Bahn-Sammelthread

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Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
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Alles eine Folge der Idiotie der Idee des Börsengangs in den 90er Jahren. Seitdem hat man die Bahn kaputtgespart. Ersatzsysteme kosten nun mal was. Und da bei einem Ausfall kein Zug abstürzt ist es wirtschaftlich sicher günstiger so einen Ausfall zu haben, als permanent Reserven vorzuhalten. Als Monopolist ist dir ja eh alles egal. Ist ja nicht anders als man in Bayern den Betrieb für fast eine Woche eingestellt hat, weil es mal ordentlich geschneit hat. Aber Räumfahrzeuge kosten etwas.

Genauso mit Weichenverbindungen oder Ausweich- und Abstellgleise. Die hat man auch systematisch reduziert um sich für den Börsengang fit zu machen. Jede Weiche und jedes Gleis ist schließlich ein Kostenfaktor. Wenn der Betrieb nach Plan läuft kann man auf viel verzichten. Das gefällt den Erbsenzählern.

Und da wir eine autozentrierte Lobbykratie mit teils komplett unfähigen Verkehrsministern haben, hat es auch nie Widerstand dagegen gegeben. Man war einfach froh den Haushalt zu entlasten indem man bei der Bahn möglichst wenig investiert und repariert. Dass die Bahn jetzt komplett auf Verschleiß heruntergefahren ist dürfen wir ein vielfaches der Kosten der letzten Jahrzehnten aufwenden um das Chaos irgendwie wieder in den Griff zu bekommen. Es wird viel Geld kosten und auch viel Zeit. Zusätzlich hat man sich noch völlig irre Projekte wie Stuttgart 21 oder die zweite Münchner Stammstrecke gegönnt die auch viel Geld verschlingen dass man woanders dringend benötigen könnte.
Es kostet mit Sicherheit Milliarden, unser Land, nicht die Bahn, wenn landesweit eine Nacht Bahnchaos ist. Da lohnt sich richtige Softwareplanung sofort.
 

geos

Erfahrenes Mitglied
23.02.2013
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incl. kurzer Beschreibung von GSM-R:

Überall GSM-R Ausfall - aber was ist das überhaupt?

<- Das war ein Link, leider wurde die Seite wieder offline genommen - gut, dass ich oben die Seite vorher zitiert hatte :)
Ich verrate mal ein Geheimnis: da gibt es sowas, das nennt sich Wikipedia. Man braucht nicht mal ein Abo dafür. Aber pssst, nicht dass sich das noch rumspricht.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Wie man das "schafft" an einer solch zentralen Stelle ein Update einzuspielen, dass das komplette Netz lahmlegt wird zu klären sein....
Das wird jetzt sicher untersucht, aber so ganz unmöglich ist es halt nicht. Auch die zentralen Komponenten müssen halt ab und an Updates erhalten, und wenn dort eben Fehler drin sind, die in den Qualitätstests vorher nicht entdeckt worden sind , weil sie z.B. nur unter sehr speziellen Bedingungen auftreten, dann kann das fatal sein. Genau das scheint bei der Bahn passiert zu sein.
Es ist allerdings nicht das ersteMal in der Geschichte, dass sowas bei einem Mobilfunkbetreiber passiert ist.
Oder auch in anderen Branchen (sicher sagt "Crowdstrike" hier manchen was, um nur ein Beispiel zu nennen).
 
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geos

Erfahrenes Mitglied
23.02.2013
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Ein update und das Land fällt aus? Klar, beim Fliegen gab es das auch mit MS und dem gestörten Checkin. Normal ist es trotzdem nicht. Resilienz? Single point of failure?
Nun, es ist sicher zu früh (insbesondere als Armchair-Forensiker) über den konkreten Fall etwas auszusagen, aber natürlich lässt sich sowas nie komplett ausschließen. Selbst wenn kein Single Point of Failure existiert, alles redundant ist, aber durch ein Update der Fehler auf alle Systeme kommt, weil er sich nicht sofort manifestiert und nicht erkannt wird, kann sowas passieren. Ja, es gibt Methoden, die Wahrscheinlichkeit dafür zu verringern, aber 100% ausschließen kann man sowas nicht.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Wie kann sich die Bahn denn derartig von zerbrechlichen Systemen abhängig machen? Die Stellwerke aus der Kaiserzeit mit mechanischen Hebeln und Riegeln funktionieren auch nach hundert Jahren noch. Und das Reservesystem haben offenbar die gleichen Pappnasen konzipiert.
Nicht nur die Bahn ist von derart "zerbrechlichen" Systemen abhängig. Spiel mal durch, was passiert, wenn Mobilfunknetze ausfallen, wenn DNS ausfällt (hatten wir neulich teilweise für die DE-Zone; war zum Glück in der Nacht und nicht zu Geschäftszeiten) oder wenn das Stromnetz ausfällt (Feldversuch Berlin-Zehlendorf Anfang des Jahres).
Die Bahn hat das System in ca. 2h wieder zum Laufen gebracht. Da haben andere deutlich länger gebraucht (z.B. https://www.heise.de/hintergrund/Ne...mies-Analyse-eines-Totalausfalls-9808767.html)
 
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geos

Erfahrenes Mitglied
23.02.2013
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Es scheint ja nicht nur den Funk, sondern sogar noch den kompletten Betrieb zu betreffen. Alle Eier in einem Korb und so.
Da Du mit dem Thema offenbar nicht so vertraut bist: der Betrieb wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt, weil die Kommunikation über Funk nicht mehr funktionierte. Die Züge hätten rein technisch gesehen natürlich noch weiterfahren können (d.h. so natürlich ist es heutzutage auch schon nicht mehr, da manche vernetzten Systeme tatsächlich bei Ausfall der Vernetzung komplett ausfallen).
 

geos

Erfahrenes Mitglied
23.02.2013
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Nein, aber Lidl wird die Software mehrfach testen und im Zweifel erst einmal in einer Filiale testen und erst wenn dort alles funktioniert kommt die Verteilung an den Rest.

Hoffentlich macht Lidl das.
Dennoch ist das nie eine 100%ige Garantie, dass es nicht nach dem Rollout doch zu (fatalen) Problemen kommt.
Ob die Bahn im konkreten Fall geschlampert hat, muss die Untersuchung zeigen. Ich denke das kann niemand hier annähernd kompetent beurteilen, zumal zum jetzigen Zeitpunkt.

Hier hat wohl die Bahn den zusätzlichen Aufwand gespart das Update ausgiebig auf Funktion zu testen, was aber auch ins Muster passt, eine Weiche ist ja auch nur

Gut dass Du das so konkret weißt und beurteilen kannst. Bitte bewirb Dich bei der Bahn als Berater für deren Technologiebetrieb; sie haben Deine Expertise ja bitter nötig. Vermutlich ist das auch gut bezahlt.


ein lästiger Störfaktor den man lieber ausbaut, funktioniert ja auch ohne, dass man diese aber doch mal gebrauchen könnte um Züge im Gegengleis rollen zu lassen merkt man erst wenn es sie fehlt und es zu spät ist.

Mir wäre neu, dass Weichen etwas mit dem Betrieb eines Mobilfunknetzes zu tun hätten. Aber anscheinend wird das ja durch die selbe Betriebsmannschaft gemacht.

Ähnlich wird es bei dem Update gewesen entweder hat das vorher niemand getest, weil Test sind teuer und unnötig, oder es haben einige Leute so gewaltig Mist gebaut, dass es kein Versehen gewesen sein kann.
Ganz sicher nicht!!! Ist ja offensichtlich. Aber dennoch gut dass Du darauf hinweist. Wie gesagt, kompetente und erfahrene Berater braucht die Bahn dringend; bitte bewirb Dich dort.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Wird dieses System nur in Deutschland benutzt, oder auch in europäischen Nachbarländern?
Ein kurzer Blick in entsprechende Nachschlagewerke (oder schlimmstenfalls eine Anfrage an die KI Deines Vertrauens, falls Du eher auf sowas stehst) hätte sofort ergeben, dass GSM-R weltweit eingesetzt wird, gerade auch in den Nachbarländern.
 
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geos

Erfahrenes Mitglied
23.02.2013
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Zehlendorf war ein Anschlag.
Das stimmt, aber er demonstrierte, welche Auswirkungen ein Stromausfall hat, also die genannte Abhängigkeit von "zerbrechlichen" Systemen.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Richtig "lustig" finde ich übrigens Wortmeldungen von Politikern wie folgende:

"Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Tarek Al-Wazir (Grüne), fordert von der Deutschen Bahn nach den Ausfällen in der Nacht einen Zeitplan zur Modernisierung veralteter Systeme. "Die Störung von gestern Nacht zeigt, dass die Bahnsysteme durchaus veraltet sind und störungsanfällig", sagte er vor einer Sitzung des Ausschusses, bei der auch Bahnchefin Evelyn Palla erscheint."
(z.B. hier: https://www.bayerische-staatszeitun...ng-zeigt-dass-die-systeme-veraltet-sind.html; wurde in verschiedensten Medien so wiedergegeben).

Nun, was hat es mit dem Alter eines Systems zu tun, wenn ein Update (oder sonst einem Change) zu einem fatalen Fehler führt? Das sagt allenfalls was über die Qualität von Tests, Prüfverfahren und ggfs. die Changeplanung und -durchführung an sich aus. Sowas kann mit brandneuen Technologie genauso passieren. Ich behaupte sogar, dass tendenziell die Wahrscheinlichkeit dort eher höher ist.
Den Ausfall auf das Alter der Technologie zu schieben, ist Unsinn. Vermutlich denkt Herr Al-Wazir, es handele sich hier um einen alten Motor o.ä., der schon mal im laufenden Betrieb kaputt gehen kann.
Der Herr scheint keine Ahnung von Technologie und dem Betrieb von Infrastruktur zu haben, und das schlimme ist, dass die ebenso ahnungslose Presse es einfach unreflektiert wiedergibt.