem Tor des "The Windhoek Luxury Suites". Da die Rezeption bereits um 19 Uhr geschlossen hat, empfängt uns eine Wächter an der Pforte. Wir hatten das Hotel bereits vorab informiert, dass eine Ankunft bis 19 Uhr knapp werden kann. Darauf erhielten wir die Info, dass in diesem Fall jemand vom Security Team behilflich sein wird. Er hilft uns auch die Koffer auf einen Rollwagen zu packen und bringt uns die wenigen Meter vom Parkplatz zu unserem Zimmer, erklärt uns das Wichtigste und zeigt uns direkt noch den Weg zum "The Stellenbosch Tasting Room", wo nicht nur das inkludierte Frühstück serviert wird, sondern wir auch für 19:30 Uhr einen Tisch zum Abendessen reserviert haben.

Und so sitzen wir um kurz nach halb acht an einem gemütlichen Tisch im schönen Innenhof.

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Aufgrund des Essens im Flieger bleibt es heute bei einem Hauptgang, Filet für S. und Sirloin für mich, sowie einem Nachtisch zum Teilen.
Dazu für S. ein Glas Chardonnay. Aufgrund des Antibiotika, bleibe ich bei einer Cola und Wasser.

Die beiden Steaks sind sehr lecker, von der Menge für uns genau richtig. Der “tradional bread and butter pudding“ erinnert S. sofort an Kirschenmichel. :giggle:

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Wir zahlen 1250 NAD (ca. 60€) mit Trinkgeld und laufen die wenigen Meter zurück zum Hotel.

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Dort packen wir noch unseren Rucksack etwas um, da wir ab jetzt auch die Koffer, oder besser deren Inhalt benötigen. Anschließend schreiben wir noch etwas an dem Reisebericht, ehe gegen kurz vor 23 Uhr die Augen zufallen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
7.058
5.151
Er hat uns mit einem modernen und sauberen Auto und viel Wissen einen guten Eindruck von Johannesburg vermittelt. Wir drücken ihm die Daumen, dass der Tourismus weiter anzieht
Schöner Bericht und gute Erinnerungen aus der Zeit, als wir noch in die Stadt fuhren. Lieben Dank aus Cape Town. Wir wünschen das alles Johannesburg und Pretoria auch. Solange es aber die Provinzregierung nicht hinbekommt, die (Banden-) Kriminalität in Griff zu bekommen, wird das ein Traum bleiben. Wenn ich die Bemühungen sehe, die die DA im Western Cape und die unser Bürgermeister in Cape Town unternimmt, ist alles das, was der ANC in Gauteng veranstaltet, Kasperletheater und das gleiche Problem wie in den letzten Jahrzehnten und so wird das leider nie was. Wir haben inzwischen eine domestic migration. Die Leute (und vor allem halt die besser verdienenden) wandern aus Gauteng ab ins Western Cape.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
374
3.464
Tag 3 - Fahrt zum Fish River Canyon

Der Wecker klingelt um 6:15 Uhr.
Wir haben beide etwas unruhig geschlafen, nicht schlecht, aber wir waren immer mal wieder wach. Heute Nacht hatten wir die Klimaanlage laufen, allerdings nur auf geringster Stufe und bei 22°. Das war gut so.

Wir gehen duschen und um kurz nach sieben laufen wir erneut auf die andere Straßenseite in das zugehörige Restaurant, wo das Frühstück serviert wird. Dieses befindet sich im selben Innenhof wie das Restaurant, in dem wir gestern Abend gegessen haben. Um diese Uhrzeit sind nur zwei Tische besetzt und wir haben freie Platzwahl. Beim gestrigen Check-In haben wir noch zwei Voucher bekommen, die wir einer Kellnerin übergeben.

Bestellt wird á la Carte, selbst Saft und Wasser werden bestellt und es gibt keine Buffetecke, was uns sehr gelegen kommt.
Nach dem obligatorischen Cappuccino für S. und schwarzen Kaffee für mich, bestellen wir auch noch insgesamt 3 Speisen von der Karte.
Für mich das deftige Frühstück mit Speck, Eier, Würstchen, Pilzen und Tomaten und für S. wie immer süß. Zwei Cinnamon-Pancakes und eine Fruit Bowl mit Joghurt, Früchten und Granola.

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Nach gut einer halben Stunde sind wir schon wieder durch und gehen zurück aufs Zimmer.
Da wir bereits vorm Frühstück fertig gepackt haben, geht jetzt alles ganz schnell. Toilette, Auschecken, Koffer verladen und Abfahrt.

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Wir fahren aber erstmal nicht sehr weit.
Vorab haben wir uns einen Supermarkt ausgesucht, um ein bisschen Wasser und Proviant für die nächsten Tage einzukaufen. Auch benötigen wir nochmal einen ATM für etwas Bargeld.

Nach ca. 10 Minuten erreichen wir den SUPERSPAR Maerua.
Wir ziehen ein Parkticket und fahren im Prinzip bis vor die Tür. Ein normaler Parkplatz reicht für unser Auto kaum, will man vorne nicht zu weit über stehen, passt es hinten nicht mehr und andersherum. Egal, bisher ist auf dem Parkplatz wenig los und wir werden auch nicht all zu lange brauchen. Zudem scheint das hier bei sehr vielen Fahrzeugen ein Problem zu sein. ;)

Kurz hinter dem Eingang entdecken wir direkt den ATM und heben 4.000 NAD, also ca. 200€ ab.

Im Supermarkt angekommen fühlen wir uns direkt ein wenig heimisch.
Hinter dem Obst- und Gemüsebereich, wo wir uns ein paar Bananen und Äpfel nehmen, gibt es eine Bäckerei. Das Gebotene sieht nicht nur sehr lecker aus, wir verstehen sogar jedes Wort. Denn so gibt es diverse Brötchensorten, Laugenbrezel, -stange und -zopf oder sogar Knusperstangen.

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Perfekt - Laugenbrezel und Laugenzopf scheinen genau das richtige zu sein für einen Snack zwischendurch.
Etwas weiter gibt es einen ganzen Gang nur mit "German Products".

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Hier erkennt man auch, dass SUPERSPAR zum Edeka-Konzern gehört, denn die Auswahl an Gut und Günstig Produkten ist recht groß.

Aber dieses Regal ist noch nicht alles. Während ich mich bei der Bierauswahl umschaue, höre ich S. schon amüsiert quieken… Ein Regal nur mit dm bzw. Balea Produkten. Jetzt schwebt sie im 7. Himmel. Und rein aus Prinzip und weil die Luft ja soooo trocken ist, hier, gibt es noch eine Handcreme für +1. 😅 Happy wife, happy life.

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Am Ende landet der für uns übliche Mietwagen-Proviant ebenfalls noch im Einkaufswagen: Chips, eine Packung Oreo, 4 Müsliriegel, 2 Sprite Zero Dosen, 2x 1,5l Flasche Wasser und 24 kleine Fläschchen.
Wir verstauen den Einkauf im Auto und entscheiden uns nochmal dazu, im Shopping Center die Toilette aufzusuchen. Keine Ahnung, wann wir das nächste Mal einer begegnen werden.

Auf dem Rückweg stempeln wir noch unser Parkticket, wobei wir unter 60 Minuten geblieben sind und damit nichts zahlen müssen.

Wir können absolut nicht einschätzen wie lange wir bis zu unserem heutigen Ziel, der Fish River Lodge, brauchen.
In unserer Recherche vorab haben wir mehrfach gelesen, dass man sich in Namibia nicht auf Google Maps verlassen kann. Und so haben wir mit MapsMe noch eine weitere Karte, die aber heute nicht unterschiedlicher sein könnten.

MapsMe zeigt an 612 km und ca. 11h. Google Maps zeigt an 665km und ca. 7:05h.

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Da wir klassische Google Maps Kinder sind, bisher nur gute Erfahrungen gemacht haben, auch in den hintersten Ecken dieser Welt, und das auch von CarPlay unterstützt wird, starten wir das Navi um 09:40 Uhr.

Die Straße wird die ersten rund 550km geteert sein und nur die letzten 105km über eine Schotterpiste führen.

Unseren ersten Stop machen wir in Mariental nach gut 2,5h. S. hat wieder einen SUPERSPAR rausgesucht und es gibt tatsächlich eine Kundentoilette. Uns gelüstet es nach einem kleinen Snack und so nehme ich mir noch einen kalten Eiskaffee in der Dose mit und S. ein Magnum-Eis. In Summe dauert unsere Pause gute 15 Minuten.

Weiter geht die doch recht eintönige Fahrt. Einspurig, wenig Sehenswertes drumherum und eine kerzengerade Straße, die man in manchen Abschnitten bis zum Horizont verfolgen kann. Wann immer mal ein langsameres Auto vor uns auftaucht, überholen wir ganz entspannt und setzen unsere Fahrt mit meist 120 km/h fort.

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Nach weiteren 2h und Podcast hören, machen wir einen weiteren Stop in der letzten großen Stadt auf unserer Route: Keetmanshoop.

Hier wollen wir das Auto nochmal volltanken. Und auch hier hat sich S. wieder einen SUPERSPAR rausgesucht in der Hoffnung hier eine Toilette zu finden. Das ist auch der Fall, wäre jedoch nicht nötig gewesen, dann auch die Total Tankstelle 300 Meter weiter, hätte Toiletten gehabt. Dort lassen wir das Auto für ca. 50€ volltanken.

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Es ist 14:45 Uhr und ab jetzt gibt Google Maps, das bisher zuverlässig lief, noch 173km und 2,5h an. Das erscheint uns deutlich realistischer als die von MapsMe angegebenen fünfeinhalb Stunden.
Auch die Lodge schreibt auf ihrer Webseite, dass für die Schotterpiste bis zu 2 Stunden eingeplant werden sollen, je nach Straßenverhältnissen. Und für 72km von Keetmanshoop bis zum Abbiegen auf die Schotterstraße benötigen wir definitiv keine 3,5h. Aber am Ende werden wir sehen, was richtig ist.

Ca. 45 Minuten später biegen wir auf die D463 ab, Google sagt noch 104km und 1:54h. Das deckt sich zumindest mit den Angaben der Lodge.

Die Schotterstraße ist breit angelegt und lässt sich erstaunlich gut fahren. Auf der gesamten Strecke kommt uns nicht ein Auto entgegen. 20 Kilometer vor dem Ziel biegen wir ein letztes Mal links ab und jetzt kommt das, was man wirklich Schotterstraße nennen kann.
Recht uneben, mit immer wieder größeren Steinen und steilen Stücken, schlängelt sich die Straße nach oben. Ich habe mittlerweile den Allrad eingelegt und bekomme deutlich mehr Stabilität. Die Lodge gibt an, dass das Stück grundsätzlich auch mit einer Limousine befahren werden kann, das glaube ich sogar, trotzdem bin ich über die Bodenfreiheit und das robuste Auto froh.

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Auf dem Weg nach oben begegnen wir erstmalig einem anderen Fahrzeug. Ein Traktor, der mit Reifen die Piste glattzieht. Kurz danach überkreuzen wir auch den zur Lodge gehörenden Airstrip.

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Ein paar Minuten später kommen wir am Parkplatz der Lodge an.

Es ist 17:22 Uhr - 659km - ø92 km/h - 8,3l/100km und 7:06h haben wir gebraucht und damit 1 Minute mehr als Google Maps vorausgesagt hat. Soll uns nochmal einer sagen, Maps funktioniert in Namibia nicht richtig. :LOL:

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Wir checken ein, wählen bereits Vorspeise und Hauptgang für das Abendessen später aus und werden im Anschluss zu unserem Chalet (Nummer 20) gebracht. Unsere Koffer werden von zwei Männern die ca. 300m auf der Schulter getragen. Bei dem unebenen und steinigen Weg wären vermutlich die besten Rollen schnell hinüber.

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Auf dem Zimmer selbst machen wir nicht viel. Wir räumen das Nötigste aus und ansonsten genießen wir einfach den erstaunlichen Anblick von der kleinen Veranda aus.

Video: Zimmer in der Fish River Lodge

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Das Zimmer ist geräumig gestaltet und bietet ausreichend Platz. Vom Stil her erinnert sie uns an eine Unterkunft auf Mauritius. Was wir hier nicht machen werden, ist barfuß oder mit Strümpfen durch das Zimmer laufen, aber das bedeutet nicht, dass es schmutzig ist. Den Staub des Canyons wird man vermutlich nie richtig loswerden.

Es gibt keine Klimaanlage, keinen TV und generell nur zwei Steckdosen. Alles wird per Solar betrieben und so soll man Energie und Wasser möglichst sparsam nutzen. Auch WLAN gibt es im Zimmer nicht. Einzig im Haupthaus hat man Internetverbindung. Perfekt um mal herunterzufahren.

Gegen 18:15 Uhr machen wir uns auf den Weg vor zum Haupthaus. Wir nutzen ein paar Minuten, um die Handys zu checken, aber natürlich auch um Bilder der Abenddämmerung zu machen.

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Um 18:45 Uhr setzen wir uns, wir haben beide mittlerweile ordentlich Hunger bekommen.

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Wir bestellen uns einen Ginger Ale und einen Passfruit Cordial und erhalten kurze Zeit später den griechischen Salat zur Vorspeise.
Zum Hauptgang haben wir uns beide für das Rinderfilet mit Bohnen, Kürbis und Kartoffel Wedges entschieden. Das Fleisch kommt wie gewünscht medium und schmeckt sehr gut.

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Auf den Nachtisch freuen wir beide uns besonders, denn den haben wir von unserer Südafrika-Reise vor 8 Jahren noch sehr gut in Erinnerung. Es gibt Malva Pudding. Dieser hier kann zwar nicht ganz an die Erinnerung anknüpfen, schmeckt aber trotzdem echt gut.

Und so beenden wir gehen 20:30 Uhr das erste von zwei Abendessen in der Fish River Lodge. Auf dem Weg zurück zum Chalet fällt uns schon der beeindruckende Sternenhimmel auf. Und wir haben Glück, unser Häuschen ist das letzte in der Reihe und wir können mit bloßem Auge die Milchstraße sehen.

Wow, das hat schon etwas magisches. Zuletzt haben wir in der Atacama Wüste solch einen schönen Himmel gesehen.
Wir versuchen den Himmel mit der Kamera einzufangen, was aufgrund des Windes gar nicht so einfach ist und ohne Stativ am Ende erfolglos bleibt.
S. macht mit ihrem iPhone 16 Pro ein paar Bilder und Wahnsinn, was diese Kamera mittlerweile draufhat.

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In Summe sind wir am Ende noch fast eine Dreiviertelstunde Stunde draußen und können uns vom Anblick kaum losreißen.
Allerdings merken wir langsam den kalten Wind in den Knochen und entscheiden uns deshalb reinzugehen.

Der Wind pfeift ordentlich durch alle Ritzen des Häuschens. Sogar Oropax werden von der Unterkunft zur Verfügung gestellt. Noch erscheint uns das Pfeifen des Windes als eine sehr romantische Vorstellung.

Noch….

Gute Nacht!
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Tag 4 - Fish River Canyon

Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Wir sind aber beide wenige Minuten vorher wach, da sich ein Tier auf dem Dach herumtreibt.
Die Nacht war so weit ganz gut. Der Wind hat nur ordentlich gefegt und war stellenweise wirklich laut. S. hat aufgrund des Windes nicht so gut geschlafen, war immer mal wieder kurz wach.

Durch den Vorhang sowie die oberen Fenster, lässt sich bereits ein zartes Licht am Horizont erkennen. Der Sonnenaufgang kündigt sich an.
Und auch für uns wird es Zeit hochzukommen.

Also heißt es kurz fertig machen und die letzten Sachen in den Rucksack packen. Um halb sieben stehen wir auf der Terrasse vor unserem Chalet und warten, bis sich die Sonne über dem Horizont schiebt.

Ein toller Anblick vor einer absolut traumhaften Kulisse. Die Sonne lässt alles in einem Goldton erstrahlen.

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Wir schlendern vor in das Hauptgebäude, in dem das Frühstück serviert wird.
Eine kleine Auswahl an Käse, Aufschnitt, Müsli und Obst wird als Buffet angeboten, warme Eierspeisen kann man aus einer Karte frisch bestellen.

Für uns gibt es heute fast das Gleiche. Kaffee, Orangensaft, etwas Joghurt mit Müsli, eine Scheibe Toast und dazu jeweils ein Omelette mit Paprika, Champignons, Käse und Speck. Das Omelette ist richtig lecker.
Gut gestärkt gehen wir nochmal kurz auf Toilette, bevor wir uns pünktlich um 7:25 Uhr in der Mitte des Hauptgebäudes einfinden, wo unsere heutige Tour startet. Der Full-Day Canyon Drive.

Wir werden freundlich von Gordon, unserem heutigen Guide begrüßt und gemeinsam mit zwei älteren Paaren zu unserem Safari Jeep gebracht. Und nach einer kurzen Info zum Ablauf des Tages geht es auch schon los.

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Da es noch recht frisch ist, liegen Ponchos bereit, die wir uns auch beide über die Beine legen. Bereits nach wenigen Minuten erfolgt der erste Stopp.
Gordon erzählt uns einige interessante Dinge über den Köcherbaum. Zum Ende lässt er ein Stück eines abgestorbenen Baums durch den Jeep geben. Das Holz ist sehr leicht.

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Wir fahren etwas weiter, passieren wieder den Airstrip, bis wir erneut an einem Köcherbaum halten, an dem Vögel ihre Nester gebaut haben. Auch hierzu erhalten wir von viele interessante Informationen. So werden die Nester in der Regel mit Nordwest-Ausrichtung gebaut, damit der Wind die einzelnen Kammern in der Hitze kühlt. Die Eingänge zeigen zum Schutz vor Regen nach unten. Zudem gibt es einige Fake-Kammern um die einzigen Feinde, Schlangen, zu täuschen.

Anschließend geht es immer weiter und tiefer in den Canyon hinein. Neben einer Pinkelpause gibt es immer wieder kurze Fotostops.

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Die Zufahrt in den Canyon ist teilweise nicht ohne. In der letzten Reihe werden wir auch gut durchgeschüttelt und manche Abschnitte sind sehr steil.

Diese drei Klippenspringer laufen uns währenddessen auch noch über den Weg.

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An einer Stelle steigen wir aus und laufen ein Stück in den Canyon herunter. Nach rund 30 Minuten kommen wir an zwei provisorischen Toiletten an, an denen uns Gordon wieder einsammelt. Man hätte das Stück natürlich auch mit dem Jeep fahren können, aber es tut gut, auch mal etwas die Beine zu bewegen und nicht nur zu sitzen.

Unser nächstes Ziel ist ein Aussichtspunkt an einer Klippe. Hier herrscht absolute Ruhe. Nur ein paar Vögel zwitschern.

Video: Fish River Canyon

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Die Weite ist einfach beeindruckend.

Dann wird es aber Zeit das letzte Stück hinter uns zu bringen. Wir fahren nochmal knapp 30 Minuten, ehe wir an unserem heutigen Tagesziel ankommen. Über ein paar Stufen in den Felsen steigen wir noch etwas tiefer hinab in den Canyon. Und unten angekommen, finden wir einen türkisfarbenen “Wasserpot“ inmitten des Canyons. Und hier zeigt sich auch, woher der Canyon seinen Namen hat: im Wasser sieht man einige Fische.

Das ist durchaus faszinierend, denn der Fluss fließt meist nur saisonal und ist oft trocken, abgesehen von einigen Tümpeln.

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Während unsere anderen Mitreisenden die Möglichkeit nutzen eine Runde schwimmen zu gehen, belassen wir es dabei, unsere Hände in das Wasser zu strecken. Ein anderes Paar aus Deutschland, welches heute mit auf der Tour ist, berichtet auch, dass es tatsächlich sehr frisch ist. Äußern aber natürlich auch den üblichen Spruch: wenn man mal drin ist, geht es. :ROFLMAO:

Wir setzen uns noch etwas in den Schatten, trinken eine kalte Coke Zero und erzählen.

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In der Zwischenzeit bereitet Gorden das Mittagessen vor. Und das kann sich hier durchaus sehen lassen. In einer Art Outdoor Küche grillt er auf einem Gasgrill Hühnerflügel, Würstchen und Lamm. Dazu gibt es Caesar Salad, Bohnensalat und Toast.

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Da alles hier noch recht neu aussieht, fragen wir nach, wie alt hier alles ist. Alles wurde im Januar dieses Jahres erst errichtet bzw. renoviert.

Als alles vorbereitet ist, nehmen wir an der schön dekoriert Tafel Platz. Wenn man sich überlegt, wie weit ab von Schuss man hier ist, ist es tatsächlich sehr beeindruckend, was einem bei diesem Ausflug mal eben als Mittagessen serviert wird.

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Wir sitzen im Schatten, lassen uns das Essen schmecken und kommen mit den anderen beiden Paaren ins Gespräch.
Nachdem alle satt sind sitzen wir noch etwa gemütlich beisammen und erzählen, bis wir alle gemeinsam abräumen (soweit Gordon es zulässt ihm zu helfen) und alles zusammenpacken.

Das Besteck und Geschirr werden vor Ort gespült und in abgeschlossenen Boxen gelagert. Auch der Müll wird gesammelt und wieder mit in die Lodge genommen.

Gegen 14:30 Uhr machen wir uns dann endgültig auf den Weg zurück. Da wir nun, außer bei Tiersichtungen, nicht mehr anhalten, soll der Rückweg nur rund eineinhalb Stunden dauern.
Und es wir dabei erneut die angekündigte Full-Body-Massage. Wir werden teilweise ganz schön in dem Jeep hin und her geworfen.

Dabei muss ich immer an den Spruch eines Piloten auf einem Flug von Las Vegas nach Houston denken, der sich vor Abflug in einem absolut dazu passenden Slang mit folgendem Spruch an uns wendete: „Please fasten you seatbelt, this is gonna be a buuuumpy ride“. Und er sollte damals Recht behalten. 😅

Gut durchgeschüttelt erreichen wir gegen 16 Uhr wieder die Lodge.
Wir setzen uns für 5 Minuten auf die Terrasse der Lodge, um kurz das Internet zu nutzen, ehe wir uns in unserem Chalet duschen und für das Abendessen fertig machen.

Den Sonnenuntergang verfolgen wir dann noch von unserem Chalet aus, bevor wir zurück zur Lodge für das Abendessen schlendern.

Es gibt erneut Caesar Salat, Hühnchen mit Polenta und Zucchini sowie Cremé Brullé zum Nachtisch. Diese schmeckt eher nach Schokocreme mit karamellisiertem Zucker. Aber Hauptsache es schmeckt!

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Nach dem Essen setzen wir uns nochmal für 5 Minuten kurz ans Handy in den Lobbybereich, um uns in der Heimat zu melden.

Anschließend geht’s zurück in das Chalet, von wo wir auch heute wieder einen unfassbaren Sternenhimmel sehen und erneut die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen können.

Da es aber ganz schön zieht, ein starker Wind aufgekommen ist, machen wir uns dann doch bettfertig und schreiben noch etwas Reisebericht. Gegen 22 Uhr fallen uns, trotz eines kräftigen Pfeifen des Windes die Augen zu.
 
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SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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Tag 5 - Fahrt nach Lüderitz und Kolmanskop

Das war mal eine Nacht…dagegen war die gestrige ein Witz. Gegen kurz nach halb zwei werde ich wach, weil der Wind so stark und laut pfeift, dass ich tatsächlich kurz überlege, wo wir im Notfall Zuflucht finden könnten. Ich komme zu dem Schluss, dass die gemauerte Toilette wohl den größten Schutz bieten würde, sollte das Dach gleich wegfliegen. 😅

Ich nutze die Wachphase und gehe auf Toilette, S. die ebenfalls von den starken Böen wach wurde, tut es mir gleich.
Zum Weiterschlafen nutzt sie dann die Oropax, welche im weiteren Verlauf der Nacht auch tatsächlich ihren Zweck, soweit es geht, erfüllen.

Ich hingegen kann auch ganz gut ohne wieder einschlafen, werde im Laufe der Nacht aber noch ein paar Mal kurz wach.

Da ich den Sonnenaufgang nochmal bestaunen möchte, habe ich mir den Wecker auf 6:30 Uhr gestellt. Diesen brauche ich jedoch nicht, da ich bereits vorher wach bin. Aber bei dem Wind draußen wird mir klar, dass das heute kein gemütliches Vorhaben ist.
Und so entscheide ich mich dazu, lieber noch etwas im warmen Bett liegen bleiben. Ich schiele auf die Seite und auch S. hat die Augen bereits geöffnet.

Es ist wirklich frisch im Zimmer und so machen wir beide keine Anstalten aufzustehen. Ganz im Gegenteil ich öffne schnell die Vorhänge, husche zurück ins Warme und wir genießen vom Bett aus noch die geniale Aussicht in den Canyon.

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Um viertel vor acht stehen wir auf, machen uns fertig und packen schon den Großteil unseres Gepäcks zusammen, sodass wir gegen 8:15 Uhr beim Frühstück im Haupthaus sitzen.

Als wir ankommen, ist nur ein Tisch belegt und es ist schön ruhig. Da die meisten Touren gegen 7:30 Uhr beginnen, ist die Hauptfrühstückszeit bereits rum.

Wir bestellen uns zwei Cappuccino und ordern aus der Karte noch ein Omelette für S. sowie das Full House Frühstück für mich.
Als wir mit dem Kellner kurz ins Gespräch kommen, teilt er uns mit, dass auch er solch einen Sturm schon lange nicht mehr erlebt hat.

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Im Anschluss holen wir uns am Buffet einen Orangensaft sowie Joghurt, Müsli und eine Scheibe getoastetes Weißbrot für die warmen Speisen.

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Ca. 20 Minuten später bekommen wir unsere bestellten Gerichte.
Leider denken wir mal wieder nicht rechtzeitig an ein Bild und so gibt es nur noch das Bild eines halben Omeletts.;)

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Nach dem Frühstück gehen wir zurück zum Chalet und packen unsere letzten Sachen zusammen. Die beiden großen Koffer lassen wir im Zimmer stehen und werden an der Rezeption um Hilfe bitten. Der Weg macht es unmöglich, die Koffer zu ziehen, und tragen kann bzw. möchte ich beide auch nicht. Auch wenn es uns eher unangenehm ist, jemanden darum zu bitten, gehört dies am Ende nunmal doch auch zum Service eines Hotels.

Der Checkout geht schnell, während ich die Zahlung übernehme, füllt S. auf den iPad eine Gästebefragung durch.
Wir bedanken uns für den schönen Aufenthalt und gehen an unser Auto, wo wir noch kurz auf unsere Koffer warten. Um Punkt 9:45 Uhr fahren wir dann an der Lodge los.

Mal schauen, ob Google Maps auch dieses Mal Recht behalten wird.

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Nach gut 35 Minuten biegen wir wieder nach rechts auf die D463 ab, angeblich noch 324km und 3:46 h. Die Fahrt selbst ist unspektakulär. Die Straße lässt sich sehr gut fahren und bietet ansonsten recht viel Eintöniges.

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Das größte Highlight ist, dass S. zwischendurch immer mal wieder ein Gatter öffnen und schließen muss, damit wir passieren können.
Nach 1:40h biegen wir wieder auf die B4, eine asphaltierte Straße ab, der wir nun für die nächsten 243km folgen.

Währenddessen hören wir einen Podcast über die deutsche Kolonialzeit in Namibia. Schon sehr erschreckend und ein wirkliches dunkles Kapitel unserer Geschichte.
Der Podcast passt insbesondere heute sehr gut, denn unser nächstes Ziel hat mit genau dieser Vergangenheit zu tun. Kolmanskop.

Einst eine wohlhabende deutsche Diamantenstadt, heute eine Geisterstadt, die ein surreales Bild bietet, da der unaufhaltsame Dünensand die einst prachtvollen Häuser allmählich zurückerobert.

Hierfür haben wir uns vorab Eintrittskarten online geholt. Normalerweise hat die geschichtsträchtige Geisterstadt täglich nur von 9 bis 13 Uhr geöffnet. In dieser Zeit werden auch Führungen angeboten. Man kann aber auch für knapp 20€ p.P. einen Day-Pass holen und hat damit bis 19 Uhr die Möglichkeit die Geisterstadt selbst zu erkunden. Da wir morgen wieder eine längere Fahrt vor uns haben, dafür heute aber keine weiteren Pläne hatten, haben wir uns für diese Tickets entschieden.
Normalerweise sind diese Tickets auch für diejenigen gedacht, die gerne fotografieren und man kann die Tickets mehrmals am Tag nutzen. So könnte man diverse Lichtspiele fotografieren. Der Nachteil daran ist nur, dass das Museum sowie die Kegelbahn dann nicht mehr zugänglich sind.

Je näher wir der Küste und Kolmanskop kommen, desto mehr Wind kommt uns jedoch entgegen. Der Sand wird stellenweise regelrecht gegen das Auto gepeitscht und vermindert die Sicht um einiges.

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Wir entscheiden uns deshalb zuerst ins Hotel zu fahren, in der Hoffnung, dass sich der Standsturm gegen Nachmittag noch legt.
Und so kommen wir, trotz zwei kleinerer Stopps, wie von Google Maps vorausgesagt gegen 14:15 Uhr am Lüderitz Nest Hotel an.

Wir werden freundlich empfangen und können schon einchecken. Der Herr von der Rezeption ist uns noch mit dem Gepäck behilflich und so betreten wir gegen kurz vor halb drei unser Zimmer.

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Da der Wind auch in Lüderitz durch die Straßen peitscht, nutzen wir nach den letzten beiden Tagen zunächst das gute Internet und hängen etwas am Handy rum. Dabei werden meine Augen immer schwerer. Und so lege ich einen kurzen Powernap ein, während S. es sich auf dem Stuhl gemütlich gemacht hat und den Ausblick auf das Meer genießt.

Als ich wieder wach bin, bläst der Wind zwar nach wie vor recht ordentlich, es macht allerdings den Eindruck, als hätte er etwas abgenommen. Und da wir die Karten für heute haben, versuchen wir es einfach in Kolmanskop. Wenn es nicht geht, dann fahren wir eben zurück, es sind zum Glück nur 15 Minuten Fahrt.

Gegen kurz nach 17 Uhr kommen wir an. Der Parkplatz ist verlassen und es ist kein anderes Auto zu sehen.
Als wir aussteigen, kommt uns erstmal eine ordentliche Brise Sand entgegen und wir müssen beide lachen - na das kann ja was werden. Die Sicht ist jedoch inzwischen wieder fast tadellos.

An der Schranke werden wir freundlich von einem Wachmann begrüßt, der uns sogar zu sich ins windgeschützte Häuschen bittet.
Er scannt unsere beiden Eintrittskarten und wünscht uns einen schönen Aufenthalt.

Mit den Online-Tickets haben wir einen Code für VoiceMap erhalten. Damit kann man im Alleingang eine Tour durch die verlassene Stadt machen. Es dauert ein paar Minuten, bis wir den Startpunkt ausfindig machen können, starten dann aber mit der Tour.

Für alle die ebenfalls die Tour mit VoiceMap machen möchten: Leider ist in der App keine Karte hinterlegt. Die Tour startet allerdings am Kasino, welches nach der Durchgangsschranke rechter Hand liegt. Erkennbar an den einzigen, funktionierenden Toiletten der Anlage. Die Tour startet dann auf der dahinterliegenden Straße.

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Wir merken schnell, dass wir die einzigen Besucher sind. Ja, der Wind pfeift noch ordentlich und ohne Sonnenbrille würden wir immer mal wieder eine Böe mit Sand ins Auge bekommen, aber irgendwie passt es auch zu diesem Ort. S. ist auf der einen Seite total fasziniert, gruselt sich aber auch gleichzeitig etwas. :LOL:Ich finde es spannend und etwas befremdlich zugleich die Häusernamen, wie Schule, Krankenhaus, Eisfabrik, oder Schlachterei zu lesen.

An dieser Stelle lassen wir einfach mal ein paar Bilder sprechen.

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Pünktlich kurz vor Schließung um 19 Uhr beenden wir unsere Tour. Wir waren die komplette Zeit über allein, die untergehende Sonne und die mystische Stimmung von Kolmanskop haben den Besuch unvergesslich gemacht. S. sagt auch im Auto immer wieder, wie cool das war und ich kann dem nur zustimmen.

Wer die Chance hat es sich anzuschauen, sollte Kolmanskop unbedingt auf einer Rundreise mit einplanen.

Aufgrund der Uhrzeit fahren wir anschließend direkt in die Stadt, um zu Abend zu essen. Wir haben uns vorab zwei Restaurants die nah beieinander liegen markiert und wollen spontan schauen, welches uns mehr zusagt.
Als Ziel haben wir das "Essenzeit" angegeben und schon beim darauf zufahren, entscheiden wir dort auch einfach direkt hinzugehen. Das Restaurant scheint gut gefüllt zu sein, was in der Regel kein allzu schlechtes Zeichen ist.

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Als wir das Restaurant betreten, werden wir freundlich begrüßt und gefragt, ob wir eine Reservierung haben. Auf unser „Nein“ verzieht die Dame kurz das Gesicht und bringt ein "Oh" hervor, kann uns aber dennoch einen Tisch anbieten. Er hat zwar nicht die beste Lage, aber das ist uns beiden egal. Hauptsache wir bekommen noch einen Platz.

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Als wir unseren Blick durch den Raum schweifen lassen, entdecken wir an einem Tisch das zweite Pärchen von unserem gestrigen Canyon Ausflug. Sie hatten noch erzählt, dass sie auch nach Lüderitz fahren. Im späteren Verlaufen kommen sie auch nochmal kurz an unseren Tisch und verabschieden sich wieder mit den Worten "safe travels".

Wir bekommen die Speisekarte und bestellen eine Fanta und eine Coke Zero. S. entscheidet sich für ein Hähnchen Cordon Bleu mit Pommes, ich wähle die Seafood Platter. Inzwischen haben wir beide auch ordentlich Hunger.

Nach ca. einer halben Stunde bekommen wir die Gerichte gebracht.

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Beides optisch kein Highlight, aber grundsolide. Das Cordon Bleu von S. ist ein richtiger Brocken. Schon beim ersten Anschnitt läuft der Käse raus und sie grinst bis über beiden Ohren.

Als ich etwas später ein Stück von ihr probiere, fällt mir jedoch auf, dass das Stück an einer Stelle eine komische Farbe hat. Bei genauerem Hinsehen sieht man leider direkt, dass das Hühnchenfleisch innen noch roh ist. Und zwar so richtig roh.

Wir fangen eine der Kellnerinnen ab und zeigen ihr den Teller. Sie schlägt die Hände vor den Mund und sagt nur "Oh God no" und nimmt den Teller mit in die Küche. Eine Minute später steht die Restaurantleitung am Tisch und entschuldigt sich vielmals. Sie ist richtig betroffen, entschuldigt sich mehrmals und sagt immer wieder, dass sowas nicht passieren darf.

S. ist es schon fast unangenehm und sagt nur dass es kein Problem sei. Kann passieren. Die Dame möchte nun wissen, was sie ihr Gutes tun kann. Am Ende entscheidet sich S. nur für die Pommes mit Soße und gibt an zum Nachtisch noch einen Malva Pudding zu bestellen.
Ich gucke +1 an, ob sie wirklich nur Pommes möchte, aber ich sehe ihr leider im Gesicht an, wie es nun in ihrem Kopf rattert und dass sie sich Gedanken macht, ob die paar Bisse ihr den Magen verdorben haben.

Vielleicht sind wir auch ein bisschen geprägt, weil sich ein Freund von uns mal auf einer gemeinsamen Reise mit mir eine Magen-Darm-Erkrankung an rohem Hühnchen geholt hat. Das Ganze hat ihn mehrere Wochen beeinträchtigt und da ist das Kopfkino bei uns natürlich vorprogrammiert.
Mir tut es einfach nur leid, weil ich weiß, was sie sich jetzt für Sorgen macht und weil sie sich zu Beginn so über das Cordon Bleu gefreut hatte.

Kurze Zeit später bekommt sie eine frische Portion Pommes, welche sie aber nicht aufisst. Irgendwie ist der Zug jetzt abgefahren.
Wir bekommen noch, wie schon angekündigt, zwei Portionen Malva Pudding und beenden im Anschluss auch das Abendessen.

Wir halten fest: Ja, sowas darf nicht passieren, aber es kann. Wie der Service allerdings reagiert hat, war toll. Das haben wir in Deutschland oder auch im Elsass schon ganz anders erlebt. Von daher können wir das Essenzeit auch grundsätzlich weiterempfehlen. Die Alternativen in Lüderitz sind wohl auch überschaubar.

Um kurz vor 21 Uhr verlassen wir den Parkplatz und entscheiden uns noch schnell das Auto schon vollzutanken, damit wir das morgen Früh nicht mehr machen müssen.

Lt. Google hat die Shell 24h geöffnet. Als wir um 20:59 Uhr an die Zapfsäule fahren, bekommen wir nach einem kurzen Hallo allerdings den Hinweis, dass man um 21 Uhr eigentlich schließt. Dennoch werden wir noch bedient. Am Ende passen knapp 44 Liter in den Tank, wofür wir 900 NAD, also knapp 45€ zahlen.

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Nach ein paar Minuten sind wir wieder am Hotel. Wir gehen noch duschen um uns den Sand abzuwaschen, ehe uns relativ schnell die Augen zufallen.
 
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SDanie

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Tag 6 - Fahrt nach Sesriem

Um 7:15 Uhr klingelt der Wecker, wir sind aber beide schon wach. Die Nacht war erholsam und wir haben gut geschlafen.
Wir machen uns fertig und gehen gegen 8 Uhr zum Frühstück ins Penguin Restaurant.

Die Bewertungen zum Frühstück sind teilweise grottig ausgefallen und so haben wir keine sonderlich großen Erwartungen. Aber wir sollten eines Besseren belehrt werden.
Ja, wir hatten schon bessere, aber weiß Gott auch schon schlechtere. Wir lassen uns beide ein Omelette frisch zubereiten und ich hole mir noch einen Joghurt mit Müsli und S. ein süßes Teilchen, was sich als ein frittierter Krapfen mit Zucker- & Schokoguss herausstellt.

Es gibt Filterkaffee, der gar nicht sooo schlecht schmeckt. Man könnte sich aber gegen Aufpreis auch ein Heißgetränk von der Siebträgermaschine bringen lassen. Der Saft hat aber wohl noch nie eine Frucht gesehen, schmeckt eher wie eine aufgelöste Multivitamintablette.

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Nach dem Frühstück gehen wir kurz hinaus in den Garten des Hotels. Das Wetter ist heute deutlich schöner, das Meer viel ruhiger.

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Nachdem wir auf dem Zimmer unsere sieben Sachen zusammengepackt haben, sitzen wir gegen 9:20 Uhr im Auto und starten das Navi zu unserem ersten Ziel heute: Viewpoint Namib Horses.

Bevor wir Lüderitz verlassen, halten wir noch kurz an der Felsenkirche. Jedoch erhalten wir hier heute keine Audienz, die Tür ist verschlossen.
Und so bleibt uns nur, über den "Kirchweg" endgültig die Weiterfahrt zum nächsten Tagesziel anzutreten.

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Google Maps gibt eine Fahrtzeit von 6:34 h für 469 Kilometer bis zu unserem heutigen Endziel, der Desert Hills Lodge an. Der Großteil davon auf Schotterpisten.
Bisher hat Google Maps immer ganz gut gelegen, wir sind gespannt, wie es heute sein wird.

Als wir an Kolmanskop vorbeifahren, können wir erkennen, dass der Parkplatz sehr voll ist. Somit war die Entscheidung des Besuchs gestern Abend mit dem Daypass wohl goldrichtig. Allein durch die Ruinen zu laufen, hatte, von den schönen Lichtverhältnissen einmal ganz abgesehen, einfach seinen ganz eigenen Reiz.

Die ersten 105 Kilometer bis zu unserem ersten Halt, den Wildpferden von Garub bzw. der Namib, ist die Straße wieder bestens asphaltiert und ich kann den Tempomat dauerhaft auf 120 km/h einstellen. Auf der kilometerlangen, kerzengeraden Straße muss ich auf der gesamten Strecke nur einmal bremsen. Denn am Straßenrand stehen zwei Strauße inklusive einer kleinen Herde Nachwuchs.

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Um halb elf erreichen wir dann die Wildpferde.
Diese können hier frei rumlaufen, es gibt keine Zäune oder Ähnliches. Aber aufgrund des hier befindlichen Wasserlochs, ist die Wahrscheinlichkeit auf Pferde zu treffen recht hoch. Und auch wir haben Glück.

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Wir beobachten die Tiere eine Weile, bis ein Reisebus angefahren kommt und eine größere Gruppe Touristen ablädt.
Aus unserer Sicht kann man halten, wenn man eh hier vorbeikommt. Einen größeren Umweg sollte man aus unserer Sicht hierfür nicht einplanen. 😅

In der kleinen Stadt Aus halten wir noch kurz an einem kleinen Supermarkt und holen uns zwei kalte Getränke, ehe wir um 11:07 Uhr auf die C13 abbiegen, die uns nach 55 Kilometern auf die D707 führen soll. Auf dem Weg dorthin sehen wir in der Ferne Staub von einem entgegenkommenden Auto aufsteigen – ein eher seltener Anblick auf den sonst recht einsamen Pisten Namibias. Neugierig verfolge ich den Kilometerstand, bis wir dem Auto schließlich begegnen: etwas mehr als 4 Kilometer liegen dazwischen. Ein Moment, der die schiere Weite und die besonderen Dimensionen dieser Landschaft eindrucksvoll vor Augenführ.

Bei unserer Reiseplanung hatten wir uns etwas eingelesen, da die D707 zwar oftmals als "Traumstraße" bezeichnet, jedoch auch als schwer befahrbar beschrieben wird.
Nunja, von solchen Kommentaren und Bewertungen halte ich inzwischen um ehrlich zu sein nicht mehr so viel, verschaffe mir gerne selbst ein Bild. Zu oft waren mutmaßlich kaum befahrbare oder sehr anspruchsvolle Straßen am Ende nur halb so wild. Nachdem die Straßen hier bisher auch alle sehr gut waren, sprach aus unserer Sicht absolut nichts mehr dagegen diese Route nach Sesriem einzuschlagen.

Das Besondere an der D707 ist die Lage zwischen der Wüste und den Tirasbergen, die durch weite Ebenen und eindrucksvolle Landschaften führt, was für ständig wechselnden Farbspiele sorgt.

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Wir benötigen gut zwei Stunden, inklusive kleinerer Fotostops, für die rund 120 Kilometer lange, unbefestigte Schotterpiste.
Um 14 Uhr biegen wir schließlich auf die C24 ab. Noch 157 Kilometer liegen vor uns, die Ankunft wird auf etwa 16:15 Uhr geschätzt.

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Mit weiteren kurzen Fotostops kommen wir schließlich um 16:25 Uhr an der Desert Hills Lodge an. Der Bordcomputer des Autos zeigt 6:45 Stunden Fahrtzeit. Damit lag Google Maps also erneut ziemlich richtig.

Wir laden die Koffer aus und begeben uns in Richtung Hauptgebäude der Lodge. Direkt kommt uns jemand entgegen, um uns die Koffer abzunehmen. Wir erhalten feuchte Handtücher sowie einen Saft gereicht.
Der Checkin ist schnell erledigt. Nachdem wir noch das Abendessen für heute Abend gewählt haben, erhalten wir eine kurze Führung durch die Lodge, ehe wir zu unserem Chalet geführt werden.

Video: Desert Hills Lodge

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Den Nachmittag verbringen wir auf der Terrasse mit lesen und spielen. Genießen die Ruhe sowie den Blick in die Weite.

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Nachdem die Sonne untergegangen ist, laufen wir für das Abendessen zurück zum Hauptgebäude.

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Zur Vorspeise gibt es für uns beide Kürbissuppe mit Kokos, gefolgt von einem Salat. Zum Hauptgang hat sich S. für Hühnchen entschieden, für mich gibt es Lamm. Alles ganz lecker, jedoch auch kein Highlight. In aller erster Linie sind wir aber froh, dass das Hühnchen von S. heute durch ist und sie auch keinerlei Probleme mit dem Magen hat. :giggle:
Zum Nachtisch gibt es dann noch eine Art Pfirsichkuchen für S. sowie eine Minzcreme für mich.

Nach dem Essen setzen wir uns noch für 10 Minuten in die Lobby im kurz das Internet zu nutzen. Zurück im Chalet gehen wir noch duschen und packen bereits den Rucksack für morgen, ehe wir gegen 22 Uhr einschlafen. Der Wecker ist für 5:30 Uhr gestellt.
 

SDanie

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Tag 7 - Sossusvlei

Um 5:40 Uhr klingelt an diesem Morgen der Wecker. Nicht gerade die perfekte Definition von Urlaub.

Ich schaue rüber zu S. und frage "Sch*** auf Sossusvlei?". Sie weiß natürlich ganz genau, dass das nicht ernst gemeint war und so springen wir kurze Zeit später aus dem Bett. Wir haben uns gestern Abend schon alles zurechtgelegt, sodass es heute Morgen möglichst schnell geht. Der Plan geht auch auf.
Um 6:15 Uhr verlassen wir im Dunklen das Zimmer und sammeln an der Rezeption noch unsere beiden Lunchboxen ein, die wir gestern Abend noch in der vegetarischen Variante bestellt hatten.

Kurze Zeit später verlassen wir den Parkplatz und reihen uns nach der Lodge Ausfahrt in die Schlange an Autos ein, die um diese Uhrzeit alle nur einen Weg kennen. Das 30 Minuten entfernte Gate von Sesriem.
Die ersten 19 Kilometer gehen über eine ordentliche Buckelpiste, wohingegen die letzten 12km der D826 bis zum Gate dann asphaltiert sind.

Der Park öffnet mit Sonnenaufgang. Wenn man diesen bereits im Park erleben möchte, muss man auch in dem Park übernachten. Dann darf man bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang das innere Gate passieren und erreicht somit die Dünen rechtzeitig, um eben diesen dort zu beobachten. Wir haben uns aufgrund der Unterkünfte jedoch dagegen entschieden.

Am Outer Gate angekommen, müssen wir einen kleinen Moment warten. Drei Autos sind noch vor uns. Als wir an der Reihe sind, wird das Kennzeichen sowie die Anzahl an Personen notiert und uns wird die Eintrittsnummer 38 zugewiesen. Die Toilette am Gate lassen wir rechts liegen und machen uns auf den Weg zum 2x4 Parkplatz im Westen des Parks.

Für die letzten 5km ist dann nur noch ein 4x4 erlaubt, es werden aber kostenpflichtige Shuttles angeboten. Wir wollen uns mal anschauen wie das letzte Stück so ist und dann entscheiden. S. macht sich schon wieder leicht verrückt, weil sie gelesen hat, dass man unbedingt den Shuttle nehmen soll, da man selbst mit einem 4x4 stecken bleiben kann. Das ich auf solche Bewertungen und Hinweise nicht mehr allzu viel gebe, mir lieber selbst ein Bild mache, hatte ich ja bereits geschrieben.

Bis zum 2x4 Parkplatz sind es vom Parkeingang 60km, für die eine Stunde veranschlagt wird. Maximal erlaubte Geschwindigkeit sind nämlich 60 km/h. Aber wir merken schnell, dass sich daran niemand hält. Und so justiere ich den Tempomat ebenfalls peu à peu nach oben.
Auf dem Weg legen wir einen ersten kurzen Halt an der Düne 40 ein. Das Lichtspiel mit der aufgehenden Sonne, einer sonnigen und einer schattigen Seite, ist wirklich wunderschön.

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Wir nutzen die kleine Pause und werfen einen ersten Blick in unsere Lunchbox. Neben einem Käse-Sandwich gibt es noch Joghurt, Müsli, ein gekochtes Ei, einen Müsliriegel, Apfel, Orange und auch noch ein kleines Trinkpäckchen. Wir entscheiden uns beide den Joghurt mit Müsli bei bester Aussicht auf die Düne 40 zu essen.

Als wir gegen kurz vor acht den 2x4 Parkplatz erreichen und ich einen ersten Blick auf die Zufahrtsstraße werfen kann, sehe ich nichts das dagegenspricht allein weiterzufahren. Und sollte es doch schiefgehen, müssen wir uns ebenen herausziehen lassen. Das Risiko ist somit überschaubar. 😉
Aufgrund dessen, dass wir keinen Kompressor im Auto haben, lassen wir auch den Luftdruck in den Reifen so wie er ist.

Die Piste ist reiner Sand, durchsäht von teils tiefen Rillen, die das Auto ordentlich zum Hüpfen bringen. Klar rutscht man immer mal wieder etwas hin und her, hat nicht den besten Grip, aber am Ende ist die Strecke definitiv mit einem 4x4 machbar. Was nicht hilft ist Angst oder zu zaghaftes fahren. Um den Halt im Sand nicht zu verlieren, muss man ab und an auch mal aufs Gas gehen.
Wir entdecken derweil noch ein Auto, das abgeschleppt werden muss. Es war aber definitiv kein Allrad, sondern ein Kleinwagen. Vor dem Stück steht auch ein Schild, dass es eine Strafgebühr gibt, wenn man mit einem 2x4 versucht weiterzufahren und dann stecken bleibt.

Um kurz nach 8 Uhr erreichen wir den Parkplatz von Deadvlei sowie der Big Daddy Dune und reihen uns neben den vielen Autos ein.

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S. sucht nochmal ein Toilettenhäuschen auf und am Ende starten wir um 8:15 Uhr den Aufstieg der Düne.

Wir hatten gestern in einer Google Maps Bewertung noch ein recht hilfreiches Bild gescreenshotet, dass die verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten veranschaulicht.

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Da wir keinen wirklichen Plan haben, laufen wir einfach mal drauf los, im Prinzip immer den Fußstapfen im Sand hinterher. Am Ende laufen wir den roten Weg nach oben und quer durch das Deadvlei zurück.

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Der Aufstieg beginnt am Anfang recht flach, wird zwischendurch aber immer mal wieder etwas steiler. Es lässt sich auf dem Sand allerdings besser laufen als gedacht. Wenn man darauf achtet, dass man immer in bereits vorhandene Fußstapfen tritt, hat man sogar einen erstaunlich guten Halt.

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Der Ausblick auf dem Weg ist teilweise echt grandios. Das Farbspiel mit der aufgehenden Sonne einfach toll.

Nach einer Stunde sind wir ungefähr dort, wo sich in dem Bild oben das schwarze Kreuz auf dem roten Weg befindet.

Dort entscheidet sich S. dazu den Weg nicht weiter bis zum Gipfel mitzugehen. Ihr Knie macht sich leider bemerkbar. Daher entscheiden wir uns, ab diesem Punkt kurz getrennte Wege zu gehen. S. setzt sich in die Düne, während ich weiterlaufe.

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Das letzte Stück ist an einer Stelle nochmal steil und man findet schwer Halt in dem Sand. Mit jedem Schritt nach oben, macht man gefühlt wieder einen halben zurück. Dennoch erreiche ich ca. 35 Minuten später den Gipfel der Düne. Wow! Was für ein Ausblick.
Video: Ausblick Big Daddy Dune

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S. und ich haben uns zwischendurch immer mal wieder zugewunken, auch wenn wir uns nur als kleine Punkte erkennen konnten.

Auf dem Gipfel ist nicht sehr viel los. Einige haben den Aufstieg dann doch irgendwann abgebrochen. Und so habe ich die Möglichkeit hier oben einfach einmal den Ausblick und die Ruhe zu genießen. S. hingegen verbringt die ganze Zeit auf ihrem Platz in der Düne und beobachtet das Treiben. Die Ruhe und das Panorama sind ebenfalls wunderschön. Und ganz allein ist sie auch nicht.

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Nach ca. 15 Minuten auf dem höchsten Punkt mache ich mich an den Abstieg oder besser gesagt an den Absprint.

Der Abstieg geht dann auch deutlich schneller als der Aufstieg. Ein kurzes, dafür aber umso größeres Vergnügen. Denn man kann eine Seite der Sanddüne nach unten "laufen". Wobei das Laufen eine Mischung aus rutschen, springen und sprinten ist. Dabei gibt der Sand ein dumpfes, bassartiges Dröhnen von sich. Es macht richtig viel Spaß und nach nicht mal vier Minuten stehe ich unten im Deadvlei und muss erstmal die Schuhe ausleeren, die mir mit all dem vielen Sand kaum noch passen. 😁

Als ich meinen Blick nach rechts schweifen lasse, zur Düne auf der S. die ganze Zeit saß, mache ich sie immer noch als kleinen weißen Punkt ausfindig. Sie macht noch keinerlei Anstalten auch die Düne runterzukommen.

Ich entscheide mich daher auf sie zuzulaufen. Als ich näher komme und wir uns erkennen können, steht auch sie langsam auf. Ich zücke mein Handy und Filme eine freudestrahlende S., die wie ein kleines Kind die Dünen runterrennt und springt.

Als sie unten ankommt, muss auch sie sich erstmal von den Sandmassen befreien.
Anschließend laufen wir zusammen durch das Deadvlei zurück in Richtung Parkplatz, wo wir gegen 11 Uhr wieder ankommen.

Das Deadvlei ist eine weiße Lehmton-Pfanne im Namib-Naukluft-Park, die von den weltweit höchsten roten Sanddünen umschlossen wird. Charakteristisch sind die jahrhundertealten, vertrockneten Kameldornbäume, die aufgrund der extremen Trockenheit nicht verrotten und eine surreale Kulisse bilden.

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Zurück am Auto entscheiden wir uns, noch ein kleines Stück weiterzufahren zur Big Mama Dune, der anderen großen Düne im Sossusvlei selbst. Der Weg dauert keine 5 Minuten, aber für uns ist die Aussicht bei weitem nicht so beeindruckend wie die Umgebung rund um Big Daddy und Deadvlei, weshalb wir kurzerhand wieder umkehren und den Weg Richtung Sesriem Cayon ansteuern.

Der Weg raus aus dem Sand ist ebenfalls kein Problem, das holprige Fahren macht mir sogar Spaß.

Gegen 12 Uhr erreichen wir einem Viewpoint, der heute Morgen, als wir vorbeifuhren, voll war. Jetzt um diese Uhrzeit ist er leer und wir entscheiden uns kurzerhand eine kleine Mittagspause einzulegen. Ich stelle das Auto so ab, dass wir einen perfekten Blick auf die Dünenlandschaft haben, während wir etwas Obst, Kekse und Müsliriegel aus unserer Lunchbox essen.

Nach ca. 30 Minuten fahren wir weiter in Richtung Canyon.
Irgendwann zeigt Google Maps an, dass wir rechts abbiegen sollen. Allerdings steht dort ein Schild "Private Road". Das verunsichert uns und wir schauen in Google Maps nochmal etwas genauer rein. Wir erkennen, dass es auch kurz nach dem Gate einen Zufahrtsweg geben muss. Und so fahren wir weiter in Richtung Ausgang bzw. Inner Gate.

Dort kommen wir gegen kurz vor 13 Uhr an und werden von einer Dame freundlich begrüßt, die uns erklärt, dass wir hier zahlen müssen. Wir halten kurz an der Seite auf dem Parkplatz und ich gehe in das Häuschen. Für zwei Erwachsene und das Auto zahlen ich in Summe 350 NAD, also rund 17€ und bekomme dafür eine Bestätigung.
Zusätzlich lasse ich mir noch erklären, wie wir von hier aus am schnellsten zum Sesriem Canyon kommen.

Kurz vor dem Outer Gate führt eine Straße rechts ab und wir folgen der Beschilderung zum Canyon.

Noch keine 10 Minuten später erreichen wir einen Parkplatz und werfen, wie die meisten, von oben einen Blick in den Canyon.

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Da wir den Rest des Tages nichts mehr vorhaben, entscheiden wir uns den Weg in den Canyon zu suchen.

Unten angekommen laufen wir zunächst links und gelangen nach wenigen Minuten an das Ende des Canyons, wo wir einen kleinen Süßwasserpool mit Fischen entdecken. Ich bin ehrlich, den Pool hätten wir vermutlich nicht entdeckt, wenn wir nicht einen Guide gehört hätten, der hinter den Felsen seinen Gästen etwas erklärte.

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Im Anschluss laufen wir in die andere Richtung des Canyons, welche aber deutlich "langweiliger" ist.

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Gegen 13:45 Uhr sind wir zurück am Auto. Unser nächstes Ziel ist die Tankstelle gegenüber des Outer Gate. Hier ist ordentlich Betrieb, ist sie doch die einzige Tankstelle weit und breit und jedes Safari-Auto, jeder Bus und vermutlich auch jeder Tourist mit einer weiteren Strecke vor der Brust, füllt hier nochmal den Tank auf. Wir hatten sogar gelesen, dass es manchmal keinen Sprit mehr gibt. Diese Sorge ist zumindest heute unbegründet.
Für etwas über 1.200 NAD lassen wir den Wagen volllaufen.

Im Tankstellenshop holen wir uns zur Erfrischung noch je eine Sprite Zero, die beide seit Mai abgelaufen sind 😁 na was soll's… schlecht wird der Zuckersaft schon nicht so schnell werden.

Anschließend machen wir uns zurück auf den Weg zu Lodge. Irgendwie ist die Schotterpiste heute Nachmittag deutlich ruhiger zu fahren als heute Morgen.

Zurück in der Lodge werden wir schon erwartet und müssen unser Abendessen aussuchen.

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So langsam zeichnet sich ein Konzept in den Lodges ab. Es gibt immer eine Suppe und/oder Salat zur Vorspeise, ein Hauptgericht mit unterschiedlicher Fleischauswahl und den gleichen Beilagen sowie ein Dessert.
S. entscheidet sich heute für den Salat, ich nehme den Tuna Crêpe. Auch den Hauptgang wählen wir unterschiedlich. Während ich mich für das Kudu Steak entscheide, nimmt S. die Pork Chops. Bei der Nachspeise entscheidet sich S. für den Chocolate Pudding, ich nehme die Lemon Tarte.

Wir überlegen noch eine Runde in den Pool zu gehen und laufen auf dem Weg zum Chalet dort vorbei. Ein Blick in den Pool reicht uns, um von der Idee Abstand zu nehmen. Aus der Ferne gibt er optisch etwas her, aus der Nähe ist er leider nicht ganz so sauber.

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Hinzu kommt aber auch, dass der Wind deutlich Fahrt aufgenommen hat und die Vorstellung in Badesachen dort zu liegen, löst direkt eine Gänsehaut aus.

Daher entscheiden wir uns dazu, uns lieber mit einem Buch bzw. dem Handy auf den Balkon unseres Chalets zu setzen.

Wir haben zwischenzeitlich neue Nachbarn bekommen und während wir versuchen die Ruhe und Stille zu genießen, telefonieren die beiden Herrschaften, aus "the greatest country in the world" mit all ihren Daheimgebliebenen. Natürlich über Lautsprecher. Jedem Telefonpartner wird erzählt wie "great" und "awesome" es hier ist und was für ein "stunning view" sie von ihrem Balkon aus haben.
Dabei trinken Sie gemütlich ihr Dosenbier, welches irgendwann von einer Windböe über den Balkon runter in die Natur gefegt wird. Das interessiert die beiden überhaupt nicht. Die Dose wird einfach liegen gelassen.

Wir ärgern uns etwas darüber. Sie schwärmen allen von der tollen Natur und den Tieren hier vor, tragen selbst aber nicht das Mindeste dazu bei, dass es so bleibt. Ein ökologisches Gespür oder einen Sinn für Regeln oder Anstand fehlt gänzlich. Was man auch noch daran merkt, dass die Klimaanlage deutlich zu hören ist, gleichzeitig aber die Balkontür weit offen steht und der Herr mit seiner qualmenden Pfeife in das Chalet aus Schilf/Stroh genüsslich rein- und rausspaziert.

Da meine Urlaubslektüre zur Zeit passenderweise das Buch "Die "Let them" Theorie" ist, belasse ich es bei einem innerlichen Kopfschütteln.

Gegen 17.30 Uhr macht sich S. auf den Weg ins Bad. Überall hängt uns der Sand, selbst an den Ohrläppchen 😅

Nachdem auch ich mich fertig gemacht haben, laufen wir pünktlich gegen 19 Uhr zum Abendessen.
Das Essen schmeckt ganz in Ordnung, aber eine Wohlfühlatmosphäre bietet der Restaurantbereich nicht wirklich. Es sind wieder sehr viele Servicekräfte anwesend, die aber alle etwas desinteressiert wirken.

Während wir beim Dessert sind, kommen alle gesammelt aus der Küche raus und führen einen kleine Tanz mit Gesang vor. Wir kennen solche Vorstellungen schon von unserer Kenia Reise. Die ca. 12-köpfige deutsche Reisegruppe findet allerdings große Begeisterung, wohingegen die Individualreisenden sich primär ihrem Essen widmen.

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Nachdem wir gefragt wurden, ob es für uns in Ordnung sei, zahlen wir nach dem Essen noch unsere Rechnung. Das Internet sei nicht immer zuverlässig, und man wisse nicht, ob es am nächsten Morgen beim Checkout funktioniere. Kein Problem, und so begleichen ich die Kosten für unsere Getränke zu den beiden Abendessen.

Zurück auf den Zimmer packen wir unsere Koffer soweit es geht fertig, gehen dann aber direkt schlafen. Es war ein langer, aber sehr schöner Tag.
 
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SDanie

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Tag 8 - Fahrt nach Swakopmund

Der Wecker ist für 7:15 Uhr gestellt, wir sind jedoch beide bereits gegen kurz nach halb sieben wach.

Da wir es heute aber nicht wirklich eilig haben, lungern wir noch etwas herum und genießen einfach den Ausblick. Dabei beobachten wir vier Oryxantilopen vor dem Chalet grasen.

Und so wird es dann doch kurz nach 8 Uhr bis wir beim Frühstück im Hauptgebäude aufschlagen.
Das Frühstück selbst ist leider nicht so toll. Es gibt absolut billigen Saft alias, gefärbtes Zuckerwasser und Kaffee aus einer Pump-Thermoskanne.
Das Gebäck ist trocken und teilweise hart, immerhin gibt es noch Toast. Die beiden Omelette von der Eierstation schmecken sehr ölig. Allgemein herrscht hier deutliches Verbesserungspotential. Das gilt außer für die Zimmer leider für einige Bereiche der Lodge. Zumindest, wenn man das Preis-/Leistungsverhältnis dazu sieht.

Nach dem Frühstück bitten wir an der Rezeption darum, dass uns jemand mit dem Gepäck behilflich ist, da unser Chalet Nummer 17 das Vorletzte, und der Weg dorthin sehr hügelig ist. Wir machen uns im Chalet nochmal kurz fertig, laden dann die Koffer ins Auto und fahren schließlich um 9:15 Uhr los.

Google Maps gibt für die heute geplante Route 377 km sowie eine geplante Fahrtzeit von 5:33 h an.

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Wir fahren nicht auf dem direkten Weg nach Swakopmund, sondern wollen über den Welwitchia Drive fahren. Der Welwitschia Drive ist eine rund 50 Kilometer lange Route im Namib-Naukluft-Nationalpark, wo es neben den einzigartigen Welwitschia-Pflanzen, von denen einige über 1.000 Jahre alt sind, auch geologische Formationen zu sehen gibt, die wie eine Mondlandschaft aussehen.

Bis dahin sind es rund 4:50 Stunden. Der größte Teil davon ist Schotterpiste. Um genau zu sein so ca. 95% 😅

Die Route bietet immer wieder schöne Aussichten und tolle Landschaften. Unter anderem den Gaup sowie den Kuiseb Pass (M36). Letzterer kann neben den schönen Aussichten auch mit teilweise asphaltierten Straßen überzeugen. Die Strecke ist im Vergleich zu den bisherigen auch die "vollste" und es herrscht relativ viel Verkehr.

Zudem sehen wir immer wieder Antilopen, Strauße und Gazellen am Straßenrand.

Wir kommen in Summe sehr gut voran und so biegen wir gegen 12:15 Uhr von der direkten Route nach Swakopmund ab, um in Richtung Welwitchia Drive zu gelangen. Dabei verunsichert uns ein Schild auf dem nur steht “Ganab Permit Required“. Da wir hier keine Internetverbindung haben, können wir dazu auch nichts finden. Die Route wird jedoch nicht nur von Google Maps, sondern auch von MapsMe vorgeschlagen. Auch in der Planung der Route, hatte ich nichts von einem benötigten Permit o.ä. gelesen.

Und so entscheiden wir uns, einfach mal loszufahren. Zur Not müssen wir 27 Minuten umdrehen und über die parallel verlaufende D1998 fahren, oder, falls möglich den Permit irgendwo noch kaufen. Am Ende sehen wir nur ein Camp Site mit dem Name Ganab. Daher vermuten wir, dass ein Permit benötigt wird, wenn man hier übernachten/campen möchte.
Wir werden am nächsten Tag erfahren, dass man doch eine Genehmigung gebraucht hätte. Diese hätten wir uns vorab bei der namibischen Behörde ausstellen lassen müssen. Als Strafe können hohe Geldsummen winken.

Also Glück im Unglück ;) Selbiges gilt im Übrigen auch für den Welwitschia Drive.

Um 14 Uhr befahren wir dann den Welwitschia Drive. Auf dem Weg dorthin haben wir am Straßenrand schon einige der berühmten Pflanzen gesehen, jedoch kein Foto gemacht, da wir zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen, dass wir auf dem eigentlichen Drive noch einige zu Gesicht bekommen werden.
Dem ist aber nicht so, oder wir sind zu doof nochmal welche zu sehen. Daher bleiben wir hier ein Foto schuldig.

Dennoch hat sich der kleine Umweg absolut gelohnt. Die Ausblicke von den View Points sind beeindruckend. Man fühlt sich mal wieder in einer anderen Welt, oder eben wie auf dem Mond. Auch wenn alles trocken ist, wechseln die Landschaften im Laufe einer solchen Wegstrecke immer wieder. An einem der Aussichtspunkte sage ich zu S., dass es irgendwie, trotz der Trockenheit, Parallelen zur Arktis und Antarktis gibt. Auch hier kann sich die Landschaft auf kürzester Distanz komplett wandeln. Was dort die unzähligen Blau- und Weißtöne sind, sind hier eben beige und braun. Dazu den oftmals tiefblauen Himmel.

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Als wir uns dem Ende des Welwitschia Drives nähern, schreiben wir der Dame, die für die Übergabe der Schlüssel unserer nächsten Unterkunft zuständig ist, dass wir bereits früher vor Ort sein werden und die gestern verabredeten 16:30 Uhr locker schaffen.

Sie antwortet, wir können gerne direkt kommen. Perfekt! Daher entscheiden wir uns dazu ohne Umweg über die Stadt die Unterkunft anzusteuern.

Und so stellen wir das Auto mit einer Fahrzeit von 5 Stunden und 44 Minuten in der Garage der Unterkunft ab. Somit lag Google Maps wieder einmal sehr gut.

Bei unserer Ankunft im Surfside Swakopmund werden wir von E. freundlich empfangen.

Sie führt uns durch das Haus und erklärt uns die wichtigsten Dinge. Das Haus ist einfach genial! Zwar viel zu groß für uns zwei, aber wer will sich über zu viel Platz beschweren. Das Haus liegt direkt am Meer mit einem traumhaften Ausblick, einem riesigen Innenhof inklusive Grill, einer gut ausgestatteten Küche, einem schönen Wohnbereich sowie einem tollen Schlafzimmer.
Video: Surfcamp Swakopmund

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Wir kommen mit E., die perfektes Deutsch spricht ein bisschen ins Gespräch. Wir erfahren, dass sie gestern Abend auf einer deutschen Karnevalssitzung war und erzählt gleichzeitig, dass sie noch nie in Deutschland war.

Für uns ist das total surreal. Im weiteren Verlauf kommen wir auch auf das Leben in Swakopmund zu sprechen und beim Erklären der Sicherheitsanlage wird es kurz politisch. Am Ende übergibt sie uns die Schlüssel und lässt uns etwas irritiert zurück. In den letzten Minuten unseres Gesprächs hatte sie eine aus unserer Sicht recht eigensinnige Art über die Schwarzen hier vor Ort zu reden. Wobei wir auch leider morgen noch mit dem Thema "Rassismus" konfrontiert werden.

Wir laden kurz unsere Koffer aus und fahren direkt zum SuperSpar in Swakopmund.

Heute Abend wollen wir in unserer Unterkunft kochen und zu Abend essen. Nachdem es die letzten Tage immer mehr oder weniger das Gleiche gab, möchten wir heute unsere schöne Unterkunft nutzen und einfach mal einen gemütlichen Abend zu zweit verbringen.

Wir entscheiden uns für ein simples, aber einfach immer wieder leckeres Essen: Nudeln mit Schinken-Sahnesauce. Und weil sie mich im Supermarkt angelacht haben, gibt es noch ein paar Lamm-Käsegriller. Dazu kaufen wir noch etwas Brot, Eier und Käse sowie Obst für das Frühstück der beiden kommenden Tage.

Zurück in der Unterkunft verräumen wir kurz unsere Einkäufe, setzen uns dann etwas auf die Terrasse in die Sonne und genießen einfach mal den Ausblick.

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Während die Sonne untergeht, bereiten wir gemeinsam das Abendessen vor. Während S. sich hauptsächlich, um die Nudeln kümmert, grille ich im Innenhof die Würstchen.

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Das Abendessen schmeckt sehr lecker, jedoch entdecken wir bei unserem Nachschlag, dass die Packung Streukäse die wir gekauft haben, trotz noch passendem MHD, komplett verschimmelt ist. Nun ja hoffen wir einfach mal, dass es nicht zu Magenproblemen führt. Ändern können wir es jetzt sowieso nicht mehr.

Nach dem Abendessen räumen wir noch etwas auf und spielen zwei Runden Mensch Ärgere dich nicht, bei denen S. mich gnadenlos abzieht.

Anschließend wird es dringend Zeit ins Bett zu kommen, denn morgen klingelt der Wecker wieder um 6:15 Uhr. Wir schreiben noch ein paar Zeilen Reisebericht, ehe die Müdigkeit siegt und wir einschlafen.
 
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SDanie

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Tag 9 - Sandwich Harbour

Der Wecker klingelt. Wir haben beide sehr gut geschlafen, das Bett ist super bequem und das Wellenrauschen im Hintergrund wirkt total beruhigend.
S. geht zuerst duschen, ich plane noch etwas die kommenden Tage und verschwinde anschließend ebenfalls unter der Dusche. In der Zwischenzeit bereitet S. das Frühstück vor.

Dieses fällt heute mit einer Scheibe Brot mit Käse, einem Müsliriegel sowie Kaffee zwar überschaubar aus, hat aber auch mal wieder seinen Charme und ist für uns absolut ausreichend.

Um kurz nach halb acht brechen wir auf in Richtung Walvis Bay. Dort startet unser 4x4 Tour zum Sandwich Harbour.
Auf dem Weg dorthin passieren wir, wie wir später erfahren werden, die längste Palmenallee der Welt, mit 1.600 Palmen.

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Pünktlich um 8:20 Uhr erreichen wir den Parkplatz am südlichen Rand von Walvis Bay, direkt gegenüber der Flamingo Lagune.

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Wir werden freundlich von H. begrüßt. Er ist schätzungsweise Ende 60, in Namibia geboren und spricht „natürlich“ fließend deutsch. Wir werden zusammen mit einem anderen jungen deutschen Paar und ihm im Auto unterwegs sein. Pünktlich um 8:30 Uhr brechen wir auf. Ein Mutter/Sohn Gespann aus Colorado, das bei einem Kollegen im Auto Platz nimmt, wartet noch auf ein viertes Paar, welches am Ende jedoch nicht auftauchen wird.

Unser erster Halt sind die Salzbecken der ortsansässigen Salzfabrik. Die Sonne steht noch nicht so gut, weshalb die Becken nur leicht rosa schimmern.

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Auf dem Rückweg werden wir hier nochmal kurz halten, und die Farben der verschiedenen Becken dann in ihrer vollen Pracht erkenne können.

Weiter geht es entlang am Strand in Richtung Sandwich Harbour.

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Während der Fahrt erhalten wir von H. einige interessante Informationen zur Umgebung, aber auch spannende Einblicke in den Alltag in Namibia.

Doch auch hier fällt uns wieder auf, dass es unter den Deutsch-NambibianerInnen doch Ansichten gibt, die für uns wohl schwer nachzuvollziehen sind. Wobei H. hierbei größtenteils einen sehr abgeklärten und realistischen Eindruck zu haben scheint. Dennoch sind gewisse Aussagen für uns schwer nachvollziehbar. Bei den Worten "umgekehrte Apartheid" stellen sich uns die Nackenhaare auf, gerade nach unserem Besuch des Museums in Johannesburg.

Wir wollen uns nicht anmaßen, das zu verurteilen oder zu werten. Es steht uns auch nicht zu eine Situation und die Empfindungen anderer zu verurteilen, die wir nicht selbst kennen oder erleben.

Sandwich Harbour ist ein spektakuläres Naturgebiet an der Küste Namibias, südlich von Walvis Bay. Es ist bekannt für seine einzigartige Landschaft, wo riesige Sanddünen direkt auf den Atlantik treffen. Das Gebiet ist Teil des Namib-Naukluft-Nationalparks und bietet Lebensraum für zahlreiche Vogelarten und andere Wildtiere.

Zwischen dem Meer und den direkt daneben hoch aufragenden Sanddünnen, fahren wir immer weiter in Richtung Süden.

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Mehrfach halten wir an und können dabei diese krassen Kontraste bestaunen.

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Bei einem Stopp können wir sogar einen Schakal in der Ferne beobachten.

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So vergeht die Zeit, bis wir schließlich über immer höhere Dünen immer weiter ins Hinterland fahren, wo wir gegen 11 Uhr mitten im gefühlten Nichts anhalten und ein kleines Picknick geboten bekommen. Inklusive Sekt und Muffins mit Blattgold.

Einfach ein surreales Ambiente.

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Wir genießen die Stille und den Ausblick. H. zeigt uns mithilfe eines Magneten noch, weshalb an der Küste bereits unzählige Schiffe auf Grund gelaufen sind.
Ein Grund ist der fast täglich dicke Küstennebel, der durch das Zusammentreffen des Benguela-Stroms sowie der warmen Wüstenluft, für extrem schlechte Sicht sorgt. Zusätzlich ist der Sand in der Region sehr eisenreich. Dadurch können Kompasse und Navigationsinstrumente gestört werden, was dann in Kombination mit der schlechten Sicht dazu geführt hat, dass schätzungsweise bereits weit über 300 Schiffe hier ihr Ende gefunden haben.

Gegen Ende der kleinen Pause kommen wir auch mit Mutter und Sohn aus Colorado ins Gespräch. Sie erzählen uns ein bisschen was über ihre Reisepläne und irgendwann kommen wir auch noch auf die derzeitige amerikanische Politik zu sprechen.

Nach dem Picknick geht es durch die Dünen wieder in Richtung Küste und dann immer am Meer entlang wieder zurück zum Startpunkt. Dabei entdecken wir noch eine lebende Robbe, nachdem wir auf dem Hinweg nur ein paar Kadaver gesehen haben. Zuletzt halten wir nochmal an den Salzseen, die nun tatsächlich in den verschiedenen Pinktönen leuchten.

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Nach ziemlich genau vier Stunden endet eine kurzweilige und schöne Tour.

Anschließend brechen wir zur “Platz am Meer” Waterfront auf. Dabei handelt es sich um eine kleine Mall mit Supermarkt, Geschäften, Restaurants und Fastfood-Ketten. S. ist aufgrund der doch deutlich kühleren Temperaturen, als wir es erwarteten hatten, kleidungstechnisch etwas dünn ausgestattet, weshalb wir hier noch nach einem dicken Pulli schauen wollen.
Wir schlendern durch ein paar Geschäfte, bis sie sogar doppelt fündig wird.
Plot Twist: ab morgen bewegen sich die Temperaturen meist bei um die 30° und die Pullis werden nicht mehr gebraucht 😅

Nachdem die Pflicht erfüllt ist, laufen wir nochmal durch den Checkers Supermarkt. Dabei entscheiden wir uns spontan dazu, heute Abend nochmal in unserer Unterkunft zu essen. Den ersten Plan, Burger zu grillen, verwerfen wir dann wieder aufgrund doch sehr dubios mit blau/grün durchsetzen Burger Patties. Nach dem gestrigen Schimmelkäse sind wir vielleicht etwas vorbelastet. Aber gesund sah das irgendwie nicht aus.

Und so entscheiden wir uns am Ende dazu die restlichen Nudeln und das Ersatz-Pesto von gestern um eine Tomatensoße zu ergänzen. Dazu gibt es eine Suppe sowie ein Brötchen für die beiden restlichen Würstchen von gestern Abend.

Bevor wir zurück zur Wohnung fahren, trinken wir bei Mug&Bean noch einen Cappuccino und teilen uns eine Stück Cheescake. Lecker!

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Anschließend fahren wir zurück zur Unterkunft, laden die Einkäufe aus dem Auto und setzen uns auf die Terrasse in die Sonne.

Wir lesen, hängen am Handy und damit ich behaupten kann in Namibia einmal im Meer gewesen zu sein, halte ich auch mal die Füße ins wirklich arschkalte Wasser. Irgendwann wird es uns dann aber doch zu frisch und so gehen wir rein und beginnen mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Der Sonnenuntergang heute ist deutlich besser zu sehen, da keine Wolken am Horizont sind.

Wir genießen erneut ein gemütliches Abendessen in unserer Ferienunterkunft. Die ruhige Atmosphäre und der dauerhafte Ausblick auf das Meer haben einfach seinen Charme. Und Essen gekocht, bekommen wir die nächsten Tage noch genug.

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Während dem Abendessen erhalte ich von E. noch eine WhatsApp, wann wir morgen auschecken wollen. Ich bestätige ihr die bereits bei Ankunft avisierte Uhrzeit von 9:30 Uhr.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch einige Zeit zusammen und unterhalten uns über unsere Eindrücke, was das Leben hier, den Kolonialismus sowie Rassismus angeht. Themen, mit denen man auf dieser Reise einfach immer wieder konfrontiert wird.

Anschließend nutzen wir die Zeit noch etwas zur weiteren Reiseplanung. Von H. haben wir heute gehört, dass im Etosha aktuell starke Waldbrände wüten. Dabei sieht es so aus, dass auch die Region, in der unsere Unterkunft liegt, betroffen sein könnte. Daher schreibe ich der Lodge noch eine E-Mail. Da wir aber nichts Genaues herausfinden können, entscheiden wir uns dazu morgen früh einfach mal dort anzurufen.

Den Rest des Abends verbringen wir auf der Couch mit Reisebericht schreiben und erzählen. Gegen kurz nach elf machen wir uns dann bettfertig und gehen schlafen.
 
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SDanie

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Tag 10 - Spitzkoppe

Wir haben wieder wunderbar geschlafen. Durch die heizende Klimaanlage haben wir es auch geschafft, die Temperatur recht gut halten zu können. Gestern Abend haben wir im Wohnbereich gefroren, weil das Klimagerät dort leider nicht geheizt hat. Wohl ein bekannter Defekt, den man nicht in den Griff bekommt.

Um 7:15 Uhr stehen wir auf und während ich das Frühstück vorbereite, geht S. schon mal duschen.
Heute gibt es Rührei mit übrig gebliebenem Käse, dazu Brot und etwas Obst. Kein kulinarischer Hochgenuss, aber es reicht uns dicke um satt zu werden und so wenig Reste wie möglich über zu lassen.

Während S. dann die Küche fertig macht, gehe ich ins Bad und so checken wir um 9:30 Uhr pünktlich aus. Auch E. erscheint wie vereinbart für die Schlüsselübergabe. Noch ein kurzer Plausch ehe wir um 9:40 Uhr losfahren.

Unser erstes Ziel ist das Stadtzentrum von Swakopmund. Wir haben bisher noch nicht so viel davon gesehen. Und bevor wir die Küstenregion verlassen, wollen wir nochmal unseren Wasservorrat aufstocken und den Tank füllen.
Die ehemalige deutsche Kolonialstadt ist noch immer sehr deutsch geprägt, was man nicht zuletzt auch an den Straßenamen oder z.B. der kleinen Shopping Mall "Platz am Meer Waterfront" spüren kann. Auch viele Gebäude tragen noch alte, deutsche Namen oder es gibt Restaurants wie "das Brauhaus", "Wurstbude" oder das "Altstadt Restaurant".

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Wir finden das noch immer merkwürdig oder neudeutsch auch "weird". Aber das ist eben auch ein Teil der deutschen Geschichte.

Nachdem wir ein bisschen Kreuz und Quer durch die Gegend gefahren sind, steuern wir als nächstes den Supermarkt "Food Lovers" an. Wir benötigen nochmal ein bisschen Wasser. Leider gibt es hier keine richtigen Wasserträger, sondern nur einzelne, gekühlte Flaschen. Kurz überlegen wir, deshalb extra zum Spar zu fahren, aber das lohnt sich am Ende auch nicht.
Und so greifen wir ein paar lose Flaschen, begutachten die auch hier gute Auswahl an Süßem und Herzhaftem, ehe wir zahlen und wieder zurück ans Auto laufen.

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Bevor wir die zweitgrößte Stadt Namibias verlassen, halten wir nochmal an einer der vielen Tankstellen. Für ca. 845NAD tanken wir voll (bzw. lassen volltanken) und starten unsere Fahrt nach Spitzkoppe. Google Maps gibt rund 2 Stunden für die rund 160km an.

Der Großteil der Strecke folgt der asphaltierten B2, nur die letzten 60km sind wieder eine Gravel Road. Die Fahrt selbst ist, abgesehen von den Ausblicken, absolut unspektakulär. Bereits aus der Ferne kann man unser nächstes Ziel, die Spitzkoppe, das „Matterhorn Namibias“, erkennen. Wie bisher war die Angabe von Google Maps wieder sehr zuverlässig und wir erreichen um 12:45 Uhr unser Ziel.

Der Eingang befindet sich am Spitzkoppe Community Restcamp (Plus Code 5FCQ5662+5J).
Wir zahlen 320NAD Eintrittsgebühr und bekommen eine Karte zur Orientierung mit. Die Karte ist recht schemenhaft, aber ausreichend. ;)

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Wir fahren zuerst zu Bushmans Paradise. Dabei handelt es sich um ein historisches Felskunstgebiet an der Spitzkoppe in Namibia, bekannt für beeindruckende Granitformationen und gut erhaltene Felszeichnungen der San. Es gilt seit 1954 als Nationales Denkmal und ist nur mit Guide zugänglich, da das Areal geschützt wird.

Der Weg dorthin ist jedoch erstmal alles andere als leicht. Gut 100 Höhenmeter kraxelt man den Felsen hoch und zieht sich dabei an einer Eisenkette mehr oder weniger hoch.

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Unten am Startpunkt empfängt einen ein Guide. Sobald man oben angekommen ist, wartet dann ein weiterer, der einem die Felsmalereien zeigt und erklärt. Ohne die Hintergrundinformationen würde man den Sinn und die Geschichte hinter den Malereien wohl nicht verstehen, geschweige denn entziffern können, was die Kunst darstellen soll.

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Wir bekommen erklärt, dass die Malereien vor ca. 2.000 Jahren als Kommunikationsmittel dienten. Die nomadenartigen Völker haben den nachkommenden Gruppen damit aufgezeigt, welche Tiere hier in der Gegend sind. Man vermutet, dass die San nie lange an einem der Orte blieben, sondern recht regelmäßig wieder weitergezogen.

Der Guide wird vom Park kostenlos gestellt, ein kleines Trinkgeld ist natürlich dennoch gerne gesehen.

Nach gut 15 Minuten machen wir uns wieder auf den Weg nach unten. Dabei ist die Szenerie mal mindestens genauso interessant, wie die Rock Art selbst.

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Es ist mittlerweile ordentlich heiß geworden, um die 34° hat es und wir müssen zugeben, so ganz sind wir das nicht gewöhnt. Dennoch ist die Hitze deutlich besser auszuhalten, als wenn es bei uns zu Hause solche Temperaturen hat.

Wir fahren zum nächsten Ziel, dem berühmten Rock Arch. Anhand der selbstgemalten Karte suchen wir uns den Weg. Die Steinbrücke ist gar nicht so leicht zu finden.

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Am Ende halten wir am Campingplatz 5 und suchen uns von dort den Weg. Wir laufen zuerst nach links, fragen dann aber eine uns entgegenkommende Besucherin, ob wir auf dem richtigen Weg zum Rock Arch sind. Sie verneint und zeigt in die andere Richtung. Im Nachhinein sehen wir, dass wir auch zum Zeltplatz 6 hätten fahren können, und dann von der anderen Seite unser Ziel erreicht hätten.

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Wir haben Glück, sind anfangs fast allein und können daher schöne Fotos machen.
Anschließend gehen unter dem Rock Arch hindurch und laufen einen Felsen empor, um einen noch besseren Blick auf die Spitzkoppe selbst zu haben.

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Die Spitzkoppe ist ein Inselberg mit 1.728 Meter Höhe, der seine Umgebung um 700m überragt. Aufgrund der markanten Form wird sie auch als das „Matterhorn Namibias“ bezeichnet.

Video: Spitzkoppe Namibia

Und während wir den Ausblick genießen und uns gerade wieder auf den Rückweg machen, sehen wir, wie am Campingplatz 6 ein ganzer Bus rausgelassen wird und zum Rock Arch rennt. Wir laufen noch an der Seite vorbei und sind froh, den Massen gerade so entkommen zu sein.

Das Small Bushman Paradise lassen wir aus und wollen stattdessen einmal um die Spitzkoppe herum. Allerdings kommen wir nicht weit, da hinter dem Cabin Camp der Zaun der Spitzkoppe Lodge ist und wir nicht weiterkommen. Generell scheint es uns so, als ob man nur den unteren Teil der Karte als Tagestourist bzw. nicht-Lodge-Bewohner, erreichen kann.

Und so drehen wir unverrichteter Dinge wieder ab und entscheiden uns ein schönes Plätzchen für einen kleinen Mittagssnack zu suchen.
Um 15 Uhr heißt es dann "Lunch with a view". Wobei der Lunch aus einer Banane, Müsliriegeln und ein paar gewürzten Reiscrackern besteht.

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Anschließend brechen wir in Richtung Ai Aiba Lodge auf. Mittlerweile sind es 37°.
Am Parkausgang nutzen wir noch kurz die Sanitäranlagen und die Möglichkeit den Müll zu entsorgen, bevor wir dann unsere 90km lange Fahrt, angesetzt mit 1:30h, antreten.

Um kurz nach halb fünf durchfahren wir das Main Gate der "Ai Aiba The Rockpainting Lodge". Wir werden freundlich empfangen und wählen direkt unser heutiges Abendessen aus.

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Hier können wir mit dem Auto bis an unser Häuschen fahren. Es ist zwar furchtbar eng, aber mit einer kurzen Hilfe von S. von außen, steht unser "kleines" Auto perfekt an der Hauswand.

Das Zimmer überzeugt uns leider nicht. Alles sehr abgewohnt, auch nicht unbedingt sauber. Daher entscheiden wir uns, hier den Boden nur mit den eh schon dreckigen Schuhen zu betreten.
Der allgemeine Bereich, wie Lobby, Restaurant und Poolbereich sind wirklich super schön gemacht. Modern und mit einer gewissen Wohlfühlatmosphäre. Das Chalet selbst hätte einfach mal eine Renovierung und eine ordentliche Reinigung nötig. Aber die 20 Zimmer sind voll, die Lodge ist komplett ausgebucht.

Wir setzen uns kurz vor das Häuschen auf die zwei Sessel, bedienen uns an einem Bier und einer Cola aus der Minibar und machen es uns gemütlich.
Lange halten wir es allerdings nicht aus. Wir sitzen in der Sonne und es ist, gerade im Vergleich zu den letzten Tagen, für unsere Gemüter viel zu heiß. Also ab nach Innen gewechselt, dort in die zwei Sessel am Fenster gefläzt und im klimatisieren Zimmer den Blick nach draußen genießen.

Gegen kurz vor sieben machen wir uns auf den Weg nach oben zum Restaurant, verbringen aber noch einen Moment an der Feuerstelle. Wir nutzen auch noch kurz das hier vorhandene Internet. Denn mobilen Internetempfang hat man hier nicht und in den Häuschen gibt es keinen WALN-Empfang. Das Internet ist aber auch hier leider furchtbar langsam. Für WhatsApp reicht es aber geradeso. Nur der Download neuer Podcast-Folgen erweist sich als sehr langwierig. 😅

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Anschließend suchen wir uns einen Tisch im noch fast leeren Restaurantbereich. Nach der Getränkebestellung erhalten wir Brot und eine dreigeteilte Dipschale mit Chili-, Knoblauch- und Kräuterbutter sowie unsere Vorspeisen, den Salat.

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Zum Hauptgang haben wir uns beide für das Steak entschieden. Zum Nachtisch gibt's für mich die Lemon Pods und für S. die Cheese Platter. Tatsächlich alles ganz lecker. Nur die Käseplatte verdient den Namen nicht wirklich. 🙈

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Nach dem Essen setzen wir uns erneut kurz an die Feuerstelle und genießen den Ausblick auf das beleuchtete Wasserloch der Lodge, wo auch nochmal Besuch vorbeikommt.

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An unserem Zimmer erwartet uns dann noch eine Staabheuschrecke.

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Das war es dann aber für heute. Hundemüde fallen wir in unser Bett.
 
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SDanie

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Tag 11 - Fahrt ins Damaraland

Unser Wecker klingelt heute für einen Urlaub wieder früh. Um 6:15 Uhr stehen wir auf, machen uns kurz frisch und laufen eine halbe Stunde später ins Haupthaus zum Frühstück.
Auf dem Weg entdecken wir noch einen Hornbill, einen Nashornvogel, der aufgrund seines sehr langen, dicken und gebogenen Schnabels auffällt und in seiner Form an ein Nashorn erinnert.

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Im Restaurant ist ein kleines Buffet mit Obst und Joghurt aufgebaut. Zusätzlich bekommt jeder Tisch noch solch eine Frühstücksbox und man kann à la Carte warme Speisen bestellen.

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Die Frühstücksbox ist viel zu groß für uns, zumal wir beide keine Wurst essen und auch Marmelade keinen all zu großen Anklang bei uns findet. Daher ist es um das ganze Essen sehr schade.
S. bestellt sich ein Omelette mit frischem Spinat und Feta und ich gönne mir einen Breakfast Burger mit Bacon, Tomaten-Relish und Spiegelei.

Die warmen Speisen dauern leider ganz schön lange und etwas sitzt uns die Zeit im Nacken. Wir haben den gut 3-stündigen Nature Drive gebucht, welcher planmäßig um 7.30 Uhr starten soll. Allerdings merken wir schnell, dass es wohl später losgeht, da die anderen Mitreisenden ebenfalls noch beim Frühstück sind.

Und so starten wir am Ende mit ca. 10-15 Minuten Verspätung im Safari Jeep mit zwei anderen deutschen Paaren und einem Alleinreisenden Franzosen.

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Von unserem Guide bekommen wir einiges zur Natur und Lebensweise hier in der Region erzählt. Ziel der heutigen Tour sind die auch hier gefundenen Rock Arts. Mit viel Glück kann man auch Elefanten sehen, wobei diese sich eher selten hierher verirren.

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Die Malereien hier sind deutlich besser zu erkennen als gestern an der Spitzkoppe. Man erkennt sogar das ein oder andere auch ohne Erklärung. Natürlich kann es auch sein, dass es uns heute wesentlich leichter fällt die Symbole zu erkennen, weil wir sie so ähnlich bereits gestern erklärt bekommen haben.
Spannend ist, dass unser heutiger Guide eine andere Geschichte über die Entstehung der Rock Arts erzählt. Vermutlich wird die Wahrheit irgendwo zwischen der heutigen und gestrigen Erklärung liegen.

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Und während wir so durch die Gegend fahren und etwas über kleine Wühlmäuse erzählt bekommen, meine ich im Augenwinkel etwas zu erkennen. Und tatsächlich. Gut getarnt und versteckt entdecke ich eine einzelne, männliche Giraffe, die direkt die Aufmerksamkeit des ganzen Autos auf sich zieht.

Die beiden anderen deutschen Paare sehen gerade zum ersten Mal in ihrem Leben eine wilde Giraffe und sind ganz erstaunt, aber vor allem sehr froh.
Auch unser Guide staunt nicht schlecht, als ich ihn auf die Giraffe aufmerksam mache. Scheint hier wohl ein eher seltener Anblick zu sein. Und obwohl wir in Kenia und Südafrika schon diverse Giraffen gesehen haben, bewundern wir diese grazilen Wesen immer wieder. Einfach schön!

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Gegen 10:30 Uhr sind wir zurück in der Lodge.
An der Rezeption zahlen wir direkt noch unsere Rechnung. Für zwei Abendessen inkl. Getränken, Nature Drive und zwei Getränke aus der Minibar umgerechnet rund 120€ - für uns beide wohlgemerkt.

Zurück im Chalet ziehen wir uns nochmal kurz um und machen uns frisch, sodass wir gegen 11 Uhr das Gelände der Ai Aiba Lodge wieder verlassen.

Fazit: für eine Nacht absolut in Ordnung. Die Sauberkeit der Zimmer könnte stark verbessert werden und eine Renovierung ist auch mal wieder nötig. Allerdings wüsste ich auch nicht, was man hier länger als eine Nacht machen sollte, daher ist es für ein Zwischenstopp in Ordnung.​

Unser heutiges Ziel ist die Lodge Damaraland.

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Gegen 14:15 Uhr erreichen wir nach gut drei Stunden den kleinen Ort Khorixas. Neben einem Supermarkt gibt es hier eine Schule sowie zwei Tankstellen. Wir nutzen die Gelegenheit und tanken nochmal voll, ehe wir die letzten Meter zur ca. 5 Minuten entfernten Lodge antreten.

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Wir werden sehr freundlich bereits am Auto in Empfang genommen. Nach dem Checkin erhalten wir noch eine Führung durch die öffentlichen Bereiche. Anschließend läuft S. mit einer Hotelangestellten zu unserem Zimmern, während ich das Auto bis fast vor die Tür fahren kann.

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Das Zimmer ist sehr schön und modern. Wir bekommen alles erklärt, inkl. Minibar mit kostenfreiem Amarula und räumen das Nötigste aus. Es ist heute wieder extrem heiß. Draußen hat es 35° und wir nutzen die wohltuende Klimaanlage, um uns etwas zu akklimatisieren.

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Da der Mittag noch recht früh ist, wir keine weiteren Pläne für heute haben, nutzen wir die freie Zeit, um mal etwas zu entspannen. Im Zimmer gibt es sogar eine Pooltasche, die wir mit den Strandtüchern, Sonnencreme, Buch und Kindle füllen.

Gegen 16 Uhr machen wir es uns auf zwei Liegen am Pool bequem. Die Sonne brutzelt ordentlich, aber der Pooltest überzeugt uns nicht. Das Wasser ist kalt. Zwar trauen sich andere Gäste rein, wir schauen uns das Treiben jedoch lieber mit ausreichend Abstand an. Während wir noch etwas Reisebericht schreiben und lesen, bestellen wir zwei Coke Zero und bleiben für die nächsten beiden Stunden am Pool.
Die Reiseplanung für den nächsten Tag steht noch nicht ganz. Wir haben von zu Hause schon eine Reservierung für eine Safari in Twyfelfontein.
Die Kommunikation ist allerdings sehr schwerfällig. Unsere letzte Mail für weitere Infos blieb unbeantwortet, was bei uns nicht unbedingt dafür gesorgt hat, dass wir hier größtes Vertrauen haben.

Da kommt es uns gar nicht so unrecht, dass das Hotel in Zusammenarbeit mit Twyfelfontein Elephant Drives auch Touren anbietet. Man kann wählen zwischen "eigener Anreise" oder Transfer mit einem Transfer vom Hotel.

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Wir überlegen lange hin und her, und buchen am Ende über die Rezeption zwei Plätze für morgen Früh mit eigener Anreise über das Hotel. Auf dem Weg gibt es noch die ein oder andere "Sehenswürdigkeit", die wir uns anschauen und dann spontan entscheiden möchten. Das wäre im organisierten Transfer nicht möglich.

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Gegen 18 Uhr gehen wir zurück aufs Zimmer, um uns für das Abendessen fertig zu machen.
Wir haben mittlerweile beide ordentlich Hunger. Im Vergleich zu den letzten Tagen gibt es hier das Essen in Buffetform mit Live-Cooking-Station. Eigentlich bevorzugen wir á la Carte Essen, allerdings sind wir jetzt nach all den Tagen gar nicht so böse über etwas Abwechslung im Speiseangebot.

Im Innenraum des Restaurants werden diverse Salate und Toppings angeboten, es gibt eine frische Pasta-Station und man kann sich verschiedene Fleischsorten grillen lassen. Die Pasta-Station findet bei uns beiden besonders großen Anklang und so starten wir mit einem ordentlichen Teller Nudeln.

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Der Nachtisch wird zum Abschluss dann an den Tisch gebracht. Dabei handelt es sich um eine kleine Auswahl an Süßigkeiten.

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Wir trinken noch gemütlich unsere Gläser aus und machen uns dann satt aber glücklich, zurück auf den Weg zu unserem Chalet.

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Tag 12 - Damaraland

Der Wecker klingelt wieder um 6:15 Uhr. Die Nacht war ganz ok. Da die Klimaanlage seitlich vom Bett hängt und direkt runterpustet, haben wir versucht ohne zu schlafen. Jedoch bin ich bereits gegen 23:30 Uhr das erste Mal aufgewacht, weil es viel zu warm wurde.
Und so bestand die Nacht immer wieder aus dem An- und Ausschalten der Klimaanlage, da der Deckenventilator allein nicht ausreichte.
Dennoch sind wir ausgeschlafen und machen uns schnell fertig, um pünktlich um 7 Uhr beim Frühstück aufzuschlagen. Wir haben nur gute 15 Minuten und so bleibt es bei etwas Saft, Kaffee und Joghurt für uns.

An der Rezeption holen wir uns noch unsere Voucher für die heutige Tour ab, die wir als Buchungs- und Zahlungsnachweis mitnehmen sollen. Wobei wir das eher zufällig mitbekommen, weil ein anderes Paar auch die heutige Tour gebucht hat. Nochmal kurz auf die Toilette und dann geht es um 7:20 Uhr los in Richtung Twylfontein Elephant Drives.

Die Fahrtzeit beträgt laut Google Maps 1:05 h. Ein paar Minuten schneller sind wir am Ende und kommen somit mehr als pünktlich für zu unserem Drive an, der um 8:30 Uhr starten soll. In dem kleinen Office füllen wir noch ein Formular aus und warten noch auf zwei andere Paare, ehe es dann mit wenigen Minuten Verspätung losgeht.

Auf den Sitzen liegen Decken bereit, die wir uns direkt über die Beine legen. Im Fahrtwind und mit kurzen Hosen ist es noch erstaunlich kalt.

Unser heutiges Ziel sind die berühmten Wüstenelefanten. Die seltenen Wüstenelefanten von Damaraland sind an sich gewöhnliche Savannenelefanten, die sich jedoch besonders gut an ihre sehr trockene Umgebung angepasst haben. Und damit sind sie in ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise recht einzigartig.

Wir sind nicht lange unterwegs, als wir ca. 20 Minuten später bereits die ersten Elefanten gefunden haben. Das ging erstaunlich schnell.

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Es handelt sich dabei um eine Gruppe von fünf Elefanten. Was uns direkt wundert: wirklich viel Abstand wird hier nicht gehalten.

Unser Guide Star gibt uns ein paar Infos zu der Gruppe, dem Familienleben und erklärt die Unterschiede zwischen den Steppen- sowie den Wüstenelefanten.
So können die Wüstenelefanten bis zu fünf Tage ohne Wasser überleben, während andere Elefanten täglich trinken müssen, oder maximal zwei Tage ohne Wasser aushalten. Zudem sind die Wüstenelefanten etwas kleiner, da die Nahrung in der Regel einseitiger ist. Durch die zumeist härtere Nahrung nutzen sich auch die Zähne schneller ab, was dazu führt, dass die Tiere in der Regel etwas jünger sterben.

Schnell sind wir in Summe 4-5 Safari-Autos um die Herde und alle wechseln öfter die Position, um möglichst nah an den Elefanten zu sein und ihnen hinterherzufahren. Die Elefanten laufen immer wieder langsam und behäbig durch das ausgetrocknete Flussbett. Es scheint, als lassen sich nicht wirklich stören und seien die Autos und Menschen gewohnt.

Natürlich ist es sehr beeindruckend den Tieren so nah zu kommen und sie aus nächster Nähe zu beobachten, aber es fühlt sich irgendwie falsch an.

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In der Massai Mara haben wir die Tiere in der Regel aus einem deutlich größeren Abstand beobachtet. Nur einmal ist eine Herde Elefanten ganz langsam auf uns zugelaufen und irgendwann an unserem Safari-Jeep vorbeigelaufen. Zu diesem Zeitpunkt standen wir jedoch bereits einige Zeit an Ort und Stelle und die Elefanten sind von sich aus in unsere Richtung losgewandert.

Nach einer Weile fahren wir weiter um ggf. noch ein paar Oryx oder ähnliches zu finden. Und es dauert nicht lange, bis wir tatsächlich die nächsten Tiere sehen. Eine Gruppe von fünf Giraffen, was laut Star hier eine echte Seltenheit wäre. Da wir aber auch erfahren, dass sowohl die Elefanten als auch die Giraffen hier von zwei künstlichen Wasserlöchern abhängig sind, können wir schwer beurteilen, wie selten es tatsächlich ist.

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Wir beobachten die Tiere eine Weile, Star erzählt uns ein bisschen was, ehe es nochmal kurz zu den Elefanten geht.

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Um 10:15 Uhr treten wir dann schon wieder die Rückfahrt an und damit deutlich früher als gedacht. So schnell wie wir bei den Elefanten ware, so schnell sind wir auch zurück am Camp. Wir treten um 10:35 bereits wieder die Weiterfahrt an und damit gut eine Stunde früher als geplant.

Fazit:
Natürlich muss man bei solch einer Tour damit planen mehr Zeit zum Auffinden der Tiere zu benötigen. Wir hätten uns natürlich dennoch gefreut mehr Zeit bei den Tieren zu verbringen und die vollen, veranschlagten drei Stunden zu nutzen. Aber gut, wir haben die Tiere gesehen und es war wie immer ein tolles Erlebnis ist. Am Ende sind wir etwas hin und hergerissen von der Tour. Natürlich ist es beeindruckend den Tieren so nah zu kommen. Dennoch würden wir uns wünschen, dass man den Tieren etwas mehr Raum lässt. Man muss jedoch auch dazu sagen, dass dies nicht nur unseren heutigen Touranbieter betrifft. Auch alle anderen Anbieter, die wir heute gesehen haben, haben sich genauso verhalten.

Gut 20 Minuten entfernt gibt es noch ein Himba Dorf sowie die Orgelpfeiffen (Basaltsäulen) zu besichtigen. Für ersteres können wir uns aus verschiedenen Gründen nicht begeistern und auch zweiteres konnte uns auf den Fotos in der Vorabrecherche nicht wirklich überzeugen. Da haben wir in Island wohl ähnliches bereits beeindruckender gesehen.

Da wir nun aber noch recht früh sind, entscheiden wir uns auf dem Rückweg zumindest doch kurz an dem Petrified Forrest, dem versteinerten Wald, zu halten.

Dort angekommen zahlen wir 540 NAD Eintrifft und werden in rund 25 Minuten auf einem 800 Meter langen Rundweg über das Areal von einem Guide geführt.

Im Petrified Forest im Damaraland liegen rund 260 Millionen Jahre alte, versteinerte Baumstämme. Diese urzeitlichen Bäume wurden vermutlich durch Überschwemmungen angeschwemmt, von Sedimenten bedeckt und über Millionen Jahre mineralisiert. Die Stämme sind bis zu 30 Meter lang und perfekt erhalten, obwohl sie komplett aus Stein bestehen.

Zwischen den versteinerten Hölzern wachsen außerdem auch wieder die eher seltenen Welwitschia. Dieses Mal lassen wir es uns nicht nehmen, sie zu fotografieren.

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Unser Fazit hierzu:
spannend einmal versteinerte Bäume zu sehen, zumal man sogar teilweise die Baumrinde sowie die Jahresringe noch gut erkennen kann. Wenn man eh hier ist, kann man anhalten. Einen Umweg ist es aus unserer Sicht jedoch nicht wert.

Und so sind wir gegen 12:30 Uhr wieder zurück im Hotel. Hätten wir vorher gewusst, wie alles genau laufen würde, wären wir heute vllt doch bereits in den Etosha gefahren, oder hätten eine Nacht in der Fingerklipp Lodge eingeplant. Aber so entscheiden wir uns dazu, den Mittag einfach wieder zu entspannen.

S. bucht sich für 15 Uhr noch kurzfristig eine einstündige Hot Stone Massage.

Nachdem wir uns auf dem Zimmer kurz akklimatisiert haben und machen wir uns fertig für den Pool.

Da uns nach dem doch recht übersichtlichen Frühstück doch so langsam ein kleines Hüngerchen plagt, entscheiden wir uns zunächst dazu, auf der Terrasse noch ein kleines, spätes Mittagessen zu uns zu nehmen.

Wir teilen uns einen Linsensalat sowie einen Chicken-Salat, dazu gibt es zwei Coke Zero.

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Anschließend geht es an den Pool. Wir verbringen die meiste Zeit mit lesen. S. verschwindet dann für eine Stunde zur Massage. Ansonsten passiert nicht viel.

Gegen kurz nach 18 Uhr gehen wir zurück ins Zimmer, machen uns frisch. Und um kurz nach 19 Uhr sitzen wir dann beim Abendessen.

Die Auswahl ist sehr ähnlich zu gestern. Es gibt Kudu-Würstchen, Gnu-Steaks und Hühnchen.
Dazu etwas andere Salat sowie Gemüse. Als Pasta-Soßen stehen heute Bolognese und Pilz-Weißwein zur Wahl.
Schmeckt alles wieder ganz gut.

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Gut gesättigt geht es gegen halb neun zurück aufs Zimmer. Dort schreiben wir noch etwas Reisebericht, spielen eine Runde Mensch Ärger dich nicht und gehen bei Zeit mit einem höher eingestellten Ventilator schlafen.