Der Passagier kann einem leidtun. Und die Crew auch. Schwer und akut krank noch zu boarden ist einfach verkehrt. Wie sehr der sich seiner Lage bewusst war, ist aber fraglich. Ich wundere mich oft, wie gebrechliche Leute noch unbefangen um den Globus reisen. Aber die harten Fälle wollen bestimmt vorher sowieso kein Abraten von einem Arzt hören.
Ich möchte das so nicht einfach pauschal stehen lassen.
Es kommt auf die Erkrankung (gerade innere Erkrankungen sind da manchmal schwer einzuschätzen), den Abflugort und die Zielsetzung an.
Abflugort meint vor allem die vor Ort mögliche medizinische Versorgung.
Bangkok ist da noch eher positiv, man kann es weitaus schlimmer treffen
.
Ich hab mich aber mal selbst aus medizinischen Gründen interkontinental mit 4 Flügen evakuiert, was mir im Nachhinein betrachtet überhaupt erst eine Chance auf meine glücklicherweise nur 4 Monate später erfolgte Organtransplantation gab (da gilt im Prinzip weltweit das Wohnsitzprinzip wenn überhaupt angeboten - das hab ich aber damals NICHT überblickt, d.h. das war auch nicht der Grund…).
Hinsichtlich des ursprünglichen Abflugort wird seitens AA bei medizinischen Problemen ohnehin sofortige Evakuierung empfohlen, also erstmal 2 Flüge bis medizinische Versorgung auf westlichem Niveau (das war in dem Fall dann Singapur). Dort gab dann zur Auswahl: entweder direkt Krankenhaus vor Ort oder mit Prio zurück nach Deutschland (inkl. entsprechendes ärztliches Schreiben - das ist dann der ultimative Superstatus…). Etwa 8 Tage nach meiner Ankunft in Deutschland bin ich dann zuhause 2,5 Tage ins Koma gefallen (aber wieder von selbst aufgewacht und direkt zur Arbeit).
In die Notaufnahme bin ich 4 Tage später mit dem Auto selbst gefahren, mit multiplen Organversagen.
Zielsetzung in meinem Fall war durchaus auf Überlebenschance gerichtet, ab Singapur hatte ich auch den ärztlichen Segen.
Ich kenne aber auch 2 Fälle, die ihre letzte Reise in dem vollen Bewusstsein, nur noch kurz zu Leben zu haben, gemacht haben.
Einmal nach Südafrika (und vor Ort in einem Krankenhaus verstorben) und einmal nach Paraguay (unmittelbar in der Nacht nach Rückkehr nach Deutschland verstorben).
Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an den Reisebericht mit der Südamerika-Reise samt Antarktis-Kreuzfahrt - hier im Forum zu finden:
Epilog Mein Vater war schon 10 Jahre schwer krank (Lungenkrebs), konnte aber dank guter Behandlung ein gutes Leben führen und viel Reisen. Dennoch war es für uns absehbar, dass es nicht ewig so weiter ging. Wir wussten, er wollte gerne mal ins Eis, da hatten seine ganzen Kreuzfahrten ihn und...
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