Tag 15 1/2 - Von Bangkok nach Chiang Mai und weiter nach Lampang
Gegen 8:20 war die Nacht für uns vorbei und ich zog die Vorhänge auf, um mal wieder mit einem anderen Ausblick auf Bangkok zu blicken.
Das Frühstück des Avani Ratchada war eher durchwachsen. Die Speisenauswahl und Qualität waren noch in Ordnung, aber der kleine Frühstücksbereich hinter der Lobby platzte aus allen Nähten und man saß viel zu dicht neben anderen Gästen, die zu einem großen Teil aus einem sehr großen asiatischen Land stammten, in welchem die Tischsitten deutlich rustikaler ausfallen als in Thailand oder Westeuropa.
Dazu hatte ich mit Schmerzen in meinem linken Bein zu kämpfen, vermutlich weil ich zwei Tage zuvor tolpatschig, wie ich manchmal sein kann, gestürzt war. Die Nacht war ich immer wieder aufgewacht und konnte keine Schlafposition finden, in welcher es wirklich angenehm war. So machte ich mich nach dem Frühstück zu einer Apotheke in einer Parallelstraße auf, die laut Google Maps bereits am frühen Morgen geöffnet hatte, um mich mit Ibuprofen-Tabletten einzudecken, die glücklicherweise für Linderung sorgen sollten.
Anschließend packte ich meine Sachen und verabschiedete mich temporär von +1, denn heute würden sich unsere Urlaubswege für 1,5 Wochen trennen. Für mich sollte es nämlich nach Nordthailand gehen, um mit meinem lieben Arbeitskollegen und Freund ("ArFr" in diesem Reisebericht genannt) aus Düsseldorf gemeinsam für 12 Nächte die Region östlich von Chiang Mai zu erkunden. +1 würde die Zeit in seiner Heimatstadt Ubon Ratchathani mit Familie und Freunden verbringen.
Vom Hotel waren es nur wenige Schritte zur MRT-Haltestelle "Phra Ram 9", die mit Werbung für "Bulgaria Yogurt" verziert war. Wer würde in Europa nicht Bulgarien sofort mit Joghurt verbinden?
Eine Haltestelle bzw. wenige Minuten später wechselte ich an der MRT-Haltestelle Phetchaburi von der U-Bahn zum ARL (Airport Rail Link) der staatlichen Eisenbahn von Thailand.
Statt hier eine Fahrkarte kaufen zu müssen, konnte man nun auch hier allein mit dem Scannen einer Kreditkarte Zugang zu den Gleisen erhalten. Allerdings klappte dies beim ARL nicht ganz so perfekt wie bei der MRT. Nur ein Zugang war für Kreditkartenzahlungen vorgesehen und dieser war dauerhaft geöffnet, da man offenbar das Kreditkartenterminal nicht mit den Zugangskontrollen verbinden konnte. Eine Mitarbeiterin wachte daher darüber, dass man auch brav seine Kreditkarte scannte, bevor man die dauerhaft geöffnete Schranke passierte.
Wenig später wartete ich dann auch schon am Gleis der Haltestelle Makkasan auf den Zug, der wenig später eintreffen und mich in gut zwanzig Minuten zum Flughafen fahren sollte.
Dort angekommen waren noch zahlreiche Rolltreppen zu nehmen, um vom Untergeschoss auf die oberste Etage des Flughafens zu gelangen, wo sich die Check-in-Schalter befanden. Mein Ziel war, wie schon so oft, der Schalter B09 für *G-Kunden auf Inlandsflügen von TG.
Wie bei jedem Besuch war dieser Schalter bei meinem Eintreffen nicht frei und ich musste kurz warten, bevor ich meinen Koffer abgeben konnte, wenngleich die Wartezeit wie üblich nicht wirklich lang war.
Anschließend ging es in Richtung der Abfluggates für Inlandsflüge. Dort scant man erst seinen Boardingpass und lässt anschließend von einem Mitarbeiter Namen zwischen Bordkarte und Pass abgleichen, wenngleich das ja auch schon beim Check-in erfolgt war. Als Nächstes ging es mit einer Rolltreppe nach unten.
Ca. 20 Minuten nach Ankunft am Flughafen BKK betrat ich so die Thai Airways Domestic Lounge, die ein nur wenig spektakuläres Neujahrsmenü offerierte.
Spannender fand ich, dass es mal Som Tam (Papayasalt) und Saigrok Isarn (nordostthailändische leicht fermentierte Wurst) gab.
Ich suchte mir einen Platz im sehr leeren "Außenbereich" der Lounge mit Ausblick auf die Zufahrtsstraße zum Abflugbereich des Flughafens.
Hier genoss ich dann den Papayasalat, der jedoch leider etwas zu durchgezogen schmeckte, und die nordostthailändische Wurst, die kalt nicht so gut schmeckte, wie ich erhofft hatte.
Außerdem schrieb ich wieder etwas am Reisebericht, bevor ich eine gute Stunde nach Eintreffen in der Thai Airways Lounge diese verließ. Ich sehnte mich nach einem Bier und bei TG gibt es in der Domestic Lounge leider keinen Alkohol. Ich wollte eigentlich mit meinem Priority Pass der Amex Platinum die Coral Lounge besuchen, wo es frisch gezapftes Fassbier gegeben hätte, aber diese war leider voll mit einer Warteschlange davor.
So spazierte ich ein Stück weiter zurück in Richtung der Rolltreppe, von der ich gekommen war, um bei der Miracle Lounge vorbei zu schauen. Tatsächlich war diese nicht ganz so voll und es gab keine Warteschlange, sodass dies nun mein erster Besuch in diser Lounge werden sollte, die ein etwas lieblos vom öffentlichen Bereich abgetrennter Wartebereich war.
Dafür schien mir hier die Speisenauswahl etwas besser zu sein als in der TG-Lounge.
Dazu gab es hier kühles thailändisches Dosenbier. Ich wurde satter und zufriedener.
Kurz vor dem auf der Bordkarte genannten Boardingzeitpunkt begab ich mich dann zur Sicherheitskontrolle, die sich im Bereich für Inlandsflüge des BKK leider hinter dem Lounges befindet, aber die selten Wartezeit erfordert. Ich war schon etwas enttäuscht, dass das Gate für meinen Flug TG110 nach Chiang Mai ein Busgate war, aber dann gab es auch noch eine Durchsage, dass das Boarding sich aufgrund eines zu spät gelandeten Flugzeuges verzögern würde.
Während der Wartezeit beobachtete ich, wie verschiedene Touristen erfolglos versuchten, Getränke an einem Automaten zu kaufen. Einer italienischen Dame erklärte ich noch, dass sie statt Google Pay lieber eine reale Kreditkarte verwenden solle, da Google Pay in Thailand oftmals nicht akzeptiert wird.
Irgendwann meldete sich ein dem Akzent nach US-amerikanischer Held zu Wort, der sich lautstark beschwerte, dass man das Priority-Boarding offenbar beendet hätte, ohne dass alle Business-Passagiere inklusive ihm geboardet seien. Glücklicherweise erklärte ein anderer Passagier ihm bereits, dass bisher nur Passagiere mit eingeschränkter Mobilität geboardet wurden und wohl kaum alle Business-Class- und Status-Passagiere in den einen Minibus gepasst hätten, mit dem der eine Rollstuhlfahrer samt Begleitung nun transportiert wurde.
Wenige Momente später gab es dann die Erlösung für alle unruhigen Status- und C-Paxe, denn nun wurden auch diese geboardet.
Der Vorteil, als Status- oder Businesspassagier als Erster boarden zu dürfen, schwindete jedoch ein wenig, nachdem der Bus auch für weitere Passagiere mit genutzt wurde. 15 Minuten später konnte ich meinen Fensterplatz im hinteren Teil des A320 einnehmen, der meinem Eindruck nach relativ neue Sitze erhalten hatte.
20 Minuten später rollten wir zur Startbahn.
Nochmal 15 Minuten später konnte ich dann aus der Luft auf die mir wohlbekannte Abfahrt von der Autobahn 7 zum Flughafen BKK blicken.
Nach weiteren 15 Minuten erhielt ich meine Snacktüte, auf der "lecker" in vier verschiedenen thailändischen Dialekten geschrieben war.
Hauptbestandteil war in eine blaue Tortilla gewickeltes Teriyaki-Hähnchen mit Sesamdressing. Die verschiedenen in Thailand als INS angegebene Zusatzstoffe schreckten mich erst etwas ab, aber der Hunger bzw. Appetit trieb es hinein.
Kurz nachdem ich den Snack verschlungen hatte, entdeckte ich den Zusammenfluss der Flüsse Ping und Nan in Nakhon Sawan, die dort den Chao Phraya bildeten,
und welchen ich vor 1,5 Jahren besucht hatte.
Fast pünktlich erfolgte die Landung in Chiang Mai.
Auf den Koffer musste ich zwar noch einen Moment warten, aber ArFr war tatsächlich auch noch unterwegs, um mich vom Flughafen abzuholen. Tatsächlich hatte mein guter Freund und Arbeitskollege nach seiner Ankunft ein paar Tage vor unserer Ankunft in Thailand erst etwas Bangkok erkundet, bevor er in abgelegenen Regionen der Provinz Surat Thani in Südthailand unterwegs war. Die letzten Tage hatte er von Chiang Mai aus erneut Pai besucht, um dann den Mae Hong Song Loop zu vervollständigen und Mae Hong Song und u.a. den Doi Inthanon zu besuchen.
Nachdem ich kurz vor dem Terminalgebäude gewartet hatte, hielt ArFr dann mit seinem angemieteten Yaris vor mir, sodass ich meinen Koffer einladen und ihn begrüßen konnte. Auch wenn es erst seine dritte Thailandreise war, hatte er sich schon sehr an den lokalen Straßenverkehr gewöhnt und lenkte uns sicher aus dem leicht chaotischen Stadtverkehr von Chiang Mai hinaus.
Er folgte der Beschilderung nach Lampang bzw. eigentlich den Navigationsanweisungen seines Handys, die uns aber genau dorthin bringen sollten.
Die Strecke kam mir tatsächlich vertraut vor, nachdem dies vor 1,5 Jahren auch ein Teil der Strecke war, die ich von Chiang Mai auf dem Weg nach Sukhothai zurückgelegt hatte. Als Beifahrer konnte ich heute aber besser die Sehenswürdigkeiten unterwegs fotografieren als auf meiner Reise alleine damals.
Nach insgesamt gut 1,5 Stunden Fahrt trafen wir schließlich am gebuchten Hotel, dem "
The Space Hotel", im Zentrum von Lampang ein.
Der Check-in verlief problemlos, wenngleich man wieder Bargeld als Pfand hinterlegen musste, um offenbar Nichts auf dem Zimmer zu klauen oder zu verwüsten. Mein Zimmer bot ausreichend Platz.
Das Bad war auch absolut in Ordnung, wenngleich die Duscharmatur ziemlich verkalkt war.
Nicht nur als Telekommunikationsingeneur war ich sehr überrascht, dass ich auf meinem Zimmer einen eigenen WLAN-Router hatte, dieser aber keinen Ethernet-Uplink hatte sondern offenbar eine DSL-Leitung. Tatsächlich musste sich der Router nach dem Einstecken der Zimmerkarte eine ganze Weile erst synchronisieren und ich fragte mich, ob das Hotel einen eigenen DSLAM betrieb oder tatsächlich von 3BB für jedes Zimmer eine eigene Kupferdoppelader übergeben bekam.
Dazu irritierte mich der Ausblick aus meinem Zimmer etwas.
Und ich fragte mich leicht sorgenvoll, warum man Ohropax auf dem Nachttisch bereitgelegt hatte.