Du wirst lachen. Ich habe bis 48 Jahre in der 58qm Wohnung in der Vorstadt aus der Referendarzeit gewohnt (5 Minuten zur Autobahn, 10 zum ICE Bahnhof und 15 zum Flughafen), die ich mit 28 für 120k DM mit Hilfe meiner Eltern gekauft hatte.
Mehr brauchte ich mit 150 Hotelnächten, wahrscheinlich 250 Reisetagen (Daytrips nach Frankfurt, London und Berlin oder auch mal New York) und 18 Stunden Arbeitsstunden täglich nicht. Status damals LH HON, BA Gold und AB Platinum und jeweils Topstatus bei Hilton, Starwood und IHG.
Restaurants brauchte ich privat ehr die Altbierkneipe nach dem Büroabend in Düsseldorf als „gute Restaurants“ und ja, mein Luxusgut war eine Lange No. 1 für damals rd. 20k EUR und meine Kleidung von Schneidern in Hong Kong und Bangkok. Für jeden Tag der Woche einen Anzug und da das Gewicht fluktuierte, auch in unterschiedlichen Größen. Das in 2000 gekaufte 3er Coupé habe ich 23 Jahre später erst verkauft. War auch wenig gefahren. Und das war es. Der Rest ging in die Rücklagen.
In der Zeit hätte ich seriös keine Familie haben können, weil ich mich nicht nach meinem Familienbild drum kümmern konnte, dafür habe ich aber gut siebenstellig verdient.
Großer Unterschied zu vielen meiner verheirateten damaligen Lae Firm Partner in der gleichen wirtschaftlichen Situation: Die haben vor dieser Karriere auf Vermögensstand „null“ geheiratet, ihre Familie für ihre Abwesenheit von Frau und Familie dort mit teuren Häusern, Luxusauto und was weiß ich entschädigt, aber sich in der Karriere zwangsläufig von Frau und Familie entfremdet und sich dann auf dem Peak der Karrriere scheiden lassen, nur um die Hälfte des Vermögens abzugeben.
Meine beste wirtschaftliche Investition war ganz trocken betrachtet und under the given circumstances, dass ich beim Standesamt erst mit über 50 „Ja“ gesagt habe. Ob der Lebenslauf alles in allem so gut oder ideal war, weiß ich nicht. War auch nicht das Ergebnis eines ausgeklügelten Businessplans, sondern mehr der Lauf der Dinge. Aber es gibt heute eine riesige Unabhängigkeit, die mir alles erlaubt, was ich möchte (wobei „alles“ aber weiterhin von der langen eher sparsamen Erfahrung geprägt ist)