I don't feel like dancin' in Oslo.

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shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
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zwischenreisenundwahnsinn.blogspot.com
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Prolog

Ursprünglich hatte ich im Herbst ja angekündigt, dass der nächste Reiseberricht eine Weile auf sich warten lassen wird, da wir dem diesjährigen Karneval wieder einmal mit einem Tanzworkshop entfliehen wollten. Wie Ihr unschwer am Titel und der Tatsache, dass ich hier schreibe, erkennen könnnt, ist dies jetzt doch nicht der Fall.
Kurz nach unserer Rückkehr aus dem Herbsturlaub wurde der Ticketverkauf zum Eurodance-Festival im Europapark eröffnet, zeitgleich sollten auch vergünstigte Hotelkontingente in den Europapark-Hotels für Festivalbesucher freigeschaltet werden, ein Buchungscode hierfür wurde ebenfalls veröffentlicht. Nachdem wir die Tickets erworben hatten, wollten wir uns um die Hotelbuchungen kümmern und fanden keinerlei buchbare Zimmer außer ein paar Suiten im günstigen Preissegment zwischen 2000 und 4000 € für eine Woche auf der Buchungsseite der Europapark-Ressorts vor. Zunächst dachten wir uns nichts böses, vielleicht hatte man die Hotelbuchung noch nicht freigeschaltet. Nachdem sich zwei Wochen lang nichts am Angebot geändert hatte, nahm der Gatte telefonisch Kontakt auf und erfuhr, dass die Hotels im Europapark bereits komplett im Vorfeld ausgebucht waren. Kann passieren, aber dann ist es doch etwas unglücklich von der Festival-Organisation, weiterhin vergünstigte Hotelkontingente zu bewerben. Bei uns herrschte jetzt erstmal Ratlosigkeit. Man hatte dem Gatten noch mitgeteilt, dass man eventuell noch ein weiteres Hotel öffnet und um Weihnachten herum weitere Kontingente freischaltet, also entschieden wir uns zunächst abzuwarten. Die Alternative, ein anderes Hotel in der Umgebung des Europaparks zu buchen, haben wir relativ schnell verworfen. Zum einen wollten wir keine tägliche Anfahrt zum Festival, zum anderen gehören Schwimmbad und Wellnessbereich sowie die Bars und Restaurants für uns zum Erlebnis dazu - man möchte dem von täglich sechs Stunden Tanzkursen geschundenen Körper schließlich auch mal ein wenig Erholung gönnen. Weihnachten rückte näher und bei den Hotels tat sich weiterhin nichts. Wir überlegten uns zwischenzeitlich, dass Oslo ein guter Plan B sein könnte.
Nachdem nach Weihnachten immer noch keine Hotelzimmer im Europapark zu haben waren, entschieden wir uns, Flüge nach Oslo zu buchen und die Festival-Tickets zu stornieren. Ein wenig schmerzte uns (abgesehen davon, dass wir eigentlich Lust auf eine Woche Tanzen gehabt hätten), dass bei den Tickets 25 % Stornierungsgebühr anfallen sollten. Ein Telefonat mit der Festival-Orga führte jedoch dazu, dass man sich entschied, uns den kompletten Ticketbetrag zu erstatten, da man ein Einsehen hatte, dass die Hotelbuchung sehr unglücklich gelaufen und noch dazu kommuniziert worden war.
Ohne finanzielle Einbußen ließ sich der ausgefallene Tanzworkshop mit der Aussicht auf einen Winterurlaub in Oslo dann doch ganz gut verschmerzen, und einen Songtitel für den Reisebericht gab es damit quasi noch gratis dazu. So einfach hätte ich ansonsten sicherlich keinen zu Oslo passenden Titel gefunden.

Wir freuen uns also jetzt auf eine Woche mit Schnee und kalten Temperaturen sowie gewohnt gutem und reichhaltigem Essen in Oslo. Wir haben jetzt noch zwei Tage Zeit, die Winterklamotten in unser wie immer nicht ganz leichtes Gepäck zu packen, bevor es für uns zum ersten Halt in Frankfurt geht. Ihr könnt Euch derweil schonmal mental auf eine Woche Reiseblog vorbereiten und Euch auf den ersten kulinarischen Höhepunkt in Frankfurt freuen: Vor der nordischen Küche wird es mal wieder japanisch.

Traudel und der Reiseelch sind natürlich wie immer auch dabei und freuen sich - genau wie wir - über Mitreisende!
 

Bayer59

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18.09.2013
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Auf der einen Seite nicht schön, wie das mit der Seminarbuchung gelaufen ist, auf der anderen Seite, sehr schöne Kompensation. Viel Spaß im hohen Norden und vielen Dank, das wir daran teilhaben dürfen. :)
 
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Travel_Lurch

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15.09.2009
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Ja, das mit Erstattung des kompletten Tickets war sehr fair. Es gibt also doch noch Menschen mit Rückgrat!
Ich wünsche guten Kurzurlaub in Oslo. Nachdem ich zuletzt im vorigen Jahrhundert da war, bin ich gespannt, was es da Neues gibt. Ich freue mich über kurzweilige Lektüre mit schönen Fotos - drücke Daumen, dass das Wetter mitspielt.
 
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Fee44

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22.04.2022
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Viel Spaß in Oslo. Ich werde derweil versuchen, euch am Rosenmontag würdig zu vertreten. Kölle Alaaf! 🥳
 

shauri

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11.05.2014
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Auf der einen Seite nicht schön, wie das mit der Seminarbuchung gelaufen ist, auf der anderen Seite, sehr schöne Kompensation. Viel Spaß im hohen Norden und vielen Dank, das wir daran teilhaben dürfen. :)
Ja, das mit den Hotels war unglücklich, wenn es sowieso keine Chance auf Zimmer mit Festival-Rabatt gibt, braucht man es auch nicht zu bewerben. Ansonsten muss man aber sagen, sowohl die Europapark-Ressort-Hotline als auch die Eurodance-Orga waren sehr hilfsbereit und letztendlich war die Erstattung des kompletten Tickets dann doch so versöhnlich, dass wir in den nächsten Jahren sicher wieder eine Worksop-Teilnahme dort planen werden.
Danke fürs Mitreisen!
Ja, das mit Erstattung des kompletten Tickets war sehr fair. Es gibt also doch noch Menschen mit Rückgrat!
Das dachten wir uns auch.
Ich wünsche guten Kurzurlaub in Oslo. Nachdem ich zuletzt im vorigen Jahrhundert da war, bin ich gespannt, was es da Neues gibt. Ich freue mich über kurzweilige Lektüre mit schönen Fotos - drücke Daumen, dass das Wetter mitspielt.
Danke, unser letzter Besuch (mal abgesehen vom Holmenkollen auf der Durchreise 2022 war vor etwa 20 Jahren, also auch nicht so weit vom vorigen Jahrhundert (oder gar Jahrtausend) entfernt.
Beim Wetter ist meine Einstellung "Hauptsache, Winter" und kalt soll es bleiben. Ob Sonne oder Scchneefall wird sich dann zeigen.
Viel Spaß in Oslo. Ich werde derweil versuchen, euch am Rosenmontag würdig zu vertreten. Kölle Alaaf! 🥳
Na dann brauchen wir uns ja keine Sorgen zu machen, dass wir flüchten, danke dafür! :cool:
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
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I don't feel like dancin' bei Iwase in Frankfurt
*** Warnung: Dieser Berichtsteil beinhaltet überproportional viele Essenfotos ***

Mit unserem wie üblich sehr "leichten" Wintergepäck machen Traudel, Reiseelch und wir beide uns auf den Weg nach Frankfurt, wo wir die Nacht im Mariott am Flughafen verbringen. Wir wollen - nachdem es bei den letzten beiden Besuchen in Frankfurt nicht passte - mal wieder die Gelegenheit nutzen, bei "Iwase" Japanisch essen zu gehen.

Nach sehr entspannter zweistündiger Fahrt erreichen wir gegen 16 Uhr den Flughafen und checken ins Hotel ein.

Wir machen uns kurz frisch und buchen über die RMV-App ein Tagesticket für 5 Personen, was tatsächlich die günstigste Variante für zwei Personen ist, in die Innenstadt und wieder zurück zum Flughafen zu gelangen.
Bei Iwase werden wir direkt mit einem Gruß aus der Küche empfangen: Japanischer Wurstsalat. Interessant.

Wir beginnen, uns auf unsere zugleich effiziente und begeisterungsfähige Art durch die Karte zu arbeiten. Als erstes gibt es ein wärmendes Miso-Süppchen.



Alle weiteren Gerichte wurden geteilt, sonst wäre es ja wirklich unmäßig.
Wir gehen direkt über zu "Okonomiyaki", einem japanischen Pfannkuchen aus Weißkohl mit Bonito-Flocken, auf den wir uns schon seit Tagen freuen.

Dazu eine kleine Portion Shishamo, gegrillter Capelin, der wie Sardinen im Ganzen gegessen werden kann.

Weiter geht es mit gegrillter Jakobsmuschel in (sehr knoblauchiger) Butter:

Um die warmen Gerichte abzurunden, gönnen wir uns noch ein paar Gyoza.

Da es hier neben dem Standard-Thunfisch auch fetten Thunfisch gibt, genehmigen wir uns natürlich auch hiervon eine Portion: zur besseren Würdigung als Sashimi.

Zum Nachtisch gibt es eine kleine Sushi-Auswahl aus Spicy Tuna, Makrele und Aal.

Auf süßen Nachtisch verzichten wir heute, stattdessen gibt es in der Hotelbar noch einen flüssigen Verdauungs-Nachtisch in Form von Negroni für mich und Cardinale (Negroni mit weißem statt rotem Martini) für den Gatten, gefolgt von ausreichender Bettschwere.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
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I don't feel like dancin' auf dem Flug von Frankfurt nach Oslo
Nach einer relativ ruhigen Nacht (das ist nur meine Meinung, da ich mit Ohropax geschlafen habe, der Gatte beklagte sich über knallende Türen am frühen Morgen, dafür fand ich die Matratze ein wenig hart), machen wir uns kurz nach 8 Uhr gemütlich auf in Richtung Flughafen. Es ist ja zum Glück nicht weit.
Wie immer sind wir zügig durch Check-in und Sicherheitskontrolle und nach einem kurzen Abstecher in die Parfümerie erreichen wir gegen 9 Uhr zur besten Frühstückszeit die am heutigen Sonntag nicht allzu volle Panorama-Lounge.
Es gibt heute Kaiserschmarrn, Weißwurst und Brezeln, zum Nachtisch noch was Birchermüsli. Damit wären die meisten Alpen-Anrainerstaaten schon beim Frühstück abgearbeitet.

Der 6 Jahre alte A320-200 D-AIWK mit dem blumigen Namen "Weiden in der Oberpfalz" (von 2019 bis 2024 als "Fanhansa" unterwegs) spiegelt sich dekorativ am Gate. Ich hatte schon schlechtere Fotomöglichkeiten der jeweiligen Maschine.

Mehrfach wird durchgesagt, dass der Flug restlos überbucht ist, und man bittet die Leute mehrfach und eindringlich, große Handgepäckstücke einzuchecken, was viele tatsächlich brav auch machen. Wir sind mit unseren beiden handlichen Rucksäcken da nicht betroffen, dafür reizen wir ja das Aufgabegepäck immer fast aus. Den Vogel schießt allerdings eine Familie ab, die mit vier riesigen Taschen und Trolleys, plus Trolleys und Rucksäcken der Kinder ans Gate wandert. Das riesige Handgepäck wird drastisch dezimiert und auch als wir ein paar Leute dahinter boarden, ist die Mitarbeiterin am Gate immer noch fassungslos, wie sie mit der Gepäckmenge durch den Check-in gekommen sind. Bei uns vorne ist es heute sehr entspannt mit dem Gepäck, der Kamera-Rucksack muss wegen der Akkus und Powerbank laut neuen Bestimmungen sowieso unter den Vordersitz, der kleinere Rucksack wandert nebst Jacken ins Gepäckfach.
Nachdem alle angeschnallt sind,



kann es eigentlich losgehen, aber wir stehen dann erstmal noch ein halbes Stündchen am Gate herum, bevor es zur Startbahn geht.





Über eine soeben gelandete Ringelssocke (aka Strandtuch) der Condor hinweg geht es in einer Links-Rechts-Kobination Richtung Norden. Die Karnevalisten unter uns könnten jetzt "Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune, links gute Laune, rechts gute Laune" anstimmen, aber das Publikum hier scheint nicht so richtig in Feierlaune.

Wir fliegen also einfach leise und ohne jegliche Karnevalsstimmung (deswegen verlassen wir ja auch das Land) Richtung Niedersachsen.



Zeitnah werden auch die handlichen Speisekarten verteilt.

Wir entscheiden uns beide für den Ziegenkäse mit roter Beete, letztere finde ich ein wenig zu säuerlich angemacht, dem Gatten schmeckt sie aber umso besser. Dafür trifft der Mandarinen-Käsekuchen dann eher meinen (offenbar feineren) Geschmackssinn, dem Gatten ist an dem Kuchen zu wenig Mandarine.

Draußen wird es inzwischen zunehmend winterlich über Norddeutschland, bevor die Wolkendecke undurchsichtig wird.

Ich nutze die Zeit und stricke dem Gatten eine Socke bis zur Landung in Oslo. Der Winter hält hier mit Schneefall, was die Wettervorhersage versprochen hat.

Das Fangirl in mir winkt freudig einer Icelandair-Maschine zu, bevor es zügig zu unserem Gate geht.

Lobend bleibt zu erwähnen, dass wir weder in Frankfurt noch in Oslo dieses Mal ein Busgate hatten. Auch die Crew war wieder ausgesprochen engagiert und freundlich, was sicherlich auch - wie so oft - an Traudels freundlichem Charakter liegt.
Wir füllen erstmal unsere Wasserflasche mit gutem norwegischem Leitungswasser und begeben uns dann - pünktlich zur Ankunft des Gepäcks - zum Gepäckband. Danach aktivieren wir den Oslo-Pass für drei Tage und nutzen diesen direkt, um mit der S-Bahn, die auch nur ein paar Minuten länger zum Hauptbahnhof braucht, als der Flughafenexpress, in die Stadt zu fahren. Traudel wartet geduldig auf den Zug, es ist sehr winterlich hier, aber die hat ja einen warmen Pulli an.

Beim Verlassen des Hauptbahnhofes kommt direkt das Clarion the Hub in Sicht, dass wir unter anderem wegen der Lage am Hauptbahnhof ausgewählt haben.

Die Lobby ist stylish und einladend, der Check-in sehr freundlich.

Einziger Wermutstropfen: Als wir Bademäntel ordern wollen, erfahren wir, dass der Spa-Bereich für 2 Wochen geschlossen ist. Immerhin bekommen wir die Bademäntel als Entschädigung umsonst.
Das Zimmer gefällt uns trotzdem.

Besonders dieses Detail an der Wand:

Traudel hat also mal wieder eine kleine Urlaubsliebe und einen Lieblingsplatz im Zimmer gefunden.

Die Aussicht ist auch nicht zu verachten, das Wetter ausbaufähig.

Wir packen jetzt erstmal ein bisschen aus.
 

shauri

Erfahrenes Mitglied
11.05.2014
1.901
11.577
zwischenreisenundwahnsinn.blogspot.com
I don't feel like dancin' - erste Schritte in Oslo
Nachdem wir uns im Zimmer ein wenig häuslich eingerichtet haben, brauchen wir etwas Bewegung und erkunden ein bisschen die Umgebung. Wir laufen am Bahnhof vorbei und lassen die Altstadt heute erstmal links liegen, diese kennen wir ja noch von unserem letzten Besuch und heben sie uns für einen anderen Tag auf.
Vorm Bahnhof bewundern wir ein Denkmal, das offensichtlich daran erinnert, wie Thor 1940 bis 1945 die Nazis mit seinem Hammer besiegt hat. Zumindest ist das meine freie Interpretation aus Hammer, zerschlagenem Hakenkreuz und der Datierung auf der norwegischen Tafel.

Architektonisch ist die Gegend neben Bahnhof und Oper ziemlich neu und interessant.











Neben der ganzen modernen Architektur beeindruckt uns die Metzgerei mit gigantischen Mengen Dry Aged Beef. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt davon.

Blick zum Munch Museum links im Bild.

Ein lustiger Kerl steht vorm Thon Hotel Opera:

Jetzt brauchen wir erstmal Fika im Espresso-House - das Mittagessen im Flugzeug war nicht wirklich üppig, und bis zum Abendessen ist es noch eine Weile hin. Willkommen im Norden.

Nach einem Blick ins alte Bahnhofsgebäude führt uns unser Weg direkt ins Hard Rock Café. Man weiß ja nie, wann dieses wieder für immer seine Tore schließt, wenn wir in der Nähe sind. Wäre ja nicht das erste Mal.

Vorm Bahnhof gibt es noch ein schnelles Foto von der Tigerstatue, die Oslo zum 1000jährigen Bestehen geschenkt bekommen hat. Oslo ist in Norwegen wohl auch als "Tigerstadt" bekannt.

Im Hotelzimmer fotografiere ich stolz meine Beute aus dem HRC. Hier gab es endlich mal gleich mehrere schicke Damenshirts. Ich bin für meine Verhältnisse leicht eskaliert. Auch der Gatte hat sich zwei undokumentierte Shirts gegönnt, jetzt hat er auch eines mit Norwegen-Flagge, passend zu den bereits vorhandenen mit Schweden- und Island-Flagge. In Tromsø war das Flaggendesign sehr zu seinem Leidwesen bereits ausverkauft (überflüssig zu erwähnen, dass es dort mal wieder gar keine Damenshirts gab).

Der Einfachheit halber haben wir (auch weil viele Restaurants hier Sonntagabend geschlossen haben) schon länger einen Tisch im Restaurant im 13. Stock des Hotels reserviert und genießen hier die Aussicht mit Schneegestöber bei einem durchaus leckeren Frydenlund Pilsener aus Oslo vom Fass.

Das restliche Restaurant-Erlebnis ist nicht so wahnsinnig überzeugend: Die geteilte Vorspeise mit Schneekrabbe ist sehr lecker, beinhaltet aber etwas wenig Krabbe.

Danach bekommen wir irritierenderweise Brötchen mit Butter, als hätte man diese vorher vergessen. Immerhin sind diese auch gut.

Der Burger überzeugt insbesondere mich leider gar nicht. Das Brioche ist zwar sehr gut, aber das Patty ist meiner Meinung nach qualitativ nicht so, wie ich es in einem solchen Restaurant erwartet und auch schon oft gegessen habe. Irritierend ist das Zwiebel-Bacon-Chutney, es schmeckt zwar ganz gut, aber die kleinen Speckwürfelchen darin wirken oft zäh und erwecken in Kombination mit dem Patty in meinem Mund eher den Eindruck von zähen Stückchen im Patty, als dass ein überzeugendes Bacon-Gefühl aufkommt. Der Gatte ist auch nicht so richtig überzeugt, ihn stört es aber weniger als mich.

Naja, kann passieren. Wir hatten schon so oft Glück mit Burgern, auch in Hotelrestaurants, wir sind heute auch zu müde, uns darüber aufzuregen. Wir genießen lieber noch ein bisschen die winterliche Aussicht vom Hotelzimmer und begeben uns dann zeitig ins Bett.
 

Rena

Erfahrenes Mitglied
25.07.2019
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Unbedingt mal in die Deichman Bibliothek rein schauen, ist ja quasi direkt nebenan.