Elektromobilität (aus dem Tesla-Aktie-Thread)

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ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.090
4.700
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Wie vorhergesagt:

Kanzler Merz und die CDU will Reduzierung, Wegfall oder als Minimum deutliche zeitliche Verschiebung der CO2-Bepreisung (vollständige Rede ansehen)



 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
27.075
12.956
irdisch
Diese angeblich "erzieherischen" Gebühren, eine freihändig verfügte Strafsteuer auf Veränderungen der Atmosphäre, in Wirklichkeit die lange ersehnte Direktfinanzierung der EU in Brüssel, sind ein Standortnachteil für Europa.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.349
6.692
ist die Elektrostrategie, bei der sich die Schwaben zu früh auf die falschen Modelle festgelegt hatten."
Auch hier gilt: Alles lesen. Die Autos sind z.t. schlecht (Batterieprobleme EQA) und sonst technisch hinterher (400V). Steht ja schon in der Titelzeile des Stern: Man hat die falschen Autos.

Sicher? Alleine bei 115km/h schafft das Model 3 RWD (alte Version bis 2023) mehr als 420 Autobahnkilometer.
Im Winter niemals. Im Winter kommt kein E Auto auf der AB unter 20-25kWh. Es sei denn man fährt mit 90 hinter den LKW her.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
22.620
15.298
FRA/QKL
Diese angeblich "erzieherischen" Gebühren, eine freihändig verfügte Strafsteuer auf Veränderungen der Atmosphäre, in Wirklichkeit die lange ersehnte Direktfinanzierung der EU in Brüssel, sind ein Standortnachteil für Europa.
Dir ist schon bekannt dass der CO2-Handel kein rein europäisches Thema ist. In ähnlicher Form wird Emisionshandel auch betrieben z.B. in Kanada, Südkorea, Neuseeland, Kasachstan, Mexiko oder als CO2-Steuer in Australien, Südafrika, Argentinien. Selbst in den USA gibt es regionale Märkte, z.B. an der Ostküste und natürlich vor allem in Kalifornien. Indien überführt gerade sein freiwilliges System in ein verpflichtendes Emissionshandelssystem.

Und jetzt noch zur Überraschung vieler, das weltweit größte Emissionshandelssystem wird ... tada ..., von China betrieben. Ursprünglich auf den Strommarkt begrenzt wird das System gerade auf Petrochemie, Chemie, Baustoffe, Papier und die zivile Luftfahrt ausgeweitet.

Die immer wiederkehrende Behauptung Deutschland würde durch den Emissionshandel benachteiligt werden wird von vielen Ökonomen nicht geteilt.

Siehe auch hier:
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Im Winter niemals. Im Winter kommt kein E Auto auf der AB unter 20-25kWh. Es sei denn man fährt mit 90 hinter den LKW her.
Es war 115 Km/h als Referenzgeschwindigkeit angegeben. Wenn ich mit 120 Km/h mit meinem Q4 55 E-Tron quattro im Winter auf ca. 23 kWh komme würde ich doch annehmen dass etwas kleinere und etwas leichtere Fahrzeuge das auch unter 20 kWh schaffen können.
 

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.090
4.700
Dir ist schon bekannt dass der CO2-Handel kein rein europäisches Thema ist.
In dieser Form und in dieser (geplanten) Höhe und in diesem Umfang schon.
In ähnlicher Form wird Emisionshandel auch betrieben z.B. in Kanada, Südkorea, Neuseeland, Kasachstan, Mexiko oder als CO2-Steuer in Australien, Südafrika, Argentinien.
Nein. Nicht mal ansatzweise vergleichbar.
Selbst in den USA gibt es regionale Märkte, z.B. an der Ostküste und natürlich vor allem in Kalifornien.
Wo an der Ostküste? Da kenn ich ich mich sehr gut aus, in Californien weniger. Wo da genau?
Indien überführt gerade sein freiwilliges System in ein verpflichtendes Emissionshandelssystem.
Quelle?
Und jetzt noch zur Überraschung vieler, das weltweit größte Emissionshandelssystem wird ... tada ..., von China betrieben. Ursprünglich auf den Strommarkt begrenzt#
Nein. Auf den Kohlekrafterzeugungspark. Auch nicht volumenbasiert, sondern intensivitätsbasiert. Er SOLL ausgeweitet werden. Der Preis pro Tonne ist als Zehntel des EU-ETS geplant (8 Euro Tonne / China). Keine Obergrenze bei Verbrauch CO2. Und zu Guter letzt: alles freiwillig, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Also Null-Komma-Null vergleichbar.
wird das System gerade auf Petrochemie, Chemie, Baustoffe, Papier und die zivile Luftfahrt ausgeweitet.
Nein.
Die immer wiederkehrende Behauptung Deutschland würde durch den Emissionshandel benachteiligt werden wird von vielen Ökonomen nicht geteilt.
Das steht hier:
Siehe auch hier:
Beitrag automatisch zusammengeführt:
nicht.
Es war 115 Km/h als Referenzgeschwindigkeit angegeben. Wenn ich mit 120 Km/h mit meinem Q4 55 E-Tron quattro im Winter auf ca. 23 kWh komme würde ich doch annehmen dass etwas kleinere und etwas leichtere Fahrzeuge das auch unter 20 kWh schaffen können.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.349
6.692
ein Model 3 macht das easy, sogar die Allradmodelle... und da braucht man keinen LKW dafür.
Auf der AB bei Frost? Mit welchen Geschwindigkeiten?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bei -5° rd. 4-5kWh/100km mehr fällig werden. Q8 e-tron und e-tron GT, beide mit Wärmepumpe. Bei einer sehr langen Strecke mag es etwas weniger werden.

Ein Freund mit einem Model 3 meinte, dass er bei unter 0° auf der AB auch mindestens 20kWh/100km braucht. Der fährt auch eher gemütlich - max. 120km/h. Die Rechnung wie man dann mit 75kWh Batterie noch 450km schafft, interessiert mich. Gleiches gilt für andere Autos, die unter normalen Bedingungen recht sparsam sind (z.B. ID.7).

Ein Model Y hat im ADAC Wintertest 22,2 kWh/100km gebraucht. Klar, der hat eine etwas größere Stirnfläche aber inzwischen auch eine größere Batterie. Die 450km AB würde er im Winter aber auch nicht schaffen.

Der A6 e-tron hat im ADAC Wintertest 441km geschafft - mit ihm wäre es tatsächlich fast non-stop möglich.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.349
6.692
Es war 115 Km/h als Referenzgeschwindigkeit angegeben. Wenn ich mit 120 Km/h mit meinem Q4 55 E-Tron quattro im Winter auf ca. 23 kWh komme würde ich doch annehmen dass etwas kleinere und etwas leichtere Fahrzeuge das auch unter 20 kWh schaffen können.
Tatsächlich ist der Unterschied da im Winter nicht so groß. Die Heizung braucht im großen Auto praktisch genauso viel wie in einem kleineren.
Der Q4 55 e-tron mit dem neuen Motor an der HA ist ohnehin schon recht effizient.

Datenpunkt von vor 2 Wochen: Q8 e-tron (braucht immer recht viel) bei 130km/h auf der AB und -3°C - -5°C 25,6kWh. Bei sehr niedrigen Temperaturen nähern sich die Autos immer weiter an - zumindest prozentual.
 
Zuletzt bearbeitet:

alex09

Erfahrenes Mitglied
09.12.2010
3.166
2.159
Im Winter niemals. Im Winter kommt kein E Auto auf der AB unter 20-25kWh. Es sei denn man fährt mit 90 hinter den LKW her.
Das stimmt nicht. Ich fahre immer mit Tempomat 115-120km/h und selbst bei den kürzlichen Minusgraden war ich am Ende unter 20kWh (Autobahnstrecke 300km+). Im Sommer ca. 14, im eiskalten Winter ca. 18. Das neueste M3 soll noch einen Schnaps effizienter sein.
 

Michael54431

Erfahrenes Mitglied
17.01.2018
1.181
458
STR
Auf der AB bei Frost? Mit welchen Geschwindigkeiten?
Achtung: ich rede nicht von 450km am Stück auf der Autobahn sondern von Verbrauch unter 20kWh auf dieser. Und das geht locker mit nem 3er.
Ein Model 3 verbraucht auch ein gutes Stück weniger als ein Y.
Es ist eben auch sehr Geschwindigkeitsabhängig, wenn ich meinen auf der Autobahn unter 130 halte dann kommt man damit schon wirklich sehr weit. Macht aber halt kein Spaß.

Ich bin letztens Bregenz - Pforzheim gut beladen (3 Erwachsene, 1 Kind und Wochenendgepäck) gefahren, Abends bei unter 0°C mit 90% dort los und mit weit über 30% hier angekommen. Hab knapp über 2 Stunden für die ~250km gebraucht. Mein Winterverbauch ist nicht wirklich höher als mein Sommerverbrauch, weil ich auch nur 19" im Winter fahre.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
15.417
11.702
Dahoam
Der höhere Verbrauch eines E-Auto im Winter hängt doch primär daran wieviel man heizt. Andere Effekte wie Winterreifen oder dichtere Luft spielen eine kleinere Rolle. Bei einem Verbrenner hat man die Heizenergie während des Fahrens gratis durch die exterme Ineffizienz des Autos mit Verbrennungsmotor bekommen. Ein E-Auto erzeugt beim Fahren nur recht wenig Wärme die bei guten E-Autos noch durch eine Wärmepumpe für die Heizung genutzt werden können. Wenn es um das allererste Aufheizen des E-Autos geht bringt die Wärmepumpe nichts, weil die einfach zu wenig Heizenergie liefert und am Anfang das E-Auto keine nutzbare Abwärme von Motor und Batterie hat. Daher auch teils extreme Verbrauchswerte auf Kurzstrecken. Wer das mal testen will soll einfach mal eine Kurzstrecke ohne vorher aufgeheiztes Auto fahren, dann hat man nur geringfügig höhere Werte als im Sommer. Für Kurzstrecken machen eine warme Schuhe, Jacke, Lenkrad- und Sitzheizung Sinn wenn man Energie sparen will.
 
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Michael54431

Erfahrenes Mitglied
17.01.2018
1.181
458
STR
@alex09 das geht ganz sicher auch mit nem AWD Longrange oder Performance wenn man es wirklich darauf anlegt und selbst dann ist man noch kein Verkehrshindernis.
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.226
1.232
CGN
@ThoPBe nur aus Interesse, mit was für einem KI-Sprachmodell arbeitest Du? Was das Erinnern an vorangegangene Informationen und das Halluzinieren bei "Fakten" angeht, hinkt das etwas hinterher.


Deine Frage:
Nochmal: wenn es für dich teuer wird, weil es keine Einspeiseentgelt oder Förderung mehr gibt, dann keine PV?

war hier bereits beantwortet:

Mit dem Ergebnis, dass viele Nachbarn (..) unter der Balkonkraftwerk-Grenze bleiben (..)weil sie auf die Bürokratie keinen Bock haben.

Wenn bei vergleichbaren Häusern/Lagen die Rechnung positiv ausgefallen ist, wäre sie es bei mir damals auch.



Deine Antwort auf:
Wer sagt, dass sie nicht dürfen?



ist falsch halluziniert. Es steht "Stadt Köln. Die Oberbürgermeisterin" auf dem Schriftverkehr als Absender.


Deine "Verdeutlichung" im Zusmamenhang
Das nennt sich freie Marktwirtschaft.

Ein Monopol bestimmt nicht. Sondern niemanden als Konkurrenz

Nein, es ist ein Monopol. Wenn andere Anbieter außer den Stadtwerken nicht dürfen, obwohl sie wollen, und die Stadtwerke 60ct/kWh aufrufen, dann ist das ein Monopol.

Zur Verdeutlichung

ist eine Nebelkerze. Es ist völlig egal, ob die Stadt Köln das so entscheiden durfte oder nicht. Dein hinkender Vergleich öffentlicher Grund vs. Privatgrund ist eine reine Ablenkung auf ein anderes Thema.

Das eigentliche Thema war: Ist es ein Monopol, wenn es in Köln auf öffentlichem Grund nur Tank-E=RheinEnergie=Stadtwerke Köln-Säulen zu überteuerten Preisen gibt und keine anderen Anbieter?

Du behauptest, es sei kein Monopol, weil kein anderer wollte.

Richtig ist: Andere wollten, aber durften nicht. Die Stadt Köln gewährt im Zuge der Direktvergabe ihrer Tochter Exklusivität. Also ist es ein Monopol und keine "vom Markt geregelte Entwicklung", weil kein Markt zugelassen wurde.



Zu Deiner "Erkenntnis":

Es geht nur um Sparen der Gesamtkosten, nicht um das Klima. Nochmal: wenn es für dich teuer wird, weil es keine Einspeiseentgelt oder Förderung mehr gibt, dann keine PV?

Aha. Man verdient aber trotzdem etwas und das Klima ist egal, weil Geld nicht rumliegen soll und es Fördergeld gibt.

Es gibt Themen, da gebe ich gerne Geld aus. (kfm. in meinen Augen sinnvolle Investitionen, aber auch Konsumgüter, Erlebnisse, ...)
Es gibt Themen, die finde ich unter Umwelt-/Klima-/Gesellschafts-/Aspekten interessant und/oder sinnvoll.

Manchmal gibt es Überschneidungen. Das war bei der PV der Fall, ebenso bei der Überlegung, Ladeinfrastruktur aufzubauen.
Manchmal auch nicht: Windkraft finde ich als Energiequelle sinnvoll, habe ich aber finanziell nichts mit zu tun. Für Urlaube gebe ich Geld aus, die bringen die Menschheit aber nachweislich nicht weiter.
Und manchmal schließen sich die beiden gegenseitig aus: Mit Cryptowährungen kann man, wenn man weiß wie, vermutlich Geld verdienen. Halte ich aber unter den o.g. Aspekten nichts von. Letzteres überwiegt dann bei mir.

Man könnte meinen, ich sei einfach offen und eben nicht ideologisch verbissen.

Aber das konntest Du natürlich nicht wissen, es sei denn,

PV-Anlage (..) nicht aus ideologischer Verbissenheit (..) (ähnlich wie die meisten E-Auto-Fahrer bzgl. der Mobilitätswende)

ich hätte das zuvor geschrieben.
 
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ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.090
4.700


Zitat:
"Die Energiewende ist in den vergangenen Jahren immer teurer geworden – so lautet ein gängiges Narrativ. Jetzt lässt sich diese gefühlte Wahrheit erstmals mit Zahlen belegen. Seit 2018 sind die Ausgaben für das Stromsystem in Deutschland sehr stark gestiegen, und zwar inflationsbereinigt um durchschnittlich 8,1 Prozent im Jahr. Zum Vergleich: In den Jahren zuvor – von 2010 bis 2017 – waren es im Schnitt nur 0,7 Prozent im Jahr. Das zeigen Zahlen, die das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) kürzlich vorgelegt hat. Demnach sind die Ausgaben seit dem Beginn des Betrachtungszeitraums im Jahr 2010 in jeder Verbrauchergruppe jeweils stärker gestiegen als die Inflation. Während im Jahr 2010 17 Cent je Kilowattstunde – in Preisen von 2024 – ausgegeben wurden, waren es zuletzt schon 30 Cent.

Stromsystem wird immer teurer

Für seine Analyse hat das EWI sämtliche Zahlungen von Stromverbrauchern und der öffentlichen Hand an die Unternehmen des Stromsystems erfasst, also zum Beispiel Energieversorger oder Netzbetreiber. In einzelnen Jahren können sich diese von den tatsächlichen Kosten unterscheiden, etwa wenn höhere Preise im Großhandel erst mit Zeitverzug auf Endkundenpreise durchschlagen. Als Annäherung an das, was Deutschland das Gesamtsystem aus Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Vertrieb von Strom jedes Jahr kostet, sind die Zahlen aber sehr aufschlussreich. Und sie zeigen nicht nur, wie stark die Kosten gestiegen sind, sondern auch, wie sich private Haushalte, Industrie und Steuerzahler die Last aufteilen.


Für den starken Anstieg der Systemausgaben nennt das EWI eine Reihe von Gründen. Erstens haben sich die Ausgaben für Brennstoffe wie Kohle und Gas seit 2018 in etwa verdoppelt. Der Gaspreis zum Beispiel liegt seit dem Ende der Energiekrise bei um die 35 Euro je Megawattstunde, etwa doppelt so hoch wie vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, als noch russisches Gas über die Nordstream-Pipelines nach Europa strömte.


Ein zweiter Grund ist der europäische Emissionshandel, in dessen Rahmen die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken Zertifikate für jede ausgestoßene Tonne Kohlenstoffdioxid erwerben müssen. Das Klimaschutzinstrument gibt es schon seit dem Jahr 2005. Doch viele Jahre lang war es ein zahnloser Tiger: Preise von fünf Euro je Tonne taten niemandem weh. Das änderte sich schlagartig im Jahr 2017, als die Europäische Union beschloss, das System zu reformieren und dem Markt überschüssige Zertifikate zu entziehen. Plötzlich ging es mit den CO2-Preisen stetig bergauf.

Im Frühjahr 2023 knackte der CO2-Preis erstmals die Marke von 100 Euro. Das spiegelte sich bald in den Strompreisen wieder, denn die Stromerzeuger geben die Kosten in der Regel direkt an die Verbraucher weiter.

Während im Jahr 2017 „nur“ 1,8 Milliarden Euro für die Zertifikate fällig wurden, waren es im Jahr 2023 schon 13,4 Milliarden Euro.

CO₂-Preis greift erst seit 2017 so richtig

Der dritte Grund für den starken Anstieg der Systemausgaben hängt mit der Entwicklung des Stromverbrauchs zusammen. Seit dem Jahr 2010 ist er jedes Jahr im Schnitt um 6,5 Terawattstunden zurückgegangen. Zuletzt wurden nur noch 388 Terawattstunden im Jahr benötigt – weil Anwendungen effizienter werden, weil immer mehr Verbraucher Strom selbst erzeugen, aber auch weil energieintensive Industriebetriebe ihre Produktion gedrosselt oder ganz eingestellt haben. Das klingt zunächst einmal gut. Doch die Formel „weniger Stromverbrauch, weniger Ausgaben“ geht nicht ganz auf. Zwar ist es richtig, dass mit sinkender Nachfrage die Brennstoff- und CO2-Kosten konventioneller Kraftwerke zurückgehen.

Beim Stromnetz hingegen ist das nicht im selben Maße der Fall, weil hier der Anteil variabler Kosten deutlich geringer ist. In anderen Worten: Leitungen verursachen anders als Kohle- oder Gaskraftwerke auch dann hohe Kosten, wenn sie nicht voll ausgelastet sind.

Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber immer mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um ihre Netze fit für die Energiewende zu machen. Beides zusammen wirkt sich stark auf die Struktur der Systemausgaben aus:

Seit dem Jahr 2010 ist der Anteil der Netz- an den Gesamtausgaben von drei auf neun Cent gestiegen. Insgesamt geht nun gut ein Viertel aller Ausgaben im Gesamtsystem für den Betrieb und Ausbau der Leitungen drauf – Tendenz mutmaßlich weiter steigend.


Interessant ist auch die Frage, wer für die so stark gestiegenen Kosten eigentlich aufkommt. Während bis zum Jahr 2020 gemäß dem Verursacherprinzip sämtliche Systemkosten ausschließlich von den Verbrauchern getragen wurden – also privaten Haushalten, Gewerbe und Industrie – begann der Staat vor ein paar Jahren, ihnen immer stärker unter die Arme zu greifen. Zuerst schaffte er die EEG-Umlage ab und verlagerte die Kosten in den Bundeshaushalt beziehungsweise den Klima- und Transformationsfonds.

Allein diese Zuschüsse beliefen sich zuletzt auf 19,2 Milliarden Euro.


Im Jahr 2023 deckelte die Regierung die Kosten dann gar mithilfe der „Strompreisbremse“. In den Jahren 2023 und 2024 übernahmen die öffentlichen Haushalte somit knapp ein Viertel aller Ausgaben für Erzeugung und Vertrieb. Hinzu kam im Jahr 2023 ein Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten aus dem Klima- und Transformationsfonds, der dafür sorgte, dass der Bund in dem Jahr gut ein Drittel aller Ausgaben für das Stromnetz übernahm. Von den verbleibenden privaten Ausgaben entfielen 2024 44 Prozent auf die privaten Haushalte, 36 Prozent auf Gewerbe, Handel und Dienstleistungsbetriebe und nur 20 Prozent auf die Industrie, obwohl sie fast so viel Strom verbraucht wie die ersten beiden Sektoren zusammen. Das liegt daran, dass die Industrie von zahlreichen Abgaben und Umlagen befreit ist.

Vergleicht man alle öffentlichen Einnahmen und Ausgaben für das Stromsystem miteinander, nahm der Staat bis zum Jahr 2022 mit der Versteigerung von CO2-Zertifikaten, Konzessionsabgabe sowie Mehrwert- und Stromsteuer im Schnitt fünf bis sechs Cent je Kilowattstunde mehr ein, als er mit Zuschüssen ausgab. Dieser Saldo ist im Jahr 2024 auf 1,8 Cent geschrumpft.

Gut möglich, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzt: Der erwartete Anstieg der CO2-Preise und der EEG-Zahlungen, aber vor allem die notwendigen Investitionen der Netzbetreiber dürften die Systemausgaben weiter in die Höhe treiben.

Die Hilfe der Steuerzahler ist gewiss: Für dieses Jahr hat der Bund abermals einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten in Höhe von 6,5 Milliarden Euro versprochen. Hinzu kommen weitere Hilfen für energieintensive Betriebe, darunter die geplante Ausweitung der Strompreiskompensation sowie der Industriestrompreis...."
 
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Vollzeiturlauber

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27.11.2012
11.796
4.245
Nord Europa
In der NZZ, gestern auf Seite 60 ist ein Fantasiebericht über eine Fahrt mit einem E-LKW.
- 5 Ladestopp's, immer eine freie Säule
- mit 90 kmh den Berg rauf
- geringer Verbrauch. 30 Tonnen, 90 kWh
- Ladestopps passen perfekt zu den Ruhezeiten, nach genau 4 einhalb Stunden kommt eine freie Ladesäule
- an der Ladesäule kann man auch die Nacht verbringen, braucht keinen Parkplatz
- usw.
 
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jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.226
1.232
CGN
In der NZZ, gestern auf Seite 60 ist ein Fantasiebericht über eine Fahrt mit einem E-LKW.

Ich kenne den Bericht nicht, kann daher den Phantasie-Anteil nicht beurteilen.

Aber den Fahrspaß, dass man eben auch den Berg rauf Power hat und Ladestopps sehr gut passend zu den Lenkzeiten sind Dinge, die man beim Elektrotrucker auch rund ein Jahr quasi-live beobachten konnte, und ich hatte mir mal irgendwann 100kwh/100km Verbrauch im Kopf abgespeichert (ohne mir jetzt über Gewicht/Ladung/Strecke gemacht zu haben), von daher scheinen mir auch 90 nicht komplett absurd.

Was nicht heißt, dass nicht trotzdem die Geschichte übertrieben positiv geschrieben sein könnte.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.349
6.692
Ich kenne den Bericht nicht, kann daher den Phantasie-Anteil nicht beurteilen.

Aber den Fahrspaß, dass man eben auch den Berg rauf Power hat und Ladestopps sehr gut passend zu den Lenkzeiten sind Dinge, die man beim Elektrotrucker auch rund ein Jahr quasi-live beobachten konnte, und ich hatte mir mal irgendwann 100kwh/100km Verbrauch im Kopf abgespeichert (ohne mir jetzt über Gewicht/Ladung/Strecke gemacht zu haben), von daher scheinen mir auch 90 nicht komplett absurd.

Was nicht heißt, dass nicht trotzdem die Geschichte übertrieben positiv geschrieben sein könnte.
Nach allem was man so hört, funktionieren E LKW hervorragend und erfahren auch großen Zuspruch von Seiten der Speditionen.
Könnte gut sein, dass die sich schneller durchsetzen als PKW, da hier Gerede und Emotionen keine Rolle spielen.

Am Ende werden wir (Deutschland) das wieder dadurch kaputt machen, dass es uns nicht gelingt, die Infrastruktur (Schnellladepunkte an LKW Parkplätzen) zur Verfügung zu stellen. Deutschland schafft es ja schon seit Jahrzehnten nicht mal, genügend LKW Parkplätze zu schaffen.
 

Luftikus

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08.01.2010
27.075
12.956
irdisch
Sollten Container aus Marseille nach Hamburg nicht per Schiff fahren oder per Bahn? Warum sollte der Steuerzahlen der LKW-Branche alle 4,5 Fahrstunden riesige Ladeparkplätze für E-Zugmaschine und Auflieger finanzieren? Der Steuerzahler finanziert bereits die elektrische Bahn.
Unter dem Artikel steht übrigens, der sei von Daimler "unterstützt" worden.
Wie der mit angeblich als Dauertempo fest eingestellten 90 km/h und Tempomat ungestört die Steigungen hochgeheizt sein will, möchte ich auch mal sehen.
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.226
1.232
CGN
Sollten Container aus Marseille nach Hamburg nicht per Schiff fahren oder per Bahn?
ja das wäre schön. Passiert aber leider nicht.

Warum sollte der Steuerzahlen der LKW-Branche alle 4,5 Fahrstunden riesige Ladeparkplätze für E-Zugmaschine und Auflieger finanzieren?
Aspekt 1: Parkmöglichkeiten für LKW entlang der Autobahn sind völlig unabhängig von der Antriebsart zu wenige vorhanden und ein Infrastruktur, wer als der Bund sollte sich darum kümmern?

Aspekt 2: Bei Ladeinfrastruktur würde es manchmal ja schon genügen, einem vernünftigen Wettbewerb etwas nachzuhelfen. Gerade bei den Rastplätzen hat ja Tank&Rast (zur Erinnerung: Das sind die, denen der Bund die Rastplätze verkauft hat, damit man als Autofahrer immer kostenlose Toiletten unterwegs nutzen kann) recht ungestört bzw. mit Rückendeckung dafür gesorgt, dass vieles an Infrastruktur eingebremst wird, bis die eigene Tochter "mblty" so weit war.
 
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marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.349
6.692
Sollten Container aus Marseille nach Hamburg nicht per Schiff fahren oder per Bahn?
Wäre toll, keine Frage. Hat aber leider das CSU besetzte Verkehrsministerium von 2000-2021 wirksam verhindert in dem man den Bahnverkehr systematisch kaputtgespart und die DB ausgehöhlt hat. Die Folgen sehen wir heute alle auch im Personenverkehr. Im Güterverkehr noch schlimmer aber weniger bekannt.
Von wichtigen Neubauprojekten wie die Anbindung des Brenner Basistunnels mal ganz zu schweigen. Sogar die Italiener haben die auf ihrer Seite schon fertig. In DE diskutiert man noch - es gibt noch nicht mal Planfeststellungsverfahren.

Warum sollte der Steuerzahlen der LKW-Branche alle 4,5 Fahrstunden riesige Ladeparkplätze für E-Zugmaschine und Auflieger finanzieren?
Die Parkplätze wären ja ohnehin nötig. Mit der LKW Maut wird ja genügend eingenommen. Wurde aber jahrzehntelang verpennt - s.o.,

Hier in Bayern eine absolute Katastrophe. Die gesamte A8 wird in den Nothaltepunkten über das WE zum großen Parkplatz mit Dutzenden illegal geparkten LKW entlang der AB zwischen Kreuz München Süd und Rosenheim. Danke CSU.