Bahn-Sammelthread

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Luftikus

Megaposter
08.01.2010
26.612
12.561
irdisch
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Man braucht eine Antwort auf die Problemkandidaten in der Bahn. Sonst machen die sich da noch breiter. Es hat keinen Sinn, die zu ignorieren. Aber das Kontrollpersonal muss dafür geschützt sein. Meinetwegen mit Videokameras, damit jeder Mist gerichtsfest dokumentiert ist. Das spricht sich dann schnell rum.

Ich bin schon mal Zeuge geworden, wie ein besoffener Penner am Kölner Hbf. einen unauffälligen Chinesen rassistisch beleidigt hat und dann Flaschen auf den geworfen hat. Es gab dort Notsäulen und Kameras, nicht angeschlossen! Natürlich gibt es auch kein Personal, das da helfen kommt. Wir haben den Penner dann schließlich zu zweit weggescheucht, während wir dessen Flaschenwürfen ausweichen mussten. Den hätte ich schon fast selbst verprügeln wollen, er ist dann aber abgehauen.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
2.192
2.330
Man braucht eine Antwort auf die Problemkandidaten in der Bahn. Sonst machen die sich da noch breiter. Es hat keinen Sinn, die zu ignorieren. Aber das Kontrollpersonal muss dafür geschützt sein.
Kontrollpersonal ist da, meiner Meinung nach, die falsche Instanz.

Für durchaus einige dieser Kandidaten braucht's entsprechende Wohnzimmerschränke. - Wenn da plötzlich jemand vor denen steht, der gut und gerne doppelt so breit und schwer ist, ne schusssichere Weste trägt und bewaffnet ist, ist da in aller Regel relativ schnell Ruhe.
Und vor allen Dingen nicht nur einen.

Dementsprechende Gestalten gibt's hier in Nordamerika auch.
Einige lassen sich noch vom Busfahrer & Co vertreiben, die anderen kuschen allerspätestens dann, wenn 1-2 Transit Enforcement Officers der Bauart mexikanischer Wohnzimmerschrank vor ihnen stehen und ihnen mitteilen, dass es besser ist, jetzt den Bus/die Bahn zu verlassen.
In den selteneren Ausnahmefällen hörst du kurz darauf die Handschellen ratschen und dann liegt wer draußen auf dem Bürger-/Bahnsteig und der Betrieb geht weiter.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Meinetwegen mit Videokameras,
Die nützt dir gegen nen Fausthieb oder Messer-/Scheren-Stich erstmal nichts und kann das, wenn überhaupt, nur im Nachhinein aufklären.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
26.612
12.561
irdisch
Alleine alle Beleidigungen komplett per Video zu dokumentieren kann helfen, um später keine unverhältnismäßige Reaktion vorgeworfen kriegen zu können.
Das "Messerverbot" ist auch so eine Sache. Kein normaler kann sich mehr einen Apfel schälen, aber die Idioten haben natürlich alle ihre Messer weiter mit dabei.
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.434
17.707
Wie könnte ein besserer Schutz von Zugbegleitern aussehen?

Sie keine Fahrscheinkontrollen mehr durchführen lassen, nur noch betriebliche und Serviceaufgaben. Fahndung nach und Aufbringen von Straftätern nur durch dafür spezifisch ausgebildetes Personal.

Konsequente Verfolgung des Fahrens ohne gültigen Fahrschein als Straftat.

Die Initiativen von verschiedenen linkssozialen Gruppen, den Tatbestand der Leistungserschleichung im ÖPNV/SPNV/SPFV abzuschaffen, ist auch unter diesem Gesichtspunkt der komplett falsche Weg.

Das sehe ich anders, und ich bin so ziemlich alles andere als "linkssozial". Genau die Kriminalisierung führt zu ständigen Konfrontationen mit Eskalationspotential, das sich hier leider verwirklicht zu haben scheint. Es ist ein Unding, wegen einer "Straftat" mit einem Schaden von 3 Euro fuffzich seine Mitarbeiter in solche Konfrontationen zu schicken. Mindestens der Straftatbestand gehört abgeschafft, besser noch der Nahverkehr per se kostenlos gemacht. Oder, wenn man das beibehalten will, s.o., die Schaffner damit nicht behelligen.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
22.442
14.723
FRA/QKL
Es ist ein Unding, wegen einer "Straftat" mit einem Schaden von 3 Euro fuffzich seine Mitarbeiter in solche Konfrontationen zu schicken. Mindestens der Straftatbestand gehört abgeschafft,
Wo würdest du die Grenze ziehen?
Bei 10€? Bei 20€?
Was wäre bei einem Fernverkehrsticket von Köln Hbf nach Siegburg im ICE welches ab 17,99€ bzw. 26,20€ im Flextarif verkauft wird?
Wie soll man mit Schwarzfahrern umgehen die einen gebuchten Platz eines zahlenden Gastes belegen?
Wie kann man verhindern dass immer mehr Menschen einfach ohne Ticket Bahn fahren, wenn der geringe Schaden nur eine Ordnungswiedrigkeit ist und man selten auffällt?

Dein Vorschlag öffentlicher Nahverkehr umsonst hat einen gewissen Charme. Wer soll allerdings die dann fehlenden ca. 15.000.000.000 € aufbringen?
 

Airsicknessbag

Megaposter
11.01.2010
22.434
17.707
Wo würdest du die Grenze ziehen?
Bei 10€? Bei 20€?

Für einen normalen Mitarbeiter? Gar nicht. Das ist es nicht wert. Eine Supermarktkassiererin soll auch keinen Ladi fangen. Sollen sich Polizei und Versicherung darum kümmern.

Wie kann man verhindern dass immer mehr Menschen einfach ohne Ticket Bahn fahren, wenn der geringe Schaden nur eine Ordnungswiedrigkeit ist und man selten auffällt?

Gar nicht. Hinnehmen. Wie Falschparken oder 5 km/h zu schnell Fahren.

Dein Vorschlag öffentlicher Nahverkehr umsonst hat einen gewissen Charme. Wer soll allerdings die dann fehlenden ca. 15.000.000.000 € aufbringen?

Ich hatte das irgendwo hierzuforums mal überschlagen, finde es aber gerade nicht mehr. Mit wegfallenden Kosten für Vertrieb, Justiz/Strafvollzug und, dickster Posten, Sozialleistungen ist die Finanzierungslücke nicht mehr sehr groß.
 
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Exit Row

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23.06.2025
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Wo würdest du die Grenze ziehen?
Bei 10€? Bei 20€?
Was wäre bei einem Fernverkehrsticket von Köln Hbf nach Siegburg im ICE welches ab 17,99€ bzw. 26,20€ im Flextarif verkauft wird?
Wie soll man mit Schwarzfahrern umgehen die einen gebuchten Platz eines zahlenden Gastes belegen?
Wie kann man verhindern dass immer mehr Menschen einfach ohne Ticket Bahn fahren, wenn der geringe Schaden nur eine Ordnungswiedrigkeit ist und man selten auffällt?

Dein Vorschlag öffentlicher Nahverkehr umsonst hat einen gewissen Charme. Wer soll allerdings die dann fehlenden ca. 15.000.000.000 € aufbringen?
§ 265a StGB ist dogmatisch heute schon unlogisch, weil das Nichtbegleichen einer zivilrechtlichen Schuld sonst nirgends unter Strafe gestellt wird (ganz davon abgesehen, dass die herrschende (Rechts-)Lehre anders als der BGH beim einfachen Schwarzfahren den Tatbestand on § 265a StGB mE zurecht gar nicht für erfüllt hält).

Die große Mehrheit der Schwarzfahrer sind - anders als hier - keine schwerkriminellen Schläger, sondern arme Schweine, die sich die Fahrkarte nicht leisten konnten und trotzdem irgendwo hin müssen. Völlig albern wird es dann, wenn die - natürlich - die verhängte Geldstrafe auch nicht zahlen können, per Ersatzfreiheitsstrafe im Knast landen und damit die Reste ihrer bürgerlichen Existenz ruiniert bekommen. Die krassesten Fälle werden mittlerweile von einer zivilgesellschaftlichen Initiative freigekauft (-> https://www.br.de/nachrichten/bayer...-was-bringt-die-ersatzfreiheitsstrafe,UsGeY28 ). Eine völlig groteste Situation. Darauf muss man als Gesellschaft eine andere Lösung finden als das Strafrecht.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Grundsätzlich d'accord, ich sehe hier aber die Gefahr, dass der Nahverkehr zum Ersatz-Obdachlosenheim verkommt.
Das Ding ist: Wenn jemand im Winter den ganzen Tag U-Bahn fährt, weil es da einigermaßen warm ist, und dabei einigermaßen unauffällig ist (das heißt in erster Linie: nicht stinkt), schadet das niemandem. Und die Obdachlosen, die ihre persönliche Hygiene leider nicht unter Kontrolle haben und durch ihren Geruch einen U-Bahn-Wagen für andere Fahrgäste unbenutzbar machen, werden auch heute schon von Kontrolleuren und Polizei weitgehend ignoriert, weil das für die ja auch unangenehm ist. Kann man sich in Berlin gut ansehen.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
Die große Mehrheit der Schwarzfahrer sind - anders als hier - keine schwerkriminellen Schläger, sondern arme Schweine, die sich die Fahrkarte nicht leisten konnten und trotzdem irgendwo hin müssen.

Das glaube ich überhaupt nicht. Das sind moderne Arschloch-Schlitzohren und Egoisten, die einfach immer noch ein Extra für sich rausholen - und damit durchkommen. Die durchaus ein Ticket kaufen und es sich leisten könnten.
Was es aber auch gibt, Leute, wo die Automaten nicht gehen, die Tarifwaben zu kompliziert sind und die eben nicht alles mit dem iPhone machen.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
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Die große Mehrheit der Schwarzfahrer sind - anders als hier - keine schwerkriminellen Schläger, sondern arme Schweine, die sich die Fahrkarte nicht leisten konnten und trotzdem irgendwo hin müssen.
Nen anderes Konzept was du in vielen großen US-Städten hast: diese Menschen bekommen von der zuständigen Social Service Agency ne kostenlose Monatskarte.
 
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geos

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23.02.2013
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@Luftikus: Der Fall ist ja eskaliert, WEIL der Typ den Zug verlassen sollte. Eigentlich war das richtige Entscheidung, aber ...
Muss man sich auch vor Augen halten (und leider schon selbst häufiger erlebt in Regionalzügen und auch hier schonfrüher thematisiert): wenn da jemand ohne gültige Fahrkarte angetroffen wird, zumal wenn er vorgeblich oder tatsächlich kein Deutsch spricht (so war es in den erlebten Fällen zumindest), dann werden nicht etwa 60 € fällig, sondern dann werden die Leute aufgefordert, am nächsten Bahnhof doch auszusteigen (was einige der Betreffenden dann auch noch zu unterlaufen versuchten; Brutalitäten und Handgreiflichkeiten wie in diesem Extremfall konnte ich bislang zum Glück keine miterleben). Für zahlende Kunden und für Steuerzahler grenzt das schon an Verarschung, wenn man das mitbekommt.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Ich bin grundsätzlich auch der Meinung, dass Mobilität als heutige Vorbedingung für alles möglichst günstig sein soll, insbesondere öffentliche Verkehrsmittel im Staatsbesitz, die im Kern sowieso aus Steuern finanziert werden müssen und wo die Fahrkarten eher Folklore sind. Aber die Regeln, die gelten, müssen bitte auch durchgesetzt werden, sonst ist das wirklich nur noch Verarsche der ehrlichen Fahrgäste.
 
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geos

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23.02.2013
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Ich finde dass Fahrkarten nicht Folklore sein sollten, selbst wenn die Fahrpreise günstig sind/wären. Wenn die Leistung komplett kostenlos ist, besteht die Gefahr, dass sie nicht wertgeschätzt wird und dass noch mehr Verwahrlosung und Vandalismus Einzug hält. Wäre der Akzeptanz des ÖPNV als Verkehrsträger nicht zuträglich, da dann noch mehr Leute, die es sich leisten können, auf den Individualverkehr umsteigen (so erlebt in Tucson AZ, wo der ÖPNV seit ein paar Jahren kostenlos ist; da fährt mit dem Bus nur, wer sich es gar nicht anders leisten kann).
Ich weiß nicht, wie sie es in Luxemburg machen, aber vielleicht haben sie dort andere Lösungen, um dieses Problem zu verhindern.
 

Exit Row

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23.06.2025
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Wäre der Akzeptanz des ÖPNV als Verkehrsträger nicht zuträglich, da dann noch mehr Leute, die es sich leisten können, auf den Individualverkehr umsteigen (so erlebt in Tucson AZ, wo der ÖPNV seit ein paar Jahren kostenlos ist; da fährt mit dem Bus nur, wer sich es gar nicht anders leisten kann).
Ich weiß nicht, wie sie es in Luxemburg machen, aber vielleicht haben sie dort andere Lösungen, um dieses Problem zu verhindern.

Luxemburg ist halt nicht in Nordamerika. Dass der ÖPNV nur genutzt wird, wenn es nicht anders geht, gilt eigentlich für die gesamten USA (und mit Einschränkungen auch Kanada), ausgenommen die Millionenstädte mit Metro/Subway-System. Das hat mit Fahrpreis oder nicht nichts zu tun.
 
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Sarabi

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03.09.2022
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Derweilst in Hamburg:

(normalerweise wäre das vermutlich gar nicht in der Presse erschienen)
der Hammer ist im dem Fall doch:
Der 43 jährige Täter kam den Angaben zufolge nach kurzer Zeit auf dem Revier der Bundespolizei am Hauptbahnhof aus „Gründen der Verhältnismäßigkeit“ wieder frei, da er habe belegen können, einen dringenden OP-Termin zu haben, wie es hieß.
Täterschutz vom feinsten.

Aber gut, wenn ich das nächste mal wieder mit 100 durch die 30er Zone fliege und von den Polizeikaspers angehalten werde, habe ich auch einen dringenden Termin bei meiner Maniküre :ROFLMAO:
 
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KnallaufFall

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23.02.2023
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Gar nicht. Hinnehmen. Wie Falschparken oder 5 km/h zu schnell Fahren.
Hinnehmen kann man Dinge nur dann, wenn sie keine Schutzbedürfigen einschränken.

Der Schwarzfahrer, der sich auf einen Behindertenplatz setzt, ist genauso wenig hinnehmbar wie die Assis, die ihre Autos so parken, dass Mütter mit Kinderwägen auf die Strasse ausweichen müssen oder die 5 km/h zu schnell in einer Tempo 30 Zone (ob es nun 9m Bremsweg oder 12.25m Bremsweg sind, kann eben den Unterschied machen).

Das ist alles einfach, weil Menschen nicht bereit sind, minimale Regeln der Gemeinschaft einzuhalten.
 

Mr.Tequila

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21.05.2025
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Man braucht eine Antwort auf die Problemkandidaten in der Bahn. Sonst machen die sich da noch breiter. Es hat keinen Sinn, die zu ignorieren. Aber das Kontrollpersonal muss dafür geschützt sein. Meinetwegen mit Videokameras, damit jeder Mist gerichtsfest dokumentiert ist. Das spricht sich dann schnell rum.

Ich bin schon mal Zeuge geworden, wie ein besoffener Penner am Kölner Hbf. einen unauffälligen Chinesen rassistisch beleidigt hat und dann Flaschen auf den geworfen hat. Es gab dort Notsäulen und Kameras, nicht angeschlossen! Natürlich gibt es auch kein Personal, das da helfen kommt. Wir haben den Penner dann schließlich zu zweit weggescheucht, während wir dessen Flaschenwürfen ausweichen mussten. Den hätte ich schon fast selbst verprügeln wollen, er ist dann aber abgehauen.
tägliche Meldungen von körperlicher und verbaler Gewalt, und stark asozialem Verhalten in deutschen Zügen und auf deutschen Bahnhöfen, samt Zonen drum herum, machen Bahnfahren für mich in Deutschland jedenfalls nicht attraktiver oder anziehender

Deutschland ist wohl auf dem Weg der USA
Öffis fährt dann nur noch wer unbedingt muss, oder wer Homeless ist
oder ein sonstiger sozial Abgehängter

im Gegensatz zu anderen Ländern, wie der Schweiz zum Beispiel, wo Bahnfahren ein Genuss ist
aber in Deutschland will sich auch kein Verantwortlicher je mehr mit den Ursachen oder Lösungen beschäftigen, so dass das wohl noch viele Jahre einfach vor sich hindümpeln wird, und alle, Die können, werden die Bahn in Deutschland und alles darum herum, einfach zu meiden versuchen
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
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Muss man sich auch vor Augen halten (und leider schon selbst häufiger erlebt in Regionalzügen und auch hier schonfrüher thematisiert): wenn da jemand ohne gültige Fahrkarte angetroffen wird, zumal wenn er vorgeblich oder tatsächlich kein Deutsch spricht (so war es in den erlebten Fällen zumindest), dann werden nicht etwa 60 € fällig, sondern dann werden die Leute aufgefordert, am nächsten Bahnhof doch auszusteigen (was einige der Betreffenden dann auch noch zu unterlaufen versuchten; Brutalitäten und Handgreiflichkeiten wie in diesem Extremfall konnte ich bislang zum Glück keine miterleben). Für zahlende Kunden und für Steuerzahler grenzt das schon an Verarschung, wenn man das mitbekommt.
Symptome einer Abstiegsgesellschaft halt

und so wird Deutschland zunehmend das erleben, was man in USA (und vielen anderen Ländern) schon seit Jahren/Jahrzehnten kennt
Alle, die können, werden zunehmend den "Großstadtpanzer" (=SUV) benutzen, und sich von den Öffis, so weit wie nur geht, fern halten

ein Leben in stark oder komplett voneinander getrennten Segregationen/Communities
und die Wege, von einer Segregation zur anderen, werden dann im Großstadtpanzer, und abgekapselt von jeder sozialen Interaktion mit dem Pöbel, zurückgelegt
 
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Airsicknessbag

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11.01.2010
22.434
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Hinnehmen kann man Dinge nur dann, wenn sie keine Schutzbedürfigen einschränken.

Der Schwarzfahrer, der sich auf einen Behindertenplatz setzt, ist genauso wenig hinnehmbar

Na klar. Aber der Schutzbedürftige wird in dem Fall nicht durch das Schwarzfahren eingeschränkt, sondern durch die Inanspruchnahme des Behindertenplatzes.

wie die Assis, die ihre Autos so parken, dass Mütter mit Kinderwägen auf die Strasse ausweichen müssen oder die 5 km/h zu schnell in einer Tempo 30 Zone (ob es nun 9m Bremsweg oder 12.25m Bremsweg sind, kann eben den Unterschied machen).

Grundsätzlich richtig. Nichts anderes sagt auch das BVerwG in der aktuellen Entscheidung zum aufgesetzten Gehwegparken: "[D]er Einzelne [kann] einen - auf ermessensfehlerfreie Entscheidung der Behörde begrenzten - Anspruch auf verkehrsregelndes Einschreiten haben bei Einwirkungen des Straßenverkehrs, die das nach allgemeiner Anschauung zumutbare Maß überschreiten".

Das dürfte bei behinderndem Parken zu bejahen sein, bei minimalen Geschwindigkeitsübertretungen eher nicht. Entsprechend sehen wir ja, dass es eben nicht jeden Tag Millionen von Owi-Verfahren wegen ein paar weniger km/h zu schnell gibt.

Das ist alles einfach, weil Menschen nicht bereit sind, minimale Regeln der Gemeinschaft einzuhalten.

Ein gesellschaftliches Miteinander lebt aber auch davon, dass nicht jede kleine Regelübertretung gnaden- und lückenlos verfolgt wird. Einen Polizei- und Überwachungsstaat wollen wir ja auch nicht. Das ist mit dem Opportunitätsprinzip bei Ordnungswidrigkeiten schon ganz gut gelöst.


Insofern bleibe ich dabei: Das harte Vorgehen der Verkehrsunternehmen gegen tatsächliche und vermeintliche Schwarzfahrer stellt die finanziellen Interessen des Unternehmens (Fahrgeldsicherung) über die der Mitarbeiter (möglichst wenig zusätzliches Konfliktpotential in einem ohnehin schon gereizten Umfeld).
 
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