Elektromobilität (aus dem Tesla-Aktie-Thread)

ANZEIGE

DFW_SEN

Erfahrenes Mitglied
28.06.2009
19.144
18.292
IAH & HAM
ANZEIGE
Das bist du dann aber selbst schuld.

Das stimmt. Es war eine bewusste Entscheidung dass ich meinem Arbeitsweg morgens und abends lieber entspannt in 30 Minuten gefahren bin , anstatt zwischen 60 und 90 Minuten zu brauchen. Von dem geringeren Unfallrisiko auf dem Tollway ganz zu schweigen.

ist es in diesem Beispiel natürlich völlig legitim, dass der Verbrenner-Fahrer sich Mitfahrer sucht und Fahrgemeinschaften bildet, um die Maut zu sparen.

Auf dem von mir genutzten Tollway gab es keine HOV Lane. Unabhaengig davon war mein Arbeitstag zu unregelmässig, um auch nur ansatzweise an eine Fahrgeminschaft zu denken.
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
Um nochmal auf das Thema Elektromobilität zurück zu kommen:

Ein kleiner Praxisbericht vom vergangenen Wochenende, wie so oft leider neben Sonnen- auch Schattenseiten:

Es ging nach Renesse, ein beliebter Ferienort an der niederländischen Nordseeküste. Die Gattin hat dorthin einen Ausflug mit Mädels gemacht und damit ihre erste "Alleinfahrt", was das Laden unterwegs angeht. Normalerweise kümmere ich mich ums Laden und sie maximal um die Frage "guck mal, was es an den nächsten Rastplätzen für Gastronomie gibt"-Recherchen.

Hinfahrt: Mit allen Vorbereitungs- und Abholfahrten sind das rund 330-350 km. Spontan auf Ladestopps/Pausen verzichtet und mit unter 10%, aber ohne Panik am Ziel angekommen. Erstes Ziel war das "Transferium", ein großer Besucher-Parkplatz wenige Fußminuten vom Ortskern entfernt und "P&R-Startpunkt" für diverse Buslinien. Dort an den Schnelllader gehängt während des ersten Willkommens-Eis.

Dann zum eigentlichen Bungalow-Park weitergefahren, dort stand das Auto bis Sonntag. Eigentlich war angedacht, das da voll zu laden, aber erst haben die Mädels die Wallbox nicht gefunden, dann nicht nutzen können (zum Freischalten Ladekarte in der Rezeption abholen, die hatte dann zu) und zum Schluss war es ihnen egal.

Statt dessen dann mit 70% oder so SOC sonntags die Rückfahrt angetreten. Google Maps und kalkuliert 4 Stunden für die Tour, das KIA-Navi hat 4:15 errechnet einschließlich Ladestop, gebraucht haben die Mädels 4:30, kamen aber mit knapp 40% SOC an. Also mit anderen Worten: Sie haben länger für's Mittagessen gebraucht, als die Pause elektrisch nötig gewesen wäre. Ich habe nicht gefragt, nach welchem Kriterium sie den Rastplatz ausgewählt haben (Hungergefühl? Reservelampe? Navi-Ladeplanung?), aber sie haben dazu auch nichts gesagt, also scheint es auch vom Komfort gepasst zu haben.

Technisch betrachtet: Genauso muss das funktionieren. Knapp 700km an einem Wochenende, Mittagessen und Parken-am-Zielort nebenbei mit Laden kombiniert, keine Komfort-Einbußen.



Und doch: Was das perfekt? Überzeugt man Skeptiker so? Nee.

Zum einen technische Kleinigkeiten. Der Schnelllader am Transferium war mit 150 KW beschrieben, nicht geteilt während des Ladevorgangs und Auto und Temperatur hätten locker 150 KW Leistung mitmachen müssen. Und trotzdem war der im Peak bei um die 70 KW,.

Und die Lademöglichkeit am Ziel-Campingplatz war von den GPS-Koordinaten falsch ausgezeichnet (vermutlich einfach die Adresse des Betreibers/der Rezeption genommen) und darum nicht zu finden. (Es hätte nämlich neben der privaten-mit-Ladekarte-der-Repezeption auch noch eine öffentliche da irgendwo geben müssen).

Nicht dramatisch, aber auch nicht perfekt.

Aber nervig war mal wieder das Thema: Ladekarten.

Das fängt an mit der Vorplanung. EWE Go (unsere bevorzugte Ladekarte für DC) funktioniert auch in den Niederlanden, mblty (AC-Favorit) tat es nicht. Also musste ich kurz recherchieren, womit sie in Renesse laden kann.

Mblty wäre aber auch deshalb nicht gegangen, weil ihr Smartphone während der Hinfahrt den Geist aufgegeben hat und darum nichts mehr ging. Damit waren auf einen Schlag einerseits ein Teil der Anbieter weggefallen, andererseits die Option, die Preise vorher zu checken (denn die sind bei manchen unserer Karten fix, bei anderen sehr abhängig von der Säule).

Und Preise checken wäre gut gewesen, denn: Ich hatte ihr als einfache Anleitung "unterwegs EWE Go. In Renesse nimm Octopus Electroverse oder UTA" mitgegeben. Und nicht darüber nachgedacht, dass sie sich in Renesse an einen Schnelllader hängen würde. Wären, wenn sie vollgeladen hätte, rund 10 Euro unnötiger Preisunterschied gewesen. (Hat sie aber ja aufgrund der zu geringen Ladeleistung nicht)

Und im Bungalow-Park, hätten sie das Ding gefunden, wäre ein "über Nacht laden" auch nicht wirklich sinnvoll. Was die Holländer selbstverständlich machen (bei denen gibt es offensichtlich sinnvollere Tarife) wäre für uns teuer geworden dank Blockiergebühr-nach-4-Stunden (bzw. bei Karten mit gedeckelter Blockiergebühr dann teurerem Strompreis).

Das ist leider noch weit davon entfernt, dass ich das Leuten empfehlen würde, wenn die keine Lust haben, sich mit der Technik zu befassen. Und zwar nicht aus technischen Gründen (Fahrzeuge und Infrastruktur waren nicht das Problem, sondern nur unsere besch### deutsche Anbietersituation.
 

vapianojunkie

Erfahrenes Mitglied
15.01.2014
1.222
792
MUC
Das ist leider noch weit davon entfernt, dass ich das Leuten empfehlen würde, wenn die keine Lust haben, sich mit der Technik zu befassen. Und zwar nicht aus technischen Gründen (Fahrzeuge und Infrastruktur waren nicht das Problem, sondern nur unsere besch### deutsche Anbietersituation.
Danke für den Bericht. Zur Einordnung muss man aus meiner Sicht anfügen, dass das dennoch zu den einfacheren Herausforderungen in einem Erwachsenenleben gehört - im Vergleich zu dem, womit man von Verwaltungen, Krankenkassen, Steuerbehörden, Rentenversicherungsträgern, Banken und Co. konfrontiert wird.
 

Vollzeiturlauber

Erfahrenes Mitglied
27.11.2012
11.971
4.457
Nord Europa
Zur Einordnung muss man aus meiner Sicht anfügen, dass das dennoch zu den einfacheren Herausforderungen in einem Erwachsenenleben gehört
Ich fahre ja jetzt über 4 Jahre ein PHEV und schäue den Umstieg auf einen BEV.

- Säule ist nicht da wo sie eingezeichnet ist
- Säule ist defekt
- Säule ist blockiert
- Ladekarte geht nicht
- Strom ist zu teuer
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Es ging nach Renesse, ein beliebter Ferienort an der niederländischen Nordseeküste.
Ich habe es noch nie geschaft in NL an einer Säule zu laden (Problem Säule freischalten).

Zum Glück konnte ich oft privat laden (Ferienwohnung-privat, Hotel) über Schuko.
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
Zur Einordnung muss man aus meiner Sicht anfügen, dass das dennoch zu den einfacheren Herausforderungen in einem Erwachsenenleben gehört - im Vergleich zu dem
aber ist das der Anspruch, "weniger beschissen als andere Verwaltungsakte" zu sein?

Für mich gehören Ladetarife (aber auch Tankstellen-Preise) inzwischen in die Kontrolle durch die Bundesnetzagentur. Offensichtlich will "der Markt es nicht selbst regeln", offensichtlich brauchen die Anbieter dort ein bisschen Führung (die z.B. auch dazu führen kann, dass kleinere Anbieter stärker werden, weil ihnen z.B. im Roaming höhere Preise zugestanden werden).
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.659
7.104

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
Ich fahre ja jetzt über 4 Jahre ein PHEV und schäue den Umstieg auf einen BEV.

- Säule ist nicht da wo sie eingezeichnet ist
- Säule ist defekt
- Säule ist blockiert
- Ladekarte geht nicht
- Strom ist zu teuer

Ich habe es noch nie geschaft in NL an einer Säule zu laden (Problem Säule freischalten).

Zum Glück konnte ich oft privat laden (Ferienwohnung-privat, Hotel) über Schuko.

ich glaube, einiges davon ist sozusagen indirekt der Technik "PHEV" geschuldet.

Wenn man bei "Köln-Renesse" den KIA an die Schuko-Steckdose gehängt hätte, hätte der da anderthalb Tage hängen müssen, bis er voll ist. Die Steckdose weit über dem belastet, wofür sie ausgelegt war. Und eine Strommenge gezogen, die man dem Vermieter irgendwie vergüten muss (was meistens mehr Diskussion ist als nötig). Mit dem BEV lädst Du eigentlich nie per Schuko.

Was dazu führt, dass Du halt "richtig" laden musst. Und wenn die Notwendigkeit da ist, dann informierst Du Dich auch am Anfang mehr über Ladekarten (und hast eher ein Backup dabei). Hast mehr Praxiserfahrung mit fremden Säulen (manche wollen erst eingesteckt werden, andere erst autorisiert) und scheiterst weniger an "Anfängerfehlern". Hast auch mehr ein Auge und einen Riecher dafür, Säulen zu finden (ich wüsste im Moment nicht, wann ich das letzte Mal eine "nicht gefunden" habe). Usw. Und nicht zu vergessen: Nutzt unterwegs natürlich auch eher Schnelllader (was die meisten PHEV gar nicht können. Und selbst wenn, i.d.R. nicht sinnvoll ist).

Beim PHEV brauchst Du das alles nicht. Unterwegs laden ist nice 2 have, Schuko in der Fewo-Garage ist bequemer als alles andere, und eine Ladesäule Dich nicht quasi regelrecht anspringt, ist man eher geneigt auch einfach auf's Laden zu verzichten.

Damit sage ich nicht, dass Deine Erlebnisse nicht trotzdem nervig und unnötig sind. Aber sie sind prinzipbedingt nicht repräsentativ. Das ist wie jemand, der viel ÖPNV fährt und deshalb scheut, für Reisen durch Deutschland auf die BC100 umzusteigen.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
22.876
15.962
FRA/QKL
Ich fahre ja jetzt über 4 Jahre ein PHEV und schäue den Umstieg auf einen BEV.

- Säule ist nicht da wo sie eingezeichnet ist
Mein Navi kennt eigentlich den Weg zu Ladesäulen sehr sicher und führt mich gezielt dort hin. Ich hatte einmal den Fall in Österreich, dass die Anzeige tatsächlich nicht korrekt war. Okay, kann passieren.
- Säule ist defekt
Hatte ich auch schon, aber nur in Ladeparks mit X Säulen. Dann habe ich halt kurz umgeparkt.
- Säule ist blockiert
Kann passieren, wird mit aber in meinem Navi eigentlich recht zuverlässig angezeigt.
- Ladekarte geht nicht
Mit EWE.Go, EnBW, Aral/ADAC, Shell, IONITY und AudiCharging Karten sowie der Tesla App hatte ich noch nie das Problem keine passende Karte zu haben.
- Strom ist zu teuer
Mit der EWE.Go max. 0,62€. Macht bei 20 kW/100 Km in der Tat 12,40€. Das sehr vergleichbare vorherige Fahrzeug hat 8-10 Liter verbraucht. Sind heute 16-20€.
Ich habe es noch nie geschaft in NL an einer Säule zu laden (Problem Säule freischalten).
Kein Problem. Für das hier genannte Renesse werden mir alleine in der EnBW App ca. 100 Ladestationen angezeigt.
Zum Glück konnte ich oft privat laden (Ferienwohnung-privat, Hotel) über Schuko.
Das funktioniert halt nur für PHEV und nur wenn es der Vermieter erlaubt. Ich habe es in Ferienhäusern schon mehrfach erlebt, dass explizit der Hinweis in der Nutzungsordnung ist dass Elektroautos nicht geladen werden dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:

vapianojunkie

Erfahrenes Mitglied
15.01.2014
1.222
792
MUC
aber ist das der Anspruch, "weniger beschissen als andere Verwaltungsakte" zu sein?
Nein. Was ist damit sagen wollte: Es ist weder eine intellektuelle Meisterleistung erforderlich noch ein wirklich nennenswerter Aufwand. Für einen halbwegs im Leben stehenden Menschen ist das Laden eines Elektroautos in Deutschland / Mitteleuropa einfach keine Herausforderung, die irgendwie das Fass füllen würde, dass bei dem Thema immer aufgemacht wird. Die Probleme, die Vollzeiturlauber auflistet, kennt jeder BEV-Fahrer. Bei mir sind das aber (nach auch knapp 4 Jahren) absolute Ausnahmen.
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
Es ist weder (...) noch ein wirklich nennenswerter Aufwand.

sehe ich etwas anders. Auf den ersten Blick der wichtigste Begleiter unterwegs, wenn man kein besonderes Profil hat: EWE Go.
Dann kann man noch, EnBW und ADAC/ARAL dazu nehmen, wenn man will, um mit wenig Aufwand an deren eigenen Säulen zu sparen.
Bis dahin ist es noch einfach.

Aber für AC? Ich brauche einen okayen Preis in Köln, und keine Blockiergebühr. Wir müssen hier teilweise über Nacht laden (tagsüber gibt es zu viele Verbrenner-Fahrer, die zu viel Abgase abbekommen haben und aus dem Steckerauto-Zeichen rauslesen, dass das "nur kurz ne halbe Stunde zum Bäcker"-Parkplatz heißen soll), und weder möchte ich mir sonntags um 6.45 Uhr den Wecker stellen, noch eine dreistellige Summe im Jahr an "Parkgebühren" bezahlen.

Diesen Anbieter, aktuell mblty, suche ich im Schnitt 1x pro Jahr neu. Ich habe inzwischen (soviel zur Umweltfreundlichkeit) einen 3cm dicken Stapel an alten Ladekarten von Anbietern, deren Tarife es nicht mehr gibt.

Und dann will man aber auch mal auf Reisen AC laden, am liebsten auch über Nacht. mblty hat an der Stelle zum Glück nur "geht oder geht nicht", aber kein Preischaos. Ich hoffe sehr (auch wenn ich den Konzern dahinter nicht mag), dass das Angebot Bestand hat, aber z.B. in den Niederlanden funktioniert die Karte gar nicht. Ohne Backup geht's also nicht.

EWE Go und die anderen sind für mehrstündiges AC-Laden nur eine absolute Ausnahme (teurer Strompreis + teure Blockiergebühr). Bei Octopus/Electroverse und UTA gehen die Preise meistens, aber ohne Blick in die App möchte ich auch nur ungerne einsetzen.

Es sind aber nicht nur die Preise, sondern auch die unterschiedlichen Regelungen bei der Blockiergebühr. Mal ab 2, mal ab 3, mal ab 4 Stunden. Mal nachts ausgenommen. Mal 12 Euro gedeckelt je Ladevorgang. Ich habe aber auch schon die KIA Charge-Karte als "keine andere wurde akzeptiert" in einer Großstadt verwendet, dass das Ding ungedeckelte 7,20 Euro ab der 2. Stunde kostet habe ich erst auf der 330 Euro-Rechnung gesehen(*)

(* To be fair: Säule beim Ausstecken abgestürzt, die hat den Ladevorgang erst intern abgeschlossen, als am folgenden Montag später jemand von den Stadtwerken das Ding rebootet hat. Nach nur 3 Monaten diskutieren hab ich das Geld wiederbekommen, aber seit dem weiß ich, dass man die KIA-Charge-Karte wirklich nur als absolutes Backup nutzen kann, deren Blockiergebühr war ungedeckelt und unverschämt).


Und ganz kleingedruckt: Es ist ein Firmenauto. Ich möchte auch Kolleg*en überzeugen. Bei mblty könnten fremde gar nicht laden (geht nur per App), meine Frau und ich haben getrennte Accounts (mehrere Geräte pro Account geht nicht), jede 10. Rechnung kommt nicht zuverlässig nach dem Ladevorgang per E-Mail, und dann müssen wir beide in unseren Apps nachgucken und den Beleg runterladen, weil es keinen Web-Zugang für die die Buchhaltungs-Kollegin gibt. So richtig rund ist auch das nicht.


Ich bin großer Fan der E-Mobilität. Aber das ist Murks.
 
  • Like
Reaktionen: Luftikus

vapianojunkie

Erfahrenes Mitglied
15.01.2014
1.222
792
MUC
sehe ich etwas anders. Auf den ersten Blick der wichtigste Begleiter unterwegs, wenn man kein besonderes Profil hat: EWE Go.
Dann kann man noch, EnBW und ADAC/ARAL dazu nehmen, wenn man will, um mit wenig Aufwand an deren eigenen Säulen zu sparen.
Bis dahin ist es noch einfach.

Aber für AC? Ich brauche einen okayen Preis in Köln, und keine Blockiergebühr. Wir müssen hier teilweise über Nacht laden (tagsüber gibt es zu viele Verbrenner-Fahrer, die zu viel Abgase abbekommen haben und aus dem Steckerauto-Zeichen rauslesen, dass das "nur kurz ne halbe Stunde zum Bäcker"-Parkplatz heißen soll), und weder möchte ich mir sonntags um 6.45 Uhr den Wecker stellen, noch eine dreistellige Summe im Jahr an "Parkgebühren" bezahlen.

Man kann natürlich immer pfennigfuchsen. Mit dem Verbrenner habe ich früher auch an der Aral/Shell whatever getankt, an der ich gerade vorbeigekommen bin. Andere sind jedes WE zur freien Tanke nach Österreich gegurkt. Man kann auch mit Verbrenner absurde Aufwände treiben, um ein paar Euro zu sparen.

Das Thema Verbrenner an der Ladesäule empfinde ich in München nicht als Problem. Hier wird schon länger relativ konsequent freigeschleppt und nach meinem Eindruck zeigt das inzwischen auch Wirkung. Wer einmal 300 EUR gezahlt hat, ist halt immunisiert und irgendwann ist die Herdenimmunität erreicht. So wirklich auffällig ist das nur samstags in der Innenstadt.
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
und weder möchte ich mir sonntags um 6.45 Uhr den Wecker stellen, noch eine dreistellige Summe im Jahr an "Parkgebühren" bezahlen.

Man kann natürlich immer pfennigfuchsen

ich weiß nicht, wo bei Dir Pfennigfuchsen beginnt.

Wenn ich den KIA von "halbwegs leer" auf voll lade, dauert das rund 6 Stunden. Das sind
- beim günstigsten Anbieter (in meinem Fall mblty) rund 30 Euro Stromkosten
- beim örtlichen Anbieter 30 Euro Stromkosten + 13,20 Euro für 2h Blockiergebühr, dafür muss ich aber spätabends oder noch vor Sonnenaufgang abgesteckt haben, sonst geht's mit 6,60 Euro/Stunde weiter
- bei z.B. EnBW nur pauschal 12 Euro Blockiergebühr (klingt fair), dafür aber 44 Euro Stromkosten

Ich rede von einem einzigen Ladevorgang. Davon machen wir 2-3 pro Monat daheim.
 

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.457
4.821
Du hast jede Menge Schwachsinn gesabbelt. Wie zu erwarten.
Ich habe DEIN Beispiel korrigiert. Habe ich gerne gemacht. Offensichtlich hast du DIESES aber auch missverstanden. AUCH das korrigiere ich gerne. Dein Florida-Beispiel war falsch.

Beitrag automatisch zusammengeführt:

aber ist das der Anspruch, "weniger beschissen als andere Verwaltungsakte" zu sein?

Für mich gehören Ladetarife (aber auch Tankstellen-Preise) inzwischen in die Kontrolle durch die Bundesnetzagentur. Offensichtlich will "der Markt es nicht selbst regeln", offensichtlich brauchen die Anbieter dort ein bisschen Führung (die z.B. auch dazu führen kann, dass kleinere Anbieter stärker werden, weil ihnen z.B. im Roaming höhere Preise zugestanden werden).
Warum sollte in einer freien Marktwirtschaft Zwang und Einheitspreise gelten? Wenn etwas besser und billiger ist am Markt, setzt es sich durch. Wenn nicht, dann nicht. Diese ständige Subventionierung der BEV muss endlich aufhören, die Ladeinfrakstruktur muss von den Unternehmen und den Kunden bezahlt werden, ganz einfach.
 
  • Haha
Reaktionen: Micha1976

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.457
4.821
Denn während bei der Elektromobilität natürlich der Nachteil betont werden muss,

Eine Tonnage-Steuer pay-per-mile ist ein echter Nachteil. So ist das nun mal.
dass "4-5 Stunden ohne Pinkelpause durchfahren" oder "Pharmareferent muss jeden Abend 300 km in Höchstgeschwindigkeit reisen können, weil er sonst seine Familie nicht sieht" völlig selbstverständlicher Anforderungen sind, ist es in diesem Beispiel natürlich völlig legitim, dass der Verbrenner-Fahrer sich Mitfahrer sucht und Fahrgemeinschaften bildet, um die Maut zu sparen.
Einfach einsehen, dass pay-per-mile-Tonnage ein Nachteil ist und nicht versuchen, Whataboutism zu versuchen.
 

somkiat

Erfahrenes Mitglied
30.05.2013
5.970
4.982
Gummersbach
Juser , prinzipiell dem Elektrowesen beim Automobil nicht abgeneigt , kommen mir stets wieder dieselben Schreckensvisionen wenn ich hier die fachlich hochqualifizierten Auseinandersetzungen hinsichtlich Ladekarten, Tarifen etc verfolgen darf. Beim Juser Sleepovergreenland ist immer alles paletti, bei einer simplen Tour nach Renesse der verehrten Jusergattin dagegen artet die Tour in endlose Überlegungen in Sachen Ladekarten usw aus. Ich war schon 100 Mal da, des Strandes wegen, tanke in der Kölner Bucht voll und komme ohne Kopfschmerz wieder mit demselben Sprit nach Hause. Via Antwerpen, meine Empfehlung im Zusammenhang. Wenn das mit dem Elektroauto alles so supi wäre, wozu dann hier 13500 Posts?
 
  • Like
Reaktionen: Luftikus

Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
7.643
5.446
Wenn das mit dem Elektroauto alles so supi wäre, wozu dann hier 13500 Posts?
User, es ist auch mit dem Elektroauto so supi. Ich bin kürzlich selbst mit einem Elektroboliden des Herstellers Polestar von Lüneburg nach Vejle in Dänemark gefahren, habe dessen Batterie dort mit Hilfe der mitgeführten Ladekarte am nächsten Morgen binnen 20 Minuten befüllen können und bin anschließend zum Ausgangspunkt zurückgekehrt. Das bestätigt die Aussage des Users @SleepOverGreenland, der zu Recht anmerkt, dass es Ladekanten gibt, die nahezu überall funktionieren.

Der Hersteller Baxerische Motorenwerke verspricht für den von mir kürzlich georderten Elektroboliden sogar eine Reichweite die Strecken wie Gummersbach-Renesse-Gummersbach ohne Aufladen möglich machen wird.
 

vapianojunkie

Erfahrenes Mitglied
15.01.2014
1.222
792
MUC
ich weiß nicht, wo bei Dir Pfennigfuchsen beginnt.

Wenn ich den KIA von "halbwegs leer" auf voll lade, dauert das rund 6 Stunden. Das sind
- beim günstigsten Anbieter (in meinem Fall mblty) rund 30 Euro Stromkosten
- beim örtlichen Anbieter 30 Euro Stromkosten + 13,20 Euro für 2h Blockiergebühr, dafür muss ich aber spätabends oder noch vor Sonnenaufgang abgesteckt haben, sonst geht's mit 6,60 Euro/Stunde weiter
- bei z.B. EnBW nur pauschal 12 Euro Blockiergebühr (klingt fair), dafür aber 44 Euro Stromkosten

Ich rede von einem einzigen Ladevorgang. Davon machen wir 2-3 pro Monat daheim.
Für mich persönlich wäre dein Beispiel genau das, was ich nicht machen würde. 56 EUR ohne Kopf machen versus 43 EUR + zusätzliche Ladekarte + vor Sonnenaufgang umparken... Da entscheide ich mich für die entspannte Variante. Das kann ja auch jeder machen, wie er will. Wichtig ist doch, dass nicht der Eindruck entsteht, dass man dieses Kartenspielchen oder das in der Nacht Aufstehen mit BEV machen muss. Man kann super entspannt mit einer Karte von EnBW o.ä. BEV fahren und wird dabei nicht gleich arm.
 
  • Like
Reaktionen: H.Bothur

ThoPBe

Erfahrenes Mitglied
16.09.2018
6.457
4.821
Wie wäre es, wenn wir erstmal die seit Jahrzehnten praktizierte Subventionierung von Dieselkraftstoff aka „Dieselprivileg“ abschaffen? Die kostet den deutschen Staat zwischen 7 und 9 Milliarden Euro pro Jahr.
Sofort dabei, wenn die CO2 Steuer, Energiesteuer und Mehrwertsteuer auf fossile Kraftstoffe in dem Maße gesenkt wird, wie BEV-Autokäufe, Kfz-Steuern, Parkplätze, Netzausbau, Ladepunktausbau, CO2-Zertifikate, EEG und Steuern bei den BEV subventioniert werden. Kein Problem. Und natürlich muss irgendwann dem erhöhten Gewicht der BEV und damit einhergehenden erhöhten Verschleiß der Infrastruktur Rechnung getragen werden, so wie in GB.

Es ist übrigens keine Subvention von Diesel, es ist ein Ausnahmetatbestand in der Steuergesetzgebung, der sinnvoll ist.

Ich helfe dir immer wieder gerne, kein Problem.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Haha
Reaktionen: Micha1976

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
56 EUR ohne Kopf machen versus
... 30 Euro mit der geeigneten Karte, ebenfalls ohne Kopf machen.

Sind pro Jahr gesehen rund 700 Euro Mehrkosten. Ich gönne dir, dass das für dich unter Pfennigfuchserei fällt.

Generell den Eindruck zu erwecken, dass man nicht Zeit in die Auswahl des für einen selbst geeigneten Ladetarifs stecken muss (gerade weil die Unterschiede im Detail so groß sind) halte ich aber für kontraproduktiv. Sonst kommt ein Anfänger, lädt mit seiner Kia Charge Karte (die er wochenlang stressfreie günstig am Schnelllader genutzt hat) über Nacht und hat anschl. 9 Stunden a 7.20 Euro Parkgebühren auf der Rechnung stehen.

Wichtig ist doch, dass nicht der Eindruck entsteht, dass man dieses Kartenspielchen oder das in der Nacht Aufstehen mit BEV machen muss

Natürlich muss niemand nachts aufstehen. Habe ich auch nie behauptet.

Aber sobald man "Zuhause wallbox, unterwegs Schnellader" verlässt ist das Thema Ladekarten leider nicht so easy, wie es vor ein paar Jahren mal war.


Man kann super entspannt mit einer Karte von EnBW o.ä.

Ich fahre jetzt seit 5 Jahren elektrisch, alle Anbieter - auch EnBW - haben mindestens einmal die Preise geändert. Und außerhalb von speziellen "in dem Tarif hast du ionity für XYZ Cent"-Tarifoptionen sagen auch eigentlich alle Anbieter, dass Du vor jedem Ladevorgang in der App gucken sollst was es kostet.

Und kein Anbieter, erst recht nicht die mit gut planbaren Preisen, hat jede Säule im Angebot. Was bei einem Schnelllader halbwegs egal ist (dann nimmt man halt den nächsten Rastplatz), wenn man am Zielort über Nacht laden will hingegen ein Thema ist.

Ich behaupte nicht, dass das ganze hochkomplex ist. Aber so zu tun als wären Ladekarten eine Entscheidung vergleichbar "nehme ich Aral Routex oder Euroshell oder UTA oder DKV", wo Du am Ende des Jahres bei allen mehr oder weniger das gleiche bezahlst, stimmt halt umgekehrt auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.326
1.440
CGN
Warum sollte in einer freien Marktwirtschaft Zwang und Einheitspreise gelten? Wenn etwas besser und billiger ist am Markt, setzt es sich durch. Wenn nicht, dann nicht.

Hat niemand gesagt.

Die Bundesnetzagentur setzt keine Einheitspreise und verbietet auch niemanden, besser oder billiger zu sein.

Sie reguliert da, wo in Teilmärkten Monopole sind, in dem der Monopolist sich zu hohe Preise genehmigen lassen muss.

Und wenn man sich das Rastplatz -Monopol von Tank+Rast anguckt (alleine die Frechheit, 1.50 Euro fürs Pinkeln zu nehmen und danach dem Tankstellenpächter zu sagen "Du musst die Bons annehmen auf auf den Kauf anrechnen. Bekommst nix dafür, aber weil das ja Werbung ist musst du uns was bezahlen" so dass der gar nicht anders kann als das Leiungswasser für 6 Euro den Liter zu verkaufen), aber auch zB sieht dass die Tankstellenbranche es freiwillig irgendwie nicht geschafft hat, den für die Verbraucher gedachten Tankrabatt ganz durchzureichen (dabei hatte es uns die CDU doch versprochen!) oder die 12 Uhr Regel, wie dämlich sie auch sein mag, einzuhalten, würde vielleicht ein bisschen "Ihr müsst euch Preiserhöhungen genehmigen lassen" nicht schaden.
 
  • Like
Reaktionen: fvpfn1