Wäre es dann nicht besser gewesen mit den Herstellern ein Programm aufzulegen bei dem jedes in der EU ausgelieferte Fahrzeug eine Ladekarte/App-Guthaben mit, von mir aus sozial gestaffelt, monatlich 100 /125/150/.. EUR Ladeguthaben je Leasingmonat mitgekommen wäre?
Dann hätte man die "daheim per Wallbox-Lader" aber ausgesperrt.
Wobei das ja nicht schlecht sein muss - "Eigenheim-Besitzer mit PV auf dem Dach und dann noch E-Auto fördern lassen" sind ja eher ein Feindbild für manche, und immerhin gab es für diese Gruppe ja auch schon genug Förderungen bzgl. Wallbox & Co.
Viel wichtiger als Geld für Kauf oder Laden rauszuhauen fände ich aber ein paar wesentliche Verbesserungen hinsichtlich öffentlichen Ladens.
Die Roaming-Preise (und damit der Rechercheaufwand oder das Kostenrisiko, wenn man nicht so viel im Fernverkehr unterwegs ist, dass sich z.B. "nur Aral oder nur ionity" lohnt) sind chaotisch-frech-absurd, und offensichtlich regelt der Markt es nicht selbst und es schadet in meinen Augen nicht, wenn man z.B. mal bei anderen Branchen gucken würde, wie es da geht. In der Telefonie z.B. gibt's eine Regulierungsbehörde, und als Carrier muss ich mir die Durchleitungsentgelte da genehmigen lassen. Und entweder ich beantrage das, worauf sich alle geeinigt haben, dann geht das stressfrei durch. Oder ich will mehr, dann muss ich das aufwendig begründen.
Tank&Rast, ja ohnehin schon rückwirkend betrachtet ein Trauerspiel (der Bund hat beim Verkauf "kostenlose Toiletten für Reisende" in den Vertrag reingeschrieben, aber dann vergessen, dass das so ist), hat den anderen das Leben schwer gemacht (Fastned soll bitteschön an unbewirtschafteten Parkplätzen keine Getränkeautomaten aufstellen dürfen, und als Ladesäulen-Anbieter Platz auf einem Rastplatz zu bekommen, soll wohl nicht so einfach gewesen sein. Und zum Dank wurden sie jetzt beim Deutschlandnetz einfach selbst beauftragt, Säulen aufzustellen und sich damit selbst die Preise ausdenken zu dürfen.
Die Ladeinfrastruktur in den Städten stagniert, was an der unklaren Gesetzgebung liegt bzw. lag (inzwischen glaube ich entschärft. Aber eine ganze Zeitlang hatte ja mal die Bankenlobby ein vollwertiges und völlig überteuertes Kreditkartenterminal in die Ladesäulenverordnung reindiktiert, weshalb um 2023 der AC-Ausbau ja quasi eingestellt wurde). Und die Ladesäulen, die da stehen, sind oft vom Monopolisten "Stadtwerke". Nicht, wie gerne behauptet, weil "sich das für die freien Anbieter nicht lohnt", sondern gerade weil es sich lohnt. In Köln werden freie Anbieter genau wie Bürgerinitiativen klein gehalten, damit die städtische Tochter Ladesäulen aufstellt, absurde Preise verlangt, sich die Säulen vom Bund fördern lässt, aber dann einen Taschenspieler-Trick angewandt hat, um z.B. der Roaming-Verpflichtung in den Förderbedingungen zu entgehen.
Das Thema zugeparkte Ladesäulen vs. Blockiergebühr ist einfach lästig. Ich kann unseren KIA sonntags morgens nicht an den Strom hängen, weil die Ladesäulen regelmäßig von "Ich geh nur kurz zum Bäcker. stell Dich nicht so an, oder glaubst Du, Du bist was besseres mit Deinem E-Auto und hättest ein Grundrecht auf den schöneren Parkplatz"- Leuten zugeparkt ist, ohne dass die Stadt das Problem ernst nimmt. Wenn es nach dem Willen der Stadt(werke) geht, kann ich den KIA aber auch nicht samstags abends an den Strom hängen und über Nacht laden lasse, da bin ich am nächsten Tag arm aufgrund der Blockiergebühr.
Da gäbe es so viele einfache Schalter, an denen man etwas verbessern könnte.
Um Mitnahmeeffekte (Weitergabe von Ladeguthaben) komplett zu vermeiden hätte man auf eine App-Pflicht zum Laden bestehen können. Vor dem Ladevorgang wird im Rahmen des Freigabeprozess auch geprüft ob die FIN zur Ladekarte passt. Ich bin mir nicht sicher wie aufwändig das für die Hersteller ist aber als Laie scheint mir das nicht so kompliziert zu implementieren zu sein.
viel zu kompliziert (und wegen App-Zwang auch aus verschiedenen Gründen nicht geil).
Die Lösung ist viel einfacher und technisch schon da, nennt sich Plug&Charge: Auto einstecken, das zeigt seine als Zertifikat im Bordcomputer installierte Ladekarte elektronisch vor (per Datenübertragung), fertig.
Für die technisch interessierteren:
Das Auto muss das können. Sollte bei neuen Autos kein Problem sein, ich glaube es gibt noch Hersteller, die aktuell nicht jede Ladekarte "erlauben", sondern das auf die eigene Lademarke beschränken. Das ist aber nur eine Frage des Wollens, keine technische Restriktion.
Die Ladesäule muss es können. Was seit Jahren schon Vorgabe in den Förderrichtlinien ist, also eigentlich jede moderne Säule kann. (Erfordert ggf. ein Konfigurationsupdate: Die bei Stadtwerken beliebte Mennekes Smart-Serie ist hier in Köln z.B. so konfiguriert, dass die die Buchse erst öffnet, wenn der Ladevorgang autorisiert wurde. Damit verhindert man halt "Sohn von Diesel-Dieter klebt Kaugummis in die Buchse, weil sein Vater E-Autos scheiße findet". Natürlich beißt sich das mit dem Prozess Stecker-einstecken-und-darüber-wird-autorisiert). Das ist auch der Grund, warum ich bei mir noch nicht die Muße hatte, meine Octopus Energy-Ladekarte in den KIA zu bekommen.
Weil das früher hier schon mal Thema war im Zusammenhang mit einem VW ID4-Taxi: Es gibt eine Konkurrenztechnik, "Auto-Charge". Da erkennt die Säule das Auto anhand seiner MAC-Adresse wieder und hat sich einfach gemerkt, welche Ladekarte beim letzten Mal genutzt wurde (und nutzt die weiter). Da muss das Auto gar nichts zu können (darum haben z.B. EnBW und ein paar andere diese Technik damals eingeführt als Übergang, bis Plug&Charge in den Autos Einzug erhält). Aber konkret das Erkennen geht bei MEB-Fahrzeugen z.B. dem ID4 nicht, weil die MAC-Adresse aus Datenschutzgründen regelmäßig zufällig wechselt.