Luftfahrt in Deutschland im Niedergang

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Onkel Dubai

Erfahrenes Mitglied
01.07.2012
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Frankfurt, Genf, London
Wenn du in 1,5h in STR bist?

Die Frage ist doch wieviele man sich leisten kann/will/soll?
Was soll der Kommentar? Warum sollte ich 30 Minuten zu eine Flughafen fahren, wenn es einen 10 Minuten entfernt gibt? wir brauchen wieder anständigen Linienverkehr nach Saarbrücken, Hof, Bayreuth, Erfurt, Kassel, Augsburg, Kiel, Rostock usw.
 

nhobalu

Forumskater
18.10.2010
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im Paralleluniversum
Wenn du in 1,5h in STR bist?

Die Frage ist doch wieviele man sich leisten kann/will/soll?
3,7 Mio Menschen letztes Jahr haben das definitiv anders gesehen als Du.

Zumal ein Flughafen wie FFM einfach viel kürzere Wege hat, keine Autobahn, die permanent staugefährdet ist und für die Region bis hin in nach Vorarlberg einfach deutlich näher als eben Stuttgart, Zürich oder München.
 

Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
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Leute, wir fixen mit dem Militärbudget im Land Bremen die Infrastruktur, welche entweder vor über 100 Jahren zu Kaisers Zeiten auf Deutscher Eiche oder in den 70er Jahren nach dem Wirtschaftswunder mit billigem Beton für viel geringere Verkehrsbelastungen gebaut wurde.

Im Moment kann der Zustand der Verkehrswege an der Weser jede russischen Mot-Schützen-Division ohne jegliche Investitionen zum Aufgeben zwingen, ohne dass ein Schuss fallen müsste. Zumindest wenn man noch den Wesertunnel südlich Bremerhaven flutet.

Der Fähranleger in Bremerhaven ist wegen Bohrmuschel an Eichenpfählen zusammengesackt (unbenutzbar), die gegenüberliegende Kaje samt Leuchtturm ist schon vor Jahren aus dem gleichen Grund zusammengebrochen (wird gerade neu gebaut). Alle Ost nach West verlaufenden Hauptstraßen in den anliegenden Gemeinden sind auf 30 km/h wegen Fahrbahnschäden heruntergesetzt (da passiert bisher nichts und ist auch seit über 35 Jahren nichts aus Flicken passiert!).

In Bremerhaven:
2 Brücken zu den sog. Havenwelten (Einkaufzentrum, Zoo, Atlantic Hotel Sail City, großes Parkhaus) sind ebenfalls wegen der Bohrmuschel unlängst gesperrt worden, da keine Restlebensdauer mehr nachweisbar. Es ist in Folge nur mit Mühe gelungen, das 35Mio-Budget für einen Neubau aufzutreiben (Dauer: mindestens 3 Jahre). Fußgängerverkehr geht nun erstmal über einen improvisierten Ponton mit einer Kombination aus offenen Containern und Gerüstbaumaterial als Brücke. PKW fahren im Wechselverkehr über eine dafür nie vorgesehene Fußgängerfläche entlang des Einkaufszentrums.

Auch die Hauptverkehrsverbindung über die Geeste im Wege der Stresemannstraße ist bzgl. der Brücken nur noch auf die Restlebensdauer angewiesen (von 3 Spuren Richtung Süden ist 1 nutzbar, in Richtung Norden 2). Es sind weniger die Brücken selbst als die Brückenlager.
Die zweite Hauptverkehrsverbindung über die Hafenstraße ist ebenfalls gestört, da halbseitig durch ein Gerüst versperrt, das eine Fassade eines Hauses sichert, die umzufallen droht. Der Besitzer: nicht erreichbar.
Als dritte Verbindung gibt es dann nur noch die Barkhausenstraße, die auch als Hafenanbindung genutzt wird. Dort gilt bereits heute abschnittsweise Tempo 30, kann man auch als Teststrecke für Federungstests verwenden.
Wer jetzt mitgerechnet hat, sieht jetzt noch 3,5 Fahrspuren über die Geeste und 2,5 Fahrspuren Richtung Süden, es gibt aber _noch_ die Autobahn entlang Bremerhavens mit 2 Spuren Richtung Norden und 2 Spuren Richtung Süden, wenn die Brücken neu gebaut werden werden das auch nur 1+1.. Alles andere ist dann Landstraße (ohne Fahrbahnmarkierung) im Umland, auch bereits geschwindigkeitsbeschränkt und abgelastet. SUV-Dichte hat hier halt auch was mit den Straßenverhältnissen zu tun. Das betrifft also nicht nur Bremerhaven sondern auch die 50 km nördlich davon bis Cuxhaven.

Die Bremischen Häfen bekommen für aus “militärischen Gründen“ 1,3 Mrd. neue, auch schwerlastfähige Kajen, die vor Jahren kollabierte Brücke über den Verbindungshafen wird hoffentlich wieder ertüchtigt und irgendwas an der Hafenbahn wird auch gemacht. Nur als Anmerkung: die Amerikaner schaffen den Umschlag seit Jahrzehnten in demselben Hafen (Bremerhaven ist „Terminal 1 Europe“) über die ABC-Halbinsel - ohne diesen Ausbau. Da sind auch schon Helikopter ausgeladen worden und dann mit Minimal-Sprit die paar Kilometer nach Nordholz gestartet (MFG3, gleichzeitig NATO-Airbase).
Der Bahnkorridor Bremen-Bremerhaven (die Hafenanbindung) ist hochgradig überlastet und soll demnächst eine Streckensanierung bekommen, die RE fallen derzeit aus Kapa-Gründen häufig aus, abends fährt häufig nur noch SEV.

Separat werden in Stadt Bremen so ziemlich sämtliche Weserbrücken zu ersetzen sein, entlang Bremerhaven werden 7 Autobahnbrücken zwischen Geestemünde und Leherheide durch den Bund komplett neu gebaut, denn die haben fertig.
Darunter die kaum als Brücke erkennbare 1,4 km lange Moorbrücke (60/80-Limitierung) sowie der komplette Autobahnzubringer Mitte.

Der Bremer Flughafen wird gestützt, die militärische Nutzung in Bremen hat vor allem mit Airbus zu tun (A400M etc.), die direkt an den Flughafen mit Rollweg angebunden sind. Es gibt wohl eine SLB-Sanierung und irgendwas muss auch an den Rollwegen gemacht werden, vielleicht auch ein paar extra Abstellflächen mit Betankungsanlage. Da kommt jedenfalls keine Kampfjet-Staffel hin.

Ansonsten ist das ein fast in der Stadt gelegener Flughafen, nicht irgendwas auf dem weiten Feld sondern mit Straßenbahn in wenigen Minuten aus der Innnenstadt erreichbar.
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
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Das sind ja fast Insiderkenntnisse :LOL: Naja, nicht ganz, das steht alles so auch in der Zeitung, aber natürlich nur der lokalen bis regionalen. Man könnte noch erwähnen, dass durch den Abriss des Karstadt die Fußgängerzone so aussieht wie Aleppo, aber das ist ja keine Verkehrsinfrastruktur, insofern kann man das weglassen. Aber noch erwähnenswert als Verkehrsachse, die Columbusstraße ist da ja auch noch, in gutem Zustand und sechsspurig, da streitet man sich noch, ob die zur Verkehrsberuhigung und zur Herstellung von Sichtachsen auf vier oder zwei Spuren reduziert wird.

Der Flugplatz Luneort war ja auch mal schöne Verkehrsinfrastruktur, die ist auch weg, 2016 abgeschenkt, um einen Schwerguthafen für Windenergieanlagen stattdessen zu bauen. Eigentlich ein guter Deal? Ja, vielleicht, ich kann auch mal die Brille des Luftfahrtfreundes abnehmen - aber dann wurde der Planfeststellungsbeschuss für den Hafen vom Bundesverwaltungsgericht einkassiert. Jetzt hat man weder Flugplatz noch Windenergie-Hafen. Die Lotsen hätten gerne einen Hubschrauberlandeplatz, um für den Versetzdienst nicht immer nach Wilhelmshafen zum Flugplatz Mariensiel gondeln zu müssen. Nachdem man diverse Standorte ausprobiert hat, die alle nichts waren, ist man dann jetzt wieder beim alten Flugplatz gelandet (buchstäblich). Wird das dauerhaft? Man weiß es nicht - aber das hätte man auch einfacher haben können.

Wobei, ob die Windkraftindustrie nicht mehr nach Helgoland fliegen kann, weil der Flugplatz Bremerhaven geschlossen ist, oder weil der OFD seine Islander kaputtgeflogen hat und keinen Ersatz findet, ist dann auch fast egal.
 

Langstreckenpendler

Erfahrenes Mitglied
28.12.2021
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Das sind ja fast Insiderkenntnisse :LOL:
Ach was ;-) Heute frisch: Die Finanzierung des Neubaus der Geestequerung Stresemannstraße (73 Mio) erfolgt auch aus Pistorius-Mitteln.
Also nutzen wir in Zukunft in der Stadt primär militärische Infrastruktur.

Naja, nicht ganz, das steht alles so auch in der Zeitung, aber natürlich nur der lokalen bis regionalen. Man könnte noch erwähnen, dass durch den Abriss des Karstadt die Fußgängerzone so aussieht wie Aleppo, aber das ist ja keine Verkehrsinfrastruktur, insofern kann man das weglassen.
Ich kann mich gar nicht dran erinnern, wann ich in letzter Zeit mal in der Fußgängerzone war... Irgendwann, als das Covid-Impfzentrum zeitgleich mit dem Weihnachtsmarkt zusammenfiel.
Ich habe mal die Frage eines auswärtigen Gastes in einem bekannten Restaurant am Neuen Hafen mitgeschnitten, wo denn die Leute in den Häusern am Neuen Hafen einkaufen, mitgeschnitten. Man konnte das angesichts der Fußgängerzone nicht so ganz annehmen...
Antwort: Einkaufen tut man in Oldenburg, Bremen (auch immer weniger) oder Hamburg.

Aber noch erwähnenswert als Verkehrsachse, die Columbusstraße ist da ja auch noch, in gutem Zustand und sechsspurig, da streitet man sich noch, ob die zur Verkehrsberuhigung und zur Herstellung von Sichtachsen auf vier oder zwei Spuren reduziert wird.
Mein persönliches Highlight ist die Ampel Höhe Radarturm, seitdem die Fahrradspuren markiert wurden - mit Vorrangschaltung für Radfahrer usw. - Stau Richtung Süden garantiert.

Der Flugplatz Luneort war ja auch mal schöne Verkehrsinfrastruktur, die ist auch weg, 2016 abgeschenkt, um einen Schwerguthafen für Windenergieanlagen stattdessen zu bauen. Eigentlich ein guter Deal? Ja, vielleicht, ich kann auch mal die Brille des Luftfahrtfreundes abnehmen - aber dann wurde der Planfeststellungsbeschuss für den Hafen vom Bundesverwaltungsgericht einkassiert.
Nicht ganz. Das OVG Bremen war es. Anfang 2019 war ich noch selber als Sachverständiger im Gerichtssaal. Inhaltlich ging es da um den Flächenbedarf (warum so groß...).
Der BUND argumentierte mit Zeitungsartikeln, ich mit realer Projektausführung. Letztlich war die Begründung, dass die Ernsthaftigkeit des Senats gefehlt hätte, da das hochverschuldete Bundesland Bremen das Geld während der jahrelangen Dauer des Verfahrens nicht einfach reserviert auf einem Sperrkonto hat liegen lassen.

Jetzt hat man weder Flugplatz noch Windenergie-Hafen. Die Lotsen hätten gerne einen Hubschrauberlandeplatz, um für den Versetzdienst nicht immer nach Wilhelmshafen zum Flugplatz Mariensiel gondeln zu müssen. Nachdem man diverse Standorte ausprobiert hat, die alle nichts waren, ist man dann jetzt wieder beim alten Flugplatz gelandet (buchstäblich). Wird das dauerhaft? Man weiß es nicht - aber das hätte man auch einfacher haben können.
Was es wird kann ich Dir nicht sagen, 50 Starts/Landungen sind aktuell versuchsweise erlaubt.

Wobei, ob die Windkraftindustrie nicht mehr nach Helgoland fliegen kann, weil der Flugplatz Bremerhaven geschlossen ist, oder weil der OFD seine Islander kaputtgeflogen hat und keinen Ersatz findet, ist dann auch fast egal.
Die fliegen auch nicht mehr von Nordholz...
War am 27.08. auf dem Flugplatz in Emden bei Heli Service International, die haben dort 8 Helikopter AW139/AW169 in der Flotte, war auch in den Hallen, wo die Checks gemacht werden. Sagen wir so: ich plädiere angesichts der Kosten für kurze Wege...