Fast Lanes vor der Sicherkeitskontrolle an deutschen Flughäfen unzulässig?

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Münsterländer

Erfahrenes Mitglied
16.12.2018
10.168
12.104
MUC / FMO
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Ich verstehe gar nicht, wie man die staatliche, gesetzliche Sicherheitskontrolle von der Schlange direkt davor trennen will? "Warteschlangenmanagement"? Lachhaft.
Als ob jemand vor dem Krankenwagen der Feuerwehr steht und mit einem privaten Türsteher anweist, wer zuerst rankommt?
Das wurde doch in einem anderen Thread schon mal sehr sehr ausführlich diskutiert.
 

fhanfi

Erfahrenes Mitglied
20.03.2013
3.276
1.694
Das wurde doch in einem anderen Thread schon mal sehr sehr ausführlich diskutiert.
Ich meine Du liegst Falsch, es war m.E. dieser Thread...


btw. in BER ist das zwischenzeitlich nicht mehr vorhandene Flatterband 1 Meter vor der tatsächlichen Siko wieder da (zum. vorgestern). In Fra hatten Sie ja die Abgrenzung zwischen Prio und Eco durch "Sichtschutz" und 20 m weil um die Ecke geregelt. Man konnte dort aber immer zwischen Prio und Eco hin und her gehen
 
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denkigroove

Erfahrenes Mitglied
01.02.2010
8.026
8.291
SNA
In den USA kriegt der kommerzielle Security-Anbieter CLEAR gerade in ähnlicher Sache Gegenwind. Der bietet auch für 180 Dollar im Jahr eine schnellere Sicherheits-Abfertigung "für Reiche" an.
Ich greife mal den alten Thread auf. CLEAR baut seine Präsenz weiter aus und ist jetzt auch für nonResidents käuflich erwerbbar zum aktullen Preis von 219 USD - macht vielleicht für US Kreditkarteninhaber Sinn, welche Guthaben für eine CLEAR Mitgliedschaft inklusive haben (AME Green zB).
 

taenkas

Erfahrenes Mitglied
26.08.2013
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Wenn man den Artikel liest wird aber schon klar, dass die Gegner von CLEAR hier nicht grundsätzlich gegen das Einrichten von Fastlanes bzw. bevorzugter Behandlung an der Security sind. Was beanstandet wird ist, dass CLEAR der TSA keine eigenen Checkpoints bezahlt und die Teilnehmer dann am Ende der "normalen" Security-Schlange wieder ausspuckt.

The bill still allows people to buy shorter security queuing through PreCheck and Global Entry. It just would outlaw skipping to the front of a line that isn’t dedicated for CLEAR members, so CLEAR would have to have its own dedicated TSA lanes. (While this exists in some places, TSA may not go along.)

The bill sponsors even say they aren’t opposed to airport concierge services where passengers pay extra to be escorted through formalities quickly.

At LAX, for instance, Flagship first class, ConciergeKey, Platinum Pro members and above flying internationally, and equivalent partner airline status members even flying domestically get an escort to the front of the relevant security line (PreCheck or standard). But the bill only bans ‘third party vendors’ from doing this, not American Airlines!
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.277
12.522
Was beanstandet wird ist, dass CLEAR der TSA keine eigenen Checkpoints bezahlt und die Teilnehmer dann am Ende der "normalen" Security-Schlange wieder ausspuckt.
Wie ich ja schon viel weiter oben gesagt habe, es ist völlig OK von priviligierten Kunden Geld zu nehmen, und das zu investieren um zusätzliche Kontrollstellen zu installieren, da zusätzliches Personal einzustellen.
Was nicht geht, ist das man Geld dafür kassiert, andere Passagiere länger warten zu lassen. Einfach nur eine Eskorte zum Umgehen der Schlange organisiert und dort zahlende Kundschaft anzuweisen mehr zahlende Kundschaft vorzulassen.
 
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taenkas

Erfahrenes Mitglied
26.08.2013
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Wäre interessant, ob das in Deutschland bzw. Österreich überhaupt möglich ist bzw. ob es nicht bereits getan wird? Wenn die Sicherheitskontrolle von durch die Polizei/Bundespolizei beaufsichtigte Dienstleister erfüllt wird, die vom Flughafen aus der Luftsicherheitsgebühr bezahlt werden, könnten Flughäfen ja bereits heute für zusätzliche Kapazitäten aus der eigenen Tasche bezahlen.

Das sagt die KI dazu:

Durch das sogenannte „Frankfurter Modell“ (das inzwischen auch an anderen Flughäfen wie Köln/Bonn eingeführt wurde) übernehmen die Flughafenbetreiber selbst die Steuerung und Organisation der Passagierkontrollen. [1, 2]
Zahlen Flughäfen aus eigener Tasche für eine schnellere Abfertigung, funktioniert dies über folgende Mechanismen:

1. Investition in modernere Technik
Die Flughäfen können und dürfen eigenständig Geld in die Hand nehmen, um modernere Kontrollstraßen (z. B. CT-Scanner) zu kaufen. [1, 2]
  • Der Effekt: Passagiere müssen Flüssigkeiten und Elektronik nicht mehr aus dem Handgepäck nehmen.
  • Das Ergebnis: Der Durchsatz pro Kontrollspur erhöht sich massiv, was die Wartezeiten drastisch verkürzt. [1, 2, 3]

2. Zusätzliches Service-Personal
Die eigentliche Personalkontrolle an der Schleuse (die Luftsicherheitsassistenten) ist streng reglementiert. Ein Flughafen kann hier nicht einfach „willkürlich“ mehr staatlich zertifizierte Kontrolleure hinstellen, da deren Anzahl an gesetzliche Vorgaben und Schichtpläne gebunden ist. [1, 2, 3]
  • Die Lösung der Flughäfen: Betreiber wie die Fraport AG bezahlen aus eigener Tasche zusätzliches Service- und Vorbereitungspersonal (sogenannte „Wannen-Ranger“ oder Einweiser).
  • Diese Mitarbeiter stehen vor den eigentlichen Schleusen, helfen den Passagieren beim Sortieren des Handgepäcks und beschleunigen die Abläufe, damit die lizenzierten Sicherheitskräfte effizienter arbeiten können.

Somit greifen Flughafenbetreiber im Sinne des Passagierkomforts (Effizienzsteigerung) sehr wohl in die vorgelagerte Organisation ein. Warum das eine Einbahn-Straße sein soll, kann ich daher nicht nachvollziehen. Wenn ich also als Flughafen aus eigener Tasche für eine Beschleunigung des Prozesses bezahle, sollte mir auch eine Bevorzugung von Statuspassagieren erlaubt werden. Alternativ wäre es aus meiner Sicht nur gerecht, wenn ALLES staatlich organisiert und personell ausgestattet wird, davon nimmt die Bundespolizei aber offensichtlich Abstand.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Klingt nach slippery slope. Erstmal müssen Privatleute für staatlich und gesetzlich angeordnete, polizeiliche Sicherheitsmaßnahmen zahlen, dann lagert der Staat diese, wohl doch nicht so wichtige, Kontrolle an Private aus und dann wird durch die Hintertür Nasenfaktor und Privilegierung nach Reichtum bei der staatlichen Sicherheit eingeführt. Bisschen viel auf einmal oder?
 

taenkas

Erfahrenes Mitglied
26.08.2013
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Aus meiner Sicht müsste man sich halt entscheiden - ist es eine hoheitliche Aufgabe, dann gehört es zu 100% auch so organisiert, und da würde ich sogar das Modell einer TSA bevorzugen, als diese Auslagerungen.

Oder man lässt es die Flughäfen (natürlich staatlich kontrolliert) komplett selber machen, aber dann dürfen die aus meiner Sicht auch Bevorzugungen anbieten.

Und zum Thema Bevorzugung - jedes General Aviation Terminal, FCL oder VIP-Service IST so eine Bevorzugung. Selbst wenn man die Fast/Priority-Lanes nun verbieten würde, wäre es trotzdem ein Leichtes, sich eine Bevorzugung zu erkaufen.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
Meiner Meinung nach muss alles staatlich Angeordnete absolut gleich sein. Und zwar mit "aktiver Gleichheit" und erkennbar offenen Schaltern für alle. Airlines dürfen in ihren Stübchen dann gerne dem Einen Hummer servieren und dem Anderen nicht.
 

taenkas

Erfahrenes Mitglied
26.08.2013
2.373
2.638
Meiner Meinung nach muss alles staatlich Angeordnete absolut gleich sein. Und zwar mit "aktiver Gleichheit" und erkennbar offenen Schaltern für alle. Airlines dürfen in ihren Stübchen dann gerne dem Einen Hummer servieren und dem Anderen nicht.
Wenn man das zu Ende denkt, ist man wieder in der DDR - man nivelliert alles auf das langsamste/niedrigste Niveau.
 
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Luftikus

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08.01.2010
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Wieso das Langsamste und Niedrigste? In z.B. Singapur käme niemand auf diese Idee. Fairerweise muss man den deutschen Flughäfen attestieren, dass die mit Macht CT- und Nacktscanner für alle installieren. Es soll ja Umsatz gemacht und nicht die Zeit verwartet werden.
 

cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
5.636
4.114
FRA
Meiner Meinung nach muss alles staatlich Angeordnete absolut gleich sein.
"Staatlich angeordnet" ist nicht gleich mit "staatlich". TÜV für Autos ist z. B. auch staatlich angeordnet, wird aber gar nicht vom Staat durchgeführt.

Es gibt überhaupt keinen Grund, Sicherheitskontrollen am Flughafen im "hoheitlichen" Modus durch die Bundespolizei durchzuführen. Der Staat schreibt auch Sicherheitskontrollen an Atomkraftwerken, in Hafenanlagen, sogar bei manchen Großveranstaltungen vor. Die eigentliche Sicherheitskontrolle wird dabei nach Vorgaben vom Staat, aber nicht durch den Staat selbst durchgeführt. Ähnlich kann es auch am Flughafen ablaufen.
 
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Luftikus

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08.01.2010
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Entweder es ist wichtig, dann soll der Staat kontrollieren, oder es ist es nicht. Auf jeden Fall muss es für alle gleich sein. Erst die Kontrollen rausgeben und anschließend die Kontrollierten nach Geld unterscheiden geht nicht.
 

pemko

Erfahrenes Mitglied
03.03.2015
3.019
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TXL
Entweder es ist wichtig, dann soll der Staat kontrollieren, oder es ist es nicht. Auf jeden Fall muss es für alle gleich sein. Erst die Kontrollen rausgeben und anschließend die Kontrollierten nach Geld unterscheiden geht nicht.
Kann man so sehen, muss man aber nicht... und zwar mindestens drei "Schlussfolgerungen".
Der Staat muss nicht alles selbst tun, er sollte jedoch dafür sorgen, dass es funktioniert.
 

ilam

Aktives Mitglied
25.06.2013
102
109
Es gibt doch nur eine entscheidende Frage: Wo beginnt die hoheitliche Aufgabe? Ist es die reine Kontrolle, dann ist alles ok, denn die läuft für alle gleich ab (Es sei denn es gibt für die Fastlane einen flüssigkeitstauglichen CT-Scanner, während die "normalen" Passagiere weiterhin mit den 1l-Beuteln geärgert werden).

Ist es bereits der Weg zur Kontrolle? Dann wird in der Tat unzulässig diskriminiert.
Dann kommt man aber schon in Probleme, wenn ein Flugzeug ankommt und man zur Immigration (zweifellos hoheitlich) muss. Wenn hier Business zuerst debordet, hat man defacto das gleiche Problem. Oder auch Priority Gepäck, das dafür sorgt, dass man am Ende vorne und nicht hinten in der Schlange steht.

Ich halte den Weg zur Kontrolle aber nicht für hoheitlich. Simples Beispiel aus anderem Bereich: Meine letzte Auto-Anmeldung war extrem bequem, denn das hat das Autohaus für mich erledigt. Die Anmeldung war trotzdem genau der gleiche Vorgang, wie wenn ich selbst hätte antanzen müssen...
 
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Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
12.373
12.028
LEJ
Es ist die wachsende Vergabe von hoheitlichen Aufgaben an Dienstleister.
Vor dreißig Jahren gab es kaum "Security" als Nachtwächter oder Wachpersonal.
Bin gespannt, wann es dir erste Privatarmee in D gibt......
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.864
18.927
Wobei man schon unterscheiden muss (und das geht hier im Thread etwas durcheinander) zwischen einer staatlichen Aufgabe, für die sich der Staat privater Dienstleister bedient, und einer Tätigkeit, die an Private vergeben wird, damit diese dort in eigener Bewirtschaftung Gewinne erzielen. Die Sicherheitskontrollen, die die Bundespolizei nicht selber macht, sind ersteres.
 
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Rosinante

Neues Mitglied
03.06.2026
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20
Also die Forderung nach Gleichheit ist natürlich eher populistisch. Gleichheit bemisst sich ja nicht nach dem Ergebnis, auch wenn das heute gerne so verstanden wird.
Wenn jemand für ein First Class Ticket bezahlt oder vielleicht privat fliegt, nutzt er gegebenenfalls eine andere Kontrollinfrastruktur, für die er mit seinem Ticket auch bezahlt hat.
Bei Clear und TSApre geht es ja primär auch nicht um Privileg gegen Geld, sondern um Risikoklassen. Wer sich vorab im übertragenen Sinne bis auf die Unterhose auszieht, ist statistisch an Sicherheitskontrolle ein geringeres Risiko und kann schneller abgefertigt werden.
Und das ist in dem Falle sogar ein WIN-WIN, auch für die die den Service nicht nutzen.
Ein anderes Beispiel ist die Sonderabfertigung von Familien mit kleinen Kindern, die an vielen Flughäfen üblich ist.
 
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Rosinante

Neues Mitglied
03.06.2026
10
20
Also bist du auch dafür, dass alle das gleiche für die Kfz Versicherung bezahlen unabhängig von Ihrem Risiko?
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Die Forderung nach Gleichheit entspricht unserer Verfassung. Hier geht es darum, dass der Staat ein Privileg bei seinen Sicherheitskontrollen gibt, zu dem Private einen bevorzugten Zugang gegen Geld verkaufen. Das ist übelste Korruption.
Und einmal kurz googeln zeigt, dass der verfassungsmäßig Gleichheitsgrundsatz nicht das bedeutet, was du reininterpretierst:
Der Gleichheitsgrundsatz ist in Artikel 3 des Grundgesetzes (GG) verankert. Er besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Dies bedeutet konkret: Gleiches muss gleich, Ungleiches jedoch seiner Eigenart entsprechend ungleich behandelt werden. Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung sind an dieses Gebot gebunden. [1, 2]
Artikel 3 GG gliedert sich wie folgt: [1]
  • Absatz 1: Der allgemeine Gleichheitssatz
    „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Er verbietet Willkür. Eine Ungleichbehandlung ist nur dann zulässig, wenn es dafür einen sachlichen, einleuchtenden Grund gibt, der den Unterschied rechtfertigt.
 
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