Vote with your Wallet
oder: Wenn der Abzuwählende dein Wahlrecht für dich in Anspruch nimmt, um sich selbst abzuwählen.
Gerade wollte ich ein Hermes-Paket bei einem Paketshop um die Ecke abgeben. Dieser hat Girocard- und EAPS-Akzeptanzaufkleber. Da das Paket recht schwer ist, war mir GC only lieber, als es weit schleppen zu müssen. Ich gehe rein, Verkäuferin scannt, ich bitte um Kartenzahlung.
Verkäuferin: "Geht nicht"
Ich: "Warum, das steht doch draußen?"
Verkäuferin: "Aber nicht für Hermes"
Ich: "Das müssen sie aber dann auch auch draußen hinschreiben."
Verkäuferin: "Das ist meine Entscheidung"
Ich: "Ist es meistens nicht. Einschränkungen müssen eigentlich beim Akzeptanzlogo angeschrieben sein".
Aufgrund des Gewichts des Pakets wollte ich nicht einen Kilometer zum nächsten Paketshop laufe, zog einen 10€-Schein raus und erklärte:
"Na gut, Sie können froh sein, dass ich vor kurzem beim Geldautomat war."
Aber es kam anders:
Verkäuferin: "Nein. In dem Ton reden wir hier nicht. Wenn ich jetzt keine ernst gemeinte Entschuldigung höre, dann gehen Sie mit dem Paket sonst wo hin."
Entschuldigen erfordert bekanntlich eine Schuld. Und die hatte wenn dann Sie. Und mein Ton war keineswegs beleidigend, vielleicht etwas genervt. Aber naja. Ich verließ den Laden, nicht ohne ihr noch zuzurufen, dass das eine Beschwerde bei Hermes auf sie zukommt.
Ich bin also zu einer Tankstelle ca. 1 km weiter entfernt, das war Armmuskeltraining. Dort (Shell, ICP) kannte sich der Kassierer mit Kontaktlos aus (was leider nicht mit der DKB Visa wollte, warum auch immer) und alles war kein Problem.
Der Wunsch nach Kartenzahlung scheint in Deutschland 2017 eine Beleidigung zu sein. Traurig.
Beschwerde bei Hermes ist schon raus.
Ergebnis: Die Frau vom Kiosk hat ein bisschen Ärger und keinen Cent mehr, ich einige Nerven weniger, Hermes darf sich noch unter Beweis stellen, und Shell einen zufriedenen Kunden mehr.