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Erstmal danke für deinen Beitrag. Man sieht hier selten sowas vernünftiges.Meine Mutter ist 82 Jahre alt, geistig topfit, aber das kann sie nicht. So ein Touchscreen ist für sie eine unerklärliche Welt, sie blickt drauf, weiss aber nicht, wo sie klicken muss und eine unbeabsichtige Berührung, ein neues Fenster geht auf und schon ist es gelaufen. Leute ihrer Generation ziehen sich deswegen zurück, sie fährt nur Zug, wenn sie ein Papierticket in der Hand hat oder sie fliegt nur, wenn sie jemand sie begleitet aus Angst, kein Billett vorzeigen zu können. (Ein Grossteil meiner Familie lebt in Flugdistanz) Ihre Generation würde nie ohne Billett in den Zug steigen und in eine Kontrolle zu geraten und kein Billett vorzeigen zu können, setzen sie einer Katastrophe gleich und das bringt man ihnen nicht aus dem Kopf. Und so geht es nicht nur ihr, sondern vielen, auch jüngeren Senioren und nicht alle haben Familie, die sie unterstützen kann.
Es ist eben nicht so, dass es doch so einfach ist und alle das können sollten und sonst Pech gehabt. Ein Teil wird durch diese digitalen Prozesse ausgeschlossen. Das kann man schlimm finden oder nicht, aber das ist halt die Realität.
Ich reise mit einem Palm, weil der so herrlich klein ist und ins Portemonnaie passt, trotzdem einen gut lesbaren Bildschirm hat und man auch die Tasten gut trifft. So muss ich keinen Knochen im Sack rumschleppen. Aber beim Boarding, manchmal bei der Security, zickt hin und wieder der Scanner, weil er den QR-Code nicht lesen kann. Warum weiss ich nicht, hab vieles ausprobiert, manchmal geht es, manchmal nicht. Soll ich jetzt deswegen ein neues Handy kaufen? Ich drucke es aus und mein Problem ist gelöst.
Das kann man als bedauerliche Einzelfälle abtun, man kann diese Entwicklung und dieses Tempo gut finden, als Gewinn sehen. Tatsache ist aber auch, wer diese Entwicklungen nicht mitgehen kann oder will - aus welchen Gründen auch immer - abgehängt und ausgeschlossen wird. Das mag in 20 Jahren anders sein.
Wenn man es so global betrachtet, ist es eine Abwägung gesellschaftlicher Natur, da hast du Recht. Eben die Frage, wieviele kann oder darf man zurücklassen. Und eben auch die Frage, wenn man Allen gerecht werden will, wer trägt die Kosten. (Alle wie bei PRM oder eben der einzelne als Gebühr). Und das führt auch zur Frage wieviel Daseinsvorsorge ist denn (Billig)Flugverkehr. Kann man sicher unterschiedlich sehen.
Auf der anderen Seite (meine Meinung) kann man eben nicht jeden Fortschritt aufhalten. Und (leider) ist der Fortschritt technisch heute eben auch sehr schnell.
Bei vielen, die in der älteren Generation eben nicht mit moderner Technik klarkommen ist es auch eine bewusste Entscheidung dagegen (siehe manche im Forum). Man darf nicht vergessen, dass digitales im Alltag nun schon seit ~25 Jahren ein Thema ist, im Beruf je nach Land und Job eher schon seit 40 Jahren und mehr.
Wir sind in Deutschland auch sicher kein Innovationsfreudiges Volk und manch Nachbarland auch nicht (da du von Billett schreibst, denke ich mal du bist Schweizer). Aber manchmal muss es eben weiter gehen. Die Abschaffung des Eurocheques haben wir ja genauso überstanden, wie die Abschaffung des analogen Fernsehens und noch vieles mehr und an der Abschaffung von Faxgeräten arbeiten wir seit Covid ja auch
Aber zurück zum Thema Ryanair - digitale Bordkarten waren da doch schon vorher normal und die Restgruppe klein. Die Gruppe an Älteren, die es wirklich auch nicht mehr können sollte auch verschwindend gering sein oder vll. mal als PRM unterwegs.
Und gehen wir doch mal gedanklich einen Schritt weiter - ob wir wollen oder nicht, Boarding mit Gesichtserkennung wird wohl eh die Zukunft sein und das Thema Bordkarte damit obsolet sein. Meine Vermutung zumindest.





