Zusammen mit dem gerne angefuehrten “Begpacking”, wo immer gerne skandalisierend auf das reiche Herkunftsland hingewiesen wird, halte ich das für kaum messbare Phänome. Rein populistische Maßnahmen für die empörte Bevoelkerung, teilweise auch für Touristen, die sich für was qualitativ Besseres halten und die Geldbörse freiwillig fuer Fantasiegebuehren weiter oeffnen. Der gemeine Sauftourist aus Australien steckt hinsichtlich Wirtschaftskraft vermutlich auch Letztere noch in die Tasche. Ich sehe da jetzt keine größere Gefahr für die Barszene in Kuta…
Für ein Visum brauchst Du immer einen Zweck des Aufenthalts, bei Touristen ist es halt Geld im Land ausgeben.
Nur das Vorhandensein einer solchen Begründung rechtfertig den Aufenthalt. Das ist übrigens nichts Bali-Spezifisches.
Mach Dir bewusst, dass Du dort primär als Einnahmequelle betrachtet wirst, wofür man dort sicherlich alles tut - aber bitte ohne Probleme.
Das begpacking ist ein Extrem, es gibt aber diese Menschen mit der fixen Idee von Bali als Paradies. Oder halt „Creator“ und Remote-Worker, wo dann der Geldfluss beim Arbeiten im Internetcafe irgendwann versiegt, die verhinderten Yogalehrer bis hin zu Kriminellen (auch aus Deutschland) etc.
Häufiger hast Du aber die Variante mit Billigflieger aus Australien kommend, 1-2 Nächte wach in Kuta und ohne Hotel und dann wieder per Billigflieger zurück. Ähnliche Phänomene kennen wir in Deutschland Richtung Ballermann und auch dort fährt man eine Art Qualitätsoffensive.
Mal ein bisschen Faktengeballer:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Hotel liegt - aus interkontinentaler deutscher Perspektive eher unerwartet - übrigens deutlich unter 3 Tagen - mit Schwerpunkten auf 1* und 5*. Aber ich denke, der Schwerpunkt auf Kurzaufenthalt (<3 days sind 2 Übernachtungen) wird deutlich.
Der durchschnittliche Aufenthalt bei Ein- und Ausreise liegt bei Ausländern übrigens bei 6,85 Tagen - darauf beziehen sich auch die 351 USD, d.h. der durchschnittliche ausländische Urlauber gibt inkl. love bali, Flughafengebühren, Transport, Hotel, Essen&Trinken, Ausflüge/Besichtigungen, Shopping und Massage etwa 50 USD pro Tag und Person tatsächlich auf Bali aus.
From January to May 2025, Bali saw 2.64 million international arrivals, a 9.0% increase over the 2.42 million arrivals in the same period of 2024.
roadgenius.com
Setze das mal ins Verhältnis zu den für Europäer aufgerufenen Preisen...
Der Domestic Guest ist übrigens im Schnitt deutlich kürzer auf Bali und gibt sicherlich auch keine 351 USD aus.
Du musst zwar eine Unterkunft bei der Einreise angeben, wenn das aber die Adresse des Flughafens selbst ist (mache ich bei einem Teil meiner <1h-Transits, das Hotel heißt dann „Transit only - departing on @Flugnummer@ sameday“), ist das bisher auch kein Problem und wird es same-day auch nicht sein. Aber wenn es halt mehrere Tage sind, so möchte man schon, das auch mindestens mal irgendein Hotel genutzt wird.
Love bali mag zwar eine Phantasiegebühr ohne erkennbaren Nutzen und Kontrolle sein. Trotzdem hat es nichts damit zu tun, sich für was Besseres zu halten, wenn man das bezahlt. Sondern es bedeutet schlicht, sich an die Regeln zu halten - auch wenn das z.B. für meine Transitaufenthalte ohne jeglichen erkennbaren oder auch. nur denkbaren Nutzen ist.
Aber wir kommen hier sonst in den Bereich von Dikussionen, ob man z.B. Strafzettel im Ausland bezahlen sollte/muss.
Die werden dann genauso gefälscht, wie die Rückreisetickets. Das ist ja unkontrollierbar.
Naja, die Fälschung stellt man fest wenn der Tourist mittellos ohne Rückflugticket auf Bali sitzt und aufgegriffen wird.
Dann folgt Abschiebehaft, Abschiebung und Einreiseverbot.
Der Grossteil der Bevölkerung hat daran wahrscheinlich noch keinen Gedanken verschwendet, vielleicht ein paar wenige, die tatsächlich von bettelnden oder schwarzarbeitenden Touristen betroffen waren.
Das geht ganz einfach: Beschwerde an der Rezeption. Die kümmern sich.
Es geht ja nicht nur um westliche Touristen.
Wo Du Recht hast.
Nach wie vor glaube ich nicht, dass das kommen wird. Falls doch, werde ich es überleben, das Reisen wird sowieso immer komplizierter, weil man für jedes Land zuerst alle die nötigen Dokumente sammeln und sich zum Teil an mehreren Orten online registrieren und/oder bezahlen muss. Das sind unterdessen so viele Dinge, dass ich mir die gar nicht mehr merken kann und mich vor jeder Einreise wieder neu informieren muss. Kommt dazu, dass das ständig ändert.
Wenn die aber schon im voraus eine genaue Reiseroute und Hotelbuchungen von mir wollen, dann werde ich schon ziemlich sauer.
Ich werde das auch überleben - und ich denke, es wird um die Hotelbuchungen gehen.