Wer glaubt, er verbringe viel Zeit in Hotels ...

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Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
1.622
2.189
Dafür brauche ich keine Kette wie Marriott.
Das habe ich in einem einzelnen Hotel geschafft.

Einen Status gibt es dort nicht. Der Service ist nicht immer exzellent aber immer engagiert.
Wenn ausgebucht bekomme ich trotzdem ein Zimmer. Genau dafür habe ich die Email des Managers.
Der Cafe Latte kommt zum Frühstück per Blickkontakt, der Rest bedient sich am Kaffeeautomaten.
Und ich erfahre bei Ankunft, wer wie mit wem verwandt ist oder wer schwanger oder krank ist.
Eine Passkopie von mir braucht da auch keiner mehr, es sei denn ich sage selbst, ich hätte einen neuen Pass.

Das Hotel Timor in Dili nutze ich bereits seit 2001, es wurde allerdings erst zur Unabhängigkeitsfeier am 20.05.2002 offiziell eingeweiht.
Damals fehlten im Erdgeschoss noch die großen Scheiben, die Bar war eine offene Raucherbar mit spannenden Menschen, es gab noch keine funktionierende Küche, Veranstaltungsräume oder den Restaurant-Saal. Nur ein paar der Zimmer im parellel zur Eingangsfront ausgerichteten Flur im 1. OG waren schon fertig… Es gab nur wenig Asphalt auf den Straßen und viel Schlamm, (auch) im Zentrum weideten Ziegen, Kühe und Schweine.
Das Hotel lag vor allem gegenüber dem Hafen, für mich 100 m zu Fuß zur Arbeit.

Allein im letzten Projekt (9 Jahre) habe ich sicherlich über 2 Jahre im Hotel Timor genächtigt (über 80.000 USD in dem 9-Jahres-Projekt nur auf Übernachtungskosten dort gebucht - das fing mit 75 USD/Nacht an und liegt jetzt post-2022 bei 110 USD/Nacht). Nur 2009-2015 gab es mal eine Zeit ohne Projekt dort.
Manche Reisen waren 10 Tage vor Ort, es gab genau einmal 3 Nächte und genau einmal 7 Nächte, es gab aber auch 5 Wochen am Stück, im Mittel eher 2-3 Wochen pro Reise. Immer mindestens 4 (zu Covid-Zeiten 2021 mit Sondererlaubnis) bis normalerweise 6 Reisen pro Jahr, auch mal 8 Reisen mit Reise zwischendurch nach Taiwan und Indonesien.

Auch die Casteway Bar (divetimor.com) gehört zu den Überlebenden aus jener Zeit in Dili, die Bar (und Restaurant) war zunächst deutlich kleiner (nur oberhalb der Küche) mit Platz für 4 (?) Tische weil noch ohne Überdachung der Einfahrt. Es gab zu der Zeit auch noch die One More Bar (von Australiern betrieben), die gibt es aber schon lange nicht mehr. Auch das Timor Thai Restaurant hat vor 3 Jahren die Segel gestrichen. Ein Burgerking gibt es 2 Grundstück weiter Richtung Regierungspalast und wenn man etwas weiter läuft auch noch Prato (Portugiese).
Damit wären eigneltich auch die umliegenden Verpflegungsmöglichkeiten am Abend umfassend beschrieben.
Wenn man was anderes will braucht man Fahrzeug.
 

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
7.493
6.055
@AntonBauer kann es sich wohl einfach nicht vorstellen 1/3 des Jahres im Hotel zu verbringen ;) :D
Er kann schon, er möchte es aber nicht. Und ich bin auch froh, dass ich es nicht mehr muss. Seit zwei Jahren sind Hotels für mich "freie Wahl" und gut für den Urlaub. Nach 35 Jahren internationalem Anwaltsgeschäft mit in der Spitze 150 Hotelnächten im Jahr (und wahrscheinlich 20 Nächten im Flieger) ist das sehr entspannend.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
28.201
13.959
irdisch
Kenne diesen Zustand und sehe ihn mit leichtem Mitleid. Das Leben aus dem Koffer ist nicht einfach, nicht mal in schönen und gut geführten Hotels. Aber da wird vieles einfacher. Freue mich immer, richtig zuhause zu sein.
 
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Tirreg

Rutscher des Grauens
08.03.2009
7.910
3.615
FRA
Die 118 Nächte in einem Jahr beeindrucken mich auch nicht.

Habe das auch locker in manchen Jahren geschafft. Habe bei Marriott den Platin mit über 80 Nächten und gleichzeitig den Hyatt Globalist mit weit über 100 Nächten erreicht. Das war ein Jahr lang Projektarbeit mit 4 Nächten (manchmal auch 3 oder 5) im Hotel. Solche Jahre gab es immer mal wieder, aber besonders "stolz" bin ich darauf nicht, weil es auch viel Zeit weg von der Familie und von Freunden bedeutet.

Was bei mir eher Mitleid auslöst, ist die Kombination aus 118 Nächte und 10.386 USD an Ausgaben. Das sind 88 USD im Schnitt pro Nacht. Dafür kriegt man kein wirklich tolles Hotel, wo es das Upgrade auf die Lieblingssuite gibt und einem morgens der Kellner beim Frühstück den frisch gepressten O-Saft und zwei Spiegeleier ohne Nachzufragen an den Lieblingstisch bringt ;) Das reicht allemal für ein runtergerocktes Fairfield Inn im Industriegebiet irgendwo in einer Kleinstadt im Mittleren Westen.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
28.201
13.959
irdisch
Ich kannte mal einen superfitten Bodyguard. Der hat mit seinen Kollegen sein Leben, immer direkt einsatzbereit, in Hotels verwartet, weil sein "Schützling" vor Ort meistens örtliche Bewachung kriegte, er aber immer mitreisen musste. Der hatte höchsten Status bei allen Hotel-Ketten. Er hat schließlich den Dienst quittiert und eine Lebensstellung aufgegeben, weil das auf Dauer zu langweilig wurde und ist woanders noch richtig erfolgreich geworden.
 

boekel

Erfahrenes Mitglied
04.11.2009
2.967
639
GVA
Der Witz sind ja die 1.225 Nächte . In manchen Jahren, okay, wenn man jung ist, warum nicht. Als Dauerzustand (offenbar ca. seit einem Jahrzehnt) schlimm.
sehe jetzt auch nicht wo das Problem liegt. Wenn ich meinen Urlaub mitrechne, komme ich jährlich immer locker auf 100 Nächte. 6 Wochen Urlaub roundabout 45 Nächte lassen noch 55 dienstliche übrig. Und dann hast du deine 1200 Nächten in 12 Jahren drin.

Wie von Tirreg erwähnt, hätte ich keine Lust diese Nächte in irgendwelchen Klitschen in the middle of nowhere zu verbringen.
 
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Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
12.517
12.225
LEJ
Der Witz sind ja die 1.225 Nächte . In manchen Jahren, okay, wenn man jung ist, warum nicht. Als Dauerzustand (offenbar ca. seit einem Jahrzehnt) schlimm.
Ne, wenn man "älter" ist, gerade dann hat man Zeit die halbe Welt zu erkunden, auch wenn viele Rennstrecken dabei sind.
Und was ist denn "schlimm" dabei, erklräre mal.

Sogar einmal 188 Tage am Stück vor neun Jahren, seit 2017gestückelt jährlich 120 bis 150 Tage und einmal vor vielen Jahren um die 280 Tage für Südostasien und Australien. Wo hast du ein Problem damit. Klar kann man warten bis zum "Ende", nur mitnehmen kann keiner was.
 
Zuletzt bearbeitet:

AntonBauer

Classics Geek
08.03.2009
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32
MUC
in welchem Zeitraum sind die denn angefallen?
Ich würde schätzen, innerhalb von 10 Jahren. Das ist, wohlgemerkt, eine Schätzung.

Methodik 1:
Das Posting ist aus dem späten November. Nach grobem Überschlag (mehr erlaubt die Datenlage nicht) kommt er im Jahr 2025 auf gut 120 Nächte. Da er im Posting keinen Hinweis darauf gibt, dass sich seine berufliche Situation verändert hat, käme man so auf rund 10 Jahre.

Methodik 2:
Das Originalposting ist oben verlinkt. Es steht jedem frei, sich Fotos des Original-Posters auf seinem Facebook-Profil anzusehen. Er schaut wie Anfang Dreißig aus, hat aber wohlgemerkt einen College-Abschluss. Das lässt kaum mehr als 10 Jahre Zeit für die Berufstätigkeit.
 
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AntonBauer

Classics Geek
08.03.2009
2.476
32
MUC

Fee44

Erfahrenes Mitglied
22.04.2022
2.443
3.804

AntonBauer

Classics Geek
08.03.2009
2.476
32
MUC
Sicher, dass das Penthouse in Berlin noch aktuell ist? Ich meinte, gelesen zu haben, dass er während Corona ja aus dem Atlantic rausmusste und dann erst nicht wusste, wohin ... Es hieß dann, er sei bei Freunden untergekommen.
Das wurde 2020 berichtet, war aber offenbar nur sehr temporär.

Vgl. von Mai 2022: "Keine Auftritte, als einziger Gast im Lockdown im Hamburger Atlantic-Hotel, wo Lindenberg wohnt, die Korridore abgedunkelt."
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
28.201
13.959
irdisch
Leute, die in Hotels wohnen, gibt es glaube ich sehr viele. 1300 Nächte sind da keinerlei Besonderheit. Besonders fies finde ich monatelanges Leben am Stück im Hotel. Kannte mal jemanden, der rund um Covid im Hotelzimmer bleiben musste, ständig. Es war wenigstens eine schicke Suite, die haben dann mit den Kollegen in den anderen Suiten auf dem gleichen Gang gegenüber gemeinsam per Videokonferenz Frühsport gemacht und solche Schoten, um nicht durchzudrehen. Raus durften sie nicht, nicht mal in den Gang.
 
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odie

Erfahrenes Mitglied
30.05.2015
9.540
6.408
Z´Sdugärd
Von Facebook. Das ist der Originallink: Link zum Posting Ich bin definitiv beeindruckt, aber ganz, ganz sicher nicht neidisch.
Ernsthaft und ohne arrogant zu sein...aber das hatt ich schon in 5 Jahren und weniger. Jeder der mal aktiv im Aussendienst war (also nicht die roten Hilti/Würth Auto Piloten) kann da nur müder drüber lächeln.
 

odie

Erfahrenes Mitglied
30.05.2015
9.540
6.408
Z´Sdugärd
Der Witz sind ja die 1.225 Nächte . In manchen Jahren, okay, wenn man jung ist, warum nicht. Als Dauerzustand (offenbar ca. seit einem Jahrzehnt) schlimm.
Warum soll das schlimm sein?

Wenn du (wie ich) deine Partnerin schon kennen gelernt hast wo das schon so war, gibts da auch in der Beziehung keinerlei Probleme.

Ich hatte sogar mal n Kollegen, der war in den 90ern mal 5 Jahre (also 5x365 Tage) Nonstop im Iran (damals war das ja noch n kleineres Abenteuer), der Vorteil wenn du das eben beruflich machst: Du verdienst nebenher ein scheiss Geld. Danach kannst du dir dein Häusle eben BAR zahlen, 5 Jahre nix tun und hast immer noch was auf der Seite.

Und sooo schlimm sind Hotels auch nicht. Gut das passende musst halt finden. Dein Bett wird immer gemacht, die Minibar ist immer voll, nach 3 Monaten kennst du das ganze Team, nach Monaten wirst zu deren Sommerfest eingeladen...