15.08.26 VN34 MUC-HAN B789 Runway overrun & tailstrike

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Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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12.747
Wenn man die Länge der Bremsspur sieht (Mindestens 300m, eher 500m), dann müsste viele Sekunden lang gebremst worden sein,
bei 160kt = 296 km/h = 82 m/s maximal 6 Sekunden.

Sobald die Leistung rausgezogen wird, kommen automatisch Bremsen und Groundspoiler.
Automatisch oder jeweils wenn gearmt?

wenn in deinem Auto die gelbe Warnlampe vom Schaubenwaschwasser aufleuchtet, oder?
Es waren die Bremsen, nicht das Wasser... Und ja, wenn bei meinem Auto eine Bremswarnleuchte aufleuchtet, dann fahre ich vermutlich nicht mal mehr bis zur Werkstatt.
 

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Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.527
12.747
Das sind aber Standard before T/O Checklist items.
Die sind aber u.U. für die Airline customized. Es mag welche geben, die es nicht so handhaben.
Daher die Frage ob Teil der 787 Systemphilosophie oder jeweils eine spezifische, wählbare Option. Bei Boeing hätte ich mich gewundert, wenn es Standard wäre.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
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7.243
Die sind aber u.U. für die Airline customized. Es mag welche geben, die es nicht so handhaben.
Daher die Frage ob Teil der 787 Systemphilosophie oder jeweils eine spezifische, wählbare Option. Bei Boeing hätte ich mich gewundert, wenn es Standard wäre.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Airlines gibt, die das nicht machen. Warum soll man sich für einen RTO da selbst was stricken und wertvolle Meter verschenken?
 

ek046

Erfahrenes Mitglied
29.05.2013
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Beim Beschleunigen auf dem Rollfeld habe die Besatzung bereits Probleme bei der Boeing 787-9 festgestellt, hieß es demnach in dem Bericht unter Berufung auf die Piloten des Fluges: Ungefähr auf halbem Weg auf der Startbahn habe die Maschine rund zwei Sekunden lang nicht an Tempo zugelegt.

Danach habe die Maschine zunächst bis zur kritisch erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen.

Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe die Crew den Startvorgang fortgesetzt, heißt es weiter im Bericht der Luftfahrtbehörde vom Dienstag. Der Kapitän habe die Triebwerks-Schubhebel auf maximale Position gebracht - und die Flugzeugnase hochgezogen.



 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
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Dahoam
Danach habe die Maschine zunächst bis zur kritisch erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen.

Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe die Crew den Startvorgang fortgesetzt, heißt es weiter im Bericht der Luftfahrtbehörde vom Dienstag.
Natürlich doof wenn zwischen V1 ("Go") und VR ("Rotate") die Beschleunigung in den Keller geht. Zu wenig Runway zum Bremsen und zu wenig Speed zum Abheben.
 
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Gulliver

Erfahrenes Mitglied
10.11.2009
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Kerkrade (NL)
www.kuhnert.nl
Beim Beschleunigen auf dem Rollfeld habe die Besatzung bereits Probleme bei der Boeing 787-9 festgestellt, hieß es demnach in dem Bericht unter Berufung auf die Piloten des Fluges: Ungefähr auf halbem Weg auf der Startbahn habe die Maschine rund zwei Sekunden lang nicht an Tempo zugelegt.

Danach habe die Maschine zunächst bis zur kritisch erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen.

Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe die Crew den Startvorgang fortgesetzt, heißt es weiter im Bericht der Luftfahrtbehörde vom Dienstag. Der Kapitän habe die Triebwerks-Schubhebel auf maximale Position gebracht - und die Flugzeugnase hochgezogen.



Dann haben die Messpunkte aus dem Screenshot dieses Beitrags Screenshot Messpunkte auf Startbahn ja doch eine gewisse Aussagekraft.
Denn die von mir dazu erstellte Tabelle zur Beschleunigung passt dann zur Aussage der Piloten.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.527
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Warum soll man sich für einen RTO da selbst was stricken und wertvolle Meter verschenken?
Erstens kann ein RTO auch ganz am Anfang der Piste passieren, dann ist eine Vollbremsung überhaupt nicht nötig (oder verzögert sogar das Verlassen der Piste, da erst in der zweiten Hälfte die Taxiways den richtigen Winkel haben) und löst bei den Passagieren nur unnötige Unruhe aus, ausserdem kannst du parallel zum Gas wegnehmen ja auch schon selbst manuell mit den Pedalen bremsen, schneller macht die Automatik das auch nicht und mehr bremsen als das ABS erlaubt kannst du auch nicht.
Es gibt durchaus Airlines, die nicht alles automatisiert haben wollen. Es gibt durchaus Unfälle, die von Automatiken und der Erwartung der Piloten daran ausgelöst wurden. Manchmal ist es besser, Dinge manuell zu machen. Das vermeided Misverständnisse zwischen Pilot und Systemen. Und Fehlfunktionen (wer weiss, vielleicht hat hier Autobreak fälschlicherweise eingegriffen, wobei es dann schon sehr schlecht programmiert wäre wenn da keine Sicherheitsüberprüfungen integriert sind... Hat hier jemand MCAS gesagt?)
 

MANAL

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29.05.2010
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Dahoam
Beim Merkur finde ich einige detailliertere Aussagen der Piloten die ich sonst nirgends bisher gelesen habe:

Während die Besatzung das Flugzeug auf der Startbahn beschleunigte, stockte die Maschine plötzlich: Ungefähr auf halber Strecke habe das Flugzeug rund zwei Sekunden lang keine Geschwindigkeit mehr aufgebaut, heißt es in dem Bericht, der sich auf Angaben der Piloten stützt. Anschließend habe die Maschine zwar wieder bis zur kritisch notwendigen Mindestgeschwindigkeit beschleunigt – doch dann fiel das Tempo erneut ab.

Da zu diesem Zeitpunkt nicht mehr genug Startbahn übrig war, um den Vorgang noch sicher abzubrechen, entschied der Pilot, den Start fortzusetzen. Er brachte die Schubhebel der Triebwerke auf volle Leistung und zog die Flugzeugnase hoch. Das Abheben gelang – doch kaum war die Maschine in der Luft, schlugen Warnmeldungen an: Das Heck des Flugzeugs hatte beim Abhebevorgang das Rollfeld berührt, ein sogenannter Tailstrike. Gleichzeitig meldete das System, dass vier der acht Reifen Luft verlören. Eine erste Inspektion bestätigte später: Drei Reifen auf der linken Fahrwerksseite und einer auf der rechten waren geplatzt.
 
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Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
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Hindsight is 20/20, und jetzt im nachhinein ist es natürlich leicht zu sagen, dass der Start hätte abgebrochen werden müssen. Aber so langsam könnte man schon mal fragen, ob das nicht auch schon in der Situation selbst hätte erkannt werden müssen.

Natürlich doof wenn zwischen V1 ("Go") und VR ("Rotate") die Beschleunigung in den Keller geht. Zu wenig Runway zum Bremsen und zu wenig Speed zum Abheben.

Zur Flugvorbereitung gehört aber auch, sich darüber zu informieren, wie es hinter der Bahn aussieht, sprich, welche Konsequenzen es hätte, wenn man nach einem Startabbruch außerhalb der Bahn zum Stehen kommt. Und da ist in MUC ja nicht gerade ein Kliff, eine Mauer oder andere Hindernisse, auf die zu treffen katastrophale Konsequenzen hätte.
 
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marcus67

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17.01.2015
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Erstens kann ein RTO auch ganz am Anfang der Piste passieren, dann ist eine Vollbremsung überhaupt nicht nötig (oder verzögert sogar das Verlassen der Piste, da erst in der zweiten Hälfte die Taxiways den richtigen Winkel haben) und löst bei den Passagieren nur unnötige Unruhe aus,
Aus genau diesem Grund wird Autobreak RTO bei der B787 erst ab 85kt ausgelöst. Darunter bremst man selbst - bzw. lässt das Flugzeug ausrollen.
 
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marcus67

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17.01.2015
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Zur Flugvorbereitung gehört aber auch, sich darüber zu informieren, wie es hinter der Bahn aussieht, sprich, welche Konsequenzen es hätte, wenn man nach einem Startabbruch außerhalb der Bahn zum Stehen kommt
Das macht bei einem Verkehrsflugzeug niemand. Man berechnet ja alles so, dass entweder abheben kann oder auf der Bahn zum stehen kommt.

Auch wenn in MUC auf der 26L hinter der Bahn alles frei ist - 1km Wiese reicht nie, um das Flugzeug aus über 160kt zum Stehen zu bringen. Frei oder nicht, das hätte eine Katastrophe gegeben.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Noch ein interessantes Detail:

Alle Verkehrsflugzeuge nutzen beim Start ein sog. Takeoff Inhibit System. Ab 80kt werden weniger wichtige Fehler unterdrückt, bis man 400ft erreicht hat. So will man verhindern, dass unwichtige Dinge die Piloten ablenken oder zu Fehlern führen.

Erkennt das Flugzeug eine hängende Bremse, so wird das über 80kt bei der B787 auch unterdrückt...
 

Sedgi

Erfahrenes Mitglied
27.10.2023
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Sorry, sollte das schon gepostet worden sein, aber ich mochte jetzt nicht den ganzen Faden durchgehen:


 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.943
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Auch wenn in MUC auf der 26L hinter der Bahn alles frei ist - 1km Wiese reicht nie, um das Flugzeug aus über 160kt zum Stehen zu bringen.

Nein, das meinte ich nicht. Sondern dass man, wenn man um oder auch kurz nach V1 merkt, dass die Beschleunigung nicht ist, wie sie sein sollte, dass man dann zwar wahrscheinlich nicht mehr auf der Bahn zum Stehen gekommen wäre, aber auf einer ebenen freien Grasfläche.
 

Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
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LEJ
Ich saß nicht im Flugzeug. Aber wenn wirklich spürbar/wahrnehmbar war, dass irgendetwas nicht stimmt hätte ich die Nummer eher nicht durchgezogen.
Wann, bei welcher Geschwindigkeit, nach wie vielen Metern Reststartbahn. Dazu der Faktor Mensch und die Technik mit den Reaktionszeiten.
Alles graue Theorie.
Ich meine noch immer, die zwei da vorne haben einen guten Job gemacht.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
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Die ganzen "Vorabberichte" der Vietnamesischen Behörden sind eh Quatsch.

Die phantasieren sich was zusammen, bei dem VN gut aussieht. Mit den Tatsachen und dem wirklichen Ablauf hat das nicht viel zu tun.

Der nächste Schritt sind dann Verschwörungstheorien, die besagen, dass Boeing alles vertuschen will.