Im Land der Pharaonen – Eine Entdeckungstour durch Ägypten

ANZEIGE

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
ANZEIGE
Prolog

Lange hatten wir überlegt, welche Reisen wir dieses Jahr so alles machen wollen. Arbeit, private Pläne und das Leben im Allgemeinen führten dazu, dass wir uns einige Zeit nicht festlegen wollten und konnten.
Manches hatten wir geplant, dann wieder verworfen und am Ende dann manchmal sogar doch gebucht. Dank einiger Lose im alljährlichen „Fahrplananpassung der Deutschen Bahn“ Lostopf, war dies zum Glück auch problemlos möglich und wir konnten alle Flüge entweder flexibel umbuchen oder eben kostenfrei stornieren.

Ausgerechnet die längste Reise des Jahres war dann aber ein richtiger Schnellschuss und nur wenige Tage nach der initialen Idee eingebucht. Hierzu dann ggf. im Juli mehr.

Am Ende ballte sich dann zumindest für mich doch einiges bereits in den ersten drei Monaten des Jahres. Es gibt aber Schlimmeres. ;) Und dank neuer Unterstützung auf der Arbeit, ist das sogar guten Gewissens möglich. Bei S. war ebenfalls schon einiges los auf der Arbeit, sodass auch sie den Urlaub ganz gut gebrauchen konnte. Auch wenn das Jahr bereits den ein oder anderen Trip für uns bereitgehalten hat.

So startete das Jahr mit Freunden in der Schweiz. Ende Januar waren wir dann ein verlängertes Wochenende in Rom, ehe es für mich gemeinsam mit einem Freund Anfang Februar für 9 Tage nach China ging.
Direkt im Anschluss ging es beruflich weg, ehe es Mitte März nochmal kurz nach Tschechien ging. Daran konnten auch die Lufthansa Piloten nichts ändern. Zumindest sponserte Lufthansa das Ganze dankenswerterweise dann mit 500€.

Die Arbeit verlangte dann leider zwischendurch nochmal meine Anwesenheit und sorgte somit dafür, dass ich danach zumindest für drei Tage zuhause war. Da auch S. montags noch einen wichtigen Termin im Büro wahrnehmen musste, konnten wir am Ende erst dienstags in diesen Urlaub starten. Nicht ideal was die Optimierung an zusammenhängenden Reisetagen angeht, lies sich aber dieses Mal nicht ändern.

Bevor wir uns final für diese Reise entschieden hatten, stand (mal wieder) die Tour mit Hapag Lloyd in den Bottnischen Meerbusen zur Debatte. Erneut haben wir uns aus verschiedenen Gründen wieder dagegen entschieden.
Spoiler: Das Thema Schiff haben wir dafür inzwischen für den „Sommerurlaub“ fix eingebucht.

Anstatt für Eis, Meer und Kälte, fiel unsere Wahl schlussendlich auf Sand, einen Fluss und warme Temperaturen. Wobei das Meer zumindest am Ende der Reise auch noch mit von der Partie sein wird.
Es sollte nach Ägypten gehen. Ein Ziel, welches seit einiger Zeit auf unserer Wunschliste stand. Wer unsere Reiseberichte bisher verfolgt hat, wird erahnen können, dass es in diesem Bericht jedoch nicht nur um einen Strandurlaub am Roten Meer gehen wird.

S. begeisterte sich schon recht lang für das Land, geprägt von den Erzählungen ihrer Großeltern über deren Nilkreuzfahrt in den 90ern. Mich haben Dokus über Pyramiden und Pharaonen schon immer fasziniert.

Für uns war eigentlich klar, dass eine Reise nach Ägypten unbedingt eine Nilkreuzfahrt beinhalten sollte. Im Rahmen unserer Planungen war dies auch lange Zeit fest eingeplant. Je mehr wir jedoch darüber gelesen und Angebote, der von uns präferierten Schiffe verglichen hatten, desto eher kamen wir zu dem Schluss, dass wir die Tour auf dem Land-, bzw. zum Teil Luftweg angehen wollen.
Ehrlicherweise war ein großes Argument auch der Preis. Die Schiffe und Touren, die uns gefallen hätten, lagen in dem Zeitraum bei mindesten 3.500€ pro Person. Wohlgemerkt für 4-5 Tage. Uns ist bewusst, dass das auch deutlich günstiger geht. Am Ende hat uns das alles aber wenig überzeugt, weshalb die Wahl auf eine individuell geplante Privattour mit Guides und Transfers fiel.

Die Abstimmung mit dem Touranbieter hierzu lief über WhatsApp. Die Hotels und den Inlandsflug in Ägypten haben wir selbst gebucht.
Wenige Tage vor der Reise haben wir dann noch eine Heißluftballonfahrt in Luxor gebucht. Ansonsten verlief die Vorbereitung recht unspektakulär.

Nun aber genug des Vorgeplänkels. Die Reise fand Mitte bis Ende März statt. Wie immer werden wir versuchen die einzelnen Tage zeitnah nacheinander hochzuladen.

Wir würden uns freuen, wenn wieder ein paar von euch mitreisen. Und wie immer gilt, bei Fragen bitte einfach fragen. Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik sind ebenfalls immer willkommen.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 1 – Flug nach Kairo

Der heutige Tag startet sehr entspannt, wenn auch mit einer gelungenen Überraschung.
Beim Blick in die Mails finde ich die Wartelistenbestätigung unseres Upgrades in C für den „Sommerurlaub“.

Ich vermute zunächst einen Zusammenhang mit den seit heute buchbaren Business Light Tarifen. Es scheint jedoch tatsächlich eher Zufall zu sein. Ich freue mich natürlich, wenn ein Plan funktioniert und wir mit den inzwischen ins Abstruse ausgearteten Steuern und Gebühren für Award Tickets, ein Schnippchen schlagen konnten. ;)

So kann der Tag mit noch besserer Laune starten. S. hat schon frei, mich erwartet eine Mischung aus Homeoffice mit ein paar letzten Terminen, einem Friseurbesuch sowie dem Packen der letzten Sachen.

Um 8:30 Uhr verlasse ich den Rechner, um mich zum Friseur aufzumachen. Auf dem Weg dorthin laufe ich noch an der Bank vorbei, Bargeld für die Touren der kommenden Reise holen.
Gegen kurz nach halb zehn sitze ich dann wieder vor dem Rechner. Ich übergebe noch ein paar Themen, ehe ich mich um kurz nach 12 Uhr dann endgültig in den Urlaub verabschiede. S. hat die Zeit noch genutzt, um ihre Fingernägel aufzuhübschen und ebenfalls ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.

Wir machen uns fertig, gehen duschen, schließen die Koffer und verlassen um Punkt 13:35 Uhr die Wohnung und steigen in das vorab bestellte Sixt Ride, welches uns in rund 20 Minuten an den Flughafen bringt.

1776463866061.png

Dort angekommen geht es an den First Class Check-In, welcher heute tatsächlich komplett leer ist und uns die Koffer sogar direkt abgenommen werden.
Beim letzten Mal „durfte“ ich die Koffer noch selbst aufs Band legen und der gesamte Check-In war alles andere als Premium. S. hatte ich hiervon berichtet, weshalb sie schon ganz gespannt war, den neu gestalteten Bereich ebenfalls kennenzulernen.
Wenn es immer so laufen würde wie heute, wäre das eine runde Sache. So verstehe ich den Sinn der neuen Aufteilung leider weiterhin nicht so wirklich.

Auch an der Sicherheitskontrolle geht es recht fix und so sitzen wir nach kurzer Zeit in der Senator Lounge im Bereich B Non-Schengen.
Da es zu Mittag für jeden nur noch ein Viertel einer gestern Abend bestellten Pizza gab, bedienen wir uns erstmal am Buffet. Heute gibt es Currywurst, Daal und Zürcher Geschnetzeltes. Während S. bei der Currywurst bleibt, teste ich noch das Daal. Beides schmeckt recht gut, dazu gibt es noch etwas Salat.

Pünktlich zum geplanten Boarding um 15:30 Uhr verlassen wir dann die Lounge und schlendern zum nur wenige Meter entfernte Gate B45 für unseren Flug nach Kairo.

Nach dem online Check-In wurden gestern Upgrades für 180€ angeboten. Auf der Strecke per se ein vernünftiges Angebot, wenn man überlegt, welche Preise für die C auf dieser Strecke generell aufgerufen werden. Auch ich hatte überlegt das Angebot für den garantierten freien Mittelplatz anzunehmen. Am Ende entschied ich mich dann aber doch dazu auf den freien Mittelplatz in der Notausgangsreihe zu spekulieren. Wir wollen LH ja nicht das Geld, welches sie mir aufgrund des Streiks überweisen durften, direkt wieder reinvestieren. 😅

Mit ein paar Minuten Verspätung startet dann auch das Boarding und am Ende haben wir Glück und der Mittelplatz bleibt tatsächlich leer. Somit alles richtig gemacht.

1776464193994.png

Scheint, als hätten wir heute einen Lauf mit Lufthansa. :giggle:

Mit + 25 Minuten geht es dann über die 18 in den Himmel.
Kurz nach dem Erreichen der Reiseflughöhe gibt es dann eine Kleinigkeit zu essen sowie eine erste Getränkerunde. Die Purserin heißt uns herzlich Willkommen und bietet uns auch ein Getränk aus der C an, was wir jedoch dankend ablehnen. Das Essen ist ok, wobei wir den Obstsalat beide auslassen, da dieser seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat.

1776464269544.png

Der Rest des Fluges verläuft absolut unspektakulär. Wir verbringen die Zeit mit Lesen, S. schaut ein wenig Serie und auch die ersten Zeilen des Reiseberichts werden geschrieben.
Immer wieder kommt die Purserin vorbei und fragt uns, ob wir noch etwas möchten. Wir lassen uns ab und an unser stilles Wasser auffüllen. Dabei erkundigt sie sich fast schon enttäuscht immer wieder, ob wir wirklich nichts anderes möchten.
Wirklich sehr freundlich und aufmerksam.

Um 21:13 Uhr setzen wir nach 3:50h mit rund 10 Minuten Verspätung in Kairo auf.

1776464340664.png

An der Einreise ist einiges los. Dank der „Star Gold / Business / First“ Schlange kommen wir dennoch recht schnell durch und bringen die Einreise mit unserem vorab beantragten eVisum zügig hinter uns.
Während ich nochmal kurz auf der Toilette verschwinde, kommt S. gerade in den Moment am Gepäckband an, als unsere Koffer auf das Band purzeln.

Leider finden wir anschließend keinen Hinweis auf unseren vorab bestellten Sixt Ride Fahrer.
Auch mein Anruf bleibt unbeantwortet. In der Ankunftshalle finden wir jedoch einen Schalter, wo wir die Info erhalten, dass der Fahrer uns ein Stockwerk tiefer auf dem Parkplatz erwartet. Dort angekommen müssen wir dann jedoch noch ein paar Minuten warten, bis der Fahrer tatsächlich vorfährt.

Den Pickup haben wir schon reibungsloser erlebt. Aber am Ende klappt alles und der Fahrer bringt uns in einem London Cab Auto in rasantem Fahrstil ins Fairmont Nile City.

Dort angekommen werden wir sehr freundlich empfangen. Am Check-In bekommen wir neben einem leckeren Erdbeer-Smoothie noch die in unserer Rate enthalten Benefits (wir haben über Virtuoso gebucht) erklärt.
Zudem informiert man uns über ein kleines Zimmerupgrade. Wir erhalten ein Zimmer im 17. Stock mit direktem Blick auf den Nil, anstelle des eigentlich gebuchten seitlichen Nilblicks.

Auf dem Zimmer angekommen, überlegen wir kurz, ob wir noch etwas vom Room Service bestellen sollen. Am Ende naschen wir aber nur noch ein paar Nüsse des Willkommenssnacks.

1776464405917.png

1776464426279.png

1776464448644.png

Anschließend packen wir noch das Nötigste aus, bevor es gegen halb eins endlich ins Bett geht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Dreaonline

Erfahrenes Mitglied
29.04.2012
547
282
CGN
Ägypthen? Nilkreuzfahrt? Alte Steine?….
Da bin ich auf jeden Fall dabei. :giggle:
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: SDanie

Wolke7

Erfahrenes Mitglied
30.08.2010
3.350
1.401
Bin auf Eure Eindruecke gespannt und steige gern zu. Mal schauen, ob bzw. wie sich Aegypten entwickelt hat.
 
  • Like
Reaktionen: SDanie

loennermo

Erfahrenes Mitglied
01.09.2017
1.816
1.123
Scheibe zwischen Bad und Bett schein in Ägypten modern zu sein...

Ich war letztes Jahr mehrfach beruflich in Cairo und habe immer auf ein Upgrade in C den Mindestbetrag (der lag zwischen 80 und 120€) geboten - ging immer durch... Sowohl auf FRA-CAI als auch auf VIE-CAI, was ich teilweise wegen besserer Preise gebucht hatte.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 2 - Pyramiden von Gizeh & Grand Egyptian Museum - Teil 1

Guten Morgen Kairo. Wir haben beide gut geschlafen, allerdings ist es erst 6:20 Uhr als der Wecker klingelt. Die Nacht war somit recht kurz.

Vor dem Abflug gestern hatte ich die Agentur angeschrieben, wann es heute denn losgeht. Bis dahin hatten wir noch keine genaue Uhrzeit erhalten. Schnell kam die Antwort: Abholung um 8 Uhr am Hotel.

Also heißt es heute früh aufstehen. Wir machen uns fertig und sitzen gegen 7:15 Uhr beim Frühstück. Wir bekommen einen schönen Platz und die Atmosphäre ist ruhig. Nachdem wir zwei Cappuccino bestellt haben, laufen wir eine erste Runde über das reichhaltige Buffet. Am Ende landet bei S. eine kleine Portion Milchreis mit Pfirsichen und ein kleines Schokocroissant auf dem Teller. Ich entscheide mich für ein indisches Daal, eine Falafel und ägyptische Moussaka.

Und weil wir beide normalerweise keine Frühstücker sind, sind wir danach auch schon wieder pappsatt. 😅

1776598387620.png

Um 7:40 Uhr verlassen wir den Frühstückssaal wieder und machen uns auf dem Zimmer fertig. Wir packen einen kleinen Rucksack mit Sonnencreme, Cappies und etwas Wasser. Noch scheint das Wetter arg diesig, aber das ändert sich hoffentlich im Laufe des Tages nochmal.
Was die Temperaturen angeht sind wir auch mehr als gespannt. Auf unserem Bett lag gestern Abend ein kleiner Zettel mit einem Forecast. Dieser besagt 14°C am heutigen Tag, unsere Wetter-Apps liegen allerdings bei ca. 28°C. Ein doch recht großer Unterschied. :unsure:

Da das Hotel quasi zwei Lobbys hat, einmal im eigentlichen Erdgeschoss und einmal im ersten Stock, wissen wir nicht so ganz wohin wir kommen sollen.
Am Ende finden wir dann aber doch recht schnell den Herren, der nach uns Ausschau hält. Wie sich herausstellt ist das der Fahrer für den heutigen Tag, während wir den Guide am ersten Ziel des Tages - den Pyramiden von Gizeh - treffen werden.

Die Fahrt dorthin ist wild. Bereits gestern Abend haben wir einen ersten Eindruck von dem chaotischen Gehupe und Gedrängel erleben können. Verkehrsregeln scheinen hier maximal eine lockere Empfehlung zu sein. Aber hey, Hauptsache wir kommen gut und sicher überall an.

Nach einer guten halben Stunde Fahrt erreichen wir das Areal rund um die Pyramiden und das neue „The Grand Egypt Museum“. Dort am Straßenrand sammeln wir unseren Guide Kamal ein. Er ist Anfang 50 und spricht sehr gutes und verständliches Deutsch. Später werden wir noch erfahren, dass er Literatur, Literaturgeschichte und Germanistik studiert hat und noch nie in Deutschland war.

Bei der Planung der Reise standen am Ende zwei Touranbieter zur Wahl. Da die Bewertungen bei beiden sehr gut waren und es auch preislich kaum einen Unterschied gab, haben wir uns schlussendlich für den Anbieter entschieden, der auch deutschsprachige Guides einsetzt. Da das Vokabular rund um Pharaonen und die ägyptische Mythologie wohl doch auch einige Wörter parat hält, die in der eigenen Muttersprache leichter zu verstehen sind als auf englisch, ist unsere Hoffnung, dass das Verständnis auf Deutsch doch höher ist.

Kurze Zeit später erreichen wir das neue Besucherzentrum der Pyramiden. Der Eingang am Mena House ist dauerhaft geschlossen. Der neue Eingang liegt an der Faiyum Desert Road. Dort werden Besucher seit der Eröffnung des neuen, modernen Besucherzentrums im April 2025 empfangen.

Die größte Änderung wird wohl sein, dass weder Privatautos noch Reisebusse aufs Gizeh-Plateau fahren dürfen. Besucher werden stattdessen mit elektrischen Hop-on-Hop-off Bussen mit insgesamt sieben Haltestellen über das Gelände gefahren.
Selbst Kamelreiter und Pferdekutschen wurden weitestgehend verbannt und dürfen sich nur noch auf einer vorgegebenen Strecke bewegen. Eine "Shopping-Meile" vor dem Ausgang soll zudem den fliegenden Händler das Leben schwer machen.

K. holt noch eben unsere Tickets und dann geht's auch schon los.

Mit dem kostenlosen Shuttlebus fahren wir noch keine 3 Minuten und steigen am ersten Halt wieder aus. Von dem Spot hat man einen tollen ersten Blick auf die drei erhaltenen Pyramiden, wobei die linke die berühmte Cheops-Pyramide ist.

1776598491921.png

Atemberaubend schön. Schon aus dieser Perspektive strahlen die Pyramiden eine gewisse Faszination aus.

Wir entscheiden uns, auf den Shuttlebus zu verzichten und die Strecke bis zu den Pyramiden zu Fuß zu laufen. Das ist deutlich schöner als die vollen Busse.

Auf dem Weg bekommen wir von K. einiges über die unterschiedlichen Dynastien der Pharaonen und die Geschichte, der über 4.500 Jahre alten Pyramiden erzählt. Dabei haben wir die immer imposanter wirkenden Pyramiden immer im Blick.

Wir könnten jetzt natürlich noch tiefer eintauchen, allerdings würde das hier vermutlich den Rahmen sprengen. Daher kurz zusammengefasst: nach wie vor gilt die genau Bauweise als ein Rätsel. Auch die präzise Architektur und Ausrichtung sind für die damaligen Verhältnisse einfach nur sagenhaft.

Die bis zu 3 Millionen einzelnen Steinblöcke wiegen im Schnitt rund 2,5 Tonnen. Einzelne Steine der Grabkammer, bringen jedoch bis zu 80 Tonnen auf die Waage. Die Vorstellung, wie diese schieren Massen ohne Maschinen oder Kräne bewegt wurden, macht, gerade wenn man vor den Pyramiden steht, wohl einen Teil der Faszination aus. Schätzungsweise 20 bis 23 Jahre hat der Bau der Cheops Pyramide gedauert. Dies bedeutet, dass an einem Arbeitstag von 10h im Durchschnitt rund alle 2-3 Minuten ein Stein verbaut wurde.

Wie lange ein solches Projekt heute bei uns in Deutschland mit modernster Technik wohl dauern würde? :D

1776598552436.png

1776598570027.png

1776598588421.png

1776598610154.png

Die Temperaturen sind angenehm, ja fast schon frisch und so sind wir beide mit der heutigen Wahl des Outfits zufrieden. Jeans, T-Shirt und Jäckchen drüber, dazu ein paar gemütliche Sneaker. Plötzlich fängt es sogar an zu regnen, aber die paar Tropfen sind nicht der Rede wert und verschwinden genauso schnell wie sie gekommen sind.

1776598669061.png

Unser Guide erzählt uns, dass er die Pyramiden noch nie so leer gesehen hat. Er selbst macht sogar immer wieder Bilder.
Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten machen sich auch hier bemerkbar. Viele, insbesondere US-Gruppen, haben ihre geplante Reise wohl storniert. Und auch wir müssen zugeben, dass wir die Lage in den letzten 2,5 Wochen immer gut beobachtet haben. Familie und Freunde haben auch erstmal skeptisch geschaut, als wir erzählt haben, dass wir dennoch fliegen wollen. Der Deal ist, dass wir uns häufiger mal melden.

1776598698714.png

Nachdem wir uns die Cheops Pyramide von Nahem angeschaut haben, führt uns K. zur Pyramide der Königin Henutsen. Hier dürfen wir einmal ins Innere steigen.
Man kann auch für ca. 30€ das Innere der Cheops besichtigen. Unser Guide empfiehlt das allerdings nicht. Es gäbe nicht viel zu sehen und es lohne sich einfach nicht. Seine Aussagen decken sich auch mit dem, was wir vorab recherchiert hatten. Es ist teilweise sehr eng und stickig, die eigentliche Grabkammer unspektakulär. Daher verzichten wir.

Dann doch lieber den kostenfreien Zugang zu dieser kleinen Nebenpyramide nutzen.
Achtung, wer Platzangst hat, wird hier nicht glücklich. Wir bekommen den Tipp den steilen Weg rückwärts abzusteigen und das scheint auch wirklich sinnvoll.
Unten angekommen staut es sich dann etwas, bevor es nochmal ein paar Stufen tiefer geht. Am Ende steht man in der recht kleinen und stickigen Grabkammer.

1776598738302.png

So schnell wie wir unten waren, sind wir auch schon wieder oben.

Der nächste Stopp ist die Mastaba des Seshemnefer IV. Bei einer Mastaba handelt es sich ebenfalls um eine Grabform. Sie gilt als Vorgänger der stufenförmigen Pyramide und war im Alten Reich vor den Verwaltungsmitarbeitern bzw. Beamten vorbehalten.

1776598767678.png

Das Innere ist noch sehr gut erhalten, insbesondere die Wandmalereien. Man zeigte, was man hat - oder im Jenseits haben wollte.

1776598799747.png

Und auch hier macht K. wieder fleißig Bilder, weil er noch nie so gut wie allein in dieser Grabkammer war.

Das letzte Ziel auf dem riesigen Areal ist die berühmte Sphinx. Wir werfen einen letzten Blick auf die Pyramiden und laufen den alten "Tunnel" entlang, durch den vermutlich ein Teil der Grabbeigaben zu den Pyramiden gelangten.

1776598836285.png

Die Sphinx ist ein mythologisches Mischwesen mit einem Löwenkörper und einem Menschenkopf, das im alten Ägypten als göttlicher Wächter (oft für den Pharao) galt. Sie verkörpert Kraft, Weisheit und Göttlichkeit.

1776598891821.png

1776598908466.png

1776598923378.png

Da wir nach wie vor zu Fuß unterwegs sind und die Sphinx entgegen der eigentlichen Wegführung erreichen, stehen wir nun vor dem eigentlichen Ausgang, dürfen das Areal aber dennoch hierdurch betreten. Hier merkt man auch, dass es mittlerweile doch etwas voller geworden ist.

Gegen 11 Uhr verlassen wir das Areal durch den südlichen Ausgang, wo bereits unser Fahrer auf uns wartet und uns in rund 10 Minuten zum neuen The Grand Egyptian Museum bringt.

Rund 50 Hektar umfasst das gesamte Areal des imposanten Neubaus, welcher erst im November 2025 die Toren öffnete. Auf ca. 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und zwölf Ausstellungshallen, finden über 100.000 Artefakte, die sieben Jahrtausende ägyptischer Geschichte repräsentieren, ihren Platz.

Das Highlight der Dauerausstellung ist die komplette Sammlung des Pharaos Tutanchamun mit mehr als 5.000 Artefakten und natürlich mit der legendären goldenen Totenmaske.

1776598995625.png

1776599014101.png

1776599038249.png

Das Museum ist beeindruckend. Großartig gemacht und einfach riesig. In Summe halten wir uns gute 2,5 Stunden vor Ort auf. Zunächst führt uns K. zu einer Auswahl an Highlights. Im Anschluss bekommen wir nochmal gute 30 Minuten, um ums selbst frei zu bewegen und vor allem die berühmte Totenmaske zu bestaunen.

Es wäre an dieser Stelle viel zu detailliert über alles zu berichten, weshalb wir einfach ein paar Bilder für sich sprechen lassen, in der Hoffnung einen groben Eindruck vermitteln zu können.

1776599092206.png

1776599111268.png

1776599132830.png

1776599272363.png

1776599288566.png

1776599303435.png

1776599319557.png

1776599335276.png

1776599353470.png

1776599366418.png

1776599388229.png

1776599405599.png

1776599431860.png

1776599446298.png

1776599460584.png

1776599474313.png

1776599488433.png

1776599506454.png

Sicherlich kann man hier Tage verbringen, bis man alles gesehen hat.

Am Ende hätten wir uns vermutlich noch eine halbe Stunde mehr gewünscht und gleichzeitig sind wir uns sicher, dass wir in den nächsten Tagen noch weitaus mehr über die Geschichte der Pharaonen erfahren werden. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir beide ehrlicherweise keine Museumsgänger sind. So beeindruckend und schön das Museum ist, ist bei uns oft nach gewisser Zeit einfach die Luft raus. Die Vielzahl an Informationen und Eindrücken, wollen verarbeiten werden.

Falls einem viel daran gelegen ist, sollte man aus unserer Sicht, das Museum daher entweder mehrmals besuchen, oder sich auf das Anschauen fokussieren und die relevanten Informationen im Nachgang nachlesen.

Wir verabschieden uns von K., der jetzt wieder zurück zu seiner Familie nach Alexandria fährt und das Zuckerfest feiern wird. Zeitgleich verabreden wir uns morgen für 8:15 Uhr zur Stadtbesichtigung.

Der Fahrer bringt uns in gut 40 Minuten zurück ins Hotel. Dabei sehen wir wieder mehr von Kairo und müssen ehrlich zugeben, dass auch der zweite Eindruck überhaupt nicht überzeugt. Der immer gleiche Baustil, alles Ton in Ton im tristen beige-grau, vieles heruntergekommen oder unvollendet und vor allem extrem viel Müll.

1776599540284.png

1776599559609.png

1776599573210.png

1776599587708.png

Und so viel sei gesagt, der Eindruck wird auch bis zum Ende nicht besser werden.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 2 - Pyramiden von Gizeh & Grand Egyptian Museum - Teil 2

Gegen kurz vor 15 Uhr erreichen wir wieder das Hotel. Irgendwie wissen wir gerade nichts mit uns anzufangen. Wir sind von einer Ganztagestour ausgegangen und sind etwas überrascht, dass wir bereits recht früh wieder zurück sind. Die Erwartung war, dass wir wirklich den ganzen Tag unterwegs sind. Je mehr wir jedoch darüber nachdenken desto mehr merken wir, dass wir doch auch 7 Stunden unterwegs waren und das einfach eine klassische Tagestour ist.

Zurück auf dem Zimmer überlegen wir nun also, was wir machen wollen.
Wir könnten mittlerweile eine Kleinigkeit essen, müssen es aber nicht zwingend. Also entscheiden wir uns in die angrenzende Nile City Mall zu gehen. Das Hotel ist direkt mit der Mall verbunden. Diese ist leider menschenleer. Wegen Ramadan haben viele Restaurants geschlossen. Selbst Starbucks verkauft keine Sandwiches, sondern nur Cookies.

Das überzeugt uns nicht und so sind wir kurze Zeit später zurück im Hotel. Eine Hotelmitarbeiterin sieht, dass wir etwas planlos durch die Gegend laufen und fragt, ob sie uns behilflich sein kann. Wir fragen nach einer Möglichkeit zum Kaffeetrinken. Sie schickt uns in die hoteleigene Onyx Lounge. Dort bestellen wir einen Latte Macchiato und einen Cappuccino sowie einen Burnt Rasperry Cheesecake. Aufgrund der Uhrzeit entscheiden wir uns für eine Kleinigkeit, lieber gehen wir heute früh Abendessen.

1776601511733.png

Wir fangen mit dem Reisebericht des heutigen Tages an und lassen das bisher Erlebte Revue passieren.

Wir entscheiden uns nochmal hoch zum Sky Pool zu fahren, es ist ja noch früh am Nachmittag und so lernen wir auch das Hotel vollumfänglich kennen.
Auf einem Daybed machen wir es uns, in langer Kleidung, gemütlich und bestellen zwei Softdrinks. Wir finden es ganz schön frisch hier oben, aber ein paar Hartgesottene schwimmen tatsächlich im Pool. Gegen 18 Uhr wird es uns zu kühl und wir wechseln zurück aufs Zimmer.

Bis wir dann zum Abendessen loskommen, ist es am Ende dann doch fast 19 Uhr. Wir haben uns für das sehr gut bewertete, hoteleigene Restaurant Saigon entschieden, in dem panasiatiasche Küche serviert wird. Irgendwie muss das 100$-Hotelguthaben ja ausgegeben werden. 😉

Als wir Platz nehmen, sind wir noch die einzigen Gäste, das ändert sich aber schlagartig ab 19.30 Uhr

1776601555583.png

1776601582835.png

1776601605885.png

S. bestellt zum Trinken einen Virgin Mojito und ich ein ägyptisches Bier.

Der erste Geschmackstest lässt vermuten, dass S. einen richtigen Mojito erhalten hat. Und so lässt sie ihn kurzerhand austauschen, weil der Rumgeschmack dann doch zu intensiv ist.

Als kleinen Snack aus der Küche gibt es ein paar Krabbenchips mit 3 verschiedenen Soßen.

1776601640899.png

Zur Vorspeise bestellen wir uns Duck Spring Rolls und Chicken Gyozas zum Teilen.
Beides wirklich sehr lecker.

1776601786694.png

Als Hauptspeise wähle ich das Cashew Chicken mit fried Egg Noodles und S. das Beef Oyster Sauce mit Jasminreis. Alles ebenfalls richtig lecker.

1776601727349.png

Im Anschluss sind wir beide sehr satt und so verlassen wir gegen 20:45 Uhr wieder das Restaurant. Das Abendessen hier können wir sehr empfehlen.

Zurück auf dem Zimmer geht S. noch Haare waschen, bevor wir heute mal recht zeitig das Licht ausschalten.
 

Wolke7

Erfahrenes Mitglied
30.08.2010
3.350
1.401
//Klugscheissmodus//
Meiner unmassgeblichen Meinung nach ist die beeindruckendste Leistung beim Bau der Pyramiden die exakt quadratische Form mit der Spitze genauso exakt in der Mitte. Selbst moderne Architekten mit Laser Technologie bekommen es nicht exakter hin.
Die Logistik hast Du ja schon selbst erwaehnt.
//Klugscheissmodus//
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 3 - Kairo

Der Tourbeginn ist heute "erst" für 8:15 Uhr angesetzt, sodass wir den Morgen noch für ein ruhiges Frühstück nutzen wollen. Und so sitzen wir gegen 7:20 Uhr im Frühstücksrestaurant.

1776715281797.png

1776715342468.png

1776715372517.png

S. startet wieder mit einem Milchreis und Früchten sowie einem Erdbeer-Smoothie, wohingegen ich mir eine kleine Schüssel Joghurt mit Müsli hole.

Dazu bestellen wir uns Speisen aus der Karte. Für mich ein Omelette mit Champignons und Käse und für S. die Egg Benedict.
Die beiden Eierspeisen kommen mit einem guten Zeitunterschied, sodass ich schon fast fertig bin, als S. ihr Gericht erhält.
Das Omelette ist ganz lecker, aber nichts Besonderes. Die Egg Benedict überzeugen leider gar nicht. Zum einen ist das Brot aus einem dicken süßlichen Brioche-Teig und zum anderen Salat auf einem Egg Benedict? :unsure:

1776715554568.png

Wir werden dennoch satt und sind gegen kurz vor acht zurück auf dem Zimmer, um unseren kleinen Rucksack für den Tag zu packen.
Und so stehen wir pünktlich um 8:15 Uhr in der Lobby, wo uns K. bereits erwartet.

Auf dem Weg zum ersten Ziel kommen K. und der Fahrer kaum aus dem Staunen heraus. Die Straßen sind menschenleer. Kein Hupen, kein Chaos, nur wenige Autos haben sich auf der Straße verirrt. Heute Abend endet Ramadan und es ist Feiertag in Ägypten. Dementsprechend haben um diese Uhrzeit noch wenige Geschäfte und Restaurants geöffnet.

Wir erreichen schon nach kurzer Zeit, gegen 8:30 Uhr, die Muhammad-Ali-Moschee oder auch Alabastermoschee genannt.
Sie befindet sich auf der Spitze des Muqatam-Hügels innerhalb der Saladin-Zitadelle, einer Festung, die die Stadt vor den Angriffen der Kreuzfahrer schützen sollte und ein strategischer Punkt ist, der von jedem Winkel der Altstadt Kairos aus sichtbar ist. Sie wurde zwischen 1830 und 1857 im Auftrag von Sultan Muhammad Ali zum Gedenken an seinen 1816 verstorbenen ältesten Sohn erbaut.

Heute dient sie fast nur noch touristischen Zwecken, insofern muss S. auch nicht ihre Haare verdecken. Am Eingang hat man die Möglichkeit Schuhüberzieher zu kaufen, da man ansonsten auf Socken oder barfuß durch die Anlagen laufen muss. K. holt für kleines Geld dann doch lieber jedem ein paar Überzieher. Leider muss ich aber feststellen, dass die Dinger allerdings weniger für Schuhgröße 48 ausgelegt sind. :D

1776715625113.png

1776715650663.png

1776715673405.png

1776715701113.png

Wir haben es uns schon am Parkplatz gedacht, dass hier doch etwas mehr los ist, als die Straßen haben vermuten lassen. Es standen einige große Reisebusse auf dem Parkplatz und so ist die Moschee dann auch tatsächlich gut besucht.

Die riesige Gebetshalle der Moschee besticht durch ihre Verzierung mit Mosaiken und eingelegten Edelsteinen. Erwähnenswert sind auch die Holzschnitzereien und die 100 farbigen Glasfenster.

Die Decke mit ihrem Kronleuchter ist besonders beeindruckend.

1776715794308.png

1776715825323.png

Wir verlassen die Moschee und laufen ein paar Meter weiter zu einer Art Aussichtsplattform.
Das Wetter ist heute deutlich weniger diesig und so können wir sogar die Pyramiden im Hintergrund ganz gut erkennen.

1776715897003.png

Auch können wir einen Blick auf die Sultan-Hasan-Moschee werfen.

1776715931568.png

Die Moschee ist riesig und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 7.900 Quadratmetern.

Unser Guide führt uns weg von den Touristenmassen hin zu einem weniger überlaufenen Aussichtspunkt. Vorbei am alten Gefängnis der Zitadelle laufen wir weiter Richtung Polizeimuseum und kommen an eine weitere Aussichtsplattform, wo wir die einzigen sind.
Wir sind ehrlich, allein hätten wir den Teil des Areals vermutlich nicht entdeckt.

1776715972042.png

Auf dem Weg zurück ans Auto, legt S. noch einen Toilettenstopp ein. K. überreicht ihr dafür 10 EGP, also gute 17 Cent. Die Toilettendame freut sich und händigt jeder Besucherin mit Geld etwas Toilettenpapier aus, ohne Geld geht man leer aus. Was S. hier noch als sehr freundlich und positiv annimmt, wird sich im Laufe der Reise jedoch als klassische "Abzocke" herausstellen. Selbst in Museen oder Sehenswürdigkeiten mit "No Tip"- Schildern, bekommt man Toilettenpapier lediglich gegen Trinkgeld.

Am Ausgang erwartet uns bereits der Fahrer. Unser nächstes Ziel ist das Koptische Viertel. Einem Bereich in Alt-Kairo, der von vielen christlichen Bauten bestimmt wird. Hier befinden sich das Koptische Museum, mehrere Kirchen, Friedhöfe und eine Synagoge.

1776716028985.png

1776716057367.png

Wir schlendern durch das Viertel und K. gibt uns immer wieder einige spannende Informationen. Zunächst besuchen wir die Sergios-und-Bakchos-Kirche, in der Überlieferungen zufolge, die Heilige Familie am Ende ihrer Flucht nach Ägypten eine gewisse Zeit verbracht hat.

1776716090720.png

1776716115177.png

1776716134496.png

Als nächstes besuchen wir eine Synagoge, bevor wir uns noch die berühmte Hängende Kirche anschauen. Diese wurde auf den Überresten der römischen Festung Babylon errichtet, die nicht mit dem antiken Babylon in Mesopotamien zu verwechseln ist, sodass es aussieht als schwebe sie.

1776716171012.png

1776716193165.png

Die Temperaturen sind heute wieder äußerst angenehm. Um die 20° sind es in etwa bei leichtem Wind.

Unser Fahrer erwartet uns genau dort, wo er uns rausgelassen hat. Auf dem Weg zur alten Stadtmauer durchfahren wir noch kurz die "Stadt der Toten".

Die „Stadt der Toten“ in Kairo ist eine weitläufige historische Nekropole, die zugleich ein lebendiges, teils informelles Wohngebiet ist. Sie wird lokal „al‑Qarafa“ genannt und umfasst bedeutende Mausoleen sowie Wohnsiedlungen, in denen Hunderttausende Menschen leben. Schätzungen zufolge sollen heute 300.000 bis zu einer Million Ägypter auf Kairos Friedhöfen leben. Was in den 1920er-Jahren als illegale Besetzung begann, ist heute ein dicht besiedeltes und geduldetes Armenviertel, vielmals ohne Strom und Wasser.

Gegen 11 Uhr erreichen wir das alte Stadttor, um einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt zu unternehmen.

1776716242672.png

Das Viertel ist eigentlich bekannt für einen der ältesten Basare Afrikas, dem Khan El Khalili Bazar.
Aufgrund des Feiertags Eid El-Fetr (Zuckerfest) sind um diese Uhrzeit die meisten Geschäfte, Stände und Restaurants jedoch leider noch geschlossen.

1776716307024.png

1776716330234.png

Normalerweise herrscht hier wildes Treiben und Gewusel. Da wir ohnehin nicht die großen Basar- und Souvenir-Shopper sind, empfinden wir es aber auch nicht als sonderlich traurig.

1776716358314.png

1776716384869.png

Die Gassen sind alle schön geschmückt und bunte Girlanden zieren das Bild der Altstadt.

1776716414670.png

Am Ende der Gasse kauft uns K. an einem Stand noch ein ägyptisches Fladenbrot, welches wir unbedingt probieren sollen. Irgendwie kommen wir uns jedoch komisch dabei vor, uns genüsslich Brot in den Mund zu schieben, während alle um uns herum fasten. Daher packen wir das wirkliche leckere Brot nach ein paar Bissen für später ein.

Noch während wir auf den Fahrer warten, erklärt uns K. dass die Tour nun zu Ende sei.
Es ist jetzt ca. 11:45 Uhr und wir sind eigentlich mal mindestens von 13:30 Uhr ausgegangen. So hieß es zumindest gestern noch. Dementsprechend sind wir etwas ratlos, was unser nächster Plan ist. Denn trotz der frühen Uhrzeit haben wir Sehenswürdigkeiten, die wir im Rahmen der Tour besichtigen wollten, gesehen und hatten auch nicht den Eindruck an einem der Orte etwas verpasst zu haben, oder mehr Zeit zu benötigen.

Mit K. hatten wir gestern vereinbart, dass wir am Ende über den Tahrir-Platz zum Hotel fahren. Irgendwie habe ich den Platz noch vom ägyptischen Frühling 2011 als sehr präsent in Erinnerung und wollte mir diesen deshalb anschauen. Direkt am Tahrir-Platz befindet sich auch das Alte Ägyptische Museum. Es galt bis zur Eröffnung des GEM in Gizeh als größte Heimat ägyptischer Schätze.
Und so schlägt uns K. vor auf eigene Faust noch das Alte Ägyptische Museum zu besuchen. Die Ausstellungsstücke sind auch auf Englisch beschrieben und auch sonst ist das Museum nur gute 3km vom Hotel entfernt. Da wir absolut keine Idee haben, wie wir den restlichen Nachmittag verbringen sollen, stimmen wir uns kurz ab und entscheiden uns dem Vorschlag zu folgen. Für knapp 10€ pro Person ist auch das Risiko eher gering etwas "falsch" zu machen.

Mitten am Tahrir-Platz werden wir rausgelassen. K. verabschiedet sich freundlich von uns und bedankt sich für die letzten beiden Tage. Die Tour hatten wir bereits gestern Nachmittag für beide Tage gezahlt.

Unser Fazit zur Tour:
Wir sind froh, dass wir uns für einen deutschsprachigen Guide entschieden haben. Die ägyptische Geschichte ist doch sehr komplex und so hat es uns das ganze vereinfacht. Zudem wurden wir von keinen anderen "Guides" angesprochen und in Ruhe gelassen, was die Besichtigungen wohl doch um einiges stressfreier macht. Auch die Art und Menge an Infos, die uns K. vermittelt hat, waren für uns genau richtig.
Was könnte man verbessern? Bisher waren wir es gewohnt, dass unsere Tourguides in den Autos zumindest ein kleines Wasserfläschchen stehen hatten. Hier waren wir nicht darauf vorbereitet, wobei das kein wirklicher Kritikpunkt ist. Ansonsten wäre es für uns noch etwas besser gewesen, wenn wir grobe Zeitangaben gehabt hätten. Beim gestrigen Tag waren wir zwar in Summe auch fast 7h unterwegs, allerdings wussten wir dann mit dem Nachmittag nicht wirklich etwas anzufangen. Heute ebenfalls. Hätten wir gewusst, dass der Tag heute nach gut 4h endet, so wären wir sicherlich am Abend schon nach Assuan weitergeflogen und hätten den gewonnenen Tag einfach noch am Strand angehängt, oder doch für Abu Simbel genutzt.

Wir überqueren bei dem mittlerweile doch stärker gewordenen Verkehr die Straße und laufen zum Eingang des Museums.

1776716560954.png

Wir zahlen den Eintritt und kurze Zeit später stehen wir auch schon in der Eingangshalle.

1776716609014.png

Zusammengefasst: wir schlendern gute 1,5h durch die beiden Etagen des Museums. Das gute Stück ist schon ordentlich in die Jahre gekommen. Wir scherzen am Ende, dass das Museum selbst bald ein Ausstellungsstück sein könnte. Es ist heruntergekommen und wirkt wenig einladend. Die Ausstellungsstücke selbst sind stellenweise wirklich interessant. Gerade wenn man bedenkt, dass die meisten mehrere tausend Jahre alt sind.

1776716652332.png

1776716674941.png



1776716751623.png

1776716807961.png

Am meisten ziehen aber wohl die echten Mumien unsere Aufmerksamkeit auf sich. In mehreren Wandschränken kann man zahlreiche Mumien, in den unterschiedlichsten Zuständen besichtigen. Die Schränke sehen auch schon sehr, sehr alt aus.

1776716839653.png

1776717151585.png

Vielleicht darf man aber auch nicht verkennen, dass das Museum 1902 eröffnete und somit 124 Jahre alt ist.

Am Ausgang bestellen wir uns ein Uber Comfort und müssen nur 2 Minuten warten. Comfort ist hier wohl auch eine Frage der Definition. 😅 Der Renault Megane hat nur noch eine halbe Frontschürze, die Kratzer und Blechbeulen lassen sich erst gar nicht zählen und zu guter Letzt gibt es auf den Rücksitzen auch keine Anschnallgurte. Da trifft "Cause this is Africa" wohl am besten zu.

Nach noch nicht mal 10 Minuten Fahrt werden wir vorm Fairmont abgesetzt. Wir bringen unsere Sachen aufs Zimmer und gehen wieder in die Ginko Lounge.

1776717219551.png

Heute teilen wir uns ein Chicken Shawarma Wrap mit Pommes. Am Abend wollen wir mal schauen, ob wir außerhalb etwas zu essen finden. Wobei wir wegen des Zuckerfestes recht verunsichert sind, was die angeblichen Öffnungszeiten betrifft.

Während wir auf das Essen warten, rattert mein Kopf direkt los, was wir nun morgen machen könnten. Denn für morgen gibt es keine Pläne und unser Flug nach Assuan geht erst gegen 18:15 Uhr. Wir hatten den Tag mit Absicht als Puffer sowie "freien Tag für den Kopf" eingeplant. Da wir nun aber bereits den Nachmittag wieder zum Entspannen haben, könnte man die gewonnene Zeit ja nutzen ;)

Doch die Sehenswürdigkeiten, die uns interessieren, haben wir nun gesehen und für eine Fahrt nach Sakkara haben wir dann wiederum zu wenig Zeit.
Vielleicht muss man aber auch ehrlich eingestehen, dass unsere sonst selbst organisierten Tagestouren oftmals sehr viel voller geplant sind bzw. an der ein oder anderen Stelle schon fast zu vollgestopft sind. Gerade bei mir kommt schnell das berühmte "fomo" (fear of missing out) auf. Und eigentlich wollten wir diesen Urlaub auch mal ganz bewusst einen Gang runterfahren. Vermutlich muss ich das einfach noch ein bisschen besser lernen. ;)

Somit ist der vernünftigste Plan für morgen dann wohl: ausschlafen, gemütlich frühstücken, die inkludierte Paarmassage in Anspruch zu nehmen und dann nach Assuan zu fliegen.

1776717289678.png

Nach dem kleinen Snack gehen wir relativ schnell zurück aufs Zimmer. Da es draußen super windig ist, ist die Sky Poolbar für uns heute keine Option.

Während S. im Sessel mit Blick auf dem Nil den heutigen Tag niederschreibt, entscheide ich mich für mein Buch. Aber es passiert natürlich, was passieren muss, die Augen werden unheimlich schwer und ich lege mein Buch nur mal kurz zur Seite 😉 Eine Stunde später bin ich wieder wach und wir überlegen, was wir nun mit Abendessen machen. Großen Hunger haben wir beide nicht, dafür war das Essen vorhin dann doch zu spät.

Die Idee ist, dass wir mal auf die gegenüberliegende Uferpromenade laufen und dort nach den Restaurants schauen. Eins hatte ich mir bei Google Maps schon markiert.

Also gesagt getan. Wir überqueren die inzwischen deutlich gefülltere Straße vor dem Hotel und stehen kurz darauf am Ufer des Nils.

1776717384259.png

Wir schlendern ein paar Meter und wollen dann die paar Stufen runter zur Uferpromenade Mamsha Ahl Misr. Wir werden von einem Sicherheitsmann angehalten und sollen ein Ticket kaufen. Freundlichkeit kennt der Herr schon da nicht. Wir erwidern, dass wir nur in das Restaurant möchten und dennoch sollen wir das Ticket holen. Ich verstehe 30 EGP und S. 70 EGP.

Wir entscheiden, auch wegen der Reaktion des Herren, dass wir es nicht einsehen Eintritt zu zahlen für ein Abendessen und laufen weiter in der Hoffnung, dass es sich um einen Touri Scam handelt und wir ein paar Meter weiter unentgeltlich die Promenade betreten können.

Später finden wir heraus, dass man wirklich immer Eintritt zahlen muss und die Preise aber stark variieren können :D

Wir entdecken ein paar Meter weiter eine kleine Terrasse und laufen ein paar Stufen hoch. Sie gehört zum Restaurant Zaza Cuisine, welches wir uns auch ausgesucht haben. Wir schauen, ob wir einen direkten Eingang in das Restaurant finden können, leider vergebens. Als wir noch am Schauen sind, brüllt uns ein Restaurant-Angestellter von unten an. Um ihn herum stehen ungefähr 5 Kellner die verdutzt schauen. Wir sollen die Plattform, welche wohlgemerkt von der Straße ganz frei begehbar ist, sofort verlassen. Und damit ist dann auch die Entscheidung gefallen, dass wir hier nicht essen gehen werden.

Unverrichteter Dinge machen wir uns zurück in Richtung Hotel. Kurz noch ein Halt am obligatorischen "I Love Cairo" Schild und schon flitzen wir durch die Autos zurück auf die andere Straßenseite.

1776717453937.png

Wir werfen kurz Google Maps an, um unsere Alternativen zu prüfen. Diese sind jedoch alle ein gutes Stück entfernt und aufgrund des heutigen Feiertags gibt es unterschiedliche Aussagen bzgl. der Öffnungszeiten. Auch K. hatte uns mitgeteilt, dass die Restaurants und Geschäft heute sehr unterschiedlich öffnen. Und so entscheiden wir uns dann am Ende einfach im Hotel zu essen.

Das Fairmont bietet mehrere Restaurants. Wir entscheiden uns spontan für das italienische. Es ist mittlerweile schon 20 Uhr. Am Eingang werden wir darauf hingewiesen, dass es heute ein Buffet gibt und die à la Carte Küche erst um 21 Uhr öffnet. Das ist uns zu spät und ein Buffet möchten wir nicht.

Also geht es ein Stockwerk höher ins BAB El Nil. Hier wird orientalische Küche serviert. Der Eingang wirkt schon etwas dubios und als wir um die Ecke biegen, stehen wir quasi in einem riesigen Bankettsaal mit annähernd 100 Tischen, einer Bühne in der Mitte und am Rand ein paar wenige Einheimische, die genüsslich ihre Shisha rauchen.
Wir bekommen einen Tisch am Fenster und scannen die Menükarte ab. Wir fühlen uns leider überhaupt nicht wohl hier, wir sind quasi allein in diesem riesigen Saal und zudem stinkt es arg nach einer Mischung aus kaltem Rauch und Shisha-Qualm. Und auch die Menükarte kann uns nicht überzeugen.
Kurzerhand entscheiden wir uns wieder aufzustehen und dann eben erneut das asiatische Restaurant zu besuchen.

Wir werden vom Kellner freundlich mit "Welcome Back" begrüßt und bekommen wieder einen schönen Zweiertisch mit Blick auf den Nil.

Zur Vorspeise gibt es heute die vegetarischen Sommerrollen und die Mushroom Dumplings. Als Hauptspeise bestellen wir uns das knusprige Hühnchen Sweet-Sour mit Reis zum Teilen.

1776717564692.png

Das Essen schmeckt uns wieder sehr gut. Und so ist es für uns auch kein Problem, dass es fast 22 Uhr ist, bis die Hauptspeise auf dem Tisch steht.

Zurück auf dem Zimmer, packen wir unsere Koffer schon etwas zusammen, denn morgen geht's weiter nach Assuan.
 
Zuletzt bearbeitet:

MagicBerlin

Aktives Mitglied
28.02.2023
176
279
Berlin / Transsilvanien
Schade, das euer Führer euch nicht in das NMEC (National Museum of Egyptian Civilization) geführt hat. in dem 2021 eröffnete Museum sind u.a. 22 Mumien von Pharaonen zu sehen. Auch ist die Präsentation ungefähr auf dem Level vom GEM. Also weit besser als im runtergekommenen Alten Ägyptischen Museum.
Bei dem Basar habt Ihr auch nichts versäumt.
 
  • Like
Reaktionen: SDanie und daddycoool

CX777

Erfahrenes Mitglied
05.03.2017
366
932
Vielen Dank für den schönen Bericht. :)

Da ich letzte Woche selbst in Ägypten war, aber einen anderen Stil des Reisens pflege (alles ohne Guide, wenn möglich keine großen Hotels und immer "nah am Volk"), zur Ergänzung nur soviel: meiner Meinung nach ist Kairo gerade dort interessant, wo viele nicht hingehen. Der von dir zitierte grau-beige Baustil bzw. diese dunklen Gassen sollte man erkunden, wenn man sich traut. Ein Spaziergang durch Alt-Kairo und zumindest auf der Hauptstraße in Manschiet Nasser zum Kloster Sankt Simon "der Gerber" waren neben den Pyramiden für mich das Highlight. Dunkel, stinkend und doch voller Leben.

Die Stadt bzw. der Großraum Kairo ist bis auf die Reichenviertel schlicht menschenfeindlich. So arm und dreckig habe ich die Stadt nicht erwartet. Selbst südamerikanische Großstädte hinterlassen da einen wesentlich positivieren Eindruck, auch wenn es da wiederum in den Elendssiedlungen wesentlich gefährlicher ist.

Das GEM ist ohne Zweifel einen Besuch wert, allerdings aus meiner Sicht eine Investition an falscher Stelle und für einen Tagesbesuch schlicht zu groß. Das alles, d.h. die Auststellung der kulturellen Schätze, erschlägt einen ja förmlich. Auch die bereits vorhandenen Baumängel insbesondere an den Verkleidungsteilen im Eingangsbereich haben mich für so ein teures und neues Museum überrascht.

Meine ganz persönliche Meinung, nachdem ich auch abseits der abgeschotteten Luxushotels dann in der zweiten Station in Luxor bei einer ägyptischen Familie übernachtet habe: das Geld fürs GEM wäre in der Bildung besser aufgehoben gewesen. Wenn ich mit einer jungen Frau spreche, die neben englisch offenkundig auch perfektes Mandarin beherrscht und Souvenirs an die gelangweilten Touris verkauft, läuft etwas gewaltig schief und geistiges Potential wird schlicht verschenkt und stattdessen Kapazitäten für völlig überdimensionierte Megaprojekte (wie das bereits unter Mubarak geplante GEM) verpulvert.
 
Zuletzt bearbeitet:

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Schade, das euer Führer euch nicht in das NMEC (National Museum of Egyptian Civilization) geführt hat. in dem 2021 eröffnete Museum sind u.a. 22 Mumien von Pharaonen zu sehen. Auch ist die Präsentation ungefähr auf dem Level vom GEM. Also weit besser als im runtergekommenen Alten Ägyptischen Museum.
Bei dem Basar habt Ihr auch nichts versäumt.

Um ehrlich zu sein, hat er es uns empfohlen, als wir daran vorbeigefahren sind. Wir hatten dann auch überlegt, dies an dem Flugtag nach Assuan einzuplanen, uns dann aber doch dagegen entschieden. Sieht aber tatsächlich sehr gut aus uns wäre im Vergleich zum Alten Ägyptischen Museum wohl die bessere Wahl gewesen. Beim nächste Mal dann. ;)
Aber Danke für den Hinweis. Hilft vllt. anderen die bei der Planung einer Reise über den Bericht hier stolpern.

Vielen Dank für den schönen Bericht. :)

Da ich letzte Woche selbst in Ägypten war, aber einen anderen Stil des Reisens pflege (alles ohne Guide, wenn möglich keine großen Hotels und immer "nah am Volk"), zur Ergänzung nur soviel: meiner Meinung nach ist Kairo gerade dort interessant, wo viele nicht hingehen. Der von dir zitierte grau-beige Baustil bzw. diese dunklen Gassen sollte man erkunden, wenn man sich traut. Ein Spaziergang durch Alt-Kairo und zumindest auf der Hauptstraße in Manschiet Nasser zum Kloster Sankt Simon "der Gerber" waren neben den Pyramiden für mich das Highlight. Dunkel, stinkend und doch voller Leben.

[...]

Vielen Dank für deine Eindrücke und das Lob.
Das ist ja tatsächlich oftmals so, dass solche Städte dann ihren eigenen Reitz haben, sobald man sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegt.
Wirklich Interesse diese Ecken der Stadt zu erkunden, ist bei uns aber ehrlicherweise nicht geweckt worden. 😅
 
  • Like
Reaktionen: CX777

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 4- Flug nach Assuan

Den heutigen Tag starten wir ganz entspannt. Wir hatten gestern doch noch überlegt Sakkara irgendwie hinein quetschen zu können.
Vor der Reise haben wir uns, wie bereits geschrieben, aber auch vorgenommen das Tempo einmal herauszunehmen. Auch wenn dieses Jahr bereits recht reiseintensiv war, ist der Stresspegel in letzter Zeit ansonsten bei uns beiden relativ hoch gewesen.

Es fiel mir dennoch schwer, den Tag ohne eine weitere Besichtigung oder Aktivität zu belassen, bis S. mir unseren Vorsatz erneut ins Gedächtnis rief. 😅
Dazu kommt noch, dass wir heute unseren 12. Jahrestag haben. Vielleicht genau der richtige Anlass, es einfach mal entspannt angehen zu lassen.

Und so ist bereits 9:15 Uhr bis wir endlich aufstehen und uns für das Frühstück fertig machen. In Eile sind wir nicht, da es bis 11 Uhr Frühstück gibt.

1776979990127.jpeg

S. startet wieder mit Süßem. Es gibt Milchreis mit Obst sowie eine Zimtschnecke. Ich bediene mich etwas an den warmen Speisen wie Daal und Foul, dazu gibt es ein paar Dips.

1776980042021.jpeg

Anschließend gibt es auch für S. noch etwas Herzhaftes sowie ein wenig Obst für mich. Aus der Karte bestellen wir uns Cheese Manakish, ohne genau zu wissen, was das eigentlich ist.

1776980077354.jpeg

Optisch erinnert es uns ein bisschen an eine Chatschapuri aus Georgien. Geschmacklich schmeckt es leider hauptsächlich nach Fett und trockenem Brot.

Als wir bereits satt sind, kommt einer der Kellner an den Tisch und bringt uns einen Teller mit einem Gebäck, welches wir unbedingt probieren sollen. Dankend lehnen wir ab, jedoch ohne Chance. Der Teller wird einfach in die Mitte gestellt. Da wir ungern Lebensmittel wegschmeißen, teilen wir uns noch das, was sich einfach als eine Zimtschnecke herausstellt.

1776980151264.jpeg

Am Ende ist es kurz nach halb elf, bis wir wieder auf dem Zimmer sind.

An der Rezeption hatten wir gestern einen Late Check-out angefragt, welcher uns bis 16 Uhr bestätigt wurde.
Unser Flug nach Assuan geht erst um 18:15 Uhr. Wie bereits geschrieben, hätten wir es mit dem Wissensstand von heute wohl anders geplant. Etwas Puffer wollten wir aber auch einplanen, falls etwas nicht geklappt hätte.

Immerhin haben wir gestern dann doch noch einen Programmpunkt organisiert. Um 13 Uhr haben wir uns noch eine 50-minütige Massage im Spa gebucht - die ebenfalls in der Virtuoso-Rate enthalten ist.

Und so nutzen wir die Zeit bis zur Massage, um etwas am Reisebericht zu schreiben und zu lesen, ehe wir um 12:40 Uhr in Richtung Spa aufbrechen.

1776980245863.jpeg

Dort werden wir freundlich empfangen. Nachdem wir den üblichen Fragebogen ausgefüllt haben, werden wir zunächst getrennt in je einen Raum (getrennt nach Frauen und Männern) zur Entspannung geführt, wo wir noch einen kurzen Moment allein warten. Pünktlich um kurz vor 13 Uhr werden wir dann abgeholt und treffen uns im Massageraum wieder.

1776980299115.jpeg

1776980325798.jpeg

Nach der sehr guten Massage machen wir uns direkt auf in unser Zimmer, um zu duschen und die letzten Sachen zu packen. Anschließend geht es zum Check-out, wo wir noch unsere Rechnung begleichen.

Allgemein muss man sagen, dass das Fairmont mit den über Virtuoso enthaltenen Benefits ein top Preis-/Leistungsverhältnis bot.
Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass das Hotel schon sehr abgewohnt ist. Das hat sich aber nicht bestätigt und wir sind mit der Wahl vollkommen zufrieden.

Nach dem Check-out geht es direkt mit dem vorab bestellten Fahrer in gut 30 Minuten an den Airport.

Der Check-In ist schnell erledigt und so sitzen wir wenig später in der wohl schlechtesten Lounge, in der wir je waren.
Wir begnügen uns mit zwei Softdrinks und beobachten das wilde Treiben in dieser winzigen Lounge etwas.

1776980441314.jpeg

Auf das in der Mikrowelle aufgewärmte Hühnchen verzichten wir gerne.

1776980472563.jpeg

Leider kommt dann kurze Zeit später die Info, dass der Flug eineinhalb Stunden Verspätung hat. Wir vermuten die schlechte Sicht als Grund, da auch eine Vielzahl der anderen Flüge eine Verspätung zu haben scheinen. Bereits als wir uns im Hotel fertig gemacht hatten, fiel uns beim Blick aus dem Zimmer auf, dass sich der Himmel deutlich verdunkelt hatte und es extrem diesig wurde.

So ein Mist.

Aber es bleibt uns nicht viel übrig. Der Flughafen hat im Domestic-Bereich auch sonst nicht viel zu bieten. So bleiben wir in der Lounge sitzen und daddeln etwas am Handy. Irgendwann kommt dann erneut eine Meldung. Der Flieger ist nun doch pünktlich, allerdings hat sich das Gate geändert. Das soll uns recht sein.

Und so verlassen wir überpünktlich die Lounge, schlendern gemütlich noch etwas umher, ehe wir uns zu unserem Gate G32 aufmachen.

Dort angekommen herrscht leichtes Chaos. Hier sollen innerhalb von 30 Minuten drei Maschinen abgefertigt werden. Ein seit heute Mittag um 13:45 Uhr verspäteter Flug nach Sharm-El-Sheikh, unser Flug sowie ein weiterer Flug von Egyptair nach Assuan.

1776980579463.jpeg

Wir stellen uns in eine Ecke und beobachten das Treiben. S. fühlt sich sichtlich unwohl. Zum einen aufgrund des Chaos am Gate, zum anderen, weil sich der Himmel immer weiter verdunkelt hat.
Es scheint, als wenn ein Sandsturm über die Stadt und den Flughafen fegt. Ich nehme sie in den Arm und versuche ihr ihre Sorgen zu nehmen, was mir leider nicht wirklich gelingt.

Gegen 17:50 Uhr startet dann auch ein Boarding für einen Flug nach Assuan. Für welchen können wir nicht herausfinden. Und so stellen wir uns einfach mal an. Scheinbar sind wir richtig, einige andere Passagiere werden abgewiesen.

Der Bus, der uns an den Flieger bringt, ist am Ende dann auch nur mit rund 30 Personen gefüllt.
Viel mehr werden es auch nicht. Etwas später trifft nur noch ein weiterer Bus mit einer asiatischen Familie ein. Diese hat wohl nicht mitbekommen, dass der Flieger nun doch keine Verspätung mehr hat.

1776980636883.jpeg

Ansonsten gibt es wenig über den Flug zu berichten. Aufgrund des sehr geringen Aufpreises zum Zeitpunkt der Buchung (ich meine mich an 30-40€ zu erinnern) hatten wir uns trotz der kurzen Flugzeit für Plätze in der Business entschieden. Leider wurde der ursprüngliche A330 vor gut zwei Wochen durch eine B737 getauscht.

1776980672466.jpeg

Aber wir wollen uns nicht beschweren. Die Sitze sind bequem und bei der Flugzeit mehr als ausreichend. Dennoch wäre es schön, solche Sitze auch in Europa zu sehen.

Auf das Essen verzichten wir. Zu trinken wird neben der Flasche Wasser, welche sich beim Boarding bereits am Platz befand, nichts angeboten. Den Flug verbringt S. mit etwas Serie schauen, während ich lesen und ein paar dieser Zeilen schreibe.

Nach 1:06h landen wir dann mit nur 10 Minuten Verspätung in Assuan. Für die Business Class Gäste gibt es dann tatsächlich einen eigenen Bus für die paar Meter zum Terminal.
Leider lässt das Gepäck dann noch einige Zeit auf sich warten.

1776980763986.jpeg

Auch hier haben wir vor zwei Tagen noch einen Transfer für den Weg zu unserem Hotel gebucht.
Immer wieder hatte ich mal bei Uber die Verfügbarkeit am Airport in Assuan beobachtet und dabei festgestellt, dass die Verfügbarkeit nur selten gegeben ist.
Da wir aber auch keine Lust auf das Verhandlungsspiel nach Landung hatten, haben wir uns dann vorab für 12€ einen Transfer für die knapp 40-minütigen Fahrt zum Mövenpick Assuan gebucht.

Vor dem Terminal angekommen, können wir den Fahrer zunächst nicht direkt finden. Nach etwas umher schauen entdeckt S. den Fahrer dann aber quasi direkt vor unserer Nase.

Und so sitzen wir kurze Zeit später im Auto. Der Fahrer ist recht gesprächig, und so kommen wir dann nach einer kurzweiligen Fahrt gegen 21 Uhr am Bootsanleger des Hotels an. Bootsanleger? Richtig gelesen, denn das Hotel liegt auf der Elephantine Insel mitten im Nil.

Das Mövenpick Assuan war, um ehrlich zu sein nicht wirklich unser Favorit. Die Zimmer sahen in den Bewertungen bereits sehr abgewohnt und alt aus.
Viele Alternativen gab es zu unserem Buchungszeitraum aber auch nicht mehr. Das Sofitel Legend Old Cataract hätte uns zwar auch aufgrund der Geschichte gereizt, über 900€ pro Nacht waren es uns dann aber auch nicht wert. Und so wurde es am Ende dann eben das Mövenpick.

Die Überfahrt auf die Insel dauert nur 3-4 Minuten und um unser Gepäck wird sich gekümmert. Zwischen der Insel und dem Anleger in der Stadt besteht ein durchgängiger, kostenfreier Bootsshuttle.

Leider haben wir etwas Pech und kommen gerade mit einer Busladung einer betagten französischen Reisegruppe an.
Auf der Insel angekommen holt man uns und unser Gepäck mit einem Golfcart ab, um uns in die schätzungsweise 150 Meter entfernte Lobby zu bringen.
Dies weckt aber wohl Begehrlichkeiten bei den älteren Damen und Herren der Grande Nation.

Man diskutiert mit dem Hotelangestellten, der dann noch ein weiteres Golfcart bestellt. Irgendwas passt dann aber immer noch nicht.
Es wird mit Leidenschaft diskutiert und sich beschwert. Gerade als ich zu S. sage “komm lass laufen” geht es dann aber doch los und so stehen wir wenige Sekunden später in der Lobby für den Check-In.

Leider zieht sich auch dieser etwas in die Länge. Irgendwann schaffen wir es dann aber doch endlich auf unser Zimmer.
Dieses fällt dann auch wie erwartet aus. In die Jahre gekommen, die Sauberkeit ist so weit okay. Für den Preis ist es jedoch eigentlich unverschämt.
Man versucht hier wohl “das Pferd zu reiten, bis es tot umfällt”. Das ist auch im ganzen Hotel sichtbar. Man scheint hier einfach nichts mehr zu investieren. Lediglich die Gärten der Außenanlage sind echt schön und gepflegt.

Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben, hat sich dann doch ein ordentlicher Hunger bei uns breit gemacht. Aufgrund der Uhrzeit entscheiden wir uns daher direkt dazu im Hotel zu bleiben.

Zur Auswahl stehen der Room Service, das Buffet Restaurant sowie das Mezze Restaurant. Wir entscheiden uns für letzteres.
Beim Betreten fragen wir nach, ob wir noch etwas zu essen bekommen können. Offiziell schließt das Restaurant in einer Stunde und andere Gäste sind nicht mehr zu sehen.
Auch wenn der Kellner wohl bereits mit seinem Feierabend gerechnet hatte, bittet er uns freundlich Platz zu nehmen.
Wir entscheiden uns für eine gemischte Mezze Platte zur Vorspeise sowie zweimal die "Mixed Kofta" zum Hauptgang. Dazu eine 7Up für S. und eine Coke Zero für mich.

1776981080478.jpeg

1776981098748.jpeg

Während die Vorspeise uns nicht so ganz überzeugt, schmeckt uns der Hauptgang tatsächlich ganz gut. Am Ende erfüllt das Abendessen heute einfach mal seinen Zweck. Wir sind satt.

Zum nächsten Jahrestag reservieren wir dann wieder etwas Gemütlicheres für einen schönen Abend. 😃

Nach dem Essen geht es für uns direkt aufs Zimmer. Dort packen wir noch das Wichtigste aus, ehe wir müde ins Bett fallen.
 

schlepper

Erfahrenes Mitglied
31.08.2016
4.709
5.731
FRA
Danke schon mal für den Bericht, bin gern dabei.

Rund 50 Hektar umfasst das gesamte Areal des imposanten Neubaus, welcher erst im November 2025 die Toren öffnete.
Offiziell eröffnet, große Teile waren schon lange vorher besuchbar, ich war im Februar 2025 drin. Wurde hier an verschiedenen Stellen schon mehrmals thematisiert.
 
  • Like
Reaktionen: SDanie

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 5 - Assuan Teil 1

Heute steht wieder ein Tagesausflug an. Daher heißt es relativ früh raus aus den Federn und fertig machen. Der Blick von unserem Balkon macht auf jeden Fall Lust auf den Tag.

1777315587875.png

Gegen 7 Uhr sitzen wir dann beim Frühstück, welches um diese Uhrzeit noch recht dünn besucht ist. Zunächst schlendern wir eine Runde über das Frühstücksbuffet, um uns einen Überblick zu verschaffen. Direkt wird klar, dass die Speisen von der Qualität hier nicht mit dem Fairmont mithalten können.

1777315625393.png

Und so bleibt es bei einer Auswahl an Obst, etwas Süßem sowie einer kleinen Portion asiatischer Nudeln. Dazu gibt es Cappuccino und ein wenig zuckersüßen Orangensaft.

Anschließend machen wir uns im Zimmer noch schnell fertig, packen unsere sieben Sachen und laufen zum Bootsanleger, wo wir wieder auf die andere Seite des Nils übersetzen. Auf der anderen Seite warten schon unser Guide Yousry sowie der Fahrer für den Tag. Wir werden freundlich begrüßt und schon geht es los.

Unser erstes Ziel ist der Philae-Tempel. Auf dem Weg dorthin erzählt uns Y. einige interessante Fakten über Assuan.
Assuan ist die südlichste Großstadt Ägyptens und war schon im alten Ägypten ein wichtiger Grenz- und Handelsplatz. Viele der Obelisken und Kolossalstatuen in ganz Ägypten stammen aus den Granitsteinbrüchen rund um Assuan. Heute prägt neben dem Nil mit seinen kleinen Inseln und den traditionellen Feluken, vor allem der Hochdamm und der dadurch entstandene Nassersee das Stadtbild.

Y. kommt aus dem Schwärmen über „seine Stadt“ kaum heraus, gibt aber zu, dass das nur gilt, solange kein Sommer ist. Denn dann klettert das Thermometer tagsüber oft auf über 40 °C.

Nach gut 20 Minuten erreichen wir unser erstes Ziel des Tages: den Philae-Tempel, genauer gesagt erst einmal den Parkplatz, von dem aus Boote zur Tempelinsel ablegen. Um diese Uhrzeit ist hier noch wenig los, sodass wir direkt in ein kleines Boot einsteigen und nach etwa zehn Minuten Fahrt über den Nil am eigentlichen Tempel ankommen.

1777315741988.png

1777315759054.png

1777315777247.png

Der Philae-Tempel gehört zu den bekanntesten Tempelanlagen Oberägyptens und ist vor allem der Göttin Isis geweiht. Weil die ursprüngliche Anlage durch den Bau des Hochdamms im Wasser versunken wäre, wurde der größte Teil des Tempels Ende der 1970er auf die höher gelegene Insel Agilkia umgesetzt.

1777315794706.png

Gemütlich schlendern wir bei bestem Wetter durch die Anlage und über die Insel. Dabei bekommen wir von Y. einiges über Geschichte und Bedeutung der Anlage erzählt.

1777315835211.png

1777315849121.png

1777315868605.png

1777315896283.png

1777315908594.png

1777315920656.png

Nach gut einer Stunde sind wir wieder zurück am Bootsanleger, wo unser Boot auf uns wartet und uns über den Nil wieder zurück zu unserem Auto bringt.

1777315941855.png

1777315953365.png

Dort herrscht jetzt deutlich mehr Betrieb, Mehrere Besuchergruppen werden abgeladen, zwischen den Bootfahrern wird wild diskutiert und gestikuliert. Wir beobachten das Gewusel noch einen Moment, bis unser Fahrer uns wieder einsammelt und wir zum nächsten Ziel aufbrechen, dem neuen Staudamm von Assuan.

Unterwegs passieren wir zunächst den alten Damm sowie das ägyptisch-sowjetische Freundschaftsdenkmal, das eine Lotusblüte als Symbol der damaligen Zusammenarbeit darstellt. Y. zahlt noch unseren Eintritt (200 EGP p.P. ~3,25€) bevor wir mitten auf dem Assuan-Hochdamm anhalten.

1777315991235.png

Seit seinem Bau in den 1960er-Jahren reguliert dieser den Nil, schützt vor Hochwasser, speichert Wasser für Bewässerung und deckt heute etwa 10 % des ägyptischen Strombedarfs. Hinter dem Damm beginnt der Nassersee, der sich hunderte Kilometer bis in den Sudan erstreckt. Schiffe können den Hochdamm übrigens nicht passieren, da er keine Schleuse hat.

1777316022864.png

Wir machen ein paar Fotos und hören noch etwas über die Entstehung des Staudamms. Mehr gibt es hier allerdings auch nicht zu sehen und so geht es nach rund einer Viertelstunde weiter zu unserem nächsten Ziel, dem unvollendeten Obelisken.

Auf dem Weg dorthin passieren wir eine Polizeikontrolle in der Stadt, bei der unserer Fahrer an die Seite herausgezogen wird. Es wird kurz diskutiert und der Fahrer steigt aus. Als er auch nach einigen Minuten noch nicht zurück ist, steigt unser Guide Y. ebenfalls aus. Und schwupps, schon kann es weitergehen. Auf Nachfrage, was das Problem gewesen sei, erhalten wir die recht knappe Antwort, es habe sich nur um ein Missverständnis gehalten. Nunja, Hauptsache es kann weitergehen. 😃

Ohne weitere Vorkommnisse erreichen wir kurz darauf unser Ziel. Y. zahlt unseren Eintritt (220 EGP p.P. ~3,60€) und schon betreten wir die Anlage. Hier sind wir fast die einzigen. Nur ein weiteres Paar und ihr Guide begegnet uns in der gesamten Zeit.

1777316068665.png

Der Obelisk sollte einmal rund 41 Meter hoch werden und gilt als einer der größten jemals geplanten Obelisken. Wäre er fertiggestellt worden, hätte er schätzungsweise über 1.000 Tonnen gewogen. Doch während der Arbeiten entstand ein Riss im Granit, und so blieb das Monument im Felsen „stecken“. Hier bekommt man einen recht guten Eindruck davon, welcher Aufwand hinter den Obelisken steckte, die später Tempel und Plätze in ganz Ägypten (und inzwischen in der ganzen Welt) schmücken. Wahnsinn auch die Vorstellung, wie solch ein Ungetüm zur damaligen Zeit transportiert wurde.

1777316096429.jpeg

1777316107603.jpeg

1777316119241.jpeg

Nach gut einer halben Stunde verlassen wir das Areal dann wieder und steigen in das Auto, um zu unserer nächsten Station, einem Bootsanleger am Niel, aufzubrechen.
 
Zuletzt bearbeitet:

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 5- Assuan Teil 2

Am Bootsanleger angekommen telefoniert Y. kurz und ein paar Minuten später kommt eine Feluke angefahren und legt in zweiter Reihe an. Am Pier herrscht geschäftiges Treiben. Auch hier nutzen viele Einheimische die Tage rund um das Ende von Ramadan um Zeit mit der Familie und Freunden zu nutzen.

Um in unser Boot zu kommen, müssen wir dann erst einmal über ein anderes steigen, welches bis auf den letzten Platz mit Einheimischen besetzt ist. Wir tasten uns vorsichtig vor, balancieren zwischen den Menschen hindurch und versuchen dabei, niemandem auf Finger und Füße zu treten, bis wir unsere Feluke erreichen und Platz nehmen können. 😃

Es liegen heute deutlich weniger Schiffe an als bei Ankunft gestern Abend.
Generell sind wir aber erstaunt darüber, dass teilweise bis zu 5 Kreuzfahrtschiffe nebeneinander liegen.
Das passt ein bisschen zu Recherchen, die wir vorab machten und weshalb wir uns u.a. gegen eine Nilkreuzfahrt entschieden haben. Auch die Optik der heute anliegenden Schiffe kann uns nicht überzeugen. Insofern bereuen wir unsere Art der Rundreise noch weniger.

1777922985155.png

Vorbei an den Nilkreuzfahrtschiffen, suchen wir uns den Weg zum Botanischen Garten.

1777923014923.png

Auf dem Weg dorthin passieren wir zunächst noch unser Hotel sowie die Nekropole Qubbet el-Hawa, auf die wir von unserem Hotel aus blicken können. Dabei handelt es sich um Felsgräber, in denen vor allem mächtige Statthalter und Beamte aus dem Alten und Mittleren Reich bestattet wurden.

1777923041090.png

Nach gut 15 Minuten erreichen wir den Botanischen Garten von Assuan auf Kitcheners Island, westlich von Elephantine Island.

Der Botanische Garten ist in 27 Felder mit sich kreuzenden Wegen aufgeteilt und erinnert dadurch ein bisschen an ein Schachbrett. Neben heimischen Gewächsen wachsen hier auch zahlreiche exotische Pflanzen und Bäume von fünf Kontinenten.
Unser Guide führt uns zunächst ein bisschen durch die Anlage und erzählt etwas über die Historie und Entstehung des Gartens.

1777923079975.png

Anschließend haben wir ein bisschen Zeit für uns. Wir verabreden uns für eine Dreiviertelstunde später am südlichen Ende der Insel, wo er uns wieder einsammeln will.
Wir schlendern zunächst etwas umher und setzen uns dann gemütlich auf eine Bank und genießen den Ausblick auf den Nil. Überall inmitten der Anlange sitzen viele Einheimische auf Decken und lassen es sich bei Snacks und Getränken gutgehen.

1777923111145.jpeg

Als wir Y. am Ende des Gartens wieder treffen, möchte er uns noch eine Mimose zeigen, und wie diese ihre Blätter bei Berührung sofort zusammenzieht.

Zurück im Boot beginnt eine wunderschöne Fahrt über den Nil und durch das Schutzgebiet Salouga und Ghazal.

1777923155749.jpeg

1777923168965.jpeg

Das Schutzgebiet beeindruckt mit seiner unberührten Natur und spiegelt vermutlich genau das wider, was man sich eigentlich unter einer romantischen Nilkreuzfahrt vorstellt. Zwischen Granitfelsen, Palmen, exotischen Vögeln und Papyrus Pflanzen wirkt die Landschaft wie eine kleine, verborgene Oase. Dazu das Farbspiel zwischen blauem Himmel, gelben Wüstensand und der grünen Vegetation runden das Bild der perfekten Nilkreuzfahrt ab. Und wir sind hier weitestgehend allein unterwegs, sodass wir das tolle Ambiente im angenehmen Fahrtwind voll und ganz genießen können.

1777923189474.jpeg

1777923201084.jpeg

Als nächstes halten wir in einem nubischen Dorf und besuchen eine Familie.

1777923284192.jpeg

Für uns ist das ehrlich gesagt so ein typisches „Touri-Ding“, bei welchem wir uns von Anfang an nicht ganz wohlfühlen. Bei fremden Menschen ins Haus zu gehen, während gleichzeitig klar ist, dass das Ganze Teil eines touristischen Ablaufs ist, ist einfach nicht unsers.

Wir bekommen Pfefferminztee angeboten, was grundsätzlich eine schöne Geste ist – trotzdem bleibt ein Gefühl von "zur Schau stellen".

1777923327684.jpeg

Was es nicht besser macht: uns wird sogar das Schlafzimmer der Frau gezeigt, die dort lebt. Spätestens da wird es für uns wirklich unangenehm, weil es sich sehr nach einem Eingriff in die Privatsphäre anfühlt.

Im nur teilweise überdachten Haus werden Krokodile gehalten, die selbstverständlich ebenfalls präsentiert werden. Um ihre Gefährlichkeit zu demonstrieren, wird eines der Tiere mit einem Stock gereizt, damit es danach schnappt. Was beeindrucken soll, wirkt auf uns nur befremdlich und hinterlässt bei uns einen faden Beigeschmack. Wir lernen für die Zukunft daraus, solch eine Art von Besuchen in Zukunft doch direkt bestimmt abzulehnen.

1777923438269.jpeg

Am Ende laufen wir durch das Dorf zurück zum Bootsanleger. Das Dorf selbst entspricht leider genau dem Bild, das man inzwischen von vielen solchen Orten kennt: ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten, alles ist gefühlt ausschließlich auf Besucher ausgelegt. Die Authentizität eines echten nubischen Dorfes sucht man hier eher vergebens.

Trotzdem, die Fahrt dorthin und die Landschaft bleiben positiv in Erinnerung. Und genau das ist vielleicht auch die Essenz dieser Reise. Es gibt viele kleine Momente, die sich echt und besonders anfühlen, und andere, die einen eher kritisch zurücklassen und aufzeigen, dass man doch einfach eben nur Tourist ist.

Gegen 13:50 Uhr werden wir von unserer Feluke an einem südlichen Anleger wieder eingesammelt und wir treten gemächlich unsere Rückreise über den Nil an.
Vorbei am Sofitel Legend Old Cataract, dem legendären Hotel im viktorianischen Stil, das u.a. von Agatha Christie und ihrem "Tod auf dem Nil" bekannt wurde, steuern wir schließlich den Bootsanleger unseres Hotels an. Dort werden wir abgesetzt, verabreden uns mit Y. für den nächsten Morgen um 7:15 Uhr.

Wir legen im Zimmer kurz unsere Sachen ab und entscheiden uns nochmal auf die Terrasse zu gehen.
Von dort beobachten wir, wie die letzten Schiffe ablegen und Kurs Richtung Luxor nehmen. Sieht schon lustig aus, wie sich ein Schiff hinter das andere reiht, fast wie auf einer Perlenkette aufgereiht.

Wir bestellen einen Caffè Latte für S. und einen Cappuccino für mich, spielen die ein oder andere Runde Rummykub und genießen einfach die angenehmen Temperaturen und den schönen Blick auf den Nil.

1777923540673.jpeg

Für heute Abend haben wir uns vorgenommen außerhalb des Hotels essen zu gehen. Auf Elephantine Island gibt es mehrere gut bewertete Restaurants. Am Ende entscheiden wir uns für das Restaurant "Jamaica King", welches S. bereits im Vorfeld herausgesucht hatte.

Da unsere letzte Mahlzeit das doch sehr schmale Frühstück war, haben wir mittlerweile guten Appetit. Laut Google Maps ist das Restaurant nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Also machen wir uns auf dem Weg. Dieser bringt uns allerdings nur bis zu einer Hotelmauer. Wir suchen uns einen anderen Weg, aber auch hier scheitern wir am Ende an der Mauer, die wohl das gesamte Hotel umgibt. Als wir schon kurz davor sind genervt aufzugeben und doch wieder im Hotel zu essen, entdecken wir in Ufernähe ein Tor mit einem Security-Mann. Wir zeigen ihm unser Ziel und mit seinem gebrochenen Englisch erklärt er uns, dass wir hier durch das Tor können, dann durch ein anderes Restaurant laufen müssen, welches in der Ferne schon erkennbar ist und uns dann einen Weg durch die "Straßen" suchen müssen.

Und so bahnen wir uns den Weg durch ein wohl echtes nubisches Dorf. Das wirkt hier schon sehr wild. Vieles ist heruntergekommen, in den Seitenstraßen ist alles voller Müll und viele Menschen sitzen nichts tuend in den Gassen. Diese scheint es aber auch überhaupt nicht zu interessieren, ob wir hier herumlaufen. Wir werden eigentlich ziemlich ignoriert, sind also scheinbar nicht die ersten, die sich hier ihren Weg bahnen.

1777923620902.jpeg

S. fühlt sich ein bisschen unwohl in der Gegend, u.a. auch weil sich zwei Hunde an unsere Fersen gesetzt haben und uns ein gutes Stück verfolgen.
Nach knapp 10 Minuten haben wir uns Ziel dann aber erreicht. ;)

Das Restaurant ist proppenvoll. Wir müssen ein paar Minuten warten. Da alle Tische besetzt sind, wird uns kurzerhand einfach ein Tisch an einer noch freien Stelle aufgebaut.

Wir bestellen uns eine Hühnchen Tajine sowie die Mixed BBQ Platte, die wir uns teilen möchten. Beide Hauptspeisen werden mit Salat, Reis und Brot serviert. Während wir warten, beobachten wir das bunte Treiben um uns herum. Viele Einheimische sitzen zusammen, es ist wuselig und deutlich voller als erwartet.

1777923842367.jpeg

Einer der Kellner kommt zwischendurch nochmal vorbei und entschuldigt sich bei uns, dass er uns anfangs nicht richtig begrüßt hätte. Durch das Ende des Ramadans sei einfach extrem viel los.
Das Essen lässt auch etwas auf sich warten, was aber auch so in der Karte angekündigt ist, da alles frisch zubereitet wird. Es soll uns trotz unseres Hungers Recht sein. Wir lassen den Tag nochmal Revue passieren und beobachten das Treiben.

Als das Essen kommt, stellt sich zudem schnell heraus, dass sich das Warten absolut gelohnt hat. Besonders die roten Bohnen als Beilage sind eine kleine Überraschung und insgesamt schmeckt alles wirklich sehr gut. Zudem ist der Preis mit insgesamt 16€ ebenfalls eine absolut top.

1777923899847.jpeg

On top haben wir einen perfekten Blick auf den Nil und die Stadt.

Wir sehen immer wieder ein kleines Boot mit der Aufschrift Jamaica King auf die andere Nil-Seite fahren und fragen uns, ob es sich hierbei wohl um ein restauranteigenes Shuttleboot handelt.

Beim Bezahlen fragen wir deshalb einfach nach dem schnellsten und einfachsten Weg zurück zum Hotel.
Am Ende gibt es drei Möglichkeiten. Entweder wieder zurücklaufen, sich ein Privatboot nehmen, was für die paar Meter aber 400 ägyptische Pfund (also umgerechnet rund 7€) kosten soll, oder wir können mit dem restauranteigenen Shuttleboot zur gegenüberliegenden Seite fahren, die Hauptstraße zurück zu unserem Bootsanleger laufen und wieder übersetzen.

Wir entscheiden uns für die letzte Variante.

1777923942696.png

Auf der Stadtseite angekommen laufen wir bis zum Mövenpick Bootsanleger. Es ist einiges los, viele junge Leute sind unterwegs, machen Fotos und scheinen den Abend ebenfalls zu genießen.

Am hoteleigenen Bootsanleger angekommen müssen wir nicht lange warten, bis wir als einzige Gäste einsteigen und übersetzen.

Im Hotel angekommen geht’s direkt aufs Zimmer. Während S. noch schnell unter die Dusche springt, packe ich ein bisschen für die Weiterreise zusammen. Im Bett schreiben wir noch etwas Reisebericht, bevor ein weiterer ereignisreicher Tag zu Ende geht.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 6 - Von Assuan nach Luxor

Es ist 6:25 Uhr als wir uns auf den Weg zum Frühstück machen. Mit Yousry sind wir für viertel nach sieben am Bootsanleger verabredet.
Da das Frühstück erst um 6:30 Uhr öffnet, sind wir somit mit die Ersten, die sich überpünktlich am Buffet bedienen.

Während S. sich an einer Zimtschnecke, einem Schoko-Croissant und etwas Joghurt mit Obstsalat bedient, gibt es für mich wieder Falafel, etwas Salat und zum Nachtisch ebenfalls eine Zimtschnecke. Dazu gibt es je einen Cappuccino.

1778097176949.png

1778097198033.png

1778097218364.png

1778097233240.png

Gegen 6:45 Uhr sind wir bereits wieder auf dem Zimmer und packen die letzten Sachen zusammen. Bevor wir das Zimmer verlassen, machen wir noch Bilder vom Zimmer, weil wir dies mit Ankunft irgendwie vergessen haben.

1778097257206.png

1778097270993.jpeg

1778097287271.jpeg

1778097299513.jpeg

Der Check-out verläuft schnell und reibungslos. So sitzen wir pünktlich mit unseren Koffern im Boot zur anderen Seite.

Unser Fazit zum Hotel Mövenpick Assuan:​
Es ist definitiv kein 5* Hotel. Vermutlich treffen 3* besser zu. Selbst der "neuere" Teil der Anlage ist schon ordentlich in die Jahre gekommen.​
1778097360390.jpeg
Der Service ist ebenfalls stark verbesserungsfähig. Die Sauberkeit im Zimmer war in Ordnung, in den allgemeinen Bereichen teilweise echt mangelhaft. So zieren alle Gänge Blumenkästen, die in etwa so aussehen.​
1778097382952.jpeg
Für die zwei Nächte war es okay. Preis/Leistung stimmen hier aber nicht.​
Am Bootsanleger empfängt uns Yousry wieder mit dem gleichen Fahrer wie gestern. Dieses Mal jedoch in einem kleineren Auto.
Wir fahren los und machen noch einen kurzen Zwischenstopp, um eine Art Passierschein für die vor uns liegende Strecke zu erhalten.

Nach gut einer Stunde Fahrt, in der wir immer mal wieder minutenweise weggedöst sind, erreichen wir unser erstes Ziel für heute. Den Doppeltempel von Kom Ombo, etwa 50 Kilometer nördlich von Assuan.
Wir betreten das modern gestaltete Areal, werden allerdings leider erstmal von herumfliegendem Müll begrüßt.

1778097437220.jpeg

Der Tempel entstand zur Ptolemäerzeit (332 v. Chr. bis 30 v. Chr.), und war damals ein wichtiges Verwaltungszentrum. Er gehört zu den schönsten Sakralbauten aus der ptolemäisch-römischen Epoche Ägyptens.
Anders als die meisten altägyptischen Heiligtümer war der Tempel von Kom Ombo zwei Gottheiten geweiht, nämlich dem krokodilgestaltigen Gott Sobek, der als Herrscher über das Wasser und die Fruchtbarkeit verehrt wurde, und dem falkenköpfigen Gott Haroeris, einer Erscheinungsform des Gottes Horus.

Und so ist dieser Doppeltempel auch architektonisch einmalig. Die beiden Hälften sind symmetrisch gebaut und gespiegelt, für je eine Gottheit.

1778097473744.jpeg

1778097494684.jpeg

1778097511521.jpeg

1778097526156.jpeg

1778097541066.jpeg

Wir bekommen von unserem Guide Yousri wieder einiges erklärt. Und wir sind ehrlich… es ist manchmal gar nicht so einfach zu folgen. Denn zu oft hat man das Gefühl, dass die Geschichten zwischen Götterglauben und tatsächlicher Geschichte verschwimmen. Wobei es mir wohl noch etwas leichter fällt als S. dem Ganzen zu folgen. Ich lese nämlich gerade das Buch "Aufstieg und Fall des alten Ägypten" und habe dadurch schon eine gewisse "Grundlage".

Richtung Ausgang befindet sich dann noch das Krokodilmuseum.
Rund um das Areal des Tempels hat man unzählige mumifizierte Krokodile ausgegraben. Das eher überschaubare Museum beherbergt eine Sammlung dieser einbalsamierten Krokodile.

1778097597876.jpeg

1778097618958.jpeg

Nach gut 10 Minuten sind wir hier aber durch. Bevor wir losfahren, machen wir noch einen kurzen Halt an den Toiletten.

Eine ältere Dame wedelt mit ihrer Rolle Klopapier. Als wir dankend ablehnen, wird sie laut und schimpft direkt sehr energisch irgendwas auf arabisch vor sich hin. Mittlerweile haben wir den Trick verstanden. Auf den Toiletten gibt es selten bis nie Klopapier. Man erhält dieses grundsätzlich nur gegen etwas Kleingeld. Da wir beide kein Bargeld einstecken haben, reicht S. auch eines unserer Taschentücher.
Auch beim Rausgehen flucht uns die Dame an und spuckt demonstrativ auf den Boden. Wir ignorieren es jedoch und laufen zurück zu Yousri.

Bitte nicht falsch verstehen: wir geben auch hier in der Regel immer etwas Geld. Inzwischen fühlen wir uns hier in Ägypten aber wie ein herumlaufendes Portemonnaie, an dem sich jeder bedienen will. Und wenn ein "Trinkgeld" dann so vehement eingefordert wird, sorgt das bei uns eher dafür, dass wir geneigt dazu sind nichts zu geben. Ganz davon abgesehen, dass wir in diesem Moment tatsächlich nichts einstecken hatten.

Gegen 9:45 Uhr verlassen wir Kom Ombo wieder und fahren weiter zum Tempel von Edfu. Bis dahin sind es jetzt nochmal gute zwei Stunden Fahrt am Nil entlang.
Im Ort Kom Ombo halten wir nochmal kurz und Y. kauft uns Vieren Wasser sowie Schokoriegel. Das kalte Getränk tut echt gut. Es ist schon ordentlich heiß geworden heute, zumindest in der Sonne merkt man die Hitze eindeutig.

Die Fahrt selbst ist tatsächlich recht spannend. Man sieht hier etwas vom "echten" Ägypten, dass mit den Orten am Roten Meer und rund um die Hauptsehenswürdigkeiten vermutlich wenig gemeinsam hat.

Generell haben wir uns Ägypten doch etwas fortschrittlicher oder westlicher vorgestellt. Man sieht viele Eselkarren und Pferdekutschen. Das Hauptverkehrsmittel ist das Tuk-tuk. Das ist in touristischen Zentren wie Assuan weniger stark ausgeprägt, gibt es aber auch dort.

Das größte Problem sehen wir tatsächlich beim Müll. Hier scheint es für dieses Thema noch kein Gefühl, vielleicht auch keine Bildung zu geben. Man lässt seinen Müll einfach fallen, auch wenn 5 Meter nebenan eine Mülltonne steht.
Wir empfinden es stellenweise schmutziger und abgefuckter als in Indien. Und das soll schon was zu heißen haben. In Assuan heute Morgen waren alle Parkflächen komplett zugemüllt, nachdem gestern Abend viele Menschen noch den Feiertag mit einem ausgiebigen Picknick zelebrierten.

Gegen 11:30 Uhr erreichen wir dann den Tempel von Edfu.
Der rund zweitausend Jahre alte Horustempel gehört zu den besterhaltenen Tempeln Ägyptens. Er misst in etwa 137 m in der Länge von Süd nach Nord und rund 80 m in der Breite. Der Eingangspylon ist ca. 36 m hoch.

1778097689294.jpeg

Im alten Ägypten zählte Horus zu den herausragenden Gottheiten und verkörperte Herrschaft, Schutz und Gleichgewicht. Besonders bekannt ist die Geschichte seines Konflikts mit Seth, dem Gott der Wüste, des Chaos und der Stürme. Der Tempel in Edfu war Horus geweiht und steht sinnbildlich für den Triumph von Ordnung über Chaos.

1778097709948.jpeg

1778097728612.jpeg

1778097742091.jpeg

1778097755799.jpeg

1778097774643.jpeg

1778097787589.jpeg

1778097798675.jpeg

1778097812557.jpeg

Wir spazieren wieder gemütlich durch die Anlage während Y. uns einiges zur Geschichte erzählt sowie die Bedeutung einiger der Reliefs und Hieroglyphen erklärt. Nach einer guten Stunde sind wir mit der Tour durch. Wir nutzen nochmal die Toilettenanlagen, ehe wir die restliche Fahrt nach Luxor antreten.

Am Stadtrand setzen wir noch Yousri ab, der uns hier verlässt, um mit dem Zug zurück nach Assuan zu fahren.

Für den Weg nach Luxor gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder durch viele kleine Ortschaften mit unzähligen Speedbumps oder eine scheinbar recht neue Schnellstrecke mitten durch karges, trockenes Land. Der Fahrer erkundigt sich bei uns, welche Strecke uns lieber sei. Da wir nicht fahren müssen, überlassen wir ihm die Entscheidung. Er entscheidet sich für die Route "durch die Wüste".

Das soll uns schlussendlich auch recht sein. Denn in den Ortschaften, durch die wir bisher gefahren sind, gibt es alle paar Hundert Meter recht hohe Bremsschwellen, sodass der Fahrer immer wieder abbremsen und vorsichtig drüberfahren muss. Unser Guide in Luxor erzählt uns am nächsten Tag, dass er sich zwischen Edfu und Kom Ombo mal den Spaß gemacht hat und mitzählte: 120 Schwellen auf einer Strecke von 69 km.

Die Strecke selbst ist dann aber tatsächlich sehr karg. Zu sehen gibt es selten etwas Spannendes.

1778097876284.jpeg

Um 15:20 Uhr kommen wir dann im Steigenberger Nile Palace in Luxor an. Wir verabschieden uns von dem Fahrer, bedanken uns mit einem Trinkgeld und wünschen ihm eine gute Heimfahrt. Er muss nun die gesamte Strecke nach Assuan noch zurückfahren.

Am Check-in werden wir freundlich empfangen. Jedoch müssen wir noch rund 10 Minuten auf unsere Zimmerkarten warten, da das Gerät zum Codieren gerade nicht funktioniert.

1778097907908.jpeg

Kurze Zeit später betreten wir unser Zimmer für die nächsten drei Nächte. Wir haben ein Zimmer mit "Full Nile View" gebucht. Das Zimmer überrascht von der Größe.

1778097927565.jpeg

1778097945259.jpeg

Optisch ist es in Ordnung, wirkt augenscheinlich modern. Auf den zweiten Blick ist es eher wie erwartet. Bereits etwas älter und abgewohnt. Es ist jedoch tadellos sauber und auch das Bett ist bequem. Und der Ausblick kann wirklich überzeugen. :)

Nachdem wir das Nötigste ausgeräumt haben, entscheiden wir uns dazu einen Kaffee im Innenhof des Hotels zu trinken. Und so sitzen wir kurze Zeit später bei wirklich angenehmen Temperaturen dort mit einem Vanille-Milchshake für S. und einem Cappuccino für mich.

1778097978032.jpeg

Auf dem Weg zurück ins Zimmer machen wir noch einen kleinen Schlenker über den Pool.

1778097999582.jpeg

1778098011532.jpeg

Auf dem Zimmer entspannen wir noch ein bisschen, schreiben etwas am Reisebericht und daddeln kurz am Handy, bevor wir den Sonnenuntergang von unserem Balkon aus verfolgen.

1778098034683.jpeg

1778098048744.jpeg

Gegen kurz nach 18 Uhr sitzen wir im hoteleigenen Restaurant "Casa di Napoli". Das Hotel hat insgesamt vier Restaurants: eins mit regionaler Küche, ein italienisches und ein asiatisches Restaurant. Dazu noch ein Buffetrestaurant für die Gäste mit gebuchter Halbpension.

Im Vorhinein stand schon die Wahl zwischen italienisch oder asiatisch und so trifft S. am Ende die Entscheidung für das Casa di Napoli. Wir bekommen einen Platz mit direktem Blick in den Innenhof.

1778098076260.jpeg

Wir bestellen uns die Linguine Alfredo zur Vorspeise und danach je eine Pizza. Zu Beginn bekommen wir noch etwas Brot mit einem Tomaten-Feta Dip. Und wir müssen sagen, wir sind mehr als positiv überrascht. Die Pasta ist wirklich sehr lecker und auch die Pizzen können überzeugen. Das hatten wir so eher nicht erwartet, um ehrlich zu sein.

1778098098872.jpeg

1778098113542.jpeg

1778098126030.jpeg

Leider waren nach dem ganzen Tag die Augen wohl etwas größer als der Magen. 😅
S. muss einen Teil des Randes ihrer Pizza liegen lassen und auch ich bin anschließend pappsatt.

Wir erzählen noch gemütlich, u.a. über den erneuten Sieg unserer Mannschaft gegen die Eintracht (es scheint Glück zu bringen, wenn wir bei diesem Spiel auf Reisen sind) und die ersten Prognosen der heutigen Landtagswahl, bevor wir gegen 20:30 Uhr zurück aufs Zimmer gehen.

Um kurz nach zehn sind wir beide k.o. und schlafen trotz etwas lauterer Zimmernachbarn über uns direkt ein.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 7 - Luxor

War das eine lange und erholsame Nacht. Wir haben fast 10 Stunden geschlafen und haben heute Morgen überhaupt keine Eile aus dem Bett zu kommen. Und so ist es am Ende bereits 9:45 Uhr als wir uns im Außenbereich des Hotels zum Frühstücken setzen.

1778265310598.png

Wir bestellen wieder einen Cappuccino sowie einen Caffe Latte und gehen nacheinander ans Buffet. Um uns herum lauern schon die kleinen Spatzen und wir vermuten, dass es keine gute Idee ist, Essen hier unbewacht stehen zu lassen.

Die Auswahl am Buffet ist in unseren Augen riesig. In den Google Bewertungen kommt die Auswahl nicht immer so gut weg, was wir aber nicht bestätigen können.

1778265351066.png

S. startet wieder süß mit Milchreis und Obstsalat sowie einem süßen Teilchen mit Pistaziencreme, während ich mir an der Eierstation ein Omelette zubereiten lasse und diverse orientalische Dips und etwas Brot dazu hole.

Gegen 10:30 Uhr gehen wir zurück aufs Zimmer. Heute startet unser Programm erst um 15 Uhr, d.h. wir haben jetzt noch mehr als ausreichend Zeit. Ich hatte gestern noch kurz überlegt irgendwas selbst zu organisieren. S. hat mich dann aber dazu überredet einfach mal abzuwarten, nach was uns die Lust steht. Jetzt ist klar, wir brauchen bis 15 Uhr kein anderes Programm mehr.

Wir entscheiden uns eine Runde an den Pool zu gehen. Und so suchen wir uns zwei Liegen ohne Nachbarn drumherum.

Soooo warm ist es heute zum Glück auch nicht. Es ist zunächst noch bewölkt und diesig, die Sonne drückt sich im Laufe der Zeit aber immer öfter durch die Wolken.

Gegen halb eins wird es uns dann doch zu heiß und wir gehen zurück ins klimatisierte Zimmer. Bevor wir das Haus verlassen, möchte ich zumindest auch noch duschen gehen. Bevor ich mich aber auf den Weg ins Bad mache, lege ich mich nochmal kurz mit Handy in der Hand ins Bett. Und… :) natürlich döse ich weg.

Pünktlich um 15 Uhr erwartet uns an der Rezeption unser neuer Guide Timo. Das ist natürlich nicht sein richtiger Name. 😃
Da sein eigentlicher Name allerdings schwer auszusprechen ist, macht er es seinen deutschen Gästen damit definitiv einfacher.

Vor dem Hotel wartet auch noch unser Fahrer für den heutigen Nachmittag. Unser erstes Ziel ist der Karnak Tempel.

Der Tempel ist der imposanteste aller noch erhaltenen ägyptischen Tempel aus der Zeit des Alten Reiches.
Es handelt sich jedoch nicht um einen Tempel im klassischen Sinn, sondern um eine Ansammlung verschiedener, aneinander gebauter Sakralbauten. Zu den bedeutendsten Bereichen des Tempels zählt der große Säulensaal, der einen Raum von der Größe des Kölner Doms umfasst. Die 134 Säulen in 16 Reihen auf einer Fläche von 5.408m2 bilden eines der großartigsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte.

1778265512629.png

1778265537851.png

1778265566575.png

1778265591627.png

1778265621640.png

T. zeigt uns die Highlights des Tempels und erklärt uns alles super. Wie er erklärt, ist spannend, es gibt einen roten Faden und seine Art ist einfach super locker. Er ist mit Abstand der beste Guide von den Dreien, die wir bisher hatten, auch, was seine Deutschkenntnisse angeht. Er spricht fließend Deutsch und das auch ohne je einmal Deutschland besucht zu haben.

1778265664395.png

1778265687389.png

1778265709114.png

1778265733745.png

1778265757075.png

Wir haben am Ende nochmal gute 25 Minuten, um den Tempel allein zu besichtigen. Uns hat am meisten die Säulenhalle imponiert und so verbringen wir einen Großteil der Zeit nochmal dort. Uns erstaunt es immer wieder, wenn so wie hier, an den Säulen zum Teil noch die Originalfarbe sehr deutlich zu sehen ist.

1778265788006.jpeg

1778265810010.jpeg

Anschließend treffen wir uns mit Timo wieder am vereinbarten Treffpunkt und laufen zurück zum Auto.

Als Nächstes fahren wir zum Luxor Tempel, der abends beleuchtet wird und so besonders beeindruckend sein soll. Das ist auch der Grund für den recht späten Start unserer Tour heute. Da der Karank Tempel bereits um 17 Uhr schließt, der Luxor Tempel allerdings bis 20 Uhr geöffnet hat, macht ein früherer Start nur bedingt Sinn, wenn man den Luxor Tempel beleuchtet erleben möchte.

Über die berühmte 2,7km lange Sphinx-Allee sind der Karnak und der Luxor Tempel miteinander verbunden.
Man kann den Weg wohl auch laufen, da wir den Luxor Tempel aber auch noch im Hellen besuchen möchten, fahren wir die kurze Strecke hinüber.

Allerdings machen wir zuvor noch einen kurzen Stopp im Papyrusmuseum. Uns wird ca. 5 Minuten gezeigt und erklärt, wie man aus der Pflanze Papier herstellt. Tatsächlich mal ganz interessant. Allerdings handelt es sich bei dem "Museum" eher um einen Verkaufsraum als um ein echtes Museum. Wir haben kein Interesse an einem der angebotenen Bilder und machen uns somit mit einem Trinkgeld recht schnell wieder auf den Weg. In Luxor gibt es wohl ganz viele dieser Papyrusmuseen. 😃

Es ist mittlerweile 17:30 Uhr als wir den Parkplatz des Luxor Tempels erreichen. Und dieser ist gerammelt voll.

Wir empfanden den Karnak Tempel schon als sehr überlaufen, aber das hier übertrifft das zuvor Gesehene. Da waren wir von den letzten Tagen wohl ziemlich verwöhnt, was die Anzahl anderer Besucher betrifft.

Der Luxor-Tempel ist neben dem Karnak Tempel eine der sehenswertesten Heiligtümer in Ägypten und gehört seit 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Zwei rund 15 Meter hohe Statuen von Ramses II. und ein 25 Meter hoher Obelisk flankieren den Eingang. Der zweite Obelisk, der hier genau gegenüber einmal stand, befindet sich heute in Paris auf dem Place de la Concorde.

1778265903337.jpeg

1778265926697.jpeg

Im Inneren öffnet sich ein Hof mit papyrusförmigen Säulen, deren Inschriften Amun und die Feldzüge des Pharaos thematisieren.

1778265955270.jpeg

Besonders beeindruckend sind die beiden Statuen vom Ramses II., die zwar seinen Namen tragen, zum Teil aber von einem anderen König stammen.

1778265989274.jpeg

1778266007423.jpeg

1778266033559.jpeg

Die Lichtstimmung bei Dämmerung ist wirklich schön. Gegen Ende der Führung ist es dann auch dunkel geworden und alles wird schön bestrahlt. Kein Wunder also, dass wir nicht die einzigen sind, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen möchten.

1778266065874.jpeg

1778266084835.jpeg

1778266104342.jpeg

1778266124760.jpeg

1778266146692.jpeg

1778266168006.jpeg

1778266187588.jpeg

Wir verabreden uns wieder für in einer halben Stunde mit T. am Eingang und schlendern nochmal zu den für uns schönsten Orten innerhalb der Anlage. Zum Abschluss laufen wir noch ein paar Meter die ebenfalls beleuchtete Sphinx-Allee entlang.

1778266243386.png

1778266261937.jpeg

1778266280863.png

Die Straße wurde vor etwa 3.400 Jahren gebaut. Sie ist rund 2,7 Kilometer lang und von mehr als 1.300 Sphingen mit Menschen- und Widderköpfen gesäumt. Lange Zeit waren diese unter Sand und Nilschlamm begraben, bis sie 1949 wiederentdeckt wurden. In den Jahren danach fand man weitere Teile. Bis heute wurden etwa 300 Statuen gut erhalten ausgegraben. Die Allee selbst gibt es erst seit 2021 und zählt daher noch zu den neueren Sehenswürdigkeiten in Luxor.

1778266313273.jpeg

1778266334974.jpeg

Hinter einer ausgestellten Königs-Barke stehen zwei Security Männer, die die Strecke bis dahin abzustecken scheinen. Apropos stecken, sie stecken sich wohl auch gerne etwas Trinkgeld ein. Dann darf man auch weiterlaufen oder sie machen ein Bild von den Gästen.

Wir haben, wie bereits erwähnt, generell das Gefühl, dass alle Touristen hier als Gelddruckmaschinen angesehen werden. Für alles ist ein Trinkgeld gewünscht. Uns stört das eigentlich nicht, nervig ist es manchmal jedoch dennoch. Generell waren die Erzählungen und Erfahrungsberichte aber deutlich schlimmer, als das, was wir erleben. Wenn wir freundlich nein sagen, wird das akzeptiert. Es gibt kein lästiges Hinterherrennen oder penetrantes Belästigen. Ob es daran liegt, dass wir mit einem einheimischen Guide unterwegs sind, können wir nicht beurteilen. Schaden wird es sicherlich nicht ;)

1778266384587.jpeg

1778266402421.png

Gegen 19:15 Uhr beenden wir unsere heutige Nachmittagstour und werden kurze Zeit später am Hotel abgesetzt. Wir zahlen noch eben schnell die vereinbarten 80€ pro Person und verabschieden uns bis morgen.

Wir hatten Timo noch nach Restaurant-Empfehlungen in Hotelnähe befragt, da wir heute mal wieder außerhalb des Hotels essen wollen. Aber irgendwie fühle ich mich heute nicht so hundertprozentig und T. empfiehlt uns tatsächlich eines der Hotelrestaurant. Da es mittlerweile auch schon wieder nach halb 8 ist, scheint es uns das Bequemste zu sein, erneut in einem der Hotelrestaurants schnell etwas zu Abend zu essen. Wir entscheiden uns für das libanesische Restaurant "el Tarboush" und bekommen einen schönen Zweiertisch.

Wir bestellen uns zur Vorspeise eine Mixed Hot Mezze Platte. Zum Hauptgang entscheidet S. sich für ein Chicken Shawarma Sandwich. Für mich gibt es Köfte.

1778266436018.jpeg

1778266458560.jpeg

1778266496157.jpeg

Geschmacklich ist meins echt ganz lecker, allerdings ist das Fleisch schon etwas trocken. S. hingegen ist mit ihrer Wahl sehr zufrieden.

Relativ direkt nach dem Essen lassen wir uns die Rechnung bringen. Wir zahlen in etwa 30€ und gehen zurück aufs Zimmer, wo wir uns direkt bettfertig machen, denn morgen Früh klingelt der Wecker wieder beizeiten.
 

MagicBerlin

Aktives Mitglied
28.02.2023
176
279
Berlin / Transsilvanien
Wir haben, wie bereits erwähnt, generell das Gefühl, dass alle Touristen hier als Gelddruckmaschinen angesehen werden. Für alles ist ein Trinkgeld gewünscht. Uns stört das eigentlich nicht, nervig ist es manchmal jedoch dennoch. Generell waren die Erzählungen und Erfahrungsberichte aber deutlich schlimmer, als das, was wir erleben. Wenn wir freundlich nein sagen, wird das akzeptiert. Es gibt kein lästiges Hinterherrennen oder penetrantes Belästigen. Ob es daran liegt, dass wir mit einem einheimischen Guide unterwegs sind, können wir nicht beurteilen. Schaden wird es sicherlich nicht ;)


Das übertriebene „Melken der Touristen„ war wohl auch schon Thema in der ägyptischen Presse. Dort wurde empfohlen es nicht zu übertreiben, um den stark negativen Eindruck bei den Touris zu vermeiden.

Hat aber nicht überall etwas gebracht. Auf dem Pyramids Plateau und im GEM fand ich angenehm, während es im alten ägyptischen Museum und in den Moscheen in Kairo wiederum sehr nervig war. (März 2026)
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 8 - Luxor

Heute Morgen klingelt der Wecker wieder etwas früher um 6 Uhr. Die Nacht war recht erholsam, wenn auch S. bereits seit 4:30 Uhr immer mal wach war, weil sie von irgendwoher Musik gehört hat.

1778331454806.jpeg

Wir machen uns fertig und sitzen um 6:45 Uhr beim Frühstück. S. startet mit Milchreis und Obst, dazu noch etwas Gebäck, Brot und einem Frischkäse. Für mich gibt es ebenfalls Brot mit Tahin und Baba Ghanoush, ein Hörnchen sowie eine Banane. Dazu zwei Cappuccino sowie einen Erdbeersaft für S. und Orangensaft für mich.

Die Auswahl des Frühstücks ist im Steigenberger zwar groß, die Qualität kann uns allerdings nicht so sehr überzeugen. Aber Hauptsache wir haben etwas im Magen.

Anschließend gehen wir nochmal kurz aufs Zimmer die letzten Sachen einpacken und uns fertig machen, bevor wir pünktlich um 7:30 Uhr in das Auto unseres Fahrers und Timo steigen, die bereits vor dem Hotel warten.

Wir werden wieder freundlich begrüßt und starten direkt in Richtung Tal der Könige. Auf dem Weg dorthin bekommen wir etwas über den für heute geplanten Tagesablauf erzählt. Aber auch Infos zu manchen Gebäuden, die wir passieren, Schuluniformen sowie dem Schulsystem im Allgemeinen und der zweiten Brücke in Luxor über den Nil, die 2024 eröffnet wurde. Zudem gibt uns Timo bereits eine Erklärung zu dem Ablauf der Besichtigung der Gräber im Tal der Könige.

Im Tal der Könige sind bis heute etwa 63 bekannte Gräber dokumentiert. Für den Besuch gibt es ein Standard-Ticket, mit dem man drei der aktuell geöffneten Gräber frei wählbar besichtigen kann. Welche Gräber geöffnet sind, rotiert aus konservatorischen Gründen.
Denn wegen Feuchtigkeits- und CO₂-Schäden werden die Gräber zeitweise geschlossen, restauriert und allgemein durch Rotation geschützt. In besonders empfindlichen Gräbern wurden technische Maßnahmen wie Entfeuchter und Glasabschirmungen installiert.

Besonders berühmte Gräber wie das von Tutanchamun kann man nur gegen eine gesonderte Zusatzgebühr besichtigen. Im Fall von Tutanchamun beträgt diese nur rund 12€. Wir hatten jedoch bereits vorab gelesen, dass das Grab des wohl bekanntesten Pharaos nicht wirklich spannend sein soll. Zwar ist seine Mumie in dem Grab aufgebahrt, aber es handelt sich um ein recht kleines Grab und die Grabbeigaben durften wir bereits im Grand Egyptian Museum in Kairo bestaunen. Dennoch fragen wir Timo, ob sich eines der Zusatz-Gräber lohnt, was er sehr diplomatisch eher verneint. Wenn man großes Interesse an einem der speziellen Gräber hat, kann es sich für einen persönlich lohnen. Ansonsten reiche der Besuch von drei Gräber aus, um einen guten Eindruck zu erhalten, aber auch die Unterschiede zwischen den Gräbern zu sehen.

Und so entscheiden wir uns dazu, es bei dreien der „Standardgräber“ zu belassen.

Nach rund 25 Minuten kommen wir am Parkplatz des Tals der Könige an. Hier herrscht bereits wildes Treiben. Reisebus an Reisebus quetscht sich auf den Parkplatz. Es scheint heute erneut voll zu werden. 😅

Timo überreicht uns unsere Eintrittskarten (ca. 12€) während wir durch den obligatorischen Markt laufen. Nach der ebenfalls obligatorischen aber absolut nicht ernstzunehmend „Sicherheitskontrolle“ kauft Timo dann noch die Tickets für die Elektrowagen, die einem die letzten Meter hinauf zum Tal der Könige bringen. Hätten wir vorher gewusst, wie kurz die Strecke ist, hätten wir vorgeschlagen zu laufen. Denn nach einer Kurve kommt man nach schätzungsweise knapp 1,5 Minuten an der Endhaltestelle an.

1778331538696.jpeg

Auch hier herrscht reges Treiben. Wir laufen den Berg bzw. Hang erstmal bis nach oben, um etwas aus den Massen herauszukommen bis zum Grab von Sethos II (KV14).
Die Abkürzung „KV“ steht für „Kings’ Valley“ und ist die standardisierte Kennzeichnung für die nummerierten Gräber. Die Nummer gibt dabei die Reihenfolge der Dokumentation/Entdeckung an, nicht die Rangfolge oder Bauzeit der Pharaonen.

Zunächst gibt uns Timo die wichtigsten Informationen und Hinweise zu dem Grab sowie der Geschichte Sethos II. Am Eingang werden unsere Eintrittskarten dann gelocht. Damit wird die Anzahl der besuchten Gräber festgehalten.
Hier verabschiedet uns Timo dann aber auch, denn die Guides dürfen nicht mit in die Grabkammern. Irgendwie nachvollziehbar. Wenn jeder Guide seiner Reisegruppe etwas zeigen und erklären will, würde dies in den teilweise engen Gräbern für noch mehr Stau sorgen.

Und so laufen S. und ich alleine hinunter in das Grab. Wieder einmal sind wir fasziniert von der Arbeit, die sich hier gemacht wurde, wie akkurat damals gearbeitet wurde und wie gut die Farben teilweise noch erhalten sind.

1778331599664.jpeg

1778331619185.jpeg

Immer weiter geht es hinab in die Grabkammer.

1778331647948.jpeg

1778331663731.jpeg

Bis wir schließlich den Sarkophag erreichen.

1778331696249.jpeg

Abschließend machen wir uns wieder auf den Weg zurück an die Oberfläche.

1778331716104.jpeg

Wir laufen wenige Meter weiter zum nächsten Grab (KV14).
Bei diesem Grab handelt es sich um ein „Doppelgrab“, das für mehrere Könige, bzw. in diesem Fall auch eine Königin gebaut und benutzt wurde — ursprünglich für Sethos II., später von Königin Tausret zur Pharaonen‑Grabstätte erweitert und schließlich mit dem König Sethnacht in Verbindung gebracht. Das Grab hat zwei vollständig ausgestaltete Grabkammern und eine ungewöhnlich lange, komplexe Baugeschichte.

1778331743890.jpeg

1778331766761.jpeg

1778331791246.jpeg

1778331805103.jpeg

1778331816390.jpeg

Nachdem wir wieder aus der Grabkammer kommen, gibt uns Timo noch einige allgemein Infos zum Tal der Könige sowie den Gräbern. Dazu zeigt uns einige Fotos.

Zum Abschluss und als unser drittes Grab, besuchen wir KV8 von Merenptah. Er war der 13. Sohn und Nachfolger Ramses’ II. und einer der letzten großen Herrscher der 19. Dynastie.

1778331859457.jpeg

Dieses Grab ist deutlich besser besucht als die beiden Gräber zuvor und wir müssen etwas anstehen. Während wir in der Schlange warten, erklärt uns Timo wieder das Wichtigste zu dem Grab.

Dieses Grab beeindruckt durch die enorme Länge bis tief in den Felsen. Die Reliefs zeigen Szenen aus dem Totenbuch, der Amduat und dem Pfortenbuch und bieten einen faszinierenden Einblick in die altägyptischen Jenseitsvorstellungen.

1778331893665.jpeg

Besonders eindrucksvoll ist der gewaltige Sarkophag aus Granit, der die eigentliche Grabkammer dominiert und die Bedeutung des Königs unterstreicht.

1778331920230.jpeg

1778331936345.jpeg

Nachdem uns auch hier das Tageslicht wieder hat, ist es Zeit für uns aufzubrechen.
Während immer mehr Besucher auf das Gelände strömen, verlassen, wie wir aber auch bereits einige wieder das Gelände. Daher staut es sich wieder an den Golfcarts, weshalb wir uns dazu entscheiden die wenigen Meter zu laufen.

Unten angekommen, geht es durch den Markt wieder nach draußen auf den Parkplatz, wo unserer Fahrer bereits wartet.

Das nächste Ziel ist der Totentempel der Hatschepsut. Auf dem Weg dorthin legen wir aber einen der üblichen Touristops ein. Eine Alabaster Fabrik, die aus dem Gestein alle möglichen Souvenirs, Vasen und Sonstiges herstellt. Nach einer kurzen Vorführung zur Herstellung geht es direkt in den Verkaufsraum. Unser Guide hatte den Stopp hauptsächlich als Möglichkeit etwas zu trinken und auf Toilette zu gehen einfügen wollen.
Wir erhalten auch tatsächlich noch einen Tee für S. und eine Sprite für mich. Nachdem wir beide das Angebot der Toilette wahrgenommen habe bedanken wir uns mit dem typischen Trinkgeld und brechen weiter in Richtung Tempel auf.

Dort angekommen herrscht wieder reges Treiben. Wir erhalten von Timo wieder die Eintrittskarten und passieren den obligatorischen Markt sowie die sinnbefreite Sicherheitskontrolle direkt dahinter. Warum sinnbefreit? Auf den Bildschirm der Scanner schaut in der Regel niemand und die Durchgangsdetektoren sind oft ausgeschaltet. Aber selbst, wenn sie an sind und piepsen, interessiert das niemanden. 😅

Auch hier gibt es wieder Golfcarts die einem das letzte Stück bis zum Tempel fahren. Als Timo wieder die Karten kaufen möchte, sehen wir jedoch bereits, wo diese vor dem Tempel parken. Der Weg ist dieses Mal noch kürzer als im Tal der Könige. Daher spreche ich ihn an und sage wir können gerne auch die wenigen Meter laufen. Er lehnt dies aber höflich ab und meint diese seien ja schon inkludiert. Im Nachhinein verstehen wir es nicht ganz, da er sie dann doch noch bezahlen muss. Er meinte also wohl, dass sie in unserer Tour inkludiert sind.
Aber nun gut, so fahren wir am Ende auch die letzten schätzungsweise 300 m bis vor den Tempel. Dort angekommen starten wir zunächst auf der untersten Etage des Tempels und Timo erklärt uns wieder einige der Wandmalereien.

Der Totentempel der Hatschepsut ist neben den Pyramiden wohl eines der bekanntesten Bauwerke aus der Zeit der Pharaonen. Dieser Tempel wurde im 15. Jahrhundert v. Chr. für die Pharaonin Hatschepsut errichtet und zeichnet sich durch seine dreistufige Terrassenanlage aus, die an eine steile Felswand des Thebanischen Gebirges heranragt.

1778332007269.jpeg

Der Zugang zum Tempel war einst von Sphingen und Gärten flankiert. Eine breite Rampe führt auf die zweite Ebene, auf der sich mehrere Kapellen und Reliefdarstellungen befinden, darunter Szenen der Punt-Expedition.

1778332031608.jpeg

1778332043564.jpeg

1778332061670.jpeg

1778332073671.jpeg

1778332091155.jpeg

Die oberste Terrasse beherbergt das eigentliche Heiligtum, das tief in den Felsen hineinragt und dem Gott Amun geweiht ist.

1778332117767.jpeg

1778332132449.jpeg

Trotz späterer Zerstörungen vermittelt die Anlage einen eindrucksvollen Einblick in die Selbstdarstellung einer der wenigen weiblichen Herrscherinnen des alten Ägypten.

Auch wenn die Anlage schön anzusehen ist, bin ich ehrlich, aufgrund der Fotos, die man vorher gesehen hatte, haben wir uns die Anlage imposanter vorgestellt.
Dennoch sind die Erklärungen und die Informationen von Timo interessant und der Besuch hat sich gelohnt.

Nachdem wir so weit alles besichtigt haben, brechen wir zu unserem nächsten und zugleich letzten Stopp, den Memnonkolossen, auf.
Die Memnonkolosse, zwei rund 18 Meter hohe Sitzstatuen des Pharaos Amenophis III., markieren den einst monumentalen Eingang seines Totentempels, von dem heute jedoch nichts mehr erhalten ist.

1778332182022.jpeg

1778332194338.jpeg

1778332205853.jpeg

Die beiden Statuen sind ebenfalls stark zerstört, was wohl vor allem auf ein schweres Erdbeben im Jahr 27 v. Chr. zurückzuführen ist, dass auch große Teile des Totentempels zum Einsturz brachte.
Dennoch sind die beiden Statuen aufgrund ihrer Größe ein weiteres faszinierendes Stück Geschichte, dass zeigt, wie viel Mühe und Aufwand bereits damals betrieben wurde, um den Göttern und Königen zu huldigen.

Somit endet aber auch unsere vorletzte Tour dieses Urlaubs. Zumindest glauben wir das zu diesem Zeitpunkt noch. Timo und unser Fahrer bringen uns noch zurück zu unserem Hotel, wo wir um 12:30 Uhr ankommen.
Wir verabschieden uns herzlich und bedanken uns. Timo war für uns der beste der in Summe drei Guides, die wir hatten. Hier passten die Chemie und seine Art und Weise uns die Informationen näher zu bringen, war einfach super.

Da wir beide etwas Hunger haben und nicht wieder bis zum Abendessen warten wollen, nehmen wir spontan erneut bei dem Italiener des Hotels Platz und bestellen uns eine Portion Nudeln sowie einen Salat zum Teilen.

1778332253905.jpeg

Während die Nudeln wieder schön al dente und sehr lecker sind, kann der gemischte Salat, unter anderem aufgrund von bereits etwas gammelig aussehenden Salatblättern, nicht überzeugen.
Wir picken die guten Teile heraus. Zusammen mit den Nudeln sind wir dennoch gut gesättigt und zufrieden.

Anschließend gehen wir zunächst kurz auf das Zimmer, ehe wir uns irgendwann fertig machen und zum Pool aufbrechen. Dort legen wir uns auf Liegen mit Blick auf den Nil und genießen etwas das recht milde und angenehme Wetter.

Irgendwie hat es tatsächlich auch was für sich, dass nicht immer der ganze Tag voll verplant war und für die Ausflüge draufging. So haben wir zwar immer etwas gesehen und erlebt, es blieb aber auch immer mal wieder Zeit einfach mal nichts zu tun, die Seele baumeln zu lassen, oder zu lesen.
Brauche ich nicht immer, aber schadet auch mal nicht. Diesen „Luxus“ haben wir auch auf den beiden Schiffsreisen bereist geschätzt. Man wird eben älter… ;)

1778332326715.jpeg

So nutzen wir die Zeit, um etwas Reisebericht zu schreiben sowie zu lesen. Man munkelt, mir seien auch kurzzeitig einmal die Augen zugefallen.

Gegen 17:30 Uhr geht es dann wieder zurück aufs Zimmer, um uns für das Abendessen fertig zu machen. Denn bereits um 18:30 Uhr haben wir heute eine Reservierung für das hochgelobte Thai-Restaurant des Hotels. Und da wir morgen früh planmäßig sehr früh raus müssen, wollten wir auch nicht so spät essen gehen.

Pünktlich schlagen wir in dem Restaurant auf und werden freundlich an unseren Tisch gebracht.
Wir entscheiden uns für ein paar Frühlingsrollen sowie Saté-Spieße zur Vorspeise, sowie einem Hühnergericht und einem Rindfleischgericht zur Hauptspeise, welche wir alle teilen wollen. Dazu eine Coke Zero für S. und ein Bier für mich.

1778332359640.jpeg

1778332372267.jpeg

Als die Vorspeisen kommen, starte ich mit den Frühlingsrollen, während S. in einen der Hühnerspieße beißt, jedoch direkt wieder ausspuckt.
Denn dieser ist noch kalt und roh. Zum Glück hat sie es im Gegensatz zu Namibia dieses Mal sofort gemerkt.
Ich schneide einen weiteren Spieß an, der ebenfalls noch roh ist. Als wir den Kellner darauf hinweisen, fragt er lediglich, ob er neue bringen soll, was wir bejahen, da wir diese wohl nicht essen könnten.
Meinen Teller mit dem angeschnittenen Spieß lässt er zunächst stehen. Erst etwas später kommt er dann nochmal, um sich zu entschuldigen und fragt mich, ob er meinen Teller abräumen soll. 😃

Naja, kann passieren, denken wir uns. Irgendwann kommt dann noch die thailändische Köchin und entschuldigt sich bei uns.
Kurze Zeit später kommt dann nochmal eine neue Portion, die auch heiß und durchgegart ist. Erneut schaut die Köchin persönlich vorbei und erkundigt sich, ob alles ok sei. Sie habe die Spieße nun persönlich nochmal zubereitet.

Der Rest des Abendessens ist dann absolut unspektakulär. Und damit ist leider auch das Essen gemeint. Die guten Bewertungen können wir leider nicht nachvollziehen.

1778332442164.jpeg

Dennoch sind wir satt und hatten irgendwie dann doch einen unterhaltsamen Abend.

Gerade als wir wieder auf dem Zimmer ankommen, erhalte ich von dem Touranbieter, mit dem wir morgen eine Heißluftballonfahrt machen wollten, die Nachricht, dass die Fahrt aufgrund des Wetters leider abgesagt werden muss.

Wir sind kurz enttäuscht, hatten wir uns doch sehr darauf gefreut. Aber natürlich geht die Sicherheit vor und lieber haben wir die Info bereits heute Abend, also morgen früh.

Da wir morgen aber bereits zu unserem letzten Ziel aufbrechen, haben wir aber auch keine Möglichkeit, den Flug auf einen anderen Tag zu verschieben. Bei der Planung der Reise hatten wir noch überlegt den Flug am ersten Morgen, vor der Tour zum Karnak- und Luxor-Tempel zu legen, hatten uns aber dann bewusst für den letzten Tag entschieden. Somit heißt es dieses Mal einfach „Pech gehabt“.

1778332504403.png

Da wir nun nicht wie bisher geplant um 4:20 Uhr abgeholt werden, sondern erst um 10 Uhr für die Fahrt zu unserem letzten Ziel, bleiben wir doch etwas länger wach. Wir spielen noch zwei Runden „Mensch ärgere dich nicht“ und lesen etwas, bevor uns gegen 23:15 Uhr die Augen zufallen.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 9 - Weiterfahrt nach Hurghada

Es ist 6:30 Uhr als wir beide das erste Mal wach werden. Ohne Pläne bis zu Abfahrt dösen wir daher noch ein bisschen bevor um 7:50 Uhr der Wecker klingelt.

Meine Nacht war nicht gut. Ich fühl mich leider etwas angeschlagen. Ich habe Kopfweh und fühl mich selbst direkt nach dem Schlaf k.o.
Auch das Fertigmachen fällt mir schwer und ich komme schnell außer Puste. Zudem scheint meinem Magen/Darm etwas nicht so gut bekommen zu sein.

Der Blick vom Balkon bestätigt, dass heute kein einziger Heißluftballon am Himmel zu sehen ist. Es haben also alle Touranbieter ihre Touren für heute abgesagt. Das Wetter macht eigentlich einen super Eindruck, auch windig scheint es nicht zu sein. Aber es wird schon gute Gründe für die Absage gegeben haben.

Um 9:15 Uhr bekommen wir eine WhatsApp Nachricht, ob wir auch schon eine halbe Stunde eher, also um 9:30 Uhr abfahrbereit wären. Es sei schlechtes Wetter gemeldet und bei Regen, könne es passieren, dass die Straßen gesperrt werden.
Puh, in einer viertel Stunde Essen, den Koffer zu machen, auschecken? Keine Chance! Als Kompromiss schreiben wir, dass wir ab 9:45 Uhr bereit sind.
Ich brauche eh kein wirkliches Frühstück und so sitzen wir um 9:20 Uhr im Restaurant. Ich hole mir ein Glas O-Saft, dazu noch ein Laugenbrötchen und ein trockenes Blätterteiggebäck. S. nimmt sich ein Glas Wasser, den obligatorischen Milchreis mit Früchten und ebenfalls ein süßes Teilchen sowie ein Laugengebäck.
Nach 5 Minuten ist mein Teller leer und ich muss S. allein zu Ende frühstücken lassen. Allerdings kommt sie nur ca. 5 Minuten nach mir zurück aufs Zimmer. Wir können wohl behaupten, dass wir heute das schnellste und kürzeste Frühstück des Urlaubs Zeiten hatten. 😃

Um viertel vor zehn checken wir pünktlich aus und werden freundlich von unserem Fahrer der letzten Tage empfangen. Schnell das Gepäck verstaut und schon geht's los. Wir halten noch kurz an einem Kiosk, wo uns A. je eine Flasche Wasser und ein Trinkpäckchen holt. Ab geht's Richtung Hurghada. Sein Englisch ist leider nicht so gut und teilweise auch schwer zu verstehen, aber zumindest reicht es immer mal kurz ein bisschen zu erzählen. Er gibt die Fahrtzeit mit ca. 3,5h an.

Die Fahrt selbst ist unspektakulär. Uns fallen immer mal wieder kurz die Augen zu bei ansonsten ziemlich langweiliger Wüstenlandschaft. Nach ca. 2h halten wir kurz und A. holt sich einen Kaffee und raucht eine Zigarette. Wir benötigen nichts und warten daher einfach die 10 Minuten im Auto.
Also wir Sahl Hasheesh erreichen merken wir, dass er nicht unbedingt Weges sicher ist bzw. eine Baustelle die Navigation erschwert. Immer wieder fragt er nach dem Weg. Wir sitzen mittlerweile auch mit Google Maps auf der Rückbank, verfolgen seine kleine Irrfahrt und versuchen ihm den von Maps vorgeschlagenen Weg zu zeigen.

Um kurz nach 14 Uhr erreichen wir dann unser letztes Hotel für diese Reise. Das Oberoi Sahl Hasheesh.
Wir haben uns bewusst für eine - im Vergleich - kleinere Anlage ohne großes Tohuwabohu entschieden. Und auch All Inclusive sucht man hier vergebens. Stattdessen hat hier jeder sein eigenes kleines "Häuschen" mit eigenem Outdoor-Bereich. Ruhe und Privatsphäre stehen an erster Stelle.
Wir waren bereits auf Mauritius in einem Oberoi und waren dort mehr als zufrieden.

Der Check-in verläuft schnell und schon erhalten wir einen kleinen Rundgang durch den öffentlichen Bereich.

1778422356748.png

Zu unserem Zimmer werden wir nach dem Rundgang mit einem Golfcart gebracht. Wobei das absolut nicht nötig wäre, da unser Zimmer recht nah zur Rezeption, Pool und Restaurants liegt und man die paar Meter durchaus auch laufen kann. Das Golfcart kann man jederzeit bestellen und sich damit abholen lassen.

Das Zimmer selbst ist sehr geräumig und einladend.

1778422661991.png

1778422680963.png

1778422696058.png

1778422715237.jpeg

1778422735090.jpeg

Wir entscheiden uns dazu eine kleine Runde durch die Anlage zu laufen und unter der Pergola, dem Pool-Bistro, einen Kaffee zu trinken.

1778422810075.jpeg

Das Wetter überrascht uns aber doch etwas. Der Wind pfeift uns ordentlich um die Ohren und ohne Strickjacke oder Pullover ist es doch recht kalt. Laut Wetter-App sind es um die 23°, die sich durch den bewölkten Himmel und den starken Wind aber durchaus kälter anfühlen.

1778422789642.jpeg

1778422831974.jpeg

Da es auf Dauer aber doch wirklich frisch ist, entscheiden wir uns zurück zum Zimmer zu laufen. Zuerst gehen wir jedoch nochmal kurz an der Rezeption vorbei und lassen uns das Restaurant-Konzept nochmal genauer erklären, weil wir es bei der Einführung wohl doch unterschiedlich verstanden haben. Gleichzeitig reservieren wir noch einen Tisch für morgen Abend im à la Carte Restaurant.

Wir haben die Hoffnung, dass es auf unserer Terrasse durch die Mauern ringsherum etwas windgeschützter ist. Und dem ist auch so. Die nächsten zwei Stunden liegen wir gemütlich auf den Liegen, lesen, surfen und schreiben Reisebericht.

Da wir beide bis auf das dürftige Frühstück heute Morgen nichts gegessen haben, ist der Hunger insbesondere bei S. groß. Bei mir hält er sich noch arg in Grenzen. Zwar geht es mir schon deutlich besser, aber so ganz bei 100% bin ich dann doch noch nicht.
Und so stehen wir frisch geduscht um kurz nach 19 Uhr im Buffetrestaurant, welches bereits erstaunlich gut gefüllt ist, obwohl es erst vor wenigen Minuten geöffnet hat.

Es gibt hier 3 Restaurants, die alle in der gebuchten Halbpension enthalten sind. Das Hauptrestaurant bietet Buffet. Bei den anderen beiden handelt es sich um á la Carte Restaurants, für die eine Reservierung nötig ist. Das eine Restaurant wechselt sich täglich zwischen einem orientalischen und indischen Angebot ab, das andere bietet durchweg internationale, asiatische und arabische Küche.

1778422882097.jpeg

Wir haben uns heute bewusst für das Buffetessen entschieden. Ich kann dann einfach bisschen besser schauen und mir gezielt das aussuchen, wonach es mir gelüstet.
Zur Vorspeisen bedienen wir uns an den Antipasti, Salat und Dips. Für den Hauptgang stellen wir uns an der Pasta-Station an und holen uns beide einen Teller Pasta Bolognese. Während S. ihr Abendessen beendet, habe ich doch ganz guten Appetit bekommen. Ich hole mir nochmal ein bisschen Fisch, Lamm und etwas Orientalisches.

Das Nachspeisen-Buffet sieht gut aus und für unseren Geschmack ist es auch mehr als genug Auswahl. Allerdings kann uns alles nicht so wirklich überzeugen. Viel zu süß. 😃

Wir laufen über die Rezeption, wo wir noch ein kleines Näh-Kit ordern, zurück zum Zimmer.

1778422968206.jpeg

1778422984596.png

Zurück auf dem Zimmer widmen wir uns noch der Jeans von S., die einen Riss bekommen hat. Da es sich um ihre einzige "dicke" Hose handelt, versuchen wir sie provisorisch für die nächsten drei Tage zu nähen. Am Ende sind wir damit sogar erfolgreich.

Um viertel nach neuen machen wir uns bereits bettfertig. Da wir hier ARD und ZDF empfangen und es in Deutschland erst 20:15 Uhr ist, machen wir mal etwas für uns ganz verrücktes und schauen einen Film in der ARD.
Mit Netflix und Co. hat sich unser TV-Konsum, der ohnehin sehr gering ist, doch arg geändert.

Gegen 23:15 Uhr drehen wir uns um. Morgen haben wir keine Termine. :)
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 10 bis 12 - Strand

Die nächsten drei Tage im Oberoi Sahl Hasheesh vergingen ruhig und entspannt – genau wie dieses Mal gewünscht. Daher fassen wir die Tage einmal zusammen.

Meistens starten wir gegen 8:30 Uhr in den Tag und machen uns direkt auf den Weg zum Frühstück. Dabei kombinieren wir Gerichte von der À-la-carte-Karte mit dem Buffet.

1779018117929.jpeg

1779018175962.jpeg

1779018210612.jpeg

1779018229714.jpeg

1779018241785.jpeg

Da wir immer genau dann zurück in unser Zimmer kommen, wenn gerade das Housekeeping dort beschäftigt ist, nutzen wir die Zeit anschließend für einen Spaziergang durch die weitläufige, gepflegte Anlage und sammeln ganz nebenbei noch ein paar Schritte, bevor es weiter an den Strand geht.

1779018456211.jpeg

1779018471868.jpeg

1779018494594.jpeg

1779018507786.jpeg

Dort erwartet uns an allen drei Tagen vor allem eines: Wind. Bei Temperaturen um die 22 Grad ist es zwar sonnig, durch die kräftige Brise aber deutlich frischer, als man es in Ägypten vielleicht erwarten würde. So liegen wir oft mit Pullover oder Jacke auf den Liegen, S. zusätzlich meist in langer Hose und mit einem Handtuch zugedeckt.

Uns stört das aber weniger. Zum Baden eignet sich das Hotel sowieso weniger. Der Strand ist sehr flach und steinig. Wer baden möchte, kann dies in zwei kleinen, extra ausgewiesenen Bereichen, oder von einem Steg aus, der ins Meer hineinführt.

Auch das war uns bewusst. Dafür hat man auf den Liegen absolut seine Ruhe. Die einzelnen Sonnenschirme stehen weit genug auseinander. Zudem bekommt man einen Sichtschutz, der in diesen Tagen auch als Windschutz gedient hat, aufgestellt.

1779018535418.jpeg

1779018550268.jpeg

1779018570970.jpeg

Von dem Steg aus gehe ich zwischendurch auch immer mal wieder schnorcheln. Das hauseigene Riff ist wirklich schön und bietet eine schöne Vielzahl an Fischen und teilweise noch bunten Korallen.

Gegen 17 Uhr kehren wir meist in unser Zimmer zurück und lassen den Nachmittag entspannt auf unserer Terrasse ausklingen. Dort spielen wir dann noch eine Runde „Kniffel“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ und genießen die Ruhe.

Da das Abendessen in zwei Zeiten angeboten wird – von 19:00 bis 20:30 Uhr sowie von 20:30 bis 22:00 Uhr – sitzen wir meist schon kurz nach sieben pünktlich im Restaurant.
Und auch das Essen in den À-la-carte-Restaurants kann uns voll und ganz überzeugen. An allen Abenden essen wir wirklich sehr gut.

1779018623226.jpeg

1779018645872.jpeg

1779018662032.jpeg

1779018684839.jpeg

Die eher klassisch und etwas älter wirkende Einrichtung sowie den Stil des Hotels muss man mögen. Jedoch ist alles hervorragend gepflegt und der Service ist unaufdringlich und zugleich sehr aufmerksam.

So enden diese drei Tage ganz entspannt, mit gutem Essen, viel Ruhe und dem Gefühl, mit dem Oberoi Sahl Hasheesh genau die richtige Wahl für unsere „Anforderungen“ an diese paar Tage am Meer zum Abschluss der Reise getroffen zu haben.

1779018720361.png

1779018732241.jpeg

1779018749592.jpeg

1779018763615.jpeg

1779018776772.jpeg

1779018791662.png
 
Zuletzt bearbeitet:

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Tag 13 - Heimreise

Und da ist er nun schon wieder, der Abreisetag. Die letzten vier Tage gingen schnell um.

Unser Wecker klingelt um Viertel nach Acht. Ich bin gestern Abend allerdings einen ARD-Krimi später als S. eingeschlafen und verspüre noch nicht so den Drang aufstehen zu müssen. Irgendwie fiel mir das Einschlafen gestern schwer.

Und so dauert es fast noch eine Stunde, bis wir zum Frühstück aufbrechen.
Wir bestellen uns ein paar Pancakes zum Teilen, den Mushroom Toast für S. und die Spinat Egg-Benedict für mich.
Der Kellner weiß auch schon Bescheid und fragt nur kurz nach, ob es wieder zwei Cappuccino sein sollen.

Am Buffet holen wir uns einen O-Saft und etwas frisches Obst. Insbesondere S. freut sich auf ihre heiß geliebten Erdbeeren. 😅

1779019570505.png

Man merkt, dass die Osterferien begonnen haben. Heute ist es ungewöhnlich voll beim Frühstück. Wir bekommen zwar problemlos einen Platz, aber im Vergleich zu den letzten Tagen merkt man einen deutlichen Unterschied.

Wir sitzen noch die letzten Momente im Innenhof, als es über uns extrem laut wird. Ein Kampfjet donnert direkt über uns hinweg. Das löst schon ein komisches Gefühl aus und in genau diesem Moment sind wir gar nicht so böse, dass es heute wieder nach Hause geht.
Gestern haben wir mitbekommen, dass die Huthi Miliz in Jemen sich nun auch den Angriffen gegen Israel angeschlossen hat und man nun fürchtet, dass die Meerenge von Bab al-Mandab im Roten Meer nun ebenfalls zum Nadelöhr wird und sich der aktuelle Konflikt weiter ausbreitet.

Später werden wir lesen, dass die Miliz heute Morgen eine Rakete nach Israel gefeuert hat. Was leben wir doch leider in einer kranken Welt.
Wobei wir sagen müssen, dass wir außer in den Nachrichten nichts zu dem Thema mitbekommen haben und wir uns zu jeder Zeit sicher fühlten.

Gegen 10:30 Uhr sind wir zurück im Zimmer. Heute ist es recht diesig und wieder super windig, sodass wir uns entscheiden uns nochmal in unseren kleinen Hof auf die zwei Liegen zu legen.
Wir können glücklicherweise bis zur Abholung um 13:15 Uhr im Zimmer bleiben. Das hatten wir gestern nach dem Abendessen noch geklärt.

Um 12:50 Uhr klingelt das Telefon im Zimmer, unser Fahrer wäre bereits da. Den Transport zum Flughafen haben wir erst vor ein paar Tagen für umgerechnet um die 13€ gebucht.
Wir sind noch in den letzten Zügen und bitten um eines der Golfcarts zur Abholung gegen kurz nach 13 Uhr.
Und so checken wir pünktlich aus, zahlen die Getränke der letzten Tage und sitzen pünktlich im Auto zum Flughafen Hurghada.

An den zwei Kontrollen, die man passiert, bis man erstmal an den Check-In-Schaltern ist, herrscht reges Treiben. Der Unterhaltungsfaktor ist jedoch groß. Und das liegt unter anderem an dem Publikum, welches sich hier versammelt hat. So scheint hier das All-Inclusive-Bändchen mit vergleichbarem Stolz am Handgelenk getragen zu werden, wie andernorts silberne oder rote Kofferanhänger. 😃

Am Discover-Schalter ist wenig los und so bekommen wir kurze Zeit später unsere Boardingpässe und je eine Ausreisekarte in die Hand gedrückt, die wir noch schnell ausfüllen, bevor diese an der Passkontrolle unkontrolliert auf einen Stapel mit hunderten anderen landet.

Vor den Gates befindet sich dann die tatsächliche Sicherheitskontrolle. Unsere Flasche Wasser bekommen wir problemlos durch. Und auch das "Abtasten" hat, wie bereits in Kairo, eher was von Streicheln.

Die Lounge befindet sich direkt über unserem Gate A30. Beim Betreten werden die Boardingpässe kopiert, statt gescannt.

Wir nehmen an einem kleinen Tischchen mit zwei Stühlen Platz. Die Lounge ist großzügig und offen gestaltet. Wir haben noch nicht Platz genommen, als wir gefragt werden, was wir trinken möchten. Keine Minute später stehen die beiden Pepsis vor uns.

1779019677708.jpeg

Am Buffet bediene ich mich an zwei Fleischbällchen in Tomatensoße mit Nudeln, während S. sich an den süßen Teilchen bedient.
Wir sind tatsächlich positiv überrascht. Das Essen schmeckt ganz gut und die Lounge ist wirklich in Ordnung. Liegt vielleicht aber auch daran, dass wir absolut nichts erwartet haben.

1779019703228.jpeg

1779019718730.jpeg

Kurz nach geplantem Boarding begeben wir uns nach unten an das Gate. Die Schlange steht schon brav aufgereiht zum Boarding bereit.
Jedoch verzögert sich dieses noch etwas und startet mit gut 15 Minuten Verspätung. Kurz danach nehmen wir auf 1D und 1F Platz. Die Purserin begrüßt uns freundlich und reicht uns je ein stilles Wasser.

Mit gut 15 Minuten heben wir Richtung Süden ab.

1779019762880.jpeg

Kurz nach Erreichen der Reiseflughöhe beginnt auch schon der Service. Zur Wahl gibt es geschmorten Schweinebauch oder Gnocchi mit Salbei-Butter. Wir entscheiden uns beide für die Gnocchi, die leider relativ trocken sind. Dafür kann der Linsensalat überzeugen.

1779019788384.jpeg

1779019803699.jpeg

1779019817373.jpeg

Der Rest des Fluges ist unspektakulär. Es wird regelmäßig nach Getränken gefragt und generell ist der Service sehr freundlich und pro-aktiv. Nach rund 5h Flugzeit setzen wir mit einer Viertelstunde Verspätung in Frankfurt auf. Natürlich auf einer Außenposition.

1779019857342.jpeg

Im Vergleich zu den letzten Malen ist es an der Einreise erstaunlich voll und wir müssen einen Moment vor den E-Gates warten. Am Ende kommen wir aber zeitgleich mit dem Koffer von S. am Gepäckband an. Wir sind schon ganz überrascht.
Meiner hängt leider noch etwas hinterher. Und wie in Frankfurt so üblich, kommen dann doch erstmal die anderen Koffer, ohne Priority-Tag.

Und so stehen am Ende eigentlich nur noch die C-Gäste am Band und warten. Plötzlich verhakt sich ein Koffer bei der Ausgabe und blockiert die Zufuhr weiterer Koffer. Ich versuche noch mit anderen Gästen irgendwie den Koffer zu lösen, aber es bringt nichts. Das Förderband steht still. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt ein Mechaniker ans Band, löst den Koffer und startet das Band per Schlüssel neu. Und siehe da mein Koffer plumpst als drittes aufs Band. In Summe hat uns das Ganze dann leider fast eine halbe Stunde gekostet.

Da wir noch etwas Hunger haben, drehen wir noch eine Runde über den McDonalds im U1 und bestellen uns je einen Cheese- und Chicken Burger. Damit ist dann auch der in der Regel einmal im Jahr stattfindende McDonalds Besuch für dieses Jahr abgehakt.

Anschließend bestelle ich uns ein Boldt, welches uns keine 5 Minuten später einsammelt. Und so erreichen wir gegen 23 Uhr "Home sweet Home" und gehen auch direkt ins Bett.

Die Koffer können warten und morgen Früh klingelt wieder der Wecker - der Alltag hat uns wieder.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
400
4.069
Fazit

Unsere Entdeckungstour durch das Land der Pharaonen hat uns sehr gut gefallen, Spaß gemacht und teilweise wirklich sehr beeindruckt.

Dass wir auf die Nilkreuzfahrt verzichtet haben, war im Nachhinein für uns genau richtig. Bis auf in Luxor konnten wir den großen Menschenmassen aus dem Weg gehen und viele Sehenswürdigkeiten weitestgehend leer besuchen. Dadurch dass die vielen Schiffe immer die gleichen Abläufe haben, sammeln sich auch die Gäste geballter. Das alte Ägypten hat uns unheimlich gut gefallen. Die Geschichte, die Tempel, Hieroglyphen, Gemälde und nicht zuletzt auch die Pyramiden versprühen einen ganz eigenen Charme und es entwickelt sich gleichzeitig auch eine gewisse Ehrfurcht. Ohne Guide macht es in unseren Augen wenig Sinn die alten Stätten zu besuchen, denn man würde die Dimensionen gar nicht zu fassen bekommen.

Während der Reise hatte zumindest ich immer wieder gehadert, ob wir den Zeitplan nicht doch hätten, straffer planen können und die eine oder andere Sehenswürdigkeit mehr in den Tagesplan hätten packen sollen. Rückblickend muss ich aber sagen, dass die Dosis und das Tempo doch vollkommen ok waren. So hatten wir auch genug Zeit einmal runterzukommen, Eindrücke sacken zu lassen und die Zeit einfach zu genießen.

Zwischen jahrtausendealten Tempeln, gewaltigen Pyramiden, dem ruhigen Dahingleiten des Nils und dem bunten Treiben in den Straßen zeigte sich ein Land, das sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen lässt. Mal standen wir staunend vor Monumenten, die jede Vorstellungskraft sprengen, mal saßen wir einfach nur da und beobachteten das alltägliche Leben um uns herum. Beides gehörte gleichermaßen zu dieser Reise.

Besonders beeindruckt hat uns, wie nah Vergangenheit und Gegenwart in Ägypten beieinanderliegen. Hier ein Tempel, der seit Jahrtausenden an Ort und Stelle allem trotzt, was kommt und geht, dort der hupende Verkehr, Händler, und die Hektik des Alltags. Man reist nicht nur durch ein Land, sondern irgendwie auch durch verschiedene Zeiten. Ägypten ist wohl kein Reiseziel, das man einfach konsumieren sollte. Man sollte sich darauf einlassen und wohl auch gewisses Interesse an der Geschichte des Landes mitbringen. Dann aber wird man mit Eindrücken belohnt, die bleiben und dieses besondere Gefühl, an Orten zu stehen, die man vorher nur aus Büchern, Filmen oder dem Geschichtsunterricht kannte.

Denn davorzustehen, die Dimensionen selbst zu erleben und die Atmosphäre aufzusaugen, ist noch einmal etwas völlig anderes. Gerade die Mischung aus jahrtausendealter Geschichte, quirligem Alltag und den teilweise doch recht großen Gegensätzen im Land hat diese Reise unglaublich spannend gemacht.

Ein wenig überrascht hat uns am Ende aber auch, dass wir uns Ägypten insgesamt doch etwas moderner und an manchen Stellen vielleicht auch „fortschrittlicher“ vorgestellt haben. Natürlich weiß man vorher, dass man nicht durch eine glattpolierte Urlaubskulisse reist, und gerade das Echte, Ungefilterte macht ja auch einen Teil des Reizes aus. Trotzdem waren wir teilweise doch noch überrascht. Besonders der allgegenwärtige Müll, selbst an den eigentlichen Touri-Hotspots, ist uns immer wieder aufgefallen. Ob dies jetzt aufgrund des Zuckerfestes etwas schlimmer war als üblich, können wir natürlich nicht beurteilen. Vielleicht war manches auch der Feiertagssituation geschuldet. Aber stellenweise war es schon extrem vermüllt.

Würden wir wiederkommen? Ja, wenn auch vermutlich nicht zeitnah. Aber Ägypten hat noch ein paar Dinge zu bieten, dir wir uns gerne bei einem weiteren Besuch auch noch anschauen möchten. Es ist ein Land, das man nicht nach einer einzigen Reise abhaken kann. Dafür ist es zu vielschichtig und zu geschichtsträchtig.

Der Ausklang am roten Meer war ebenfalls genau wie erhofft. Erholsam. Für ein paar Tage kann man es hier gut aushalten. Längere Zeit, oder gar einen ganzen Urlaub, würden wir beide hier aber nicht verbringen wollen. Das ist einfach nicht unsere Art von Urlaub oder Reisen. Nach ein paar Tagen würde es uns wohl tot langweilig werden. Und für einen Urlaub am Strand gibt es aus unserer Sicht deutlich schönere Orte.

Wir hoffen, dass Mitreisen hat, zumindest stellenweise, wieder Spaß gemacht. Unserem Eindruck nach hat das Unterforum „Reiseberichte“ seit einiger Zeit an Fahrt aufgenommen, die Anzahl der Schreiberlinge nimmt zu. Damit auch verschiedene Blickwinkel auf das Reisen und die Eindrücke vor Ort. Das freut uns sehr. Ermöglicht es manchmal das Schwelgen in Erinnerung, oder dient für neue Inspirationen. Zudem wird die Liste der gespeicherten Orte in Google Maps hierdurch immer länger. ;)
Vielen Dank an alle, die sich hier regelmäßig die Mühe machen!

Für uns steigt nun bereits die Vorfreude auf die nächste Reise in genau einem Monat. Diese Reise hat nur ein Ziel – immer in Richtung Osten.

Vielen Dank fürs Mitlesen!