Vorsicht Metro Brescia Tap & Go

ANZEIGE

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
ANZEIGE
Ich bin heute des Schwarzfahrens verdächtigt worden und konnte mich erst nach längerer erregter Diskussion aus den Fängen einer Kontrolleursrazzia befreien.

Dabei hatte ich alles richtig gemacht und trotzdem große Probleme, meine Unschuld nachzuweisen.
Was war passiert?
Da ich das erste Mal mit dieser Metro fahren wollte, habe ich mich vor der Abfahrt von einem hilfsbereiten Mitarbeiter über den TicketErwerb beraten lassen.
Dieser wies mich auf die Möglichkeit von Tap and Go mit Apple Pay hin.
Wir haben dann gemeinsam mit meiner Apple Watch ein Ticket erworben und beim Versuch der Verifizierung sogar aus Versehen noch ein zweites Ticket, das ich gar nicht brauchte.

Das böse Ende kam, als ich an meinem Ziel den Bahnhof verlassen wollte und in eine Ticketkontrolle geriet. Die Dame wedelte mit irgendeinem Android Gerät vor meiner Apple Watch herum und sagte dann, dass sie mein Ticket nicht finden könne.
Ich wurde stutzig, als das auch keinem der Mitreisenden funktionierte, die mit dem Telefon gezahlt hatten.
Ich wurde dann genötigt auf meinem Telefon im Wallet, die Endziffern des Tokens mitzuteilen und das selbe noch mal auf meiner Watch. Diese wurden dann jeweils in irgendeiner Liste auf den Telefonen der Kontrolleure gesucht -beides führte nicht zum Erfolg.
Dann wurde ich aufgefordert, die Abbuchung auf meiner Bankseite zu zeigen, die zu diesem Zeitpunkt aber natürlich noch gar nicht verfügbar war, vermutlich weil der Ticketerwerb nur 20 Minuten zurück lag. (Das war übrigens auch bei meinen Mitreisenden so, die mit Telefon bezahlt hatten.)
Auch jetzt noch, Stunden später gibt es nur eine vorgemerkte Buchung über zwei Cent, ich vermute je Ticket ein Cent zur Validierung der Kreditkarte.
Es lief auf hinaus, dass ich, der ich keinerlei Nachweis hatte, meine Unschuld beweisen sollte, während mein Versuch, die Gegenseite von der Disfunktionalität des Kontrollmechanismus zu überzeugen komplett ignoriert wurde.
Auch meine Aufforderung den Metro Mitarbeiter, mit dem ich das Ticket gekauft hatte aufzufinden und als Zeugen zu befragen wurde ignoriert.
Man meinte, ich sei jetzt fällig und müsse Strafe bezahlen. Da ich mir 100-prozentig sicher war, dass ich bezahlt hatte, bin ich darauf nicht eingegangen und habe verlangt, im Beisein der Polizei ein Probeticket zu lösen, damit nachgewiesen werden kann, dass das Verfahren nicht funktioniert.
Daraufhin hat man dann doch noch mal an irgendeiner Stelle angerufen und wurde belehrt, dass man bei einer Apple Watch nicht in der Wallet Anzeige, sondern direkt in der Wallet App nachschauen muss, weil natürlich die Kreditkarte auf der Watch eine andere Token Nummer hat als auf dem Telefon. Unter dieser Nummer wurde dann tatsächlich meine Buchung gefunden..
Ich bin hochgradig verärgert, weil ich meiner Ansicht noch alles richtig gemacht habe, aber die Gegenseite ein offensichtlich untaugliches Kontrollverfahren einsetzt und dann zu meinen Lastenirgendwelche Behelfsverfahren einsetzt.
Dazu kommt natürlich noch die Sprachbarriere.
Ich bin schon auf der ganzen Welt U-Bahn gefahren, kenne es zum Beispiel von Vancouver oder Athen so, dass man sich ein und austapt. Identische Maschine an beiden Enden, das hat eigentlich immer funktioniert, offenbar hat man hier in Brescia eine disfunktionale Hybridlösung implementiert, die einen als Kunden, da man ja keinerlei Nachweis hat, ziemlich in der Luft hängen lässt..
Ich überlege noch, ob ich mich bei den hiesigen Verkehrsbetrieben beschwere.
Aber als Warnung an alle, mit Apple Watch bezahlen, ist bei der METRO in Brescia offensichtlich riskant. Mitreisende, die mit dem Telefon bezahlt hatten, hatten keinerlei Problem.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
3.052
3.348
Ich wurde dann genötigt auf meinem Telefon im Wallet, die Endziffern des Tokens mitzuteilen und das selbe noch mal auf meiner Watch.
Du musst hierbei die letzten 4 Ziffern der virtuellen Kreditkarte der Watch angeben. - Die sind im Device selbst nen bisschen versteckt.
Ich vermute, dass du ihnen die letzten 4 Ziffern der PAN gegeben hast (also die der physischen Karte) oder die DPAN des Telefons und nicht die der DPAN der Watch (die der virtuellen Karte der Watch).

Die der physischen Karte sind erheblich einfacher zu finden als die der virtuellen Karte.

Und das ist durchaus was, wonach man meiner Meinung nach Apple als auch Google gehörig ans Bein pinkeln sollte.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Ich bin hochgradig verärgert, weil ich meiner Ansicht noch alles richtig gemacht habe, aber die Gegenseite ein offensichtlich untaugliches Kontrollverfahren einsetzt und dann zu meinen Lastenirgendwelche Behelfsverfahren einsetzt.
Das ist leider im Allgemein-Konzept nen bisschen Challenging. Insbesondere weil du als Verkehrsbetrieb den PCI DSS Scope klein halten möchtest.
In ordentlichen Verkehrsunternehmen haben die Kontrolleure ein transportables Kreditkartenterminal dabei, dass diese Daten ordentlich auslesen kann. - Das ganze ist aber recht klobig und sperrig und die Main-Challenge ist, dass die meisten Terminalanbieter da keine Lust darauf haben, weil das Aufkommen im Public Transit vergleichsweise niedrig ist.

Sorry, dass Du diese Erfahrung machen musstest. - Theoretisch wäre zu erwarten gewesen, dass die Kontrolleure an die Sache von Anfang an etwas vorsichtiger heran gehen. (Aber ich weiß auch nicht sicher, seit wann Brescia Open Loop live hat)

Theoretisch würde es dort auch noch ein anderes Verfahren geben. - Dort könnten sie über die Primary Account Reference (PAR) gehen und dann alle artverwandten Transaktionen desselben Accounts finden (egal ob physische Karte, Smartphone oder Wearable). Weshalb sie das nicht tun, wissen sie vermutlich nur selbst.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: eham und red_travels

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Nein. Es geht schon um die Nummer des Tokens = virtuelle Kreditkarte. Die Apple Watch zeigt im Wallet an dieser Stelle leider die letzten 4 Stellen der virtuellen Karte des Telefons an. Die gesuchte Nummer für die Watch werden nur in der Wallet App aus dem Menü auf der Watch angezeigt, nicht aber beim „Doppelklick“ warum auch immer.
Aber am Ende sind es ja technische Detailfragen, die mir als Kunde völlig egal sein können. Apple Pay funktioniert korrekt angewendet einwandfrei. Der Fehler lag hier in der Kontrollmethode, die ich als Kunde überhaupt nicht beeinflussen kann.
Wie gesagt, die eigentlich vorgesehene Kontrollmethode, nämlich das Gerät mit der gleichen virtuellen Kreditkarte an ein Kontrollgerät zu halten, funktionierte bei keinem der Mitreisenden. Das Suchen nach diesen Nummern war irgendwie eine Art Workaround.
 
Zuletzt bearbeitet:

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
3.052
3.348
Das Suchen nach diesen Nummern war irgendwie eine Art Workaround.
Das ist an vielen Stellen bei Open Loop (noch) das Standardvorgehen weil die Lösungen die ein Smartphone involvieren, nicht zuletzt wegen des PCI DSS Scopes und der verhältnismäßig geringen Marktdurchdringung alle noch ein wenig hakelig sind.

Wie gesagt, die eigentlich vorgesehene Kontrollmethode, nämlich das Gerät mit der gleichen virtuellen Kreditkarte an ein Kontrollgerät zu halten, funktionierte bei keinem der Mitreisenden.
Ich kann jetzt nicht für Brescia sprechen, aber das ist eigentlich ein gelöstes Problem. - Der Fruchtgroßhändler aus Cuppertino kann diesbezüglich aber nen bisschen picky sein, wann er dir was gibt. - Nicht zuletzt ist auch die Challenge, dass du eine Karte als Apple Express für Public Transit eingerichtet haben kannst und noch weitere Karten im Wallet haben kannst. - Sofern du Apple Express für Public Transit an hast, bekommt der Entwerter die richtige Karte, die Inspektionslösung aber die falsche oder eine gänzlich andere. Dafür gibt es von einer nicht näher genannten Firma aus Cuppertino aber noch keine gute Lösung (und den Kram kannst du dann auch alles wieder einzeln zertifizieren).
 

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Na dann besteht ja meine Warnung zurecht.:)

Im Ernst:
Das mag alles richtig sein, aber erstens funktioniert Apple Pay als Tap and go in vielen Städten dieser Welt einwandfrei und zweitens zwingt ja niemand die hiesigen Verkehrsbetriebe Apple Pay anzubieten.
Wenn es dennoch angeboten wird, aber nicht funktioniert, kann das nicht Problem des Kunden sein, daher auch meine Warnung.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
3.052
3.348
zweitens zwingt ja niemand die hiesigen Verkehrsbetriebe Apple Pay anzubieten.
Oh doch. - Da gibt's durchaus einigen Druck der Passagiere und die Card Brands sowie die Geräte-Hersteller heizen da auch ganz gut ein.
Wenn es dennoch angeboten wird, aber nicht funktioniert, kann das nicht Problem des Kunden sein
Ja, da hast du völlig Recht. Deswegen gehen die meisten Verkehrsbetriebe dort auch deutlich defensiver vor.
Vermutlich standest du vor jemandem mit einem deutlich ausgeprägtem Dunning-Kruger-Effekt.
 

sehammer

Erfahrenes Mitglied
08.06.2011
7.895
3.419
LOWW / LOWG / LOGI / LOXZ / LOKW
Auch wenn ich noch nie das Problem (einer Kontrolle) hatte, hatte ich bei Tap & Pay und Wallet auf mehreren Geräten immer ein schlechtes Gefühl.

Aber immerhin weiß ich jetzt, dass Brescia eine Metro hat :p
 

Brechten

Erfahrenes Mitglied
11.11.2012
1.526
259
Wir hatten ein ähnlich gelagertes „Problem“ in San Diego im Zug nach San Isidro. Auch mit Tap/Handy gezahlt. Auf der Hinfahrt kontrolliert worden, da musste ein anderes Gerät genommen werden als bei den anderen Passagieren (Tap-Zahlungen sind dort anscheinend nicht oft, eher eine Wochen/Monatskarte). Auf der Rückfahrt kam ebenfalls eine Kontrolle, der Typ sagte, „Kollege hat Gerät für Tap Zahlung“ und ging weiter. Der andere kam aber nicht und wir hatten insgesamt das Gefühl, dass man sich damit nicht besonders auskennt
 

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Immerhin weiß ich jetzt, dass Schwarzfahren in Italien nur eine OWi ist und keine Straftat wie in DE. Dann hätte ich mir den Urlaubstag retten können und einfach bezahlen und gehen können.
Mein Vertrauen in die Umsetzung einer genialen Technologie ist jedenfalls nachhaltig erschüttert. Ich werde wohl zukünftig eher zum Papierticket greifen.
Andererseits, in Städten wie Vancouver oder Athen wird man ja praktisch jedesmal kontrolliert, weil man beim Verlassen des Systems austapt. Und da hatte ich nie Probleme.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Auch wenn ich noch nie das Problem (einer Kontrolle) hatte, hatte ich bei Tap & Pay und Wallet auf mehreren Geräten immer ein schlechtes Gefühl.

Aber immerhin weiß ich jetzt, dass Brescia eine Metro hat :p
Und eine sehr angenehme, moderne und pünktliche. Sauber obendrein. Und die Kids lieben es, dass man Lokführer spielen kann, da die Bahn komplett automatisch fährt.
 

stroIf

Erfahrenes Mitglied
24.06.2023
813
1.171
Immerhin weiß ich jetzt, dass Schwarzfahren in Italien nur eine OWi ist und keine Straftat wie in DE. Dann hätte ich mir den Urlaubstag retten können und einfach bezahlen und gehen können.
Mein Vertrauen in die Umsetzung einer genialen Technologie ist jedenfalls nachhaltig erschüttert. Ich werde wohl zukünftig eher zum Papierticket greifen.
Andererseits, in Städten wie Vancouver oder Athen wird man ja praktisch jedesmal kontrolliert, weil man beim Verlassen des Systems austapt. Und da hatte ich nie Probleme.
Beitrag automatisch zusammengeführt:


Und eine sehr angenehme, moderne und pünktliche. Sauber obendrein. Und die Kids lieben es, dass man Lokführer spielen kann, da die Bahn komplett automatisch fährt.


Ich glaube, Schwarzfahren ist nur in Deutschland eine Straftat.

In Österreich ist es (selbstverständlich) auch nur eine Ordnungswidrigkeit.

Der kriminelle Gehalt einer Schwarzfahrt ist wirklich nicht gegeben.
 
  • Like
Reaktionen: Rosinante

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
3.052
3.348
Wir hatten ein ähnlich gelagertes „Problem“ in San Diego im Zug nach San Isidro. Auch mit Tap/Handy gezahlt. Auf der Hinfahrt kontrolliert worden, da musste ein anderes Gerät genommen werden als bei den anderen Passagieren
Jetzt spann uns hier doch nicht so auf die Folter.:cool:
Hatte man dich/euch jetzt mit dem Handheld Inspection Device gechecked und hatte es funktioniert?
Hattest Du Google / Apple Express Transit an oder nicht?

Tap-Zahlungen sind dort anscheinend nicht oft, eher eine Wochen/Monatskarte
Es gerüchtet, dass gerade auf der Blue Line von/nach San Ysidro der Cash-Anteil sehr hoch sei und auch sehr viele Employer-sponsored Fares dabei wären. ;)
 

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Fun fact am Rande, gestern wieder mit der Metro in Brescia gefahren. Physische Kreditkarte für Tap&Go genutzt und Ticketerwerb per Video dokumentiert.
Und ich wurde wieder an der gleichen Stelle von den gleichen Personen kontrolliert. Scheint eine Art Business Modell zu sein.
jedenfalls scheint aber auch das Kontrollgerät mit physischen Kreditkarten zu funktionieren, so dass es keinerlei Probleme gab.
 
  • Haha
  • Like
Reaktionen: red_travels und eham

lowwer

Erfahrenes Mitglied
12.11.2020
1.119
329
Wien
In Österreich ist es (selbstverständlich) auch nur eine Ordnungswidrigkeit.

Was das auch immer sein soll... Wennst in Wien ohne Ticket erwischt wird kostet das min 131€ aktuell!

Wo Sie Tap+Ride finden​







Tap+Ride steht Ihnen derzeit an 9 U-Bahn-Stationen in Wien zur Verfügung:
  • Südtiroler Platz - Hauptbahnhof
  • Westbahnhof
  • Bahnhof Meidling
  • Stephansplatz
  • Schwedenplatz
  • Spittelau
  • Zieglergasse
  • Neubaugasse
  • Erdberg
 

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Nach den von mir gemachten Erfahrungen halte ich Tap&ride Systeme, die nicht über permanente automatische Entry-Exit Kontrollen, sondern durch sporadische mobile Ticketkontrollen funktionieren für potentiell gefährlich für den Kunden.
Wie dargestellt findet bei Problemen eine Beweislastumkehr statt, bei der der Kunde mangels Nachweis in Form einer Quittung oder eines Tickets sehr schlechte Karten hat.
Während bei permanenten Exitkontrollen ein Systemfehler sofort massenhaft auffallen würde, steht der Kunde bei einer Razzia, alleine einer Übermacht von hochmotivierten Kontrolleuren gegenüber, die wie dargestellt, keine Zweifel an der Funktionalität der Kontrollmethode zulassen.
Und bei den drakonischen Strafen, in Deutschland im Zweifel sogar eine Anzeige ist das Risiko erheblich.
 
  • Like
Reaktionen: Toter-Greifvogel

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
7.526
6.133
Ich glaube, Schwarzfahren ist nur in Deutschland eine Straftat.

In Österreich ist es (selbstverständlich) auch nur eine Ordnungswidrigkeit.

Der kriminelle Gehalt einer Schwarzfahrt ist wirklich nicht gegeben.
In anderen Ländern wundert man sich, dass man in Deutschland so frei und ohne ständige Kontrollen beim Ein- und Aussteigen fahren kann und man den Fahrgästen traut, dass sie trotzdem bezahlen. Das Gegengewicht dazu ist halt die stärkere Sanktion für den Fall, dass der Fahrgast das Vertrauen missbraucht. Macht schon irgendwie Sinn.

ür potentiell gefährlich für den Kunden.
Wie dargestellt findet bei Problemen eine Beweislastumkehr statt, bei der der Kunde mangels Nachweis in Form einer Quittung oder eines Tickets sehr schlechte Karten hat.
Das sehe ich genauso und vermeide es auf jeden Fall, virtuelle Kreditkarten einzusetzen. Wenn schon dann mit einer physischen Karte.
 
  • Like
Reaktionen: Rosinante

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Ich vermute ja, dass die Tatsache, dass Schwarzfahren in Deutschland eine Straftat ist aus einer Zeit stammt, als man sich wirklich buchstäblich eine Beförderung erschleichen musste, weil in jedem Verkehrsmittel ein Schaffner umher lief.
Heutzutage ist es je nach System für viele Menschen eine Herausforderung insbesondere in einem fremden Nahverkehrssystem, ein gültiges Ticket zu erwerben.
Und in der Tat werden ja auch neben den wirklichen Sündern jede Menge eigentlich zahlungswillige Kunden, wie zum Beispiel Touristen aufgegriffen.
An meiner S-Bahn-Station zum Beispiel steht seit Jahren kein Ticketautomat mehr, weil dieser ständig zerstört wurde. Gleichzeitig fährt nicht in jedem Zug ein Zugbegleiter mit.
Und da ist es mir schon passiert, dass ich beschuldigt wurde, mich nicht schnell genug gemeldet zu haben, nachdem der Zugbegleiter plötzlich aus irgendeinem Abteil herauskam.
Und zu dieser Zeit konnte man S-Bahn Tickets noch nicht in der DB App lösen, sondern nur in der individuellen App des aktuellen Verkehrsverbundes und auch dort nur mit eingeschränkten Zahlungsmitteln wie zum Beispiel Mobile Pay über die Simkarte.

Gerade unter diesen Aspekten sollte man die Frage der Straftat noch mal prüfen.
 
  • Like
Reaktionen: stroIf

mfkne

Erfahrenes Mitglied
In den Niederlanden funktioniert das alles ohne Probleme. Es gibt auch eine OVPay-App, die dann anzeigt, dass man eingecheckt hat. Lustigerweise haben die Kontrolleure der Bahn (NS) mit meiner Revolut-Metallkarte Probleme beim Auslesen und müssen erst geschätzte 10 Versuche in verschiedenenen Positionen unternehmen, bevor die Karte ausgelesen werden kann. Leider ist bei der Bahn in den Niederlanden das Reisen mit nicht-physischen Karten von Revolut nicht möglich, sonst wäre dieses Problem leicht zu vermeiden.
 
  • Like
Reaktionen: Rosinante

stroIf

Erfahrenes Mitglied
24.06.2023
813
1.171
In anderen Ländern wundert man sich, dass man in Deutschland so frei und ohne ständige Kontrollen beim Ein- und Aussteigen fahren kann und man den Fahrgästen traut, dass sie trotzdem bezahlen. Das Gegengewicht dazu ist halt die stärkere Sanktion für den Fall, dass der Fahrgast das Vertrauen missbraucht. Macht schon irgendwie Sinn.


Das sehe ich genauso und vermeide es auf jeden Fall, virtuelle Kreditkarten einzusetzen. Wenn schon dann mit einer physischen Karte.
In Österreich und vielen anderen Ländern gibt es auch keine Zugangssperren im ÖV und Schwarzfahren ist trotzdem keine gerichtliche Straftat.

Ähnlich wie Urkundenfälschung: Österreich Strafmaß ein Jahr Freiheitsstrafe, Deutschland fünf (!) Jahre.

Meines Erachtens wird in Deutschland alles unverhältnismäßig streng sanktioniert, der Ruf des Landes kommt nicht von ungefähr.
 

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
7.526
6.133
In Österreich und vielen anderen Ländern gibt es auch keine Zugangssperren im ÖV und Schwarzfahren ist trotzdem keine gerichtliche Straftat.
Dafür kostet das Schwarzfahren in Wien mindestens 135 EUR, in Berlin nur 60 EUR. Die Abschreckung geht in Österreich über das mehr als doppelt so hohe erhöhte Beförderungsentgelt. Kann man so machen, muss man aber nicht. Und es wäre ja nicht so, dass in Berlin Polizei und Staatsanwaltschaften von Amts wegen tätig werden. Nach § 265a Abs. 3 StGB ist in Deutschland ein Strafantrag erforderlich, der in Berlin von der BVG i.d.R. erst im dritten Wiederholungsfalle in einem Jahr gestellt wird. Und wenn sich einer dreimal im Jahr erwischen lässt, dann macht das schon mal Sinn, den Strafrichter damit zu befassen.
 

Rosinante

Reguläres Mitglied
03.06.2026
47
50
Nun war ja mein Fall in Italien, Strafe wäre wohl 49 € gewesen und wie gesagt, keine Straftat.
Da ich allerdings nachweislich unschuldig war und der Fehler auf Seiten des Verkehrsunternehmens lag frage ich mich, was man als Beschuldigter in Deutschland tun würde? Eine Anzeige kann man ja nicht verhindern? Muss das Verkehrsunternehmen beweisen, dass das angewendete Verfahren fehlerfrei ist?