In wie weit eine offizielle und unbegrenzte Patronatserklärung abgegeben wurde, weiß ich nicht. Es wurde aber von BPCE 2016 eine umfassende Kapitalausstattungsgarantie abgegeben, um jederzeit "für eine ausreichende Kapitalausstattung zu sorgen", auch und vor allem in der Risikotragfähgikeit. In den Jahresberichten war nach der Übernahme ein paar Mal die Rede davon, dass die perspektivische Strategie innerhalb der nächsten drei Jahre erfolgen und mit dieser Garantie gesichert sein soll. Ob das drei Jahre-Ziel im Rahmen dieser Kapitalausstattungsgarantie festgeschrieben wurde, weiß ich nicht. Es kann durchaus sein, dass das Patronat der BPCE nach einer gewissen Zeit endet, hier müsste man mal nachsehen, was die BaFin dazu gefordert hat. Meine Tendenz ist: Nein, das Patronat ist nicht unbegrenzt, sonst würde das der Jahresbericht nämlich sicher erwähnen.
Eine Limitation ist definitiv bekannt: Für das problematische britische Geschäft gab es eine Verlustübernahmegarantie, aber mit einer Höchstgrenze des Garantiebetrags über 84€ Mio. Euro. Auch das verraten die Jahresabschlüsse.
Die BPCE hat sich wohl auch deswegen auf den Deal eingelassen, weil Fidor bereits 2017 am französischen Markt, quasi als Fintech-Tochter von BPCE, agieren sollte. Ist natürlich nie passiert, weil der Ofen schneller explodierte als ihnen lieb war. Aber deswegen waren die bereit, für eine gewisse Zeit garantiertes Geld in das Vorhaben zu pumpen - das ist letztlich normal. Aber die Begrenzung der Verlustübernahmegarantie zeigt auch, dass die BPCE nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung stellen wollte und sicherlich noch will. Auch dieses Indiz spricht dafür, dass es keine unbegrenzte Patronatserklärung für die Nicht-UK-Portfolios geben dürfte.
Bei den Kapitelbriefen dürfte sich in meinen Augen nichts an der Sachlage ändern: Fährt Fidor gegen die Wand, kommen Kapitalbriefe nachranging nach allen vorrangingen Gläubigern. Ist die Kapitalaustattungsgarantie abgelaufen, kann das durchaus kritisch werden.
Edit: wizzard war ein wenig schneller.