It takes two to tango...
Im Prinzip konnte bei den Boeing (oder Zulieferer) Programmierern niemand ahnen, das Airlies ihre Flugzeuge ein halbes Jahr lang unter Strom halten würden, von daher waren die Counter im Prinzip schon ausreichend dimensioniert.
Zumal es ja kein Zufall ist, dass die Airlines ihre Flugzeuge nicht so oft "booten", sondern ganz klare Absicht. Wann immer du dein Flugzeug "rebootest" laufen hunderte von Selbsttests in Dutzenden von Systemen ab, und finden eben auch Fehler, die das Flugzeug erstmal grounden, obwohl es alles für sich genommen keine kritischen sind. Deshalb lassen die Airlines lieber die Systeme so lange laufen wie möglich, wenn wirklich kritische Fehler auftreten werden die auch im Betrieb gemeldet. Die nutzen schon jede Lücke im System aus, die ihnen hilft mit den Flugzeugen zu machen was sie wirklich wollen: Geld verdienen.
Wobei man zugeben muss, das ist nicht der alleinige Grund bzw. der Grund für jede Airline. Viele machen halt keine langen Wartungspausen mehr, sondern machen jede Nacht ein klein Bisschen Wartung, damit der Flieger maximal zur Verfügung steht. Dann macht es natürlich Sinn möglichst schnell nach der Landung loszulegen und erst möglichst kurz vor dem nächsten Flug wieder aufzuhören, dann kann man sich "Bootpausen" nicht leisten.
In zumindest einem Fall war es nicht mal ein klassischer Überlauf, sondern ein numerisches Auslöschungsproblem. Für einen Computer kann eben 162934157302735 - 162934157302734 auch schon mal Null sein, und dadurch dividieren ist dann nicht schlau...
Man versucht eigentlich in der Luftfahrt immer so wenige Spezialfälle wie möglich abzufangen, denn jeder davon kann auch wieder einen Fehler verursachen. Ein simpler Zähler ist eigentlich Idiotensicher, wenn die Annahmen über die Einschaltdauer realistisch sind. Und es gab halt Zeiten, da hätte niemand sich vorstellen können, dass Airlines ihre Flugzeuge ein halbes Jahr lang nicht abschalten.
Trotzdem bleibt es schwer sich ein Szenario vorzustellen, in dem ein derartiges Problem binnen Sekunden in zwei Systemen (für beide Triebwerke) auftritt, zumal diese nicht synchron istalliert/gewartet wurden. Oder eins bei dem der komplette zellenseitige Stromausfall auch beide Triebwerke lahmlegt. Alle kritischen Systeme haben da eigentlich backups. Und die RAT lief ja auch schon einige Sekunden, es hätte also wieder elektrische Leistung da sein müssen (z.B. für Boost Pumps).
Wir werden erfahren, ob die Piloten die RAT bewusst ausgefahren haben (weil sie sich Hilfe davon erwartet haben) oder ob es automatisch passiert ist.
Zum Generator der Ratte habe ich
gefunden:
Im Gegensatz zu den klassischen Airbussen und Boeings scheint die Ratte also direkt einen Generator anzutreiben, der auch bei Startgeschwindigkeit bereits funktioniert, nicht indirekt über einen hydraulischen Generator. Elektrizität hätte also wieder da sein müssen, was deren Ausfall als Grund auch unwahrscheinlich macht.
Hoffen wir, dass die Recorderanalysen bald etwas ergeben, erste Meldungen klingen da ja positiv. Wäre gut zu wissen, dass da nicht in jedem Dreamliner ein potentieller Killer schlummert...